Mehr als 110 Fotografen haben sich an der Ausschreibung für den August-Sander-Preis beteiligt. Nicht nur aus Deutschland kamen Einsendungen sondern auch aus Australien, Belgien, China, Frankreich, Großbritannien, Hongkong,den Niederlanden, Österreich, Schweiz, Spanien und den USA.

Foto Antine Karla Yzer: A., 2023, aus der Serie
It’s not violence, if it’s normal, 2024–heute,
© Antine Karla Yzer
Jetzt hat die Jury eine Shortlist aus 8 Positionen ausgewählt, aus denen der Preisträger/die Preisträgerin hervorgehen wird:
Frieder Bickhardt (Leipzig), Sara aus der Serie „City Plaza“, © VG Bild-Kunst Bonn / Frieder Bickhardt

Die Serie zeigt Einzelporträts von Bewohner*innen eines besetzen ehemaligen Hotels in Athen. Es handelt sich um Aktivist*innen und Geflüchtete, die zwischen 2016 und 2019 dort lebten und gemeinsam mit anderen freiwilligen Helfenden ein selbstorganisiertes Kollektiv bildeten. Die Porträts sind vor stets gleichem neutralem Hintergrund fotografiert,
Individualität und Zusammengehörigkeit kommen so visuell überzeugend zum Ausdruck.
Leon Duellberg (Essen), „Im Watt“, 2022–2024
Johanna Eckhardt (Wedding), „Geteilter Himmel“, 2024–2025
Michel Kekulé (Berlin), „Bestandslast“, 2023–2026
Alexander Lackmann (Essen), „Gelb ist Geschichte!“, 2024–heute
Sophie Nawova Meyer (Berlin), „Diese DDR“, 2024–heute
Karla Schradi (Bielefeld), „Spiegel ohne Glas, 2023–2025
Antine Karla Yzer (Hamburg), „It’s not violence, if it’s normal“, 2024–heute
Die für die Shortlist ausgewählten Projekte zeichnet eine besondere Sensibilität gegenüber gesellschaftsrelevanten Fragen aus. Vielfach wird Bezug genommen auf zeitgeschichtliche Ereignisse und Lebensbedingungen unter bestimmten politischen Systemen und reflektiert, wie Erfahrungen aus der Vergangenheit in der Gegenwart virulent sind und auf Lebensentwürfe einwirken. Die dokumentarischen und darstellerischen Möglichkeiten des Mediums der Fotografie und des Porträts zeigen sich in überzeugender
Vielfalt, so die Jury, bestehend aus Dr. Anja Bartenbach, Stifterfamilie; Prof. Dr. Franziska Brons, Freie Universität, Berlin; Jean-Paul Deridder, Kurator, Brüssel; Andreas Mader,
Fotograf, Winterthur; Claudia Schubert, Kuratorin, Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur.

Leon Duellberg (Essen), „Im Watt“, 2022–2024
Nominiert für den August Sander Preis © VG Bild-Kunst Bonn
Anfang Juni wird der der von Ulla Bartenbach und Prof. Dr. Kurt Bartenbach gestiftete August-Sander-Preis vergeben. Mit dem August-Sander-Preis, der alle zwei Jahre ausgelobt wird, verbindet sich die Idee, junge zeitgenössische künstlerische Ansätze im weitesten Sinn der sachlich-konzeptuellen Fotografie zu fördern. Die Namensgebung des Preises erklärt sich dadurch, dass Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur mit dem August Sander Archiv das weltweit größte Konvolut mit originalen Werken August Sanders (1876–1964) besitzt. Vor dem Hintergrund der bedeutenden Porträtfotografen von August Sander sollen sich die Bewerber vorrangig auf das Thema des menschlichen Porträts beziehen.







