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Fotoausstellungen

29.02.2020 - 20.05.2020
Fotoausstellung Konstanz . Klaus Fengler lässt den Betrachter durch seine Augen seine Abenteuer mit erleben, er fängt in seinen Bildern die Weite der Natur ein, ihre Schönheit, ihren Reichtum ein. Die Leica Galerie Konstanz zeigt die großformatigen Bilder von Klaus Fengler, die so authentisch, so mitreißend sind, dass man meint, sich mitten im Geschehen zu befinden. 29.2. bis 20.5.2020
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Klaus Fengler - Expedition-Fotografie
Fotoausstellung Konstanz . Klaus Fengler lässt den Betrachter durch seine Augen seine Abenteuer mit erleben, er fängt in seinen Bildern die Weite der Natur ein, ihre Schönheit, ihren Reichtum ein. Die Leica Galerie Konstanz zeigt die großformatigen Bilder von Klaus Fengler, die so authentisch, so mitreißend sind, dass man meint, sich mitten im Geschehen zu befinden. 29.2. bis 20.5.2020

07–5-jaehriger Inuitjunge – Baffin Island 2008 © Klaus Fengler

5-jaehriger Inuitjunge – Baffin Island 2008 © Klaus Fengler

 

Klaus Fengler ist ganz schön herumgekommen. Dabei begann seine Abenteurerkarriere eher beschaulich: 26 Jahre am Bodensee, studierter Maschinenbauer,Ingenieur bei Siemens, ein gut durchgetaktetes Leben. Doch war da immer auch die große Sehnsucht nach Natur und Fotografie.Heute ist er jedenfalls froh über seine Entscheidung, seinen Beruf als Ingenieur aufgegeben und eines Tages die Kamera gepackt zu haben, um sie mit seiner anderen großen Leidenschaft zu verbinden: dem Klettern.
 
 
02-Baffin Island Expedition 2008 © Klaus Fengler
 
Baffin Island Expedition 2008 © Klaus Fengler.
 
 
 
Schon mit 17 sei er ein begeisterter Alpinist gewesen, erzählt Klaus Fengler. Also zog er fort vom Bodensee, nach Bischofswiesen,wo er nun die schönsten Berge vor der Tür hat. Und so wurde aus dem enthusiastischen Kletterer und Hobbyfotografen der Klaus Fengler, den man heute kennt. Zahlreiche Expeditionen hat er schon hinter sich: z.B. mit dem berühmten Vater des Rot-Punkt-Kletterns Kurt Albert, ebenso wie mit dem Schweizer Profikletterer Urs Odermatt auf Grönland, oder mit Stefan Glowacz unter anderem nach Kenia, Venezuela und Baffin Island. Monatelange Vorbereitungen und viele Wochen der Entbehrungen –der Lohn: wirklich atemberaubende Aufnahmen.
 
 
01-Ueberhaengender Schiffsbug von Scott Island – Baffin Island 2008 © Klaus Fengler
 
Ueberhaengender Schiffsbug von Scott Island – Baffin Island 2008 © Klaus Fengler
 
 
Dass große Magazine auf ihn aufmerksam geworden sind, verwundert nicht: „Geo“ etwa, der „Stern“ und andere.Zu seinen Arbeitengehört beispielsweise seine Serie „Gauchos“, die seinen mehrwöchigen Ritt in Begleitung der südamerikanischen Cowboys durch Patagonien zeigt. Oder auch „Roraima“, eine Reportage, für die sich Klaus Fengler und seine Begleiter wochenlang durch den Urwald Venezuelas schlugen, um schließlich den, durch Sir Arthur Conan Doyles Geschichte The Lost World berühmt gewordenen, eindrucksvollen Tafelberg Roraima-Tepui zu erklimmen. Wie viele Strapazen derFotograf für seine Expeditionen auf sich nimmt, zeigen schließlich die Fotos von Baffin Island, wo er mit zwei Kletterern 340 Kilometer in 29 Tagen auf der fünftgrößten Insel der Welt zurücklegte, natürlich nur zu Fuß.
 
 
05-Die weite Tundra im Ural Gebirge - 2013 © Klaus Fengler
 
Die weite Tundra im Ural Gebirge - 2013 © Klaus Fengler
 
 
 
Leica Galerie Konstanz, Gerichtsgasse 9a, Konstanz
 
19.02.2020 - 17.05.2020
Ausstellung Basel . Das Museum Tinguely setzt die Reihe zu den menschlichen Sinnen in den Künsten fort und präsentiert die Gruppenausstellung Amuse-bouche. Der Geschmack der Kunst. Gezeigt werden vom Kunstwerke von rund 45 internationalen Künstler aus dem 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart wie Janine Anton, Marisa Benjamin, Otobong Nkanga, Emeka Ogboh, Shimabuku, Andy Warhol, Tom Wesselmann und Elizabeth Willing. Vom 19.2. bis 17.5.2020
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Amuse-bouche. Der Geschmack der Kunst
Ausstellung Basel . Das Museum Tinguely setzt die Reihe zu den menschlichen Sinnen in den Künsten fort und präsentiert die Gruppenausstellung Amuse-bouche. Der Geschmack der Kunst. Gezeigt werden vom Kunstwerke von rund 45 internationalen Künstler aus dem 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart wie Janine Anton, Marisa Benjamin, Otobong Nkanga, Emeka Ogboh, Shimabuku, Andy Warhol, Tom Wesselmann und Elizabeth Willing. Vom 19.2. bis 17.5.2020

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Emeka Ogboh, Sufferhead Original Basel Edition , 2020
copyright Emeka Ogboh, Foto Emeka Ogboh

 

Wie schmeckt Kunst süss, sauer, bitter, salzig oder gar umami? Welche Rolle spielt unser Geschmackssinn als künstlerisches Material und im sozialen Miteinander? Dieser Frage geht die Ausstellung "Amuse-bouche. Der Geschmack der Kunst".
 
 
 
Janine Antoni_mortar_
Janine Antoni, Mortar and Pestle, 1999, © Janine Antoni;
Courtesy of the artist and Luhring Augustine, New York *
 
 
 
Die Schau bricht mit der üblichen musealen Praxis, vornehmlich den Sehsinn anzusprechen, und bietet eine Vielfalt von kunsthistorischen, phänomenologischen sowie empirischen Begegnungen mit unserem Geschmackssinn. Einige der Arbeiten sind partizipativ im Rahmen von Führungen und Performances auch geschmacklich erlebbar.
 
 
Museum Tinguely, Paul Sacher-Anlage 2, Basel, Schweiz
15.02.2020 - 23.02.2020
Fotoausstellung Berlin . In der 4. Etage von der Kunstlocation Kühlhaus werden in der "Rededing Worlds" rund 15 großformatige, minimalistisch präsentierte Fotografien von Cyril Schirmbeck vorgestellt, die Eisberge, Schollen und atemberaubenden Panoramen in Alaska zeigen, die auf den ersten Blick mit ihrer Schönheit und Kraft über das eigentlich dargestellte Problem hinwegtäuschen. Vom 15.2. bis 23.2.2020
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Cyril Schirmbeck: Receding Worlds
Fotoausstellung Berlin . In der 4. Etage von der Kunstlocation Kühlhaus werden in der "Rededing Worlds" rund 15 großformatige, minimalistisch präsentierte Fotografien von Cyril Schirmbeck vorgestellt, die Eisberge, Schollen und atemberaubenden Panoramen in Alaska zeigen, die auf den ersten Blick mit ihrer Schönheit und Kraft über das eigentlich dargestellte Problem hinwegtäuschen. Vom 15.2. bis 23.2.2020

9_Cyril Schirmbeck_Edge 02_2010_copyright Cyril Schirmbeck

 

 

Heute gehört Alaska zu denWeltregionen, in denen sich lt. Berkeley Earth die Globale  Erwärmung besonders stark bemerkbar macht. So stieg die Durchschnittstemperatur in Alaska zwischen1970 und 2005 um etwa 2°C. 

Im Jahr 2010 brach der reiselustige Fotograf Cyril Schirmbeck auf, um Alaska für sich und seinWerk zu entdecken.Teils vom Flugzeug aus, teils vom Wasser oder auch zu Fuß näherte er sich den kolossalen Landschaften und begann mit der ersten Serie „Icescapes“. „Diese ursprüngliche, mächtige Energie der Natur, die auf unserer Erde in einem sehr zerbrechlichen Gleichgewicht existiert, das wir für unser Überleben benötigen, wurde insbesondere in den Gletschern gebündelt spürbar. Eine ganz eigene, gewaltige Schönheit.“

 

5_Cyril Schirmbeck_Dark Ice_2019_copyright Cyril Schirmbeck

 

Die Serie Receding Worlds, welche sich seriell auch mit anderen bedrohten Gebieten wie den Regenwäldern,  Unterwasserwelten oder  unberührter  Natur  befassen wird,  soll aufzeigen, welche Welten der Mensch zurückdrängt und welche unwiederbringliche Schönheit er dabei auch zunichte macht. Nicht zuletzt geht es um die sukzessive Auslöschung der menschlichen Lebensgrundlage sowie der aller anderen Lebewesen.

 

Cyril

 

Geboren 1986 in Frankfurt am Main, verbrachte Cyril Schirmbeck seine Schulzeit abwechselnd in Algier, Marokko und in Frankfurt am Main. Bereits während der Schulzeit Mitarbeit bei Fotografen, nachdem Abitur erfolgte ein längerer Aufenthalt in London. 2007dann der Umzug nach Berlin; seitdem ist Cyril Schirmbeck als selbstständiger Künstler tätig. Sein Fokus liegt dabe iauf denThemen Landschaften, Mode und Porträt. Seit 2013 unterhält er ein eigenes Studio “Bakery Studio Berlin" in einer alten Backfabrik in Weißensee.

 

Kühlhaus Berlin, Luckenwalder Straße 3, Berlin

 

13.02.2020 - 15.03.2020
Fotoausstellung Hannover . Die Fotogalerie GAF hatte aufgerufen Straßenbilder für eine Ausstellung einzusenden. 221 Fotografen sind zu dem Thema eingegangen aus dem das Kuratorenteam für die Ausstellung hundert Bilder von 50 Fotografen auswählte, die jetzt dem Publikum präsentiert werden. 13. Februar bis 15. März 2020
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Theater des Lebens - Straßenfotografie
Fotoausstellung Hannover . Die Fotogalerie GAF hatte aufgerufen Straßenbilder für eine Ausstellung einzusenden. 221 Fotografen sind zu dem Thema eingegangen aus dem das Kuratorenteam für die Ausstellung hundert Bilder von 50 Fotografen auswählte, die jetzt dem Publikum präsentiert werden. 13. Februar bis 15. März 2020

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Urban Life Reimund Belling New York 1998

 

Wichtig war den Kuratoren bei der Auswahl neben der Qualität der Arbeiten auch eine inhaltliche und formale Vielfalt. So zeigt »Theater des Lebens« neben klassischen Straßenfotos, wie sie schon in den 50er, 60er und 70er Jahren von Helen Levitt, Joel Meyerowitz und Robert Frank fotografiert wurden, auch ganz andere Darstellungsformen, wie etwa in dem aseptischen Konstruktivismus von Henner Rosenkranz, den 140-Grad Panoramen des Berliner Fotografen Frank Silberbach, der dörflichen Poesie von Boris Register oder den krachend-farbigen Überlagerungen des internationalen Shooting-Stars unter den Straßenfotografen, Gustavo Minas.

 

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Patrick Wendt Marokko 2019

 

Die Straßenfotografie gehört zu den jüngeren Genres der Fotografie und erlebte ihre erste Blütezeit in der Ära der prosperierenden städtischen Zentren wie New York, Chicago oder London, obwohl der Berliner Zeichner Heinrich Zille und der französische Fotograf Eugène Atget schon vorher auf der Straße fotografiert haben. In den 90er Jahren ist es dann ein wenig ruhiger geworden um die Straßenfotografie, ehe sie mit Beginn des neuen Jahrtausends und seit der massenweisen Verbreitung des Smartphone einen wahren Boom erlebt. Und das trotz einer sehr unklaren rechtlichen Grundlage.

 

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CSSR Elbe Jahrmarkt in Roudnice

 

Zwar ist das Fotografieren auf der Straße auch in Deutschland nicht verboten, aber schwierig wird es dann mit dem Veröffentlichen. Hier schützt die Fotografen nur das Kunsturhebergesetz, das vor Gericht aber sehr unterschiedlich ausgelegt wird. Schließlich geht es dabei um die Antwort auf die Frage: Was ist Kunst?

 

Die Straßenfotografie gehört zu den schwierigsten Feldern der Fotografie. Denn sie verlangt von den Fotograf*innen nicht nur die Überwindung psychischer Barrieren. Denn wer hat es schon gern, wenn auf einen ungefragt mit der Kamera angelegt wird? Gerade aber die Authentizität ist es, die bei den meisten Motiven unerlässlich ist und die das vorherige Fragen um die Erlaubnis verbietet, denn das würde die einmalige Situation auf der Straße unwiederbringlich zerstören. Die Themen, die auf der Bühne Straße gespielt werden, sind nie gestellt, geprobt oder geplant. Vorauszusehen oder erwartbar: ja, manchmal. Aber eigentlich müssen sie sich ergeben. Einfluss nehmen kann man nur auf jenen Ausschnitt öffentlichen oder halböffentlichen Raums, den man sich als Bühne wählt. Wer dann aber die Bühne betritt, das hängt vom Zufall ab. Der Straßenfotograf ist somit eher ein Entdecker als ein Schöpfer. Er kreiert seine Motive nicht, er fördert sie vielmehr zu Tage und macht sie mit seinen Bildern öffentlich. Und gerade die Unmittelbarkeit des festgehaltenen Augenblicks verlangt von den Fotografen, das sie zahlreiche Parameter so gut und schnell wie möglich in Deckung bringen müssen, sonst ist die Szene vorbei: Augenblick, Standort, Perspektive, Brennweite, Tiefenschärfe.

 

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Konrad Lippert Belfast

 

Zurzeit lebt etwa die Hälfte der Menschheit in Städten. Tendenz steigend. Das schreit geradezu nach der ungekünstelten fotografischen Auseinandersetzung mit der Urbanität. Die Straßenfotografie ist dazu ein adäquates Mittel und vielleicht erklärt das auch deren wachsende Bedeutung, besonders unter jungen Fotografen.

 

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Scharjah 2009 - CD2; Ankauf Städtische Galerie Wolfsburg

 

Fotografen: Reimund Belling, Petar Beres, René Budde, Christian Burkert, Daniel Chatard, Rui Miguel Cunha, Jesco Denzel, Thomas Deutschmann, Stefan Enders, Michael Galian, Emil Gataullin, Niklas Grapatin, Nonzuzo Gxekwa, Kirsten Haarmann, Nanna Heitmann, Eva-Maria Horstick, Martynas Katauskas, Christoph Kellner, Jens F. Kruse, Moises Levy, Konrad Lippert, Rudi Meisel, Kay Michalak, Jan Michalko, Gustavo Minas, Jörg Modrow, Fabian Mondl, Jörg Müller, Sascha Niethammer, Rolf Nobel, Dirk Opitz, Boris Register, Bernd Reinert, Bernd Rodrian, Frank Röth, Henner Rosenkranz, Frank Schinski, Michael Schoberth, Fabian Schreyer, Frank Silberbach, Ole Spata, Jürgen Strasser, Marylise Vigneau, Kay von Aspern, Martin von den Driesch, Patrick Wendt, Isabel Winarsch, Adam Wist, Yi Yin, Jan Zychlinski.

