Bis zum 24. Mai 2026 hat man neben den vielen Sehenswürdigkeiten, die Paris zu bieten hat, noch die Gelegenheit im Jeu du Paume an der Place de la Concorde eine großartige Ausstellung zu bewundern. Mit fast 180 Werken wird dort die Arbeit des Ende letzten Jahres verstorbenen berühmten Fotografen Martin Parr gezeigt.
„Global Warning“ bietet einen außergewöhnlichen Überblick über das Werk von Martin Parr von den 1970er Jahren bis heute. Ohne den moralischen Finger zu erheben,
aber stets mit Ironie, dokumentiert Martin Parr seit mehr als einem halben Jahrhundert das Verhalten unserer heutigen Gesellschaft: Massentourismus, ungebremster Konsum, technologische Abhängigkeiten, ambivalentes Verhältnis zum Leben. Sein Humor, der sich aus der britischen Satiretradition speist, wirkt wie eine visuelle Angriff auf die vorherrschenden Darstellungen.
Von Stränden auf der ganzen Welt bis hin zu Einkaufszentren, von Zoos bis hin zu Autosalons, von Smartphones bis hin zu den Schweizer Bergen erstellt Parr eine globale Bestandsaufnahme banaler, absurder und aufschlussreicher menschlicher Verhaltensweisen. Liebhaber von Parrs Werk finden in der Ausstellung die einzigartige und unverwechselbare Ästhetik des Fotografen wieder. Neben einigen Schwarz-Weiß-Bildern aus seinen Anfängen legt die Ausstellung den Schwerpunkt auf satte Farben, enge Bildausschnitte, die Anhäufung von Details, die Vorliebe für Kitsch und Kontraste. Diese visuelle Handschrift, die sich im Laufe von fünf Jahrzehnten entwickelt hat, verleiht den Bildern eine Unverwechselbarkeit.
Die Ausstellung beleuchtet Martin Parrs Art, den großen fotografischen Genres wie der Werbefotografie, der Ästhetik der Postkarte oder auch der gängigen Tierfotografie den Rücken zu kehren und seine eigene Bildsprache zu entwickeln. Er deckt mit seiner Fotografie Künstlichkeit, Klischees und Ungedachtes auf und bietet eine kritische Lesart der zeitgenössischen Vorstellungswelt.
Diese Ausstellung, die wenige Wochen nach dem Tod von Martin Parr präsentiert wird, hat eine besondere Bedeutung : Es handelt sich um eines der letzten Projekte, an denen Martin Parrvor seinem Tod mitgewirkt hat. Sie erscheint sowohl als eine Art Synthese seiner Sicht auf unsere Zeit als auch als ein neuer, kritischerer Ansatz seines Werks.
Alle Bilder: copyright Martin Parr / Magnum Photos












