Vom 19. September 2026 bis 17. Januar 2027 zeigt das Fotografie Forum Frankfurt die Ausstellung „Tony Rizzi – Work Hard, Don’t Lie, And Try Not Hurt Anybody“. Erstmals ermöglicht die Schau einen tiefen Einblick in Tony Rizzis intuitive fotografische Praxis. Von seinen frühen Schwarz-Weiß-Fotografien, über die charakteristischen Polaroids und Fotocollagen bis hin zu den aktuellen Videoarbeiten veranschaulichen die Werke seine künstlerische Vielseitigkeit. In seinen Fotografien von Menschen, Performances, Liebesbeziehungen, Familie und queeren Communities zeigt sich Rizzis Leidenschaft, ganz im Moment zu sein.
Als Rizzi zum Ballett Frankfurt unter der Leitung von William Forsythe kam, begann er ein Leben in einer Stadt, deren Motto »Kultur für alle« lautete und in der künstlerische Experimente und internationaler Austausch einen hohen Stellenwert hatten. Ausgehend von seiner internationalen Arbeit im Tanz wurde die Fotografie für Rizzi zu einem weiteren kreativen Prozess, um sich mit anderen zu verbinden.
»Nun beginnt mein Leben in Frankfurt. Ich mag es hier sehr und es fühlt sich so an, als ob ich hier hingehöre. Ich habe das Gefühl, dass ständig eine beschützende Präsenz an meiner Seite ist … Seltsam … ‚Arbeite hart, lüge nicht und versuche, niemanden zu verletzen‘.« so Tony Rizzi, am 7. September 1985.
Besonders in den Schwarz-Weiß-Fotografien aus den 1980er- und 1990er-Jahren, die einen Blick hinter die Kulissen des Ballett Frankfurt gewähren und Aufführungen wie persönliche Erfahrungen festhalten, begegnen wir einem Stück Geschichte. Zugleich ist bis heute die tiefe Verbundenheit und Fürsorge innerhalb dieser Tanzgemeinschaft spürbar.
Rizzis Fotografien erzählen von persönlichen Beziehungen zu Liebhabern, Freund*innen und Kolleg*innen zu Hause oder auf Tournee. Sie zeigen zahlreiche Selbstporträts, ironische und spielerische Momente ebenso wie emotional aufgeladene Situationen, in denen sich existentielle Fragen spiegeln wie sein Leben mit Aids. Auch die lebendige LGBTIQA+ Szene und das Alltagsleben in Frankfurt finden darin ihren Platz.
Flüchtige Begegnungen – Partys, erotische Momente, Lachanfälle, die Angst vor Verlust und vor dem Tod – werden in Bilder von bemerkenswerter Intimität verwandelt. Dabei verbindet sich das Persönliche mit grundlegenden Fragen nach Gemeinschaft und danach, wie wir zusammenleben. Dazu schreibt Celina Lunsford, Kuratorin der Ausstellung, in ihrem Katalog-Essay: »Jeder
Impuls zum Fotografieren ist ein Moment des Auges, des Verstandes und des Herzens. Die vielfältigen Kompositionen sind Ausdruck des Werdens. Für ihn ähneln sich Performance und Fotografie darin, dass sie zur Auseinandersetzung mit der Conditio humana anregen, eine emotionale Verbindung herstellen und das Geschehene sowie die Anwesenden festhalten.«
Fotografie Forum Frankfurt, Braubachstraße 30-32, Frankfurt am Main











