„Mit der Kamera gegen das Vergessen“, so heißt es auf dem Rücktitel des großartigen Buches „Der Fotograf Fred Stein: Ein deutsch-jüdisches Leben 1909 bis 1967“, das vom Ch. Links Verlag, der zum Aufbau Verlag gehört, herausgegeben wird. Es ist die erste Biographie des deutsch-jüdischen Fotografen Fred Stein. Geschrieben hat sie der Historiker Daniel Siemens, der Professor für europäische Geschichte an der Newcastle University in Großbritannien und Autor mehrerer Bücher zur Geschichte des 20. Jahrhunderts ist. Mit Feingefühl und Können beschreibt er das beeindruckende Leben von Fred Stein.

Fred Stein mit Familie:. Peter Lilo, Fred und Ruth Marion Stein auf dem Schiff MS Berlin bei der Überfahrt von New York nach Bremerhaven, 1964 „Fred Stein Archive, Stanfordville/New York“
1909 wurde Fred Stein als Sohn des Rabbiners Leopold Stein und Eva Wollheim in Dresden geboren. Im Alter von 16 Jahren schloss er sich in Dresden den Sozialisten an. 1933 beendete er das Jurastudium an der Universität Leipzig. Noch Anfang des Jahres, als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, verteilte er antifaschistische Flugblätter. Der Jurist Fred Stein wurde aufgrund antisemitischer Gesetzgebung aus dem Justizdienst entlassen und flüchtete mit seiner Frau Lilo nach Paris. Hier gewann er als Presse- und Porträtfotograf großes Ansehen. Die Steins waren in Paris Teil der deutschen Emigrantenszene. Sie unterstützten die Widerstandsaktivitäten des Sozialistischen Jugendverbandes Deutschland (SJVD) und nahmen Flüchtlinge bei sich auf. Der SJVD-Funktionär und spätere deutsche Bundeskanzler Willy Brandt fand, wenn er in Paris war, bei ihnen Unterschlupf.
Von Paris ging das Ehepaar Stein später nach New York. Die gebrauchte Leica, die das Paar kaufte, ist dabei erst der Anfang. In drei Jahrzehnten lichtet Stein über 1000 Künstler, Politiker und Prominente ab. Seine Porträts und Straßenszenen erzählen von Würde, Menschlichkeit, politischen Kämpfen – und einer Welt, die dem Exilanten selbst oft versagt blieb.
Der Fotograf Fred Stein: Ein deutsch-jüdisches Leben 1909 bis 1967 gehört nach Meinung von DIE ZEIT zu den 25 wichtigsten Büchern im Frühling 2026.
Zu den Ausstellungen in denen die Werke von Fred Stein zu sehen sind










