Für die HDR-Postproduktion steht mit dem ColorEdge CG3200X erstmals ein OLED-Monitor aus Eizos ColorEdge-Serie zur Verfügung. Das 31,5 Zoll große Display arbeitet mit einem QD-OLED-Panel, 4K-UHD-Auflösung und einer Spitzenhelligkeit von 1.000 cd/m². Im Mittelpunkt der Entwicklung stehen die Kontrolle von Helligkeit und Kontrast bei HDR-Material sowie die farbverbindliche Beurteilung von SDR-Inhalten.
Der ColorEdge CG3200X löst 3840 x 2160 Pixel auf. Das QD-OLED-Panel erreicht bei einer vollflächigen weißen Darstellung 300 cd/m² und ein typisches Kontrastverhältnis von 1.500.000:1. Der Farbumfang umfasst 99 Prozent des DCI-P3-Farbraums. Für die interne Signalverarbeitung steht eine 24-Bit-Look-Up-Table zur Verfügung.
Kontrolle der Helligkeit bei HDR
Eine zentrale technische Besonderheit betrifft den Automatic Brightness Limiter (ABL). OLED-Panels reduzieren bei großflächig hellen Bildinhalten die Helligkeit, um das Panel zu schützen. Bei der Bildbeurteilung kann eine solche automatische Anpassung die Einschätzung von Helligkeitswerten und Tonwerten beeinflussen.
Für den CG3200X wurde deshalb eine ABL-Steuerung entwickelt, bei der die Dimmung erst bei einer höheren Helligkeitsschwelle einsetzt. Wird eine Reduzierung notwendig, stehen zwei Verfahren zur Verfügung. Highlight Dimming beschränkt die Reduzierung auf die hellsten Bildbereiche. Mittlere und dunkle Tonwerte bleiben dabei unverändert. Uniform Dimming reduziert dagegen die Helligkeit gleichmäßig über die gesamte Bildfläche.

Color Edge CG3200X mit Blendschutz.
© Eizo
Für die Kontrolle von Spitzlichtern gibt es ABL Safe View. Dabei wird das Bild auf zehn oder 25 Prozent der Bildschirmfläche dargestellt. Die Funktion soll verhindern, dass die automatische Helligkeitsbegrenzung bei der Beurteilung von HDR-Spitzlichtern einsetzt. Zusätzlich zeigt eine Luminanzwarnung betroffene Bildbereiche an. Eine Anzeige an der Frontblende informiert über einen aktiven ABL-Eingriff.
Einstellbarer Kontrast für SDR
Auch für SDR-Material lässt sich die Darstellung anpassen. Der Kontrast kann zwischen 500:1 und 2000:1 in Schritten von 100:1 eingestellt werden. Damit lässt sich die Bilddarstellung an die geringeren Kontrastverhältnisse anpassen, für die SDR-Inhalte üblicherweise produziert werden. Dies unterstützt die Beurteilung der späteren Wiedergabe auf entsprechenden Displays.

Anschlußfreudig: Schnittstellen des Eizi ColorEdge CG3200X auf der Rückseite.
© Eizo
Eine weitere Schaltung reduziert Farbsaumeffekte an kontrastreichen Kanten. Sie soll insbesondere bei Texten, Grafiken und feinen Bilddetails für eine sauberere Darstellung sorgen.
Automatische Kalibrierung
Wie die professionellen ColorEdge-CG-Modelle verfügt auch der CG3200X über einen integrierten Kalibrierungssensor. Damit lässt sich der Monitor automatisch selbstkalibrieren, ohne dass dafür ein zusätzliches Messgerät angeschlossen werden muss.
Der interne Sensor kann mit einem Referenzsensor korreliert werden. Dabei lässt sich seine Messcharakteristik an die des Referenzgeräts anpassen.

Seitliche Schnittstellen des Eizo ColorEdge CG3200X.
© Eizo
Zur weiteren Ausstattung gehören eine AGLR-Entspiegelung sowie HDR-Targets für HDR-HLG- und HDR-PQ-EOTF. Für die Signalübertragung stehen USB-C mit DisplayPort und bis zu 60 Watt Power Delivery, HDMI und DisplayPort zur Verfügung. Ein USB-Hub stellt zwei USB-3-Anschlüsse mit Übertragungsraten bis 5 Gbit/s bereit.
Zum Schutz des OLED-Panels sind Funktionen wie Bildschirmschoner, Pixelkorrektur und Wärmemanagement integriert. Sie sollen die Auswirkungen längerer statischer oder hochheller Bildinhalte reduzieren. Eine Lichtschutzhaube gehört zum Lieferumfang.
Premiere auf der IBC 2026
Die erste öffentliche Präsentation des ColorEdge CG3200X erfolgt auf der IBC 2026 vom 11. bis 14. September in Amsterdam. Eizo zeigt den Monitor dort in Halle 7 am Stand 7.D33. Die Markteinführung ist für den Winter angekündigt. Ein konkreter Liefertermin und ein Preis wurden noch nicht genannt.

Frontansicht des Eizo ColorEdge CG3200X.
© Eizo
Fazit
Der ColorEdge CG3200X unterscheidet sich innerhalb der ColorEdge-Serie vor allem durch den Wechsel zur QD-OLED-Technik und die dafür entwickelte Steuerung der automatischen Helligkeitsbegrenzung. Für HDR-Postproduktion ist die Möglichkeit relevant, das Verhalten bei großflächigen hellen Bildinhalten gezielt zu kontrollieren. Hinzu kommen die Anpassung des Kontrastverhältnisses für SDR, die automatische Kalibrierung und die Möglichkeit, den integrierten Sensor an ein Referenzmessgerät anzupassen.
Die Vorstellung auf der IBC 2026 ordnet den CG3200X klar im Bereich Video-Postproduktion und Colorgrading ein. Für die Fotografie ist vor allem die Kombination aus 4K-Auflösung, großem Farbumfang, OLED-Kontrast und integrierter Kalibrierung von Interesse. Ob der Monitor auch für fotografische HDR-Workflows einen praktischen Vorteil gegenüber etablierten ColorEdge-Modellen mit LCD-Technik bietet, wird sich anhand der verfügbaren Geräte und der Preispositionierung beurteilen lassen.







