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Fotoausstellungen

05.04.2019 - 15.06.2019
Fotoausstellung Wien . Das Projekt „Last Paradise“ von Ekaterina Sevrouk entstand im "toten Zoo" des Haus der Natur in Salzburg. Es soll die Ambivalenz zwischen scheinbarer Erhaltung bzw. Neugestaltung mit der einhergehenden Zerstörung auf ihre ganz eigene Art visualisiert werden. Ausgestellt werden die Motive in der Leica Galerie Wien. 5. April bis 15. Juni 2019
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Ekaterina Sevrouk – Last Paradise
Fotoausstellung Wien . Das Projekt „Last Paradise“ von Ekaterina Sevrouk entstand im "toten Zoo" des Haus der Natur in Salzburg. Es soll die Ambivalenz zwischen scheinbarer Erhaltung bzw. Neugestaltung mit der einhergehenden Zerstörung auf ihre ganz eigene Art visualisiert werden. Ausgestellt werden die Motive in der Leica Galerie Wien. 5. April bis 15. Juni 2019

Ekaterina

copyright Ekaterina Sevrouk

 

 

 

 

Für ihr Projekt „Last Paradise“ besuchte Ekaterina Sevrouk immer wieder das Haus der Natur in Salzburg und hatte freien Zugang zum sogenannten „toten Zoo“. So wird in vielen Museen die taxidermische Sammlung liebevoll benannt, die durch den fortschreitenden Klimawandel und anderen Umständen durch zahlreiche weitere Exemplare ergänzt wird.
Mit viel Liebe fürs Detail arrangiert und inszeniert sie ihre Motive. Durch das Einsetzen von teils sehr kräftigen Farben unterstützt sie die Wirkung in einer poppigen und extravaganten Art und Weise. Mit ihrer Leica S ist es ihr gelungen alle Details bis ins Kleinste sichtbar und lebendig zumachen.

Ekaterina Sevrouk ist in Moskau geboren,studierte Philologie und Kunstgeschichte bevor sie im Jahr 2011 nach Wien zog.Seit 2015 lebt sie in Berlin, wo sie als selbständige Fotografin arbeitet.
Die Fotografin war schon unter den Finalisten beim Leica Oskar Barnack Award 2017.
Die Fotografien der Ausstellung können käuflich erworben werden.

 


Leica Galerie Wien, Walfischgasse 1, Wien

 

 

04.04.2019 - 05.05.2019
AusstellungHannover. Der belgische Fotograf Michel Vanden Eeckhoudt war ein Streethunter. Sein Jagdgebiet, wenn man es so bezeichnen will, war die Straße und manchmal, wie in Zoos, auch der halböffentliche Raum. Im Jahre 2015 ist der Fotograf, der sich weltweit einen großen Namen gemacht hatte, nach langer schwerer Krankheit gestorben. Jetzt zeigt die GAF eine Retrospektive seines Schaffens. 4. April bis 5. Mai 2019
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Michel Vanden Eeckhoudt - Bittersweet
AusstellungHannover. Der belgische Fotograf Michel Vanden Eeckhoudt war ein Streethunter. Sein Jagdgebiet, wenn man es so bezeichnen will, war die Straße und manchmal, wie in Zoos, auch der halböffentliche Raum. Im Jahre 2015 ist der Fotograf, der sich weltweit einen großen Namen gemacht hatte, nach langer schwerer Krankheit gestorben. Jetzt zeigt die GAF eine Retrospektive seines Schaffens. 4. April bis 5. Mai 2019

 

 

 

Auf seinen Streifzügen mit der Leica durch die Straßen der Welt hat er immer wieder Tiere fotografiert. Niedlich sind diese Bilder nicht. Humor haben sie, aber dann stellt sich im Nachklang jedoch häufig eine zweifelnde Bitterkeit ein. »Bittersweet», Titel dieser Ausstellung und auch seines Fotobandes beim Kehrer Verlag, trifft den Charakter seiner Arbeit ins Schwarze. Es sind mysteriöse Bilder, fast schon surreal. Vieles in ihnen versteht man erst auf den zweiten Blick. Dann aber trifft es die Seele. So wie das Porträt des Affen Ouakari. Sein glatzköpfiger und unbehaarter Kopf sieht irgendwie verbeult aus und gleicht einem Monster aus einem Alptraum, dabei aber irgendwie anrührend. Seine feingliedrigen menschlichen Hände drücken an die Glaswand seines Gefängnisses. Die langen Haare seines Fells umwabern ihn wie ein Pelzmantel. »Dieser charmante Prinz, der in einer abstoßenden Erscheinung eingesperrt ist«, so schrieb ein Kritiker, »fleht uns mit ausgestreckten Armen an, von seinem Bann befreit zu werden.«

ALLEMAGNE 1978-1

 

Die Gefangenschaft von Tieren ist eines von Vanden Eeckhoudts großen Themen, seit seinem ersten Zoobesuch als Jugendlicher. Und so hat er sich – inzwischen Fotograf - neben der Welt der französischen Vorstädte und der Arbeiterklasse in seiner Arbeit auch immer wieder der Tierwelt gewidmet. Daran interessierte ihn besonders das Verhältnis von Tieren zu Menschen und die Lebensumstände von Wildtieren in Zoos. Seine verstörenden Fotos von ihnen sind niemals reißerisch, aber stets pointiert. Die Tiere sind lediglich die Platzhalter für uns Menschen. Anhand von ihnen beschreibt er seine Sicht auf die Welt.

 

ALLEMAGNE 1997-6

 

»Ich mag es, dass die Bilder Fragen stellen, die zum Nachdenken anregen«, sagte er einmal. »Deshalb beschränke ich die Legenden auf das Nötigste. Wenn wir zu viele Details angeben, kann dies den Pfad, der dem Betrachter angeboten wird, einschränken. Eine gewisse Mehrdeutigkeit gefällt mir. Humor und Schmerz, Leichtigkeit und Angst: Diese beiden Facetten sind in meiner Arbeit immer präsent. Das Leben ist so.«

 

ILE MAURICE 1991-5

 

Michel Vanden Eeckhoudt (*1947 in Brüssel) war Mitglied der französischen Agentur Vu seit ihrer Gründung 1986. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem in der Galerie Delpire, Galerie Vu, Galerie Camera Obscura, Paris; Box Galerie, Brussels; Leica Gallery, Tokyo and Solms; ICP New York; Musée de l'Elysée, Lausanne; Musée de la Photographie, Charleroi; Centro Andaluz de la Fotografia ,Almeria. Sein Lebenswerk wurde in insgesamt 12 Büchern publiziert.

 

GAF Galerie für Fotografie, Seilerstraße 15d, Hannover

27.03.2019 - 04.05.2019
Fotoausstellung Hamburg . Der Fotokünstler Christopher Thomas stellt seine Städteporträts – Hamburg, New York, Paris, Los Angeles und Venedig – bei Persiehl & Heine, Galerie für Fotografie, vor. 27. März 2019 bis zum 4. Mai 2019
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Christopher Thomas – Cities in Silence
Fotoausstellung Hamburg . Der Fotokünstler Christopher Thomas stellt seine Städteporträts – Hamburg, New York, Paris, Los Angeles und Venedig – bei Persiehl & Heine, Galerie für Fotografie, vor. 27. März 2019 bis zum 4. Mai 2019

brooklyn bridge

Brooklyn Bridge, New York

 

Unzählige Male fotografiert: Motive wie den Pariser Eiffeltum oder die Brooklyn Bridge in New York. Trotzdem gelingt es dem Fotografen Christopher Thomas seine Stadtaufnahmen neu zu interpretieren und den Bildern einen besonderen Charme zu geben.

 

Eiffelturm

Eiffelturm Paris

 

Die schwarz-weißen Stadtansichten von Christopher Thomas beeindrucken durch ihre ganz besondere Ästhetik: Thomas zeigt die schlafende Stadt in ihren frühen Morgenstunden, in der Abenddämmerung oder in der Nacht, wenn die Straßen leer sind. Dann ist die Betriebsamkeit des Tages verblasst, die Stadt ist von der Hektik entkoppelt und die menschenleeren Straßen und Plätze strahlen Ruhe aus.

 

CT Elbphilharmoie

Elbphilharmonie, Hamburg

 

Moulin Rouge

Moulin Rouge, Paris

 

Die Intensität der Aufnahmen ist hoch, denn in der Stille der Bilder entsteht eine ganz eigene Stimmung, die bekannte Orte in ein neues Licht rückt. „Ich möchte dem Betrachter zeigen, was er zwar kennt, aber so noch nicht bewusst wahrgenommen hat“, erklärt Thomas. Um die richtige Perspektive zu finden, steht er manchmal stundenlang auf einem Platz. Charakteristisch für seine Fotografien sind extrem lange Belichtungszeiten von bis zu 20 Minuten: Es entstehen reduzierte Polaroid-Aufnahmen, in diffusem Licht, die fast etwas Märchenhaftes haben und wie aus einem längst vergangenen Jahrhundert zu sein scheinen.

 

Persiehl & Heine, Galerie für Fotografie GbR, Bergstraße 11, Hamburg

 

 

23.03.2019 - 30.06.2019
Fotoausstellung Mannheim . Was würde besser zu einer Frühlingsausstellung passen als das Thema Paris. Mit einem der populärsten Reporter im Paris der 1930er Jahren Gaston Paris  beginnen die Reisse-Engelhorn-Museen eine Kooperation mit dem berühmten Museum Centre Pompidou. 23.3.  bis 30.6.2019
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Gaston Paris – Die unersättliche Kamera
Fotoausstellung Mannheim . Was würde besser zu einer Frühlingsausstellung passen als das Thema Paris. Mit einem der populärsten Reporter im Paris der 1930er Jahren Gaston Paris  beginnen die Reisse-Engelhorn-Museen eine Kooperation mit dem berühmten Museum Centre Pompidou. 23.3.  bis 30.6.2019

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Kiki de Montparnasse
Kiki de Montparnasse (1901-1953) war eine feste Größe der Pariser Bohème, Sängerin,
Schauspielerin und Modell berühmter Maler.
© Gaston Paris / Roger-Viollet

 

Nein – auch wenn man meinen könnte, dass ein Fotograf, der sich auf Bilder der Seine-Stadt konzentriert – den Namen Paris als Künstlernamen gewählt hätte, es ist nicht so. Denn der äußerst talentierte, fleißige und viel publizierte Fotograf wurde wahrlich1905 als Gaston Paris geboren. Kaum ein Motiv in Paris, dass er nicht mit seiner Kamera festhielt seien es Tänzerinnen der Folies Bergère, die berühmte Sängerin Edith Piaf, die Armen der Pariser Vorstädte oder eine ungewöhnliche Ansicht des Eiffelturms.

 

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Blick vom Eiffelturm
Paris, 1937
© Gaston Paris / Roger-Viollet

 

 

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Edith Piaf
Die französische Sängerin Edith Piaf (1915-1963) bei einer Schallplattenaufnahme
Paris, 1937-1938
© Gaston Paris / Roger-Viollet

 

 

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Gefangenenlager
Gefangenenlager „Oradour“, errichtet von der französischen Besatzungsmacht für Nazi-
Gefangene in Tirol, 1945/46. Der Name „Oradour“ erinnert an den Ort in Frankreich, den die
SS aus Rache für Partisanenangriffe vollkommen zerstört hatte.
© Gaston Paris / Roger-Viollet

 

 

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Fotostudio
Fensterauslage eines Fotostudios
Berlin, 1945
© Gaston Paris / Roger-Viollet

 

Mit seinen zahlreichen Reportagen in französischen illustrierten Zeitungen, vor allem im legendären Magazin VU, schuf der Fotograf ein schillerndes Bild von Paris und der französischen Gesellschaft vor dem Zweiten Weltkrieg. Nach 1945 folgten Bildberichte aus den französischen Besatzungszonen in Deutschland und Österreich, bevor Gaston Paris weiter auf die Welt der Illusionen setzte und für das neue Genre der Fotoromane fotografierte. 

 

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Plakat „Gaston Paris: Die unersättliche Kamera“
Gestaltung: rem gGmbH, Foto: © Gaston Paris / Roger-Viollet

 

Die Schau ist der Auftakt zu einer Kooperation mit dem Centre Pompidou Paris. Erstmals wird eine Ausstellung des weltweit renommierten Museums zuerst an einem anderen Ort gezeigt, bevor sie in Paris zu bewundern ist.

 

Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Zeughaus C5, Mannheim

 

23.03.2019 - 16.06.2019
Fotoausstellung Düsseldorf . Die Ausstellung „Von mir aus. Junge Fotografie aus Düsseldorf“ im KIT – Kunst im Tunnel stellt die vier jungen Künstlerinnen und Künstler Conrad Müller, Donja Nasseri, Arisa Purkpong und Alexander Romey vor, die ihre bildnerische Ausdruckskraft im Medium der Fotografie verwirklichen. Die Ausstellung wurde initiiert und gefördert durch die DZ BANK Kunstsammlung.
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Von mir aus
Fotoausstellung Düsseldorf . Die Ausstellung „Von mir aus. Junge Fotografie aus Düsseldorf“ im KIT – Kunst im Tunnel stellt die vier jungen Künstlerinnen und Künstler Conrad Müller, Donja Nasseri, Arisa Purkpong und Alexander Romey vor, die ihre bildnerische Ausdruckskraft im Medium der Fotografie verwirklichen. Die Ausstellung wurde initiiert und gefördert durch die DZ BANK Kunstsammlung.

Conrad Müller, Ohne Titel, 2018

Foto Conrad Müller
Ohne Titel, 2018.

 

Der Titel “Von mir aus“ der von Künstlerinnen und Künstlern ausgesucht wurde, steht für ihre intensive Auseinandersetzung mit sich und ihrem Umfeld: Was bedeutet es, in der Welt zu sein, wo und wie positioniere ich mich?

Die Fotografie ist das Medium unserer Zeit und fungiert als komplexes visuelles Gedächtnis. Sie gehört zur kollektiven Alltagssprache, einer Sprache, die schnelllebig ist und einen Überfluss an Bildern produziert, die auf maximale Subjektivität ausgerichtet sind. In den letzten Jahrzehnten haben digitale Techniken und Geräte die fotografischen Aufnahmeverfahren, die Bearbeitung und die Ästhetik von Bildern immer weiter verändert. Eine rasante technische Entwicklung lässt Bilder im virtuellen Raum universal zirkulieren. Wie rezipieren wir heute Bilder? Was bleibt uns von ihnen überhaupt noch in Erinnerung? Und welches Bild ist eine Erinnerung wert?

„Von mir aus“ bedeutet, sich auszuprobieren, neue Wege zu gestalten und damit die Beziehung zur Fotografie zu hinterfragen und zu verändern.

Für diese Ausstellung haben Conrad Müller, Donja Nasseri, Arisa Purkpong und Alexander Romey miteinander künstlerisch und intellektuell kollaboriert. Sie sind geprägt von ihrem Umfeld, dem Leben an der Kunstakademie Düsseldorf, dem Wissen und den Erfahrungen, die ihnen dort vermittelt werden und dem Austausch mit anderen Künstlerinnen und Künstlern. Im KIT bringen sie ihre eigens für diese Ausstellung geschaffenen Arbeiten zusammen.  

Die Ausstellung wurde initiiert und gefördert durch die DZ BANK Kunstsammlung der DZ BANK AG (Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank AG), die sich vor drei Jahren mit der WGZ BANK AG verbunden hat. Beide Häuser haben seit Jahrzehnten eine enge Verbindung zur Kunst. Um neue Wege aus einer alten Fördertradition zu beschreiten, soll im KIT – Kunst im Tunnel alle zwei Jahre eine Ausstellung mit Werken junger Künstlerinnen und Künstler aus dem Akademieumfeld gezeigt werden, die gerade erst beginnen, sich in der Kunstwelt zu verorten. Auf diese Weise lebt das Förderprojekt der ehemaligen WGZ BANK fort, bei gleichzeitiger Erweiterung der Öffentlichkeit und einer Fokussierung auf innovative künstlerische Methoden.

 

Kuratorin der Ausstellung: Gertrud Peters

KIT Kunst im Tunnel,  Grabbeplatz 4, Düsseldorf

 

22.03.2019 - 30.08.2019
Ausstellung München . Fotoarbeiten aus China des amerikanischn Künstlers  Robert Rauschenberg und zeitgenössische Installationen und Skulpturen aus Glas von Mona Hatoum, Hassan Khan, Jana Sterbak und Terry Winters zeigt die Alexander Tutsek Stiftung. 22.3.bis 30.8.2019
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Robert Rauschenberg – Study for Chinese Summerhall
Ausstellung München . Fotoarbeiten aus China des amerikanischn Künstlers  Robert Rauschenberg und zeitgenössische Installationen und Skulpturen aus Glas von Mona Hatoum, Hassan Khan, Jana Sterbak und Terry Winters zeigt die Alexander Tutsek Stiftung. 22.3.bis 30.8.2019

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Robert Rauschenberg, Untitled aus dem Portfolio „Study for Chinese Summerhall“, 1983
100 x 75 cm, Sammlung Alexander Tutsek -Stiftung 
© Robert Rauschenberg Foundation / 
Graphicstudio, University of South Florida, Tampa / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

 

Ein Schwerpunkt der Ausstellung sind die Fotografien von Robert Rauschenberg (1925-2008): Anfang der 1980er Jahre ging der Amerikaner als einer der ersten westlichen Künstler nach China. Dort erkundete er mit einer Hasselblad Kamera das ihm unbekannte Land. Er ging nach China mit dem Wunsch, ein Zeichen zu setzen, eine Geste des Interesses an der fernen und fremden Kultur. Im interkulturellen Austausch sah er die Möglichkeit den Frieden in der Welt zu wahren. Zum ersten Mal benutzte Rauschenberg Farbfilme für eine Serie  und hat daraus ein künstlerisch wie politisch aufregendes Projekt entwickelt.

 

Robert Rauschenberg_Study for Chinese Summerhall (3)

 

Robert Rauschenberg, Untitled aus dem Portfolio „Study for Chinese Summerhall“, 1983
100 x 75 cm, Sammlung Alexander Tutsek -Stiftung 
© Robert Rauschenberg Foundation
/ Graphicstudio, University of South Florida, Tampa / VG Bild-Kunst, Bonn 201

 

 

Die dabei entstandenen Fotografien lesen sich wie Aufzeichnungen von Gesten des Alltags, des modernen wie des traditionellen Lebens in einer sich wandelnden chinesischen Gesellschaft. Aus dem Fundus von über fünfhundert Farbfotografien schuf er nach seiner Rückkehr in die USA eine große Bildmontage unter dem Titel „Chinese Summerhall“ (1982), eine Installation in einer Länge von über 30 Metern. Dieses Werk brachte er 1985 nach China zurück. Es wurde enthusiastisch gefeiert. Innerhalb von 18 Tagen haben 300.000 Besucher die Ausstellung im heutigen National Art Museum gesehen.

 

Robert Rauschenberg_Study for Chinese Summerhall (7)

 

Robert Rauschenberg, Untitled aus dem Portfolio „Study for Chinese Summerhall“, 1983
100 x 75 cm, Sammlung Alexander Tutsek -Stiftung 
© Robert Rauschenberg Foundation / 
Graphicstudio, University of South Florida, Tampa / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Aus der Serie der über fünfhundert Farbfotografien wählte er 28 Motive aus und edierte sie 1983 als „Study for Chinese Summerhall“, die in der Münchner Ausstellung zu sehen sind. Jedes einzelne Blatt trägt seine Signatur. Bisher selten gezeigt, ziehen sie sich nun wie ein Band durch die Räume der Jugendstilvilla.

 

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Terry Winters, Marseille Template/8 2004-2006, 
75 x 34x 34 cm,Glas, formgeblasen, Holz
Sammlung Alexander Tutsek-Stiftung
© Terry Winters, Courtesy Matthew Marks Galerie

 

Rauschenbergs Fotoserie sind vier Arbeiten in Glas von renommierten internationalen Künstlerinnen und Künstlern gegenübergestellt. So präsentiert die Künstlerin Mona Hatoum ihr Werk Turbulence (Black) aus dem Jahr 2014, für das sie tausende von schwarzen Glasmurmeln neben- und übereinander legt. Die kanadische Künstlerin Jana Sterbak (*1955) schafft mundgeblasene Schalen und schachtelt sie eng ineinander, sodass der Eindruck einer Spirale entsteht („Hard Entry“, 2004). Der ägyptische Künstler Hassan Khan (*1975) macht die kunstvolle Replik eines Knotens in Glas („The Knot“, 2012) und der amerikanische Künstler Terry Winters (*1949) transformiert die Idee des Gefäßes in intuitive organische Formen wie Sphären und Blasen („Marseille Templates“, 2004-2006).

 

Alexander Tutsek-Stiftung, Karl-Theodor-Straße 27, München

 

 

 

 

 

 

 

21.03.2019 - 16.05.2019
Robert Lebeck- Deutschland im März Fotoausstellung Hamburg . Der berühmte Bildjournalist Robert Lebeck starb 2014 im Alter von 85 Jahren in Berlin. Am 21. März 2019 wäre der Fotograf 90 Jahre alt geworden Anlass für die FREELENS Galerie Robert Lübeck mit der Ausstellung „Deutschland im März“ zu ehren. Vom 21. März bis 16. Mai 2019
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Robert Lebeck - Deutschland im März
Robert Lebeck- Deutschland im März Fotoausstellung Hamburg . Der berühmte Bildjournalist Robert Lebeck starb 2014 im Alter von 85 Jahren in Berlin. Am 21. März 2019 wäre der Fotograf 90 Jahre alt geworden Anlass für die FREELENS Galerie Robert Lübeck mit der Ausstellung „Deutschland im März“ zu ehren. Vom 21. März bis 16. Mai 2019

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Aus der Ausstellung »Deutschland im März«. Foto: Robert Lebeck

 

1983 ist das Jahr, in dem die Angst vor dem Atomkrieg wächst. Die schlechte wirtschaftliche Lage auf dem Weltmarkt führt zu einer Krise der Stahl- und Werftindustrie. Die Arbeitslosenzahlen nehmen deutlich zu. Die Grünen ziehen erstmals als politische Kraft in den Bundestag.

