Wer schon einmal in den letzten Jahren beim Festival La Gacilly-Baden war, der wird auch 2026 darauf fiebern ins österreichische Baden bei Wien zu fahren und Fotografie in all ihren interessanten und abwechslungsreichen Facetten zu genießen und das nicht hinter Museumsmauern, sondern in einer gigantischen Open-Air-Galerie auf rund 7 km Länge. Vom 12. Juni bis 11. Oktober erwarten die Besucher 30 fantastische Ausstellungen mit rund 1.500 Bildern. Das Festival steht 2026 unter dem Motto „So British!“ und ist dem Gedenken an Jane Goodall und Martin Parr gewidmet!
Die Fotoflut in den Parks und Gärten und der Altstadt von Baden verwandelt die Stadt schon zum neunten Mal für vier Monate in eine Bilder–Stadt. Bei freiem Eintritt kann man die Ausstellungen, 7 Tage die Woche, von 0 – 24 Uhr genießen. Auf die Frage wie es zu der Wahl des diesjährigen Mottos kam, antwortet Lois Lammerhuber, Fotograf, Verleger, Kurator, Ausstellungsmacher, Umweltschützer, Festivalveranstalter, „was hatten wir bisher noch nicht gemacht“ und so war die Idee geboren britische Fotografie und britische Fotografen zu zeigen. Dabei soll ebenso die Exzentrik der Inselbevölkerung im Blick stehen als auch der Mut zur kritischen Sicht auf das Land.
„Unser Festival hat sich stets bemüht, die großen Meister der Fotografie zu ehren, und Sir Don McCullin, der von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen wurde, ist
eine Legende. Während seiner gesamten Karriere fotografierte er nicht das Elend der Ausgegrenzten, er prangerte es an; er fotografierte nicht den Krieg, er verurteilte dessen
Absurdität; er fotografierte nicht die englische Landschaft, nein, er zeigte deren Zerbrechlichkeit“, so Lois Lammerhuber
Wenn Schelmerei das Vorrecht der Briten wäre, dann ist Martin Parr ihr fotografischer Herold. Seit über fünfzig Jahren wirft der unermüdliche Chronist der englischen Gesellschaft einen messerscharfen Blick auf seine Landsleute. Und nicht anders ist er auch bei seinen Aufträgen für die Welt der Mode vorgegangen: Seine Stilmittel verleihen den Bildern eine gewisse Überzeichnung. Mode wird nicht nur präsentiert, sondern gleichzeitig hinterfragt: Was bedeutet Stil in einer Welt des Massenkonsums? Wie beeinflussen Trends unser
Verhalten und unsere Wahrnehmung von Schönheit? Tony Ray–Jones, dieser ironische Beobachter, der dem Humor seinen rechtmäßigen Platz einräumte, ohne jemals in unnötige Grausamkeit zu verfallen, steht ihm dabei in nichts nach.
Peter Dench hat sich dafür entschieden, die Widersprüche einer Gesellschaft, die als zutiefst traditionsverbunden gilt, genau unter die Lupe zu nehmen. Josh Edgoose streift durch die Straßen Londons auf der Suche nach dem Unerwarteten. „Swinging London” erinnert uns daran, dass ikonische Popmusik an den Ufern der Themse geboren wurde.
Terry O’Neill war nicht nur Zeuge dieser berauschenden Revolution, er war der fotografische Vertraute der „Enfants terribles” Englands, von den Beatles über die Rolling Stones und David Bowie bis zu Elton John. Wer weiß schon, dass das Vereinigte Königreich und Frankreich gemeinsam das Privileg haben, die Erfinder der Fotografie zu sein? Obwohl Nicéphore Niepce aus Chalon–sur–Saône als Erster ein Bild auf einer Metallplatte festhielt, war es eine englische Botanikerin, die diese Technik bereits 1843 als Erste weiterentwickelte. Anna Atkins war eine Pionierin auf dem Gebiet der Cyanotypie, mit der sie Herbarien von faszinierender Schönheit schuf.
