Fünf Jahre Generalsanierung einer historischen Kirche: Die im 10. Jahrhundert in Köln erbaute Pfarrkirche St. Pantaleon ist eine der bedeutendsten Kirchen im Rheinland. Sie ist nicht nur ein herausragendes Beispiel für romanische Baukunst, sondern auch die letzte Ruhestätte der ersten deutschen Kaiserin Theophanu, deren Sarkophag sich im Westwerk der Kirche befindet. Als 2020 eine mehrjährige Generalsanierung der historischen Kirche anstand, war dies für den 1991 gegründeten Freundeskreis zunächst eine Herausforderung, hatte dieser doch in den 30 Jahren zuvor bereits förderungswürdige Projekte für die Sanierung des Gebäudes identifiziert, wie dessen Vorsitzender Prof. Dr. Michael Trimborn feststellt.
Als die Entscheidung, die Generalsanierung des historischen Gebäudes von St. Pantaleon anzugehen, gefallen war, wurde ein Fotograf gesucht, der die Arbeiten über die folgenden Jahre begleiten und dokumentieren sollte. Die Wahl fiel auf Eusebius Wirdeier (DGPh), der die im Frühjahr 2020 beginnenden Arbeiten fortan mit der Kamera begleitete. Das von deren Freundeskreis nun nach Beendigung der Arbeiten herausgegebene Buch „Sankt Pantaleon Köln – Generalsanierung 2020– 2025“ zeigt in insgesamt 104 zumeist doppelseitig wiedergegebenen Farbfotografien seine Auswahl aus fünfeinhalb Jahren Arbeit.
Wirdeier hat dabei nicht nur wichtige historische Details des Kirchengebäudes, sondern vor allem die Arbeit der Fachleute, die unter der Leitung des Architekten Max Ernst und des Steinmetzmeisters Jan Schwieren sowie Pastor Dr. Volker Hildebrandt bei der Generalsanierung tätig waren, umfassend dokumentiert und präsentiert beides in dem Buch. Informative Textbeiträge ergänzen die Fotografien. Nach einer Einführung des Vorsitzenden Prof. Dr. Michael Trimborn berichtet Pastor Dr. Volker Hildebrandt unter dem Titel „Herr Pastor, es tropft!“,
dass nach einem Dachgutachten im Juni 2018 die Entscheidung für eine Generalsanierung der Kirche fiel. Die Architekten Max Ernst und Philipp Ernst schildern aus ihrer Sicht, wie bei ihrer Tätigkeit Architektur auf Denkmalpflege traf und die Arbeit in Bauabschnitte aufgeteilt wurde, während die Diplom-Restauratorin Susanne Heym die Herausforderungen anspricht, die die Arbeiten am Westwerk der Kirche mit sich brachten.
Martina Mailänder, die Kantorin der Kirche, freut sich darüber, dass Sankt Pantaleon neben der großen Lettnerorgel zwei weitere Orgeln hat, eine für „Musik hinter dem Altar“ und eine, die auf Rollen steht und daher flexibel nutzbar ist. Dr. Ulrike Heckner und Anne Lambert vom LVR-Amt für Denkmalpflege waren mit der Bauforschung und der Spurensuche an den über tausend Jahre alten Mauern beschäftigt. Die Restauratorinnen Verena Ebel und Sarah Grimberg kümmerten sich um die im Inventar der Kirche erfassten wertvollen Kunstwerke.
Martin Lehrer beschreibt in seinem Text das „Ringen um Qualität auf allerhöchstem Niveau“. Kölns Stadtkonservator Dr. Thomas Werner schildert am Beispiel von Sankt Pantaleon, wie man eine romanische Kirche denkmalgerecht saniert.
Steinbildhauer Jan Schwieren hat festgestellt, dass Natursteinrestaurierung an einem tausendjährigen Kirchenbau mit vielen Einblicken in die Vergangenheit verbunden ist und Dr. Anna Pawlik befasst sich allgemein mit der Gotik in der Stadt Köln – insbesondere mit dem gotischen Lettner in der romanischen Kirche St. Pantaleon.
Zum Abschluss berichtet der Fotograf Eusebius Wirdeier unter dem Titel „Fotogeschichten mit Sankt Pantaleon“, dass für ihn von der romanischen Kirche und hier besonders von deren Westwerk bereits seit 1964 eine Faszination ausging, deren Sanierungsarbeiten er nun fünf Jahre mit der Kamera begleitet hat.
H. G. von Zydowitz
Eusebius Wirdeier (DGPh)
Sankt Pantaleon Köln – Generalsanierung 2020–2025
224 Seiten, mit 104 Fotografien
Format: 17×23 cm, Hardcover
Köln, Freundeskreis St. Pantaleon
ISBN: 978-3-9805197-4-8;
Preis 26,80 Euro