Im Vorfeld der Bundestagswahl fragt der Stern den Hamburger Fotografen Robert Lebeck, ob der ein Stimmungsbild der Republik einfangen könne. Ohne genauen Plan fährt der Fotograf los. Doch schon nach kurzer Zeit ergeben sich die Motive. Am Ende druckt der Stern seine Bilder auf 12 Doppelseiten. Es wird die größte Reportage, die Lebeck im Magazin je veröffentlichen sollte.

 

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Aus der Ausstellung »Deutschland im März«. Foto: Robert Lebeck

 

Und eine der stärksten, denn Lebeck legt mit seinen Bildern den Finger direkt in die Wunde. Auf dem Eröffnungsbild sieht man einen Mann, der sich aus übriggebliebenen Abfällen des Fischmarktes bedient, um seinen Hunger zu stillen. Kontrastiert wird es mit einer Szene vom Ball des Sports, ein gesellschaftliches Großereignis, bei dem sich die geladenen Gäste mit lukullischen Kostbarkeiten verwöhnen lassen.

Lebecks Ansichten sind skurril und tun gleichzeitig weh. Es gibt eine Szene des sterbenden Waldes. Das Problem des sauren Regens treibt die Menschen damals stark um. In Berlin bekommt er einen Künstler vor die Kamera, der eine Landschaft mit einem darüber schwebenden Hakenkreuz malt. Die Schatten der Vergangenheit scheinen lang. In einer weiteren Szene sieht man eine brennende US-Flagge als Ausdruck der Angst vor der Stationierung von Atomraketen.

Der Fotograf zeichnet in seiner Reportage ein schonungsloses Bild einer Republik, was viele Reaktionen hervorruft und ihm den Ruf eines Nestbeschmutzers einbringt. Mit dem zeitlichen Abstand von dreieinhalb Jahrzehnten kann die Reportage heute als ein Höhepunkt im Werk des Fotografen und des Bildjournalismus in Deutschland bezeichnet werden.

 

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Aus der Ausstellung »Deutschland im März«. Foto: Robert Lebeck

 

Robert Lebeck (1929 in Berlin geboren) entschloss sich nach seinem Studium der Völkerkunde die Laufbahn eines Fotografen einzuschlagen. Zunächst arbeitete er als Fotoreporter für Heidelberger Zeitungen. 1955 wurde er Leiter des Redaktionsbüros der Revue in Frankfurt/Main, wenig später Mitarbeiter von Kristall. Seine ungewöhnlichen Fotoreportagen machten den Stern auf ihn aufmerksam, der Lebeck für sein festes Reporterteam engagierte. Nach einem Intermezzo als Chefredakteur bei Geo kehrte er zum Stern zurück. 1991 erhielt Lebeck den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie. 2002 bekam er den Infinity Award für die Publikation Kiosk vom I.C.P. in New York. 2007 erhielt er als erster Fotograf den Henri-Nannen-Preis für sein Lebenswerk. Neben seiner Tätigkeit als Fotoreporter hat Lebeck sich auch als Sammler alter Fotografie einen Namen gemacht. Robert Lebeck starb 2014 im Alter von 85 Jahren in Berlin.

 

FREELENS e.V., Alter Steinweg 15, Hamburg

 

 

16.03.2019 - 01.06.2019
Fotoausstellung Berlin . Anlässlich des 80. Geburtstages von Boris Mikhailov zeigt C/O Berlin mehr als 400 Fotografien, die einen Überblick über sein Gesamtwerk geben. Boris Mikhailov, 1938 in Charow, Ukraine geboren, zählt zu den wichtigsten Chronisten des Alltags einer (post-)sowjetischen Gesellschaft.16. März bis 1. Juni 2019
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Boris Mikhailov – Before Sleep / After Drinking
Fotoausstellung Berlin . Anlässlich des 80. Geburtstages von Boris Mikhailov zeigt C/O Berlin mehr als 400 Fotografien, die einen Überblick über sein Gesamtwerk geben. Boris Mikhailov, 1938 in Charow, Ukraine geboren, zählt zu den wichtigsten Chronisten des Alltags einer (post-)sowjetischen Gesellschaft.16. März bis 1. Juni 2019

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Boris Mikhailov zeigt Menschen, die sich durch die politischen, kulturellen und sozialen Umwälzungen im ehemaligen Ostblockstaat Ukraine verändert haben. Es sind Antihelden, deren Armut, Nacktheit und Sexualität Mikhailov offenlegt. Der direkte Umgang mit seiner Umgebung und seine Bildsprache haben den Fotografen zu einem der wichtigsten Protagonisten einer schonungslosen, brutal-ehrlichen und manchmal fast voyeuristischen Fotografie gemacht. In der Auseinandersetzung mit seinem Land und den Menschen ist Mikhailov einzigartig.

 

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Bis heute hat er mit der Wahl seiner Themen und Ästhetik nicht nur jegliche Tabus gebrochen, sondern auch viele seiner Zeitgenossen beeinflusst. Bis in die 1990er-Jahre wurden seine Arbeiten jedoch kaum öffentlich gezeigt. Erst 1994 kam Mikhailov mit einem Stipendium nach New York, 1996 nach Berlin und wird seitdem international wahrgenommen. Mit einem virtuosen Werk aus fast 50 Jahren gilt Boris Mikhailov als prominenteste Stimme der Gegenwartsfotografie und steht sowohl politisch als auch künstlerisch für eine neue Generation einer postsowjetischen Welt.

 

 

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Dabei verweben sich Themen wie Körper, Systemkritik, Mortalität und Humor mit dem biografischen Hintergrund von Mikhailov. Projektion, gerahmtes Bild an der Wand und Tischvitrinen unterstreichen Spielarten seiner Arbeit ebenso die Materialität von Fotografie als Objekt. So entsteht ein dichter formalistischer, ideologischer und emotionaler Dialog mit Boris Mikhailovs Gesamtwerk.

 

Boris Mikhailov studierte an der Technischen Universität Charkov Elektrotechnik und war zunächst als Ingenieur tätig, bevor er als Autodidakt Ende der 1960er-Jahre beginnt zu fotogra eren. Die frühen Serien der 1960er- und 70er-Jahre zeigen oft persönliche Bilder von Freunden, Bekannten oder Partnern des Künstlers. Dabei ist die Welt in seinen Bildern immer ungeschönt und rau – Alltagsszenen, Armut, Sexualität, Verzweiflung, Resignation, Verfall eines vergessenden Osteuropas. Mikhailov widmet sich stets den Ausgestoßenen der Gesellschaft. Seine Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit präsentiert, darunter zuletzt im Sprengel Museum, Hannover (2013), in der Berlinischen Galerie, Berlin (2012), im Museum of Modern Art, New York (2011), im Tate Modern, London (2010), in der Kunsthalle Wien (2010) und im Ukrainischen Pavillon auf der Biennale di Venezia (2007). Boris Mikhailov lebt und arbeitet in Charkow sowie in Berlin.

 

C/O Berlin, Amerika Haus, Hardenberstraße 22-24, Berlin

 

 

16.03.2019 - 16.06.2019
Fotoausstellung Berlin . In Kooperation mit der Leica Camera AG zeigt die Kulturstiftung Schloss Britz die Ausstellung „Magic Moments“ mit einer Bildauswahl aus sechs Jahrzehnten unvergesslicher Momente in legendären Fotografien. 16.3. bis 16.6.2019
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Leica – Magic Moments
Fotoausstellung Berlin . In Kooperation mit der Leica Camera AG zeigt die Kulturstiftung Schloss Britz die Ausstellung „Magic Moments“ mit einer Bildauswahl aus sechs Jahrzehnten unvergesslicher Momente in legendären Fotografien. 16.3. bis 16.6.2019

FABIO PONZIO_Magic Moments

© Fabio Ponzio,  courtesy Leica Camera AG

 

 

Mit einer Leica zu fotografieren ist wie ein langer zärtlicher Kuss, wie das Abfeuern einer automa­tischen Pistole, wie eine Stunde auf der Couch des Analytikers.“

Henri Cartier-Bresson

 

Die Kamera ist ein Schlüssel zur Welt. Und insbesondere die Leica M hat den Weg zu besonderen Ereignissen und außergewöhnlichen Menschen geöffnet. Sie dient den Fotografinnen und Fotografen für Fotojournalismus und Sozialreportagen, eignet sich aber genauso für Street Photography, poetische Landschaftsbilder oder aber stille Porträts.

Die Kamera ist ein Schlüssel zur Welt. Und insbesondere die Leica M hat den Weg zu besonderen Ereignissen und außergewöhnlichen Menschen geöffnet. Sie dient den Fotografinnen und Fotografen für Fotojournalismus und Sozialreportagen, eignet sich aber genauso für Street Photography, poetische Landschaftsbilder oder aber stille Porträts.

 

ERIC COTE_Magic Moments

© Éric Côté, courtesy Leica Camera AG

 

Ohne Zweifel ist die Leica M nicht einfach nur eine Kamera. Sie ist legendär, für viele sogar ein Sammelobjekt oder Statussymbol. Sie ist weit mehr als das selbstverständlich zuverlässige, präzi­se Arbeitsgerät, denn jeder Fotograf entwickelt ein individuelles Verhältnis zu seiner Kamera. Eine Leica ist zugleich diskrete Beobachterin, blitzschnelle Komplizin und vertraute Begleiterin, die nicht nur jeden Tag perfekt funktioniert, sondern sie kann darüber hinaus auch eine magische Verbin­dung zu den größten Fotografen und bekanntesten Aufnahmen herstellen.

 

Zahlreiche Fotografien, die sich in das kollektive Bewusstsein eingebrannt haben sind mit der Leica M entstanden. Wich­tige Momente des Weltgeschehens genauso wie die kleinen zufälligen Begegnungen des Alltags, Porträts von prominenten Zeitgenossen ebenso wie von namenlosen Unbekannten. In Magic Mo­ments sehen wir Mutter Teresa, die Beatles, aber auch anonyme Reisende, spielende Kinder und flüchtige Passanten. Jeder Fotograf hat seine eigene Bildsprache und so sind klar gestaltete Kompositionen gleichermaßen zu entdecken, wie perspektivische Verrätselungen.

Die Ausstellung zeigt Werke von rund 40 Fotografen, darunter auch Henri Cartier-Besson, René Burri, Sebastião Salgado, Martine Franck, Herlinde Koelbl u.a.. Sie alle verbindet die Wahl ihres Handwerkzeuges miteinander: Die Leica M.

 

Elliott Erwitt sprach liebevoll von seiner „kleinen Freundin“. Ein Ausdruck dessen, wie persönlich die Wahl der „richtigen“ Kamera ist, der man dann in den meisten Fällen auch sein Leben lang treu blieb. Als Handwerkzeug bestimmt der gewählte Fotoapparat das künstlerische Arbeiten entscheidend mit und ist ein essentieller Teil des kreativen Prozesses.

 

Dank ihrer relativ kleinen Größe und des leisen Auslösers kann das Gegenüber die Kamera leicht übersehen. Vorzüge, die die Chronisten des Zeitgeschehens zu schätzen wissen. Immer wieder gelang es Fotografen, mit der Leica M den einen richtigen, den magischen Moment zu erkennen und festzuhalten.

 

Im Rahmen dieser Ausstellung auf Schloss Britz wird der Blick zurück auf die großen Erfolge der Analogfotografie geworfen. Am Beginn der Kleinbildfotografie steht ebenfalls eine Leica. 1914 erfand Oskar Barnack, Mitarbeiter der Optischen Werke  Ernst Leitz in Wetzlar, die „Ur-Leica“. Die Ausstellung würdigt auch den Pionier der Fotografie. Die Firmengeschichte von Leica (LeitzCamera) ist eng mit der Stadt Wetzlar verbunden. Heute hat die Leica Camera AG in dieser Stadt wieder ihren Hauptsitz und seit 60 Jahren ist Wetzlar Partnerstadt von Berlin-Neukölln.

 

Die Bildauswahl aus sechs Jahrzehnten zeigt unvergessli­che Momente in legendären Fotografien. Ein hochkarätiges Kaleidoskop voller Abwechslung und Überraschungen – ganz so, wie das Leben selbst.

 

15.03.2019 - 05.05.2019
Fotoausstellung Zürich . In einer grossen Gruppenausstellung widmet sich die Photobastei vom 15. März bis 5. Mai der Fotografie von Frauen. Die Ausstellung umfasst unter anderem Werke von Berenice Abbott, Diane Arbus, Elinor Carucci, Germaine Krull, Dorothea Lange, Vivian Maier, Inge Morath, Marianne Müller und Ruth Orkin.
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Womenphotographer vol. I
Fotoausstellung Zürich . In einer grossen Gruppenausstellung widmet sich die Photobastei vom 15. März bis 5. Mai der Fotografie von Frauen. Die Ausstellung umfasst unter anderem Werke von Berenice Abbott, Diane Arbus, Elinor Carucci, Germaine Krull, Dorothea Lange, Vivian Maier, Inge Morath, Marianne Müller und Ruth Orkin.

Merry Alpern

(c) Merry Alpern, Shopping

 

Frauen eroberten sich im 19. Jahrhundert das neue Medium Fotografie. Als Pionierinnen trugen sie Wesentliches zu seiner Entwicklung und zur Herausbildung neuer fotografischer Sehweisen bei. Die Zyanotypie-Fotogramme von Anna Atkins zählen zu den ersten Fotografien, die als wissenschaftliche Illustrationen veröffentlicht wurden.

 

Nan Goldin

 

(c) Nan Goldin, Nan one month after being battered, Berlin 1984

 



Anders als die traditionellen Disziplinen der Bildenden Kunst wie Bildhauerei und Malerei, war Fotografie von Beginn an als Medium gleichberechtigter. Sie ermöglichte den Frauen ihre Vorstellung eines selbstbestimmten, kreativen Lebens umzusetzen, zu reisen und ihr eigenes Geld zu verdienen. Bertha Wehnert Beckmann gilt als erste Berufsfotografin. Ab 1843 bestritt sie ihren Lebensunterhalt mithilfe der Daguerreotypie – einem frühen fotografischen Verfahren. Sie eröffnete ein Fotoatelier auf dem Broadway, in dem sie Persönlichkeiten aus Politik und Zeitgeschichte porträtierte. Zahlreiche weitere Fotografinnen folgten ihrem Beispiel.

 

Inge Morath

 

Inge Morath ›A lama at Times Square‹, 1957

 

 

 

Sie experimentierten mit angewandter Fotografie, mit Fotografie als Kunstform, als Mittel zur Dokumentation und zur Selbstdarstellung. Ab den 1920er Jahren brillierten Fotografinnen auch im Fotojournalismus: Gerda Taro, Margaret Bourke-White und Dorothea Lange brachten es, neben zahlreichen anderen, zur Meisterschaft in dem Genre. Oft thematisieren Fotografinnen die Lebensumstände von Frauen und Kindern, dokumentieren soziale Randgruppen, konzentrieren sich auf das Alltägliche und untersuchen den weiblichen Körper schonungslos mit der Kamera. Wählen sie diese Themen abseits der grossen Weltpolitik, da sie ihnen seit jeher von der Gesellschaft zugeschrieben wurden? Oder nicht vielmehr deshalb, weil sie sich einen intimen Zugang zu ihren Sujets erarbeiten können, der ihren männlichen Kollegen meist verwehrt bleibt? Oder gibt es sie doch, die spezifisch weibliche Sichweise, den female gaze?

 

Roswitha Hecke

(c) Roswitha Hecke "Irene", Zürich 1978

 


Die Ausstellung #womenphotographer Vol. I erhebt nicht den Anspruch einen repräsentativen Überblick über die Fotografie von Frauen zu geben. Sie möchte Einblicke in das diverse Schaffen von Fotografinnen eröffnen und Anstoß dazu sein, sich vertiefend mit ihrem Blick auf die Welt zu beschäftigen.

 

Ruth Orkin

(C) Ruth Orkin,  ›American girl in Italy‹, Florenz, 1951



Die Wanderausstellung, kuratiert von Gisela Kayser (Freundeskreis Willy-Brandt-Haus) und Katharina Mouratidi (f3 – freiraum für fotografie), kommt nach der Premiere in Berlin nach Zürich. Sie wird ergänzt mit Schwerpunkten zu Nan Goldin, Roswitha Hecke und Merry Alpern, kuratiert von Romano Zerbini.

 

Photobastei, Sihlquai 125, Zurich 

 

 

08.03.2019 - 30.06.2019
Fotoausstellung Frankfurt . Das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) ehrt die 1942 in Mexiko-City geborene Künstlerin Graciela Iturbide mit der ersten Retrospektive in Deutschland. Die Ausstellung wurde von der Fundación MAPFRE, Madrid, organisiert und präsentiert in Kooperation mit dem FFF Werke aus allen Schaffensphasen dieser außergewöhnlichen Fotografin.  8. März bis 30. Juni 2019 
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Graciela Iturbide
Fotoausstellung Frankfurt . Das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) ehrt die 1942 in Mexiko-City geborene Künstlerin Graciela Iturbide mit der ersten Retrospektive in Deutschland. Die Ausstellung wurde von der Fundación MAPFRE, Madrid, organisiert und präsentiert in Kooperation mit dem FFF Werke aus allen Schaffensphasen dieser außergewöhnlichen Fotografin.  8. März bis 30. Juni 2019 

iturbide 01

Our Lady of the Iguanas, Juchitán, Mexika, 1979
 copyright Gracia Iturbide / Colecciones Fundación MAPFRE, Madrid, 2019

 

Ihre Bilder sind immer schwarzweiß – und zeigen zugleich alle Schattierungen der menschlichen Existenz. Traditionen und ihre Brüchigkeit, Glaube und Religion, Gemeinschaft und Tod gehören zu den zentralen Themen von Graciela Iturbide. Ihr über fünf Jahrzehnte entstandenes OEuvre gilt als grundlegend für das Verständnis der mexikanischen und der gesamten lateinamerikanischen Fotografie. 

 

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Angel Woman, Sonoran Desert, Mexika, 1979
copyright Gracia Iturbide / Colecciones Fundación MAPFRE, Madrid, 2019

 

Zu sehen sind frühe Arbeiten wie die Langzeitstudie »Juchitán de las Mujeres«. Die Dokumentation der matriarchalen Gemeinschaft im südmexikanischen Staat Oaxaca, entstanden zwischen 1979 und 1986, machte Iturbide bekannt – und zeigt ihre einzigartige Handschrift. Ihre Bilder pendeln stets zwischen dem Dokumentarischen und dem Poetischen, zeigen mehrere Realitätsebenen und spiegeln so symbolträchtig die Vielschichtigkeit des Lebens. Kulturelle Spannungen zwischen Tradition und westlicher Moderne etwa macht die Fotografin sichtbar in ihrem Projekt mit den indigenen Seri-Indianern in der Sonora-Wüste. Außerdem zeigt das FFF Porträts der Straßengang »White Fence« im Los Angeles der 1980er Jahre, sehr persönliche Innenaufnahmen aus dem Haus von Frida Kahlo, sowie Sujet-Bilder von Gärten, Landschaften und Vögeln, die Iturbide in ihrem Heimatland und auch auf ihren Reisen nach Indien, Italien, Korea oder Madagaskar schuf. 

 

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Rosario, Christina, Ester, White Fence Gang, East Los Angeles, USA 1986
copyright Gracia Iturbide / Colecciones Fundación MAPFRE, Madrid, 201

 

Graciela Iturbide, Tochter einer traditionellen katholischen Familie, studierte zunächst Film an der Nationalen Universität Mexico City, ehe sie inspiriert von ihrem Lehrer Manuel Álvaro Bravo die Fotokamera für sich entdeckte. Zugleich war die Fotografie für sie ein Weg, den Tod ihrer sechsjährigen Tochter zu verarbeiten. Iturbides Arbeiten wurden in aller Welt gezeigt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem W. Eugene Smith Fund Grant, dem International Grand Prize of the Museum of Photography in Hokkaido, Japan, und dem renommierten Hasselblad-Award (2008). Graciela Iturbide lebt und arbeitet im Künstlerviertel Coyoacán in Mexico-City. 

 

Fotografie Forum Frankfurt, Braubachstraße 30-32, Frankfurt am Main

 

 

08.03.2019 - 07.06.2019
München – Tokio Fotoausstellung . Im April dieses Jahres zeigt der Fotokünstler Michael Nischke– zeitgleich mit der Ausstellung im Hotel Pullman Munich –  ausgewählte Motive seiner Iceland-Serie auf seiner zweiten Ausstellung in Tokyo. Bis 7. Juni 2019
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Michael Nischke – Iceland
München – Tokio Fotoausstellung . Im April dieses Jahres zeigt der Fotokünstler Michael Nischke– zeitgleich mit der Ausstellung im Hotel Pullman Munich –  ausgewählte Motive seiner Iceland-Serie auf seiner zweiten Ausstellung in Tokyo. Bis 7. Juni 2019

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Foto Michael Nischke

 

Im September 2015 reiste Michael Nischke erstmals nach Island, ein Jahr später folgte die zweite Exkursion. Der für seine Stadt-Panoramen bekannte Fotograf wollte die Natur und das Leben Islands mit seiner ganz eigenen Sichtweise dokumentieren. So stellt er klassische Landschaftsfotografie neben fast wie gemalt aussehende Bildmotive und nutzt teilweise Blitzlicht, um ganze Eisberge oder ein Flugzeugwrack in der stockfinsteren Nacht zu beleuchten. Er arbeitet grundsätzlich konzeptionell und in den meisten Fällen mit Stativ, damit die exakte Bildgestaltung bereits in der Kamera geschieht. Der von ihm gewählte Farbraum grenzt schrille, bunte Farborte aus. Es sind eher die leisen, matten Farbtöne die seine Arbeiten ausmachen.

