Am 13. August 2026 jährt sich der Beginn des Berliner Mauerbaus zum 65. Mal. Aus diesem Anlass veranstalten Kulturprojekte Berlin und die Stiftung Berliner Mauer vom 13. bis zum 16. August ein stadtweites Programm mit Open-Air-Ausstellung und Installation am Brandenburger Tor. Im Zentrum des Programms steht das Gedenken an die Opfer, die Veranschaulichung von Geschichte und die Frage nach Grenzregimen, Freiheit und demokratischen Werten, auch im Hier und Jetzt“, so kündigen Kulturprojekte Berlin und die Stiftung Berliner Mauer die Feierlichkeiten im August an.

Grenzsoldaten befestigen Abweiser auf der Betonverbundmauer an der Zimmerstraße, 1961 ©
Stiftung Berliner Mauer, Fotograf: Michael-Reiner Ernst
„Am Brandenburger Tor wird wieder eine Mauer stehen – vi | ew, eine Installation, die diesmal nicht trennt, sondern öffnet.“
Anlässlich des 65. Jahrestages wird die 30 Meter lange Installation vi | ew von Hubertus Hamm vom 12. bis 17. August 2026 vor dem Brandenburger Tor stehen. Sie ist als Teil des offiziellen Projekts „65 Jahre Mauerbau“ und steht genau dort, wo einst die Grenze Berlin teilte.
Was aus einer Perspektive als undurchdringliche Wand erscheint, wird aus einer anderen transparent. An einem Ort, der über Jahrzehnte für Trennung stand, macht vi | ew erfahrbar, dass Offenheit und Abschottung nicht allein Eigenschaften der Dinge sind, sondern auch durch den Standpunkt entstehen, von dem aus wir ihnen begegnen. An einem Ort, an dem die Arbeit eine neue und besondere Bedeutung erhält.
Besonders interessant unter den Ausstellungen um die Berliner Mauer ist die East Side Gallery, die längste Open-Air Galerie der Welt. Berühmt wurde die East Side Gallery, als im Frühjahr 1990 Künstlerinnen und Künstler mit mehr als hundert Gemälden auf der Ost-Berlin zugewandten Seite der Mauer ihre Freude über den Mauerfall und die friedliche Überwindung der Teilung ausdrückten. Mit ihren Werken bewahrten sie die Mauer vor dem Abriss, vor weiterem Zerfall und Zerstörung. Am 28. September 1990 wurde die Galerie eröffnet und im November 1991 in die Denkmalliste des Landes Berlin eingetragen.

Doin It Cool For The East Side, Jim Avignon, 2018 copyright Stiftung Berliner Mauer Foto Jascha Fibich
Auf einer Länge von 1,4 Kilometern erstreckt sich die Gedenkstätte entlang der Bernauer Straße. Sie befindet sich im ehemaligen Grenzstreifen zwischen Ost- und West-Berlin. Weil die Bernauer Straße zum Synonym für die Mauer geworden war, den jährlich tausende Besucher aufsuchten,entstand an diesem Ort nach der Maueröffnung im November 1989 aus bürgerschaftlichem Engagement ein Ort der Erinnerung an die Berliner Mauer und ihre Opfer. Nur hier ist der Grenzstreifen in seiner ganzen Tiefe erhalten. Am historischen Ort wird die Geschichte des Grenzregimes lebendig.
In der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße sowie an weiteren Orten in ganz Berlin, wie etwa dem Stasimuseum, Berliner Unterwelten und der Berliner Landeszentrale für politische Bildung, finden Veranstaltungen statt, die unterschiedliche Perspektiven auf Mauer und Teilung eröffnen. Dabei stehen immer wieder die Geschichten und Biografien der 140 Todesopfer an der Berliner Mauer im Fokus. Die zentrale Gedenkveranstaltung findet am 13. August in der Gedenkstätte Berliner Mauer statt. Außerdem gibt es in der Bernauer Straße Sonderführungen und Workshops sowie eine Sonderausstellung, die sich mit dem Thema Flucht aus der DDR über die Ostsee beschäftigt.