 

 

 

 

 

11.02.2020 - 03.05.2020
Fotoausstellung Wien . In Kooperation mit dem Nachlass des Fotografen zeigt WestLicht rund 100 von Lennart Nilssons Arbeiten erstmals in einer umfangreichen Ausstellung. Gezeigt wird unter anderem ein Bild, das Geschichte geschrieben hat - das Leben vor der Geburt, das am 30. April 1965 das Cover des Life Magazins zierte. 11. Februar bis .3 Mai 2020
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Lennart Nilsson - The Beginning
Fotoausstellung Wien . In Kooperation mit dem Nachlass des Fotografen zeigt WestLicht rund 100 von Lennart Nilssons Arbeiten erstmals in einer umfangreichen Ausstellung. Gezeigt wird unter anderem ein Bild, das Geschichte geschrieben hat - das Leben vor der Geburt, das am 30. April 1965 das Cover des Life Magazins zierte. 11. Februar bis .3 Mai 2020

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Lennart Nilsson, Fötus 20 Wochen, 1974
© Lennart Nilsson / TT News Agency

 

"Fötus, 18 Wochen" hieß das Titelbild des schwedischen Fotojournalisten Lennart Nilsson (1922–2017) lapidar und bedeutete eine Sensation. Was bis dato höchstens eine Handvoll Wissenschaftler und Mediziner erblickt hatte, wurde nun in Farbe und brillanter Schärfe bis ins Detail für die breite Öffentlichkeit sichtbar: das Leben vor der Geburt.

 

 

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Lennart Nilsson, Fötus 18 Wochen, Life Magazine Cover, 1965
© Life Magazine / Lennart Nilsson

 

Die Gesamtauflage des Life Magazine von 8 Millionen war binnen weniger Tage vergriffen, der Titel blieb die am schnellsten verkaufte Ausgabe in der Geschichte der Zeitschrift, vor der Mondlandung und dem Kennedy- Attentat. Der Stern publizierte die Bilder ebenso wie Paris Match. Noch im selben Jahr veröffentlichte Nilsson mit A Child is Born eine erweiterte Version des Life Bildessays als Buch für werdende Eltern – ein Bestseller bis heute, der in 20 Sprachen übersetzt und in bislang sechs Auflagen über 50 Millionen Mal verkauft wurde.

 

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Lennart Nilsson, Fötus 13 Wochen, 1965
© Lennart Nilsson / TT News Agency

 

Auch 55 Jahre später in heutigen Zeiten von 3D-Ultraschall faszinieren die Bilder, entstanden weit vor dem allgemeinen Einsatz der Sonografie in der Geburtsvorbereitung in den 1970er-Jahren, durch ihre frappierende Detailfülle und Qualität. Nilsson hatte seit den 1950er-Jahren an den Aufnahmen gearbeitet, ausgerüstet mit Spezialkameras, Linsen und Endoskopen, die Firmen wie Zeiss oder Jungers Optiska für ihn und mit ihm entwickelten.

 

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Lennart Nilsson, Das menschliche Auge, 1966
© Lennart Nilsson / TT News Agency

 

Über die technische Pionierleistung hinaus ist es aber vor allem der kaum zu überschätzende kulturelle Einfluss, der die Bilder zu Meilensteinen der Fotografie im 20. Jahrhundert macht. im Alleingang haben sie die populäre Vorstellung vom Wachstum eines Kindes im Mutterleib geprägt – unabhängig von der Tatsache, dass nur ein Teil der Fotografien tatsächlich in utero entstand und es sich bei der Mehrzahl der Aufnahmen um vorzeitig beendete Schwangerschaften handelt.

 

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Lennart Nilsson, Die Hebamme Siri Sundström, Arjeplog 1945
© Lennart Nilsson / TT News Agency

 

Die Bilder und ihre eigene Ästhetik – der zerbrechliche, fast transparent erscheinende Fötus, der ruhig vor einem dunklen Hintergrund zu schweben scheint – trafen gerade in einem von Umbrüchen zerrissenen Jahrzehnt wie den 1960ern einen Nerv: als Ikonen eines universellen Humanismus und als Dokumente eines noch weitgehend intakten Fortschrittsoptimismus. Schließlich wurden mit ihrer Publikation Schwangerschaft und pränatale Entwicklung mit einem Mal zum öffentlichen Diskussionsgegenständen und es dauerte nicht lang, bis die Bilder von der Pro-Life-Bewegung gekapert wurden, eine Verwendung, gegen die sich Nilsson freilich stets gewehrt hat.

 

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Lennart Nilsson, Selbstporträt, 1940er-Jahre
© Lennart Nilsson / TT News Agency

 

Begleitet von umfangreichem Archivmaterial und den entsprechenden Magazinveröffentlichungen der Zeit, zeichnet WestLicht den Weg des Fotojournalisten bis zum Kern der Ausstellung, dem gefeierten Meisterwerk seiner Karriere 1965 nach und zeigt frühe, bis dato kaum bekannte Wissenschaftsfotografie und Reportagen, die Nilsson von einer schwedischen Hebamme in den Kongo und die Arktis und vom Shooting mit Filmstar Ingrid Bergman zum Wiener Architekten Josef Frank führten.

 

WestLicht. Schauplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40, Wien

07.02.2020 - 14.06.2020
Fotoausstellung München . Das Münchner Stadtmuseum zeigt in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin die Ausstellung "Vorbilder / Nachbilder. Die fotografische Lehrsammlung der Universität der Künste Berlin 1850-1930". Vom 7. Februar bis 14. Juni 2020
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Vorbilder / Nachbilder
Fotoausstellung München . Das Münchner Stadtmuseum zeigt in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin die Ausstellung "Vorbilder / Nachbilder. Die fotografische Lehrsammlung der Universität der Künste Berlin 1850-1930". Vom 7. Februar bis 14. Juni 2020

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Wilhelm von Gloeden: Männlicher Akt mit Quadraturnetz,
Taormina, um 1890, Albuminpapier
© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

“Vorbilder / Nachbilder” – die beiden Doppelworte verweisen in ihrem Gegenüber auf Bezüge zwischen Bildern und auf eine Bildproduktion, bei der auf bereits vorliegende Bilder zurückgegriffen wird. In den Kunstakademien und Kunstgewerbeschulen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts dienten Fotografien als „Vorlagen” oder „Vorbilder”; als solche fungierten sie als ein eigener didaktischer Bildtypus. Fotografische Vorlagen waren wichtige Hilfsmittel in der kreativen Praxis angehender Künstlerinnen und Künstler; im Zuge ihrer Verwendung entstanden im Kunst-Unterricht „Nachbilder”: Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken. Und die benutzten Fotografien bilden ihrerseits in gewisser Weise nach, was in ihnen mit dem Auge der Kamera „aufgenommen” ist.

 

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Gustave Le Gray: Le Brick, Zweimaster im Mondschein, 1856, Albuminpapier
© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

 

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Alfred Stieglitz: Die Heimkehr, Italien 1887, Albuminpapier
© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

Im Archiv der Universität der Künste Berlin hat sich eine umfangreiche und wertvolle fotografische Lehrsammlung bewahrt, die bis in die 1850er Jahre zurückreicht und an Vorgängereinrichtungen, der Berliner Kunstakademie und der führenden Kunstgewerbeschule, entstanden ist. Mit ihren ungefähr 25.000 fotografischen Einzelblättern, zu denen Konvolute und Alben hinzukommen, ist sie innerhalb Deutschlands einzigartig. Lange Zeit über wenig beachtet konnte sie in den zurückliegenden Jahren archivarisch und wissenschaftlich aufgearbeitet werden. In der vom Münchner Stadtmuseum vorbereiteten Ausstellung wird sie der interessierten Öffentlichkeit erstmals in größerem Rahmen gezeigt.

 

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Karl Blossfeldt für Moritz Meurer: Ahorn: Stängel mit Tragblatt Acer, 1892,
Bronze nach modellierter Vergrößerung auf Holzsockel, (fotografiert von: Markus Hilbich)

© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

 

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Édouard Baldus: Notre-Dame, Paris, um 1857, Albuminpapier
© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

Die Welt der „Vorlagen” und „Vorbilder”, Muster und Modelle, die für die künstlerische Ausbildung vom 16. Jahrhundert an typisch ist, war sehr vielgestaltig. Gipse, Kupferstiche, Fotografien, Zeichnungen und Modelle gehörten dazu, aber – im Fall der Berliner Kunstakademie und Kunstgewerbeschule – etwa auch architektonische Details am Schulgebäude, ein Beet mit Pflanzen und zeitweilig sogar eine Kleintier-Haltung. Noch im Neubau der Berliner Kunstakademie von 1902 befand sich ein Antikensaal, der mit Gipsabgüssen bestückt war. Auch Fotografien wurden frühzeitig – seit circa 1855 – erworben, gesammelt und benutzt.

 

 

Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München

 

07.02.2020 - 17.05.2020
Fotoausstellung Berlin . Das Ausstellungsprogramm des Jahres 2020 im Gropius Bau beginnt mit der Fotoausstellung Six Songs, Swirling Gracefully in the Taut Air, die Werke aus Langzeitserien des in Berlin lebenden nigerianischen Fotografen Akinbode Akinbiyi aus vier Jahrzehnten versammelt. Die Schau bildet Akinbiyis erste große Einzelausstellung in Deutschland nach seiner Teilnahme an der documenta 14 in Kassel und Athen. 7.2. -17.5.2020
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Akinbode Akinbiyi - Six Songs, Swirling Gracefully in the Taut Air
Fotoausstellung Berlin . Das Ausstellungsprogramm des Jahres 2020 im Gropius Bau beginnt mit der Fotoausstellung Six Songs, Swirling Gracefully in the Taut Air, die Werke aus Langzeitserien des in Berlin lebenden nigerianischen Fotografen Akinbode Akinbiyi aus vier Jahrzehnten versammelt. Die Schau bildet Akinbiyis erste große Einzelausstellung in Deutschland nach seiner Teilnahme an der documenta 14 in Kassel und Athen. 7.2. -17.5.2020

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Akinbode Akinbiyi: Berlin Tiergarten

 

 

Die Ausstellung untersucht Akinbiyis künstlerischen Ansatz als Wanderer und Mittler zwischen den Hemisphären, der unablässig Küstenregionen und Städte wie Lagos, Berlin, Johannesburg, Bamako, Athen, Chicago, Dakar und Khartum dokumentiert und durchwandert. Sein Atelier ist die Stadt; vor seiner Kamera werden die täglichen Rituale der Menschen zu wiederkehrenden Erscheinungsformen. Die Ausstellung beleuchtet seine einzigartige Beziehung zur Mittelformatfotografie und den Einsatz der zweiäugigen Spiegelreflexkamera, die die Seele bewohnter Landschaften vermittelt. Aus den hunderten Fotografien, die diese Langzeitprojekte umfassen und die das persönliche Archiv des Künstlers bilden, wird im Gropius Bau eine besondere Auswahl zusammengestellt. 

 

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Akinbode Akinbiyi: Lagos Island


Im Gegensatz zu einer Welt, die von einem kontinuierlichen Strom von Sofortbildern besessen ist, versammelt Akinbiyi bedächtig bemerkenswerte Details aus der alltäglichen Oberfläche sowie gelebte Rhythmen und soziale Texturen von Orten. Er zieht es vor, undramatische Augenblicke zu beobachten – sowohl morbide als auch freudige. Er findet Momente der Hoffnung im dunklen Innenleben der Städte und dokumentiert das Zusammentreffen von atmenden Körpern und Spiritualität. So bemerkt der Künstler: „Ich beobachte, nehme an diesem urbanen Phänomen teil und versuche zu dokumentieren. Es bedarf einer Art Feingefühl, die Zugänge einer Stadt zu verstehen.“

Zu den bedeutenden Arbeiten in der Ausstellung gehört die Serie Lagos: All Roads (1980er Jahre bis heute), die die vielen Stimmungen und Gesichter von Akinbiyis Heimatstadt und Afrikas größter Metropole, Lagos, einfängt. Seine Fotografien nähern sich dem urbanen Umfeld, indem sie zwischen Anonymität und Verwandtschaft, Lärm und Zuflucht schwanken. Die Betrachter*innen erleben diese Bildsequenzen als zusammenhängende Folgen mit offenem Ende. Jedoch wird die Megastadt nie in Gänze erfasst, da sie sich in einem beständigen Stadium der Neuerfindung und des Zusammenbruchs befindet. Während sich verschiedene Bilder dieser Serie auf Straßenecken, soziale Prozesse und Marktplätze konzentrieren, beleuchten zahlreiche Szenen die Verbreitung von Fotostudios, Druckereien und Fassadentexten, die die visuelle Grammatik von Lagos und seine Beziehung zur Bildgestaltung vermitteln.

 

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Akinbode Akinbiyi: Lagos, Bar Beach



Akinbiyi kombiniert Gefühl und Handwerk; er hebt die Bedeutung des „Bildermachens statt Fotografierens“ hervor und hat erkannt, dass die Aufnahme eines Bildes ein Ereignis für sich ist. Der Titel der Ausstellung, Six Songs, Swirling Gracefully in the Taut Air, verweist auf die Bedeutung der Klangebene in der Praxis Akinbiyis, mit der er uns an der visuellen Grammatik des Zuhörens teilhaben lässt. Seine Fotografie kann auch anhand von Elementen des improvisierten Jazz untersucht werden, beispielsweise in Bezug auf kollektive Affinität, experimentelle Notation, Serialität und frei gespielte Arrangements. Das Heilige und das Profane werden in Sea Never Dry (seit den 1980er Jahren) miteinander verwoben. In dieser Serie werden die Küstenregionen westafrikanischer Städte und Europas zusammengebracht: Neben dem öffentlichen Leben an Stränden werden zugleich Szenen heiliger Zeremonien, des Straßenhandels, Tourismus und der Umweltzerstörung festgehalten.

Die Fotoserie African Quarter ist seit den späten 1990er Jahren in Berlin entstanden und dokumentiert Begegnungen in der afrikanischen Diaspora und den afrodeutschen Communitys der Stadt, vor allem im Bezirk Wedding. Akinbiyi durchläuft Straßen, denen seit der Berliner Konferenz von 1884 Spuren der deutschen Kolonialvergangenheit eingeschrieben sind und beleuchtet dabei zeitgenössische Geschichten von Migration und Verfolgung. Gebrochene Ansichten der sich wandelnden Metropole bringen sowohl Geister einer gemeinsamen Vergangenheit als auch untergeordnete Stimmen der Gegenwart hervor. Als Gegenbild zur Stadt werden in African Quarter Straßen wie das May-Ayim-Ufer und der Martin-Luther-King-Weg aufgesucht, um an Persönlichkeiten zu erinnern, die sich gegen Rassismus einsetzten und die lange Geschichte des Kampfes gegen den Kolonialismus bewahrten. Insgesamt geht diese Serie aus der autobiografischen Erfahrung des Fotografen als Berliner hervor.

