Die Leidenschaft von Lois Lammerhuber, Initiator des Foto Festivals La Gacilly-Baden Foto, hat viele Facetten. Der Verleger, Herausgeber, Kurator, Festival-Direktor, Fotograf, Autor und engagierter Vertreter einer weit über ein “L´art pour l’art“ hinausgehenden „Concerned Photography“ sowie ein Verfechter einer Kultur der Solidarität ließ es sich auch beim 9. Festival La Gacilly Baden Photo nicht nehmen, die anwesenden Fotografen und Medienvertreter persönlich durch die, entlang eines sieben Kilometer langen Parcours installierten Ausstellungen zu führen. Die Künstler konnten, von ihm vorgestellt, Ihre Werke persönlich einer breiten Öffentlichkeit zu erläutern. Diesen traditionellen Kunstmarathon hat dasfotoportal.de gemeinsam mit nationalen und internationalen Medienvertretern miterleben dürfen.

Der Traum vom Fliegen
Der Rundgang startete am Eingang des Badener Kurparks direkt unterhalb der Terrasse des Medienhotels „At The Park“. Zum Auftakt erklärten Lois Lammerhuber und Peter Kleemann das Fotoprojekt Flughafen Wien, der 2024 seinen 70. Geburtstag feierte. Aus diesem Anlass hatte der Flughafen acht international renommierte Fotografinnen und Fotografen unter der künstlerischen Leitung des vielfach ausgezeichneten Verlegers und Fotografen Lois Lammerhuber und in Zusammenarbeit mit dem Autor Thomas Brezina, 24 Stunden lang das Leben dieses ganz besonderen Ortes beobachtet und dokumentiert: vom geschäftigen Treiben auf dem Flughafen-Vorfeld und den Start- und Landebahnen über emotionale Abschiede und Begrüßungen im Terminal bis zu stillen Augenblicken und alltäglichen Arbeiten. Es entstand ein aufwändig gestalteter Bildband inklusive einer dem Buch beiliegenden, umfangreichen Chronologie der 70jährige Geschichte des Flughafens.

Installation am Badener Theater: Fotoprojekt der Traum vom Fliegen.
© Ana Maria Arevalo Gosen, Ulla Lohmann.
Herausgegeben vom Flughafen Wien
Thomas Brezina
Lois Lammerhuber
Ana María Arévalo Gosen
Hans-Jürgen Burkard
Heinz Stephan Tesarek
Jérôme Gence
Martina Draper
Nadia Ferroukhi
Ulla Lohmann
27 × 27 cm
192 Seiten
171 Abbildungen
Deutsch. Englischsprachige Ausgabe erhältlich.
Hardcover, Leinen gebunden,
„French Fold“-Schutzumschlag
ISBN 978-3-903462-13-7
Dezember 2024
Preis: 39.00 Euro

Zwar verging die Zeit beim langen Marsch durch die Ausstellungen wie im Fluge. Abheben war dennoch nicht möglich. Der sieben Kilometer lange Kunst-Parcours musste von den Teilnehmern wohl oder übel auf Schusters Rappen bewältigt werden.

Festival La Gacilly -Baden Photo: Garten Route.

Festival La Gacilly-Baden Photo: Stadt Route
Cewe Photo Award 2026 – Our World is Beautiful
Die Gewinner des Cewe Photo Award, einer der größten offenen Fotowettbewerbe der Welt werden traditionell im Badener Kurpark und an den Seitenfronten des dortigen Casinos ausgestellt, Die zum Teil überdimensionalen Installationen der Fotografie beweisen, dass es zwischen der professionellen und engagieren Freizeitfotografie keine Qualitätsunterschiede gibt. Der Foto-Online Service Cewe zählt zudem zu den Hauptsponsoren des Festivals, womit die großzügige und prominente Platzierung im stark frequentierten Kurpark mehr als gerechtfertigt wird.

