Zum zehnjährigen Jubiläum seines Geschäfts mit 360°-Kameras präsentiert Insta360 die X6. Das neue Spitzenmodell kombiniert 8K-360°-Aufzeichnung mit einem Gimbal-Modus und einer Einzelobjektiv-Action-Kamera. Hinzu kommen größere Sensoren, neue Bildverarbeitungsfunktionen und eine kamerainterne KI-Bearbeitung.
Insta360 hat die X6 anlässlich des zehnjährigen Unternehmensjubiläums vorgestellt. Gleichzeitig markiert die Kamera den nächsten Entwicklungsschritt der X-Serie. Nach Angaben des Herstellers verfügt Insta360 derzeit über einen wertmäßigen Anteil von 71 Prozent am weltweiten Markt für 360°-Kameras.

Insta360 in Weiß
© Insta360
Für die Bildaufzeichnung verwendet die X6 zwei quadratische Sony-Sensoren im 1,1-Zoll-Format. Gegenüber der X5 steigt die Sensorfläche damit um 33 Prozent. Insta360 gibt an, dass pro Aufnahme rund viermal mehr Licht erfasst wird. Unterstützt wird die Signalverarbeitung von einem Dreifach-Chipsystem aus einem 4-nm-Prozessor mit acht Kernen und 3,3 GHz sowie zwei dedizierten Bildverarbeitungs-Chips. Die Rechenleistung soll gegenüber der X5 um 500 Prozent steigen, während der Energieverbrauch um 35 Prozent sinkt.

Ober- und Unterseite der Insta360 X6.
© Insta360
Für Aufnahmen bei wenig Licht steht ein neuer Schwachlichtmodus zur Verfügung. Zwei Umgebungslichtsensoren sollen dabei Flimmern reduzieren und Details in Nachtszenen erhalten. Mit der AdaptiveTone 2.0 Funktion analysiert die Kamera die Aufnahmen beider Objektive getrennt und verarbeitet pro Bild zwei Belichtungen. Damit soll ein größerer Dynamikumfang erreicht werden. Die X6 zeichnet außerdem mit 10 Bit und mehr als 1,07 Milliarden möglichen Farben auf. Dolby Vision wird erstmals bei einer 360°-Kamera des Herstellers nativ in der Kamera verarbeitet.
Drei Kameras in einem Gehäuse
Die X6 arbeitet mit drei unterschiedlichen Aufnahmemodi. Als 360°-Kamera zeichnet sie das gesamte Umfeld mit bis zu 8K und 50 Bildern pro Sekunde auf. Der Bildausschnitt lässt sich dadurch erst nach der Aufnahme festlegen. Im Gimbal-Modus entstehen normale 4K-Videos mit Motivverfolgung. InstaFrame 2.0 erkennt Menschen, Haustiere und andere Objekte und hält sie im gewählten Bildausschnitt.

Insta360 X6 in Schwarz.
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Über den Einzelobjektiv-Modus lässt sich die X6 außerdem als Action-Kamera einsetzen. Möglich sind Aufnahmen bis 5K mit 60 Bildern pro Sekunde. Bei 5K und 30 Bildern pro Sekunde steht ein 170-Grad-Weitwinkel zur Verfügung. Für Zeitlupenaufnahmen sind 4K mit 120 Bildern pro Sekunde möglich.
Für den Gimbal-Modus bietet Insta360 einen klappbaren Selfie-Stick mit Fernbedienung und Joystick-Steuerung an. Ein optionaler POV-Kopf-Tracker kann den Bildausschnitt an der Blickrichtung ausrichten. Damit lassen sich Tracking-Aufnahmen ohne separaten Gimbal realisieren.

