Bis zum 29.5.2026 zeigt das Ernst Leitz Museum eine Werkschau des isländischen Fotografen Ragnar Axelsson (*1958). Der Fotograf Ragnar Axelsson dokumentiert seit mehr als vier Jahrzehnten die Regionen der Arktis in Island, Grönland, Sibirien und auf den Färöer-Inseln. Seine atemberaubend schönen Schwarzweißaufnahmen zeigen Gletscher und Eisformationen, doch vor allem den besonderen Alltag der dort unter extremen Bedingungen lebenden Menschen und Tiere. Der Fotograf gibt intime Einblicke in die elementare menschliche Erfahrung in der Natur am Rande der bewohnbaren Welt. Doch die Arktis ist durch den beispiellosen Klimawandel bedroht und befindet sich in einem rasanten, tiefgreifenden Veränderungsprozess, der die traditionelle Lebensweise, die jahrhundertealte Kultur der Menschen und die faszinierenden Eislandschaften verschwinden lässt. Die Ausstellung bietet einen ergreifenden Blick auf das Lebenswerk Axelssons und zeigt die Möglichkeiten der Fotografie im – fast aussichtslosen – Kampf gegen den Klimawandel.

Sermiligaaq, Grönland 1997 Foto Ragnar Axelsson: Where the World Is
Melting/Ernst Leitz Museum, Wetzlar 2026
Jäger und ihre Schlittenhunde in Island, Fischer und Bauersfrauen, grönländische Inuit, Rentierhirten in der sibirischen Tundra: Axelssons Porträts wirken auch deshalb so unmittelbar, da seine Informationen aus erster Hand stammen, von den oft außergewöhnlichen Persönlichkeiten vor Ort, von seinen eigenen intensiven Erlebnissen. Axelsson scheut keine Risiken und Mühen, immer wieder unterschiedlichste Menschen an den entlegensten Orten zu besuchen und eine längere Zeit mit ihnen zu verbringen. Er teilt mit ihnen den oftmals beschwerlichen Alltag und genießt ihr Vertrauen. Dies erlaubt es ihm, Momentaufnahmen ihres Lebens zu machen und ihre Erzählungen aufzuschreiben – so wird er zum Botschafter ihrer Existenz und der sich verändernden Lebensbedingungen. Er erzählt in seinen Bildern die Geschichten der Personen, die den Wandel des Erdklimas aus nächster Nähe erfahren. Diese Ausdauer über Jahrzehnte, verbunden mit einem tiefen Respekt für seine Zeitgenossen, hat Axelsson zu einem der wichtigsten Zeugen und Chronisten der schleichenden, aber die Arktis inzwischen mit großer Wucht treffenden globalen Klimaveränderungen gemacht.

Schmelzender Kötlujökull, Island 2021
Aus der Serie Black Landscapes Ragnar Axelsson: /Ernst Leitz Museum, Wetzlar 2026

Schlittenhund, Kap Tobin, Grönland 2013
Aus der Serie Ragnar Axelsson Arctic Heroes Ernst Leitz Museum, Wetzlar 2026
Das zweite große Thema seiner Arbeit ist die Kraft der Elemente und das Erlebnis der Erhabenheit der nordischen Natur. Davon zeugen seine beeindruckenden fotografischen Landschaftsporträts. Mit dem Blick des Forschers und Künstlers analysiert er auch die kleinsten Naturstrukturen, die an Zeichnungen oder abstrakte Kompositionen erinnern.
Die Ausstellung ist eine persönliche Auswahl aus Werkgruppen, die Axelsson in rund vier Jahrzehnten fotografiert hat. Sie entstand in Kooperation mit Isabel Siben, Direktorin und Kuratorin des Kunstfoyers der Versicherungskammer Kulturstiftung in München, wo die Ausstellung 2021 erstmals präsentiert wurde.