Mike Taylor – The Beautiful Game
Ursprünglich würde Mike Taylor wie er selbst sagt, „am liebsten diese fantastischen Versammlungen in den Baptistenkirchen im Süden der USA fotografieren, wo die Menschen sich in der Verzückung des Lobpreises des Herrn verlieren. Aber ich bin Fotograf aus East Kent und nicht aus South Carolina … und habe daher realistische Erwartungen an meine Projekte.“

Mike Tayler und Lois Lammerhuber präsentieren die Ausstellung The Beautyful Game. © Heiner Henninges
Es fasziniert ihn Menschen zu beobachten und zu fotografieren, die völlig versunken und in das Geschehen vertieft sind. Genau das tun Menschen in den englischen Pubs, wenn wichtige Fußballspiele stattfinden. Allerdings hatte nie die Absicht oder den Plan, Fußballfans in Pubs zu fotografieren. Er sei -so sagt er – zufällig auf diese fantastische Möglichkeit gestoßen, Menschen zu beobachten. Dabei interessiere er sich weder für Fußball oder eine andere Sportart.

Mit diesem Bild gewann Mike Taylor 2025 den CEWE Photo Award
Gerade zur parallel zum Festivalbeginn gestarteten Fußball WM in den USA, Kanada und Mexiko zeigt sich der Fußball für Millionen Menschen weltweit als eine Art Religion, dass es kaum überrascht, wenn sie von den Spielen völlig in den Bann gezogen gefesselt werden. Diese Begeisterung und Hingabe faszinierte Mike Taylor, der es liebt, Menschen zu beobachten, die völlig in das Geschehen eintauchen und sich davon überwältigen lassen. Und genau das passiert in Pubs, wenn wichtige internationale Spiele übertragen werden. Wenn er während eines Spiels in einem Pub fotografiert, hört stets genau den Kommentatoren zu, da sie oft Hinweise darauf gäben, was passieren wird. Auf den Bildschirm schaut er nach eigener Aussage so gut wie nie, stattdessen im auf die Zuschauer. Er ist überzeugt davon, dass er – falls er sich nur ein bisschen für das Spiel interessieren würde – sich nicht wirklich auf die Fans oder ihre Reaktionen konzentrieren könnte.
Es sei schwierig genug, die richtigen Pubs zu finden, ihre Zustimmung zu gewinnen und eine gute Beziehung aufzubauen, bevor er anfangen kann zu fotografieren. Für Mike Taylor ist die Fanfotografie in den Pubs ein lebendiges Projekt, das er auch weiter verfolgen und ausbauen will.

© Mike Taylor
Schon als Sechsjähriger entdeckte er die Fotografie für sich. Er war fasziniert von der Raumfahrt, seit er Neil Armstrong beim Fotografieren auf dem Mond zusah. Mike Taylor war 2025 Preisträger beim CEWE Photo Award die Kategorie Street Photography beim CEWE Photo Award. Im selben Jahr hat Mike Taylor ein Buch mit dem Titel „Click!: Das 10-Dollar-Buch, das Sie zu einem besseren Fotografen macht und Ihnen ein Vermögen spart“ veröffentlicht, es enthält seiner Meinung nach alles, was er gelernt habe“.
Esther Haase – Vivienne, Andreas and Me
Ihr Leben sei ein Tanz mit der Kamera durch die Welt, hat Esther Haase, eine der bedeutendsten deutschen Modefotografinnen ihr Lebenswerk beschrieben. Die für ihre dynamische Verbindung aus visueller Kreativität, Einfühlungsvermögen und theatralischer Komposition bekannten, in der Sparkassengasse und übergroß an der Fassade des Festival Hotels „At The Park“ gezeigten Fotografien, wirken durch ihre cineastische Inszenierung überaus lebendig. Sie vermitteln Bewegung, Selbstbewusstsein und Lebensfreude. Sie bekunden ihre Überzeugung, dass Modefotografie gleichermaßen visuell beeindruckend wie emotional berührend sein kann.