 

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Foto Michael Nischke

 

 

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Foto Michael Nischke

 

Wer seine Arbeiten kennt, der wird immer wieder überrascht von einem ganz eigenen Blick auf die Landschaften und Situationen. Auch mit dieser Serie hat er es wieder einmal geschafft scheinbar „verbrauchte“ Bildwelten neu zu interpretieren. Anders als bei seinen Panorama-Fotografien, arbeitet er mit dem klassischen, rechteckigen Bildformat und gibt so den Bildern eine Ausstrahlung der Ruhe.

 

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Foto Michael Nischke

 

Einige der ausgestellten Exponate weckten sehr großes Interesse auf der letztmaligen Taiwan Photo 2018 in Taipei. Im April dieses Jahres zeigt der Fotokünstler – zeitgleich mit der Ausstellung im Hotel Pullman Munich–  ausgewählte Motive der Iceland-Serie auf seiner zweiten Ausstellung in Tokyo. 

Die Fotografien von Michael Nischke (DGPh) sind Bestandteil vieler privater Sammlungen, und in Japan wird er von der Galerie TOSEI in Tokyo vertreten. 

 

   

 

28.02.2019 - 23.03.2019
Ausstellung Leipzig . In der Leipziger Baumwollspinnerei wird unter dem Titel „Die Macht der Vervielfältigung“ eine Ausstellung " Die Macht der Vervielfältigung" des Goethe-Instituts Porto Alegre zu sehen. 28.2. bis 23.3.2019
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Die Macht der Vervielfältigung
Ausstellung Leipzig . In der Leipziger Baumwollspinnerei wird unter dem Titel „Die Macht der Vervielfältigung“ eine Ausstellung " Die Macht der Vervielfältigung" des Goethe-Instituts Porto Alegre zu sehen. 28.2. bis 23.3.2019

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Flavya Mutran / METAL MASTER: Cindy Sherman (1979), 2014/2015 / © Flavya Mutran

 

Von prä- zu postdigitaler reproduktiver Kunst, oder von Radierung über Xerox zu Augmented Reality in Südamerika und Deutschland“ zeigt das Goethe-Institut erstmalig 14 deutsche und brasilianische Künstlerinnen und Künstler in einer gemeinsamen Ausstellung. Das Projekt verdeutlicht ganz konkret am Medium Grafik, wie Kunst politisch und gesellschaftlich relevante Fragen in Lateinamerika, aber auch in Deutschland historisch und heute zu stellen vermag. Nach Station in Porto Alegre eröffnet  die Ausstellung am 28. Februar 2019 in der Leipziger Baumwollspinnerei im Beisein des Präsidenten des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann, der Künstlerinnen und Künstler und des Kurators Gregor Jansen, Direktor der Kunsthalle Düsseldorf.

 

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Marcelo Chardosim / Derrubada para Weingärtner, 2016 / © Marcelo Chardosim

 

In den 1950er Jahren gründete eine Reihe von Künstlerinnen und Künstlern in Rio Grande do Sul und seiner Landeshauptstadt Porto Alegre sogenannte Druckklubs, in denen sie gemeinsam arbeiteten und unterrichteten. Der Anspruch lautete: Kunst fürs Volk. Sie schufen damit eines der bis heute wichtigsten Zentren für reproduktive Kunst in Brasilien. Reproduktionen, Vervielfältigungen oder Kopien stellen den autoritären Originalitätsbegriff in Frage und dienen der massenmedialen Verbreitung, meist auch von Propaganda jedweder Art.

 

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Vera Chaves Barcellos / Epidermic Scapes, 1977/1982 Fotografie
copyright Arguivo da FVCB (Fundaciò Vera Chaves Barcellos)

 

 

So bietet die ehemalige Fotojournalistin Flavya Mutran, auf die Beziehung zwischen Fotografie und Objekt setzend, eine weitreichende Reflexion über die Technologie als sozialem Phänomen an. Eine politisch radikale Dimension eröffnen die Arbeiten der Künstler Xadalu und Marcelo Chardosim, die Kopie und Siebdruck als Medien des Protestes einsetzen – Xadalu unter anderem gegen die Zerstörung der indigenen Kulturen in Rio Grande do Sul und Marcelo Chardosim gegen die Zerstörung des öffentlichen Raums in Brasilien.

Leipziger Baumwollspinnerei Halle 12, Spinnerei 7, Leipzig

28.02.2019 - 17.11.2019
Fotoausstellung München . Aus Anlass ihres achtzigsten Geburtstages öffnet die bekannte Sammlerin Ann Wilde für die Pinakothek der Moderne erstmals ihre private Sammlung, die auch zahlreiche Werke zeitgenössischer Künstlerinnen umfasst. „Re-visions“ zeigt Ann Wildes persönliche Sicht auf die Fotografie der 1920er-Jahre bis in die jüngste Gegenwart. 28. Februar bis 17. November 2019
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Ann Wilde: Re – visions
Fotoausstellung München . Aus Anlass ihres achtzigsten Geburtstages öffnet die bekannte Sammlerin Ann Wilde für die Pinakothek der Moderne erstmals ihre private Sammlung, die auch zahlreiche Werke zeitgenössischer Künstlerinnen umfasst. „Re-visions“ zeigt Ann Wildes persönliche Sicht auf die Fotografie der 1920er-Jahre bis in die jüngste Gegenwart. 28. Februar bis 17. November 2019

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Kathleen Seltzer, ohne Titel., 1976
Silbergelatineabzug
© Kathleen Seltzer

 

Über vier Jahrzehnte haben Ann und Jürgen Wilde mit Leidenschaft, Engagement und Fachkenntnis eine gleichermaßen vielfältige wie einzigartige Sammlung moderner und zeitgenössischer Fotografie zusammengetragen. Sie umfasst mehrere tausend Fotografien, die Künstlerarchive zu Karl Blossfeldt und Albert Renger-Patzsch, eine umfangreiche Fachbibliothek und zahlreiche Dokumente zur Geschichte der Fotografie.

 

Resnick 2018-1952-15 Ascher

Marcia Resnick, aus der Serie: Re – visions, 1978
 Silbergelatineabzug
Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München
© Marcia Resnick

 

 

 

 

Seit 2010 sind diese außerordentlichen Bestände als Stiftung Ann und Jürgen Wilde den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen angegliedert. Einen Schwerpunkt der Sammlung bildet das Werk von Fotografinnen wie Aenne Biermann, Florence Henri und Germaine Krull. Die Galerie Wilde (1972-1985), bei Gründung die einzige auf Fotografie spezialisierte Galerie in Deutschland, hatte mit Jan Groover, Marcia Resnick, Kathleen Seltzer, Gwenn Thomas und Deborah Turbeville auch zeitgenössische Fotografinnen im Programm. Dank dieses frühen Engagements konnte sich das Werk der Fotografinnen als fester Bestandteil der Fotografiegeschichte etablieren.

 

Bis heute ist es ein besonderes Anliegen von Ann Wilde, die Arbeit von Künstlerinnen und Fotografinnen zu fördern und zu erwerben. Aus Anlass ihres Geburtstages öffnet die Stifterin nun erstmals ihre private Sammlung, die auch zahlreiche Werke zeitgenössischer Künstlerinnen umfasst. „Re-visions“ zeigt Ann Wildes persönliche Sicht auf die Fotografie der 1920er-Jahre bis in die jüngste Gegenwart mit Werken von Johanna Diehl, Rineke Dijkstra, Marie-Jo Lafontaine, Barbara Probst, Alexandra Ranner, Judith Joy Ross, Martina Sauter, Eva-Maria Schön, Kathrin Sonntag, Heidi Specker und Vibeke Tandberg.

 

Judith Joy Ross, Michelle Fraser Protesting the US War in Iraq, Bethlehe...

Judith Joy Ross, Michelle Fraser, Protestin the war in Iraq, Bethlehem,
Pennsylvannia, 2006
Silbergelatineabzug
Sammlung Ann Wilde, Zülpich
© Judith Joy Ross

 

 

Pinakothek der Moderne, Barerstraße 29, München

22.02.2019 - 30.06.2019
Ausstellung Aachen . Schon in der Münchner Hypo Kunsthalle war die spannende Ausstellung "Lust der Täuschung - Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality" mit 280.000 Besucher ein Riesenerfolg. Jetzt ist die Ausstellung in das Aachener Kunstforum gewandert.. Mit Exponaten aus Malerei, Skulptur, Video, Architektur, Design, Mode und mit Virtual-Reality-Arbeiten bietet die Ausstellung einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Parcours durch visuelle Spielformen von Schein und Illusion. Von 22.2. bis 30.6.2019
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Lust der Täuschung - Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality
Ausstellung Aachen . Schon in der Münchner Hypo Kunsthalle war die spannende Ausstellung "Lust der Täuschung - Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality" mit 280.000 Besucher ein Riesenerfolg. Jetzt ist die Ausstellung in das Aachener Kunstforum gewandert.. Mit Exponaten aus Malerei, Skulptur, Video, Architektur, Design, Mode und mit Virtual-Reality-Arbeiten bietet die Ausstellung einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Parcours durch visuelle Spielformen von Schein und Illusion. Von 22.2. bis 30.6.2019

06 John De Andrea, Das Paar-zoomer

 

John De Andrea, Das Paar, 1978, lebensgroß, Polyester/Fiberglas/Ölfarbe/ Kleidung, Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Schenkung Peter und Irene Ludwig © John De Andrea/Louis K. Meisel Gallery, Foto © Anne Gold 



Seit jeher spielt die Kunst mit unserer Wahrnehmung und führt uns vor Augen, wie leicht wir zu täuschen sind. Seien es antike Fresken, die räumliche Tiefe simulieren, barocke Kirchenausstattungen, die das Irdische um göttliche Sphären zu erweitern scheinen oder heutige computergenerierte virtuelle Welten, in die man interaktiv eintauchen kann, anstattsie nur zu betrachten.

Die faszinierende Wirkung täuschender Kunst entsteht, indem der Betrachter ihrer Täuschung visuell erliegt, zugleich aber realisiert, dass er es mit einem Trick zu tun haben muss. Und selbst wenn die Konstruktionsweise von Werken wie Hans Peter Reuters Kachelraum (1976) oder James Turrells Elliptical Glass KEPLER 452b (2017) durchschaut ist, kann man sich ihrer Sogwirkung nicht entziehen. 

 

Wie steht es um unser Bild von der vermeintlichen Realität? In Zeiten von Photoshop und digitaler Filmanimation führen uns z.B. Evan Pennys abfotografierte hyper-realistische Porträtbüsten (2011) vor Augen, wie leicht wir etwas auf einem Foto Dargestelltes für ‚wahr‘ halten und getäuscht werden können.

Viele visuelle Täuschungen sind heute fester Bestandteil unseres Alltags. Dabei ist die Geschichte von Optik und künstlerischer Täuschung aufs Engste mit der technischen Weiterentwicklung der Medien verbunden: Der illusionistischen Wirkung einer Filmvorführung der Gebrüder Lumière konnten sich 1896 die damaligen Zuschauer – so die berühmte Anekdote – nicht entziehen: Sie meinten, ein Zug würde aus der Leinwand auf
sie zurasen. Beim heutigen kinoerfahrenen Betrachter löst dieser Film keinen vergleichbaren Effekt mehr aus. Einen ähnlich überraschenden Moment kann jedoch in der Ausstellung erleben, wer eine Virtual-Reality-Brille aufsetzt und in Chris Milks Arbeit Evolution of Verse (2015) eintaucht – noch ist das Medium so neu und die Umsetzung so überraschend, dass die Wahrnehmung eindrucksvoll getäuscht wird.

Im Unterschied zur Münchner Präsentation liegt der Fokus im Ludwig Forum stärker auf der Kunst der Gegenwart, bis hin zu immersiven Arbeiten, die mittels Digitaltechnik das Eintauchen in künstlerisch-virtuelle Welten ermöglichen.

Kontextualisiert und erweitert wird die Aachener Ausstellung durch zahlreiche Werke aus der Sammlung von Peter und Irene Ludwig.

Eine fantastische Schau für die ganze Familie, in der Kinder ebenso ihren Spaß haben wie Erwachsene.

 

 

Toast VR (Richard Eastes, Toni Eastes, Daniel Todorov)
Richie’s Plank Experience, 2017
Virtual Reality/Unity3D/Holzplanke
© Toast VR

 



Philipp Messner
Only you can make me Feel this Way (München), 2013
240 x 110 cm, Pigmentdruck/Hahnemühle Papier
Besitz des Künstlers
© Philipp Messner / VG Bild-Kunst, Bonn

 


KATALOG
Im Hirmer Verlag erscheint begleitend zur Ausstellung ein umfangreicher Katalog mit ca. 200 Farb-
abbildungen. Hrsg. v. Roger Diederen und Andreas Beitin. Mit Beiträgen aus den Neurowissenschaften so-
wie der Kunst-, Kultur- und Mediengeschichte von Andreas Beitin, Ute Engel, Marion Kern, Rudolf E. Lang,
Susanna Partsch und Monika Wagner.
ISBN 978-3-7774-3139-0


Ludwig Forum für Internationale Kunst, Jülicher Straße  97-109, Aachen

22.02.2019 - 21.07.2019
Fotoausstellung Köln . Die Ausstellung „Poesie der Pflanze“ in der Photographischen Sammlung/ SK Stiftung Kultur stellt den Arbeiten Karl Blossfeldts etwa 40 Heliogravüren des amerikanischen Künstlers Jim Eine gegenüber. Im Zentrum der Ausstellung steht einerseits um das Sehen, das Beobachten und empfindsame Wahrnehmen von Pflanzen und Pflanzenwelten, dokumentiert via Kamera; andererseits um ein achtsames Anschauen photographischer Bilder, gefertigt aus der Hand zweier Künstler.22. Februar bis 21. Juli 2019
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Poesie der Pflanze – Photographien von Karl Blossfeldt und Jim Dine
Fotoausstellung Köln . Die Ausstellung „Poesie der Pflanze“ in der Photographischen Sammlung/ SK Stiftung Kultur stellt den Arbeiten Karl Blossfeldts etwa 40 Heliogravüren des amerikanischen Künstlers Jim Eine gegenüber. Im Zentrum der Ausstellung steht einerseits um das Sehen, das Beobachten und empfindsame Wahrnehmen von Pflanzen und Pflanzenwelten, dokumentiert via Kamera; andererseits um ein achtsames Anschauen photographischer Bilder, gefertigt aus der Hand zweier Künstler.22. Februar bis 21. Juli 2019

Blossfeldt_Karl_Freesie

Karl Blossfeldt: Freesie, o. J.
© Courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln
in Kooperation mit der Sammlung Karl Blossfeldt in der Universität der Künste,
Berlin, Universitätsarchiv, 2019

 

Die immer wieder neu zu entdeckende Natur, die Vegetation mit ihren vielzähligen Gewächsen und Formen, ihre räumliche Disposition, das sie umspielende Licht ebenso wie die übergreifende Wirkung all dessen bilden das Zentrum der Ausstellung.

Die Werke von Karl Blossfeldt (1865–1932) und Jim Dine (*1935) gehen auf verschiedene künstlerische Richtungen und Generationen zurück, und doch wird in ihren Arbeiten deutlich, dass das Geheimnis der Natur, ihr Zauber ebenso wie ihre Regelmäßigkeit und Ordnung eine für die schöpferische Arbeit nicht versiegende Quelle ist. Beide Künstler verbindet die Liebe zur Natur, die differenzierte Auseinandersetzung mit ihrem Bildgegenstand ebenso wie ihre Präzision in der Umsetzung ihrer photographischen Kompositionen. 

 

 

Blossfeldt_Karl_Ananas

Karl Blossfeldt: Ananas. Fruchtstand, o. J.
© Courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln in Kooperation
mit der Sammlung Karl Blossfeldt in der Universität der Künste, Berlin,
Universitätsarchiv, 2019

 

Karl Blossfeldtvon dem in der Ausstellung über 70 originale Photographien, umgesetzt als Gelatinesilberabzüge, gezeigt werden, erarbeitete seine Ansichten vor dem Hintergrund seiner Lehrtätigkeit an der Unterrichtsanstalt des Königlichen Kunstgewerbemuseums, Berlin. Dort hatte der in Schielo (Harz, Sachsen-Anhalt) geborene Blossfeldt zwischen 1884/85 und 1888 studiert und in Folge als Modelleur in der Bronzewerkstatt gearbeitet. 

Das Jahr 1898 gilt als der eigentliche Beginn seiner photographischen Tätigkeit, denn Blossfeldt nutzte die von ihm erarbeiteten Photographien im Kunstunterricht zur Erarbeitung kunsthandwerklicher Stücke und individueller Zeichenentwürfe. Mittels photographischem Abbild konnte er seinen Studenten das von ihm in der Umgebung Berlins gesammelte Pflanzenmaterial nicht nur in quasi frisch dokumentiertem Zustand vor Augen führen – natürliche Pflanzen welkten und veränderten sich oft zu schnell –, sondern er konnte die Pflanzenteile in vielfach vergrößerter Auflösung und gelegentlich in von ihm fokussierter und spezifisch präparierter Gestalt zeigen. Blossfeldts Intention richtete sich vor allem auf die Besonderheit der einzelnen, ihn faszinierenden Formen, die er in aller Präzision herausarbeitete. Typisch für die Photographien von Karl Blossfeldt ist, dass er die Gestalt der Pflanze vor einem flächig neutralen Hintergrund freistellte. Insofern griff er zu einer der puristischsten Möglichkeiten einer Bildkomposition, die dem quasi wissenschaftlichen Aufzeigen anvisierter Gegebenheiten dient. 

Blossfeldts Ruhm begann mit der 1926 von Galerist Karl Nierendorf in Berlin ausgerichteten Ausstellung seiner Photographien gemeinsam mit Skulpturen aus Afrika und Neuguinea. 1928 veröffentlichte Blossfeldt seine bahnbrechende Publikation Urformen der Kunst, zu Beginn des Jahres 1932 folgte Wundergarten der Natur. Am 3. Dezember 1932 verstarb Karl Blossfeldt in Berlin. Heute gehört er zu den anerkanntesten Künstlern und Photographen des 20. Jahrhunderts. Ebenso wie die Arbeiten von August Sander und Albert Renger-Patzsch zählen die Pflanzenansichten Blossfeldts zu den entscheidenden Werken der Neuen Sachlichkeit in der Photographie.

 

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Jim Dine: Entrada Drive, 2001-2003
© Jim Dine, VG Bild-Kunst, Bonn 2019;
courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln

 

Die Ausstellung „Poesie der Pflanze“ stellt den Arbeiten Blossfeldts etwa 40 Heliogravüren des amerikanischen Künstlers Jim Dine gegenüber. Sie sind größeren Formats und nähern sich der poetischen Wirkung der Pflanzenwelt in formal anderer und doch verwandter Weise. Hier wie da treffen wir auf eine höchst intensive Auseinandersetzung mit dem Bildgegenstand und der davon im Einzelnen auszuführenden Photographie gleichwie deren Einbindung in eine aufschlussreich weiterführende Bildreihe. 

 

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Jim Dine: Entrada Drive, 2001-2003
© Jim Dine, VG Bild-Kunst, Bonn 2019;
courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln

 

Jim Dine, der in vielen verschiedenen künstlerischen Medien, sei es der Malerei, der Bildhauerei, der Druckgraphik, auch der Literatur und Lyrik Zuhause ist, wurde Ende der 1950er-Jahre im Kontext der Pop-Art-Szene in New York berühmt. Vor allem seine Werke, die Motive wie Bademäntel, Herzformen, Farbpaletten, Pinsel und Werkzeuge zeigen, sind heute einem großen Publikum bekannt. Aber auch das von der Natur Geschaffene erwarb sein unentwegtes Interesse, wie die Darstellungen und installativen Einbeziehungen von Bäumen, Ästen und Blumen verdeutlichen. Bereits 1969 entstand Dines Portfolio Vegetables, seine früheste Arbeit, die sich mit botanischen Formen und Farben auseinandersetzt. 

 

Photographische Sammlung/ SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, Köln 

 

22.02.2019 - 25.05.2019
Ausstellung Frankfurt .  Im Art Foyer der DZ BANK Kunstsammlung zeigt die Ausstellung „Nullpunkt der Orientierung. Fotografie als Verortung im Raum“ rund 60 Arbeiten von 18 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, in denen Dreidimensionalität eine zentrale Rolle spielt.
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Nullpunkt der Orientierung
Ausstellung Frankfurt .  Im Art Foyer der DZ BANK Kunstsammlung zeigt die Ausstellung „Nullpunkt der Orientierung. Fotografie als Verortung im Raum“ rund 60 Arbeiten von 18 internationalen Künstlerinnen und Künstlern, in denen Dreidimensionalität eine zentrale Rolle spielt.

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Bild: Bruno Zhu
White Table with Cake and Tea, 2015, aus der Serie: Table Works

 

 

Die Werkauswahl nimmt die Geschichte des räumlichen Sehens seit der Camera obscura sowie aktuelle Phänomene unserer Bildkultur zum Ausgangspunkt einer umfassenden Betrachtung des Räumlichen in der Fotografie.

