Liebt Peter Dench, 1972 im Vereinigten Königreich geboren, England? Er wird 1972 am Tag des Heiligen Georg, des Schutzpatrons des Königreichs, geboren und wächst in einem Land auf, das sich im Umbruch befindet und zwischen konservativer Tradition und Fort-schrittsbestrebungen hin- und hergerissen ist. Als leidenschaftlicher Fotograf wendet er sich bald der Dokumentarfotografie zu und beginnt, sein Land zu bereisen: von ländlichen Gebieten über die großen Metropolen bis hin zu den Orten am Meer, in denen das Wetter die Pläne der Urlauber konsequent durchkreuzt. Seine interessanten humorvollen Fotografien werden noch bis zum 11. Oktober 2026 auf dem Fotofestival La Gacilly-Baden Photo gezeigt.
Peter Denchs Bilder zeigen banale, oft skurille Szenen: Junggesellenabschiede, Dorffeste, Kneipentouren, überdrehte Fußballfans. Klischeehaft? Vielleicht. Aber diese Klischees müssen irgendwo herkommen. Peter Dench überrascht uns immer wieder, indem er fast schon Pin-up-Bilder von einem England erschafft, das die Besucher nur flüchtig erkennen können, wenn sie über den Ärmelkanal reisen. Seine Herangehensweise ist extrem direkt, zwar mit einer Prise Ironie, aber immer mit einer gewissen Zuneigung zu seinen Motiven. Die Widersprüche des englischen Alltags werden in den Vordergrund gerückt und ergeben einen cleveren Mix aus Klasse und Trash. Peter Dench zeigt uns ein England, das eine Mischung aus Phlegma und Exzentrik kultiviert, wo Snobismus neben roher Vulgarität stehen kann. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter England Uncensored und zuletzt Carry On England, zwei unverzichtbare Werke, um ein Volk besser zu verstehen, das zwischen Eskapaden und Traditionen hin- und hergerissen ist.
Seine Reportagen erschienen in Magazinen auf der ganzen Welt, denen seine Fähigkeit, das Absurde im Banalen zu entdecken, gefiel, bis er schließlich zu einem der wichtigsten visuellen Chronisten des zeitgenössischen England wurde. Die Stärke seiner Fotografien liegt in dieser undefinierbaren Mischung – spontanem Lachen, aber irgendwie mit zusammengebissenen Zähnen. Sie verkörpert perfekt den britischen Humor, der zwischen Satire und Zärtlichkeit schwankt. Peter Dench liebt England zweifellos. Aber man muss grausam sein, um gütig zu sein.










