Bis zum 14. November 2026 zeigt die Berliner Galerie Springer eine Ausstellung unter dem Titel „Animals“. Präsentiert werden fotografische Arbeiten von Edward Burtynsky, Maria Jauregui Ponte, Ute Mahler, Werner Mahler, Loredana Nemes, Arnold Odermatt, Aitor Ortiz und Stefanie Seufert, mit den Gastkünstlerinnen Ursula Böhmer und Mirjana Vrbaški, ergänzt durch Werke aus einer Privatsammlung.
Die Ausstellung zielt nicht auf ein dokumentarisches Abbild der Tierwelt, sondern auf die Reflexion des künstlerischen Blicks: Was bewegt die jeweilige Fotografin, den jeweiligen Fotografen zur Wahl eines bestimmten Motivs? Viele Arbeiten bestechen durch bemerkenswerte Intimität und Vertrautheit im Verhältnis zwischen Bildautor:in und dargestelltem Lebewesen – die Werke von Ursula Böhmer, Stefanie Seufert, Maria Jauregui Ponte und Mirjana Vrbaški etwa lassen sich als Porträts lesen, die eine tiefe emotionale Verbundenheit ausdrücken.
Diese unmittelbare Anziehungskraft liegt nicht allein in einer romantisierenden Sehnsucht nach Natur, sondern in der Fragilität und Verletzlichkeit unserer Lebenswelt,die die Fotografien thematisieren und die drängende Fragen aufwerfen – etwa nach der Ethik der Tierhaltung. Besonders eindrücklich zeigt sich dies in Ursula Böhmers Serie »All Ladies«, für die die Künstlerin durch Europa reiste, um Kühe auf der Weide zu fotografieren. Mirjana Vrbaškis Vogelporträts, entstanden in zoologischen Gärten, verleihen ihren Motiven eine überraschende Würde und Charakterstärke.
Arnold Odermatts Arbeiten überzeugen durch stille Sachlichkeit, in der sich – bei aller dokumentarischen Strenge – auch feiner Humor und eine humanistische Haltung zeigen. Dieser Wesenszug zieht sich als roter Faden auch durch das Œuvre von Ute Mahler und Werner Mahler, wie ihre Werkauswahl aus unterschiedlichen Schaffensperioden zeigt – darunter Modefotografien Ute Mahlers aus den 1990er Jahren, in denen Tiere bereits selbstverständlicher Teil der Bildkomposition sind. Ein Trompe-l’œil von Werner Mahler rundet die Präsentation ab und ziert zugleich das Titelmotiv. Aus der Reihe fällt die Arbeit von Ingar Krauss: ein präparierter Feldhase, der mit seiner lebensecht wirkenden, wachen Haltung die Grenze zwischen Lebendigem und Präpariertem bewusst verwischt.
Bei Edward Burtynsky steht das Individuum nicht im Vordergrund: Seine Weitsicht auf Flamingos am Lake Bogoria, Kenia, zeigt einen scheinbar unberührten Naturraum, dessen Wasserstände durch den Klimawandel dramatisch gestiegen sind und der die
Vögel zunehmend aus ihren angestammten Nahrungsgründen verdrängt.
Galerie Springer, Fasanenstraße 13, Berlin












