Das sind die Gewinnerinnen und Gewinner des 46. Leica Oskar Barnack Award (LOBA): Damir Faizulin aus Russland erhält den Hauptpreis für „Preserving Nature as Preserving Ourselves“, Laila AnnMarie Stevens aus den USA den Newcomer Award für „Clayton Sisterhood Project“. Der erstmals vergebene LOBA Women Grant geht an Valentina Sinis aus Italien für „The Last Butterflies“. Im Rahmen der Celebration of Photography am 8. Oktober 2026 in der Leica Welt Wetzlar wurde außerdem die mexikanische Fotografin Graciela Iturbide mit dem Leica Hall of Fame Award geehrt.
Die beiden LOBA-Gewinnerserien wählte eine fünfköpfige Jury aus mehr als 400 Einreichungen aus. Der Newcomer Award wurde in Kooperation mit 28 Institutionen und Hochschulen aus 18 Ländern bestimmt. Über den erstmals verliehenen LOBA Women Grant entschied die Jury auf Basis zahlreicher freier Einreichungen mit aussagekräftigen Projektskizzen.
Der seit 1980 verliehene LOBA zählt zu den renommiertesten und höchst dotierten Auszeichnungen der Fotografie. Der Gewinner der Hauptkategorie erhält 40.000 Euro sowie eine Leica Kameraausrüstung im Wert von 10.000 Euro. Der Newcomer Award ist mit 10.000 Euro und einer Leica Q3 verbunden. Die Gewinnerin des LOBA Women Grant erhält 10.000 Euro, eine Leica Q3 und fachliche Begleitung während der Umsetzung und Produktion.
Damir Faizulin: Preserving Nature as Preserving Ourselves
Leica Oskar Barnack Award 2026 – Hauptkategorie
Der russische Fotograf richtet den Blick auf die Natur und die Lebensbedingungen in den Bergen Dagestans im Nordkaukasus. Seine Bilder dokumentieren, wie Tourismus, moderne Architektur und die Vernachlässigung gewachsener Strukturen und kultureller Praxis das fragile Gleichgewicht zwischen den dort lebenden Menschen und ihrer Umwelt verändern.
Zugleich feiern die Bilder die Schönheit der Region. Die Serie verbindet dokumentarische Präzision mit einer poetischen Bildsprache.
Laila AnnMarie Stevens: Clayton Sisterhood Project
Leica Oskar Barnack Award Newcomer 2026
In ihrer Schwarzweißserie untersucht die US-amerikanische Fotografin zeitgenössische queere Verwandtschaftsbeziehungen und das fortdauernde Vermächtnis selbstbewusster schwarzer Frauen.
Im Mittelpunkt stehen die beiden Schwestern und vier Nichten der Fotografin, die aus Queens, New York, in ein gemeinsames Haus auf einem Grundstück in Clayton, North Carolina, gezogen sind. Stevens zeigt, wie Verbundenheit über Generationen hinweg gelebt wird, und würdigt Gemeinschaft, weiblichen Zusammenhalt und selbstbestimmte Formen von Familie.
Valentina Sinis: The Last Butterflies
LOBA Women Grant 2026/2027
Die Förderung ermöglicht der italienischen Fotografin, ihr Langzeitprojekt im Iiakischen Kurdistan fortzuführen. Sinis porträtiert kurdische Frauen, die ihre Heimat verlassen haben, um sich dem bewaffneten Widerstand anzuschließen und fotografiert Landschaften sowie verlassene Orte.
In einem neuen Kapitel untersucht sie, wie der Kampf die Bindungen an Land und Familie sowie das Gefühl von Zugehörigkeit verändert. Zugleich macht die Arbeit die menschlichen Kosten des Engagements der Kämpferinnen sichtbar. Die Ergebnisse des neuen Kapitels sollen 2027 gemeinsam mit dem LOBA präsentiert werden.
Graciela Iturbide: Leica Hall of Fame Award 2026 / Leica Picture of the Year 2026
Die mexikanische Fotografin erhält den Hall of Fame Award für ihr Lebenswerk. Als Leica Picture of the Year 2026 wurde ihr Motiv „Na’ Lupe Pan“ ausgewählt, aufgenommen 1986 in Oaxaca und Teil der Serie „Juchitán“. Die Aufnahme wird exklusiv und limitiert über die Leica Galerien angeboten.
Zitat Karin Rehn-Kaufmann, Art Director und Generalbevollmächtigte Leica Galerien International
„Mich hat, wie so oft, die große thematische Bandbreite beeindruckt. Die Serie ,Preserving Nature as Preserving Ourselves‘ von Damir Faizulin macht auf eindrucksvolle Weise deutlich, wie eng das Wohlergehen der Menschheit mit dem Zustand unserer natürlichen Umwelt verbunden ist. Mit dem ,Clayton Sisterhood Project‘ ist Laila AnnMarie Stevens eine intime und authentische Arbeit gelungen. Und, The Last Butterflies‘ schildert eindrücklich die neue Rolle, die Frauen seit einiger Zeit im Krieg einnehmen. Es ist wichtig, dass Valentina Sinis dieses Projekt vervollständigen und weiterführen kann.“
Ausstellungen in Wetzlar
Alle Shortlist-Serien des 46. LOBA-Jahrgangs sind bis zum 18. Februar 2027 im Ernst Leitz Museum in Wetzlar ausgestellt. Der LOBA-Katalog 2026 präsentiert die vollständigen Bildserien, Interviews und Hintergrundinformationen. Anschließend wird die Ausstellung in weiteren Leica Galerien und auf Fotofestivals weltweit gezeigt.
Die Ausstellung zu Graciela Iturbides Leica Hall of Fame Award ist parallel bis Januar 2027 in der Leica Galerie Wetzlar zu sehen. Sie umfasst mehr als 50 Fotografien aus den Serien „Juchitán“, „México Clásicas“, „Pájaros“, „Desierto de Sonora“ und „Viajes“.