Lois Lammerhuber und Esther Haase in der Ausstellung „Vivienne, Andreas and Me“ in der Sparkassengasse.
© Heiner Henninges
Die Ausstellung Vivienne, Andreas and Me umfasst Aufnahmen aus der Serie Rock ’n Old einem ihrer bedeutendsten Projekte. Sie gehören zu einem langfristigen fotografischen Vorhaben der Fotografin, das ältere Menschen mit Film- und Bühnenpersönlichkeiten in inszenierten Rollenspielen zusammenbringt, unter anderem für den Jahreskalender eines Berliner Pflegedienstes. Das soziale Kunstprojekt stand zudem in besonderem Bezug zu Vivienne Westwood, der verstorbenen britischen Modeikone. Studierende aus Westwoods Berliner Modeklasse lieferten die Kostüme für die Serie, wodurch die Bilder Westwoods unkonventionellen Geist aufnehmen und Haases Engagement für generations- und disziplinübergreifende Zusammenarbeit unterstreichen.

Esther Haase aus dem Projekt „Rock’n Old“. Installation an der Seitenfront des Festival Hotels At The Park“
© Heiner Henninges
Esther Haase hat die Mode-Ikone Vivienne Westwood auch persönlich porträtiert. Nach deren Tod mit 81 Jahren übernahm ihr langjähriger kreativer Partner und Ehemann, der österreichische Designer Andreas Kronthaler, ihr persönliches und künstlerisches Erbe und führt , sondern auch das Modehaus weiter. Vivienne Westwood lernte Andreas Kronthaler während ihrer Zeit als Professorin in Wien kennen und war später begegnete und später die kreative Kraft hinter dessen Arbeiten. Esther Haase hat Andreas Kronthaler in Mailand zu fotografiert. Heraus kam weit mehr als ein Porträt:

Andreas Kronthaler.
© Esther Haase
Die Arbeiten wurden zu einer Reflexion über Übergang, Verantwortung und Erinnerung. Esther Haases Fotos von Andreas Kronthaler spiegeln seine enge Verbindung zu Vivienne Westwoods Leben und Werk sowie seine Vision, ihr Vermächtnis weiterzutragen wider.
Brian May Diableries: Stereoscopic Adventures in Hell
Im Kaiserhaus Garten wird mit der Installation einer überdimensionalen Gitarre, um die eine Vielzahl von Betrachtungsgeräten für die Betrachtung der dreidimensionalen Fotografie der Sammlung „Diableries“ des Queen Gitarristen Brian angebracht wurde, dem 200-jährigem Jubiläum der Fotografie gedacht. Der Rockmusiker ist leidenschaftlicher Stereofotograf und darüber hinaus auch der weltweit größte Sammler historischer und moderner stereoskopischer Bilder. Seine Liebe zu dieser Kunstform ist Ausdruck einer tiefen kulturhistorischen Neugier.

Installation einer überdimensionalen Gitarre um die herum zahlreich Betrachter für stereoskopische Bilder montiert sind.
Schon als Jugendlicher entdeckte Brian May die Faszination dreidimensionaler Fotografien. Besonders haben es ihm viktorianische Stereoaufnahmen aus dem 19. Jahrhundert angetan Er selbst sammelt, restauriert und veröffentlicht diese Werke mit großer Sorgfalt und wissenschaftlichem Anspruch. Bereits 2019 wurde in Baden seine Serie „Die Mondlandung in 3D“ im Arnulf Rainer Museum als Weltpremiere gefeiert. Jetzt zeigt das Festival mit „Diableries: Stereoscopic Adventures In Hell“ eine absolute Rarität seiner Sammlung.

Denis Pellerin (Kurator der Sammlung von Brian May) und Lois Lammerhuber im Kaiserhausgarten bei der Einführung in die Installation „Diableries“
© Heiner Henninges
Die in Frankreich entstandenen 3D-Bilder zeigen auf grotesk-humorvolle Weise Szenen aus einer imaginären albtraumhaften Unterwelt. Teufel und Dämonen gehen darin alltäglichen Tätigkeiten nach, feiern, arbeiten oder parodieren menschliche Verhaltensweisen und spiegeln auf fast naive Weise die Korruption und den Überfluss von Paris während des Zweiten Kaiserreichs wider. Die detailreichen Miniaturkulissen und aufwendig inszenierten Figuren, die kurz nach der Erfindung der Fotografie von den beiden damals führenden französischen Bildhauern Pierre Hennetier und Louis Habert aus Ton modelliert wurden, verbinden Theater, Fotografie und Satire zu einem faszinierenden Gesamtkunstwerk.

