Die wirtschaftlichen Erwartungen der Verbraucher in Deutschland verbessern sich, doch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen bleibt gering. Das zeigt die Oktober-Auswertung des NIM Konsumklimas powered by GfK. Für den Imaging- und IT-Markt deutet die Entwicklung auf ein weiterhin zurückhaltendes Konsumverhalten hin.
Konsumklima bleibt auf niedrigem Niveau
Der Konsumklimaindikator sinkt im Oktober 2026 geringfügig um 0,2 Punkte auf -30,8 Punkte. Im Vorjahresmonat hatte er noch bei -22,5 Punkten gelegen. Damit bleibt die Verbraucherstimmung deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Prognose für November signalisiert eine anhaltend schwache Konsumneigung.

Quelle: NIM Konsumklima powered by GfK | co-funded durch die Europäische Kommission | 10/26
Die einzelnen Indikatoren entwickeln sich unterschiedlich. Während die Konjunkturerwartungen zum sechsten Mal in Folge steigen, gehen die Anschaffungsneigung und die Einkommenserwartungen zurück. Die Sparneigung nimmt dagegen leicht ab.
Kaufzurückhaltung trotz besserer Konjunkturerwartungen
Die Konjunkturerwartungen erreichen mit 2,1 Punkten erstmals seit Beginn des Irankriegs wieder einen positiven Wert. Die Verbraucher beurteilen die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands damit zunehmend optimistisch.
Diese Einschätzung schlägt sich bislang jedoch nicht in einer höheren Kaufbereitschaft nieder. Die Anschaffungsneigung sinkt um etwas mehr als einen Punkt auf -11,9 Punkte. Gleichzeitig bleiben die Einkommenserwartungen mit einem Rückgang um 0,7 Punkte auf -15,7 Punkte im negativen Bereich.

Rolf Bürkl, Konsumexperte beim NIM.
© NIM
Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM, erklärt: „Die Verbraucher blicken zwar zunehmend optimistischer auf die wirtschaftliche Entwicklung, doch beim Blick in den eigenen Geldbeutel überwiegt weiterhin die Skepsis. Wachsende Inflationssorgen und verhaltene Einkommensaussichten bremsen die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen, auch wenn die Sparneigung etwas sinkt.“
Inflationssorgen beeinflussen Kaufentscheidungen
Die Verbraucher rechnen wieder mit einer etwas höheren Inflation. Der Preisindikator steigt und liegt im positiven Bereich. Im September hatte die Inflationsrate durch höhere Kraftstoffpreise 3,3 Prozent erreicht. Das war der höchste Wert seit Dezember 2023.
Auch die erneute Einführung des Tankrabatts führt bislang nicht zu einer deutlichen Verbesserung der Einkommenserwartungen. Nach dem starken Rückgang im Vormonat zeichnet sich lediglich eine Stabilisierung ab.
Die Sparneigung sinkt im Oktober um 4,3 Punkte auf 17,2 Punkte. Sie bleibt damit auf einem hohen Niveau. Die rückläufige Sparneigung führt allerdings nicht zu einer höheren Anschaffungsneigung.

Imaging- und IT-Markt unter Konsumdruck
Für den Imaging- und IT-Markt ist insbesondere die Entwicklung der Anschaffungsneigung relevant. Sie erfasst die Einschätzung der Verbraucher, ob größere Anschaffungen wie Möbel oder elektrische und elektronische Geräte unter den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen sinnvoll erscheinen.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass größere Investitionen in Kameras, Objektive, Computer und andere elektronische Geräte weiterhin sorgfältig abgewogen werden. Eine steigende Sparneigung kann dabei ebenso eine Rolle spielen wie die Erwartung höherer Preise und die Unsicherheit über die eigene Einkommensentwicklung.
Das Konsumklima ist allerdings kein unmittelbarer Nachweis für tatsächliche Kaufentscheidungen. Es handelt sich um einen Stimmungsindikator, der als Frühindikator für die Entwicklung des privaten Konsums dient. Die tatsächlichen Ausgaben hängen zusätzlich von verfügbaren finanziellen Mitteln, der Notwendigkeit einer Anschaffung und individuellen Umständen ab.
Zudem umfasst das Konsumklima die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht davon, abhängig von der Abgrenzung, lediglich etwa 35 Prozent aus. Rückschlüsse auf einzelne Marktsegmente wie Imaging und IT sind deshalb nur eingeschränkt möglich.
Fazit
Die Oktober-Auswertung des NIM Konsumklimas zeigt eine Diskrepanz zwischen verbesserten Konjunkturerwartungen und weiterhin schwacher Anschaffungsneigung. Für den Imaging- und IT-Markt bedeutet dies ein Konsumumfeld, in dem größere Ausgaben voraussichtlich weiterhin kritisch geprüft werden. Die Untersuchung liefert keine konkreten Absatzprognosen für einzelne Produktgruppen, macht aber deutlich, dass wirtschaftlicher Optimismus allein noch keine steigende Kaufbereitschaft auslöst.