Präsentiert werden Arbeiten von Alexandra Baumgartner, Jose Dávila, Jan Paul Evers, Christiane Feser, Alex Hartley, Raphael Hefti, Gottfried Jäger, Barbara Probst, Louise Lawler, Georges Rousse, Lorna Simpson, Susa Templin, James Welling und Bruno Zhu sowie eigens für die Ausstellung erworbene Werke von Miriam Böhm, Lilly Lulay, Stefanie Seufert und Shirana Shahbazi.

Die Exponate zeigen einen freien, teils bildhauerischen Umgang mit dem Material ebenso wie eine Weiterverarbeitung gefundener Bilder in individuellen Praktiken der zeitgenössischen Kunst. Fast alle Werke bewegen sich aus dem Bild heraus und hinein in den Ausstellungsraum – eine begehbare Installation, monumentale spiegelnde Platten und objekthafte Kästen, die aus der Wand herausragen.

 

Wie bei Skulpturen spielen Mehransichtigkeiten eine Rolle, Oberflächen, die den Tastsinn reizen, wie etwa der Filz in Lorna Simpsons (*1960 in New York City, USA) „The Fire Escape“, 1995, oder vollkommen abstrakte Gefüge von Flächen im bildlichen oder realen Raum wie in den Werken von Miriam Böhm (*1972 in München). Jan Paul Evers (*1982 in Köln) dienen hingegen selbst aufgenommene und gefundene Bilder als Ausgangsmaterial einer sowohl digitalen als auch analogen Weiterbearbeitung in der Dunkelkammer.

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Bild Susa Templin
Totale Wohnung, aus der Serie: Begehbarer Raum aus der Werkgruppe "Totale Wohnung", 2011-2013

 


Susa Templin, Raphael Hefti, Louise Lawler und Barbara Probst spielen mit den Mechanismen der menschlichen Wahrnehmung von Raum und seiner fotografischen Übersetzung in die Fläche. Sie greifen in ihren Arbeiten einzelne Aspekte des fotografischen Apparats – wie die Verdichtung auf der Mattscheibe, Spiegelung, Perspektive und Maßstab – so auf, dass sie die Rahmenbedingungen des Sehens durch die Kamera und des damit verbundenen Blicks auf die Welt bewusst machen. In Susa Templins (*1965 in Hamburg) Installation „Totale Wohnung“, 2011–2013, verknüpft sich dies mit Zeit- und Raumerfahrungen in gegenwärtigen Wohnsituationen. Barbara Probst (*1964 in München) bringt in „Through the looking glass“, 1995, über die dritte Dimension hinaus auch die vierte Dimension Zeit in der Fotografie ins Spiel.

Die Arbeit von Georges Rousse (*1947 in Paris, Frankreich), die Irritation und Augentäuschung im Zusammenspiel von Fotografie und dritter Dimension vorführt, sowie die still-poetische Videoarbeit „Istanbul up and down“ von Lilly Lulay (*1985 in Frankfurt) lassen den Betrachter in die Tiefen des Bildes hineingleiten.

Im Gegensatz dazu öffnen sich zahlreiche Werke eher in den Ausstellungsraum oder ragen sogar plastisch in ihn hinein. Gottfried Jägers (*1937 in Burg) Collagen abfotografierter Bilder und belichteter Papiere irritieren die Wahrnehmung und konterkarieren unser natürliches Raumverständnis. Ähnliches passiert in den Arbeiten von Christiane Feser (*1977 in Würzburg), die das belichtete Papier als bildhauerisches Material auffasst und plastisch-reliefartige Gebilde herstellt, in denen sich nur schwer unterscheiden lässt, welche Schatten real sind und welche nur im Bild erscheinen.

Mitten im Ausstellungsraum steht der Betrachter den skulpturalen Objekten von Stefanie Seufert (*1969 in Göttingen) gegenüber, in denen die in der Dunkelkammer entstandenen immateriellen, rein optischen Lichträume zu körperlicher Präsenz gelangen.

In Alexandra Baumgartners (*1973 in Salzburg, Österreich) „The Coat“ und „Symbiosis“, 2016, greift etwas Unheimliches durch die räumliche Verschränkung von Wand und Boden, Bild und Objekt auf den Ausstellungsraum über.

 

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Bild: James Welling
XLII (42), 1988


Immer wieder streifen die Werke die Geschichte des Raumes, der Plastizität und auch der Skulptur in der Fotografie. So greifen Alexandra Baumgartners „The Coat“ und James Wellings (*1951 in Hartford, Connecticut, USA) Aufnahme „XLVII (42)“, 1988, das Motiv des Faltenwurfs auf, das als stilprägend für die Skulpturen des Mittelalters und der Renaissance gilt.

Zudem findet Jose Dávila (*1974 in Guadalajara, Mexiko) in „Fully Connected Network“, 2013, mit seinen Zitaten plastischer Kunstwerke eine unkonventionelle Antwort auf die Frage, wie Fotografie Skulptur aufnehmen soll – eine Frage, die schon seit der Erfindung des Mediums Mitte des 19. Jahrhunderts in theoretischen Texten diskutiert wird.

Dass die Fähigkeit der Fotografie, Oberflächen und Materialien möglichst illusionistisch wiederzugeben, auch für die heutige Bildkultur eine Rolle spielt, zeigt sich an den Skulpturen Bruno Zhus (*1991 in Porto, Portugal). Er führt auf spielerische Weise die Oberflächlichkeit der heutigen Konsumwelt vor, in der Objekte uns entmaterialisiert begegnen und Kaufentscheidungen auf Basis fotografischer Abbildungen getroffen werden.

 

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Bild: Shirana Shahbazis 
Mädchen laufend 01, 2017



Shirana Shahbazis (*1974 in Teheran, Iran) eigens für die Ausstellung entworfene Wandinstallation reflektiert die Wahrnehmungsmechanismen im gesellschaftlichen Gefüge einer globalisierten Welt mit ihren Traditionen, Zeichen und Symbolen. Die Arbeit macht im Hinblick auf das fotografische Bild spürbar, wie sehr der Kontext und der Ort der Rezeption sowie die Erfahrung des Betrachters das bestimmen, was gesehen wird.

Der Ausstellungstitel bezieht sich auf ein Zitat des Philosophen Edmund Husserl. Demnach markiere der „Nullpunkt unserer Orientierung“ eine Art Ur-Koordinate für sämtliche Ausrichtungen und Bewegungen, von denen aus wir unsere Umgebung wahrnehmen. 

 

DZ BANK Kunstsammlung - Art Foyere, Platz der Republik, Frankfurt/Main

 

21.02.2019 - 14.04.2019
Ausstellung Bonn . In der Ausstellung der Videonale.17 – Festival für Video und zeitbasierte Kunstformen unter dem thematischen Fokus Refracted Realities(Gebrochene Wirklichkeiten) werden im Kunstmuseum Bonn insgesamt 29 künstlerische Positionen präsentiert, die aus über 1.100 Einsendungen aus 66 Ländern von einer internationalen Jury ausgewählt wurden. 21. Februar bis 14. April 2019.
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Videonale – Refracted Realities
Ausstellung Bonn . In der Ausstellung der Videonale.17 – Festival für Video und zeitbasierte Kunstformen unter dem thematischen Fokus Refracted Realities(Gebrochene Wirklichkeiten) werden im Kunstmuseum Bonn insgesamt 29 künstlerische Positionen präsentiert, die aus über 1.100 Einsendungen aus 66 Ländern von einer internationalen Jury ausgewählt wurden. 21. Februar bis 14. April 2019.

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Freedom of Movement copyright Fischer & elSani VG Bild-Kunst

 

Mit „Refraktion" wird die Brechung von Lichtwellen bezeichnet, wenn Licht von einem Medium auf ein anderes übergeht: Durch die Brechung verändert sich die Wahrnehmung dessen, was durch das Licht sichtbar gemacht wird. Das Wissen um das Phänomen der Refraktion fordert uns auf, Ausgangs- und Endpunkt unserer Wahrnehmung mit der Realität abzugleichen, unseren Blick zu korrigieren und das Objekt der Anschauung klar zu fokussieren. „Refraktion" im übertragenen Sinne meint also ein kritisches Reflektieren über die Mittel und Wege der Sichtbarmachung und folglich die Option einer Reartikulation unserer Sicht auf die Dinge, wie sie sind, waren oder vermeintlich immer schon gewesen sind.

 

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The Last Head & the Bird copyright Sorab Hura

 

In dem Bewusstsein einer immer komplexeren und widersprüchlicheren Verfasstheit von Wirklichkeit, die sich darüber hinaus immer weniger durch Einschluss von, sondern immer mehr durch Abgrenzung zu anderen Realitätskonzepten definiert, entstand das Thema der diesjährigen Videonale - Refracted Realities.

 

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Maskirovka copyright Tobias Zielony

 

Die gezeigten Arbeiten fragen danach, welche Möglichkeiten die Medien im Allgemeinen und die künstlerischen Medien im Besondern haben, um sich kritisch mit der eigenen Rolle für die Bildung von Meinung und Öffentlichkeit auseinanderzusetzen. Welche künstlerischen Strategien werden aktuell entwickelt, um alternative Blicke zu ermöglichen und neue Perspektiven zu integrieren?

Zur Eröffnung am Mittwoch, 20. Februar um 20.00 Uhr wird eine herausragende künstlerische Arbeit aus dem Wettbewerb mit dem mit 5.000 Euro dotierten Videonale Preis der fluentum collection ausgezeichnet.

Die Ausstellung zur Videonale.17 wird begleitet durch ein umfangreiches Festivalprogramm (21. – 24.2.2019) mit Künstlergesprächen, Vorträgen, Performances, Diskussionsrunden, Führungen, Workshops und Vermittlungsprogrammen im Kunstmuseum Bonn sowie im Künstlerforum Bonn. Mit Beiträgen von u.a. Erika Balsom, Zach Blas, Wibke von Bonin, Zabet Patterson, Ubermorgen.

 

Kunstmuseum Bonn ,Friedrich-Ebert-Allee 2, Bonn

 

 

20.02.2019 - 12.05.2019
Ausstellung München . Schon als Kind übt der Spiegel auf Jim Dine,1935 in Cincinnati, Ohio geboren, eine eigene Faszination aus. Diese wird zur Grundlage für eine intensive Beschäftigung mit dem Selbstporträt als einem immer wiederkehrenden Motiv. Im Kunstfoyer der Versicherungskammer kann man Jim Dines spannendes Werk bewundern ebenso wie eine monumentale Kopf-Skulptur in der städtischen Grünanlage vor dem Gebäude der Versicherungskammer Bayern, 20.2. bis 12.5.2019
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Jim Dine. I never look away
Ausstellung München . Schon als Kind übt der Spiegel auf Jim Dine,1935 in Cincinnati, Ohio geboren, eine eigene Faszination aus. Diese wird zur Grundlage für eine intensive Beschäftigung mit dem Selbstporträt als einem immer wiederkehrenden Motiv. Im Kunstfoyer der Versicherungskammer kann man Jim Dines spannendes Werk bewundern ebenso wie eine monumentale Kopf-Skulptur in der städtischen Grünanlage vor dem Gebäude der Versicherungskammer Bayern, 20.2. bis 12.5.2019

FP Das Damebrett

Das Damebrett, 1959 copyright Jim Dine

 

Nach seinem Kunststudium in Ohio, währenddessen er viele druckgrafische Techniken kennenlernt, übersiedelt er 1958 nach New York und wird rasch Teil der damals so innova- tiven und dynamischen Kunstwelt. Seine gegenständlichen Motive wie Bademäntel, Herzen, Werkzeuge oder Stiefel sind vor allem als Platzhalter seiner selbst zu interpretieren, als Vokabular seiner Gefühle, wie Dine es selbst erklärt. Diese – oberflächlich betrachtet – gegenstandsbezogene Kunst führte dazu, dass er missverständlicherweise mit Andy Warhol, Wayne Thiebaud und Roy Lichtenstein zu den Mitbegründern der amerikanischen Pop Art der 1960er-Jahre gezählt wurde, wodurch die zutiefst subjektive Dimension seiner Kunst zunächst verstellt war.

 

FP SelbstportrÑt mit MÅtze

© Jim Dine, Selbstporträt mit Mütze, 1991

 

Ab den 1970er-Jahren taucht das Selbstporträt wieder in seinen Arbeiten auf und bleibt bis heute als Motiv der künstlerischen Selbstreflexion ganz wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit, denn Dine beschäftigt schon immer das Subjektive, das Innerste. Fast zu jeder Zeit ist ein Selbstporträt in Arbeit. Erst gerade hat der Künstler in seinem Pariser Atelier vier neue Selbstporträts geschaffen, die Teil dieser Präsentation sind, wie auch die jüngste Arbeit mit dem Titel Ich in Apetlon, eine Lithografie, die in der burgenländischen Druckwerkstatt Chavanne & Pechmann entstanden ist.

 

FP Hard Times singend

© Jim Dine, Hard Times singend, 2009

 

Wenn ich an einem Spiegel oder einer reflektierenden Oberfläche vorbeigehe, werfe ich, aus welchem Winkel auch immer, einen gründlichen Blick auf mein Gesicht. Diese Gewohnheit stammt aus der Kindheit. Ich bin es, der mich selbst beobachtet, um in der Sekunde, in der ich mich selbst im Spiegelbild wahrnehme, das sogenannte Selbstporträt zu revidieren, zu formen. Ich kann dann ohne Kreide oder Stift im Kopf korrigieren, eine versehentliche Linie ausradieren und spüre auch das psychologische Moment, wenn mein Gesicht so aussieht, als hätte ich es noch nie zuvor gesehen. Ich sehe nie weg. (Jim Dine, Paris 2016)

 Die Ausstellung wurde organisiert in Kooperation mit der Albertina, Wien.

Kunstfoyer, Versicherungskammer Kulturstiftung, Maximilianstraße 53, München

18.02.2019 - 30.04.2019
Ausstellung Wien . Die Ausstellung „Unwägbarkeiten“ mit Werken von Gabriela Morawetz findet im Rahmen von Foto Wien und in Kooperation mit dem Polnischen Kulturinstitut in der Wiener Anzenberger Galerie statt.18. Februar bis 30. April 2019
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Gabriela Morawetz: Unwägbarkeiten
Ausstellung Wien . Die Ausstellung „Unwägbarkeiten“ mit Werken von Gabriela Morawetz findet im Rahmen von Foto Wien und in Kooperation mit dem Polnischen Kulturinstitut in der Wiener Anzenberger Galerie statt.18. Februar bis 30. April 2019

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Reproduktionen können Gabriela Morawetzs Werken nicht gerecht werden. Obwohl es fotografische Arbeiten sind, wirken sie mehr wie dreidimensionale Objekte. Es sind komplexe Kunstwerke auf Leinwand, Glas und Metall, in denen Reflektionen mit Materie spielen.

Mit Morawetz tritt die Fotografie in eine neue Dimension ein. In Schwerelosigkeit, ohne Erdanziehungskraft zu arbeiten, erscheint wie eine Metapher für die Arbeitsweise der Künstlerin. Von der Realität losgelöst, von einer Idee komplett eingenommen, weitergetragen von einer grundlegenden Energie zu einem unbekannten Resultat.

 

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Ihre Erkundungen machen aus Morawetz eine Alchemistin, der es gelingt, die Magie des Materials und die Praxis des Experiments zu verbinden. Sie bewegt sich in ihrer künstlerischen Praxis zwischen Studio und Dunkelkammer. Zur Fotografie kam Morawetz nach dem Studium der Malerei, Skulptur und Radierung an der Akademie der Künste in Krakau. All diese Techniken sind wie Echos in ihrer Arbeit präsent.

Gabriela Morawetz  ist gebürtige Polin und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Krakau. Von 1975 bis 1983 lebte sie in Venezuela und seither in Frankreich.

 

Anzenberger Gallery, Absberggasse 27, Wien

15.02.2019 - 21.04.2019
Fotoausstellung Berlin. Die Ausstellung in der Kommunalen Galerie Berlin geht den Fragen auf den Grund:Gibt es eine Art Kurzzeit-Zuhause, wenn wir häufiger den Wohnort wechseln (müssen)? Wie definieren wir den Begriff „Zuhause“, für uns selbst oder öffentlich? Gibt es überhaupt das eine Zuhause-Gefühl? Gezeigt werden Arbeiten der Preisträger und ausgewählter Shortlist-Kandidaten des Vonovia Award für Fotografie 2018. 15. Februar – 21. April 2019
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„Zuhause“
Fotoausstellung Berlin. Die Ausstellung in der Kommunalen Galerie Berlin geht den Fragen auf den Grund:Gibt es eine Art Kurzzeit-Zuhause, wenn wir häufiger den Wohnort wechseln (müssen)? Wie definieren wir den Begriff „Zuhause“, für uns selbst oder öffentlich? Gibt es überhaupt das eine Zuhause-Gefühl? Gezeigt werden Arbeiten der Preisträger und ausgewählter Shortlist-Kandidaten des Vonovia Award für Fotografie 2018. 15. Februar – 21. April 2019

© Vonovia Award für Fotografie 2018, Norman Hoppenheit (1. Preis Kategorie „Beste Fotoserie“), Dreesch, 2016_17, Foto Norman Hoppenheit (1)

1. Preis Kategorie „Beste Fotoserie“,  Foto Norman Hoppenheit

 

Völlig unterschiedliche Ansätze zeigen, dass „Zuhause“ Vieles sein kann, vor allem ein Gefühl, und nicht zwangsläufig an einen Ort gebunden ist.Der Vonovia Award für Fotografie kürt jährlich etablierte Fotograf, die sich auf konzeptionelle, dokumentarische, journalistische oder künstlerische Weise mit dem Thema „Zuhause“ auseinandersetzen. Aus 33 Shortlist-Kandidaten wurden vier PreisträgerInnen ausgewählt, die nun mit ihren vollständigen Serien zunächst in Berlin (15. Februar – 21. April, Kommunale Galerie Berlin) und anschließend in Bochum (25. Mai – 25. August, Kunstmuseum Bochum) gezeigt werden. Auch ausgewählte Arbeiten aus der Shortlist werden präsentiert, um die Diversität des Themas und seiner Interpretationen aufzuzeigen.

Das Preisgeld von 42.000 Euro wird jährlich aufgeteilt auf drei Hauptpreise für professionelle Fotografen und Künstlern, die mit dem Medium Fotografie arbeiten, sowie einen Nachwuchspreis für junge Fotografen unter 26 Jahren (1. Preis 15.000 Euro, 2. Preis 12.000 Euro, 3. Preis 10.000 Euro und Nachwuchspreis 5.000 Euro).

 

© Vonovia Award für Fotografie 2018, Norman Hoppenheit (1. Preis Kategorie „Beste Fotoserie“), Dreesch, 2016_17, Foto Norman Hoppenheit (3)

1. Preis Kategorie „Beste Fotoserie“, Dreesch, 2016-17, Foto Norman Hoppenheit

 

Der 1. Preis der Hauptkategorie „Beste Fotoserie“ ging an den freien Fotografen Norman Hoppenheit (geb. 1984) für seine Serie Dreesch, 2016/17, eine Plattenbausiedlung in Schwerin, in der er aufwuchs. „Hoppenheit geht mit seiner Serie der Frage nach, was von unseren Erinnerungen übrig bleibt. Wie ist es, wenn man nach Jahren an den Ort zurückkehrt, der einmal ein Zuhause war.“(Ute Mahler, Jurymitglied)

 

© Vonovia Award für Fotografie 2018, Paula Markert (2. Preis Kategorie „Beste Fotoserie“), Ring Halqa, 2018, Foto Paula Markert (1)

2. Preis Kategorie „Beste Fotoserie“© Vonovia Award für Fotografie 2018, Paula Markert Ring/Halqa, 2018, 
Foto Paula Markert

 

Mit dem 2. Preis in der Hauptkategorie „Beste Fotoserie“ wurde Paula Markert ausgezeichnet (geb. 1982), die als freischaffende Dokumentarfotografin in Hamburg tätig ist. Ihre neue Arbeit Ring/Halqa, 2018, ist Steilshoop gewidmet, einem Stadtteil im Norden Hamburgs, der 1969 für über 20.000 Menschen erbaut wurde.

 

© Vonovia Award für Fotografie 2018, Lara Wilde (3. Preis Kategorie „Beste Fotoserie“), Exposed Landscapes, 2016-18, Foto Lara Wilde (2)

3. Preis Kategorie „Beste Fotoserie“ © Vonovia Award für Fotografie 2018,
Lara Wilde, Exposed Landscapes, 2016-18, Foto Lara Wild
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Der 3. Preis in der Hauptkategorie „Beste Fotoserie“ ging an die freiberufliche Berliner Fotografin und Regisseurin Lara Wilde (geb. 1988). Ausgezeichnet wurde sie für ihre Serie Exposed Landscapes, 2016-2018, die einen Einblick in den Privatraum der Protagonisten gibt. 

 

© Vonovia Award für Fotografie 2018, Nanna Heitmann (Preisträger „Beste Nachwuchsarbeit“), Weg vom Fenster – Das Ende einer Ära, 2017, Foto Nanna Heitmann (2)

 

Preisträger „Beste Nachwuchsarbeit“ © Vonovia Award für Fotografie 2018, Nanna Heitmann,
Weg vom Fenster – Das Ende einer Ära, 2017, Foto Nanna Heitmann

 

In der Kategorie „Beste Nachwuchsarbeit“ setzte sich Nanna Heitmann (geb. 1995) mit ihrer Serie Weg vom Fenster – Das Ende einer Ära, 2017, gegen sieben Finalisten durch. Ihre Fotostrecke beschäftigt sich mit der Schließung der Zeche Prosper Haniel 2018. Sie war die letzte, noch aktive Zeche im Ruhrgebiet.