Als Fotokünstler engagiert sich Akinbiyi auch als Mentor, Kurator und Autor, der über Fotografie insbesondere im afrikanischen Kontext schreibt. Seine Beziehung zum Medium Fotografie geht weit über den direkten Gebrauch einer Kamera hinaus. Selten hat ein Fotokünstler so viele Reisen unternommen, um eine enzyklopädische Reihe von Bildern zu kreieren, die konsequent den Realitäten der gesamten afrikanischen Welt und darüber hinaus nachspüren. Akinbiyi betrachtet die unterschiedlichsten Lebensumstände und Landschaften in verschiedenen Graustufen.

Ein abschließendes Element dieser Ausstellung ist der Kurzfilm I wonder as I wander des Künstlers und Schriftstellers Emeka Okereke. Gedreht in Berlin und Bamako gibt er einen tieferen Einblick in Akinbode Akinbiyis Methodik, seine anekdotischen Aufzeichnungen und Arbeitsprinzipien. 

Kuratiert von Natasha Ginwala, assoziierte Kuratorin

Über den Künstler

Der 1946 in Oxford als Kind von Studierenden aus der ehemaligen Kolonie Nigeria geborene Fotokünstler Akinbode Akinbiyi studierte in den 1960er Jahren im nigerianischen Ibadan und in den 1970er Jahren in Heidelberg, bevor er nach Westberlin zog. Obwohl er als begeisterter Leser von Belletristik und Lyrik zunächst Literatur studierte, begann Akinbiyi die Welt durch den Sucher einer Kamera zu sehen und erlernte Anfang der 1970er Jahre den technischen Prozess in der Dunkelkammer. Als Wanderer und Mittler zwischen den Hemisphären dokumentiert und durchläuft er seit seinem STERN-Reportage-Stipendium von 1987 unablässig Städte wie Lagos, Kano und Dakar. 1993 war Akinbiyi Mitbegründer von UMZANZSI, einem Kulturzentrum im Township Clermont im südafrikanischen Durban. Im Laufe der Jahre hat er Fotografen in Afrika und anderen Teilen der Welt unterrichtet und als Mentor betreut. 2016 wurde Akinbiyi mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet.

Akinbiyis Arbeiten waren bislang zu sehen in Porträt Afrika, Haus der Kulturen der Welt, Berlin; Goethe-Institut Lagos (2000); Les 4e Rencontres africaines de la photographie, Bamako; Africa Apart, nGbK, Berlin (2001); Africa Remix, Düsseldorf, London, Paris, Tokio, Stockholm, Johannesburg (2004–2007); Museum für Völkerkunde, Dresden (2007); Iwalewahaus, Bayreuth (2009); Goethe-Institut Johannesburg (2013–2014); Philadelphia Museum of Art (2016); documenta 14, Athen und Kassel; La Villette, Paris (2017); African Metropolis, MAXXI, Rom (2018); Echoes of the South Atlantic, Salvador, Rio de Janeiro, São Paulo (2018–2019); Barenboim-Said Academy, Berlin und in der 12. Ausgabe der Rencontres de Bamako, Streams of Consciousness (2019).

 

Gropius Bau, Niederkirchnerstraße 7, Berlin

 

07.02.2020 - 24.04.2020
Fotoausstellung Stuttgart . Werke aus verschiedenen Phasen des fotografischen Schaffens von Norbert Rosing zeigt die Leica Galerie Stuttgart. Dazu gehört seine weltbekannte Eisbärenserie, seine heimischen Motive in schwarzweiß und die eindrucksvollen Aufnahmen aus den USA, die erst vor kurzem entstanden. 7. Februar bis 24. April 2020.
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Norbert Rosing : Wilde Arktis / Rocks & Things
Fotoausstellung Stuttgart . Werke aus verschiedenen Phasen des fotografischen Schaffens von Norbert Rosing zeigt die Leica Galerie Stuttgart. Dazu gehört seine weltbekannte Eisbärenserie, seine heimischen Motive in schwarzweiß und die eindrucksvollen Aufnahmen aus den USA, die erst vor kurzem entstanden. 7. Februar bis 24. April 2020.

@Norbert Rosing 07

 

Das fotografische Spektrum des Natur- und Tierfotografen Norbert Rosing ist breit. Zu seinen bekanntesten Serien zählen sicherlich die Aufnahmen in der kanadischen Arktis, wo es ihm unter anderem gelang die Riesen abzulichten wie sie mit ihren Jungtieren ihre Hölen verließen. Seine Fotografenkarriere führte ihn auf über 70 Reisen oft in nördliche Gefilde: die Arktis, nach Kanada, Grönland und Spitzbergen.

 

@Norbert Rosing 06

 

@Norbert Rosing 02

 

 

Aber auch die heimatlichen Landschaften haben es ihm angetan. Sandsteinfelsen, natürliche Steinbögen, tiefe Wälder mit ihren Baumveteranen, Moore und Heiden. Norbert Rosing hat die faszinierende Vielfältigkeit Deutschlands mit seinen beeindruckenden Fotos festgehalten. 

Norbert Rosing hat schon zahlreiche Bücher veröffentlich und hält spannende Vorträge zu seinen Reisen

Nähere Infos, Buchung und Bestellungen

 

https://www.rosing.de

07.02.2020 - 09.05.2020
Fotoausstellung Köln . Die Galerie Bene Taschen präsentiert erstmalig in Deutschland eine Einzelausstellung, die aus Sebastian Salgados eindringlichen wie unvergesslichen Zyklus “Gold” (1986) kuratiert worden ist. Eine Show voller archaischer Kraft und Dichte, voll grausamer Poesie und brutaler Realität. Eine Besprechung der gleichnamigen Publikation "Gold", die im Taschen Verlag erschienen ist, finden Sie in unserer Rubrik "Hitliste Fotobücher. Die Ausstellung läuft vom 7.2. bis 9.5.2020
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Sebastião Salgado: Gold
Fotoausstellung Köln . Die Galerie Bene Taschen präsentiert erstmalig in Deutschland eine Einzelausstellung, die aus Sebastian Salgados eindringlichen wie unvergesslichen Zyklus “Gold” (1986) kuratiert worden ist. Eine Show voller archaischer Kraft und Dichte, voll grausamer Poesie und brutaler Realität. Eine Besprechung der gleichnamigen Publikation "Gold", die im Taschen Verlag erschienen ist, finden Sie in unserer Rubrik "Hitliste Fotobücher. Die Ausstellung läuft vom 7.2. bis 9.5.2020

Salgado 03

 

“Die riesige Goldmine, Serra Pelada, lag direkt vor mir. Als ich am Rande dieses riesigen Lochs ankam, standen mir die Haare zu Berge. Ich hatte noch nie eine solche Situation erlebt. In Bruchteilen von Sekunden sah ich die Geschichte der Menschheit vor mir – der Bau der Pyramiden, der Turm zu Babel, die Minen des Königs Salomon. Nicht eine einzige Maschine war zu hören. Alles, was man vernahm, war das Gemurmel von 50.000 Menschen in einem großen Loch...” (Sebastião Salgado)

 

Salgado 02



In den Bildern, die Salgado in und angesichts dieser Situation machte, offenbart sich alles dicht gedrängt an diesem Abgrund: Gier, Tod, Verrat, Arbeit und Verzweiflung - eine Ansammlung an Werten und Worten, die nicht nur die westliche Gesellschaft widerspiegeln, sondern auch exemplarisch sind für die besonderen Verhältnisse in Brasilien, insbesondere mit Bezug auf den Umgang mit der Natur und der arbeitenden Klasse.

 

Salgado 01

 

Die Arbeiter der Goldmine von Serra Pelada überleben auf den Bildern Salgados, während sie ansonsten vergessen wären. Wie auch in seinen anderen bekannten Werkgruppen wie “Exodus” und „Genesis“ hat sich Salgado in diesem Zyklus dem Bannen von Erinnerungen, dem Festhalten von Gedenken sowie dem Entgegenwirken von Vergessen verschrieben. 


“Er malt mit Licht”, sagte einst Wim Wenders, und versuche, wie ein klassischer Historienmaler allem in hohem Masse gerecht zu werden. Jeder versteht diese Bilder, ahnt aber auch, dass es dabei immer um mehr geht. Tod und Schönheit liegen in dieser Mise en abyme oftmals so nahe beieinander, dass es den Betrachter zuweilen erschrecken mag. 


Die Tiefe der Bilder ist Salgados Geschick zu verdanken, die Dinge an ihrem Platz zu lassen, ihnen nicht ihre Anmut zu nehmen. Fast nimmt der Betrachter selbst und psychisch an der Gier, dem Goldrausch der Arbeiter teil. Es werden keine Heldengeschichten erzählt wie in einer Disney-artigen Landschaft, sondern es geht direkt und tief ins Mark und um die zentralen Fragen der Menschheit.


Durch seine serielle Arbeit gewährt Salgado, der Journalist und Ökonom, einen tiefen Einblick in sein Schaffen; immer wieder erscheint ein neues Bild, um dem Phänomen Serra Pelada auf die Spur zu kommen - wenn es darum geht, einmal mit der Kamera näher heranzugehen und die Konflikte der Arbeiter aufscheinen zu lassen. Dabei sollte man jedoch bei allem fotografischen Können Salgados nicht vergessen, dass es sich dabei um ganz reale Personen und ihre Geschichten handelt. Salgado wird später einige davon erzählen, in Interviews, im Film von Wim Wenders und in seiner Autobiographie.

 

Die Ausstellung „Gold“ war in dem Stockholmer Museum Fotografiska zu sehen. Parallel ist die gleichnamige Publikation „GOLD“ im TASCHEN Verlag erschienen.

 

Galerie Bene Taschen, Moltkestraße 81, Köln

 

05.02.2020 - 01.06.2020
Fotoausstellung Düsseldorf . Der Fotograf Peter Lindbergh hat zwei Jahre an der Präsentation der Ausstellung gearbeitet und diese unmittelbar vor seinem Tod Anfang September fertiggestellt. Es ist die erste von Peter Lindbergh selbst kuratierte Werkschau, die im Kunstpalast Düsseldorf einen eingehenden Blick auf das umfangreiches Œuvre des Fotografen erlaubt und zum Entdecken vieler bislang unerwähnter Geschichten einlädt. 5.2. bis 1.6.2020
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Peter Lindbergh: Untold Stories
Fotoausstellung Düsseldorf . Der Fotograf Peter Lindbergh hat zwei Jahre an der Präsentation der Ausstellung gearbeitet und diese unmittelbar vor seinem Tod Anfang September fertiggestellt. Es ist die erste von Peter Lindbergh selbst kuratierte Werkschau, die im Kunstpalast Düsseldorf einen eingehenden Blick auf das umfangreiches Œuvre des Fotografen erlaubt und zum Entdecken vieler bislang unerwähnter Geschichten einlädt. 5.2. bis 1.6.2020

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Peter Lindbergh
© Foto: Stefan Rappo

 

Der 1944 geborene und in Duisburg aufgewachsene Fotograf zeigt in der Werkschau eine Zusammenstellung von 140 Arbeiten aus den frühen 1980er-Jahren bis in die Gegenwart. Die Ausstellung ist Lindberghs persönliches Statement zu seinem Werk. „Als ich meine Fotos das erste Mal an der Wand im Ausstellungsmodell gesehen habe, habe ich mich erschreckt, aber auch positiv. Es war überwältigend, auf diese Art vor Augen geführt zu bekommen, wer ich bin.“, so Lindbergh im Juni 2019 in einem Interview, das für den Ausstellungskatalog geführt wurde. Ein Großteil der Aufnahmen wurde noch nie gezeigt; andere sind von Zeitschriften wieVogue, Harper’s Bazaar, Interview, Rolling Stone, W Magazine oder dem Wall Street Journal in Auftrag gegeben und veröffentlicht worden.

 

L 1_ Linda Evangelista, Michaela

Peter Lindbergh
Linda Evangelista, Michaela Bercu  & Kirsten Owen
Pont-à-Mousson, 1988
© Peter Lindbergh (Courtesy of Peter Lindbergh, Paris)

 

 

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Peter Lindbergh
Uma Thurman, New York, 2016
© Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)

 

In Lindberghs Bildern steht das Interesse am Menschen im Vordergrund. Mit seinen Werken ist es ihm gelungen, den unmittelbaren Kontext von Modefotografie- und zeitgenössischer Kultur zu überschreiten und neu zu definieren. „Durch die Ausstellung ergab sich die Möglichkeit, ausführlicher über meine Fotos in einem anderen als dem Modekontext nachzudenken. Ziel der Präsentation ist es, die Fotos zu öffnen für andere Lesarten und Perspektiven.“, betonte Lindbergh im Gespräch. „Allerdings geht es mir nicht darum zu sagen, dass meine Bilder keine Modefotografie seien, denn das wäre auch falsch. Ich bestehe auf der Definition „Modefotografie“, weil für mich dieser Begriff nicht 

bedeutet, dass man Mode abbilden muss – die Fotografie ist viel größer als die Mode selbst, sie ist Bestandteil der Gegenwartskultur.“

Die Ausstellung besteht aus drei Teilen, wobei zwei großformatige Installationen den Rundgang rahmen und überraschende Perspektiven auf Lindberghs Schaffen eröffnen. Den Anfang macht die eigens für die Ausstellung entwickelte und aus Bluebacks bestehende monumentale Installation Manifest, die eine eindringliche Einführung in Peter Lindberghs Idee von Modefotografie darstellt.

Für den Hauptteil der Präsentation hat Lindbergh die aus seiner Perspektive essenziellsten Werke seines langjährigen Œuvres arrangiert und mit ihnen experimentiert. In der Hängung legt Lindbergh immer wieder neue Geschichten frei, bleibt aber gleichzeitig seiner Sprache treu. Emblematische sowie noch nie zuvor gezeigte Arbeiten werden paarweise oder in Gruppen gezeigt und ermöglichen neue Interpretationen.

Den Abschluss der Schau stellt die Filminstallation Testament (2014) dar, die eine fast unbekannte Seite des Schaffens des deutschen Fotografen offenlegt. Der durch einen Einwegspiegel aufgenommene Film zeigt eine stumme Auseinandersetzung zwischen Lindberghs Kamera und Elmer Carroll, ein in Florida zum Tode verurteilen Mörder. Carroll betrachtet 30 Minuten lang und ohne mimische Bewegung sein Spiegelbild. Die zum ersten Mal gezeigte Installation ergänzt die Ausstellung um eine unerwartete Bedeutungsschicht und stößt eine Debatte um Themen an, die zentral für Peter Lindbergh waren: Introspektion, Ausdruck, Empathie und Freiheit.

Die Ausstellung wird organisiert vom Kunstpalast, Düsseldorf, in Kooperation mit dem Peter Lindbergh Studio, Paris. Die Schau hat weitere Stationen im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (20. Juni bis 1. November 2020), im Hessischen  Landesmuseum, Darmstadt (4. Dezemberg 2020 bis 7. März 2021), sowie im Museo d’Arte Contemporanea Donnaregina in Neapel (März bis Mai 2021).

