Alle historischen Zechen und Bergwerke Belgiens schließen sich zusammen und präsentieren 200 Jahre Bergbaugeschichte mit Fotos in einer Wanderausstellung. Am 22. November 2026 wird die C-Mine in Genk Schauplatz einer historischen Premiere sein. Die Wanderausstellung „IMAGINE: Bergbaugeschichte neu gedacht“ visualisiert 200 Jahre Bergbau in Belgien. Diese Kooperation könnte der erste Schritt zur UNESCO-Anerkennung des Bergbauerbes Limburgs sein.
In der Ausstellung geht es nicht nur um die Bauwerke, sondern auch um die Familien der Bergleute. Für dieses Projekt bereiste die Fotografin Indra Laenens alle Bergwerksstandorte Belgiens. Sie recherchierte dazu auch jahrelang in Archiven zur Geschichte der belgischen Kohlebergwerke. So konnte sie historische Szenen in den authentischen Kulissen der Museen nachstellen.
Die vier wallonischen Stätten sind daran interessiert, ihre UNESCO-Anerkennung auf das Limburger Bergbauerbe auszuweiten. Schließlich sind die ehemaligen Bergwerke Walloniens bereits als Welterbe anerkannt. .
Neben den wallonischen Bergwerken klingt auch die Vereinigung „Regionale Landschaftsarchitektur Kempen en Maasland“ in Limburg vielversprechend. Sie koordiniert das Bergbauerbe durch ihre touristischen Aktivitäten. „Die Entscheidung liegt letztlich bei den flämischen und wallonischen Kulturministern. Wenn sie in der Angelegenheit einen Konsens finden, kann es relativ schnell vorangehen.
Die Ausstellung soll eine Sammlung großformatiger Schwarz-Weiß-Fotografien aus zwei Jahrhunderten Bergbaugeschichte zeigen „Für einen Nachwuchsfotografen ist es ein fantastisches Projekt“, erklärt Laenens: „Ich hatte bereits die Gelegenheit, einige Werke auszustellen, aber das hier ist eine ganz andere Dimension.“ Laut Laenens besteht Interesse aus dem Ausland an der Übernahme der Ausstellung, eine offizielle Bestätigung steht jedoch noch aus.
Die Zusammenarbeit der sieben Bergwerke ist etwas Besonderees. Sie umfasst die wallonischen Schwergewichte der Mine Blegny und Bois du Cazier sowie die limburgischen Zechen aus Beringen, Waterschei und Eisden. Obwohl der Bergbau eine gemeinsame Geschichte teilt, die mit Napoleon Bonaparte begann, arbeiten moderne Museen oft isoliert.
Am 21. April 1810 erließ Napoleon Bonaparte ein Dekret, das die Ausbeutung des Untergrunds und damit der Bergwerke der Autorität des französischen Kaisers unterstellte. Dieser erwarb dadurch die Eigentumsrechte an den Kohlevorkommen.
Da das belgische Rechtssystem weitgehend auf Napoleons System basierten, benötigten belgische Industriebergleute eine Genehmigung der Regierung für den Kohleabbau. Ungeachtet der Eigentumsverhältnisse waren alle Bodenschätze ausschließliches Eigentum des Staates.