 

 

Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176

 

 

15.02.2019 - 30.06.2019
Fotoausstellung Thiemsburg .  In einer Sonderausstellung zeigt das Nationalparkzentrum Thiemsburg im Thüringer Nationalpark Hainich Fotografien des bekannten Naturfotografen Norbert Rosing unter dem Titel „Mein wildes Deutschland“. 15.2. bis 30.6.2019
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Norbert Rosing – Mein wildes Deutschland
Fotoausstellung Thiemsburg .  In einer Sonderausstellung zeigt das Nationalparkzentrum Thiemsburg im Thüringer Nationalpark Hainich Fotografien des bekannten Naturfotografen Norbert Rosing unter dem Titel „Mein wildes Deutschland“. 15.2. bis 30.6.2019

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Die Besucher erwarten  in der Ausstellung spektakuläre Schwarz-Weiß-Naturaufnahmen aus den schönsten Wildnisgebieten Deutschlands. Als besonderes Zuckerl wird Norbert Rosing persönlich bei der Eröffnung am 15. Februar 2019 um 15 Uhr anwesend sein wird, in die Ausstellung einführen, durch die Ausstellung begleitet und im Anschluss noch zum Bücher signieren zur Verfügung stehen.

Norbert Rosing ist seit vielen Jahren als Tier- und Naturfotograf weltweit unterwegs und hat dabei viele internationale Auszeichnungen erhalten. Seine Bücher „Wildes Deutschland – Bilder einzigartiger Naturschätze“ und „Deutschlands wilde Wälder – Eine Liebeserklärung“ zeigen unser Land und unsere Wälder, wie sie kaum jemand kennt. Natürlich auch immer wieder von ihm gern besucht und fotografiert: der Nationalpark Hainich! Norbert Rosings Buch zur Ausstellung heißt „Wildnis“ und zeigt eine Auswahl der schönsten Naturaufnahmen.

 

Adresse 9947 Schönstedt OT Alterstedt/Thiemsburg

 

 

 

 

 

 

15.02.2019 - 21.04.2019
Fotoausstellung Berlin . Der Freiraum für Fotografie zeigt die bewegende Ausstellung „Crazy – Leben mit psychischen Erkrankungen“. Präsentiert werden die Arbeiten von den fünf Fotografen Laia Abril (Spanien), Sibylle Fendt (Deutschland), Nora Klein (Deutschland), Louis Quail (UK) und Melissa Spitz (USA). 15. Februar bis 21. April 2019
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Crazy
Fotoausstellung Berlin . Der Freiraum für Fotografie zeigt die bewegende Ausstellung „Crazy – Leben mit psychischen Erkrankungen“. Präsentiert werden die Arbeiten von den fünf Fotografen Laia Abril (Spanien), Sibylle Fendt (Deutschland), Nora Klein (Deutschland), Louis Quail (UK) und Melissa Spitz (USA). 15. Februar bis 21. April 2019

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copyright Laia Abril

 

Jeder vierte von uns wird im Laufe seines Lebens an einer psychischen Erkrankung leiden. Am häufigsten treten Angstzustände, Depressionen und Abhängigkeitserkrankungen auf. Für die knapp 18 Millionen Betroffenen und ihr soziales Umfeld hat dies oft massive Einschränkungen in allen Lebensbereichen zur Folge.


Obwohl psychische Erkrankungen einen Großteil der Bevölkerung betreffen, sind sie oftmals mit Stigmata behaftet und werden tabuisiert. Über das Leben mit psychischen Erkrankungen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen gibt es unklare Vorstellungen; individuelle Krankheitsbilder verunsichern Außenstehende. So gelingt es kaum, Betroffenen in ihrer Welt nahe zu kommen. Die fünf international renommierten Fotografen haben sich aus ganz persönlichen Gründen mit dem Thema auseinandergesetzt.
The Epilogue der spanischen Fotografin Laia Abril erzählt die Geschichte der Familie Robinson, die ihre jüngste Tochter durch Bulimie verlor. Das gleichnamige Buch wurde für den Paris Photo – Aperture Foundation PhotoBook Award 2014 nominiert.

 

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copyright Sibylle Fendt

 

In Gärtners Reise dokumentiert die Fotografin Sibylle Fendt die letzte Reise Lothar Gärtners und seiner an Demenz erkrankten Ehefrau Elke. Ihr Leben lang hatten sie als begeisterte Camper Europa im Wohnwagen bereist. Sibylle Fendt ist Mitglied der Agentur OSTKREUZ.

Nora Klein versucht in ihrer Serie Mal gut, mehr schlecht. die Erkrankung Depression in Bilder zu fassen. Der gleichnamige Bildband, erschienen im Hatje Cantz Verlag, war von der Stiftung Buchkunst für die Auszeichnung der Schönsten Deutschen Bücher 2017 nominiert.

 

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copyright Louis Quail 


Der Brite Louis Quail zeigt in seiner intimen fotografischen Annäherung Big Brother das Leben seines Bruders mit Schizophrenie. Die Serie ist mit dem Renaissance Photography Prize 2017 ausgezeichnet.


Die New Yorker Fotografin Melissa Spitz widmet ihre Arbeit You Have Nothing to Worry About dem Gefühlsleben ihrer schwer psychisch erkrankten Mutter. Melissa Spitz wurde vom TIME Magazine zur Instagram-Fotografin 2017 gewählt.

 

f3 freiraum für fotografie, Waldemarstraße 17, Berlin

 

09.02.2019 - 12.05.2019
Fotoausstellung Hannover . Mit einer Auswahl von etwa 200 Werken sowie zahlreichen Dokumenten aus dem Nachlass des als Otto Maximilian Umbehr 1902 in Düsseldorf geborenen Bauhaus Fotografen UMBO präsentiert das SprengelMuseum Hannover die erste große Retrospektive des Künstlers seit 24 Jahren. 9. Februar bis 12. Mai 2019
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Umbo. Fotograf
Fotoausstellung Hannover . Mit einer Auswahl von etwa 200 Werken sowie zahlreichen Dokumenten aus dem Nachlass des als Otto Maximilian Umbehr 1902 in Düsseldorf geborenen Bauhaus Fotografen UMBO präsentiert das SprengelMuseum Hannover die erste große Retrospektive des Künstlers seit 24 Jahren. 9. Februar bis 12. Mai 2019

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Ruth Landshoff
1927/28
Stiftung Bauhaus Dessau
copyrigh Phyllis Umbehr/Galerie Kicken Berlin/VG Bild-Kunst
Bonn, 2019
Foto:Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum
Hannnover

 


Mit seinem ungewöhnlichen Einfallsreichtum und seiner Experimentierfreude prägte UMBO die Fotografie des .,Neuen Sehens" in den 1920er-Jahren; Werke des Fotografen waren in allen bedeutenden Ausstellungen der Avantgarde seiner Zeit vertreten. UMBOs Atelier und Archiv wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach dem Ende des Krieges stand er- wie viele andere auch- vor einem Neuanfang.Erst in den 1 970er-Jahren wurde er in einer Einzelausstellung in der Spectrum Photogalerie im Kunstmuseum Hannover mit Sammlung Sprengel, heute Sprengel Museum Hannover, vorgestellt. Dienun UM BO im Bauhausjahr 201 9 gewidmete Retrospektive ermöglicht es, einen der großen Fotografen des 20. Jahrhunderts und eine vielschichtige Künstlerbiografie neu zu entdecken. Sie feiert zudem die Erwerbung des Nachlasses UMBO, die 2016 gemeinsam mit den Partnerinstitutionen Berlinische Galerie- Landesmuseum für Fotografie und Architektur und Stiftung Bauhaus Dessau dank der Unterstützung za hlreicher Partner möglich wurde.

 

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ohne Titel (Selbstporträt)
um 1955
Sprengel Museum Hannover, 2016
erworben von Phyllis Umbehr copyright Phyllis Umbehr /Galerie Kicken, Berlin
VG Bild-kunst, Bonn, 2019
Foto:Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum
Hannnover

 

 

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Ruth Maske
1927/1978
Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst,
Photographie und Architektur, Berlin
copyrigh Phyllis Umbehr/Galerie Kicken Berlin/VG Bild-Kunst
Bonn, 2019
Foto:Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum
Hannnover

 

 

DER FOTOGRAF
UMBO- dieser Name steht spätestens seit der von Herbert Molderings 1 995 eingerichteten Retrospektive dieses Künstlers als Synonym für eine Art ,Urknall' der modernen Fotografie Mitte der 1920er-Jahre. Otto Maximilian Umbeh r wurde 1 9 02 a I szweites v o n zehn Kindern eines Bau i ngen ieu rs und einer Lehrerin in Dusseldorf geboren. Er gilt unter dem Namen UMBO als Erfinder des Bildes der Neuen Frau, des neuen Bildes der Straße und der fotograf ischen Reportage schlechthin. Sein Name steht fu r denjugendbewegten Aufbruch der Wandervögel a u s der WiI helmi nischen Ära insfr ühe Bau haus. Er steht auch fu r die in den 192 Oer- Jahren vor allem durch osteu rapa isehe lmmigrant*innen befl ugelte Medienmetropole Berlin, für eine sich rasant entwickelnde Fil m-, Musik-, Theater- und Kleinkunstszene, fur Blicke in die Hinterhöfe und Wohnkuchen überquellender Mietskasernen.


Anlässlich der Ausstellung erscheint die Publikation UMBO. FOTOGRAF, herausgegeben von Inka Schube, 336 Seiten, ca. 2 30 Abbildungen undTexten von U mbo, Michael Glasmeier, Stella Jaeger, Anthea Kennedy & Ian Wiblin, Angela Lammert, Annel ie Lütgens, Sabrina Mandan ici, Patrick Rössler, Inka Schube, Bernd Stieg!er, Christoph Wagner und Georg Wiesing-Brandesca. 230 Abbildungen, Snoeck, 48,- Euro.


Sprengel Museum, Kurt Schwitters Platz, Hannover

02.02.2019 - 27.04.2019
Fotoausstellung Berlin – „Women on View Die Ästhetik des Begehrens in der Werbung“ ist das Thema der Ausstellung in den Räumen der Chaussee 36. Die Gruppenausstellung Women on View zeigt die Erotisierend des weiblichen Körpers in der Werbefotografie mit den Werken von namhaften wie Horst P. Horst, Erwin Blumenfeld, Helmut Newton, Peter Lindbergh, Herb Ritts, Irving Penn und Jeanloup Sieff.
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Women on View
Fotoausstellung Berlin – „Women on View Die Ästhetik des Begehrens in der Werbung“ ist das Thema der Ausstellung in den Räumen der Chaussee 36. Die Gruppenausstellung Women on View zeigt die Erotisierend des weiblichen Körpers in der Werbefotografie mit den Werken von namhaften wie Horst P. Horst, Erwin Blumenfeld, Helmut Newton, Peter Lindbergh, Herb Ritts, Irving Penn und Jeanloup Sieff.

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Hervé Plumet: Campaign for AUDI 2003, courtesy und ©  the artist

 

Die Abbildung des unbekleideten, idealen Menschen unterliegt in der westlichen Kunst einer langen Tradition. Doch erst die Moderne löste Nacktheit aus ihrem religiösen oder allegorischen Kontext heraus und zeigte sie offen und natürlich, auch in Verbindung mit Eros. Heute gehören nackte Körper, vor allem von Frauen, zur medialen Dauerware, sind aus der Werbebranche nicht wegzudenken.

 

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Ellen von Unwerth: Happy Socks Campaign, Los Angeles, 2015 courtesy the artist

 

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Guy Bourdin, French Vogue, Jnauar 1980, The Guy Bourdin Estate, 2018,
courrtesy Louis Alexander Gallery and Chaussee 36

 

Von Anfang an inszenierte die Werbeindustrie den weiblichen Körper zur besseren Vermarktung von Produkten, während sie männliche Nacktheit noch bis ins späte 20. Jahrhundert kaum beachtet ließ. Modelle verkörpern demnach das Idealbild westlicher, weiblicher Schönheit. Und doch widersetzten sie sich über Jahrzehnte hinweg einem einheitlichen Kanon, was auf die charakteristische Entwicklung der Präsentation von Frauenfiguren zurückzuführen ist. Besonders in Bildern der Mode- und Werbefotografie kannLifestyles konstatiert werden.

Die Gruppenausstellung Women on Viewthematisiert die Erotisierung des weiblichen Körpers in der Werbefotografie – angefangen bei der frühen Produktreklame der 1940er Jahre, über die Ära der Hyper-Erotisierung der Frau in den 1990er Jahren hin zu zeitgenössischen Positionen in der Werbefotografie. Präsentiert werden legendäre Plakate und Fotografien von namhaften Künstlern wie Horst P. Horst, Erwin Blumenfeld, Helmut Newton, Peter Lindbergh, Herb Ritts, Irving Penn undJeanloup Sieff, um nur einige zu nennen. Einerseits zeigt die Ausstellung verschiedene Darstellungsweisen der Frau in der Werbung auf. Andererseits hinterfragt sie die wechselseitigen Einflüsse der modischen und kommerziellen Fotografie bei der Schaffung ästhetischer Standards.

 

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Franco Rubartelli, Veruschka, Safari dress by Yves Saint Laurent, 1968,
courtesy Ira Stehmann Fine Art

 

Darüber hinaus verweist die Ausstellung auf den soziokulturellen Einfluss von Werbung. Diese ist ein Spiegelbild gesellschaftlicher Einstellungen und beeinflusst als Ab- und Vorbild gängige Rollenbilder und Vorstellungen von Schönheit. In unserer gegenwärtig mediendominierten Welt wird die Verbreitung von genormten Attraktivitätsvorstellungen und Schönheitsidealen zunehmend begünstigt. So führte die Nutzung einer Bildsprache, in der weibliche Modelle signifikant aufreizend und provokativ gezeigt wurden, in der Vergangenheit zu einer zunehmenden Sexualisierung in der Öffentlichkeit. Ist die Darstellung von Frauen heute immer noch ein Zeugnis der Begierde in unserem gesellschaftlichen Streben nach den Idealen menschlicher Vollkommenheit? Oder ist diese Form des Begehrens bereits im Wandel begriffen?

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation (dt.-engl.) mit einem Vorwort des Kurators der Helmut Newton Stiftung Matthias Harder, Texten der Soziologin Esther Loubradou sowie zahlreichen Abbildungen von historischen Werbefotografien.

 

Chaussee 36, Chausseestraße 36, Berlin

02.02.2019 - 06.04.2019
Fotoausstellung Greifswald . Maurizio Sapia stößt mit seinen Arbeiten an die Grenze zwischen Fotografie und Malerei und hat einen Stil mit hohem Wiedererkennungswert entwickelt. Die Galerie STP zeigt seine interessanten Arbeiten vom 2.2.-6.4.2019.
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Maurizio Sapia – On the Edge
Fotoausstellung Greifswald . Maurizio Sapia stößt mit seinen Arbeiten an die Grenze zwischen Fotografie und Malerei und hat einen Stil mit hohem Wiedererkennungswert entwickelt. Die Galerie STP zeigt seine interessanten Arbeiten vom 2.2.-6.4.2019.

Maurizio Sapia_ZERO GRAVITY, 2017

Zero Gravitiy, 2017

 

Maurizio Sapia wurde 1966 in Sanremo (Italien) geboren. Nach dem Abitur und am Ende seiner Karriere als Radfahrer zog er im Alter von 21 Jahren nach Mailand. Hier, fasziniert von der großen Kreativität in der Welt der Mode, absolvierte er Fotokurse am IED (European Design Institute). Er begann zunächst als Assistent und dann als Fotograf in einem Studio in Mailand zu arbeiten, wobei er sich auf den Bereich Stilllebenfotografie spezialisierte.

 

Maurizio Sapia_RESISTANCE, 2017

Resistance, 2017

 

Nach mehreren Jahren, 2001, gründete er mit drei Partnern das Studio h2o, wo er bis heute mit verschiedenen Modemagazinen und Werbeagenturen zusammenarbeitet. Er ist außerdem Teil einer Gruppe von Direktoren, IT-Technikern und Videoproduzenten, die sich zusammengeschlossen haben, um 3D-Videoaufzeichnungstechniken zu entwickeln.

 

Maurizio Sapia_FRACTURE, 2016

Fracture, 2016

 

In den letzten fünfzehn Jahren hat er durch das Medium Fotografie seine ganz persönliche Ausdrucksweise gesucht, frei von den Regeln der kommerziellen Fotografie. Zunächst durch den Einsatz traditioneller Fotografie und zunehmend durch die Nutzung von digitaler Bildbearbeitung und Videotechniken, hat er Gebiete erkundet, die an die Grenze zwischen Fotografie und Malerei stoßen. Er entwickelte einen sehr persönlichen Stil mit hohem Wiedererkennungswert.

 

Maurizio Sapia_BORDERS 2, 2018

Borders 2018

 

Durch Kombination klassischer Fotografie und intensiver Bildbearbeitung kreiert er digitale Collagen von intensiver Farbigkeit. Seine hundertfachen Selbstinszenierungen werden dabei zum Grundbaustein surrealer Formen mit dreidimensionaler Wirkung. Thematisch greift er gesellschaftliche, politische und persönliche Themen auf. Seine Erfahrung im Bereich der digitalen Umgebungen erweiterte sein Interesse schließlich auch auf interaktive Installationen. Er lebt und arbeitet in Mailand.

 

Galerie STP, Mühlenstraße 20, Greifswald

 

 

 

01.02.2019 - 12.05.2019
Fotoausstellung Berlin . Das Deutschen Historischen Museum zeigt die Ausstellung „Das exotische Land. Fotoreportagen von Stefan Moses“. Anhand von 250 Fotografien sowie Zeitschriften und Büchern zeichnet die Ausstellung Moses‘ Weg vom umtriebigen Fotoreporter zu einem der wichtigsten Porträtfotografen und Chronisten der Bundesrepublik nach. 1. Februar bis 12. Mai 2019
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Stefan Moses – Das exotische Land
Fotoausstellung Berlin . Das Deutschen Historischen Museum zeigt die Ausstellung „Das exotische Land. Fotoreportagen von Stefan Moses“. Anhand von 250 Fotografien sowie Zeitschriften und Büchern zeichnet die Ausstellung Moses‘ Weg vom umtriebigen Fotoreporter zu einem der wichtigsten Porträtfotografen und Chronisten der Bundesrepublik nach. 1. Februar bis 12. Mai 2019

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Frauen unter Trockenhauben im Friseursalon
Stefan Moses, undatiert
© Elsa Bechteler-Moses

 

 

Stefan Moses (1928-2018) zählt zu den großen Fotografen der Bundesrepublik. Seine Aufnahmen von Angehörigen verschiedenster Berufsgruppen – stets im Freien vor einem grauen Tuch entstanden – machten ihn Anfang der 1960er Jahre zu einem der gefragtesten Porträtfotografen Deutschlands. Weniger bekannt ist dagegen sein Frühwerk: Fotoreportagen, für die Moses seit 1950, meist im Auftrag illustrierter Zeitschriften des Münchner Kindler-Verlages, durch Deutschland, Europa und Übersee reiste. 1960 wechselte Moses zur führenden deutschen Illustrierten „Stern“, die für ihre aufwendigen Fotoreportagen die besten Fotografen Deutschlands engagierte. Stefan Moses reiste für das Magazin unter anderem nach Israel, Großbritannien und Chile. Immer wieder aber berichtete er mit großem soziologischem Gespür und einer unverkennbaren fotografischen Handschrift auch aus dem „exotischen“ Land Deutschland – einem Land, das sich nach Terror und Krieg mit Wiederaufbau und Wirtschaftswunder neu erfinden wollte.

 

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Rollmopspackerin
Stefan Moses, 1962, 1964
© Elsa Bechteler-Moses

 

Anlässlich seines ersten Todestags am 3. Februar 2019 zeigt die Ausstellung erstmals frühe und heute weitgehend unbekannte Fotoreportagen und Bildessays aus dem Nachlass Moses‘ neben einer Auswahl aus seinen berühmten Porträtserien „Deutsche“ und „Emigranten“ aus der Sammlung des Deutschen Historischen Museums. Politische Momentaufnahmen, gesellschaftliche Beobachtungen und humorvolle Alltagsimpressionen verdichten sich dabei zu einem Porträt der jüngeren deutschen und internationalen Zeitgeschichte. Gemeinsam ist ihnen Moses‘ ironisch-distanzierter, aber nie denunzierender Blick auf die Menschen und die gesellschaftlichen Verhältnisse. Deutschland und die Deutschen blieben dabei bis zuletzt sein Lebensthema. „Für mich ist Deutschland genau so exotisch wie Afghanistan oder Paraguay, überall unerforschte Gebiete“, begründete Stefan Moses einmal seine Jahrzehnte andauernden fotografischen Erkundungen.

 

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Schaulustige warten auf den Ausritt der Queen
Stefan Moses, 1962
© Elsa Bechteler-Moses

 

Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, Berlin

 

 

01.02.2019 - 06.04.2019
Fotoausstellung Salzburg . In einer abwechslungsreichen, poetischen und spannenden Ausstellung zeigt die Leica Galerie in Salzburg Bilder des italienischen Fotografen Emanuele Scorcelletti. Vom 1. Februar bis 6. April 2019
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Das Glück der Erde
Fotoausstellung Salzburg . In einer abwechslungsreichen, poetischen und spannenden Ausstellung zeigt die Leica Galerie in Salzburg Bilder des italienischen Fotografen Emanuele Scorcelletti. Vom 1. Februar bis 6. April 2019

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In „Das Glück der Erde...“ von Emanuele Scorcelletti treffen mehrere Welten aufeinander: der sagenhafte Wald von Brocéliande mit seinen majestätischen Pferden, die Welt der Promis - des Glanz und Glamours – sowohl hinter den Kulissen als auch auf dem Red Carpet und nicht zu vergessen die unendliche Kreativität des Künstlers, die er in Bereichen der Street- und Portrait-Photographie unter Beweis stellt.