Zur Ausstellung erscheint bei TASCHEN ein 320 Seiten umfassender Katalog mit Texten von Felix Krämer, Peter Lindbergh, Wim Wenders. Preis: 60 Euro

29.01.2020 - 23.02.2020
Berlin Fotoausstellung . Die Fotoausstellung „Blue Skier, Red Panik“ im Museum für Fotografie beleuchtet eine Ära, die einen gesellschaftlichen und politischen Neuanfang in Europa markierte. Durch Fotografien von bedeutenden Archiven Europas reflektiert die Ausstellung historische Entwicklungen und Ereignisse in acht verschiedenen europäischen Ländern. Die Erzählungen berühren Gesellschaft, Kultur und Politik, und oszillieren zwischen Ost und West, Freiheit und Unterdrückung, Klischee und Normalität.  29.1. bis 23.2.2020
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Blue Skies, Red Panic: Die 50er-Jahre in Europa. Ein fotografischer Rückblick
Berlin Fotoausstellung . Die Fotoausstellung „Blue Skier, Red Panik“ im Museum für Fotografie beleuchtet eine Ära, die einen gesellschaftlichen und politischen Neuanfang in Europa markierte. Durch Fotografien von bedeutenden Archiven Europas reflektiert die Ausstellung historische Entwicklungen und Ereignisse in acht verschiedenen europäischen Ländern. Die Erzählungen berühren Gesellschaft, Kultur und Politik, und oszillieren zwischen Ost und West, Freiheit und Unterdrückung, Klischee und Normalität.  29.1. bis 23.2.2020

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Tanz mit Fußball aus dem Film ‘A Csodacsatár’, 1956,
© Gábor Kovács / National Széchényi Library / CC BY-NC-SA

 

Die 1950er-Jahre waren in Europa ein Jahrzehnt des Übergangs und des (Wieder-)Aufbaus, der Modernisierung und des Wandels. Dieser Wandel war grundlegend und erreichte alle Europäer*innen, die sich nach Jahren des Zweiten Weltkrieges mit neuen Designs, neuen Konsumgütern, neu-en Medien, Musik und Mode nach einer Normalität des Alltags sehnten. Glamour, „trautes Heim“ und Wohlstand – das sind bekannte Stereotypen, die den Mythos eines ikonischen Zeitalters prägen. 

 

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Triauto, Girona, Juli 1954,
© Martí Massafont Costals / Ajuntament de Girona / CRDI / CC BY-NC-ND

 

Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Diese Ära war von Widersprüchen geprägt: Viele in Europa litten noch immer unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs wie Hunger, Armut, Wohnungsmangel und Vertreibung. Einerseits kam es zu einer Annäherung und Zusammenarbeit zwischen ehemals verfeindeten Nationen, andererseits aber waren zwischenstaatliche Beziehungen von hegemonialer Außenpolitik und innen-politischer Repression bestimmt, was die bereits bestehende Teilung Europas in Ost und West verschärfte und zu Spannungen des Kalten Krieges bis an den Rand eines Atomkonflikts führte. 

 

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Waschkaue der Bergarbeiter, deren Kleidung an der Decke befestigt ist, Ruhrgebiet, ca. 1950,
© United Archives / Erich Andres

 

Mit einem Kaleidoskop von visuellen Eindrücken will die Ausstellung Erinnerungen wachrufen, die uns vertraut sind oder zu einer ganz neuen Ent-deckung einladen. Mit dem Rückblick auf die ikonische Ära der 1950er-Jahre in Europa bietet die Ausstellung einen fotografischen Rückblick, ohne in bloße Nostalgie zu verfallen, und fördert ein kritisches Verständnis für die Entstehung der Europäischen Union, in der wir heute leben. 

Nach Pisa (Museo della Grafica), Girona (Centre Cultural la Mercè) und Antwerpen (KU Leuven Wirtschaftsfakultät) ist Berlin die vierte und vorletzte Station dieser außergewöhnlichen Wanderausstellung, die von den Partnern des Projekts „Fifties in Europe Kaleidoscop“" zur Verfügung ge-stellt und konzipiert wurde.

 

Museum für Fotografie, Jebenstraße 2, Berlin

 

25.01.2020 - 18.04.2020
Fotoausstellung Nürnberg . Eine kleine Geschichte vom Glück erzählt der Fotograf Stefan WInkelhöfer mit seiner Bildserie "Hans" und dokumentiert den Alltag des alten Bauern in beeindruckenden Schwarzweißbildern, die in der Leica Galerie Nürnberg ausgestellt werden. Vom 25. Januar bis 18. April 2020
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Stefan Winkelhöfer - Hans
Fotoausstellung Nürnberg . Eine kleine Geschichte vom Glück erzählt der Fotograf Stefan WInkelhöfer mit seiner Bildserie "Hans" und dokumentiert den Alltag des alten Bauern in beeindruckenden Schwarzweißbildern, die in der Leica Galerie Nürnberg ausgestellt werden. Vom 25. Januar bis 18. April 2020

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Vor einigen Jahren hat der in Regensburg geborene Fotograf einen alten Bauern kennengelernt, der ein ganz und gar ungewöhnliches Leben führt. Ein Mensch, der aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Er fragte ihn: „Hans, was ist Glück für Dich?“ Hans antwortete: „Woaß i net. Dass i gsund bin und bei meine Viecher im Stall sei derf!“  So viel Bescheidenheit, so wenig Ansprüche ans Leben, so viel Zufriedenheit, so wenig Enttäuschung, obwohl der Hans wahrlich kein leichtes Leben hinter sich hat - das hat Stefan Winkelhöfer schwer beeindruckt.

 

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Er begann beim Hans zu fotografieren und dokumentierte mit seiner Leica den Alltag des Hans in Schwarzweiß-Aufnahmen, für die er sich fünf Jahre Zeit nahm. Immer wieder hielt er ein Stück seines Lebens in Bildern fest. 
Auf diese Weise schuf er ein sehr persönliches Porträt eines Kleinbauern, der seinen Hof in seiner sehr langen Existenz nur selten verließ. Als „Daheimgebliebener“ lebt er ein Leben, das partout nicht mehr in die moderne Zeit passen will.

 

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Die Ausstellung in der Leica Galerie Nürnberg erzählt mit einfühlsamen Bildern die Geschichte von Hans und von Dingen, die bald nicht mehr sein werden. 

 

 

Leica Galerie, Obere Wörthstraße 8, Nürnberg

24.01.2020 - 15.03.2020
Fotoausstellung Augsburg . Gezeigt werden in der Ausstellung "Kein schöner Land" in der Neuen Galerie im Höhmannhaus Fotografien aus den Werkserien „Kleinstadt“ (2015-2018) von Ute und Werner Mahler sowie „Hinterland“ (2012-2019) von Hans-Christian Schink. Bis 15. März 2020
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Kein schöner Land
Fotoausstellung Augsburg . Gezeigt werden in der Ausstellung "Kein schöner Land" in der Neuen Galerie im Höhmannhaus Fotografien aus den Werkserien „Kleinstadt“ (2015-2018) von Ute und Werner Mahler sowie „Hinterland“ (2012-2019) von Hans-Christian Schink. Bis 15. März 2020

Ute Mahler & Werner Mahler, Ostkreuz, a. d. Serie Kleinstadt, 2015-18

Ute Mahler & Werner Mahler, Ostkreuz, a. d. Serie Kleinstadt

 

Auf Einladung von Thomas Elsen kuratiert Daniel Blochwitz, künstlerischer Leiter der photo basel, die Ausstellung exklusiv für die Neue Galerie im Höhmannhaus. In den betont unaufgeregten und sorgsam zusammengestellten Fotografien versucht die Ausstellung zu hinterfragen, wieviel Potenzial in Begriffen wie Kleinstadt oder Hinterland im Sinn eines an Ernst Bloch angelehnten utopischen Heimatbegriffs steckt.

 

Hans-Christian Schink, Am Kornowsee

Hans-Christian Schink, Am Kornowsee

 

Hans-Christian Schink, Zwischen Hildebrandshagen und Bülowssiege

Hans-Christian Schink, Zwischen Hildebrandshagen und Bülowssiege

 

 

Neue Galerie im Höhmannhaus, Maximilianstraße 48, Augsburg

18.01.2020 - 23.02.2020
Fotoausstellung Braunschweig . In der Halle267 - Städtische Galerie Braunschweig - zeigt das Museum für Photographie die Gruppenausstellung Framing Identity "Der fotografische Blick der Generation Y" mit Arbeiten von 10 internationalen Künstlern der „Generation Y“, die sich mit Aspekten und Fragestellungen ihrer Generation fotografisch auseinandersetzen. 18.1. bis 23.2.2020
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Der fotografische Blick der Generation Y
Fotoausstellung Braunschweig . In der Halle267 - Städtische Galerie Braunschweig - zeigt das Museum für Photographie die Gruppenausstellung Framing Identity "Der fotografische Blick der Generation Y" mit Arbeiten von 10 internationalen Künstlern der „Generation Y“, die sich mit Aspekten und Fragestellungen ihrer Generation fotografisch auseinandersetzen. 18.1. bis 23.2.2020

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Min Kim, eine abstrakte Aktion für Schönheit, 2018-2019 © Min Kim

 

Der Begriff „Generation Y“ tauchte erstmals 1993 auf und bezeichnet seitdem in der Soziologie und der Netzkultur die Bevölkerungsgruppe, die zwischen den frühen 1980ern und den späten 1990ern geboren ist und um das Jahr 2000 herum zu den Teenagern zählte. Welche Eigenschaften dieser Generation zugeschrieben werden können, wird aktuell in der Fachliteratur und anderen Medien vielfältig diskutiert. 

 

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Tamara Eckhardt, Vom plötzlichen Erwachsenwerden, 2018
© Tamara Eckhardt

 

In den ausgestellten Arbeiten werfen die Künstler Blicke auf unterschiedliche Themen ihrer Generation, ihre Lebenswelten und auf gesellschaftliche Entwicklungen. Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit Selbstbildern, der eigenen Identität und Rollenbildern in unserer Gesellschaft, sowohl in persönlichen oder familiären als auch in politischen Kontexten. Bezugnehmend auf diese Aspekte werden in der Ausstellung soziale Strukturen in Familien und Jugendkulturen, die (Re-)Inszenierung von Rollenbildern und die Auseinandersetzung mit Geschlechteridentitäten ebenso vorgestellt wie Aspekte des medialen Wandels (neue Medien und die Kommunikation in sozialen Netzwerken bis hin zur digitalen Überwachung).

 

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Sebastian Wells, aus der Serie „Hong Kong Protests“, 2019 © Sebastian Wells

 


Die Ausstellung zeigt im Kontext der jeweiligen Inhalte die Möglichkeiten zeitgenössischer Fotografie auf, die von dokumentarischen Arbeiten über medienübergreifende Wandinstallationen und Videos reichen und um eine Fotoarbeit erweitert wird, welche teilweise auf Smartphones präsentiert wird – womit die Relevanz sozialer Medien in aktuellen Ausstellungskonzepten unterstrichen wird.

Kuratiert von Anne Wriedt und Franziska Habelt, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Museum für Photographie Braunschweig
 

 

Tamara Eckhardt | Maik Gräf | Harry Hachmeister | Norman Hoppenheit | Min Kim | Ira Konyukhova | Rebecca Sampson | Anna Tiessen | Sebastian Wells | Rie Yamada

12.01.2020 - 27.03.2020
Fotoausstellung Köln. Die Ausstellung "30 Jahre in focus Galerie" feiert die Erfolgsgeschichte von Burkhard Arnold und seiner Galerie. In drei Jahrzehnten haben dort viele berühmte Fotografen aus aller Welt ihre Bilder gezeigt. Begleitend erscheint ein Katalog mit 160 Seiten, den wir Ihnen unter unserer Hitliste Fotobücher vorstellen.
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30 Jahre in focus Galerie
Fotoausstellung Köln. Die Ausstellung "30 Jahre in focus Galerie" feiert die Erfolgsgeschichte von Burkhard Arnold und seiner Galerie. In drei Jahrzehnten haben dort viele berühmte Fotografen aus aller Welt ihre Bilder gezeigt. Begleitend erscheint ein Katalog mit 160 Seiten, den wir Ihnen unter unserer Hitliste Fotobücher vorstellen.

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Elliott Erwitt + Burkhard Arnold 2014

 

Auf mittlerweile drei Jahrzehnte erfolgreicher Tätigkeit auf dem Feld der Kunstvermittlung kann die Kölner in focus Galerie - Burkhard Arnold im Januar 2020 zurückblicken. Anfang 1990 in der Hochstadenstraße als Autorengalerie gegründet, entwickelte sich rasch ein professionell geführtes Unternehmen, das aus der Kulturlandschaft Kölns nicht mehr wegzudenken ist. Zugleich reicht die Bedeutung der von Burkhard Arnold und seiner Frau Anja Maria Arnold engagiert betriebenen Galeriearbeit weit über Köln hinaus.

 

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Elliott Erwitt USA Santa Monica California 1955

 

Heute zählt die in focus Galerie zu den dienstältesten Fotogalerien in Deutschland mit einem internationalem Ausstellungsprogramm. Nach Jahren in der Hochstadenstraße, danach am Dom (Marzellenstraße) und anschließend im Brüsseler Viertel hat die Galerie inzwischen in einem liebevoll restaurierten historischen Gebäude in Köln-Rodenkirchen (Hauptstraße 114), wenige Straßenbahnminuten vom Hauptbahnhof entfernt, eine definitive Bleibe gefunden. Das über Jahre kontinuierlich ausgebaute Programm grenzt sich einerseits klar ab.

 

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1999, in-focus-gallery, Bruce Davidson spricht zu seinen Bildern

 

Es gibt keine historische Fotografie bzw. Kamerakunst des 19. Jahrhunderts. Dafür gibt man sich offen mit Blick auf den Reichtum einer „Fotografie als Fotografie“, wie sie sich seit Ende des Zweiten Weltkriegs vor allem in Europa und den USA entwickeln konnte. Konkret zählen „Klassiker“ der Photographie humaniste wie Willy Ronis, Édouard Boubat oder Sabine Weiss ebenso zu den von in focus vertretenen Künstlern wie Marc Riboud, Elliott Erwitt oder Thomas Hoepker als Mitglieder der Magnum-Gruppe. Der Finne Arno Rafael Minkkinen hatte ebenso einen Auftritt bei in focus wie die Schweizerin Anna Halm-Schudel, der Amerikaner Ben J. Fernandez oder der Franzose Jeanloup Sieff. Wiederholt konnte man dem für seine fragmentierte Weltsicht bekannten Thomas Kellner in Einzel- oder Gruppenausstellungen begegnen, ebenso William Ropp oder Connie Imboden.

