Die Galerie Springer in Berlin zeigt vom 20. Februar bis 11. April 2026 Aufnahmen des jungen Fotografen Sebastian Wells. Seit 2016 reist er als akkreditierter Fotograf zu allen Olympischen Spielen.
Daher wird er bei der Eröffnung am 20. Februar nicht Vorort sein, da er bei den Olympischen Spielen in Mailand / Cortina sein wird. Eine kurze Botschaft des Künstlers wird anlässlich der Eröffnung und
Begrüßung der Gäste verlesen. Am 27. Februar um 19 Uhr lädt die Galerie Springer zu einem performativen Vortrag und der Buchvorstellung von ARENA mit Sebastian Wells in die Galerie ein. Das Buch »ARENA Take 1: Facing the Spectacle« ist gerade bei Spector Books erschienen.
In den Serien ARENA I und ARENA II untersucht Sebastian Wells die Olympischen Spiele als globales Massenspektakel und hinterfragt die medialen, räumlichen und sozialen Mechanismen, die dieses
Ereignis prägen. Seine Arbeit richtet sich bewusst gegen heroische, national aufgeladene Bildtraditionen des Sports und lenkt den Blick auf jene Strukturen, die Wahrnehmung, Aufmerksamkeit
und Bedeutung erst hervorbringen.
ARENA I zeigt die Olympischen Spiele als durch Bilder legitimiertes Produkt, in dem Athlet:innen, Funktionsträger:innen, Fans – und auch Fotograf:innen – Teil einer vorgegebenen Ordnung werden. Anstatt Medaillenmomente zu reproduzieren, richtet Wells seine Kamera auf Randzonen, architektonische Räume und scheinbar nebensächliche Situationen. Durch ein bewusstes Spiel mit den Zwängen vordefinierter Fotopositionen entstehen Bilder, in denen menschliche Imperfektion und Alltag durch die Maske der Funktion hindurchscheinen und in der nicht die Handlung das Bild definiert, sondern das Bild selbst bestimmt, was als Handlung wahrgenommen wird.
ARENA II erweitert diese Kritik über den Zeitraum der Spiele hinaus. Zwischen März und September 2024 dokumentierte Wells den Place de la Concorde in Paris vor, während und nach seiner Transformation in einen »Olympia-Park« mit vier Sportarenen. Hunderte, chronologisch angeordnete Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen das chaotische und zugleich alltägliche Nebeneinander von Tourist:innen, Geschäftsleuten, Obdachlosen, Arbeitenden, Objekten und Architekturen in flüchtigen Beobachtungen. Allein durch das ständige Gehen als richtungsloses Durchqueren des öffentlichen Raums — eine Bewegung, die sich dem vorinszenierten Blick der olympischen Bildproduktion entzieht — entstehen Aufnahmen zufälliger Begegnungen im Straßenverkehr, die sich beinahe unbemerkt mit Bildern der ebenso geschäftigen Menge aus Zuschauer:innen und Sportler:innen vermengen, die sich während der Wettbewerbe über den Platz bewegen.
Sebastian Wells (*1996) ist Fotograf und Mitglied der Agentur OSTKREUZ. In seiner fotografischenPraxis untersucht er Macht, Raum und mediale Inszenierung, insbesondere im Kontext globaler
Großereignisse. 2022 gründete er mit Vsevolod Kazarin das Magazin Solomiya. Er lebt in Berlin.