Bekannte Sujets, die man nur allzu oft gesehen hat, werden von ihm neu interpretiert und mit viel Fantasie gekonnt in Szene gesetzt.

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Bei ihm geht es um Themen die auf den ersten Blick nicht gegensätzlicher sein könnten, doch vor der Kamera des Fotografen fließen sie auf natürliche Weise ineinander und werden eins- Eine unerwartete Liaison mit der unverwechselbaren Handschrift des Künstlers.
Promis wie Charlize Theron, Keira Knightley, Emma Watson, Vanessa Paradis, Scarlett Johansson, Penélope Cruz, Karl Lagerfeld, Mick Jagger, Jack Nicholson und zahlreiche mehr befinden sich ebenfalls in seinem Repertoire!

 

 

Emanuele Scorcelletti, geboren 1964 in Luxemburg, ist ein italienischer Fotograf und Fotojournalist. 2003 gewann er den World Press Photo Award mit einer Fotografie von Sharon Stone, die sich gekonnt zwischen hunderten Fotografen in Szene setzt. Er lebt und arbeitet u.a. in Paris.

30.01.2019 - 10.06.2019
Ausstellung Hannover . Louisa Clement beschäftigt sich in Fotografien, Videos, Wandarbeiten, Skulpturen und neuen VR-Arbeiten mit dem Gefühl einer Irritation in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Unsicherheit. Mit ihrer jüngsten Arbeit „Aporias“ (2019) überträgt Louisa Clement ihre fotografische Arbeit in den virtuellen Raum. Die Ausstellung wurde vom Sprengel Museum Hannover in Kooperation mit dem Ludwig Forum Aachen konzipiert.
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Louisa Clement - Remonte Control
Ausstellung Hannover . Louisa Clement beschäftigt sich in Fotografien, Videos, Wandarbeiten, Skulpturen und neuen VR-Arbeiten mit dem Gefühl einer Irritation in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Unsicherheit. Mit ihrer jüngsten Arbeit „Aporias“ (2019) überträgt Louisa Clement ihre fotografische Arbeit in den virtuellen Raum. Die Ausstellung wurde vom Sprengel Museum Hannover in Kooperation mit dem Ludwig Forum Aachen konzipiert.

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Louisa Clement - Avatar

 

Ausgangspunkt für die Arbeit der 1987 in Bonn geborene Künstlerin ist der Mensch in einem digitalen Zeitalter, in dem auch die Integrität des Körpers durch vehemente Eingriffe der Medizin und Technik zunehmend in Frage gestellt wird.

 

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Mit ihrer jüngsten Arbeit „Aporias“ (2019) überträgt Louisa Clement ihre fotografische Arbeit in den virtuellen Raum. Mithilfe von VR-Geräten schließen sich die Betrachter einer Gruppe von drei künstlichen digitalen Körpern an, die wie gesichtslose Mannequins anmuten, und können in Interaktion mit diesen treten. Als ein Beitrag zum aktuellen Diskurs über künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen wirft die Künstlerin mit „Aporias“ Fragen zum Potenzial von Computerprogrammierung und den Grenzen menschlicher Fähigkeiten auf.

 

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Louisa Clement - Not lost in You


 
Louisa Clement studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und der Kunstakademie Düsseldorf. Es ist die erste groß angelegte museale Einzelausstellung der Künstlerin, sie wird von einem umfangreichen Katalog begleitet.

 

Sprengel Museum, Kurt Schwitters Platz, Hannover 
 

27.01.2019 - 05.05.2019
Fotoausstellung Leverkusen . Schon immer gab es gerade im Rheinland eine reiche und intensive Beschäftigung mit dem Medium Fotografie. Die Ausstellung im Museum Morsbroich zeigt Werke von Künstler, die in den 1970er und 1980er Jahren geboren sind und während ihrer Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf oder an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert haben. 27. Januar bis 5. Mai 2019
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Next Generations – Aktuelle Fotografie made im Rheinland
Fotoausstellung Leverkusen . Schon immer gab es gerade im Rheinland eine reiche und intensive Beschäftigung mit dem Medium Fotografie. Die Ausstellung im Museum Morsbroich zeigt Werke von Künstler, die in den 1970er und 1980er Jahren geboren sind und während ihrer Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf oder an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert haben. 27. Januar bis 5. Mai 2019

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Louisa Clement
Avatar 29, 2016
Inkjet Print, 115 x 86 cm
Courtesy die Künstlerin und WENTRUP Gallery Berlin



Die Fotografie als wesentliches künstlerisches Ausdrucksmittel unserer Zeit erfährt auf Biennalen und Festivals, in Ausstellungsreihen und auf Symposien mehr denn je eine Befragung und Analyse ihrer momentanen Beschaffenheit. Hintergrund ist ein radikaler Wandel in Produktion, Gebrauchsweisen und Verbreitung des Mediums. Begleitet wird dies durch die stetig wachsende, Schwindel erregende Anzahl neuer Fotografien in der Welt. Massentechnisch produzierte Bilder werden geteilt und kopiert und im Zeitalter der digitalen Revolution als riesiges Bildvolumen immer fluider.

 

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Moritz Wegwerth
NEWS, 2018
Inkjet Print on Archival Paper, 153,4 x 230cm
Courtesy der Künstler
© 2019 VG Bild-Kunst, Bonn



Wie reagieren Künstler, die durch die „Fotografieschulen“ des Rheinlands geprägt sind, auf diese Entwicklungen? Welche Rolle spielen die künstlerischen Errungenschaften ihrer Lehrer für die heutige Bildproduktion? Welche Erkenntnisse hält die Fotografie noch bereit? Diese Fragen stellt sich die aktuelle Ausstellung Next Generations. Aktuelle Fotografie made im Rheinland.

Die Ausstellung setzt den Fokus auf den aktuellen Diskurs zur zeitgenössischen Bildproduktion und befragt das Medium Fotografie exemplarisch in achtzehn unterschiedlichen künstlerischen Statements.

Die „Fotografieschulen“ des Rheinlands waren und sind international prägend: Die Auseinander-setzung mit Fotografie als konzeptuelles Medium verbindet sich im Rheinland mit den Namen Bernd und Hilla Becher. Bernd Becher wurde 1976 als Professor für Fotografie an die Kunstakademie Düsseldorf berufen. Damit trat er nicht nur die erste Professur für Fotografie in Deutschland überhaupt an. Er legte vielmehr gemeinsam mit seiner Frau den Grundstein für eine bis heute anhaltende Tradition konzeptueller Fotografie: Die berühmte „Becher-Schule“ entstand. Aus ihr sind bis heute bekannte Künstler*innen wie Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff und Thomas Struth hervorgegangen. Thomas Ruff und Andreas Gursky kehrten als Professoren an die Kunstakademie zurück und führten – wie aktuell Christopher Williams – den Diskurs um das fotografische Medium weiter. Indem sie in ihren künstlerischen Prozessen die Grenzen des Mediums verschoben, erweiterten sie ganz grundlegend die Vorstellung davon, was Fotografie sein kann.
1990 wurde mit der Kunsthochschule für Medien in Köln und dem damals einzigen Diplom-studiengang „Audiovisuelle Medien“ ein völlig neuer, zukunftsweisender Ort künstlerischer Lehre und Praxis für die Fotografie geschaffen. Die Professur für Künstlerische Fotografie an der KHM
wurde 1994 mit Jürgen Klauke besetzt. Nach einer Vertretungsprofessur durch Boris Becker leitet Beate Gütschow seit 2011 die Klasse. Das konzeptuelle Arbeiten an der Erweiterung des Fotogra-fischen führte über ein medienreflexives und genreübergreifendes Experimentieren mitunter auch zur völligen Verwerfung der herkömmlichen Fotografie mit all ihren tradierten Zuschreibungen und Bildherstellungstechniken.
Die hier nachkommenden Generationen von Künstler wissen um die Flüchtigkeit von Bildern im Netz. Sie reflektieren ihre Überpräsenz in unserer alltäglichen Wahrnehmung ebenso wie die Bedingungen ihrer Konstruktion und Reproduktion als Hybride zwischen analogen und digitalen Herstellungstechniken. Vor der Folie der Fotografiegeschichte verabschieden sie die alte Vorstellung von Fotografie als Abbild der Realität und binden das einst so verlockende Wirklichkeitsversprechen als langsam verhallendes Echo in ihre künstlerischen Arbeiten ein. Sichtbar wird die Differenz zwischen Abbildung und Abgebildeten und damit indirekt auch das Making-Of: die Fotografie als konstruiertes Bild. Warum die Fotografie trotz dieser Einsichten nichts an visueller Überzeugungskraft eingebüßt hat, erzählt die Ausstellung anhand von achtzehn aktuellen künstlerischen Positionen, die das Medium Fotografie für zukünftige Gebrauchsweisen öffnen.

 

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Alexander Basile
plate #002, 2018
C-Print, 80 x 120 cm
Courtesy Alexander Basile

 

Die Künstler der Ausstellung: Alexander Basile, Johannes Bendzulla, Mia Boysen, Louisa Clement,
Natalie Czech, Owen Gump, Alwin Lay, Peter Miller, Anne Pöhlmann, Johannes Post,
Sebastian Riemer, Morgaine Schäfer, Berit Schneidereit, Shigeru Takato, Christoph Westermeier, Anna Vogel, Moritz Wegwerth und Matthias Wollgast.



Kuratorinnen der Ausstellung sind Heide Häusler und Stefanie Kreuzer.

 

Museum Morsbroich, Gustav-Heinemann-Str. 80, Leverkusen

25.01.2019 - 23.03.2019
Fotoausstellung Salzburg . Mit der Ausstellung Mark Steinmetz united states präsentiert die FOTOHOF galerie einen bemerkenswerten zeitgenössischen Fotografen aus den USA, dessen in 40 Jahren konsequenter und stoischer fotografischer Arbeit geschaffenes Werk viele KünstlerInnen - auch in Europa ? beeinflusst hat. Dennoch ist diese Werkschau, die Ausschnitte aus den wichtigsten Arbeitszyklen der letzten drei Jahrzehnten und Einblicke in alle bisher erschienenen 16 Fotobuch-Monografien zeigt, die erste Einzelausstellung des Künstlers in Österreich und zeugt von der Eigenstä ndigkeit und poetischen Kraft seiner Fotografie.
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Mark Steinmetz – united states
Fotoausstellung Salzburg . Mit der Ausstellung Mark Steinmetz united states präsentiert die FOTOHOF galerie einen bemerkenswerten zeitgenössischen Fotografen aus den USA, dessen in 40 Jahren konsequenter und stoischer fotografischer Arbeit geschaffenes Werk viele KünstlerInnen - auch in Europa ? beeinflusst hat. Dennoch ist diese Werkschau, die Ausschnitte aus den wichtigsten Arbeitszyklen der letzten drei Jahrzehnten und Einblicke in alle bisher erschienenen 16 Fotobuch-Monografien zeigt, die erste Einzelausstellung des Künstlers in Österreich und zeugt von der Eigenstä ndigkeit und poetischen Kraft seiner Fotografie.

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Mark Steimetz - Athens, Georgia, 1996

 

Steinmetz fasziniert als aufmerksamer Chronist. Seine Fotografien berichten ganz unaufdringlich vom amerikanischen Alltagsleben. Schauplatz der meisten Bilder ist der Dixie, die Südstaaten der USA mit ihrer schwülen Hitze, Gemächlichkeit und zusammengeschusterten Eleganz. Neugierde, Respekt und Zurückhaltung prägen die Begegnungen, die Steinmetz mit uns teilt. Seine Bilder erzählen von einer Welt jenseits einfacher politischer oder sozialer Zuschreibungen, die einen offenen Blick auf die US-amerikanische Gesellschaft oft verstellen. Mark Steinmetz bezeichnete seine Heimat einmal als ein "halbwüchsiges Land" und in diesem Sinne erhalten seine Fotografien, die oft von den Dilemmata der Jugend erzählen, eine hintergründigere und komplexere Ebene als viele vergleichbare Genrebilder.

 

 

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Mark Steinmetz . Camp Rockbrook, Hendersonville, North Carolina, 1996

 

Die szenischen Beobachtungen und Portraits von Mark Steinmetz besitzen eine intime Nähe, die sich gleichzeitig überraschend unaufdringlich anfühlt. Seine Arbeitsweise schafft eine Atmosphäre, die alle − den Fotografen, die Protagonisten und die Betrachter − in einen Zustand einer speziellen Verbundenheit führt, in der kein Raum für Posen bleibt.

Seine fotografischen Serien katalogisieren nahezu beiläufig all die Geldautomaten, Telefonzellen, Fastfood-Orte und Automobilien, die unsere Gegenwart in Raum und Zeit verflechten. Dennoch erscheint alles genauso losgelöst und Teil einer neuen, eigenen Fiktion.

 


Mark arbeitet geduldig in langfristigen und oft parallelen Projekten, die antizyklisch entstehen oder erscheinen. In Vorwärts-und Rückwärtsbewegungen zugleich formulieren sich diese zu Serien, die mit großem zeitlichen Abstand editiert und veröffentlicht werden. Anstatt in eine nostalgische Rückschau zu verfallen, erzählt Steinmetz von Sujets und Personen, die von aktueller Aufgeregtheit wie befreit wirken.

Sichtbar und abgeschlossen werden seine Projekte zuletzt in Buchform. Die Titel sind oft von einem Ort oder einer Region inspiriert und könnten thematisch auch Zeiträume einer Ära umfassen. In der southern trilogy beschreibt z.B. Greater Atlanta eine Atmosphäre, in der die unbeschwerte Euphorie der Benzin-hörigen Mobilität gebrochen scheint. Der Titel des ersten Teils, South Central, leitet sich von der Telefongesellschaft South Central Bell ab, die Knoxville verkabelte. Diese Serie erinnert an den sozioökonomischen Zustand der Region kurz vor der Digitalisierung des Alltags.

Diese Bilder kommen einem wie Szenen aus epischen Filmwerken vor und sie beschreiben pärzise und voller ehrlicher Faszination an den Menschen. Marks Fotografien erreichen einen sehr direkt, können Umstände und Zustände sichtbar machen und schaffen es gleichzeitig etwas Geheimnisvolles zu bewahren.

Mark Steinmetz ist bei der Vernissage am 24. Jänner anwesend und hält anschließend einen Workshop für angemeldete TeilnehmerInnen im FOTOHOF.

Die Ausstellung united states wurde 2017 in der Lothringer13 Halle und dem Amerikahaus in München erstmals gezeigt und von den Kuratoren Jörg Koopmann und Lene Harbo Pedersen mit Mark Steinmetz und dem FOTOHOF neu arrangiert.

Am 25. Jänner moderiert die Steinmetz-Spezialistin Giulia Zorzi (Micamera Milano) einen artist-talk mit Mark Steinmetz.

Mark Steinmetz, *1961; lebt und arbeitet in Athens, Georgia, USA.

Fotohof, Inge Morath-Platz 1-3, Salzburg

20.01.2019 - 31.03.2019
Fotoausstellung Erfurt . „Food for Your Eyes“ in der Kunsthalle Erfurt stellt vor wie internationale Food-Fotografie heute aussieht. Die Ausstellung ist aus dem von Foodfotografen Günter Beer ins Leben gerufene und organisierte „Food Photo Festival“ hervorgegangen. 20. Januar bis 31. März 2019
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Food For your Eyes
Fotoausstellung Erfurt . „Food for Your Eyes“ in der Kunsthalle Erfurt stellt vor wie internationale Food-Fotografie heute aussieht. Die Ausstellung ist aus dem von Foodfotografen Günter Beer ins Leben gerufene und organisierte „Food Photo Festival“ hervorgegangen. 20. Januar bis 31. März 2019

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Michael Crichton & Leigh MacMillan, Breakfast in America, © Michael Crichton

 

Längst ist die Modefotografie keine rein angewandt-kommerzielle Angelegenheit mehr. Künstler wie Jürgen Teller haben dem Genre eine unerwartet künstlerische Note verliehen, indem er die Standards verließ und höchst ungewöhnliche Perspektiven auf Models und Mode entwarf. 
Ähnliches gilt auch für einen anderen Bereich der angewandten Fotografie: das Fotografieren von Speisen und deren Zutaten für die Werbung, für Kochbücher etc. Auch hier hat die Zahl der Fotografen und Fotografinnen zugenommen, die sich an künstlerischen Bildlösungen orientieren und auf unerwartete Ansichten von Lebensmitteln und ihrer Verarbeitung setzen.

 

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Carmen Troesser, The Thaw, ©Carmen Troesser , Food Photo Festival Award 2017

 

Weltweit das einzige seiner Art ist das „Food Photo Festival“ in Vejle, Dänemark. Das von dem deutschen Foodfotografen Günter Beer ins Leben gerufene und organisierte „Food Photo Festival“ mit Vorträgen, Kursen und Ausstellungen  ist Treffpunkt  der besten Foodfotografen und Foodstylisten, Artdirektoren, Kochbuchautoren, Foodjournalisten sowie von interessierten Besuchern aus aller Welt.

 

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Sylvan Müller, Meat the green, Butcher 4, © Sylvan Müller

 

Zur internationalen „Food Photo Festival Biennale“ 2017 begrüßte Veranstalter und Kurator Günter Beer über 200 der besten Foodfotografen aus 26 Ländern zu Austausch und Werkschau. Von Pop-Art über klassische Foodfotografie bis hin zu Kurzfilmen reichte das Spektrum.

Zwei Preise wurden auf dem Festival vergeben: Carmen Troesser (USA) wurde mit dem Preis "Foodphoto 2017" ausgezeichnet. Der Preis "Food Feature" wurde dem Film "Hungry" von Maisie Crow (USA) zugesprochen.

 

Aus den Präsentationen dieser Biennale ist die Ausstellung „FOOD FOR YOUR EYES“ hervorgegangen. Kuratiert von Günter Beer umfasst die opulente Schau  fotografische Abzüge von 18 Fotografen sowie eine Multimediaarbeit.

 

Kunsthalle Erfurt, im Haus zum Roten Ochsen, Fischmarkt 7, Erfurt

 

12.01.2019 - 27.03.2019
Fotoausstellung Köln . Die Ausstellung "Strange Encounters" (merkwürdige Begegnungen) zeigt skurrile und humorvolle Beobachtungen, die der bekannte deutsche Reportagefotograf Thomas Hoepker auf seinen Reisen machen konnte. 12. Januar bis 27. März 2019
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Thomas Hoepker - Strange Encounters
Fotoausstellung Köln . Die Ausstellung "Strange Encounters" (merkwürdige Begegnungen) zeigt skurrile und humorvolle Beobachtungen, die der bekannte deutsche Reportagefotograf Thomas Hoepker auf seinen Reisen machen konnte. 12. Januar bis 27. März 2019

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Bild Thomas Hoepker

 

Thomas Hoepker (*1936, München) gilt als einer der bekanntesten Reportagefotografen der Welt. Anfangs als Fotoreporter und Korrespondent für den “stern” unterwegs, fotografierte er weltweit und machte unter anderem Bilder, die von zeitgeschichtlicher Bedeutung sind. Später wurde er Art Director beim stern, Executive Editor bei GEO und Präsident von Magnum Photos. Damit etablierte sich Hoepker in einigen der wichtigsten Positionen der internationalen Fotoszene. Buchprojekte, Filmproduktionen und unzählige Ausstellungen in den wichtigsten Museen und Galerien der Welt folgten.

 

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Bild Thomas Hoepker

 

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Bild Thomas Hoepker

 

"Als Fotojournalist, arbeitend für Zeitungen und Magazine, ist man oft mit den eher schlechten Situationen konfrontiert. Aber schon bald entdeckte ich, dass dort auch lustige oder merkwürdige Begegnungen zu finden sind, die es wert sind fotografiert zu werden," So Thomas Hoepker.

 

Thomas-Hoepker-Museum-2

Bild Thomas Hoepker

 

Neben "Strange Encounters" zeigt die in focus Galerie, Köln die berühmtesten Fotografien aus Thomas Hoepkers langer Karriere.

 

In focus Galerie, Hauptstraße 114, Köln

 

 

11.01.2019 - 31.03.2019
Fotoausstellung Berlin . Das Haus am Kleistpark zeigt die Werkserie „Die zweite Heimat“ von Peter Bialobrzeski, einem der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart, dessen Arbeiten schon vielfach ausgezeichnet wurden. “Die zweite Heimat“ ist die Fortsetzung seines Projekts „Heimat“, das erstmals 2005 publiziert wurde. 11.1. bis 31.3.2019
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Peter Bialobrezeski – Die zweite Heimat
Fotoausstellung Berlin . Das Haus am Kleistpark zeigt die Werkserie „Die zweite Heimat“ von Peter Bialobrzeski, einem der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart, dessen Arbeiten schon vielfach ausgezeichnet wurden. “Die zweite Heimat“ ist die Fortsetzung seines Projekts „Heimat“, das erstmals 2005 publiziert wurde. 11.1. bis 31.3.2019

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Peter Bialobrzeski - Bochum 2012

 

Für Die zweite Heimat reiste Peter Bialobrzeski von 2011 bis 2016 mit seiner Kamera durch Deutschland. Mit seinen Fotografien versucht der Künstler, die soziale Oberfläche des Landes zu beschreiben, das ihm seit mehr als 50 Jahren eine Heimat bietet. In seinem Blick wird die Straße zum Resonanzraum. Ihn interessiert die Frage: Wie sieht das Land aus, in dem ich lebe, wenn ich es im Bild festhalte? Wie sieht die Gegenwart aus, wenn sie als Vergangenheit betrachtet wird?