 

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Bruce Davidson, subway-brooklyn gang 1959

 

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Marc Riboud Painter of the Eiffel Tower 1953

 

Früher Höhepunkt der Galeriearbeit war mit Sicherheit die Hommage an Bruce Davidson. Neben weiteren Einzelausstellungen etwa mit Arbeiten des Hamburger Modefotografen F. C. Gundlach, der Fotografenlegende Ulrich Mack, dem Tschechen Jan Saudek, dem Wahlberliner Will McBride, dem Schweizer René Groebli oder Lucien Clergue, bekannt auch als Mitbegründer der Rencontres d’Arles, traten immer wieder Gruppenausstellungen, die zum einen ein Thema in zum Teil kontroversen Positionen diskutierten, zum anderen Künstlern der Galerie zu einem „gesammelten“ Auftritt verhalfen. Beispielhaft genannt seien die Ausstellungen „Heads“ (2001) mit Beiträgen u. a. von Abe Frajndlich, Georg Hornung und Herbert Döring-Spengler, „In America“ (2004) mit Aufnahmen von Mary Ellen Mark, Susan Meiselas und Bruce Davidson, „Love is ...“ (2015) unter Beteiligung von 35 Künstlern oder (2016) eine Hommage an Marilyn Monroe mit Fotografien von Elliott Erwitt, Edward Clark, André de Dienes, Arnold Newman, Eve Arnold und George Barris.

 

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Thomas Hoepker Ali 1966

 

Neue Wege beschritt Burkhard Arnold mit den das Terrain der Landart tangierenden temporären Installationen der Niederländerin Scarlett Hooft-Graafland oder den mit Swarovski Kristallen und Fäden bestickten Fotografien der österreichischen Künstlerin Sissi Farassat. Mit zeitgenössischen Positionen wie den oben genannten und den „Konkreten Fotografen“ um Gottfried Jäger, Karl Martin Holzhäuser, Roger Humbert, René Mächler und Floris M. Neusüss weitete sich das Galerieprogramm ins Experimentelle: Das Lichtbild selbst wird zum Gegenstand künstlerischer Reflexion.

Über 170 Ausstellungen konnten Burkhard und Anja Maria Arnold bis dato realisieren, darunter viel Überraschendes wie unlängst wiederentdeckte Pin Up - Fotos des seinerzeit hoch gehandelten Bernard of Hollywood (1911–1987). Wichtig war Burkhard Arnold von Anfang an der direkte Kontakt zu den Künstlern, ein authentischer „Draht“, den nicht zuletzt eine inzwischen stattliche „Gemeinde“ an Galeriebesuchern, Sammlern und Fotografie-Interessierten zu schätzen weiß. So konnte sich aus einem Experiment mit den Jahren eine „Institution“ entwickeln, die fotografische Bilder zeigt, diskutiert und selbstredend zum Kauf anbietet, aber auch Expertisen erstellt, sich auf Messen wie der art Karlsruhe präsentiert,

Bücher und Kataloge ediert oder namhaften Museen Leihgaben zur Verfügung stellt. In der Summe eine Erfolgsgeschichte, die ab Mitte Januar mit einer drei Jahrzehnte Galeriearbeit bilanzierenden Ausstellung gefeiert werden soll. Begleitend erscheint ein Katalog mit 160 Seiten mit einem Essay von Hans-Michael Koetzle(München) und einem Artikel von Burkhard Arnold „Fotografie als Kunst- und Sammelobjekt“ mit zahlreichen Abbildungen aus 30 Jahren in focus Galerie Köln. Siehe auch Hitliste  Fotobücher

 

in focus Galerie, Hauptstraße 114, Köln

 

10.12.2019 - 14.02.2020
Fotoausstellung Hamburg . Die Flo Peters Gallery zeigt die Ausstellung "Südamerika Brasilien - Argentinien - Peru" mit Bildern des Fotografen, Galeristen, Sammlers, Kurators und Stifters F. C. Gundlach. Vom 10. Dezember 2019 bis 14. Februar 2020.
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F. C. Gundlach - Südamerika
Fotoausstellung Hamburg . Die Flo Peters Gallery zeigt die Ausstellung "Südamerika Brasilien - Argentinien - Peru" mit Bildern des Fotografen, Galeristen, Sammlers, Kurators und Stifters F. C. Gundlach. Vom 10. Dezember 2019 bis 14. Februar 2020.

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Der Fotograf F.C. Gundlach - Begründer des Hauses der Photographie in Hamburg - gehört zu den prägenden Modefotografen seiner Zeit. Bereits 1956 reiste er mit dem ersten Interkontinentalflug der Lufthansa von Hamburg nach Rio de Janeiro. In Südamerika entstanden neben elegant komponierten Modefotografien auch Aufnahmen der eindrucksvollen Architektur avantgardistischer Strandhäuser oder futuristisch anmutender Gebäude der von Oscar Niemeyer entworfenen Hauptstadt Brasilia. Die Ausstellung zeigt außerdem Land und Leute eines Kontinents, der in den 1950er und frühen 1960er Jahren seinen Aufbruch in die Moderne erlebte.

 

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Flo Peters Gallery
Chilehaus C
Burchardstr. 13
20095 Hamburg

 

07.12.2019 - 29.02.2020
Fotoausstellung Berlin . Außergewöhnlicher Bilder hat der chinesische Künstler Ren Hang in seiner kurzen Lebenszeit von 29 Jahre geschaffen - provokant, surreal und bezaubernd schön. C/O Berlin zeigt mit der Ausstellung "Love, Ren Hang" erstmals in Deutschland eine umfassende Retrospektive mit über 150 Arbeiten aus dem jungen Werk von Ren Hang, der zu den wichtigsten zeitgenössischen Fotografen in China zählt. 7.12.2019 bis 29.2.2020
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Love, Ren Hang
Fotoausstellung Berlin . Außergewöhnlicher Bilder hat der chinesische Künstler Ren Hang in seiner kurzen Lebenszeit von 29 Jahre geschaffen - provokant, surreal und bezaubernd schön. C/O Berlin zeigt mit der Ausstellung "Love, Ren Hang" erstmals in Deutschland eine umfassende Retrospektive mit über 150 Arbeiten aus dem jungen Werk von Ren Hang, der zu den wichtigsten zeitgenössischen Fotografen in China zählt. 7.12.2019 bis 29.2.2020

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Untitled, 2015 © Ren Hang .
Courtesy Estate of Ren Hang and Stieglitz 19, Antwerpen

 

Pechschwarze Haare, Porzellanhaut, knallrote Lippen und Fingernägel, tiefe Blicke direkt in die Kamera, akrobatische Posen von jungen Männern und Frauen mit skurrilen Requisiten, Tiere und Planzen im grellen Blitzlicht, eingebettet in urbanen Landschaften, privaten Räumen oder in der Natur zwischen Reisfeldern, Lotusteichen und Kakteen – die Bilder des chinesischen Künstlers Ren Hang sind schmerzvoll provokant, aber auch introvertiert und träumerisch surreal. Seine genderquee- ren Kompositionen sind explizit erotisch, jedoch nie pornogrfisch. In oft extrem eigenwilligen Arrangements und Perspektiven wird der menschliche Körper zur abstrakten Form gestaltet, wobei immer wieder bekannte Motive und Traditionen aus der westlichen Kunst- und Fotogeschichte zitiert und gleichzeitig überschrieben werden.

 

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Untitled 1, 2012 © Ren Hang .
Courtesy Estate of Ren Hang und Blindspot Gallery, Hongkong

 

Bildikonen von William Sheakespeares sterbender Ophelia im Blumenteich, Darstellungen der griechischen Königstochter Leda mit dem Schwan oder Rückenakte weiblicher Figuren kombiniert Ren Hang mit einem unverkennbaren Bildvokabular aus Abstraktion, Surrealismus, Dada sowie historischer und zeitgenössischer Fotografie. Gleichwohl ist ein von der ostasiatischen Philosophie geprägtes künstlerisches Verständnis erkennbar, das im Gegensatz zur Kunst des Abendlandes nicht um Originalität bemüht ist. Vielmehr führt es eine Schultradition fort und strebt nach Zeitlosigkeit; die Fragen nach Autorenschaft, Original und Kopie stellen sich für viele Künstler in China erst in Gegenüberstellung zum westlichen Kunstbegriff. Daraus speist sich ein neuer Diskurs um Formen und Strukturen eines kollektiven und globalen Bildgedächtnisses.

 

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Untitled, 2014 © Ren Hang .
Courtesy Estate of Ren Hang and Stieglitz 19, Antwerpen

 

Ren Hangs analoge Fotografien erzählen dabei in einer humorvoll-verspielten Bildsprache von Gefühlen, Sehnsüchten, Ängsten und von der Einsamkeit einer jungen Generation in China. Sie stehen symbolhaft für deren Rebellion gegen die Konventionen eines restriktiven kommunistischen Regimes, in dem Nacktheit sowie sexuelle Freiheit bis heute unter staatlicher Zensur und Kontrolle stehen. Die dargestellten Menschen sind meist Freund*innen des Künstlers, bleiben aber unbenannt und stets anonym. Die Bilder tragen weder Titel noch Ort oder Datum. Sie sind sorgfältig inszeniert, gleichwohl ist ihnen auch das Momenthafte inhärent, das oft der schnellen Arbeitsweise des Künstlers entspringt. Ren Hangs Fotografien sind eine seltene Ode an den Menschen, seinen Körper, seine Sexualität, Schönheit und Verletzlichkeit.

 

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Untitled 11, 2011 © Ren Hang .
Courtesy Estate of Ren Hang und Blindspot Gallery, Hongkong

 

Ren Hang (geboren 1987 in Chang Chung, gestorben 2017 in Peking, China) war Fotograf und Lyriker. 2010 erhielt er den Third Annual Prize for Contemporary Art. Seine Arbeiten wurden bisher in China und Europa ausgestellt, u.a. im Foam – Fotografiemuseum Amsterdam, im MdbK in Leipzig, in der Ostlicht – Galerie für Fotografie in Wien (2017) und im Maison Européenne de la Photographie in Paris (2019). Er publizierte zahlreiche Fotobücher und veröffentlichte seine Arbeiten auf seiner Website, über Facebook, Instagram sowie Flickr. Sein Werk findet posthum eine stetig wachsende Anhängerschaft und erfährt weltweit eine immense Popularität. Hang lebte und arbeitete bis zu seinem Freitod im Alter von 29 Jahren in Peking.

C/O Berlin im Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, Berlin

07.12.2019 - 16.02.2020
Fotoausstellung Winterthur . Unter dem Motto "Because the Night" zeigt das Fotomuseum Winterthur verheißungsvolle Motive der Nacht anhand fotografischer Werke von Bieke Depoorter, Georg Gatsas, Thembinkosi Hlatshwayo, Barbara Wagner und Benjamin de Burca sowie Tobias Ziellony. 7.12.2019 bis 16.2.2020
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Because the Night
Fotoausstellung Winterthur . Unter dem Motto "Because the Night" zeigt das Fotomuseum Winterthur verheißungsvolle Motive der Nacht anhand fotografischer Werke von Bieke Depoorter, Georg Gatsas, Thembinkosi Hlatshwayo, Barbara Wagner und Benjamin de Burca sowie Tobias Ziellony. 7.12.2019 bis 16.2.2020

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Bieke Depoorter, Agata 2017 copyright Bieke Depoorter / Magnum Photos

 

Das Geschehen in "Because the Night" widmet sich der besonderen Stunden in unterschiedlichen (sozio-) kulturellen und topografischen Settings dem vielen Facetten des Nachtlebens.

 

FM Wagner_01

Barbara Wagner und Benjamin de Burca, You Are Seeing Things, 2016

 

Die Ausstellung "Because the Night" präsentiert Arbeiten von Bárbara Wagner und Benjamin de Burca, Tobias Zielony und Georg Gatsas, die die mit dem Nachtleben verbundenen komplexen Beziehungsgeflechte sowie deren soziale Wertsysteme und politische Verortung betrachten. Diese treten in einen Dialog mit den radikal persönlichen Perspektiven von Bieke Depoorter und Thembinkosi Hlatshwayo, die einen intimen Einblick in die nächtlichen Aushandlungsprozesse des Selbst mit seiner Umwelt geben. Die präsentierten, internationalen Positionen sind Spiegel einer jüngeren Künstler-Generation, die sich inmitten gegenwärtiger Umbrüche und komplexer, durch politische Prozesse aufgeladener Zustände bewegt und diese vorbehaltslos dokumentiert.

 

FM Zielony_04

Tobias Zielony, Make-up, 2017, aus der Serie Maskrouvka copyright Tobias Zielony
Mit freundlichen Genehmigung Tobias Zielony und KOW, Berlin 

 

Bei einem Aufenthalt in der Ukraine zwischen Oktober 2016 und Juli 2017 traf der deutsche Fotograf Tobias Zielony (*1973) auf die Underground Queer- und Techno-Szene in Kiew. Diese hatte sich im Nachhall der Euromaidan-Revolution 2013/2014 herausgebildet. Der Titel von Zielonys Arbeit – Maskirovka – beschreibt eine Tradition der russischen Kriegstaktik: Die Täuschung. Er hebt auf die sogenannten „grünen Männer“ ab, russischeSpezialeinheiten, die die Krim besetzten und die pro-russischen Streitkräfte in der Ostukraine unterstützten und ihr Gesicht hinter grünen Sturmhauben verbargen.

 

FM Zielony_01

Tobias Zielony, Appartement, 2017, aus der Serie Maskrouvka copyright Tobias Zielony
Mit freundlichen Genehmigung Tobias Zielony und KOW, Berlin 

 

Masken waren zudem ein wichtiger Schutz für die Maidan-Protestierenden sowohl vor dem eingesetzten Tränengas als auch zum Verbergen ihrer Identität vor den Behörden. Nicht zuletzt erlaubt die Maske den Menschen, sich abzuschirmen. Zielonys insgesamt 42 angefertigte Fotografien sowie ein Animationsfilm, zusammengestellt aus 5’404 Einzelbildern, bilden eine visuelle Kakophonie des Euromaidan, die er auf der Strasse und im Club eingefangen und mit Material aus Nachrichtenberichten über Kiew verwoben hat.

 

FM Hlatshwayo_04

Thembinkosi Hlatshwayo aus der Serie Slaghuis 2018

 

In seiner Serie Slaghuis (Schlachthaus oder Massaker) konfrontiert uns der südafrikanische Fotograf Thembinkosi Hlatshwayo (*1993) mit der Problematik des Aufwachsens in einem sogenannten Shebeen, einer illegalen Taverne in einem Township in Johannesburg. Seine fotografischen Collagen und mehrheitlich minimalistischen Kompositionen bilden Erzählsplitter, die in ihrer dichten Anordnung einen Eindruck vermitteln, wie schwierig es sein muss, wenn das eigene Zuhause nicht mehr als sicherer Zufluchtsort funktioniert, sondern zum Austragungsort nächtlicher Unbeherrschtheit und Brutalität wird.

 

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Thembinkosi Hlatshwayo aus der Serie Slaghuis 2018

 

Hoher Alkoholkonsum gepaart mit überaus anspruchsvollen sozialen Bedingungen und die nicht zuletzt dadurch verursachte hohe Gewaltbereitschaft bilden ein toxisches Gefüge, welches die Nächte des Künstlers über Jahre hinweg prägten. Parallel zu den fast menschleeren Bildern, die Spuren der Ausschreitungen wie zerbrochene Flaschen zeigen, lässt uns Hlatshwayo an seinen inneren Konflikten, dem Gefühl des Ausgeliefertseins und der damit verbundenen Sprachlosigkeit über kurze niedergeschriebene Gedankenströme teilhaben. So wird das Un-Erzählbare der Nacht im Dialog von Bild und Text erlebbar.

