Die Video- und Installationskünstlerin Luzia Hürzeler (* 1976) studierte Bildende Kunst an der ‚Ecole Superieure des Beaux Arts‘ in Genf und an der ‚Slade School of Fine Art‘ in London, das sie als Masterof Arts abschloss. 2017 promovierte sie an der Universität Bern im Rahmen des SNCF-Projekts „Wir sind im Winterschlaf“. An der Schnittstelle zur Wissenschaft widmet sich Luzia Hürzeler seitdem Themen, die in einen spannenden Dialog aus Kunst, Natur- und Kulturgeschichte münden. Seit nunmehr 20 Jahren erforscht die Künstlerin die Geschichte von Tieren unter dem Aspekt, welche Rolle diesen – Vögel, Katzen, Wölfe bis zum Gorilla oder gar zum Wal, die beispielsweise von Jägern erschossen und später präpariert wurden – von Menschen zugewiesen wird.
In dem im Hirmer Verlag, München, erschienenen Buch „Was sich als Natur zeigt“ beschäftigt sich Hürzeler mit der Repräsentation von Tieren und hinterfragt kritisch, wie Lebewesen in Museen, zoologischen Gärten oder in der Kunst inszeniert werden. Im Zentrum des Bandes steht die Frage, wie „Naturbilder“ konstruiert werden und welche kulturellen Vorstellungen damit verbunden sind: In welche Umgebung wird ein Gorilla im musealen Diorama gesetzt und wie kam er da hin? Dies wird anhand eines dreidimensionalen Bildes eines Gorillas untersucht, das 1927 von einem Großwildjäger im damaligen Belgisch-Kongo erschossen, für ein Diorama im Naturhistorischen Museum Bern präpariert wurde und zu dem Hürzeler die Spuren akribisch verfolgte.
Ebenso widmete sich die Künstlerin der Installation „Die Ordnung der Vögel“ im Naturmuseum Solothurn. Wieso kategorisieren wir Vögel und was lesen wir daraus? Ein historisches und aktuell nachinszeniertes Treffen mit ihrer Schwester ist unter dem Titel „30 Jahre (April 1984 und 2014)“ in einer Installation mit Diaprojektoren in dem Buch wiedergegeben. Sich selbst oder ein Abbild ihrer selbst mit einem oder mehreren Tieren ist eine weitere Idee, die Luzia Hürzeler mehrfach aufgegriffen hat, so in dem Beitrag „Wie schläft man unter Wölfen“ sowie – in einem Bild zu sehen – wie schläft eine Katze.
Unter dem Titel „Am selben Ort“, kombiniert Hürzeler Videostills von 1954 mit einer Szenerie, in denen die Besitzerin von Pferden diese zusammen mit der Künstlerin in genau die andere Richtung führt. Der Band endet mit einer Zusammenfassung aller in der Ausstellung gezeigter Werke, die u.a. von Sammy Baloji, Candida Höfer, Jürg Kreienbühl, Meret Oppenheim und Hanes Rickli stammen.
An der Schnittstelle zur Wissenschaft widmen sich Luzia Hürzelers Werke Themen, die in einen spannenden Dialog aus Kunst, Natur- und Kulturgeschichte münden: Welche Bedeutung wird Tieren dabei zugeschrieben? Durch das Objektiv ihrer Kamera eröffnet die Künstlerin in dem Buch neue Perspektiven in Bezug auf die Beziehungen zwischen Mensch, Tier und Natur.
Der Band endet mit einer Zusammenfassung aller in der Ausstellung gezeigter Werke, die u.a. von Sammy Baloji, Candida Höfer, Jürg Kreienbühl, Meret Oppenheim und Hanes Rickli stammen.
An der Schnittstelle zur Wissenschaft widmen sich Luzia Hürzelers Werke Themen, die in einen spannenden Dialog aus Kunst, Natur- und Kulturgeschichte münden: Welche Bedeutung wird Tieren dabei zugeschrieben? Durch das Objektiv ihrer Kamera eröffnet die Künstlerin in dem Buch neue Perspektiven in Bezug auf die Beziehungen zwischen Mensch, Tier und Natur.
H.-G. v. Zydowitz
Luzia Hürzeler
Was sich als Natur zeigt
134 Seiten mit 80 Abbildungen
Format: 30×23 cm
Sprache: Deutsch, Englisch
München, Hirmer Verlag
ISBN: 978-3-7774-4849-7;
Preis 40 Euro