Der Queen-Gitarrist Brian May mit seiner Koautorin Paula Fleming und seinem Koautotor Denis Pellerin
© Heiner Henninges
Brian May hat – gemeinsam mit seiner Kuratorin Paula Fleming und dem Mitautor und Kurator Denis Pellerin, der auf dem Rundgang die Sammlung erläuterte – wesentlich dazu beigetragen, dieses lange vergessene Werk wieder zugänglich zu machen, indem er es neu edierte und in seinem historischen Kontext erschloss. Seine Sammlung ist somit nicht nur ein Archiv vergangener Bildtechniken, sondern auch ein lebendiger Beitrag zur Geschichte visueller Medien. Durch sein Engagement wird deutlich, dass Innovation und Staunen keine Erfindungen der Gegenwart sind – sondern tief in der Kulturgeschichte verwurzelt liegen. Sir Brian Mays Diableries sind ein ganz besonderer visueller Leckerbissen im Kontext des 200. Geburtstages der Fotografie.
Norbert Span – Magische Schönheit
In der Rathausgasse werden die einzigartigen Werke des Meisters der Makrofotografe Norbert Span in zum Teil überdimensionalen Installationen präsentiert. Die Arbeiten des 1967 geborenen, österreichischen Wissenschaftlers, Glaziologen und international anerkannten Fotografen Norbert Span eröffnen faszinierende Einblicke in eine Welt, die uns zwar alle betrifft, die aber dem menschlichen Auge normalerweise verborgen bleibt. Die ausgestellten Fotografien entführen die Betrachtenden in die Welt der Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel. In den Fotografien verwandeln sich die Inhaltsstoffe gewöhnlich scheinender Pillen in visuelle Kunstwerke von erstaunlicher Ausdruckskraft. Jeder Wirkstoff wird zu einem eigenständigen Universum, das feinste Strukturen, Oberflächenreliefs und Farben deutlich hervortreten lässt. Der Fotograf macht die Strukturen von Magnesium, Calcium, Vitamin C und D, Q10, Zinkcitrat, Eisen, Selen, Kupfer, Bor, Chrom, Mangan sowie Astaxanthin (natürlicher, roter Farbstoff, der Gruppe der Carotinoide), Weihrauch und Reishi (asiatischer Heilpilz) sowie die kristallinen Strukturen von Mineralstoffen oder die samtige Textur von Pulverpräparaten in höchster Präzision sichtbar.

Fotograf und Wissenschaftler Norbert Span und Lois Lammerhuber bei der Präsentation der Ausstellung Magische Schönheit.
© Heiner Henninges
Neben der ästhetischen Wirkung und der Vielfalt der Wirkstoffe eröffnet der Fotokünstler auch wissenschaftliche Perspektiven und lässt die Unterschiede in Struktur und Zusammensetzung sichtbar werden, die Rückschlüsse auf Qualität, Reinheit und Löslichkeit zulassen.
Spans Werke bezeugen, dass Makrofotografie weit über die bloße Abbildung hinausgeht. Sie sensibilisiert die Betrachtenden für die Komplexität selbst kleinster Objekte und vermittelt die ungeheure Schönheit des Mikrokosmos. Die Bilder sind nicht nur wissenschaftlich informativ, sondern auch ästhetisch beeindruckend. Sie bilden eine Symbiose aus Forschung, Kunst und der Leidenschaft für das Detail.

