OM Digital Solutions kündigt mit der OM System OM-3 ASTRO eine Variante der spiegellosen OM-3 an, die gezielt für Astrofotografie ausgelegt ist. Grundlage ist das Micro-Four-Thirds-System, ergänzt um eine Anpassung am Infrarot-Sperrfilter vor dem Bildsensor. Ziel ist eine realitätsnähere Wiedergabe roter Nebel, die bei Standardkameras oft nur eingeschränkt gelingt.
Kern der Anpassung ist eine optimierte Transmission für Hα-Wellenlängen. Laut Hersteller erreicht der Filter eine Durchlässigkeit von rund 100 Prozent in diesem Bereich. Damit lassen sich Emissionsnebel, die stark in Hα abstrahlen, deutlich besser erfassen. OM Digital Solutions weist gleichzeitig darauf hin, dass die Kamera dadurch einen ausgeprägten Rotstich erzeugen kann und für andere Motive nicht empfohlen wird.

Spezialkamera für die nächtliche Sternenfotografie: die OM-3 ASTRO.
Als Bildsensor kommt ein hochempfindlicher, rückseitig belichteter, gestapelter Live-MOS-Sensor zum Einsatz. Für die Verarbeitung ist der TruePic X zuständig, der auch in anderen aktuellen OM-System-Modellen verwendet wird. In Kombination mit den Farbprofilsteuerungen sollen Sternfarben sowie schwache Nebelstrukturen auch bei hohen ISO-Werten differenzierter wiedergegeben werden.
Für den schnellen Zugriff sind in den Custom-Modi C1 bis C3 Profile vorbereitet. COLOR1 ist auf Astrofotografie wie die Abbildung roter Nebel ausgerichtet, COLOR2 auf Sternenlandschaften. Zusätzlich sind Kameraeinstellungen für typische Nachthimmel-Szenarien vorkonfiguriert, darunter Modi für Stack-Aufnahmen und Handheld-Setups.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf rechnergestützter Fotografie. Der High-Res-Shot-Modus nutzt mehrere Einzelaufnahmen, um ein zusammengesetztes Bild mit höherer Detailauflösung zu erzeugen. Bei Handheld High-Res-Shot entstehen aus 12 Bildern Aufnahmen mit rund 50 Megapixeln. Laut Hersteller kann die interne Verarbeitung dabei auch Sternbewegungen kompensieren, etwa bei Aufnahmen vom Stativ oder in Verbindung mit einer äquatorialen Montierung.

Zu den Funktionen, die für Nachtaufnahmen relevant sind, gehören Starry Sky AF für präzises Fokussieren auf Sterne, Live Composite für Sternspuren mit Live-Vorschau, eine digitale Wasserwaage sowie Night View, das Sucher und Monitor bei Dunkelheit aufhellt. Für längere Sessions ist zudem eine Stromversorgung über USB Power Delivery vorgesehen.
Ergänzend verweist OM Digital Solutions auf optional erhältliche Body-Mount-Filter, die im Kameragehäuse zwischen Bajonett und Sensor platziert werden. Dadurch bleibt der Filtereffekt auch beim Objektivwechsel erhalten, was insbesondere bei Weitwinkel- und Fisheye-Objektiven relevant sein kann. Angeboten werden ein Lichtverschmutzungsfilter (BMF-LPC01) sowie ein Softfilter (BMF-SE01), der punktförmige Lichtquellen betont.

Optional erhältlich: Body-Mount-Filter, die im Kameragehäuse zwischen Bajonett und Sensor platziert werden.
Die OM System OM-3 ASTRO soll ab Ende Februar 2026 verfügbar und auf Bestellung lieferbar sein.
Fazit
Die OM System OM-3 ASTRO richtet sich klar an Fans der Astrofotografie die Emissionsnebel mit starkem Hα-Anteil besser abbilden möchten. Durch den angepassten IR-Sperrfilter unterscheidet sich das Modell technisch relevant von der Standard-OM-3, bleibt aber im Ökosystem aus Micro-Four-Thirds-Objektiven und den bekannten OM-System-Funktionen. Wer die Kamera außerhalb der Astrofotografie einsetzen will, muss den herstellerseitig genannten Rotstich als Einschränkung einplanen.
Preise:
OM System OM-3 ASTRO: ca. 2.200 Euro.
OM System BMF-LPC01: ca. 300 Euro.
OM System BMF-SE01: ca. 210 Euro.







