Lomography bringt zwei neue Objektive in die Joseph-Petzval-Art-Lens-Serie für spiegellose Vollformatkameras und ergänzt damit die bisherigen Brennweiten 35 mm, 55 mm und 80,5 mm. Die neuen Modelle empfehlen sich für Foto- und Videoproduktionen mit spiegellosen Vollformatkameras und soll es mit Anschlüssen für Sony E -, Canon RF- und Nikon Z-Kameras geben.
Im Mittelpunkt steht der Petzval-typische Bildcharakter mit starkem Bokeh-Effekt und Bildfeldwölbung, kombiniert mit einem mechanischen Aufbau ohne elektronische Kontakte. Beide Objektive setzen auf manuelle Fokussierung über einen Helikoid-Mechanismus mit 180-Grad-Fokusweg.

Joseph Petzval 27 mm f/1.7 mit Focus-coupled Bokeh Control.
Fokusgekoppelte Bokeh-Kontrolle als Video-Funktion
Lomography betont bei den Neuzugängen die sogenannte Focus-coupled Bokeh Control. Diese Technologie soll den visuellen Charakter des Bildes verändern können, ohne dass dabei eine Fokusverschiebung entsteht. In der Praxis zielt das auf fließende Übergänge zwischen einer schärferen Abbildung und ausgeprägtem Swirl-Bokeh ab, was insbesondere bei Videoaufnahmen relevant ist.

Für den Videoeinsatz sind beide Objektive mit einheitlicher Zahnradpositionierung ausgelegt und kompatibel mit Follow-Focus-Systemen.
Für den Cine-Einsatz sind beide Objektive mit einheitlicher Zahnradpositionierung ausgelegt und kompatibel mit Follow-Focus-Systemen (MOD 0.8). Zusätzlich ist eine integrierte ¼-Zoll-Objektivstütze vorgesehen, um den Einsatz auf Rig, Gimbal oder Stativ abzusichern.
27 mm f/1.7: Weitwinkel mit kurzer Naheinstellgrenze
Das Joseph Petzval 27 mm f/1.7 ist das weitwinkligste Modell der Serie. Lomography nennt eine Naheinstellgrenze von 0,3 Metern sowie einen Bildwinkel von 84 Grad. Die optische Konstruktion besteht aus fünf Elementen in vier Gruppen, die Blende reicht von f/1.7 bis f/22.
Als Besonderheit wird die Bildfeldwölbung beschrieben, die Kompositionen ermöglichen soll, bei denen Motive in unterschiedlichen Entfernungen gleichzeitig scharf abgebildet werden können.

Das Petzval 27 mm f/1.7 ist das weitwinkligste Modell der Serie.
135 mm f/2.5: Tele für Porträt- und Szenenarbeit
Mit dem Joseph Petzval 135 mm f/2.5 erweitert Lomography die Serie nach oben. Das Objektiv bietet laut Datenblatt einen Bildwinkel von 18 Grad, eine Naheinstellgrenze von 1,5 Metern und eine optische Konstruktion aus sechs Elementen in fünf Gruppen. Die Blende reicht ebenfalls bis f/22.
Das engere Sichtfeld und die mildere Bildfeldwölbung sollen einen größeren Fokusbereich über das Bild ermöglichen, ohne die Bildwirkung auf die Mitte zu beschränken. Lomography ordnet das Objektiv damit sowohl der klassischen Porträtfotografie als auch der Arbeit mit gestaffelten Bildebenen zu.

Das Joseph Petzval 135/12,7 besitzt die bisher längste Brennweite der Serie.
Wirtschaftliche Einordnung: Ausbau eines Nischen-Ökosystems
Mit den beiden neuen Brennweiten schließt Lomography eine Lücke innerhalb der eigenen Petzval-Serie und bietet nun ein Set aus fünf Objektiven. Für das Unternehmen ist das strategisch relevant, weil sich damit ein geschlossenes System für Foto- und Videoproduktionen auf spiegellosen Vollformatkameras positionieren lässt.
Auffällig ist dabei die klare Abgrenzung zu klassischen Autofokus-Objektiven. Der Verzicht auf elektronische Kontakte reduziert technische Komplexität, stärkt aber gleichzeitig die Zielgruppenfokussierung auf manuelle Arbeitsweisen und charakterbasierte Bildgestaltung. In wirtschaftlicher Hinsicht setzt Lomography damit auf Differenzierung statt Massenmarkt, mit einem Angebot, das stärker über Look und Bedienkonzept verkauft wird als über universelle Alltagstauglichkeit.

Beispielfoto mit dem Joseph Petzval 27 mm f/1.7 Cine Objektiv
Technische Eckdaten im Überblick
Beide Objektive sind mehrfachbeschichtet, bieten separate Einstellwege für Iris- und Bokeh-Kontrolle (je 90 Grad) und sind für Sony E, Canon RF und Nikon Z erhältlich. Die Filtergewinde unterscheiden sich: 77 mm beim 27 mm, 67 mm beim 135 mm.
Beide Objektive sind laut Hersteller auf den Videoeinsatz vorbereitet, ohne den Einsatz in der Fotografie einzuschränken.
Die neuen Joseph-Petzval-Objektive erscheinen für spiegellose Kameras mit Sony E, Canon RF und Nikon Z Bajonett.

Beispielfoto mit dem Joseph Petzval 135 mm f/2.5 Cine Objektiv
Fazit
Lomography ergänzt die Petzval-Serie konsequent in zwei Richtungen: Das 27-mm-Weitwinkel öffnet den typischen Petzval-Look für neue Perspektiven und kurze Aufnahmeabstände, während das 135-mm-Tele die Serie für Porträt- und szenische Arbeit im komprimierten Bildaufbau erweitert. Mit der fokusgekoppelten Bokeh-Kontrolle wird zugleich ein Bedienkonzept betont, das gezielt auf Videoproduktionen zielt. Insgesamt stärkt Lomography damit ein klar umrissenes Objektiv-Ökosystem, das weniger auf technische Universalität als auf einen reproduzierbaren Bildcharakter setzt.
Preise:
Joseph Petzval 27 mm f/1.7 Focus-coupled Bokeh Control Art Lens: ca. Euro.
Preis: Joseph Petzval 135 mm f/2.5 Focus-coupled Bokeh Control Art Lens: ca. Euro.







