Vom 25. Dezember 2026 bis 28. Februar 2027 zeigt f3 – Freiraum für Fotografie eine spannende Ausstellung mit den Selbstporträts einer ungewöhnlichen Frau und Fotografin, deren Werk erst spät entdeckt wurde. Eine besondere Vorliebe hatte sie jedoch für Selbstporträts. Die Entdeckung der Fotografin Vivian Maier (1926–2009) zählt zu den größten Sensationen der Fotogeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf diesen Aspekt ihrer Arbeit konzentriert sich die Ausstellung The Self Portrait and its Double.
Die Amerikanerin war als Künstlerin völlig unbekannt, bis der Makler und Freizeithistoriker John Maloof 2007 in Chicago einige Kisten aus einem Lagerhaus ersteigerte, in denen er historische Aufnahmen der Stadt vermutete. Zu seiner Überraschung stieß er stattdessen auf einen bislang unentdeckten und unerforschten fotografischen Schatz.
Vivian Maier wurde 1926 in der Bronx in New York geboren, verbrachte aber einen Großteil ihrer Kindheit und Jugend in Frankreich. Ab den frühen 1950er Jahren arbeitete sie in den USA als Kindermädchen und begann unermüdlich, mit einer Rolleiflex-Kamera das Leben auf den Straßen zu fotografieren. In ihrem Schaffen zeigen sich wiederkehrende Themen: Alltagszenen, soziale Gefüge, Menschen am Rand der Gesellschaft sowie die Welt der Kinder und vor allem Selbstporträts.
„Selbstporträts treten in Maiers Œuvre in vielfältigen Formen und Variationen auf – bis zu dem Punkt, dass sie fast schon eine eigene Sprache innerhalb ihrer Sprache bilden. Eine Dualität. Im Gegensatz zu Narziss, der sich durch die Betrachtung und Bewunderung seines eigenen Bildes zerstörte, war Vivian Maiers Interesse am Selbstporträt eher eine Suche nach ihrer Identität. Aufgrund ihres sozialen Status, der sie auf Unsichtbarkeit, auf eine Art Nicht-Existenz reduzierte, machte sie sich still und unauffällig daran, einen unwiderlegbaren Beweis für ihre Präsenz in einer Welt zu schaffen, in der sie keinen Platz zu haben schien.
f3 Freiraum für Fotografie, Prinzessinnenstraße 30, Berlin










