40 Jahre Arhitekturfotografie: Die bildliche Darstellung von Gebäuden in ihrer Umgebung, als Ganzes und im Detail, hat der Fotograf Hans Georg Esch seit nunmehr 40 Jahren geprägt. Denn er findet durch Lichtführung und Komposition immer wieder neue Perspektiven, getreu seinem Motto: „Die gebaute Welt ist mein Motivsteinbruch. Ich fotografiere die Zeugnisse unserer Kultur. Meine Bilder zeigen die von Architekt*innen erbaute Welt, wie sie sich mir zeigt.“
Das weiß auch Petra Hesse, die Direktorin des Museum für Angewandte Kunst (MAK) in Köln. In ihrem Vorwort zu der dort unter dem Titel „epochal – global“ gezeigten Ausstellung mit Bildern von HG Esch im Verlag Walther König, Köln, erschienenen Buch „Der architektonische Blick“ stellt sie fest, dass Esch die seltene Gabe besitzt, mit seinen Fotografien Ordnung in das urbane Chaos zu bringen und durch präzise Symmetrie sowie ein tiefes Verständnis von Licht gleichzeitig eine monumentale Ruhe auszustrahlen. Denn Eschs bildgewaltige Kompositionen von antiken Städten und historisch bedeutenden Bauwerken in Europa ebenso wie heute mögliche Architekturvisionen im Nahen Osten und die rasant wachsenden Megacities in Asien belegen seine Vielseitigkeit als Fotograf. Oder er fand 2023 in Pompeji eine Höhle, die er einer ähnlichen schon 1995 in Köln fotografierten gegenüberstellt.
In der Architekturfotografie sind Drohnen heute Standard. Sie erlauben Aufsichten aus der Vogelperspektive, für die früher Helikopter erforderlich waren. Ein Beispiel ist die mit ihrer Hilfe in China 2019 entstandene Aufnahme von mitten in Beijing aufragenden schwarzen Türmen – in China natürlich nur mit Genehmigung und unter Aufsicht möglich. Ebenso hat Esch Häuserfronten in Hong Kong mit solchen in New York, München, Chicago, Seoul, Singapore und Tokyo verbunden, sie alle
streng und im Ausschnitt fotografiert. „Keine vertikal einsehbare Stelle ist durch die heutige Drohnenfotografie sicher davor, als Bild entdeckt zu werden.“ Der Fotograf zeigt damit auch, dass die großen Mietshäuser in aller Welt irgendwie ähnlich sind.
Der Kunsthistoriker Raimund Stecker bezeichnet Eschs Fotografien in seinem Text denn auch als „Symphonie einer abstrakten Architekturfotografie“ und beweist, dass der Fotograf bei seinen Darstellungen von Gebäuden durch Lichtführung und Komposition immer wieder besondere Perspektiven entdeckt.
Eine Werkliste der Fotografien mit Angaben zu Ort und Jahr der Aufnahme sowie dem jeweiligen Architekten des Gebäudes beendet den Katalogband. Dieser belegt, dass HG Esch mit seiner Darstellung von Gebäuden als Ganzes oder im Detail die Architekturfotografie seit nunmehr 40 Jahren durch gekonnte Lichtführung und Komposition prägt.
H.-G. v. Zydowitz
Hans Georg Esch (DGPh)
Der architektonische Blick III – epochal – global
128 Seiten
Format: 27×25 cm
Sprache: Deutsch, Englisch
Köln, Verlag Walther König
ISBN: 978-3-7533-1103-6;
Preis 39,80 Euro