Norbert Span erklärt seine Ausstellung „Magische Schönheit“.
Norbert Span studierte Meteorologie, Glaziologie und Astronomie an der Universität Innsbruck. Eer ist geschäftsführender Inhaber der Team Eiswelten OG, einem Unternehmen das sich vor allem mit der Entwicklung und Umsetzung von Ausstellungs- und Erlebnisprojekten, insbesondere im Bereich Wissenschaft, Visualisierung und Inszenierung beschäftigt.
Das Fotofestival der Schulen aus Niederösterreich und Morbihan, Frankreich
Pop Nature lautet der Titel der Ausstellung der Ergebnisse des Wettbewerbs der Schulen Niederösterreichs und der Collegiens du Morbihan, Frankreich, beim Festival La Gacilly-Baden Photo, die von den Lois Lammerhuber, Gregor Christian Schörg vor dem Bundes Gymnasium und dem Bundes Realgymnasium( BG/BRG) in der Badener Frauengasse vorstellten. Das Fotoatelier Schörg betreut auch die in Zusammenarbeit mit dem Bundesgymnasium BG und dem Bundesrealgymnasium Baden Frauengasse, Leica und Hahnemühle jährlich begleitend stattfindende Photo-Academy des Festivals.

Das Festival der Schulen, Arbeit von Schülern des College Saint Gildas, Morbihan, Bretagne. Großinstallation in der Frauengasse gegenüber den dortigen Gymnasien.
© Heiner Henninges
Das Vereinigte Königreich sei schon immer ein fruchtbarer Boden für künstlerische Kühnheit und revolutionäre kulturelle Bewegungen gewesen, heißt es im Festivalkatalog. „Von den Swinging Sixties über die psychedelische Blütezeit der 1970er Jahre bis hin zur Pop Art haben die Briten eine farbenfrohe, skurrile Energie in die Welt der Kunst und des Designs gebracht“, lautet dort auch die Begründung für das Thema „Pop Nature“ beim diesjährigen Fotowettbewerb der Schulen. Es sollte diese fröhliche Ästhetik aufgreifen und Naturlandschaften neu erfinden als eine fast surreale Welt, in der Grün nicht mehr einfach nur Grün ist, sondern fluoresziert, in der Blumen unter Neonlichtern tanzen, und die Realität von einer sanften Exzentrik geprägt ist. Pop Nature ist gedacht als eine freie, unbeschwerte, psychedelische, rhythmische und lebendige Sicht von Schülerinnen und Schülern auf die Natur. Der Fokus liegt auf leuchtenden Farben, einer funkelnden, lebendigen, sorgenfreien und positiven Welt.

Das Festival der Schulen: Ausstellung in der Frauengasse: Früh übt sich…
© Heiner Henninges
Dieses Projekt ist eine Partnerschaft der Niederösterreichischen Landesregierung mit dem Verein Foto Festival Baden und der Landesinnung der Berufsfotografie Niederösterreich. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler von professionellen niederösterreichischen Fotografinnen und Fotografen begleitet. Ihre Arbeiten sind gemeinsam mit jenen von Schulen aus Morbihan in der Bretagne zu sehen.
In Frankreich unter der Leitung von acht professionellen Fotografen sechzehn staatliche und private Sekundarschulen im Morbihan an der Initiative teilgenommen und während des gesamten Schuljahres 2024-2025 zum Thema Pop Nature gearbeitet. In ihren Bildern zeigen die jungen Künstler eine befreite, ungehemmte Vision einer lebendigen Welt und würdigen ein von ihnen verzaubertes Naturwunderland. Auf dieser visuellen Reise voller die Poesie und Psychedelia miteinander verbindet, wird die Natur zu einem Fest für die Sinne.

Lois Lammerhuber sowie die Tutoren Gregor und Christian Schörg stellen das Projekt „Das Festival der Schulen“ vor.
© Heiner Henninges
Dieses Projekt wurde durch eine Partnerschaft zwischen dem Departementsrat von Morbihan und dem Verein La Gacilly Photo Festival ermöglicht. Es bringt jedes Jahr 16 staatliche und private Schulen aus dieser Region Frankreichs zusammen. Die Teilnehmer nehmen an einem ganzjährigen Bildungsprogramm teil, dessen Schwerpunkt auf der Entdeckung der Fotografie liegt. Von der Themenanalyse und der Entwicklung einer Zusammenfassung über die Aufnahme und Bearbeitung bis hin zum Verfassen von Bildunterschriften werden die Schüler zu Autoren einer Ausstellung, die vollständig in das Programm der 22. Ausgabe des La Gacilly Photo Festivals integriert wurde und jetzt auch in Baden zusammen mit den Arbeiten der niederösterreichischen Schüler gezeigt wird.

