Die Verbraucherstimmung in Deutschland verschlechtert sich weiter und erreicht einen neuen Tiefpunkt. Das aktuelle Konsumklima des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM) in Kooperation mit GfK fällt für Mai 2026 auf -33,3 Punkte und liegt damit deutlich unter dem Vormonat. Maßgeblich dafür sind sinkende Einkommenserwartungen, eine zurückgehende Anschaffungsneigung und anhaltend hohe Sparimpulse.

NIM-Konsumklima-Team: R. Buerkl, Dr. A. Bauer, Prof. C. Ungemach
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Vor allem der starke Rückgang der Einkommenserwartungen prägt die Entwicklung. Der entsprechende Indikator verliert im April 18,1 Punkte und sinkt auf -24,4 Zähler. Hintergrund sind steigende Inflationserwartungen sowie eine insgesamt schwächere Einschätzung der konjunkturellen Lage. Parallel dazu geht die Bereitschaft zurück, größere Anschaffungen zu tätigen. Die Anschaffungsneigung fällt um 3,5 Punkte auf -14,4 Zähler und erreicht damit den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Die Sparneigung bleibt trotz eines leichten Rückgangs auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

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Rolf Bürkl, Konsumexperte beim NIM, ordnet die Entwicklung ein: „Die Einkommenserwartungen brechen infolge der gestiegenen Inflation regelrecht ein. Und vor diesem Hintergrund erachten die Menschen auch den Zeitpunkt für größere Anschaffungen derzeit als weniger günstig.“

Rolf Bürkl, Konsumexperte beim NIM © NIM
Für Märkte rund um Foto, Video und Audio hat diese Entwicklung unmittelbare Folgen. Produkte dieser Segmente zählen in der Regel zu den langlebigen Gebrauchsgütern und erfordern ein höheres Budget. Eine sinkende Anschaffungsneigung wirkt sich daher direkt auf die Nachfrage aus. Gleichzeitig verschieben sich Kaufentscheidungen häufiger oder werden ganz ausgesetzt, wenn Unsicherheit über die eigene Einkommensentwicklung besteht.
Auch die konjunkturellen Erwartungen verschlechtern sich weiter. Der entsprechende Indikator sinkt um 6,8 Punkte auf -13,7 Zähler. Der anhaltende geopolitische Konflikt im Nahen Osten und steigende Energiepreise belasten die wirtschaftliche Perspektive. Für Hersteller und Handel im Imaging-Bereich bedeutet dies ein Umfeld mit erhöhter Planungsunsicherheit. Investitionen in neue Produktgenerationen oder Sortimentsausweitungen treffen auf eine zurückhaltende Nachfrage.

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Zugleich bleibt der Markt differenziert. Während klassische Konsumsegmente unter Druck geraten, können spezialisierte Produkte oder Lösungen für professionelle Anwender weiterhin stabiler nachgefragt werden. Entscheidend ist, inwiefern Produkte konkrete Anforderungen erfüllen oder einen klaren Mehrwert im beruflichen Kontext bieten.
Das Konsumklima gilt als Frühindikator für die Entwicklung der privaten Konsumausgaben. Die aktuellen Werte deuten darauf hin, dass sich die Zurückhaltung der Verbraucher in den kommenden Monaten fortsetzen könnte. Für Anbieter technischer Produkte im Foto-, Video- und Audiobereich entsteht damit die Herausforderung, ihre Angebote stärker auf konkrete Bedarfe auszurichten und Preissensibilität zu berücksichtigen.
Fazit
Die rückläufige Verbraucherstimmung signalisiert eine gedämpfte Nachfrage nach langlebigen technischen Produkten. Für Imaging-Märkte bedeutet dies ein schwierigeres Umfeld, in dem Kaufentscheidungen verzögert werden und Budgets unter Druck stehen. Wachstumspotenziale liegen vor allem in klar positionierten Produkten mit erkennbarem Nutzen für definierte Zielgruppen.






