Vom 29. Mai bis zum 7. Juni 2026 findet an der Ostsee das Fotofestival horizonte zingst statt, zu dessen Programm traditionell auch Multivisionsshows gehören. So wird am 5. Juni um 20 Uhr Beate Oswald ihren spannenden Vortrag „Im Bann der Wildnis: unvergessliche Begegnungen am Rand der Welt“ in der Multimediahalle in Zingst vorstellen. Dort berichtet sie von Erfahrungen, die fernab jeder Komfortzone liegen, und von Begegnungen mit Tieren, Landschaften und Menschen, die nur wenige je aus nächster Nähe erleben. So eröffnet sie faszinierende Perspektiven auf einige der kältesten und abgeschiedensten Gegenden unseres Planeten.
„Zur Fotografie gekommen bin ich eigentlich genauso, wie man in ein Hobby hineinstolpert: Ich war ständig draußen, ständig unterwegs – und irgendwann wollte ich mehr mit nach Hause bringen als schmutzige Schuhe“, erzählt Beate Oswald, „ich bin auf dem Land bei München aufgewachsen und habe schon als Kind jede freie Minute in der Natur verbracht. Tiere und Insekten haben mich damals genauso fasziniert wie heute. Mit Anfang zwanzig begann ich zu reisen – meine erste Kamera war eine „Pocket Kamera“, mit der ich nach Togo und Benin gereist bin. Damals wurde mir fast alles geklaut, einschließlich dieser kleinen Kamera. Im Rückblick war das fast ein Wink des Schicksals. Eine bessere Kamera musste her und nun konnte ich meine Reisen, die mich in immer entlegenere Regionen führten, fotografisch festhalten.
Zunächst fotografierte ich analog, schleppte Filmrollen in bleihaltigen Taschen durch Flughäfen und wartete tagelang darauf, ob die Bilder überhaupt etwas geworden waren.“
„Mit der digitalen Fotografie wurde vieles einfacher, und ich habe angefangen mit großer Begeisterung Workshops zu besuchen und von großartigen Fotografen zu lernen – ich wurde inspiriert, kritisiert, und konnte wachsen. Ohne diese Begegnungen wären viele meiner Bilder so nicht entstanden“, erklärt sie ihren Werdegang. „Heute sehe ich meine fotografische Entwicklung als Reise, die hoffentlich nie endet – irgendwo zwischen Naturverliebtheit, Neugier, Übung und der leisen Hoffnung, dass mir ab und zu ein Bild gelingt, das nicht nur zeigt, wo ich war, sondern vielleicht sogar eine Geschichte oder ein Gefühl transportiert.“
Früher bin ich sehr einfach gereist. Ich erinnere mich an ein Zimmer in Indien mit nacktem Erdboden – und eine Ratte, die mich direkt aufs Bett springen ließ. Auf Trekkingtouren schlief ich im Zelt, und einmal auf einer Matratze im Hausgang – Bettwanzen inklusive. Heute reise ich nicht mehr ganz so abenteuerlich, aber auch nicht luxuriös. Reisen können trotzdem teuer werden, und ich finanziere sie aus meinem beruflichen Einkommen. Tatsächlich verreise ich gar nicht so oft, aber wenn ich unterwegs bin, dann idealerweise etwas länger. Dabei plane ich nach Möglichkeit günstige Etappen ein, damit die Reise sowohl spannend als auch machbar bleibt. Ein Beispiel sind meine Reisen in die Mongolei, dort bin ich häufig in Gers (Jurten) untergebracht, auch im Winter.“