Gina Soden erkundet Herrenhäuser und alte Villen, die ihre Besitzer zurückgelassen haben, stillgelegte Fabriken und verfallene Krankenhäuser, in denen die Natur sich ihr Recht
zurückerobert hat. Cig Harvey experimentiert mit Farben, unseren Sinneserfahrungen und Körpern, die mit der Natur verschmelzen. Schließlich wirft Mary Turner einen zärtlichen
Blick auf die marginalisierten Bevölkerungsgruppen des postindustriellen Englands.
zurückerobert hat. Cig Harvey experimentiert mit Farben, unseren Sinneserfahrungen und Körpern, die mit der Natur verschmelzen. Schließlich wirft Mary Turner einen zärtlichen
Blick auf die marginalisierten Bevölkerungsgruppen des postindustriellen Englands.
Christian Skrein erinnert uns an den Besuch der Beatles in Obertauern, die zum Videodreh von Help! angereist waren – und von der Bevölkerung mit Transparenten empfangen wurden: Beatles Go Home! Und der Badener Filmemacher Richard Ladkani setzt Jane Goodall ein fotografisches Denkmal aus der innigen Perspektive einer nun abrupt zerrissenen Lebensfreundschaft: „Just me, Jane!“ Esther Haase hat Andreas Kronthaler besucht, um mit ihm dem Vermächtnis seiner langjährigen Weggefährtin und Ehefrau Vivian Westwood nachzuspüren.
Mike Taylors Arbeit „The Beautiful Game“ zeigt uns Fußball aus der Perspektive von fiebernden Fans in britischen Pubs – ohne auch nur einen einzigen Fußballspieler ins Bild
zu setzen. Queen–Gitarrengott Sir Brian May ist nicht nur ein zur Ikone gewordener Rockmusiker, sondern vor allem auch leidenschaftlicher Stereofotograf und der weltweit größte Sammler dieser Kunst.
zu setzen. Queen–Gitarrengott Sir Brian May ist nicht nur ein zur Ikone gewordener Rockmusiker, sondern vor allem auch leidenschaftlicher Stereofotograf und der weltweit größte Sammler dieser Kunst.
Nach 2019, als in Baden seine Arbeit „Die Mondlandung in 3D“ im Arnulf Rainer Museum ihre Weltpremiere erlebte, wird das Festival mit „Stereoscopic Adventures In Hell“ eine absolute Rarität seiner Sammlung zeigen, die kurz nach der Erfindung der Fotografie geschaffen wurde. Dieser 3D–Kultklassiker bietet einen einzigartigen satirischen
Blick auf die Vorstellung der Hölle in den 1860er Jahren und versetzt sie auf die schönst mögliche Weise in eine albtraumhafte Unterwelt! Diese bemerkenswerten Szenen wurden
von den zwei führenden französischen Bildhauern Pierre Hennetier und Louis Habert aus Ton modelliert und dann mit einer Stereokamera fotografiert – ein ganz besonderer
Fotografie–Leckerbissen im Kontext des 200. Geburtstages der Fotografie.
von den zwei führenden französischen Bildhauern Pierre Hennetier und Louis Habert aus Ton modelliert und dann mit einer Stereokamera fotografiert – ein ganz besonderer
Fotografie–Leckerbissen im Kontext des 200. Geburtstages der Fotografie.
Ebenso spektakulär und dem runden Geburtstag der Fotografie gewidmet zeigt das Festival die Retrospektive des einzigartigen Schaffens von Foto–Ikone und Magnum Gründer Robert Capa als erste Zusammenarbeit des Festivals mit dem Robert Capa Contemporary Photography Center Budapest. Eine andere Rarität ist die Ausstellung von Michel Bouvet „I Love The Beatles“, der als Bewunderer der Beatles in 35 außergewöhnlichen Bildern die legendärsten Songs der mythischen Band aus Liverpool illustriert. Eine Arbeit, die vor allem das Ergebnis einer Fantasie ist, die von seiner Leidenschaft für Musik, Malerei, Literatur und Reisen getragen wird.
