Als Kriegsreporterin Lee Miller glänzt die Schauspielerin Kate Winslet in dem Film „Die Fotografin“ der am 3. August 2026 um 20.15 Uhr in der ARD läuft und das spannende Leben mit vielen unterschiedlichen Facetten und interessanten Begegnungen mit wichtigen Persönlichkeiten zeigt.
Es ist ein ikonisches Foto: Eine nackte Frau in einer gekachelten Badewanne, vor ihr stehen ausgetretene, dreckige Stiefel auf dem Boden, links im Hintergrund ein Porträt von Adolf Hitler. Es ist tatsächlich die Badewanne Hitlers in der Prinzregentenstraße 16 in München, die Frau ist die Kriegsfotografin Lee Miller, eine der wichtigsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts.
Lee Miller, gespielt von Kate Winslet ist ehemaliges „Vogue“-Model, Muse des Fotografen Man Ray, Kriegsfotografin für die „Vogue“. Genau davon, von ihrer Zeit als Frau mit der Kamera an der Front, erzählt der Film, der von seiner Hauptdarstellerin auch produziert wurde. Die Zuschauenden lernen sie in Rückblicken kennen, im Urlaub mit Freunden in Südfrankreich 1938. Dort lernt sie ihren späteren Mann kennen, den Kunsthändler Roland Penrose, und folgt ihm nach London.
Dort heuert sie bei der britischen „Vogue“ als Fotografin an, mitten im Zweiten Weltkrieg, reist – weil es unter britischer Flagge als Frau nicht erlaubt ist – mit amerikanischem Auftrag als Reporterin an die Front und fotografiert. Gemeinsam mit ihrem Kollegen David Scherman ist sie bei der Befreiung von Paris dabei, schleicht sich in Hitlers verlassene Wohnung, ist als eine der ersten Alliierten in den Konzentrationslagern Buchenwald und Dachau und dokumentiert die Gräueltaten der Nazis.
„Die Fotografin“ ist keine klassische Heldenreise, nicht die Dramatik des Lebens von Lee Miller steht im Vordergrund, sondern ihr Inneres. Kate Winslet hat über acht Jahre gemeinsam mit Lee Millers Sohn recherchiert, ihr persönliches Archivmaterial gesichtet, um sie besser greifen zu können.
Dabei, so sagt sie im Interview, geht es ihr – und Regisseurin Ellen Kuras – vor allem um den weiblichen Blick: „Es ist die Perspektive, die wir sonst eher selten erzählt bekommen. Allein weil wir uns Frauen in diesem Beruf überhaupt nicht vorstellen können. Aber es gibt sie. Das hat mich so gereizt. Die Geschichte einer Frau zu erzählen, die immer als Ex-„Vogue“-Model beschrieben wurde, als ehemalige Muse des Fotographen Man Ray. Aber das war nur ein kleiner Ausschnitt ihres Lebens. Sie war so viel mehr.“
Winslet spielt sie mit einer unglaublichen Präsenz, mal getrieben, selbstbewusst und souverän, mal verletzlich und scheu, mit allen Höhen und Tiefen des Lebens – und immer ehrlich. Eigenschaften, die sich auch in ihren Fotos widerspiegeln. „Die Fotografin“ ist ein Film über eine Frau, die endlich die Ehre und Aufmerksamkeit bekommt, die sie schon zu Lebzeiten verdient hätte.