Das Fotofestival der Schulen – Pop Nature © MS Mistelbach / BORG/Mistelbach. © Heiner Henninges
Niederösterreichische Berufsfotografie: I Love Coffee, I Love Tea
Die Landungsinnung Niederösterreichische Berufsfotografie nutzt seit der Gründung des Festivals aktuelle Arbeiten Ihrer Mitglieder zu einem vom Festival-Direktor Lois Lammerhuber gestellten Thema in einer Ausstellung am Badener Mühlbach zu zeigen. Diesmal hatten sie die Aufgabe das Thema „I lLove Coffee, I love Tea“ fotografisch zu interpretieren.
„Das Festival La Gacilly-Baden Photo ist eine ganz besondere Möglichkeit für die Berufsfotograf:innen Niederösterreichs, ihre fotografischen Arbeiten jedes Jahr aufs Neue zu zeigen, in denen sie sich mit dem vom Festivaldirektor Lois Lammerhuber gestellten Thema auseinanderzusetzen“, betont Christian Schörg, Fotograf und Landesinnungsmeister Niederösterreichische Berufsfotografie,“

Christian Schörg und Lois Lammerhuber zur Ausstellung des Wettbewerbs der Niederöstereichischen Landesinnung der Berufsfotografen „I Love Coffee, I Love Tea!“ am Josephsplatz an den Ufern der Mühlbachöffnung
© Heiner Henninges
Auch in diesem Jahr hat eine zehnköpfige Jury unter Vorsitz des Festival-Direktors Lois Lammerhuber und des Landesinnungsmeisters, der Niederösterreichischen Berufsfotografie aus den zum Thema eingereichten Aufnahmen fünfzehn Arbeiten ausgewählt, die in einer Installation an der Kaimauer des Badener Mühlbachs in einem erfrischend lebendigen und gleichzeitig
Das Thema I love Coffee, I love Tea! Hat durchaus auch einen Bezug zu dem geschichtsträchtigen, romantischen Kurortes Baden bei Wien: Kaffee und Tee sind nicht nur für die Erholung suchenden Gäste mehr als nur Getränke – sie sind Momente, Stimmungen und Geschichten, die darauf warten, eingefangen zu werden. Der Fotowettbewerb I Love Coffee, I Love Tea, zudem alle niederösterreichischen Fotografen und Fotografen aufgefordert waren, ihre Kreativität zu zeigen und die Rituale, die Kultur und die Emotionen rund um diese beliebten Getränke zu feiern. Vom morgendlichen Kaffee, der den Tag beginnt, bis zum beruhigenden Nachmittagstee mit Freundinnen und Freunden. Jedes der ausgewählten Bilder erzählt seine eigene Geschichte. Sie zeigen aus vielfältigen Perspektiven beispielsweise den aus einer Tasse aufsteigenden Dampf, Hände, die das Getränk zubereiten, gemütliche Ecken, in denen es genossen wird, oder lebendige Cafés, die Menschen zusammenbringen. Ob abstrakt, spontan oder inszeniert, die Bilder vermitteln das Gefühl von Wärme, Verbundenheit und der persönlichen Bedeutung von Kaffee und Tee im Alltag. Die ausgestellten Bilder der Gewinnerinnen und Gewinner stammen von Rene Binder, Peter Eichstaedt, Ewald Fohringer, Thomas Gobauer, Susanne Grill, Christian Handl, Marius Höfinger, Philipp Monihart, Natascha Rössle, Barbara Schmeiser, Christian Schörg, Gregor Schörg, Barbora Vavro Gruber, Michaela Vondruska und Marcella Wallner.