 

FM Gatsas_03

Georg Gatsas, Dancer XII 2009

 

Bei der Betrachtung von Georg Gatsas Werkzyklus Signal The Future begleiten wir verschiedene Protagonisten der Londoner Clubszene ab 2008, kurze Zeit nachdem das britische Musikphänomen Dubstep international auf Anerkennung stiess. Schnappschüssen gleichende Porträtaufnahmen der Clubgänger vor Backsteinmauern und Gruppenaufnahmen von sich dem basslastigen Sound völlig hingebenden Tänzern treffen auf architektonische Perspektiven der Metropole bei Nacht. Neben dem Einfangen einer dynamischen, ethnisch vielfältigen Gemeinschaft, die über die Musik eng verbunden ist, erzählen die Bilder auch die Geschichte einer Stadt im Wandel. Die Strassen des Südlondoner Stadtteils Brixton sind heute längst nicht mehr dieselben wie Ende der 2000-Jahre. Mittlerweile ist das Viertel weitgehend gentrifiziert; das Rohe, Unverbrauchte ist grossen lukrativen Immobilienprojekten gewichen, Szenen habensich von Subkultur zum Mainstream weiterentwickelt oder ganz aufgelöst.

 

FM Wagner_03

Barbara Wagner und Benjamin de Burca, You Are Seeing Things, 2016

 

In ihrer Videoarbeit Estás Vendo Coisas’ (You Are Seeing Things) befasst sich das Künstler-Duo Bárbara Wagner und Benjamin de Burca mit der brasilianischen Popmusikbewegung Brega. Als Brega wird üblicherweise Musik bezeichnet, die sich durch oftmals dramatische Übertreibungen sowie gefühlvolle Texte auszeichnet und daher mit eher schlechtem Geschmack assoziiert wird. Nichtsdestotrotz muss die Bewegung rund um Brega als komplexes sozio-ökonomisches Phänomen verstanden werden, das sich durch aufwändige Produktions- und Vertriebsmethoden auszeichnet. Das Format des Musikvideos spielt hierbei eine entscheidende Rolle: Eine neue Generation von Popkünstlern, die in den Randgebieten des Nordostens Brasiliens tätig sind, erhalten eine Stimme, wirken als Vorbilder und entwickeln hohes Identifikationspotenzial. Der Film wurde mit aktuellen Mitgliedern aus der Szene gedreht und folgt zwei Hauptfiguren – einem Friseur und abends als MC Porck bekannten Musiker und der Feuerwehrfrau und Sängerin Dayana Paixão – auf dem Weg vom Studio zur Bühne. In der Dunkelheit des Nachtclubs treffen Melodien über Liebe und Erfolg auf expressive Gestik und grelle Farben – ein Musical der anderen Art.

 

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Bieke Depoorter, Agata 2017 copyright Bieke Depoorter / Magnum Photos

 

Bieke Depoorter lernte Agata 2017 während eines zweiwöchigen Aufenthaltes in einer Stripteasebar in Paris kennen und machte sie daraufhin zur Protagonistin ihrer gleichnamigen, bis heute laufenden Fotoserie. In der Annäherung zwischen der Fotografin und ihrem Subjekt entfaltet sich eine Geschichte, die mal dokumentarisch, mal fiktional anmutet. Die Nacht wird dabei zum prägenden Moment, das immer wieder Begrenzungen und zwischenmenschliche Aushandlungsprozesse sichtbar macht. Überall dort, wo Nähe spürbar wird, ist die Distanz nicht weit. Die Stärke des Dialogs zwischen Bieke und ihrer Muse Agata spielt sich im Verborgenen ab: Wer blickt wen an, wer fühlt sich von wem mehr angezogen, was ist spielerische Auseinandersetzung miteinander und was bedeutet der Ernst des kamerabegleiteten Blicks? In Kombination mit persönlichen Notizen werden die Bilder zu einer intimen Reise in die gemeinsam durchlebten Nächte und damit verbundene Gefühlswelten. Bieke und Agata sind sich einig: über das fotografische Porträt lernt sich Agata besser kennen – nach der über zweijährigen Zusammenarbeit hat sich allerdings auch die Rolle der Fotografin mit verändert.

 

Fotomuseum Winterthur, Grüzenstraße 44+45, Wintertuhr, Schweiz

 

 

07.12.2019 - 08.03.2020
Fotoausstellung Saarbrücken . Die Moderne Galerie des Saarlandmuseums rückt die weitgehend vergessene Ausstellungsbeteiligung der Fotografenikone Man Ray, einer der bedeutendsten Protagonisten des Surrealismus und Dadaismus, in den Mittelpunkt einer Ausstellung . Bis 8. März 2020
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Man Ray - Zurück in Europa
Fotoausstellung Saarbrücken . Die Moderne Galerie des Saarlandmuseums rückt die weitgehend vergessene Ausstellungsbeteiligung der Fotografenikone Man Ray, einer der bedeutendsten Protagonisten des Surrealismus und Dadaismus, in den Mittelpunkt einer Ausstellung . Bis 8. März 2020

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Man Ray, Mannequin, Adieu Foulard, 1938, Saarlandmuseum –
Moderne Galerie Saarbrücken, Stiftung Saarländischer Kulturbesitz
© MAN RAY TRUST / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Die Schau "Man Ray - Zurück in Europa" untersucht zum ersten Mal überhaupt, welche Rolle diese Aktivitäten für sein Werk und dessen Rezeption gespielt haben. Man Ray hielt sich 1952 in Saarbrücken auf, um eine Ausstellung über den Surrealismus zu betreuen. Von 1951 bis 1954 nahm er an den beiden ersten legendären Ausstellungen Otto Steinerts mit dem Titel "subjektive fotografie" teil. Man Ray - Zurück in Europa zeigt seltene Spuren dieser intensiven Beziehung zu Saarbrücken. Darüber hinaus werden einige zentrale Werke von Man Ray gezeigt, welche die wichtigsten Aspekte seiner künstlerischen Leistung hervorheben: Fotografien, Objekte und Filme. 

 

Man Ray - Glastränen

Man Ray, Glastränen (Les larmes), um 1930, Museum Ludwig, Köln, Sammlung Fotografie,
Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
© MAN RAY TRUST / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

 

Man Ray_Rayographie

Man Ray, Rayographie, 1927/1958/59, Sammlung der Deutschen Gesellschaft für Photographie in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln,
© MAN RAY TRUST / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

 

Man Ray - Violon dIngres

Man Ray, Violon d’Ingres, 1924, Museum Ludwig, Köln, Sammlung Fotografie,
Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
© MAN RAY TRUST / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Man Ray zählt zu den bedeutendsten Protagonisten des Surrealismus und Dadaismus. Er hat entscheidend zur Entwicklung von Fotografie und Film sowie deren Akzeptanz in der Kunst beigetragen. Der 1890 in Philadelphia geborene Fotograf, Filmregisseur, Bildhauer und Maler zog 1921 nach Paris, wo er sich den Surrealisten anschloss. Von dort floh der Sohn jüdischer Eltern 1940 in die USA und kehrte 1951 nach Paris zurück, wo er 1976 starb. 

 

ManRay

Edith Buch, Man Ray, 1952, Saarlandmuseum – Moderne Galerie Saarbrücken,
Stiftung Saarländischer Kulturbesitz
© MAN RAY TRUST / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Saarlandmuseum, Moderne Galerie, Bismarckstraße 11-19, Saarbrücken

 

 

 

 

06.12.2019 - 19.07.2020
Ausstellung Hamburg . In der Ausstellung "Das zweite Original. Fotografie neu ordnen: Reproduktionen" widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) wiederentdeckten Glasnegativen, auf denen der erste Museumsmitarbeiter Wilhelm Weimar (1857–1917) Sammlungsobjekte zwischen 1897 und 1915 fotografisch festhielt. Vorgestellt werden rund 250 Objekte. 6.12.2019 bis 19.7.2020
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Das zweite Original. Fotografie neu ordnen: Reproduktionen
Ausstellung Hamburg . In der Ausstellung "Das zweite Original. Fotografie neu ordnen: Reproduktionen" widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) wiederentdeckten Glasnegativen, auf denen der erste Museumsmitarbeiter Wilhelm Weimar (1857–1917) Sammlungsobjekte zwischen 1897 und 1915 fotografisch festhielt. Vorgestellt werden rund 250 Objekte. 6.12.2019 bis 19.7.2020

MKG_Das_zweite_Original_Weimar_Aquamanile_Druckvorstufe

Wilhelm Weimar (1857–1917), Aquamanile in Gestalt eines Löwen, um 1898,
Druckvorstufe der Strichätzung,
15,3 x 21,3 cm, MKG, Public Domain

MKG_Das_zweite_Original_Weimar_Aquamanile_Glasnegativ

Wilhelm Weimar (1857–1917), Aquamanile in Gestalt eines Löwen,
um 1898, Glasnegativ, 18 x 23,8 cm, MKG, Public Domain

 

Mit rund 250 Objekten beleuchtet die Ausstellung den Gebrauch und die Wahrnehmung von Reproduktionsfotografien von 1900 bis heute sowie den Übergang von der Technik des Zeichnens hin zum Fotografieren von Werken. Zu sehen sind neben Glasnegativen historische Abzüge, Diapositive, Abbildungen in Veröffentlichungen, Neuabzüge, Reproduktionszeichnungen und digitale Sammlungszugänge. Fünf ausgewählte kunstgewerbliche Objekte aus den Beständen des MKG und von ihnen erstellte Abbildungen laden zum direkten Vergleichen ein. Neben Wilhelm Weimars Aufnahmen stammen weiteren Fotografien vom Atelier Fratelli Alinari, Hippolyte Arnoux (Lebensdaten unbekannt), Hildegard Heise (1897–1979), Giorgio Sommer (1834–1914) u.aWährend Weimar damals eine überschaubare Anzahl von rund 1700 sogenannten Reproduktionsfotografien anfertigte, produzieren Museen heute eine weitaus größere Fülle digitaler Abbildungen. Sie veröffentlichen Großteile ihrer Bestände in Online Sammlungen oder auf übergeordneten digitalen Bibliotheken wie Europeana, um sich nach außen zu öffnen und neue Zugänge zu ihren Sammlungen zu ermöglichen.

 

MKG_Das_zweite_Original_Weimar_Blumenkoerbe_Glasdiapositiv

Wilhelm Weimar (1857–1917), Drei Blumenkörbe aus Japan,
um 1901, Glasdiapositiv, 8,4 x 10 cm,
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Public Domain

 

MKG_Das_zweite_Original_Weimar_Blumenkoerbe_Glasnegativ

Wilhelm Weimar (1857–1917), Drei Blumenkörbe aus Japan, um 1901,
Glasnegativ, 17,8 x 23,8 cm,
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Public Domain

 

MKG_Das_zweite_Original_Weimar_Blumenkoerbe_Silbergelatine

Wilhelm Weimar (1857–1917), Drei Blumenkörbe aus Japan, um 1901,
auf Karton montierter Silbergelatineabzug, 23,6 x 32 cm,
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Public Domain

 

Sichtbar werden so jedoch nicht die Objekte selbst, sondern ausschließlich von Fotografen inszenierte Reproduktionen, die als Stellvertreter dienen sollen. Auch die Negative Weimars entstanden um die Jahrhundertwende als reines Anschauungsmaterial, ohne als eigenständige Foto-Objekte zu gelten. Die besondere Materialität und Haptik des durchschimmernden Glases, das ungewöhnlich große Format von 18 x 24 cm sowie der sichtbare Detailreichtum der abgebildeten Werke führen heute zu einer kulturwissenschaftlichen Neubewertung: Sie werden zu einem zweiten Original. Als Dokumente der Zeitgeschichte geben die Reproduktionen Weimars Hinweise zur Entwicklung des fotografischen Handwerks um 1900 und spiegeln den damaligen Anspruch nach Anfertigung möglichst objektiver Bilder wider.

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Wilhelm Weimar eignete sich das fotografische Handwerk ab 1897 autodidaktisch an. Ende des 19. Jahrhunderts wird das Abdrucken von Fotografien in Printmedien durch das neue Verfahren der Autotypie erheblich günstiger und so auch für Institutionen wie das MKG bezahlbar. In der Ausstellung verdeutlichen unter anderem Auszüge aus Jahresberichten, die erst mit Reproduktionszeichnungen und später mit Fotografien illustriert waren, den Wechsel der Dokumentationsverfahren und laden zum vergleichenden Betrachten ein. Das Zeichnen mit der Hand unterscheidet sich nicht nur in technischer Hinsicht vom Fotografieren mit dem Apparat: Beide Verfahren besitzen eigene Qualitäten bei der Darstellung der abgebildeten Objekte. Noch der österreichische Maler Johann Knapp (1778–1833) nutzte Aquarellzeichnungen für die systematische Dokumentation von Pflanzen. Durch die Erfassung einer Distel in ihrer Gesamtansicht sowie mehreren schematischen Darstellungen versuchte er, eine Idealform abzubilden. Wilhelm Weimar experimentierte dagegen bei seinen fotografischen Blumenaufnahmen und betonte individuelle Merkmale jeder Pflanze durch lose Arrangements, einer Sichtweise von oben oder vergrößerte Details.

 

In einer eigens für die Ausstellung entwickelten digitalen Visualisierung, der Close-Up Cloud, können Besucher*innen auf einem Touchscreen rund 150 Glasnegative Weimars in einer Bilderwolke entdecken. Der erste Zugang erfolgt hier – anders als in der MKG Sammlung Onlineüber Ausschnitte, die den Fokus auf Details der abgebildeten Objekte lenken. Quadrate in unterschiedlichen Größen verdeutlichen, wie häufig Begriffe wie „Blumenornament“ oder „Seeungeheuer“ bei der Verschlagwortung der digitalisierten Negative vergeben wurden. Die Close-Up Cloud ist sowohl als Medienstation in der Ausstellung als auch online verfügbar.

 

 

30.11.2019 - 10.05.2020
Fotoausstellung Berlin . Die Helmut Newton Stiftung zeigt in der Ausstellung „Body Performance“ Werke von Vanessa Beecroft, Yang Fudong, Inez & Vinoodh, Jürgen Klauke, Robert Longo, Robert Mapplethorpe, Helmut Newton, Barbara Probst, Viviane Sassen, Cindy Sherman, Bernd Uhlig und Erwin Wurm.
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Body Performance
Fotoausstellung Berlin . Die Helmut Newton Stiftung zeigt in der Ausstellung „Body Performance“ Werke von Vanessa Beecroft, Yang Fudong, Inez & Vinoodh, Jürgen Klauke, Robert Longo, Robert Mapplethorpe, Helmut Newton, Barbara Probst, Viviane Sassen, Cindy Sherman, Bernd Uhlig und Erwin Wurm.

