Kennen Sie das auch – die Eröffnung von Veranstaltungen mit gähnend langweiligen Reden und endlosen Danksagungen? Es geht auch anders: So erlebt bei der Eröffnung des Festivals La Gacilly-Baden Photo im dortigen Stadttheater. Aber es war eigentlich nicht anders zu erwarten, denn das Team um die Direktoren Silvia und Lois Lammerhuber macht aus einem solchen Ereignis in gewohnter Manie immer eine Show, die Jeden mitreisst und begeistert. So war es auch in diesem Jahr – nein falsch – es war noch eine nicht zu erwartende Steigerung vergangener Eröffnungen.
Die Einleitung des Abends: Auf der Leinwand erschien das Motto „Fotografie ist zu gut, um nur Kunst zu sein“ des Fotografen und Hochschullehrers Timm Rautert. Auf das diesjährige Thema des Festivals „So British“ stimmte die Neuinterpretation von „God Save the King“, gespielt von Gitarrist Engel Mayr, dem Leadgitarristen von Russkaja ein.
Im Zentrum der Eröffnung stand die begeisternde Rede von Lois Lammerhuber, der engagiert die Fotografie als „Kunst aller Künste“ und als das wichtigste Medium unserer Zeit beschrieb. Welcher Gewinn dieses Festival für das Städtchen Baden vor den Toren Wiens bringt, wußte er auch darzustellen: Den die Besucherinnen und Besucher, die eventuell nur als Tagesgäste kommen nutzen unter anderem die Gastronomie und Infrastruktur und viele wollen dieses großartige Festival auch länger als für ein paar Stunden genießen und buchen ihre Übernachtung in einem der zahlreichen Hotels. Kein Wunder, dass auch die Bürgermeisterin der Stadt Baden Carmen Jeitler-Cincelli ihre Begeisterung und ihren Stolz für das Festival äußerte und Lois Lammerhuber für sein Engagement dankte.

Begrüßungsredner (v.l.n.r.):Lois Lammerhuber, Silvia Lammerhuber, Carmen Jeitler-Cincelli, Bürgermeisterin Baden, Lindsay Skoll, Botschafterin UK, Matthieu Peyraud, Botschafter Frankreich, Anton Kasser, Landesrat Niederösterreich.
© Heiner Henninges
Als Ehrengäste und Redner waren unter anderem bei der Eröffnung die Botschafterin des Vereinigten Königreiches Lindsay Samantha Skoll, die über die Bedeutung der britischen Fotografen berichtete, die das Medium wesentlich geprägt haben oder Helmut Habersack, World Water Chair of UNESCO, der fachkundig über Wasserprogramme referierte, vor Mikroplastik im Wasser warnte und Flüsse aus dem Orbit aufgenommen, zeigte. Wasser ist eine Lebensgrundlage – zu diesem Thema waren auch Günter Köck auf der Bühne, der arktische Ökosysteme erforscht und Christin Gerstorfer, die einem in die faszinierende Welt des Apnoetauchens abtauchen ließ und Laurent Ballesta Unterwasserwelten dokumentierte während die französische Fotografenlegende Robert Doisneau das idyllische Strandleben fotografierte.

Helmut Habersack World Water Chair of UNESCO: Wasser eine rare Resource.
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Ein Videobeitrag von Queen-Gitarrist Brian May, Gitarrist bei Queen, widmete sich der historischen Stereofotografie. Er sprach über die „Diableries“, eine Fantasy-Welt aus den 1850er/60er Jahren, die in stereoskopischen Bildern (3D) auf dem Festival präsentiert wird.

Installation der Stereoskopie-Ausstellung der Sammlung Diableries von Queen Gitarristen Brian May. wo zahlreiche Betrachtungsgeräte den Zuschauern ermöglichen die historischen Bilder in 3-D zu bewundern.
© Heiner Henninges
Der in Baden aufgewachsene Dokumentarfilmer Richard Ladkani bewegte das Publikum mit der Erzählung seiner Freundschaft mit der verstorbenen Verhaltensforscherin Jane Goodall und deren Einsatz für Natur und Mensch: Er berichtete über den 90. Geburtstag von Jane als die Schimpansin Gremlin aus den Bergen herabkam, um sich von Jane zu verabschieden.

Richard Ladkani berichtete berührend über seine letzten Begegnungen mit Dame Jane Goodall.
© Heiner Henninges
Ebenfalls ein Höhepunkt der Auftritt der Fotografenlegende Sir Don McCullin, 91 Jahre alt, der spannend über seinen Weg zur Fotografie und über seine Fotografie berichten konnte.
Zur Musik, die ebenfalls den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis machte und natürlich den Festival-Motto SO BRITISH! gewidmet war . Großflächige Projektionen der Fotografien des Festivals begleitete ein Medley aus den berühmtesten Songs der Beatles und von Queen, arrangiert vom Komponisten Pavel Singer und gespielt vom Orchester der Bühne Baden unter dem Dirigat von Michael Zehetner. Da verlangte das begeisterte Publikum noch nach einer Zugabe und bekam „Hey Jude“ geschenkt.

Mit Songs der Beatles und Queen wurden im Schnelldurchgang einige der wichtigsten Bilder aller ausstellenden Künstler präsentiert.
© Heiner Henninges

Fotografie trifft Beatles und Queen.
© Heiner Henninges

Bei der Präsentation der Fotografien des Festivals der Schulen in Morbihan, Frankreich und Niederösterreich am Schluss der Eröffnungsfeier, hielt es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen: Mit Standing Ovations und lauthalsem Mitsingen des Schlussongs „We are the Champions“ bedankte es sich für die großartige Eröffnungsfeier.
© Heiner Henninges
Welchen beeindruckenden faszinierenden Bilderreigen das Festival in diesen Jahr in einer Open-Air-Galerie von sieben Kilometern Länge, in der Gartenkunst und Fotokunst verschmelzen, zu bieten haben, werden wir Ihnen in weiteren Beiträgen vorstellen. Das Festival La Gacilly-Baden Photo läuft noch mit zahlreichen Programmpunkten und weiteren Präsentationen, Führungen und vielen Events mehr bis zum 12. Oktober 2026. Empfehlenswert ist auch der zum Festival im Verlag Lammerhuber erschienene, umfangreiche Katalog „So British“.
Brigitte Henninges DGPh







