Mit interessanten Ausstellungen wartet die Triennale der Photographie vom 5. Juni bis 22. September 2026 auf. Die Leitidee der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 ist „Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other“ – eine Einladung, das kreative und gesellschaftliche Potenzial von Verbundenheit, Unendlichkeit und Liebe zu erkunden und Verantwortung gegenüber dem Anderen zu reflektieren. Im Fokus stehen vielfältige fotografische Positionen, die herrschende Narrative hinterfragen, übersehene Perspektiven sichtbar machen und neue Verbindungen über soziale und kulturelle Grenzen hinweg eröffnen.
Vom 4. bis 6. Juni 2026 werden in einem dreitägigen Opening Parcours alle elf Ausstellungen der acht teilnehmenden Museen und Ausstellungshäuser der Stadt eröffnet. Gleichzeitig eröffnen in den Opening Days die von uns im Rahmen der Triennale Expanded geförderten Projekte und rücken die freie Hamburger Foto- und Kunstszene ins Licht.
Gemeinsam mit Performances, Artist Talks, Führungen, Screenings und vielen weiteren Möglichkeiten für Inspiration und Begegnungen bilden die ersten zehn Festivaltage eine interdisziplinäre Auftaktphase, die künstlerische Praxis mit gesellschaftlichen Fragen und theoretischer Reflexion verbindet.
Die Sammlung F. C. Gundlach in den Deichtorhallen zeigt „Cocktail, Prolongé F. C. Gundlach Special“. Die vielfältigen Inszenierungsmöglichkeiten von Körperlichkeit stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, wobei der Körper als Medium zur Vermittlung unterschiedlicher Rollen, Projektionen, Wünsche und Fantasien begriffen wird.
In der Halle für aktuelle Kunst in den Deichtorhallen kreist die Ausstellung „“Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other“ um Verbundenheit, Unendlichkeit, Liebe – im Angesicht der*des Anderen ist als kuratorischer Akt der Weitherzigkeit konzipiert, der uns auffordert, uns über die Parameter unserer eigenen Angepasstheit hinaus zu bewegen – hin zu Akzeptanz und Toleranz des Unbekannten oder Unentschlüsselbaren im Leben.

Abdulhamid Kircher, Untitled, 2016
Courtesy of the artist und carlier | gebauer,
Berlin/Madrid © Abdulhamid Kircher
Das PHOXXI, das temporäre HAUS DER PHOTOGRAPHIE, widmet sich mit Abdulhamid Kircher und Akosua Viktoria Adu-Sanyah fotografischen Künstler*innen, die raumgreifend mit analoger Fotografie arbeiten, ihre sensiblen Oberflächen erforschen und ihre emotionalen Frequenzen aktivieren. In Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte wird die Dunkelkammer zu mehr als nur einem Ort fotografischer Produktion: Sie bietet Raum für Reflexion, in dem Erfahrungen, Beziehungen und Erinnerungen verarbeitet, umgeformt und (an)greifbar werden, während sie noch latent sichtbar sind.

Abdulhamid Kircher, Untitled, 2023 © Abdulhamid Kircher. Courtesy of the artist and carlier | gebauer, Berlin/Madrid
„Inner Mornings or Forms of Counterculture“ zeigt die Sammlung Falckenberg in den Deichtorhallen. Im Zusammenspiel dreier bedeutender Sammlungen – der Sammlung Falckenberg und den Sammlungen des FRAC Pays de la Loire und des Musée d’arts de Nantes – wird sichtbar, wie Künstler*innen widerständige ästhetische Strategien entwickeln, alternative Räume erschließen und die Grenze zwischen der Mitte und den Rändern der Gesellschaft auflösen
Das Bucerius Kunst Forum bietet „F. C. Gundlach. You’ll never watch alone“. https://www.dasfotoportal.de/bucerius-kunst-forum-f-c-gundlach-youll-never-watch-alone
In der Hamburger Kunsthalle präsentiert die Ausstellung „Aber ich die Welt ich sehe dich“ Fotografien, Skulpturen, 16mm Filme und Videos, darunter Henry Fox Talbots The Haystack (1844) mit einer angelehnten Leiter. Gezeigt werden Werke von mehr als 40 internationalen Künstler*innen verschiedener Generationen.
Das Kunsthaus Hamburg zeigt „Melike Kara – Whispers“. In dieser Einzelausstellung setzt sich Melike Kara mit Fragen von Identität, Erinnerung und Transformation auseinander. Ausgangspunkt ist die intensive Beschäftigung mit ihrem kurdischen Erbe, das sie in den vergangenen Jahren erforscht, archiviert und künstlerisch verarbeitet hat.
Im Kunstverein in Hamburg wird „Nina Porters – Sample Question“ vorgestellt. In Porters jüngsten Arbeiten wird die Dynamik zwischen Kamera, Motiv und Bild umgekehrt oder gänzlich neu konstituiert. Die Betonung verlagert sich auf ein Netzwerk und existiert in den Räumen zwischen Skulpturen, die als „Kameras“ bezeichnet, und Bildern, die als „fotografisch“ erkannt werden können.

Karneval in Laredo. Domitila mit bemaltem Gesicht. Nordperu, Laredo, 1896.
Fotograf: Hans Heinrich Brüning © MARKK
Markk Museum am Rothenbaum. Kulturen und Künste der Welt hat die Ausstellung „Bilderechos aus Peru“ zu bieten. Die kollaborative Ausstellung – in Zusammenarbeit mit Dr. Gisela Cánepa-Koch (PUCP, Perú) und Dr. Walther Maradiegue (Universität Bonn) – zeigt, wie die einzigartigen historischen Fotografien und Musikaufnahmen des deutschen Amateurforschers Hans Heinrich Brüning bis heute in Peru und darüber hinaus widerhallen und wie sie durch lokale Gemeinschaften in Nordperu und zeitgenössische Künstlerinnen auf vielfältige Weise neu interpretiert werden.
Das Museum der Arbeit zeigt „Franki Raffles: Photography, Activism, Campaign Works“ . Franki Raffles (1955–1994) war eine feministische, aktivistische und sozialdokumentarische Fotografin, die in ihrer Arbeit die Lebensrealitäten von Frauen in den Vordergrund stellte. Ihre fotografischen Serien – häufig begleitet von Zitaten und Interviews – stellen die Arbeitsbedingungen und den Arbeitsalltag von Frauen in Schottland, der Sowjetunion (Russland, Georgien und Ukraine), China, Simbabwe, der Karibik, Israel und Palästina in den Vordergrund.
Museum für Kunst und Gewerbe ist an der Triennale mit der Ausstellung „Sara Sallam – Fürsorge: Fotografie neu ordnen“. Wie können wir heute auf die gewaltsamen Praktiken der Kolonialzeit blicken? Wie lassen sich Wunden sichtbar machen – und wie lässt sich ein Prozess der Heilung anstoßen? Die junge ägyptische Künstlerin Sara Sallam widmet widmet sich diesen Fragen in neuen, eigens für das MK&G entwickelten Arbeiten. In dieser Ausstellung setzt sie sich in drei Kapiteln – „Geschützte Körper“, „Personifizierte Statuen“ und „Enthüllte Extraktion“ – mit der archäologischen und fotografischen Sammlung des MK&G sowie deren kolonialem Erbe auseinander.












