Adobe hat im Umfeld des Sundance Film Festivals in Nevada, USA neue KI-gestützte Werkzeuge für die Videoproduktion vorgestellt und zugleich zusätzliche Fördermittel für kreative Talente angekündigt. Ziel ist es, Postproduktionsprozesse effizienter zu gestalten und Filmschaffende stärker bei Ideenfindung, Umsetzung und Karriereentwicklung zu unterstützen. Nach Angaben des Sundance Institute wurden 85 Prozent der dort gezeigten Filme mit Anwendungen aus der Adobe Creative Cloud realisiert.

ndance Filmfestival in Nevada, USA © Adobe
Im Mittelpunkt der Produktneuheiten stehen Erweiterungen für Adobe Premiere Pro, After Effects sowie die stärkere Verzahnung mit der KI-Plattform Firefly Boards. Die neuen Funktionen adressieren insbesondere zeitintensive Arbeitsschritte in Schnitt und Motion Design und sollen kollaborative Workflows erleichtern.
KI-gestützte Workflows in Premiere Pro
Adobe Premiere Pro erhält neue Maskierungs- und Auswahlfunktionen, die auf KI basieren und komplexe Aufgaben wie Rotoscoping deutlich beschleunigen. Mit der Funktion „Objektauswahl und Maske“ lassen sich Motive automatisiert erkennen und verfolgen, was den manuellen Aufwand bei der Bearbeitung bewegter Inhalte reduziert. Ergänzend dazu wurden die bekannten Formmasken überarbeitet und bieten nun mehr Kontrolle bei Effekten wie Gesichtsunschärfen oder selektiver Neubeleuchtung.

Objektmasken in Premiere Pro KI- gestützt erstellen.
Neu ist außerdem die direkte Integration von Firefly Boards. Die KI-basierte Kollaborationsumgebung ermöglicht es Teams, visuelle Konzepte zu entwickeln, zu verfeinern und direkt in Premiere weiterzuverarbeiten. Dabei können unterschiedliche KI-Modelle von Adobe selbst sowie von Partnern wie Google, OpenAI oder Runway genutzt werden. Ein weiteres Update betrifft das Stock-Panel: Über 52 Millionen Clips aus Adobe Stock lassen sich nun direkt in Premiere durchsuchen, lizenzieren und importieren, ohne den Arbeitsbereich zu verlassen.
After Effects mit Fokus auf 3D, Typografie und Vektorworkflows
Auch After Effects wird deutlich erweitert. Neue native parametrische 3D-Meshes erlauben das Erstellen und Kombinieren dreidimensionaler Formen direkt in der Anwendung. Ergänzt wird dies durch neue Schattenoptionen, die sowohl stilisierte als auch realistischere Looks unterstützen. Zudem erhalten Anwender Zugriff auf mehr als 1.300 kostenlose Substance-3D-Materialien, die sich auf native und importierte Meshes anwenden und animieren lassen.

After Effects: Parametric Meshes
Im Bereich Typografie erweitert Adobe das Textanimator-System um variable Schriftanimationen mit vollständiger Unterstützung für Keyframes und Expressionen. Für den Austausch mit Illustrator wurde der Vektor-Workflow verbessert: SVG-Dateien lassen sich nun als native Formebenen importieren, inklusive editierbarer Farbverläufe und Transparenzen.

Farbverläufe lassen sich jetzt mit Adobe Firefly noch einfacher und präziser steuern.
Firefly Video und Partnerschaften
Die neuen Integrationen bauen auf den bestehenden Video-KI-Funktionen von Adobe Firefly auf. Dazu zählen promptbasierte Bearbeitungen, feinere Steuerungen von Kamerabewegungen sowie eine öffentliche Beta-Version des Firefly-Videoeditors, der browserbasiert arbeitet. Adobe hat zudem eine mehrjährige Partnerschaft mit Runway angekündigt, um KI-Videomodelle der nächsten Generation in Adobe-Workflows einzubinden.
Deepa Subramaniam, Vice President of Product Marketing für Creative Professionals bei Adobe, betont den Stellenwert der Community: „Wir freuen uns sehr, dass so viele Filmschaffende ihre Geschichten mit den Tools von Adobe umsetzen. Die Kreativ-Community inspiriert uns, KI-Videowerkzeuge kontinuierlich weiterzuentwickeln und gezielt in die nächste Generation von Storytellenden zu investieren.“
Förderung von Filmschaffenden und Nachwuchsprogrammen
Parallel zu den Produktankündigungen stockt Adobe den Film & TV Fund deutlich auf. Für das Jahr 2026 stellt das Unternehmen fast 10 Millionen US-Dollar für Förderungen, Projektzuwendungen und Produktspenden bereit. Zusammen mit früheren Zusagen beläuft sich das Gesamtvolumen des Fonds innerhalb von drei Jahren auf rund 20 Millionen US-Dollar. Unterstützt werden unter anderem Teilnehmende der Programme Gold House, Rideback RISE und Sundance Ignite.

Der Adobe Film & TV Fund unterstützt Kreative direkt mit fast 10 Millionen US-Dollar an Beiträgen und Produktspenden. © Adobe
Neu ist zudem der „Ignite Day“, der in Zusammenarbeit mit dem Sundance Institute entwickelt wurde. Das Angebot richtet sich an Kreative im Alter von 18 bis 25 Jahren und kombiniert praxisnahes Lernen, Mentoring und Networking.
Verfügbarkeit
Die neuen Funktionen für Adobe Premiere Pro, After Effects und Firefly Boards werden laut Adobe ab dieser Woche ausgerollt und stehen schrittweise für Anwenderinnen und Anwender der Creative Cloud zur Verfügung.
Fazit
Mit den aktuellen Updates setzt Adobe konsequent auf KI-gestützte Unterstützung in der Videoproduktion und im Motion Design. Der Fokus liegt weniger auf Automatisierung um ihrer selbst willen, sondern auf der Entlastung bei zeitintensiven Arbeitsschritten und auf einer engeren Verzahnung von Ideenfindung, Gestaltung und Umsetzung. In Kombination mit den erweiterten Förderprogrammen positioniert sich Adobe damit sowohl als Technologieanbieter als auch als langfristiger Partner für Filmschaffende und kreative Talente.
Preise
Adobe Premiere Pro und After Effects sind Teil der Creative Cloud und im Abonnement erhältlich. Eine einzelne Anwendung kostet derzeit rund 24 Euro pro Monat, das Komplettabo für alle Creative-Cloud-Applikationen liegt bei etwa 60 Euro monatlich. Firefly-Funktionen sind je nach Abo und Nutzungsumfang teilweise enthalten oder an zusätzliche Nutzungskontingente gebunden.