Ober- und Unterseite der Insta360 in Schwarz
©Insta360
Zubehör und Einsatzbereiche
Das Zubehörsystem umfasst mehr als 100 Komponenten. Das magnetische Befestigungssystem bleibt mit Halterungen der X5, X4 Air und der Ace-Serie kompatibel. Zum Zubehör gehören unter anderem ein Akku-Selfie-Stick, ein Schnellladecase mit zwei Akku- und zwei SD-Karten-Steckplätzen sowie verschiedene Halterungen für Fahrrad, Motorrad und Fahrzeug.
Für Motorräder gibt es ein eigenes Set mit Geschwindigkeitsanzeige, Dashcam-Modus und automatischer Kennzeichen-Unschärfe. Beim Radfahren lassen sich Daten von Garmin, der Apple Watch und weiteren Geräten als Overlays einbinden. Das Unsichtbare Tauchgehäuse Pro erlaubt Aufnahmen bis zu 60 Metern Tiefe. Das Gehäuse liegt außerhalb der Stitching-Linie, sodass es in den zusammengesetzten 360°-Aufnahmen nicht sichtbar sein soll.
Die X6 besitzt ein 2,32 Zoll großes OLED-Display mit einer Spitzenhelligkeit von 1.200 Nits. Der Akku bietet 2.600 mAh und soll bis zu 140 Minuten 8K-360°-Video mit 30 Bildern pro Sekunde ermöglichen. Gegenüber der X5 entspricht dies laut Hersteller einer Steigerung um 51 Prozent. Die Ladezeit von 0 auf 80 Prozent beträgt 24 Minuten. Die Kamera ist bis minus 20 Grad Celsius einsetzbar und ohne zusätzliches Gehäuse bis 20 Meter nach IP68 wasserdicht. Der interne Speicher umfasst 64 GB, davon stehen 47 GB zur Nutzung bereit.
Die beiden Objektive sind austauschbar. Insta360 gibt für die neue Generation eine fünfmal höhere Kratzfestigkeit und um 60 Prozent geringere Austauschkosten gegenüber der Vorgängergeneration an.
Das zeigt die AI-Director-Funktion (KI-Bearbeitung) der Insta360 X6. © Insta360
Vier Mikrofone und schnelle Datenübertragung
Für die Tonaufzeichnung verfügt die X6 über vier Mikrofone sowie ein zusätzliches, verdeckt eingebautes Mikrofon für Motorradaufnahmen. Dieses soll Windgeräusche reduzieren und den Motorsound stärker hervorheben. Zwei Sender des Insta360 Mic Air oder Mic Pro können direkt mit der Kamera verbunden werden.
Die FlowState-Stabilisierung und die 360°-Horizontsperre halten den Horizont auch bei bewegter Kamera ausgerichtet. Für die Verbindung stehen NFC, Wi-Fi 6.0, Bluetooth und USB 3.0 zur Verfügung. Insta360 nennt Übertragungsraten von bis zu 100 MB/s per Wi-Fi und bis zu 450 MB/s über USB 3.0.
Für die Nachbearbeitung unterstützt die X6 das I-Log-Format und 10-Bit-Aufzeichnung. Insta360 Studio steht für Mac und Windows weiterhin kostenlos zum Bearbeiten, Stitching und Exportieren von 360°-Videos zur Verfügung.

Beispielfoto mit der Insta360 X6.
© Insta360
KI-Bearbeitung direkt auf der Kamera
Eine zentrale Neuerung ist Insta360 PanoMind. Das KI-System wurde nach Angaben des Herstellers mit mehr als 10.000 Stunden Videomaterial aus über 30 unterschiedlichen Szenarien trainiert. Anders als herkömmliche Bildanalyse soll PanoMind vollständige sphärische 360°-Szenen berücksichtigen.
Wird die X6 zum Laden angeschlossen, kann der integrierte KI-Regisseur aus dem gespeicherten Material automatisch ein Highlight-Video erstellen. Die Analyse erfolgt direkt auf der Kamera und nicht in der Cloud. Alternativ erzeugt die automatische Bearbeitung 2.0 aus einem oder mehreren Clips ein Video mit Bildausrichtung, Kamerabewegungen, Schnitten, Musik und Übergängen.

Beispielfoto mit der Insta360 X6.
© Insta360
Zusätzlich bietet Insta360 mit Insta360+ einen Cloud-Speicher mit bis zu 2 TB an. Die Sicherung kann während des Ladevorgangs automatisch erfolgen. Für die anschließende Bearbeitung steht Moments Pro zur Verfügung. Der cloudbasierte Dienst basiert auf Google Gemini und kann Videos anhand von Vorgaben zu Motiv, Stil, Stimmung und Zeitraum erstellen.
JK Liu, Gründer von Insta360, beschreibt die Zielsetzung der neuen Kamera mit den Worten: „Die X6 ist die Kamera, die wir schon immer bauen wollten.“ Er hebt dabei insbesondere die Erfassung des gesamten Umfelds bei unterschiedlichen Lichtbedingungen und die kamerainterne Erstellung fertiger Videos hervor.

360° Foto mit der Insta360 X6: Mehr aufs Bild geht wohl kaum.
© Insta 360
Die Insta360 X6 ist im offiziellen Insta360 Store, bei Amazon und bei autorisierten Händlern erhältlich. Neben dem Standard-Bundle gibt es weitere Ausstattungspakete. Beim Kauf und der Aktivierung bis zum 30. September 2026 sind je nach Angebot zusätzliche Cloud- und Moments-Pro-Leistungen enthalten.
Fazit
Die X6 verbindet mehrere bisher getrennte Kamerafunktionen in einem Gehäuse. Technisch relevant sind vor allem die beiden 1,1-Zoll-Sensoren, die 8K-Aufzeichnung mit bis zu 50 fps, die 10-Bit-Farbtiefe und die kamerainterne Verarbeitung von Dolby Vision. Hinzu kommt die Möglichkeit, die Kamera als 360°-Kamera, Tracking-Kamera oder Einzelobjektiv-Action-Kamera einzusetzen.
Eine weitere Besonderheit liegt in der Verarbeitung des aufgenommenen Materials. PanoMind analysiert 360°-Szenen direkt auf der Kamera und kann daraus ohne Cloud-Verarbeitung ein fertiges Video erzeugen. Damit verlagert sich ein Teil der bisher erforderlichen Nachbearbeitung vom Rechner oder Smartphone in die Kamera.
Die Vorstellung fällt in das zehnte Jahr von Insta360 im 360°-Kamerageschäft. Die X6 ist damit zugleich Jubiläumsmodell und technischer Nachfolger der X5. Ihre Bedeutung für die X-Serie liegt weniger in einer einzelnen Funktion als in der Kombination aus größerer Sensorfläche, höherer Rechenleistung, mehreren Aufnahmemodi und kamerainterner KI-Bearbeitung.
Preis: ca. 700 Euro.