Bialobrzeski fotografiert den vom Menschen geprägten Außenraum: Stadt, Land, Architektur. Menschen kommen vor, wenn sie dem Bild eine weitere Dimension verleihen. Der Künstler richtet seinen Blick auf häufig übersehene Objekte, die vordergründig keine Bedeutung zu haben scheinen und erst dann ihr Wesen zeigen, wenn sie wahrgenommen und in einen Kontext gebracht werden.

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Peter Bialobrzeski - Bei Wismar 2012

 

Man kann die Bilder von Peter Bialobrzeski auch als von außen gesehene Fragmente verstehen, als Anmerkungen. Die entstandenen Fotografien sprechen für sich selbst. Sie legen künstlerisch Zeugnis ab und erlauben, auch in soziologischen, dokumentarischen und damit historischen Zusammenhängen verstanden zu werden.

Peter Bialobrzeski (geb. 1961) ist einer der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart. Er lehrt seit 2002 als Professor für Fotografie an der Hochschule für Künste in Bremen. Seine Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Der Künstler stellt weltweit aus, seine Fotografien befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen. Nach dem erfolgreichen Auftakt des Projektes im Haus der Photographie – Deichtorhallen Hamburg ist die Ausstellung nun auch in Berlin zu sehen. Das gleichnamige Buch erschien bei hartmann books.

 

Haus am Kleistpark, Grunewaldstraße 6-7, Berlin-Schöneberg

 

19.12.2018 - 06.04.2019
Fotoausstellung Gelsenkirchen . Die vier Fotografen Sarah Blümel, Tom Pflaum, Natalie Richter und Vladimir Wegener zeigen die Spuren einer lebendigen Vergangenheit und thematisieren, wie es nach Ende der Kohlenförderung weitergeht. Über 60 Werke werden in der Ausstellung in der futuristischen Glasarkade im Wissenschaftspark Gelsenkirchen gezeigt. 19. Dezember 2018 bis 6. April 2019
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Schicht im Schacht – Leben ohne Kohle
Fotoausstellung Gelsenkirchen . Die vier Fotografen Sarah Blümel, Tom Pflaum, Natalie Richter und Vladimir Wegener zeigen die Spuren einer lebendigen Vergangenheit und thematisieren, wie es nach Ende der Kohlenförderung weitergeht. Über 60 Werke werden in der Ausstellung in der futuristischen Glasarkade im Wissenschaftspark Gelsenkirchen gezeigt. 19. Dezember 2018 bis 6. April 2019

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copyright Tom Pflaum

 

Die Ausstellung „Schicht im Schacht – Leben ohne Kohle“ beschäftigt sich mit einem aktuellen Thema, das vor allem im Ruhrgebiet die Menschen bewegt. 2018 wird mit der Schließung des Bergwerks Prosper-Haniel in Bottrop das Ende des Steinkohlenbergbaus im Ruhrgebiet begangen. Der Steinkohlenbergbau als einer der wichtigsten Arbeitgeber und Motor des wirtschaftlichen Aufschwungs hat die Region bis heute geprägt. Inzwischen ist die Industriekultur zum Alleinstellungsmerkmal der Region geworden und der Doppelbock der Zeche Zollverein auch zum Wahrzeichen eines nach vorne gerichteten Ruhrgebiets. Doch in jedem Ende liegt ein neuer Anfang. Die Fotostellung richtet nun einen Blick auf die Region und ihre Hinterlassenschaften. Sarah Blümel, Tom Pflaum, Natalie Richter und Vladimir Wegener haben den Abschied von der Kohle mehrere Jahre lang aus sehr unterschiedlichen Perspektiven beobachtet.

 

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copyright Sarah Blümel

 

Mit den Resten des Bergbaus und den Spuren, die dieser hinterlassen hat, befassten sich drei Absolventen der Folkwang Universität der Künste. Sie haben über mehrere Jahren hinweg eine fotografische Bestandsaufnahme lebendiger Bergbauvergangenheit aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet: Sarah Blümel fotografierte den Alltag der ehemaligen Bergarbeitersiedlungen in der Jetztzeit. Vladimir Wegener inszenierte Bergehalden im Prozess der Rekultivierung und Natalie Richter nahm Objekte im Spannungsfeld zwischen Arbeit und Kunst in den Blick. „In der fotografischen Auseinandersetzung geht es vorrangig um die Verbindung zwischen Arbeit, Kultur und Leben“, sagt Peter Liedtke, der die Ausstellung im Wissenschaftspark organisiert. „Gegenstände und Artefakte werden als Teil des Brauchtums und der Verbindung zwischen Mensch, Arbeit und Region thematisiert.

 

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Bergauartefakte - Grubenlampen copyright Natalie Richter

 

Der Blick auf die vom Menschen über industrielle Epochen hinweg veränderte Landschaft stellt die Frage nach dem Verhältnis zwischen Natur und Kultur und die Siedlungen erinnern daran, wie Arbeit und Lebensart nah und eng beieinander lagen.“ Die außergewöhnlichen Fotoarbeiten entstanden in einem Studienprojekt unter Leitung von Prof. Gisela Bullacher mit Unterstützung der RAG Aktiengesellschaft, dessen Ergebnisse in einer Buchreihe im C.H.Beck Verlag veröffentlicht wurden.

 

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copyright Vladimir Wegener

 

Der vierte Fotograf der Ausstellung, Thomas Pflaum, hat über 15 Jahre lang, seit 1993 das „Leben ohne Kohle“ portraitiert. In einem Langzeitprojekt, gefördert durch die VG Bild-Kunst, beobachtet er, wie die Transformation
einer Region nach der Schließung der letzten Zeche weiter geht, und fragt, ob alte Zechen als aufgehübschte Orte für Touristen und die Freizeitgesellschaft
reichen.


Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

 

08.12.2018 - 14.04.2019
Fotoausstellung Jena . Die Ausstellung in der Kunstsammlung Jena zeigt rund 150 Fotografien aus Italien, darunter viele der noch heute beliebten Reiseziele. Ihre Autoren sind einige der bekanntesten damals in Italien tätigen Fotografen, die hier gleichsam ihre Stadt porträtieren: Carlo Naya (Venedig), die Gebrüder Alinari (Florenz) und Giorgio Sommer (Neapel mit Umgebung). 8. Dezember 2018 – 14. April 2019
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Venedig, Florenz, Neapel 1877 - Eine Reise nach Italien
Fotoausstellung Jena . Die Ausstellung in der Kunstsammlung Jena zeigt rund 150 Fotografien aus Italien, darunter viele der noch heute beliebten Reiseziele. Ihre Autoren sind einige der bekanntesten damals in Italien tätigen Fotografen, die hier gleichsam ihre Stadt porträtieren: Carlo Naya (Venedig), die Gebrüder Alinari (Florenz) und Giorgio Sommer (Neapel mit Umgebung). 8. Dezember 2018 – 14. April 2019

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Giorgio Sommer
Neapel, Hafen, um 1865
Albumin-Abzug

 

Die Geschichte der Fotografie hat viele Anfänge. Einer von ihnen liegt in Italien – genauer am Comer See. Dort begann nicht nur eine der klassischen Routen der Grand Tour sondern auch die Fotografie auf Papier. „An einem der ersten Oktobertage des Jahres 1833“, berichtet William Henry Fox Talbot, „beschäftigte ich mich an den lieblichen Ufern des Comer Sees damit, Skizzen anzufertigen, oder, wie ich besser sagen sollte: Ich versuchte sie anzufertigen, leider nur mit dem geringstmöglichen Ergebnis. Danach dachte ich daran, es erneut mit einer Methode zu versuchen, die ich mehrere Jahre zuvor probiert hatte. Diese Methode bestand darin, eine Camera obscura zu nehmen und das Abbild der Gegenstände auf ein Stück durchsichtiges Papier zu projizieren, das auf eine Glasscheibe im Brennpunkt des Instruments gelegt wird. Auf diesem Papier sind die Gegenstände deutlich zu sehen und können mit einem Zeichenstift einigermaßen genau, wenngleich nicht ohne Zeitaufwand und Mühe, auf das Papier durchgepaust werden. Ich hatte diese einfache Methode bei früheren Besuchen in Italien in den Jahren 1823 und 1824 ausprobiert. Das brachte mich dazu, über die unnachahmliche Schönheit jener von der Natur gemalten Bilder nachzudenken, welche die gläserne Linse der Camera obscura in ihrem Brennpunkt auf das Papier projiziert – märchenhafte Bilder; Schöpfungen eines Augenblicks, und dazu bestimmt, ebenso schnell dahinzuschwinden. Während dieser Überlegungen kam mir die Idee, wie reizvoll es sein müßte, könnte man diese über­natürlichen Bilder veranlassen, sich selbst dauerhaft abzudrucken und immerwährend auf dem Papier zu verweilen! Und warum sollte das nicht möglich sein? Fragte ich mich.“

 

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Alphonse Bernoud
Florenz, Medici-Venus in der Tribuna der Uffizien, um 1860
Albumin-Abzug

 

Wie wir wissen, wurde es tatsächlich möglich – nicht zuletzt dank Talbots Erfindung. Italien wird in dieser Erinnerung gleich mehrfach erwähnt, und immer geht es darum, aus Eindrücken dauerhafte Bilder zu machen. War man unterwegs, so war die Mobilität das eine, die imaginäre Dauer das andere. Zurück in der Heimat sollte neben den flüchtigen Erinnerungen auch etwas Dauerhaftes im Reisegepäck sein: Bilder. Italien war schon für Talbot und später auch für viele hunderttausende Reisende aus aller Welt eine touristische Destination und das beliebteste Reiseland des 19. Jahrhunderts überhaupt. Es ist das Land, in dem Zitronen blühen, die Antike in die abendländische Geschichte hineinragt und die Renaissance unübersehbar die Gegenwart prägt. Reisende brachten nicht selten aufwendige Alben mit Originalfotografien mit nach Hause, die in wunderbaren Ansichten die wichtigsten Etappen ihrer „Grand Tour“ versammelten.

Die „Grand Tour“, die begüterte Reisende im 19. Jahrhundert unternahmen, war ein Bildungsparcours, der darauf zielte, aus Ansichten Einsichten zu machen und die Geschichte von der Antike bis in die Gegenwart Revue passieren zu lassen. So wie Dramen einem bestimmten Schema folgen, gilt das auch für Reisen: Auf der Bühne des kulturbeflissenen Besuchers Italiens erscheinen die wichtigsten Etappen der Kulturgeschichte in einer geordneten Folge. Am Ende einer solchen Reise blieben viele Erinnerungen und vielleicht sogar Notizen und Erwerbungen, aber höchst selten eine Fotografie, die man selber angefertigt hätte. Die Reisefotografie im Italien des 19. Jahrhunderts zeigt (und dies nicht nur dort) eine touristisch aufbereitete, systematisch erfasste und geordnete Welt. Nichts ist dort wirklich überraschend – außer die oft berückende Schönheit der Aufnahmen. Die Fotografien zeigen eine aus den Zeitläufen herausgenommene Welt, in der die Zeit längst zum Raum geworden ist. Von der Antike bis zu den Monumenten der zeitgenössischen Baukunst kann man sich auf gebahnten Wegen blätternd und betrachtend fortbewegen und sich dabei gelassen und geruhsam in den Bildern und Erinnerungen verlieren. Am Ende wird man nicht nur sich, sondern auch die Vergangenheit wiederfinden.

 

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Carlo Naya
Venedig – Canal Grande mit Ca’ d’Oro, um 1870/80
kolorierte Albumin-Abzug

 

Die Bilder der Ausstellung werden kommentiert und durch Dokumente und Texte aus der Zeit um 1876/77 ergänzt. Auf diese Weise kann man mit dem Blick des Fotografen durch ein Italien des 19. Jahrhunderts reisen, der ein überzeitlich gültiges Bild zeichnete, was die noch heute andauernde Faszination Reisender an diesem Land verdeutlicht.

Die Ausstellung knüpft an die seit den Tagen Goethes in Deutschland breit verwurzelte Italien-Sehnsucht an und zeigt die Bilder berühmter Ateliers in Kombination mit Texten aus einem frühen Baedecker-Reiseführer aus dem 19. Jahrhundert.

In der Ausstellung kann – neben dem Genuss an den Bildern – Blickwinkeln und Ursachen dieser so tief verwurzelten Sehnsucht nachgespürt werden. Hinzu kommt, dass es sich um historische Dokumente handelt, die nicht nur Veränderungen, sondern auch die sich wandelnde Sicht auf die Zeugnisse der Geschichte beschreiben.

 

Kunstsammlung Jena, Markt 7, Jena

 

06.12.2018 - 24.03.2019
Fotoausstellung Wien . Mit Lisette Model, Diane Arbus und Nan Goldin präsentiert WestLicht drei große amerikanische Fotografinnen mit über 100 ihrer Werke, die den Blick auf die menschliche Gesellschaft radikal erweiterten – um das Andere, das Außergewöhnliche, um soziale Randfiguren und exzentrische Persönlichkeiten. 6. Dezember 2018 bis 24. März 2019
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Model Arbus Goldin
Fotoausstellung Wien . Mit Lisette Model, Diane Arbus und Nan Goldin präsentiert WestLicht drei große amerikanische Fotografinnen mit über 100 ihrer Werke, die den Blick auf die menschliche Gesellschaft radikal erweiterten – um das Andere, das Außergewöhnliche, um soziale Randfiguren und exzentrische Persönlichkeiten. 6. Dezember 2018 bis 24. März 2019

 

Lisette Model
Coney Island Bather, New York City 1939
copyright Estate of Lisette Model

 

Die drei Fotografinnen hielten das gesellschaftliche Leben Amerikas, in dem sich als Einwanderungsland bis heute die Welt spiegelt, in unterschiedlichen Phasen des 20. Jahrhunderts fest. Über drei Generationen, angefangen mit der in Wien aufgewachsenen Model, formulierten sie den Dialog zwischen Fotografin und Porträtierten auf eigene Weise jeweils neu und verbanden das Dokumentarische mit dem Subjektiven. Ihre persönliche Sicht auf den Menschen und seine disparaten Lebenswelten, ihr Zugang zum Existentiellen und ihr Einsatz des Mediums Fotografie gingen mit einer Kritik bestehender Normen einher, die kulturelle und ästhetische Konventionen konsequent in Frage stellte. So sind ihre Werke – über 100 von ihnen sind nun im WestLicht zu sehen – einerseits Ausdruck ihrer Zeit und der verschiedenen Milieus, in denen sie sich bewegten, andererseits Hommagen an die Vielfalt des Seins.

 

LISETTE MODEL

 

Lisette Model
Singer at the Metropole Café, New York City 1946
copyright Estate of Lisette Model

 

Die in Wien geborene Lisette Model (1901–1983) richtete ihre Kamera – zunächst in Frankreich, nach ihrer Emigration 1938 in New York – bevorzugt auf Menschen an beiden Enden des sozialen Spektrums. Ob Underdog oder Millionär, das Gespür der Fotografin für Schwächen und besondere Charaktere verdichtet sich in ihren Bildern zu einer entlarvenden Schärfe, die über das Individuum hinaus auf die gesellschaftlichen Verhältnisse verweist. Ihre visuellen Kompositionen und speziell die ungewöhnliche Nahsicht, in der sie Menschen auf der Straße fotografierte, forderten herrschende Sehgewohnheiten heraus und begründeten einen neuen Stil in der Street Photography, der Einflüsse des Surrealismus ebenso erkennen lässt wie einer sozial engagierten Dokumentarfotografie. Models Haltung und Bildsprache haben mehrere Generationen von Fotograf_innen beeinflusst, darunter Diane Arbus, ihre bekannteste Schülerin.

 

DIANE ARBUS

 

 

Während des Studiums bei Lisette Model Ende der 1950er-Jahre eignete sich die New Yorkerin Diane Arbus (1923–1971) jene Techniken an, die ihr Werk letztlich definieren sollten. In der Aufzeichnung menschlicher Makel und Maskeraden deuten ihre Porträts auf die Risse und Ränder von Gesellschaft. Sie inszenieren das Fremde im Vertrauten und das Gewöhnliche im Grotesken. Inzwischen zu Ikonen der Fotografiegeschichte avanciert, führen die Menschenbilder von Arbus beharrlich jene Differenz vor Augen, die sie selbst so treffend als Kluft zwischen Absicht und Wirkung der Dargestellten bezeichnet hat. Dieses komplexe Gefälle von Selbstwahrnehmung, Wunschbild, Performance und Gesamteindruck in haarscharfe Bilder zu meißeln, kann als Kernkompetenz der Künstlerin gelten, die bei aller Empathie und Komplizenschaft mit ihren Sujets die Mittel der Fotografie für demaskierende Effekte nutzte.

 

NAN GOLDIN

 

Nan Goldin
Jimmy Paulette and Tabboo! in the Bathroom
New York City 1991
copyright Nan Goldin

 

So wundert es nicht, dass die Drag Queens um Nan Goldin (*1953) die Transvestitenbilder von Diane Arbus als brutal und unglamourös ablehnten. Auch wenn sich Goldins Werk nicht ohne Arbus und Model denken lässt, unterscheidet es sich wesentlich durch die kompromisslose Insiderposition der Fotografin, die sich selbst und ihre Szene – die New Yorker Subkultur und LGBT-Community der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre – in einem eindringlichen Porträt festhielt, vor Spiegeln, in Bars und Badezimmern, beim Sex und Drogenkonsum, als Teil einer Kultur des Überschwangs und der Angst, der Obsession und Abhängigkeit. Oft ohne ausreichendes Licht und in Bewegung entstanden ihre charakteristischen Schnappschüsse, mit denen Goldin ihren Freundinnen ein intimes Denkmal setzte und eine Bildsprache prägte, die später als Heroin Chic in der Modefotografie popularisiert wurde.

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg, und der Sammlung Jelitzka, Wien, mit zusätzlichen Leihgaben von: Bank Austria Kunstforum, Wien, Keitelman Gallery, Brüssel, Baudoin Lebon, Paris, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Fotosammlung OstLicht und Sammlung Verbund, Wien

Kuratiert von Gerald A. Matt und Rebekka Reuter

 

Zur Ausstellung ist ein Katalog im Verlag für moderne Kunst erschienen, herausgegeben von Daniel Jelitzka und Gerald A. Matt, Vorwort von Peter Coeln und Roland Jörg, Texte von Astrid Mahler, Franziska Mecklenburg und Rebekka Reuter.

 

WestLicht Schauplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40, Wien

 

01.12.2018 - 19.05.2019
Fotoausstellung Berlin . Mit „Saul Leiter. David Lynch. Helmut Newton: Nudes“ wird es das erste Mal in der Geschichte der Helmut Newton Stiftung eine Ausstellung geben, die sich ausschließlich dem Genre Akt widmet. 1. Dezember 2018 bis 19. Mai 2019
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Nudes
Fotoausstellung Berlin . Mit „Saul Leiter. David Lynch. Helmut Newton: Nudes“ wird es das erste Mal in der Geschichte der Helmut Newton Stiftung eine Ausstellung geben, die sich ausschließlich dem Genre Akt widmet. 1. Dezember 2018 bis 19. Mai 2019

Saul Leiter Foundation, courtesy Howard Greenberg Gallery

 

Der nackte Körper gehört zur Kunst seit der berühmten Venus von Willendorf, die vor etwa 30.000 Jahren von einem unbekannten Künstler auf dem Gebiet des heutigen Österreich geschaffen wurde, und auch in der Fotografie, dem ältesten der neuen Medien, erscheint das Aktbild bereits in der Pionierzeit, also ab 1839. Seitdem hat sich eine ganz besondere Kombination von Exhibitionismus und Voyeurismus vor den Kameralinsen Tausender von Fotografen entwickelt, bis hin zur heutigen, schier unendlichen digitalen Distribution visualisierter Entblößungen. Die drei hier vorgestellten Fotografen gehören hingegen zu den einfühlsamsten und prägendsten Aktfotografen des ausgehenden 20. Jahrhunderts.

Saul Leiter hat parallel zu seiner Modefotografie für Harper’s Bazaar und seinen Farbabstraktionen, die seit den 1950er- Jahren in den Straßen New Yorks entstanden, auch Akt im Studio inszeniert. Diese stillen und intimen Schwarz-Weiß- Aufnahmen, die Leiter in der eigenen Dunkelkammer entwickelte, blieben zu seinen Lebzeiten gewissermaßen unter Verschluss; nur wenige Freunde kannten sie. Die weiblichen Modelle waren Freundinnen oder Geliebte des Künstlers, der sie in seiner New Yorker Wohnung porträtierte.
Nach seinem Tod im Jahr 2013 werden die unterschiedlichen Aspekte seines Werkes von der Direktorin der Saul Leiter Foundation, Margit Erb, aufgearbeitet, publiziert und teilweise auch neu editiert. So entstand vor kurzem im Steidl-Verlag eine Publikation zu dieser Aktserie unter dem Titel „In My Room“, in der New Yorker Howard Greenberg Gallery eine Ausstellung mit Neuvergrößerungen ausgewählter Akt-Motive – und nun in der Helmut Newton Stiftung erstmals überhaupt eine Präsentation mit über 200 Vintage oder Late Prints, die eine Hälfte gerahmt an der Wand, die andere als Bildschnipsel, von Leiter selbst fragmentiert, in einer Ausstellungsvitrine.