Unter dem Titel „Water is Life!“ werfen wir mit Hilfe von Unesco–Weltwasserchair Helmut Habersack einen ernüchternden Blick auf die Flüsse der Welt. Wir lernen von
ihrer Schönheit und ihren Dramen und erfahren, was die Wissenschaft dazu beitragen kann, ihr Wasser wieder erfrischend zu machen. Der Innsbrucker Forscher Günter Köck entführt uns in die fernsten Gebiete der Welt, wo Seesaiblinge als „Instrument“ zum Umwelt– Monitoring eingesetzt werden. Fast noch mehr unerwartete Exotik stellt sich ein, wenn
das Festival die junge Badenerin Christin Gerstorfer in die faszinierende stille und dunkle Welt des Apnoetauchens begleitet.
ihrer Schönheit und ihren Dramen und erfahren, was die Wissenschaft dazu beitragen kann, ihr Wasser wieder erfrischend zu machen. Der Innsbrucker Forscher Günter Köck entführt uns in die fernsten Gebiete der Welt, wo Seesaiblinge als „Instrument“ zum Umwelt– Monitoring eingesetzt werden. Fast noch mehr unerwartete Exotik stellt sich ein, wenn
das Festival die junge Badenerin Christin Gerstorfer in die faszinierende stille und dunkle Welt des Apnoetauchens begleitet.
2024 war das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Ein Faktum, das auf die ständig zunehmende Anreicherung von Treibhausgasen in der Atmosphäre zurückzuführen
ist. Die Ozeane, die 70 % der Erdoberfläche bedecken, sind ein wichtiger Regulator des Erdklimas. Sie absorbieren über 90 % der überschüssigen Wärme im Klimasystem, was zu immer heftigeren Hurrikanen und Stürmen führt. Wer könnte uns besser einen lebendigen Einblick in das fragile Ökosystem des Blauen Planeten geben als der Meeresbiologe Laurent Ballesta, einer der besten Unterwasserfotografen seiner Generation. Mit Robert Doisneau, dessen Werk weit über Paris und seine Vororte hinausgeht, nehmen wir ein erfrischendes Bad. Stéphane Lavoué machte sich diesen Winter auf, um jene Menschen zu treffen, die von und mit den Ozeanen leben. Der indische Fotograf Supratim Bhattacharjee arbeitet seit Jahren im Sundarbans–Archipel. Er zeigt uns den Alltag von Menschen, die mit Klimakatastrophen und steigenden Meeresspiegeln konfrontiert sind.
ist. Die Ozeane, die 70 % der Erdoberfläche bedecken, sind ein wichtiger Regulator des Erdklimas. Sie absorbieren über 90 % der überschüssigen Wärme im Klimasystem, was zu immer heftigeren Hurrikanen und Stürmen führt. Wer könnte uns besser einen lebendigen Einblick in das fragile Ökosystem des Blauen Planeten geben als der Meeresbiologe Laurent Ballesta, einer der besten Unterwasserfotografen seiner Generation. Mit Robert Doisneau, dessen Werk weit über Paris und seine Vororte hinausgeht, nehmen wir ein erfrischendes Bad. Stéphane Lavoué machte sich diesen Winter auf, um jene Menschen zu treffen, die von und mit den Ozeanen leben. Der indische Fotograf Supratim Bhattacharjee arbeitet seit Jahren im Sundarbans–Archipel. Er zeigt uns den Alltag von Menschen, die mit Klimakatastrophen und steigenden Meeresspiegeln konfrontiert sind.
Die unermüdliche Reisende, Modefotografin und Mitglied der Académie des Beaux–Arts Françoise Huguier erkundet in Emotive Africa die Seele der Menschen von Mali bis Äthiopien, von Benin bis Mosambik. In Tansania verortet Frédéric Noy sein Langzeitprojekt Udzungwa, wo Populationen endemischer Affen im Herzen eines Primärwaldes leben, der durch die Urbanisierung bedroht ist. In einem Essay, der ebenso dokumentarisch wie künstlerisch ist, hat Axelle de Russé mithilfe von Infrarotfotografie unsere beiden bewohnten Polarwelten im Norden und im Süden betrachtet. Corey Arnold belegt mit seinem Bericht wie sich Bären, Kojoten und Waschbären auf der Suche nach Nahrung, die sie in ihrem ursprünglichen Lebensraum nicht mehr finden, in unsere Städte wagen.

