Viel Aufmerksamkeit erfährt zur Zeit das Werk des Fotografen Fred Stein: Die Pop-Up-Ausstellung des Deutschen Exilarchivs 1933–1945 zeigt bis 4. Juli 2026 Leben und Werk von Fred Stein im Exil. Die Präsentation ist bis 4. Juli 2026 in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig zu sehen. Die Leica Galerie Wetzlar stellt das Werk von Fred Stein bis zum 14. Juni 2026 vor, die Düsseldorfer Galerie noir blanche stellt bis 13.6.2026 Fred Steins Werk vor und präsentiert am Donnerstag den 28. Mai den Film „The Photography of Fred Stein“. Im Capa-Haus in Leipzig ist bis 31.7.2026 „Fred Stein und der Spanische Bürgerkrieg“ zu sehen.
1909 wurde Fred Stein als Sohn des Rabbbiners Leopold Stein und Eva Wollheim in Dresden geboren. Im Alter von 16 Jahren schloss er sich in Dresden den Sozialisten an. 1933 beendete er das Jurastudium an der Universität Leipzig. Noch Anfang des Jahres, als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, verteilte er antifaschistische Flugblätter. Der Jurist Fred Stein wurde nach aufgrund antisemitischer Gesetzgebung aus dem Justizdienst entlassen und flüchtete mit seiner Frau Lilo nach Paris. Hier gewann er als Presse- und Porträtfotograf großes Ansehen. Die Steins waren in Paris Teil der deutschen Emigrantenszene. Sie unterstützten die Widerstandsaktivitäten des Sozialistischen Jugendverbandes Deutschland (SJVD) und nahmen Flüchtlinge bei sich auf. Der SJVD-Funktionär und spätere deutsche Bundeskanzler Willy Brandt fand, wenn er in Paris war, bei ihnen Unterschlupf.
1941 musste Fred Stein nach New York emigrieren. Zusammen mit ihrer am 17. August 1938 geborenen Tochter Ruth, gelang den Steins am 7. Mai 1941 die Flucht aus Paris nach Marseille, wo sie mit dem französischen Ozeandampfer SS Winnipeg nach New York übersetzten. Dort kam am 12. Oktober 1943 der Sohn Peter zur Welt, der später als Kameramann bekannt wurde und heute den Nachlass seines Vaters verwaltet.
Auch in den USA arbeitete Fred Stein als Fotograf und konnte seine Karriere fortsetzen. Heute gilt Fred Stein als Pionier der Kleinbildkamera. Mit seiner Straßenfotografie hielt Fred Stein das alltägliche Leben an den Orten seines Exils fest. Mit seinen zahlreichen Porträtaufnahmen wurde er zu einem Dokumentar der deutschsprachigen Emigration. In drei Jahrzehnten lichtet Stein über 1000 Künstler, Politiker und Prominente ab.
Sein Ruf als Fotograf mit einem klaren, puristischen Schwarzweißstil öffnete ihm die Türen zu zahlreichen Künstlern, Politikern und Wissenschaftlern. Seine Bilder sind heute in vielen großen Museen der Welt zu sehen
1967 verstarb Fred Stein in New York City










