Der Film „Die Fotografin und der Krieg“ berichtet in der ARD von der 2014 in Afghanistan ermordeten Fotografin Anja Niedringhaus, deren hervorragenden Bilder ein Vierteljahrhundert lang die Titelseiten vieler prägten. Es war das Leben einer Frau, die gegen viele Widerstände ankämpfen musste. Die intensive Spurensuche wirft ein völlig neues Licht auf die Umstände ihres Todes und belegt die Mitschuld des Westens. „Anja Niedringhaus – Die Fotografin und der Krieg“ ist ab 5. Januar 2026 für 100 Tage in der ARD Mediathek zu sehen.

ARD/SWR DIE FOTOGRAFIN UND DER KRIEG, am Montag (12.01.26) um 23:05 Uhr im ERSTEN.
Falludscha, Irak, 2004: Ein junger US-Marine stößt mit seiner Einheit in den westlichen Teil der Stadt vor.
Die Aufnahme ist Teil der Serie, für die Anja Niedringhaus 2005 mit dem Pulitzer-Preis für Aktuelle Fotoberichterstattung ausgezeichnet wurde.
© SWR/Anja Niedringhaus/pa
Die Ermordung der Pulitzer Preisträgerin (2005) sorgte weltweit für Entsetzen: Als Fotografin der European Pressphoto Agency (EPA) und später der Associated Press (AP) hatte Anja Niedringhaus Maßstäbe in einem bis heute von Männern dominierten Berufsfeld gesetzt. Sie sah sich jedoch nicht als „Kriegsfotografin“, sondern legte den Fokus auf das Auffinden von Momenten der Humanität inmitten des Grauens. Für ihre Arbeit erhielt sie 2005 den Pulitzerpreis.

ARD/SWR DIE FOTOGRAFIN UND DER KRIEG, am Montag (12.01.26) um 23:05 Uhr im ERSTEN.
Sarajevo, Bosnien, 1994: Französische und ukrainische UN-Soldaten flüchten, als serbische Scharfschützen das Feuer auf sie in der Innenstadt Sarajevos eröffnen.
© SWR/Anja Niedringhaus/pa
Was geschah im Innenhof der Polizeistation?
Im April 2014 begleitete Niedringhaus gemeinsam mit ihrer kanadischen Kollegin Kathy Gannon einen Militärkonvoi, der Wahlurnen in einen entlegenen Teil Afghanistans transportierte. Im Innenhof einer Polizeistation wurde Niedringhaus getötet, Gannon schwer verletzt. Kathy Gannons Frage, was damals wirklich geschah, zieht sich als roter Faden durch den Film.
Jahrelange Recherchen
Niedringhaus‘ Ermordung wurde von den Ermittlern in Ost und West als Spontantat eines islamistischen Einzeltäters rasch ad acta gelegt. Der Dokumentarfilm widerlegt diese Sichtweise und benennt die politischen und personellen Hintergründe. Der Film basiert auf mehrjährigen Recherchen und Dreharbeiten in Afghanistan, Pakistan, Deutschland, Frankreich und den USA sowie exklusiven Einblicken in Ermittlungs- und Gerichtsakten. Die Untersuchungen decken zahlreiche Widersprüche zur offiziellen Darstellung auf und zeigen: Der Mord an Anja Niedringhaus wurde durch das Wegschauen afghanischer Behörden und ihrer westlichen Partner erst möglich – und hätte verhindert werden können.

ARD/SWR DIE FOTOGRAFIN UND DER KRIEG, am Montag (12.01.26) um 23:05 Uhr im ERSTEN.
Kandahar, Afghanistan, 2013: Ein Vater bezahlt Eintritt für einen Vergnügungspark.
© SWR/Anja Niedringhaus/pa

ARD/SWR DIE FOTOGRAFIN UND DER KRIEG, am Montag (12.01.26) um 23:05 Uhr im ERSTEN.
Falludscha, Irak, 2005: Ein irakisches Mädchen hält sich die Ohren zu, als ein Marine der Ersten Division im Zentrum der schwer bewachten Stadt Falludscha patrouilliert.
© SWR/Anja Niedringhaus/pa
Ihre Spuren bleiben bis heute
Enge Wegbegleiterinnen geben persönliche Einblicke: Anja Niedringhaus‘ Mutter Heide Ute, die jüngere Schwester Gide sowie ihre Freundinnen Jutta Steinhoff (stellvertretende Chefredakteurin der dpa) und Ulrike Demmer (damals Korrespondentin des SPIEGEL). Langjährige Kollegen und Freunde erzählen von ihrer Einzigartigkeit in der Agenturfotografie, in der sie durch ihren besonderen Blick und ihre tiefe Menschlichkeit bleibende Spuren hinterließ.

SÜDWESTRUNDFUNK
Headshots (AT)
Die deutsche Kriegsfotografin Anja Niedrighaus (M.) in Kandahar. Zu Lebzeiten Aushängeschild der größten Nachrichtenagentur AP und Pulitzer-Preisträgerin, wird sie mit 49 Jahren Opfer eines Attentats in Afghanistan.
© SWR/Anja Niedringhaus, Nachlass
„Anja Niedringhaus – Die Fotografin und der Krieg“ ist eine Produktion der Bildersturm Filmproduktion in Koproduktion mit SWR, Deutsche Welle, HR, in Zusammenarbeit mit ARTE. Der Film wird am 12.01.2026 um 23:05 Uhr im Ersten ausgestrahlt und steht anschließend für 100 Tage in der ARD Mediathek zur Verfügung.
Die SWR Koproduktion beleuchtet ihr Leben und die ungeklärten Hintergründe ihres Todes / am 12. Januar 2026 im Ersten und in der ARD Mediathek.