Ein Kojote bellt aggressiv einen Hund an, der in der Ferne in einem Hundepark ohne Leinenpflicht in San Francisco, Kalifornien (USA), ausgeführt wird. Kojoten sind in San Francisco immer präsenter geworden, doch nehmen auch die Konflikte mit Hunden und Katzen zu, die gelegentlich zu Beute werden. „Ich habe dieses Bild kurz vor Sonnenaufgang aus der Hand ohne Kamerafalle aufgenommen, und es wurde kein Köder verwendet“, so der Fotograf.Corey Arnold.
Als flüchtiges Geschenk an die Natur und als Ode an das Reisen und die Kontemplation stellen wir die sinnliche Welt von François Fontaine aus, Gewinner des Leica–Preises für
neue Umweltfotografie 2025. Seine Bilder, aufgenommen zur Zeit der Vollblüte, ähneln Drucken und zeigen fleckiges Licht, magische Reflexionen, den Wind in den Bäumen und
das Erblühen einer neuen Jahreszeit.
neue Umweltfotografie 2025. Seine Bilder, aufgenommen zur Zeit der Vollblüte, ähneln Drucken und zeigen fleckiges Licht, magische Reflexionen, den Wind in den Bäumen und
das Erblühen einer neuen Jahreszeit.
Und schließlich wird uns Norbert Span mit seiner visuellen Reise in die mikroskopischen Strukturen von Vitaminen überraschen und uns ihre verzaubernde innere Schönheit enthüllen. Die Ausstellung Der Traum vom Fliegen zeigt, zu welchen Leistungen Menschen fähig sind, wenn sie von Tatendrang und Neugier getrieben werden. Jeder Start, jeder Flug, jede Landung sind eine Erinnerung daran. Der Traum vom Fliegen ist ein gemeinsames fotografisches Projekt von Ana María Arévalo Gosen, Hans–Jürgen Burkard, Heinz Stephan Tesarek, Jérôme Gence, Martina Draper, Nadia Ferroukhi, Ulla Lohmann und Lois Lammerhuber, das anlässlich des 70. Geburtstages des Flughafen Wien in dessen Auftrag entstanden ist.
Das bilaterale Fotoprojekt Pop Nature fordert die Schulen des Morbihan und in Niederösterreich auf, sich mit einer freien, unbeschwerten, psychedelischen, rhythmischen und lebendigen fotografischen Perspektive der Natur zu nähern. Der Fokus liegt auf leuchtenden Farben, einer funkelnden, lebendigen, sorgenfreien und positiven Welt.
Die Ausstellung I love Coffee, I love Tea mit Fotografien der niederösterreichischen Berufsfotografie und die Ausstellung des mit 656 738 eingereichten Fotos aus 153 Ländern
größten Fotowettbewerbes der Welt CEWEs Our World is Beautiful, werden das Festival ebenso abrunden wie die AI–inspirierte Arbeit von Christoph Künne über die 450 jährige
Geschichte von Manfred Schneiders Backhaus Annamühle in Baden.
größten Fotowettbewerbes der Welt CEWEs Our World is Beautiful, werden das Festival ebenso abrunden wie die AI–inspirierte Arbeit von Christoph Künne über die 450 jährige
Geschichte von Manfred Schneiders Backhaus Annamühle in Baden.
Unter dem Leitgedanken Culture of Solidarity wird die Zusammenarbeit mit den Festivalpartnern Garten Tulln – dort wird die CEWE–Ausstellung „Our World is Beautiful“ gezeigt, – und dem Monat der Fotografie Bratislava auch 2026 fortgesetzt. Neu ist die Partnerschaft mit der Stadt Warschau, wo der Global Peace Photo Award gezeigt wird.
Die Rückschau auf das Festival 2024 in den Bildern der Artista in Residence Sabine Starmayer, die von Texten der Thomas–Jorda–Preisträgerin 2024 Elisabeth Steinkellner begleitet werden, wird in einem Fotobuch gezeigt, das von der Edition Lammerhuber verlegt und von CEWE gedruckt wird. Begleitend zum Festival erscheint in der Edition Lammerhuber der Festivalkatalog SO BRITISH!
Also das war schon einmal ein kleiner Einblick was einem bei dem Fotofestival in Baden erwartet.



