YangFudongNewWomenIII,2013©theartist,courtesyMarianGoodmanGallery,ShanghARTGallery,SammlungWemhöner

Yang Fudong New Women III, 2013
© the artist, courtesy Marian Goodman Gallery, Shangh ART Gallery, Sammlung Wemhöner

 

Performance ist eine eigenständige Kunstform, und die Fotografie ist ihr ständiger Begleiter. In dieser Gruppenausstellung werden erstmals Fotosequenzen vereint, deren Ursprung in Performances, in Tanz- und Bühnengeschehen liegt, ergänzt durch eine paraphrasierte Street Photography und konzeptionelle Bildserien. Stets steht der Mensch und sein Körper im Mittelpunkt, und der Fotograf oder die Fotografin hat die jeweilige Aktion dokumentiert oder interpretiert, häufig auch initiiert. Die enge Verbindung zwischen Performance, Happening und Aktionskunst mit der Fotografie besteht bereits seit vielen Jahrzehnten und reicht von den Dadaisten und Surrealisten über die Wiener Aktionisten bis zu den aktuellen Körperinszenierungen im öffentlichen Raum eines Spencer Tunick. Mit den Werken der dreizehn international renommierten Künstler*innen entsteht in den Ausstellungsräumen der Helmut Newton Stiftung eine multiple Bühne, auf der wir unterschiedlich agierende, fotografierte Menschen sehen, die in parallele, tagtraumartige Realitätsebenen zu rutschen scheinen.

 

Vanessa Beecroft, VB55-Performance, Neue Nationalgalerie, Berlin 2005 © Vanessa Beecroft

Vanessa Beecroft, VB 55-Performance, Neue Nationalgalerie, Berlin 2005
© Vanessa Beecroft

 

Eine für das Werk von Helmut Newtonrelativ unbekannt gebliebene Serie, die seit den 1980er-Jahren in Monte Carlo entstand, sind die Aufnahmen des dortigen Balletts. Statt auf einer klassischen Bühne fotografierte er die Tänzer und Tänzerinnen auf den Straßen Monacos, den Treppenstufen hinter dem berühmten Casino, nahe eines Notausgangs im Theatergebäude oder nackt bei sich zuhause. So deklinierte er auch mit den Akteuren des „Ballet de Monte Carlo“ eine Kompositionsidee durch, die unnachahmlich für sein Werk steht: „Naked and Dressed“ – und thematisiert erneut das Wechselverhältnis von Exhibitionismus und Voyeurismus.

 

VivianeSassenUntitledfromRoxaneII,040,2017©VivianeSassen,courtesyStevensonGallery,CapeTown

Viviane Sassen Untitled from RoxaneII, 040, 2017
© Viviane Sassen, courtesy Stevenson Gallery, CapeTown

 

Dieses begegnet uns ebenfalls bei Bernd Uhligund seinen Interpretationen der Choreografien von Sasha Waltz, die er seit vielen Jahren begleitet. Für die Tanzfotografie ist die Figur-Raum-Komposition ein entscheidender formaler Aspekt, doch die Dokumentation des Bühnengeschehens bleibt stets auch Interpretation; im Fall von Bernd Uhlig und Sasha Waltz findet die visuelle Materialisierung einer genuin flüchtigen Kunstform eine geradezu kongeniale Verbindung. Mal zeigt er uns nahansichtige, gleichsam eingefrorene Gesten, mal das gesamte Bühnengeschehen im Sekundenbruchteil. So spielen in Uhligs Aufnahmen, wie in Waltzs Inszenierungen, Architektur und die Sinnlichkeit des Körpers abwechselnd die Hauptrolle.

 

Die italienische Künstlerin Vanessa Beecroftstellt in ihren großangelegten Performances nackte oder bekleidete Frauen auf und aus, was einer Tanztheaterinszenierung nicht unähnlich ist. Dies geschieht meist in Galerien und Museen, und häufig sind es öffentliche Veranstaltungen. Die Frauen sitzen dort an langen Tischen oder bilden stehend eine Formation, sie bewegen sich während der stundenlangen Aktionen nur im Zeitlupen-Tempo, während Beecroft diese „bewegte Bewegungslosigkeit“ fotografisch dokumentiert. Die Performance und ihr Bild sind letztlich gleichberechtigt im Werk. In ihrer legendären Performance „VB55“ in der Berliner Nationalgalerie hat sie im Jahr 2005 einige Dutzend Frauen in transparenten Nylonstrumpfhosen aufstellen lassen; sie waren bekleidet und doch nackt, was Helmut Newtons Bildidee „Naked and Dressed“ interessant paraphrasiert.

 

Jürgen Klaukehat in seiner lebensgroßen „Viva España“-Serie (1976/1979) dagegen nur zwei Menschen interagieren lassen; einen Mann und eine Frau, die auf einer dunklen Bühne einen sonderbaren Tanz aufführen. Von beiden Protagonisten sehen wir nur die Körper: der Mann steht, die Frau wirbelt kopfüber gleichsam um ihn herum. Die sukzessive Betrachtung der mehrteiligen Sequenz führt allerdings zur Illusion einer Bewegung zurück. Klauke lässt die bekleideten bzw. halbbekleideten Körper von Mann und Frau gleichsam verschmelzen, ähnlich wie er es zeitgleich in zahlreichen Travestie-Selbstporträts, das Weibliche und Männliche nivellierend, realisiert hat.

 

ErwinWurmOneMinuteSculptureI,1997©ErwinWurm,courtesyKönigGaleri

Erwin Wurm One Minute SculptureI, 1997
© Erwin Wurm, courtesy König Galeriei

 

Erwin Wurmgeht einen absurd-humoristischen Schritt weiter, wenn er Menschen um eine Miniperformance vor der Kamera bittet, die nur eine Minute dauert. Die Mitspieler verwandeln die Straße, Innenräume oder eine Erwin Wurm-Ausstellung mit entsprechenden interaktiven Objekten zu einer Bühne für die „One Minute Sculptures“. Es sind mal kuriose, mal alberne Verrenkungen und Verdrehungen, die Wurm sich für die Besucher ausdenkt, die für einen kurzen Zeitraum selbst zu einem Kunstwerk werden. Nicht immer gelingen die Versuche, auf schmalen Flächen zu liegen, seinen Kopf in eine Kiste zu stecken oder zwei Tassen auf dem Rücken liegend auf den ausgestreckten Beinen zu balancieren.

 

Viviane Sassenbegeistert seit Jahren die Modefotowelt. Auch sie arbeitet in erster Linie mit dem menschlichen Körper, etwa indem sie ihn aufs Äußerste für eine Aufnahme verdreht. Die Modelle werden von ihr eigenwillig choreographiert und inszeniert, beispielsweise farbig bemalt, verschattet, gespiegelt, durch Gegenstände überlagert und zumeist in fotografischen An- und Ausschnitten entindividualisiert, eine Methode, die wir aus dem Surrealismus kennen. Gelegentlich kehrt sie sogar das allgemein gültige statische Gefüge von oben und untenum, was zu einer gewissen Orientierungslosigkeit in der Rezeption führt.

 

Irritationen begegnen uns ebenfalls bei Cindy Sherman, und zwar bereits in der frühen kleinformatigen Schwarz-Weiß-Serie „Untitled Film Stills“, in der sie Ende der 1970er-Jahre wie eine Schauspielerin in immer neue Rollen zu schlüpfen scheint. Mal steht die junge Frau im Bad und betrachtet sich im Spiegel, mal schaut sie, auf einer niedrigen Fensterbank sitzend, aus dem Fenster einer Wohnung. Auf anderen Bildern taucht sie im urbanen Raum auf; es scheinen unspektakuläre Alltagsbeobachtungen zu sein, die jedoch bewusst inszeniert sind, mit sich selbst als Akteurin. Die Idee des Rollenspiels setzt sie später fort, wobei sie sich in den farbigen, unbetitelten Selbstporträts aus dem Jahr 2000 auch schon mal hinter dicken Schminkschichten und Perücken, Masken oder Brustprothesen versteckt. Im Spiel mit Veränderung, Camouflage und Repräsentanz zitiert Sherman natürlich auch das Medium Film.

 

30.11.2019 - 05.04.2020
Fotoausstellung Münster . In einer Sonderausstellung zeigt das Westfälische Pferdemuseum Münster die 100 preisgekrönten Bilder des Wettbewerbs "Wildlife Photographen of the Year 2019". Auf die Besucher warten Motive von atemberaubenden Landschaften ebenso wie faszinierende Tierbilder. Bis 5.4.2020
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Wildlife Photographer of the Year
Fotoausstellung Münster . In einer Sonderausstellung zeigt das Westfälische Pferdemuseum Münster die 100 preisgekrönten Bilder des Wettbewerbs "Wildlife Photographen of the Year 2019". Auf die Besucher warten Motive von atemberaubenden Landschaften ebenso wie faszinierende Tierbilder. Bis 5.4.2020

© Yongqing Bao - Wildlife Photographer of the Year

© Yongqing Bao - Wildlife Photographer of the Year

 

Er gilt als weltweit bedeutendster Wettbewerb für Naturfotografie: der „Wildlife Photographer of the Year“. Der Wettbewerb, der vom Natural History Museumin London ausgerichtet wird, findet in diesem Jahr zum 55. Mal stattund ist damit der älteste seiner Art. Für den diesjährigen Titel „Wildlife Photographer of the Year“ wurden insgesamt 48.130 Fotos aus 100 Länderneingereicht. Die hochkarätig besetzte Jury, bestehend aus neun Experten ausFotografie, Kunst und Medien, kenntweder Namen no

Die 16 Kategorien, darunter ein Portfoliopreis sowie ein Preis für eine Naturfotojournalismus-Story, spiegeln die enorme Themenvielfalt wider, die in der Natur zu finden ist. Aus den Siegern aller Kategorien wird schließlich DER „Naturfotograf des Jahres“ gekürt und mit dem höchsten Renommee sowie einem Preisgeld von 10.000 Pfundbelohnt.

Gesamtsieger und „Wildlife Photographer of the Year 2019“ wurde der Chinese Yongqing Bao für seine packende Action-Aufnahme mit dem Titel „Ein Augenblick von Leben und Tod“. Das Bild entstand im Hochland von Tibet und zeigt das spektakuläre Aufeinandertreffen eines Tibetfuchses mit einem Murmeltier, bei dem beide scheinbar in einer Leben-oder-Tod-Situation eingefroren sind. Die Jury um die Vorsitzende Rosamund „Roz“Kidman Cox bezeichnet es als ein Bild, das „Horror und Humor in sich vereint und die Dramatik und Intensität der Natur“ zum Ausdruck bringt. Am Ende hat der Fuchs bekommen, was er wollte. Ein weiteres Bild, das der Fotograf nicht eingereicht hat, zeigt, wie er den Kopf des Murmeltieres im Maul trägt. So sei die Natur nun mal, sagt der Preisträger.

 

© Cruz Erdmann - Wildlife Photographer of the Year

© Cruz Erdmann - Wildlife Photographer of the Year

 

Den Preis für den „Young Wildlife Photographer of the Year2019“ gewann der 14-jährige Cruz Erdmann aus Neuseeland für sein Unterwasserfoto eines bunt schimmernden Großflossen-Riffkalmars. Er hat den Tintenfisch bei einem Nachttauchgang in der Lembeh-Straße vor Nord Sulawesi, Indonesien, aufgenommen.
Naturfotograf und Jury-Mitglied Theo Bosboom kommentierte das Foto wie folgt: „In der pechschwarzen Dunkelheit zu tauchen, diesen schönen Tintenfisch zu finden und ihn so elegant fotografieren zu können, seine wunderbaren Formen und Farben zu enthüllen, das erfordert viel Geschick. Was für eine großartige Leistung für einen so jungen Fotografen.“

 

Westfälisches Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster, Sentruper Straße 311, Münster

 

 

28.11.2019 - 19.04.2020
Ausstellung München . In einer Sonderausstellung zeigt das Bayerische Nationalmuseum was es mit der Beziehung zwischen Hund und Mensch auf sich hat. Mehr als 200 Werke, darunter hochrangige Werke der bildenden Kunst und spektakuläre Zeugnisse der Alltagskultur, führen das uralte wechselvolle Mensch-Tier-Verhältnis in seinen verschiedenen Facetten vor Augen. Ein Highlight das ikonische Loriot-Porträt von Holger Jacobs Vom 28.11.2019 bis 19.4.2020
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Treue Freunde - Hunde und Menschen
Ausstellung München . In einer Sonderausstellung zeigt das Bayerische Nationalmuseum was es mit der Beziehung zwischen Hund und Mensch auf sich hat. Mehr als 200 Werke, darunter hochrangige Werke der bildenden Kunst und spektakuläre Zeugnisse der Alltagskultur, führen das uralte wechselvolle Mensch-Tier-Verhältnis in seinen verschiedenen Facetten vor Augen. Ein Highlight das ikonische Loriot-Porträt von Holger Jacobs Vom 28.11.2019 bis 19.4.2020

Loriot Dinter

Im Rahmen der Ausstellung „Treue Freude“wird das bekannte Porträt des legendären deutschen Humoristen Loriotmit seinen beiden Möpsen, aufgenommen von Holger Jacobsfür das Buch „Loriot - Möpse und Menschen“, gezeigt. Die insgesamt vierteilige Serie entstand am 12. April 1983 in Loriots Haus am Starnberger See.

 

Seit jeher ist der Hund treuer Freund und Begleiter des Menschen, doch die Beziehung ist nicht ungetrübt... In der Kunst und Kulturgeschichte spiegelt sich das unauflösliche und meist positiv besetzte Verhältnis zum beliebtesten Haustier auf vielfältige Weise.

 

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Lieblingshund König Ludwig I.
München, um 1850
Öl auf Pappe
© Bayerisches Nationalmuseum
Foto Bastian Krack

 

Leihgaben aus internationalen Museen und Sammlungen sowie kaum bekannte Kunstwerke des Bayerischen Nationalmuseums eröffnen ein breites Spektrum von der Antike bis zur Gegenwart. Prominente Hundehalter wie die Queen, Sisi, David Bowie und Rudolph Moshammer sind ebenso vertreten wie Zeichnungen von Loriot und Rudi Hurzlmeier oder eine Pudel-Diamantbrosche von Grace Kelly. Die Ausstellung umfasst zahlreiche Gattungen – von der ägyptischen Hunde-Mumie über mittelalterliche Altartafeln bis zum Hunderoboter. Die einzelnen Kapitel behandeln Themen wie Treue und Freundschaft, Dienstbarkeit, Statussymbole und Erotik, aber auch die Gefährlichkeit des Hundes. In allen Bereichen erzählt die Ausstellung auch etwas über den Menschen selbst und unsere Vorstellung von Menschlichkeit.

 

Bild_01_Gemälde_Siegfried

Siegfried
Thomas Theodor Heine
Diessen am Ammersee, 1921
Öl auf Holz
© Print & Coffee

 

 

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender Katalog.

