Eine Brennweite von 66 Millimetern gehört nicht zum üblichen Raster des Leica-M-Systems. Das neue Summicron-M 1:2/66 greift ein Objektiv aus der Geschichte von Leica auf, das Ende der 1960er Jahre für die US Navy entwickelt wurde. Die Neuinterpretation ist auf 660 Exemplare limitiert und übernimmt mehrere konstruktive und gestalterische Merkmale des historischen Vorbilds.

Limitiert auf 660 Stück: das Summicron-M 1:2/66.
© Leica Camera
Historisches Vorbild für die Leica Klassik Linie
Die Grundlage des neuen Objektivs bildet das Elcan 66 mm f/2, das Ende der 1960er Jahre von Dr. Walter Mandler bei Ernst Leitz Canada entwickelt wurde. Das Objektiv entstand im Auftrag der US Navy für die verdeckte Aufklärungsfotografie. Nach Angaben von Leica wurden lediglich rund 200 Exemplare gefertigt.
Die ungewöhnliche Brennweite von 66 Millimetern entstand laut Pressemitteilung aus der Abwägung von Auflösung, Kontrastwiedergabe und kompakter Bauweise. Historische Überlieferungen weisen zudem auf einen Einsatz bei westlichen alliierten Partnern während des Kalten Krieges hin. Häufig wird das Elcan 66 mm f/2 mit der militärischen Sonderausführung Leica KE-7A der Leica M4 in Verbindung gebracht.

Kompakte Einheit: Lica M-11P-Kamera und das Summicron-M 1:2/66.
© Leica Camera
Die ursprünglichen Kamera-Objektiv-Sets waren für diskrete Aufklärungseinsätze vorgesehen. Eine mitgelieferte Anleitung beschrieb sogar die Zerstörung der Ausrüstung für den Fall eines drohenden Verlusts. Das unterstreicht die militärische Herkunft des Objektivs und seinen damaligen Einsatzzweck.
66 Millimeter für das M-System
Das neue Summicron-M 1:2/66 übernimmt die optische Grundidee des historischen Elcan, wurde jedoch an heutige technische Standards angepasst. Auch das Gehäuse wurde neu konstruiert. Einige Besonderheiten des Originals finden sich weiterhin in der Mechanik.

Leica M 11P Kamera mit Summicron-M 1:2/66.
© Leica Camera
Dazu gehört der Blendenring, dessen Drehrichtung von der bei aktuellen Leica-M-Objektiven üblichen Bedienung abweicht. Auch die Anordnung der Entfernungsskalen orientiert sich an militärischen Spezifikationen. Die Gravuren wurden ebenfalls nach historischem Vorbild gestaltet. Die Schrift auf dem neuen Objektiv fällt dabei feiner aus als bei aktuellen Leica-Objektiven.
Auf dem Frontring stehen die Sonderseriennummer, die optische Berechnungsnummer B1047 und die zwölfstellige interne Materialnummer. Anstelle der früheren Bezeichnung Elcan trägt das neue Objektiv dort die Gravur „Leitz Wetzlar“.

Beispielfotzo mit dem Leica Summicron-M 1:2/66.
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Eine weitere historische Anlehnung findet sich an der Seite des Objektivs. Die eingravierte Zahl „60“ bezeichnet die exakt vermessene Brennweite. Nach der früher verwendeten Kennzeichnungssystematik steht sie für 66,0 Millimeter.
Lichtstärke f/2 und charakteristische Abbildung
Das Summicron-M 1:2/66 besitzt eine Lichtstärke von f/2. Leica beschreibt die Bildwirkung als Zusammenspiel aus weichem Bokeh und hohem Kontrast. Bei stärkerem Abblenden soll die optische Auslegung des historischen Vorbilds mit einer hohen Auflösung für feine Strukturen zur Geltung kommen.
Mit 66 Millimetern liegt die Brennweite zwischen einem klassischen 50-mm-Objektiv und längeren Porträtbrennweiten. Leica ordnet sie einer natürlichen Perspektive mit dezenter Bildkompression zu. Damit lässt sich das Objektiv unter anderem für Porträts, Reportage und Motive einsetzen, bei denen eine etwas längere Normalbrennweite gewünscht ist.

Anstelle der früheren Produktbezeichnung „Elca“ trägt das neue Summicron-M 1:2/66
die Gravur Leitz Wetzlar auf der Frontseite.
© Leica Camera
Auf 660 Exemplare limitiert
Das Summicron-M 1:2/66 wird in einer Auflage von 660 Exemplaren gefertigt. Damit greift die Edition die historische Bedeutung des Elcan 66 mm f/2 auf, ohne dessen ursprüngliche Stückzahl zu übernehmen.
Die Seriennummer 001 soll im November 2026 bei der Leitz Photographica Auction in Wetzlar versteigert werden. Das Exemplar ist zugleich das erste Objektiv der auf 660 Stück begrenzten Serie.
Das Summicron-M 1:2/66 ist seit dem 3. September 2026 weltweit in Leica Stores, im Leica Online Store und bei autorisierten Händlern erhältlich.

Zum Lieferumfang des Summicron-M 1:2/66 gehört eine Gegenlichtblende mit der Gravur Leitz Wetzlar.
© Leica Camera
Fazit
Das Summicron-M 1:2/66 ist weniger eine neue Standardbrennweite für das Leica-M-System als eine technisch nutzbare Neuinterpretation eines historischen Sonderobjektivs. Die ungewöhnlichen 66 Millimeter, die Lichtstärke f/2 und die von aktuellen M-Objektiven abweichende Mechanik geben der Optik eine eigenständige Position. Hinzu kommen die Gravuren und konstruktiven Details, die unmittelbar auf das Elcan 66 mm f/2 zurückgehen.
Der Anlass für die Vorstellung liegt damit vor allem in der Leica-Geschichte. Die Edition überführt ein nur in geringer Stückzahl produziertes Objektiv aus der militärischen Vergangenheit des M-Systems in eine auf 660 Exemplare begrenzte aktuelle Serie. Für die fotografische Praxis ist vor allem die seltene 66-mm-Brennweite interessant. Für Sammler spielt zusätzlich die Verbindung zum historischen Elcan eine wesentliche Rolle.
Preis: ca. 9.900 Euro.







