Bis zum 30.8. 2026 zeigt das Fotografie Forum Frankfurt die Ausstellung „GEN Z – Shaping a New Gaze“, die Werke von über 40 Fotograf*innen und deren Anliegen aus aller Welt zusammenbringt. Sie gehören mehrheitlich der Generation Z an – allgemein definiert als diejenigen, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind. Mithilfe unterschiedlicher Bildsprachen erforschen diese jungen Künstler*innen Aspekte der Zugehörigkeit: Den Wandel von Heimat und Familienstrukturen, die Wahrnehmung und Darstellung von Körper und Gender sowie die Koexistenz verschiedener Identitäten. Im Herzen der Ausstellung steht die Idee der Intersektionalität: das Zusammenspiel verschiedener, sich überlappender Identitäten – etwa Ethnizität, Gender, Sexualität und soziale Herkunft – und ihr Einfluss auf die gelebten Erfahrungen.
Die ausgestellten Arbeiten zeugen von einem dringlichen Bedürfnis nach Repräsentation und dem tiefgreifenden Wunsch, die persönliche Geschichte in einer sich ständig
verändernden Welt zu erzählen. Als Reaktion darauf verstärken die Kuratorinnen die Stimmen dieser Generation, indem sie die Künstler*innen einladen, ihre Arbeiten in eigenen Worten zu verorten. Die Ausstellung ist in vier Bereiche gegliedert. Kartografie der Zugehörigkeit nimmt das Zuhause als vielschichtigen Ort zwischen Identität, Schutz und Konflikt in den Blick.
Die künstlerischen Positionen in Realitäten im Wandel thematisieren Exil, Instabilität und Resilienz in einer Welt, die von politischen, klimatischen und sozialen Umwälzungen geprägt ist. Hinter dem Spiegel stellt den Körper als Raum der Transformation ins Zentrum, um Gendernormen und Stereotype zu hinterfragen. Die Schnittstellen zwischen Ethnizität, Geschichte und Kultur erforschen die Künstler*innen in Die Sichtweise erweitern und nutzen Fotografie als Mittel der Widerstands.
Persönliche Erzählungen verflechten sich zu einer vibrierenden kollektiven Energie – ein reichhaltiges Mosaik aus Erfahrungen, kulturellen Hintergründen und Perspektiven, in dem das Persönliche politisch wird. Die Ausstellung bietet einen einfühlsamen Einblick in die Anliegen einer Generation, welche die Welt gleichermaßen hinterfragt, wie sie ihren Platz darin sucht.
GEN Z: SHAPING A NEW GAZE wird von einem Katalog begleitet, der die Werke aller 66 Künstler*innen versammelt, die im Photo Elysée in Lausanne gezeigt wurden.
Ursprünglich produziert und kuratiert im Photo Elysée von Nathalie Herschdorfer, Hannah Pröbsting und Julie Dayer, wurde die Gruppenausstellung für das Fotografie Forum Frankfurt von Celina Lunsford und Andrea Horvay angepasst. Durch solche Kooperationen setzen Photo Elysée und das Fotografie Forum Frankfurt ihr Engagement für
aufstrebende Fotograf*innen fort.
Für viele beginnt das Gefühl der Zugehörigkeit zu Hause. Ob als Familie, als physischer Ort oder als selbstgewählte Gemeinschaft verstanden – unsere Vorstellung von ›Zuhause‹ wird geprägt durch unsere Erfahrungen und durch die Menschen, mit denen wir es aufbauen. Dieses Fundament bietet oft Grund zum Stolz und vermittelt Geborgenheit, kann aber auch Schmerz mit sich bringen:
Die Räume und Strukturen, die uns eigentlich Halt geben sollten, können auseinanderbrechen und zu Orten der Verwundbarkeit, Angst und Ausgrenzung werden. So wie diese Verbindungen sich im Laufe der Zeit verschieben oder zerfallen, so kann sich auch unser Verständnis davon, was ›Zuhause‹ bedeutet, verändern.
Die Arbeiten in diesem Ausstellungsbereich erkunden die sich wandelnden Auffassungen von Heimat und Zugehörigkeit. Anhand von Archiven, Kindheitserinnerungen, generationenübergreifenden Traumata und neuen Formen des Zusammenlebens untersuchen die Künstler*innen, wie persönliche und kollektive Identitäten konstruiert, hinterfragt und neu erdacht werden. Gemeinsam laden sie uns dazu ein, darüber nachzudenken, was es bedeutet, dazuzugehören.
Fotografie Forum Frankfurt, Braubach Straße 30-32, Frankfurt am Main










