TechSmith integriert die generative Screencasting-Technologie von Camtasia als Plugin in ChatGPT. Aus Screenshots und einer textlichen Beschreibung entstehen zunächst Storyboards mit Szenen, Sprechertexten, Callouts und visuellen Fokuspunkten. Daraus lässt sich anschließend ein vertontes und animiertes Erklärvideo erzeugen.
Screenshots statt Bildschirmaufzeichnung
Der neue Workflow beginnt mit einem oder mehreren Screenshots. Dazu wird in ChatGPT beschrieben, welcher Prozess oder welche Arbeitsschritte in einem Erklärvideo dargestellt werden sollen. Das Camtasia Plugin analysiert die Bilder und den eingegebenen Text und erstellt daraus ein bearbeitbares Storyboard.
Dabei berücksichtigt die KI nicht nur den sichtbaren Bildinhalt. Über die Screentelligence-Technologie von Camtasia werden auch Elemente der Benutzeroberfläche wie Buttons, Menüs und Navigationsstrukturen interpretiert. Auf dieser Basis lassen sich einzelne Schritte eines Ablaufs ableiten. Das System legt zudem fest, an welchen Stellen Bildausschnitte vergrößert und bestimmte Bereiche hervorgehoben werden. Animierte Cursorbewegungen können die einzelnen Szenen ergänzen.
Das erzeugte Storyboard enthält Szenen, Sprechertexte, Callouts und visuelle Fokuspunkte. Änderungen lassen sich bereits in ChatGPT vornehmen. Dazu gehören unter anderem die Anpassung des Voiceovers, die Reihenfolge der Szenen und die inhaltliche Gewichtung einzelner Bildbereiche.
Anton Bollen, German Ambassador bei TechSmith, erläutert: „Bei KI-generierten Videos fehlte bislang oft die Flexibilität, die Nutzer von der Arbeit mit Text-Prompts kennen. Deshalb haben wir Generative Screencast so entwickelt, dass Nutzer jede Szene bearbeiten können – von Sprechertext und Titeln bis hin zu Callouts und Fokuspunkten.“
Übergang zu Camtasia Online
Nach der Prüfung und Anpassung des Storyboards wird das Projekt über „Generate Video“ an Camtasia Online übertragen. Dort wird daraus automatisch ein Videoprojekt erstellt. Übergänge, weitere Szenen, Layouts und Effekte können anschließend bearbeitet werden. Für eine detailliertere Bearbeitung lässt sich das Projekt auch im Camtasia Editor öffnen.
Das fertige Video kann als Videodatei heruntergeladen, per Link geteilt oder als Camtasia-Projekt gespeichert werden. Damit bleibt der generierte Inhalt auch nach der automatisierten Erstellung bearbeitbar.
Der Workflow unterscheidet sich damit von einer rein automatisierten Videogenerierung. Die KI erstellt zunächst die Struktur und die einzelnen Bestandteile des Videos. Die inhaltliche und visuelle Kontrolle bleibt während dieses Prozesses erhalten. Änderungen können vor der eigentlichen Videogenerierung per Prompt vorgenommen und anschließend in Camtasia weiterbearbeitet werden.
Kostenloses Plugin für ChatGPT
Das Camtasia Plugin ist für Nutzer mit einem TechSmith- und einem ChatGPT-Konto kostenlos verfügbar. Umfang und Häufigkeit der Generierung richten sich nach dem jeweiligen ChatGPT-Tarif.
Das Plugin ergänzt die bestehende Camtasia Product Suite, zu der unter anderem Camtasia Editor, Camtasia Snagit, Camtasia Audiate, Camtasia Online und Screencast gehören. Die neue Funktion verbindet damit die promptbasierte Erstellung in ChatGPT mit dem bestehenden Workflow für Bildschirmaufzeichnung, Videobearbeitung und Audiobearbeitung von Camtasia.

Bedenken gegen KI-generierte Videoinhalte.
© Techsmith
Fazit
Das Camtasia Plugin für ChatGPT verlagert einen Teil der Erstellung von Trainings- und Erklärvideos in die dialogbasierte Arbeit mit Screenshots und Prompts. Die Besonderheit liegt weniger in der automatischen Videogenerierung als in der Möglichkeit, das Storyboard bereits vor der eigentlichen Produktion zu prüfen und zu verändern. Sprechertexte, Szenenfolge, Callouts und visuelle Schwerpunkte bleiben damit beeinflussbar.
Die Vorstellung ist die erste Umsetzung der von TechSmith angekündigten Generative-Screencast-Technologie. Im Camtasia-Portfolio übernimmt das Plugin eine Schnittstellenfunktion zwischen ChatGPT und den bestehenden Werkzeugen für Videoerstellung und -bearbeitung. Für Anleitungen zu Softwareoberflächen kann der screenshotbasierte Workflow eine Alternative zur vollständigen Bildschirmaufzeichnung darstellen.







