Bereits im Oktober hatte Ricoh die Modellvarianten GR IV HDF und Monochrome für das Jahr 2026 angekündigt. Nun soll die GR IV Monochrome innerhalb weniger Wochen tatsächlich lieferbar sein. Mit der GR IV Monochrome erweitert Ricoh Imaging die GR-Serie um ein Modell, das sich konsequent der Schwarzweißfotografie widmet. Grundlage ist die bekannte GR IV, ergänzt um technische und gestalterische Anpassungen, die gezielt auf monochrome Bildgestaltung ausgerichtet sind. Die Kamera positioniert sich als spezialisierte Kompaktlösung für alle, die Schwarzweiß nicht als nachträgliche Konvertierung, sondern als eigenständige fotografische Ausdrucksform verstehen.

Die Ricoh GR IV Monochrome von vern.
Im Zentrum steht ein speziell entwickelter APS-C-CMOS-Monochromsensor mit rund 25,7 Megapixeln. Im Unterschied zu herkömmlichen Farbsensoren verzichtet dieser vollständig auf ein Farbfilterarray. Jedes Pixel erfasst ausschließlich Helligkeitsinformationen, wodurch Interpolationsprozesse entfallen. Das Ergebnis sind eine hohe Detailauflösung, differenzierte Tonwertabstufungen und eine präzise Wiedergabe feiner Strukturen, insbesondere in Verbindung mit dem fest verbauten 18,3-mm-F2,8-Objektiv, das einem Bildwinkel von 28 mm im Kleinbildformat entspricht.

Ricoh GR IV mit dem als Zubehör lieferbaren Aufsteckblitz Externer Blitz: GF-2 mit Leitzahl 3 bei ISO 100.
Ein besonderes Merkmal der GR IV Monochrome ist der integrierte physische Rotfilter. Dieser ist direkt in die Objektiveinheit eingebaut und lässt sich per Funktionstaste aktivieren oder deaktivieren. Der Filter beeinflusst die Tonwertverteilung klassisch, etwa durch eine stärkere Abdunklung von Himmelspartien oder eine Betonung heller Haut- und Rottöne. Damit wird eine Bildwirkung ermöglicht, die sonst nur durch externe Filter oder nachträgliche Bearbeitung erreicht werden kann.

Besonderes Merkmal der GR IV Monochrome: der integrierte physische Rotfilter (rote Markierung).
Ergänzt wird das Konzept durch speziell angepasste Bildsteuerungsoptionen für Schwarzweißaufnahmen. Neben einer neutralen Wiedergabe stehen unter anderem Profile mit härterer Tonwertkurve oder ausgeprägtem Körnungseffekt zur Verfügung. Diese Einstellungen orientieren sich an analogen Vorbildern und lassen sich direkt über die Bedienelemente der Kamera wechseln, ohne Umwege über tiefere Menüstrukturen.
Im Unterschied zur Standard-GR IV verfügt die Monochrome-Variante zusätzlich über einen elektronischen Verschluss. Dieser ermöglicht Belichtungszeiten bis zu 1/16.000 Sekunde und erweitert damit die gestalterischen Möglichkeiten bei hohen Lichtstärken oder sehr hellem Umgebungslicht. Gerade in Kombination mit der hohen Lichtempfindlichkeit des Sensors bis ISO 409.600 ergibt sich ein breiter Spielraum für unterschiedliche Lichtsituationen.

Die Ricoh GR IV Monochrome mit eingefahrenem und ausgefahrenen Objektiv von oben.
Auch äußerlich unterstreicht Ricoh den monochromen Anspruch. Das Gehäuse aus Magnesiumlegierung ist vollständig in mattem Schwarz gehalten, inklusive Auslöser und Bedienelementen. Dezente Oberflächenunterschiede und eine angepasste Beleuchtung des Netzschalters setzen bewusste Akzente, ohne den funktionalen Charakter der Kamera zu verlassen.
Abgesehen von den spezifischen Anpassungen für Schwarzweißfotografie entspricht die Ausstattung weitgehend der GR IV. Dazu zählen unter anderem der 5-Achs-Bildstabilisator mit einer Kompensationsleistung von bis zu sechs Blendenstufen, der interne Speicher von 53 GB, die schnelle Reaktionszeit sowie die Anbindung an die neue GR-WORLD-App für mobile Geräte. Auch vorhandenes Zubehör der GR-Serie kann weiterhin verwendet werden. Die Ricoh GR IV Monochrome soll ab Februar 2026 erhältlich sein.
Fazit
Mit der GR IV Monochrome verfolgt Ricoh Imaging einen klaren und fokussierten Ansatz. Statt möglichst viele Einsatzbereiche abzudecken, richtet sich die Kamera gezielt an Personen, die Schwarzweißfotografie als eigenständiges Medium begreifen. Der spezielle Monochromsensor, der integrierte Rotfilter und die angepassten Bildprofile greifen sinnvoll ineinander und unterscheiden das Modell deutlich von farbbasierten Kompaktkameras mit nachträglicher Umwandlung. Die GR IV Monochrome ist damit weniger eine Variante für den Allround-Einsatz, sondern ein spezialisiertes Werkzeug für eine klar definierte fotografische Arbeitsweise.
Preis: ca. 1800 Euro







