Das erste große Firmware-Update für die Kinokamera Nikon ZR bringt zusätzliche Optionen für die Farbkorrektur, die Bildkontrolle und die Bedienung. Im Mittelpunkt steht die Integration der RED-Farbverarbeitung in das H.265-Aufzeichnungsformat.
RED-Farbverarbeitung auch mit H.265
Mit Firmware 2.00 stehen die Log3G10-Tonwertkurve und der Farbraum REDWideGamutRGB nicht mehr nur bei Aufnahmen im R3D-Format zur Verfügung, sondern auch bei der Aufzeichnung in H.265. Damit lässt sich die RED Colour Science für die Farbkorrektur nutzen, während die Dateien gegenüber RAW-Aufnahmen kleiner ausfallen. Das ist vor allem für Produktionen interessant, bei denen Material mit größerem Spielraum in der Postproduktion bearbeitet werden soll, ohne dafür durchgehend sehr große RAW-Dateien speichern zu müssen.

Nikon Firmware Update 2.0 für die spiegellose Nikon ZR.
© Nikon
Für H.265-Aufnahmen mit Log3G10 oder N-Log lässt sich die Rauschreduzierung bei hohen ISO-Empfindlichkeiten nun in vier Stufen einstellen: Aus, Niedrig, Normal und Hoch. Nikon nennt außerdem die Unterstützung dieser Rauschreduzierung bei Aufnahmen in ProRes 422 HQ/N-Log. Die Stärke kann damit an Aufnahmesituation und gewünschte Bildcharakteristik angepasst werden.
LUT-Kontrolle und Fokusprüfung
Eine weitere Neuerung betrifft die Bildkontrolle am Set. Log- und RAW-Aufnahmen können nun sowohl auf dem Kameramonitor als auch über den HDMI-Ausgang mit einer 3D-LUT angezeigt werden. Das Vorschaubild lässt sich dadurch näher an die angestrebte Farb- und Kontrastwirkung anpassen. Die flache Log-Darstellung muss zur Beurteilung der Bildwirkung nicht mehr allein herangezogen werden.

Einfachere Bedienung über das Einstellrad an der >Nikon ZR durch Firmware Uopdate 2.0.
© Nikon
Auch die Fokusprüfung wurde ergänzt. Focus Peaking steht bei Aufnahmen im R3D-NE-Format nun in Verbindung mit einer 3D-LUT zur Verfügung. Das unterstützt die Schärfekontrolle, wenn das Bild bereits mit einer LUT beurteilt wird. Die ursprüngliche Nikon-Ankündigung nannte die Focus-Peaking-Unterstützung zunächst allgemein für das R3D-NE1-Format; die aktuelle Produktdarstellung präzisiert die Funktion in Verbindung mit einer 3D-LUT.
Weitere Änderungen an Bild und Bedienung
Nikon hat zudem das Schwarzflimmern reduziert. Dabei handelt es sich um Schwankungen des Schwarzpegels zwischen aufeinanderfolgenden Einzelbildern, die insbesondere in dunklen Bildbereichen als Flimmern sichtbar werden können.
Die beiden Einstellräder lassen sich flexibler belegen. ISO-Empfindlichkeit, Belichtungskorrektur, Weißabgleich und Farbtemperatur können nun wahlweise dem vorderen oder dem hinteren Einstellrad zugeordnet werden. Hinzu kommt die Möglichkeit, View Assist und die 3D-LUT-Anzeige über eine der drei Fn-Tasten ein- und auszuschalten. Eine Einschränkung gilt dabei für die LUT: Ihre Anzeige lässt sich erst nach Ende der Aufnahme umschalten; View Assist kann auch während der Aufnahme aktiviert oder deaktiviert werden.
Das englischsprachige Erklärvideo zu den Neuerungen in der ZR Firmware 2.0.
Fernsteuerung und angekündigte Erweiterungen
Parallel zum Firmware-Update aktualisiert RED die Anwendungen RED Control und RED Control Pro. Damit werden Fernsteuerungsfunktionen für die Nikon ZR möglich. Nikon kündigt darüber hinaus weitere Funktionen für ein späteres Update an. Dazu zählen Open-Gate-Aufnahmen und eine Desqueeze-Anzeige für die Arbeit mit anamorphotischen Objektiven. Ihre Integration in die ZR-Firmware ist für 2027 vorgesehen.
Die Nikon ZR kam im Oktober 2025 auf den Markt. Firmware 2.00 ist damit das erste große Funktionsupdate für die kompakte Kinokamera. Die aktuelle Nikon-Vorstellung datiert vom 4. November 2026; eine vollständige Übersicht der Änderungen und Fehlerkorrekturen verweist der Hersteller auf sein Download-Center.
Fazit
Firmware 2.00 greift an mehreren Stellen in den Produktionsablauf der Nikon ZR ein. Besonders relevant ist die Nutzung von RED Log3G10 und REDWideGamutRGB mit H.265, weil sich damit die RED-Farbverarbeitung mit einem dateisparenderen Codec kombinieren lässt. Die LUT-Kontrolle über HDMI, die erweiterten Fokusoptionen und die flexiblere Tasten- und Radbelegung betreffen vor allem die Arbeit am Set. Das Update unterstreicht die Position der ZR als kompakte Kinokamera innerhalb des Nikon-Z-Systems und zeigt, dass Nikon die Funktionsausstattung nach der Markteinführung softwareseitig weiterentwickelt. Die für 2027 angekündigten Open-Gate- und Desqueeze-Funktionen weisen zudem auf weitere Schritte in Richtung professioneller Filmproduktion hin.







