Italiens majestätische Paläste: Denkt man an italienische Städte, wird das Bild mit Sicherheit von einem prächtigen Palazzo dominiert. Das ist nicht verwunderlich, denn seit jeher sind diese majestätischen Bauwerke ein wichtiger Bestandteil der Architektur des südeuropäischen Landes, vor allem aber der Kultur und den Palastbau vom 13. bis zum 18. Jahrhundert.
Der 1953 in Florenz geborene Fotograf Massimo Listri hat bereits über 70 Bildbände veröffentlicht und stellt seine Werke weltweit aus. In dem im Taschen Verlag, Köln, erschienenen großartigen Bildband „Italian Palaces“ entführt er die Kultur- und Fotobegeisterten der Welt auf 640 Seiten im Großformat 30×40 cm in den drei Sprachen Englisch, Deutsch und Französisch in die schönsten Paläste der Welt. Deren Anfänge begannen bereits im Mittelalter in Florenz und Siena, wo sie als Identifikationsorte kommunale Sinnbilder der Staatsmacht verkörperten.
Zu einer Definition von „Palast” in Abgrenzung zu Haus, Villa oder Burg erklärt der renommierte Architekturhistoriker Robert Stalla in seiner lehrreichen Einführung, dass das Wort eigentlich auf den Palatin, den Hügel der Regierung im alten Rom, zurückgeht: „Palatin, Palladium, Palazzo bezeichnete in prominenten Lagen stehende, monumentale, die Umgebung dominierende Baukomplexe.” Häufig waren diese Vierflügelanlagen freistehend, mit großen prachtvollen Innenhöfen, aufwändiger Gliederung sowie erlesenem Interieur. Dabei erzählt jeder dieser wunderschön konzipierten und handwerklich meisterhaft gestalteten Privatpaläste eine eigene Geschichte von Macht, Reichtum, Kunst und Kultur.
Die in dem in dem großen Bildband vorgestellten mittelalterlichen Festungsmauern bis hin zu den üppigen Barock- und Rokoko-Designs des späten 18. Jahrhunderts zeigen Paläste in einer Vielzahl von Architekturstilen – von Mailand im Norden über Venedig und Rom in der Mitte bis Palermo im Süden. Er ermöglicht es, die Palazzi nicht nur von außen zu bewundern, sondern sie auch zu betreten und dank der großformatigen Wiedergabe vor allem ihr Inneres zu bestaunen. Denn der Fotograf hat nicht nur die architektonischen Merkmale eines jeden Palasts eingefangen, sondern auch die einzigartige Atmosphäre, die im Wandel der Zeit durch neue Funktionen, wechselnde Moden und die Vorlieben seiner Bewohner entstanden ist. Seine Fotografien sind zumeist doppelseitig in der Größe 40×60 cm gedruckt und geben einen überwältigenden Eindruck des Palastbaus als Identifikationsorte des Adels und des Bürgertums Italiens.

Palazzo Dario Venice
The palace façade overlooking the entrance of the Grand Canal
built presumably after 1479 to plans by Pietro Lombardo boasts lavish, polychrome marble inlaying that references
the prestige to which the client Giovanni Dario laid claim.
Claude Monet captured the façade in a series of paintings in
1908 depicting the different moods the light created.
© Massimo Listri
Massimo Listri ist den Palästen durch das ganze Land bis ans Ende des Stiefels gefolgt und zeigt in bisher nie veröffentlichten Fotografien das ganze Spektrum der Prachtentfaltung des frühen italienischen Bürgertums und Adels.
H.-G. v. Zydowitz
Massimo Listri
Italian Palaces
Text: Robert Stalla
640 Seiten
Format: 30 x 40 cm, Hardcover
Sprache: Englisch, Deutsch, Französisch
Köln, Taschen-Verlag
ISBN: 978-3-8365-9693-0;
Preis 175 Euro
Erhältlich über www.taschen.com