 

 David Lync Untitled Lodz, 2000, copyright David Lynch


Eine ähnliche Bildstimmung begegnet uns bei den Aktaufnahmen von David Lynch, die ein knappes halbes Jahrhundert später, vor allem in Lodz und Los Angeles, entstanden sind; die meisten in Schwarz-Weiß, einige wenige in Farbe. Es sind abstrakte Körperbilder, häufig vollformatige Details, die wir erst auf den zweiten Blick mit einem menschlichen Körper in Verbindung bringen. Lynch wählte während des Arbeitsprozesses ungewöhnliche Perspektiven und anschließend für die 25 Motive im externen Fotolabor ein großes Bildformat, das die weiblichen Modelle meist überlebensgroß erscheinen lässt; sie sind erstmals und exklusiv für die Berliner Ausstellung zusammengestellt und vergrößert worden.

 

Helmut Newton, Bergstrom over Paris, Paris 1976 copyright Helmut Newton Estate 

 

Helmut Newton hat mit seiner Aktfotografie in den 1970er-Jahren begonnen, diesseits und jenseits der Modebildproduktion, und bis zu seinem Lebensende 2004 auch in diesem Genre gearbeitet. Seine Serie „Naked and Dressed“, die den Übergang vom Mode- zum Aktbild in seinem Werk markiert, und die „Big Nudes“ machten ihn Anfang der 1980er-Jahre weltberühmt und inspirierten zahlreiche Kollegen und bildende Künstler zu Nachahmungen oder Neu-Interpretationen. Die jetzige Präsentation vereint etwa 80 solcher Ikonen aus manchen seiner bekannten Ausstellungen und Projekte wie „Helmut Newton’s Illustrated: Pictures from an Exhibition“, „White Women“, „Sleepless Nights“, „Big Nudes“, „Sex and Landscapes“, „Work“ oder „Us and Them“ sowie etwa 40 bislang ungezeigte Werke aus dem Stiftungsarchiv, darunter zahlreiche Original-Polaroids. Helmut Newton schuf ein unvergleichliches Werk voll subtiler Verführung und zeitloser Eleganz – auch und besonders im Akt-Genre: Darunter finden sich Porträts nackter Menschen an Swimmingpools, raffinierte Aufnahmen unbekleideter Schaufensterpuppen und andere modebasierte Aktbilder, halbnackte Modelle mit orthopädischen Stützprothesen oder provokante Inszenierungen sexueller Obsessionen in weiblicher Besetzung, die in unserer Rezeption vielen Imaginations- und Assoziationsmöglichkeiten Platz lassen.


Helmut Newton Stiftung, Museum für Fotografie, Jebenstraße 2, Berlin

30.11.2018 - 31.03.2019
Fotoausstellung München . Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff aus der DZ BANK Kunstsammlung zeigt de Ausstellung des Münchner Stadtmuseums Die Ausstellung widmet sich der Landschaftsdarstellung in der zeitgenössischen Fotokunst. 30. November 2018 – 31. März 2019
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Land_Scope
Fotoausstellung München . Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff aus der DZ BANK Kunstsammlung zeigt de Ausstellung des Münchner Stadtmuseums Die Ausstellung widmet sich der Landschaftsdarstellung in der zeitgenössischen Fotokunst. 30. November 2018 – 31. März 2019

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Naoya Hatakeyama, Blast 5707,
1998/1999, 100,5 x 150 cm, © VG Bild?Kunst, Bonn 2018

 

In einer breiten Übersicht mit Werken aus der DZ BANK Kunstsammlung wird durch verschiedene thematische Schwerpunkte verdeutlicht, dass im fotografischen Naturbild nicht nur die tradierte malerische Gattung adaptiert wird, sondern vielmehr neue Darstellungskonventionen hervorgebracht werden. Mit dem Blick auf Bilder der letzten fünf Jahrzehnte wird der medienspezifischen Erschließung der Welt bis ins digitale Zeitalter nachgegangen. Ob analog oder computerbasiert, den fotografischen Landschaften liegen oft gesellschaftliche Debatten und politische Diskurse zugrunde, die auch in der Ausstellung unter die Lupe genommen werden. Landschaftsdarstellungen sind, als ästhetische Phänomene und Produkte kultureller Konnotation, seit jeher Bedeutungsträger für eine große Vielfalt an Projektionen, Weltentwürfen und Geschichtsschreibungen. Sie dienen Identifikationsprozessen oder sind durch Abstraktionen verfremdet.

Die anhaltenden Debatten um ein neues Erdzeitalter – dem Anthropozän, in dem der Mensch zum wesentlichen Gestalter der Natur und zum Akteur geologischer und atmosphärischer Veränderungen wurde – regen dazu an, künstlerische Aneignungen von Landschaften neu zu betrachten und zu befragen: Was verraten uns die Darstellungen über das Verhältnis von Mensch und Natur? Was repräsentieren Landschaften heute, in unserer globalisierten und digitalisierten Weltordnung? Mit welchen philosophischen, ökologischen und ökonomischen Bedeutungen sind sie aufgeladen? Und wie bestimmen (trans-)historische, (trans-)kulturelle, geopolitische und hegemoniale Ordnungen unsere Wahrnehmung von Natur und Gelände?

 

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Beate Gütschow, LS # 7,
1999, 195,5 x 125 cm, © VG Bild?Kunst, Bonn 2018

 

Der Titel der Ausstellung ist ein Kunstwort, das die programmatische Ausrichtung des Projekts andeutet: LAND__SCOPE leitet sich vom Englischen „landscape“ (Landschaft) ab und setzt den Englischen Begriff „scope“ ein, der unter anderem mit Aussicht, Horizont oder Geltungsbereich übersetzt werden kann und dem altgriechischen „σκοπε ν“ (beschauen), entstammt. Diesen ?Geltungsbereich der Landschaft, in der zeitgenössischen Kunst, in ökologischen und gesellschaftspolitischen Debatten, möchte die Ausstellung aufzeigen und hinterfragen. Sie ist in sieben große Kapitel unterteilt, die die zahlreichen Spektren fotokünstlerischer Landschaftsdarstellung aufnehmen: Im Fokus der Sektion Ideallandschaften stehen die Kompositionsschemata, Darstellungsmodi und Bildtypen tradierter, malerischer Vorbilder von Naturbetrachtung. Die hier versammelten Arbeiten von Beate Gütschow, Stephen Shore und Sascha Weidner adaptieren und unterlaufen die Bedingungen kanonisierter Bildordnungen der westlich geprägten Kunstgeschichte. Sie befragen das Wechselverhältnis ästhetischer und moralischer Diskurse, die in der Gattung der Landschaftsmalerei bis in die Renaissance zurückreichen. Der Bereich Wüstungen mit Arbeiten von Inge Rambow, Walter Niedermayr und Andreas MüllerPohle widmet sich einer großen Bandbreite an Landschaftstransformationen. Von der massentouristischen Eroberung der Alpen bis hin zu postindustriellen Brachflächen werden verschiedene Formen der Naturzerstörung vor Augen geführt. In Anlehnung an Methoden mikrobiologischer Wasseranalyse werden Problematiken der standortbezogenen Verschmutzung unserer Flüsse ins Visier genommen. Das Kapitel Politische Territorien thematisiert historische und gegenwärtige Konflikte anhand ihrer Schauplätze. So verweisen großformatige Tapisserien von Stephan Schenk mit detaillierten Ansichten von natürlichem und scheinbar alltäglichem Gelände auf Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges. Die illegale Besiedlung der Sperrzone um den explodierten Atomreaktor in Tschernobyl in den Arbeiten von Andrej Krementschouk kündet von der Alternativlosigkeit und vom Willen der Menschen, in ihrer Heimat zu bleiben – aller gesundheitlichen Gefährdungen zum Trotz. Die großformatige Thermoaufnahme eines Flüchtlingslagers in der Türkei des Künstlers Richard Mosse – entstanden mittels eines militärischen Kamerasystems, das Wärme noch aus 30 Kilometern Entfernung aufzeichnet – durchkreuzt die Bildordnung einer idealtypischen Weltenlandschaft, indem sie die prekäre Lage ihrer „Bewohner“ impliziert. Unter dem Titel Landschaft als Konzept sind Werke zusammengetragen worden, die sich der Gattung als Folie für medienreflexive, kunsttheoretische und abstrakte Überlegungen annähern und sich diese zu Eigen machen. So legt Klaus Rinke durch die in der Bildfläche wiederholte und gestaffelte Figur seiner selbst in der Landschaft Parameter von Zeit und Raum fest. Claudia Angelmaier, die das Motiv von Albrecht Dürers Lindenbäumen aus verschiedenen Ausstellungskatalogen abfotografiert, verweist auf das diskrepante Verhältnis von Original und Reproduktion. Fragen danach, was wir eigentlich in einem Bild sehen und ob wir unseren Augen trauen können, stellen sich auch bei Fotografien der täuschend echten Natursimulationen von Miniaturmodellen und Dioramen der Künstlerin Sonja Braas oder in Form von Präparaten heimischer Tiere, die von Marc Cellier in nächtlichen Stadtlandschaften inszeniert werden.

 

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Peter Bialobrzeski, Transition 20,
2007, 126 x 152,5 cm, © VG Bild?Kunst, Bonn 2018

 

Dass der Natur selbst bildhafte Strukturen immanent sind oder entlockt werden können, führt das Kapitel Formkräfte der Natur vor Augen: Geländeoberflächen von Gebirgsmassiven lancieren zu abstrakten Bildformationen von Olivo Barbieri. Serielle Langzeitbeobachtungen eines Seestückes von Lucinda Devlin verdeutlichen die enormen Veränderungen auf die Erscheinung eines Ortes, die von Witterung, Tages- und Jahreszeit bestimmt wird. Die Idee, eine Fotografie entstünde mit dem „Zeichenstift der Natur“, wie sie vom Fotopionier Henry Fox Talbot formuliert wurde, wird von einer kameralosen Fotografie des Künstlers Raphael Hefti aufgegriffen; während das Bild Assoziation zu astronomischen Aufnahmen evoziert, wurde das Fotopapier tatsächlich mit Hilfe hochentzündlicher Bärlappsporen belichtet. Die landwirtschaftliche Nutzung und Kleingärtnerei sind das Thema der Sektion Agrarlandschaften, in der Bilder von satten Kohlfeldern Heinrich Riebesehls, Schrebergärten und Grabeland der Künstlerin Simone Nieweg und kunstvolle Heuskulpturen von Claus Bury das über Jahrhunderte geformte und prägende Erscheinungsbild unserer Breitengrade präsentieren. Dies geschieht nicht, ohne einen ironischen Bruch zur nach wie vor anhaltenden Romantisierung des „Landlebens“ zu erzeugen, wie Manfred Willmann uns in seinen Werken zeigt.

 

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Caroline Dlugos, Aus fremden Gärten (Kühe II),
1995, 100 x 129 cm, © VG Bild?Kunst, Bonn 2018

 

Der computerbasierten Bearbeitung und Erzeugung von Naturdarstellungen widmet sich die Sektion Digitale Landschaften. Lagen Werken von Jörg Sasse und Caroline Dlugos aus den 1990er Jahren noch analoge Fotografien zugrunde, die mit ihrer digitalen Nachbearbeitung die zunehmende Instabilität des fotografischen Mediums ankündigten, so werden mittlerweile, wie in den Arbeiten von Dan Holdsworth komplette Landschaften digital konstruiert. Gleichzeitig bietet das Internet zunehmend einen öffentlichen Zugang zu Fotografien professioneller Bildarchive wie der NASA und ermöglicht Künstlern wie Thomas Ruff die Aneignung dieser Bildwelten, unter anderem die dreidimensionale Erfahrung des Planeten Mars im musealen Raum. In der Zusammenschau von über 130 Kunstwerken, die zwischen 1972 und 2018 entstanden sind, zeichnet die Ausstellung den Facettenreichtum der fotografischen Naturdarstellungen bis in die Gegenwart nach, setzt die Weiterentwicklung und nicht selten die Überwindung der Gattung Landschaft mit Hilfe des Lichtbildes ins Relief. Die Ausstellung zeigt Werke u.a. von Lucinda Devlin, William Eggleston, Jochen Gerz, Beate Gütschow, Raphael Hefti, Dan Holdsworth, Carsten Höller, Roni Horn, Axel Hütte, Magdalena Jetelová, Sven Johne, Peter Keetman, Robert Longo, Richard Mosse, Heinrich Riebesehl, Thomas Ruff, Adrian Sauer, Stephen Shore, Hiroshi Sugimoto, Anna Vogel. Das Projekt ist eine Kooperation der DZ BANK Kunstsammlung und des Münchner Stadtmuseums. Zur Ausstellung erscheint eine 160-seitige Publikation im Snoeck Verlag mit Texten von Volker Demuth, Ulrich Pohlmann, Christina Leber, Dietmar Mezler, Erec Gellautz und Katharina Zimmermann.

 

Kuratoren der Ausstellung: Ulrich Pohlmann, Christina Leber, Katharina Zimmermann, Erec Gellautz

 

Stadtmuseum München, Sankt Jakobs-Platz 1, München

24.11.2018 - 31.03.2019
Fotoausstellung Münster . Bereits zum siebten Mal in Folge zeigt das Westfälische Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster als erstes deutsches Museum und exklusiv in Nordrhein-Westfalen die Ausstellung mit den hundert ausgezeichneten Bildern des „Wildlife Photographer of the Year“ Wettbewerbs. Vom 24. November 2018 bis zum 31. März 2019
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Wildlife Photographer of the Year
Fotoausstellung Münster . Bereits zum siebten Mal in Folge zeigt das Westfälische Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster als erstes deutsches Museum und exklusiv in Nordrhein-Westfalen die Ausstellung mit den hundert ausgezeichneten Bildern des „Wildlife Photographer of the Year“ Wettbewerbs. Vom 24. November 2018 bis zum 31. März 2019

Das goldene Paar © Marsel van Oosten - Wildlife Photographer of the Year

„Das goldene Paar“ von Marsel van Oosten, Naturfotograf des Jahres 2018

Der Titel „Wildlife Photographer of the Year“ ist einer der bedeutendsten Auszeichnungen für Naturfotografen. Der Wettbewerb, der jährlich vom renommierten Natural History Museum in London ausgerichtet wird, kürt immer wieder spektakuläre Bilder. Seit seinen Anfängen im Jahr 1964 verfolgt er das Ziel, die Arbeit von Naturfotografen zu fördern, um das öffentliche Interesse für den Tier- und Naturschutz zu stärken. Das Besondere: An dem Wettbewerb kann jeder teilnehmen, Profis und Amateure, gestandene und sehr junge Fotografen.

 

Träumender Leopard © Skye Meaker - Young Wildlife Photographer of the Year

„Träumender Leopard“ von Skye Meaker, Junger Naturfotograf des Jahres 2018

 

Sie sollen den Betrachter an die erstaunliche Pracht, die Dramatik und die Vielfalt des Lebens auf der Welt erinnern und ihm die Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur ins Bewusstsein rufen.

„Die Gewinner zeigen die Fülle, Schönheit, Unverwüstlichkeit und Verletzlichkeit der Erde“, so der Veranstalter. Zu sehen sind unter anderem fliegende Fische, Blut trinkende Vögel, verkleidete Affen und ein Flamingo, der sich als Botschafter für eine Naturschutzorganisation betätigt.

 

Westfälisches Pferdemuseum Münster GmbH, Sentruper Straße 311, Münster

 

10.11.2018 - 30.03.2019
Ausstellung Ulm . Für die Ausstellung "Lichte Momente" ist es dem Stadthaus Ulm gelungen Werke international renommierter Künstler und einer Künstlerin ins Haus zu holen, die Licht als erlebbares, sinnliches erfahrbares Ereignis zeigen. Die zweigeteilte Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen des Stadthauses (Eröffnung des größeren, 1. Teils am 10. November und des kleineren Kabinett-Teils am 14. Dezember) wird Fotografien, Lichtobjekte und Installationen präsentieren.
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Lichte Momente
Ausstellung Ulm . Für die Ausstellung "Lichte Momente" ist es dem Stadthaus Ulm gelungen Werke international renommierter Künstler und einer Künstlerin ins Haus zu holen, die Licht als erlebbares, sinnliches erfahrbares Ereignis zeigen. Die zweigeteilte Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen des Stadthauses (Eröffnung des größeren, 1. Teils am 10. November und des kleineren Kabinett-Teils am 14. Dezember) wird Fotografien, Lichtobjekte und Installationen präsentieren.



Aus der Serie "Paradise Now", 2005-2208 copyright Peter Bialobrzeski



Das Stadthaus Ulm wurde von dem New Yorker Architekten Richard Meier entworfen. Charakteristisch für Richard Meiers Gebäude ist das Wechselspiel von Innen und Außen. Die Räume sind durchdrungen vom Tageslicht. Was liegt also näher, als zum 25-jährigen Bestehen des Stadthauses das Licht in den Mittelpunkt zu rücken?
Der Schwerpunkt  des ersten Ausstellungsteils liegt auf der Fotografie. Mit Peter Bialobrzeski, Julius von Bismarck, Klaus Heider, Jürgen Grözinger, Andrei Loginov und Ralf Peters werden große Persönlichkeiten der Branche und die "Geheim"-Tipps des Stadthauses präsentiert.
 
Peter Bialobrzeski, Hamburger Dokumentarfotograf, hat sich mit überbordend wuchernden Naturfragmenten im künstlichen Licht asiatischer Megacities beschäftigt, deren Schönheit angesichts des Klimawandels hinterfragt werden muss: „Paradise Now“.
Der 2013 verstorbene Maler, Fotograf und Grafiker Klaus Heider stammte aus Göppingen und hat sich zeitlebens künstlerisch mit Licht befasst. Ins Stadthaus kommen fotografische Lichtzeichnungen sowie Aufnahmen aus dem römischen Pantheon, dessen berühmte Kuppel und ihr Lichteinfall durch das „Opaion“  im Kuppelzentrum, die Durch- dringung von Wissenschaft und Kunst, zeitlebens zentrale, sinnlich erlebbare Themen Heiders waren.

 

Talking to Thunder (Palm tree), 2017
Courtesy Julius von Bismarck und alexander levy, Berlin / Sies und Höke, Düsseldorf /
Marlborough Contemporary New York


Dem in Berlin lebenden Julius von Bismarck - ein Meisterschüler Olafur Eliassons - ist es gelungen, in der spannungsgeladenen Atmosphäre  des venezolanischen Dschungels Blitze zu provozieren und z.B. in eine Palme einschlagen zu lassen. So konnte er fast skulpturale Blitz-Momente in Fotografien einfangen: „Talking to thunder“.
Jürgen Grözinger ist dem Stadthauspublikum  als herausragender Musiker und Projektleiter der neuen Musik bekannt. Dass er auch ein begabter Fotograf ist, zeigen seine Arbeiten, die das Leben zwischen Licht und Dunkelheit in Island schildern. An zwei Abenden im Februar und März wird Grözinger seine visuellen Arbeiten durch musikalische Live-Performances erweitern.

 

Winter#5 2016/2017
Foto copyright Ralf Peters
courtesy Bernhard Knaus Fine Art, Frankfurt

 


Ralf Peters Fotografien changieren zwischen Nacht und Tag und führen uns mit virtuosem Balanceakt auf den Grenzen der Gewohnheit unseres Bildgebrauchs an das Limit unseres Sehens. Die Arbeiten seiner Serie „Night/Colours“ zeigen Industriebauten, Brücken oder Bäume, denen er durch eine extreme Beleuchtung geradezu Plastizität verleiht.
Der ebenfalls in Berlin lebende Weißrusse Andrei Loginov  schließlich kreiert scheinbar in Lichtkästen schwebende Skulpturen, im Stadthaus sind es Bienenwaben.  In seiner Serie PROTOTYPES, zu der die "Biosynthese"-Arbeiten gehören, arbeitet Loginov interdisziplinär zwischen Objektkunst und 3D-Fotografie.


Ergänzt werden die Fotografien von Lichtobjekten von Klaus Heider und der Lichtkünstlerin rosalie. Unter anderem wird die kleinere Version des letzten Werks gezeigt, das die 2017 verstorbene Stuttgarter Künstlerin realisieren konnte: eine Licht-Klang- Installation zu Gustav Mahlers 8. Sinfonie, die sie zur Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie schuf.
Der im Luftraum präsentierte Stofftunnel von Domenico Strazzeri ist Lichtinstallation, Bühnenbild und Tanzutensil in einem. Zu festgelegten Zeiten wird der Tunnel durch Mitglieder der Strado Compagnia Danza mit Performances bespielt.


Ein räumlich gesehen kleinerer, zweiter Teil der Ausstellung wird im Dezember im Kabinett eröffnet. Er wartet mit weiteren Highlights der internationalen, aktuellen Kunstszene auf. „Round Rainbow“ heißt eine Installation, die der weltweit gefragte Künstler Ólafur Elíassion im Stadthaus präsentiert.  Sie zaubert einen sich ständig wandelnden Regenbogen und Lichtreflexe ins Innere des Kabinetts. Der Berliner Künstler Ulrich Vogl antwortet mit subtilen Licht-Schatten-Spielen direkt auf die Architektur von Richard Meier. Vogl kreiert fürs Stadthaus ein „Window Ulm“, das sich wandelnde
Schattenspiele auf die Wände zaubert. Ein erstes Fenster dieser Art zeigte Vogl 2010 in Berlin. Inzwischen tourten seine Fenster stets als an den jeweiligen Ort angepasste Variation durch zahlreiche Metropolen. Lichtkinetische Objekte, eine Art Malerei mit Licht, die gleichermaßen mit Farbkraft wie Emotionalität begeistern, von rosalie runden diesen zweiten Ausstellungsteil der Ausstellung ab.
 


Während der Ausstellung werden - an zahlreichen Terminen über die gesamte Laufzeit - Tanz- und Klangperformances zu erleben sein.


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