Ausstellung der Landesinnung Niederösterreichischer Berufsfotografen „I Love Coffe, I Love Tea!“
© Heiner Henninges
Der Fotograf Christian Schörg porträtierte für seine Bildserie Gastronomen des Kurortes, die sich mit besonderer Liebe der Herstellung dieser köstlichen Getränke widmen. Baden blickt auf eine lange Tradition der Kaffeehauskultur zurück, die heute von neuen Einflüssen bereichert wird – von der klassischen Melange bis zum kräftigen Ristretto porträtierte einige Gastronomen, die für diesen erlesenen Genuss verantwortlich sind. Seine Bilder machen die Leidenschaft und das Handwerk hinter jeder Tasse sichtbar und laden dazu ein, diese Welten des Genusses zu entdecken. Unter den Abgebildeten sind Josef Enderlin, Kaffeehaus Ullmann, Mario Kreiker, Café Central, Axel Nemetz, Festival Hotel At The Park, Manfred Schneider, Backhaus Annamühle, Michael Straßecker, La Taverna da Michele und Florian Trahbüchler Kurpark Café Florian.
Christoph Künne 450 Jahre Backhaus Annamühle
Im Backhaus Annamühle wird seit 450 Jahren gebacken. Der heutige Inhaber Manfred Schneider und Lois Lammerhuber konnten zum Jubiläum den deutschen Experten für kreative, generative KI, Christoph Künne, dafür gewinnen, Fotos aus der heutigen Zeit sowie historische Bilder von Mitarbeitern und Räumlichkeiten mithilfe von generativer Künstlicher Intelligenz in eine Bilderserie zu verwandeln, die zeigt, wie die Geschichte des Backhauses und seiner Mitarbeiter sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt ausgesehen haben.

Von Christoph Künne mit Generativer KI auf Basis von Porträts heutiger Mitarbeiter erstellt: Wie hätte das Backhaus Annamühle von Inhaber Manfred Schneider vor 450 Jahren aussehen können?
Im Garten des Backhauses Annamühle war auch die erste Pause des zwar spannenden, informativen, aber doch auch herausfordernden Medien-Walks auf der Stadtroute. Noch besser, die Medienvertreter konnten sich an einem reichhaltigen Buffet mit süßem und salzigem Backwerk, Kaffee und kühlen Getränken stärken und sich live davon überzeugen, wie hier die alte Handwerkstradition hochgehalten wird. Gastgeber und heutiger Inhaber des Backhauses Annamühle Manfred Schneider sprach auch über die spannende Geschichte der Entstehung der Ki-Bildserie, die erzeugen soll, dass Tradition und Moderne sich nicht widersprechen müssen. Das Backhaus Annamühle sei aus einer alten Bäckertradition entstanden, diese auch heute noch hochgehalten würde, betonte Manfred Schneider. Ganz im Sinne der Vergangenheit wird im Backhaus auch heute großer Wert auf ofenfrische, handgefertigte Backwaren aus regionalen Zutaten gelegt, die frisch in der Bäckerei verarbeitet werden.

So könnte nach ChatGPT und dem Prompt von Christoph Künne die Belegschaft vom Backhaus Annamühle in Zukunft arbeiten. © Christoph Künne/Festival La Gacilly-Baden Photo.
Mittlerweile betreibt das Unternehmen in Baden und Bad Vöslau sechs Geschäfte, einige Kaffeehäuser und eine Pâtisserie.
Die Kulturgeschichte des Stammhauses, die Christoph Künne das Publikum mit seiner KI-Bildserie mit den faszinierenden modernsten Mitteln der Bilderstellung nacherleben lässt, macht auch die Möglichkeiten der harmonischen Verbindung aus Gestern und heute deutlich.
Wie es auf dem Kunst-Parcours des Festivals La Gacilly-Baden Photo weiter ging, berichten wir in Teil II der in drei Etappen stattgefundenen Wanderung.
Heiner Henninges, DGPh







