Vom 12. Juni bis 11.Oktober 3026 findet das Festival La Gacilly-Baden Photo statt das in einer 7 Kilometer langen Open-Air Ausstellung die Bilder der besten Fotografinnen und Fotografen der Welt vorstellt. Einer der großartigen Bildautoren, die in diesem Jahr gezeigt werden, ist Don McCullin.
Don McCullin, Vereinigtes Königreich – geboren 1935: Don McCullin hat eine komplexe Beziehung zum Krieg. Einmal sagte er sogar, dass er Konflikten nachjage wie ein Alkoholiker dem Bier. Von Zypern über Vietnam, Kuba und Kambodscha bis nach Irland spielte er eine Vorreiterrolle im Fotojournalismus. Das verschaffte ihm neben Fotografen wie Robert Capa, Philip Jones Griffith und Larry Burrows größte Anerkennung. McCullins Fotos ermöglichten es der Öffentlichkeit, über Ereignisse in weit entfernten Ländern auf dem Laufenden zu bleiben. Sie werfen Fragen auf, rütteln die öffentliche Meinung auf und wecken das Gewissen.
Don McCullin wurde 1935 im Arbeiterviertel Finsbury Park in London geboren und begann seine Karriere eher zufällig, als 1959 eines seiner Fotos der Guvnors-Gang nach der Ermordung eines Polizisten in The Observer veröffentlicht wurde. Gewalt steht zwar häufig im Mittelpunkt seiner Arbeit, ist jedoch nicht deren einziger Aspekt. Neben seiner Tätigkeit als Reporter interessierte sich Don McCullin für jene, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Er fotografierte Obdachlose, Migranten und Arbeiter. Die Stadt, in der er geboren wurde und aufgewachsen ist, prägte sein soziales Bewusstsein. Als Zeitzeuge von großer städtischer Armut konnte er früh den Zerfall des sozialen Gefüges seines Landes aufzeigen. Mit seinen Reportagen trat er vehement für die der Industrialisierung Zurückgelassenen und die Ausgestoßenen der Globalisierung ein.
2017 wurde er für sein Lebenswerk von der Queen zum Ritter geschlagen – als einer der wenigen Fotografen, denen diese Ehre zuteil wurde. Heute lebt er in Somerset und widmet sich der Landschaftsfotografie. Doch McCullin bleibt sich auch im Frieden treu:
In den wolkenverhangenen Himmeln der englischen Landschaft oder den zerfurchten Ruinen von Palmyra in Syrien sieht Don McCullin weiterhin die Narben der Geschichte und der Gewalt. Selbst seine Fotos von friedlichen Orten wirken „explosiv“, ein ewiges Echo der Kriegsschauplätze, die seinen Blick unwiderruflich geprägt haben.









