Zum 130. Geburtstag von Hannover 96 würdigt die GAF, Galerie für Fotografie, den Bundesliga-Club Hannover 96 mit seiner überregionalen Strahlkraft, die sich auf die bundesweite Bekanntheit des Vereins, seine historische Bedeutung in der Fußball-Bundesliga sowie die starke Identifikation seiner Anhänger in der Region und darüber hinaus stützt. Der Mythos Hannover 96 ist viel mehr als nur ein Fußballklub – er erzeugt Emotionen, stiftet Identität und verbindet die Menschen in und um Hannover. Ausverkauftes Haus! Dann sitzt zahlenmäßig fast jeder 10. Hannoveraner im Stadion.
Entgegen der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung der stark abnehmenden Bedeutung von Communities eröffnet die Fotoausstellung Einblicke in eine Sportwelt, die ein extremes Gemeinschaftsgefühl
ausstrahlt! Unterschiedliche Perspektiven und Engagements zeigen auf vielfältige Weise Hannover 96 als Spiegel der Gesellschaft. Neben der Geschichte des Vereins, den sportlichen Erfolgen wie den Deutschen Meisterschaften 1938 und 1954 und der Deutschen Pokalmeisterschaft 1992, prägende Spieler und Trainer, das Niedersachsenstadion, spielen auch thematisch der Derbysieg, der Einzug ins Viertelfinale der Europa League, die Fanszene, Pyro und Choreo, der Selbstmord von Robert Enke und der Zankapfel 50+1 eine Rolle
Einen besonderen Stellenwert bekommt das Fan-Sein als Lebenseinstellung. Gelebt werden Werte wie Familie, Freundschaft und Zusammenhalt die vielleicht anderswo nicht so gefragt sind. Eine ganz besondere Spezies sind die Kuttenträger. In den 70er und frühen 80er Jahren prägten sie das Bild in der Fankurve. Heute sind sind sie nur noch mit ein paar Dutzend vertreten. Wir begleiten den Kuttenträger Jörg bei einem Heimspiel – bei einem fast perfekten Spieltag. Die kleine Szene der Kuttenfans lebt!
Dazu passt ein Zitat des großen französischen Nationalspielers Eric Cantona, der einmal sagte: »Du kannst deine Frau wechseln, deine Religion wechseln, deine Politik wechseln aber niemals, wirklich niemals, kannst du deinen Lieblingsverein wechseln!« Tatsächlich sind die meisten Fans mit ihrem Club auf Gedeih und Verderb verbandelt. Er gehört zur eigenen Identität. Früher betraf das alle Beteiligten, also auch Spieler und Funktionäre, heute quasi nur noch Fans. »Spieler kommen und gehen, Fans bleiben«, heißt es in der Szene.