21.11.2019 - 01.02.2020
Fotoausstellung München . Im Jahr 2017 hat die Fotokünstlerin Candida Hörer Moskau besucht. Die Ausstellung in der Galerie Rüdiger Schöttle "Candida Hörer - In Moskau" zeigt neue, bisher unveröffentlichte Arbeiten, die dabei entstanden sind. 21.11.2019 bis 1.2.2020
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Candida Höfer - In Moskau
Fotoausstellung München . Im Jahr 2017 hat die Fotokünstlerin Candida Hörer Moskau besucht. Die Ausstellung in der Galerie Rüdiger Schöttle "Candida Hörer - In Moskau" zeigt neue, bisher unveröffentlichte Arbeiten, die dabei entstanden sind. 21.11.2019 bis 1.2.2020

Candida 01

Candida Höfer, Bolshoi Teatr Moskwa II 2017, C-Print, 184 × 265 cm.
© Candida Höfer, Cologne / VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

 

Seit mehr als fünf Jahrzehnten hat sich Candida Höfer als Künstlerin, die mit Fotografie arbeitet, einen Namen gemacht und international etabliert. Candida Höfers Arbeiten bleiben im Gedächtnis der Betrachterinnen und Betrachter: Die Bilder prachtvoller barocker Theater, menschenleerer lichtdurchfluteter Museen oder die vielfältigen Strukturen der Bibliotheken aus verschiedenen Epochen, wirken durch den Umgang mit Licht, Ordnung, Detail und Farbigkeit. Die Arbeiten entstehen auf vielfältigen Reisen und folgen eigenem Suchen oder erhaltenen Einladungen. 

 

Candida Dvorec Kulturi ZIL Moskwa II 2017

 

Candida Höfer , Dvorec Kulturi ZIL Moskwa II 2017, 2017, 180 x 142 C-print 
Courtesy of the artist and Galerie Rüdiger Schöttle 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Diese Arbeiten tragen Candida Höfers klassische Handschrift: Sie ermöglichen einen eindrücklichen und detailreichen Blick auf die Moskauer Architektur. So fasziniert etwa die Arbeit Bolshoi Teatr Moskwa II 2017 durch klare Ordnungsstrukturen, aber auch durch die Wärme des Lichtes und der Farben. Die zentral-perspektivische Aufnahme, das Fehlen von Menschen im Bild und der gewählte Ausschnitt laden ein, sich in das Bild hineinzubegeben, Platz zu nehmen und Teil der überwältigenden Architektur zu werden. Und wie so oft in Höfers Bildern ermöglicht dabei gerade die Abwesenheit von Menschen auch den Blick auf das, was Räume für Menschen bedeuten sollen, und wie diese Räume Wirkungen erzeugen. So wird das Bild nicht nur Projektionsraum für die Betrachtenden, es verweist auch auf die Intentionen derer, die solche Räume geschaffen haben, und auf die Nutzungen, die diese Räume in ihrer Geschichte erfahren.

Candida Höfer studierte 1976 bis 1982 Fotografie bei Bernd Becher in Düsseldorf. Bereits seit Mitte der siebziger Jahre sind ihre fotografischen Arbeiten auf zahlreichen Einzelausstellungen und in den wichtigsten Museen Europas und Amerikas vertreten.

 

Galerie Schöttle, Amalienstrasse 41, München

17.11.2019 - 29.02.2020
Fotoausstellung Salzburg . Die Ausstellung „America Icons“ auf Schloss Arenberg ist in vier Unterthemen gegliedert: Landcapes, Homeland, Landmarks und Urbanscapes. Die Bilder des Schweizer Fotografen Paolo Burlando sind gleichzeitig Verbeugung, Versinnbildlichen und kritische Beobachtung des American Way of Life. Vom 17.11.2019 bis 29.2.2020
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Paolo Burlando - American Icons
Fotoausstellung Salzburg . Die Ausstellung „America Icons“ auf Schloss Arenberg ist in vier Unterthemen gegliedert: Landcapes, Homeland, Landmarks und Urbanscapes. Die Bilder des Schweizer Fotografen Paolo Burlando sind gleichzeitig Verbeugung, Versinnbildlichen und kritische Beobachtung des American Way of Life. Vom 17.11.2019 bis 29.2.2020

American Icons 01

 

In der bewegten Geschichte der USA sind im Laufe der Zeit zahlreiche symbolträchtige Bilder entstanden. Der Schweizer Fotograf Paolo Burlando greift in der Serie „American Icons“ diese Ikonografie auf.  Das Projekt entstand und wuchs fast zufällig. 2010 besuchte Paolo Burlando die USA als Teil seines Sabbatical Leave als Universitätsprofessor. Seine M9 und M6 begleiteten ihn und halfen ihm, das Leben in diesem riesigen und vielfältigen Land zu erkunden. Anfangs noch ohne konkrete Ziele, aber mit der Zeit und einer erneuten Reise in die USA, kam er zu der Überzeugung, dass vermutlich in keinem Land der Welt Ikonen präsenter sind als dort.

 

American Icons 03

 

American Icons 02

 

Geboren 1960, begann Paolo Burlando als 17-Jähriger zu fotografieren. Parallel zu seiner Tätigkeit als Universitätsprofessor ist er ein begeisterter Beobachter und Entdecker des Lebens, wie es sich vor seiner Kamera abspielt. Ziel seiner ruhigen und diskreten Aufnahmen ist die Darstellung des gesellschaftlichen Lebens, ohne dabei den Respekt vor den Menschen zu verlieren.

Die Fotografien der Ausstellung sind in geringer Stückzahl limitiert und können käuflich erworben werden.

 

Schloss Arenberg, Arenbergstraße 10, Salzburg

15.11.2019 - 18.10.2020
Ausstellung München . In der Pinakothek der Moderne präsentiert eine Überblickschau die Arbeiten von Ingo Maurer. Mit mehr als 80 Objekten sowie Modellen und Fotografien führt die Ausstellung in die faszinierende Welt von Licht und Schatten wie sie der vielfach ausgezeichnete und international renommierte Lichtgestalter Ingo Maurer mit seinen Werken geschaffen hat. Die Eröffnung der Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit Ingo Maurer und seinem Team entstand, erlebte der phantasievolle Designer Ingo Maurer nicht mehr. Bis 18.10.2020
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Ingo Maurer Intim, Design or what?
Ausstellung München . In der Pinakothek der Moderne präsentiert eine Überblickschau die Arbeiten von Ingo Maurer. Mit mehr als 80 Objekten sowie Modellen und Fotografien führt die Ausstellung in die faszinierende Welt von Licht und Schatten wie sie der vielfach ausgezeichnete und international renommierte Lichtgestalter Ingo Maurer mit seinen Werken geschaffen hat. Die Eröffnung der Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit Ingo Maurer und seinem Team entstand, erlebte der phantasievolle Designer Ingo Maurer nicht mehr. Bis 18.10.2020

IngoMaurerPendulum_FotoStephanGörlich

Ingo Maurer mit Pendulum, 2019.
Foto: Stephan Görlich 

 

So begeistert die Ausstellung von den Besuchern aufgenommen wurde, so blieb doch der Wermutstropfen, dass Ingo Maurer, der vor wenigen Wochen mit 87 Jahren verstorben war, sie nicht mehr erleben konnte. In der Rotunde der Pinakothek, wo die Installation des über dem Boden schwebenden Pendelums hängt, die Ingo Maurer für das Haus realisiert hatte, machte in diesen Tagen nur ein schwarzer Streifen an der Aufhängung auf den Tod seines Meister aufmerksam. Bis Februar 2020 wird es dort noch zu sehen sein. 

 

Ingo Ausstellungsansicht1_FotoAnna  Seibel

 Aussellungsansicht „Ingo Maurer intim. Design or what?“
Foto: Anna Seibel 

 

 

Eine Treppe tiefer taucht man in die leuchtende Welt von Ingo Maurer ein, dessen Lichtobjekte mit soviel Poesie und Witz geschaffen sind, wie man sie sonst bei Leuchtkörpern nicht findet. Ingo Maurer wollte mit seinen Leuchten ein Lächeln in die Gesichter der Menschen zaubern  - "erfolgreich sind wir, wenn wir ein Gefühl in den Menschen auslösen" wie er sich äußerte. Für Ingo Maurer war die Symbiose aus Licht und Schatten ein wichtiges Gesaltungmitten.

 

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"Oh Man, its a Ray!"

 

Seine Phantasie neue Objekte zu gestalten war schier grenzenlos und immer wieder ließ er sich auch von anderen Künstlern inspieren, auf die er sich in den Namen seiner Werke dann auch bezog. Seine Leuchte "Oh Man, its a Ray!", ist ein mit Glühbirnen versehenes Mobile aus Kleiderbügeln das an die Arbeiten des berühmten Fotografen und Objektkünstlers Man Ray, der seine Bilder so trefflich mit Licht gestalten konnte, erinnern soll.

 

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"Remember Yves"

 

Zu manchen der Leuchten von Ingo Maurer gehört eine Schnurre, wie die bei seiner letzten Arbeit "Remember Yves". An der Stelle, wo das Objekt jetzt aus der Wand springt und an derselben einen Schatten hinterlässt, hing einst ein Yves Klein Bild. Die Handschuhe inspierten Maurer, als sie zum Trocknen auf der Leine hingen durch das typische Yves Klein Blau zu dieser Arbeit.

 

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"Bibibibi"

 

EIne humorvolle Geschichte steckt auch hinter der Entstehung der Leuchte "Bibibibi" (1982). Bei Woolworh in der Münchner Leopoldstraße entdeckte er zwei rote Kunststoff Geflügelbeine, die er unbedingt kaufen wollte. Das wurde strikt abgelehnt und auch alle Überredungskünste halfen nicht das  Erwünschte zu erlangen. Was blieb dem armen Künstler übrig als sich das Stück einfach mitzunehmen und daraus eine Lampe zu gestalten.

 

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"Living Vegas"

 

Kaum verwundert, dass der Lichtfanatiker ein Fan von der Glitzerstart Las Vegas war. Inspiriert durch die bunt leuchtenden Autokennzeichen in den USA, komponerte er vielfarbiges Licht "Living Vegas". Allein die Namensgebung seiner Werk macht den Humor und Witz von Ingo Maurer klar - Ru Ku Ku, Ringelpiez oder OOp's.

 

 

 

 

Inog 0888

Rose, Rose on the Wall, 2005

 

 

 Ingo Maurer (1932 Insel Reichenau, Bodensee – 2019 München) widmete sich seit 1966 fast ausschließlich dem Licht und gestaltete mit der Leuchte „Bulb“ sein erstes bekanntes Statement in Form einer ikonenhaften Glühbirne. Seitdem entwickelte er mit seinem Team in seiner Münchener Firma komplexe, raffinierte und aufwendige Lichtobjekte und Beleuchtungskonzepte für private und öffentliche Räume sowie spektakuläre Unikate. 

Seinen internationalen Durchbruch hatte Maurer 1984 mit dem neuartigen Lichtsystem „YaYaHo“, einem der ersten Niedervolt-Seilsysteme für Halogenreflektoren. Bekannt sind bis heute viele seiner Leuchten, unter anderem „Zettel’z“ von 1997, die der Nutzer selbst mitgestalten kann. Seine „EL.E.DEE“ aus dem Jahre 2001 gilt als erste LED-Tischlampe. 2008 konzipierten er und das Unternehmen Osram mit „Early Future“ die weltweit erste serienreife OLED-Leuchte. 

 

Seit 1985 entwickelte Ingo Maurer auch Lichtinstalltionen im öffentlichen Raum. Zu ihnen gehören mehrere , U-Bahnhöfe in München, die Silver Cloud im Residenztheater aber auch im nahen und fernen Ausland fand man großen Gefallen an dem Können Ingo Maurers. So kann man seine Lichtinstallationen unter anderem am Gare du Nord in Paris, am Torre Velasca in Mailand oder In New York den Snowflake bewundern. 

 

 

Brigitte Henninges

 

 

Die neue Sammlung - The Design Museum in der Pinakothek der Moderne, Barer Straße, München

14.11.2019 - 08.02.2020
Ausstellung Wien . Zum 100-jährigen Jubiläum der Bauhaus-Schule präsentiert die AnzenbergerGallery eine Ausstellung von Minyó Szert. Mit suprematistischer Zeichnung, Abstraktion und analoger Fotografie bringt Minyó Szert einzigartige Interpretation Formen an den Rändern des Figuren zum Leben. 14.11.2019 bis 8.2.2020
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Minyo Szert: Ich, Form, Fotogramm
Ausstellung Wien . Zum 100-jährigen Jubiläum der Bauhaus-Schule präsentiert die AnzenbergerGallery eine Ausstellung von Minyó Szert. Mit suprematistischer Zeichnung, Abstraktion und analoger Fotografie bringt Minyó Szert einzigartige Interpretation Formen an den Rändern des Figuren zum Leben. 14.11.2019 bis 8.2.2020

7layer-20-loresblrr[2] Die Arbeiten des ungarischen Künstlers Minyó Szert basieren auf geografischen Elementen und Strukturen, Bewegung und Konstruktion.

Minyó Szert entdeckte die Bauhaus-Schule und ihre stilistischen Feinheiten erstmals in den 1960er-Jahren in der ungarischen Botschaft in New Delhi. Er war von der Materialität zwischen Metall und Textilien und der luftigen, leichten Form der Möbel sehr eingenommen. Seine Bilder wirken malerisch und beziehen den Ausdruck der händisch geschaffenen Fotogramme in eine intensive Montage von konstruierten Bildern und Materialien mit ein. Sein kreativer Prozess ist ein Zeit-limitierter, eine analoge fotografische Performance in der Gegenwart und mit Live-Publikum.

 

AnzenbergerGallery
Brotfabrik Wien
Absberggasse 27
Wien

09.11.2019 - 31.01.2020
Fotoausstellung Berlin . Berühmte Bauten schon hundert Mal gesehen. Nicht wenn sie von Hannes Killian (1909- 1999) fotografiert sind. Seine außergewöhnlichen Bilder sind in einer Ausstellung bei Johanna Berede Photokunst zu sehen. 9.11.2019 bis 31.1.2020
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Hannes Kilian - Photographien 1937-1977
Fotoausstellung Berlin . Berühmte Bauten schon hundert Mal gesehen. Nicht wenn sie von Hannes Killian (1909- 1999) fotografiert sind. Seine außergewöhnlichen Bilder sind in einer Ausstellung bei Johanna Berede Photokunst zu sehen. 9.11.2019 bis 31.1.2020

© Hannes Kilian World Trade Center New York 1977

© Hannes Kilian 'World Trade Center‘,  New York 1977  
Courtesy Johanna Breede PHOTOKUNST

 

Die am 9. November 2019 eröffnende Ausstellung „Hannes Kilian. Photographien 1937-1997“ in der Berliner Galerie Johanna Breede PHOTOKUNST belegt, wie sehr der weltgewandte Solitär aus Stuttgart inhaltlich und ästhetisch eine beeindruckende Zeitgenossenschaft aufweisen konnte. Seine stets wiederkehrenden Bildexperimente zeigen eindeutige Parallelen zur subjektiven Fotografie eines Otto Steinert, seine journalistische Arbeiten lehnen sich an die damals angesagte Life-Photographie an. Und ganz egal, ob künstlerisch oder dokumentarisch: Immer greift Hannes Kilian mit seiner Bildsprache auf den Formenfundus der Avantgarden zurück: Lichttechnische Experimente oder verspielte Perspektiven, wie etwa bei jener mittlerweile fast ikonischen Nachtaufnahme des Turms am Pavillon de la Marine Marchande von 1937, erzählen vom Weiterleben von Sachlichkeit und Neuem Sehen in den Trümmermeeren der Nachkriegsstädte.

 

Hannes Kilian

© Hannes Kilian Pavillion de la Marine Marchande, Weltausstellung Paris, 1937  
Courtesy Johanna Breede PHOTOKUNST


 

Johanna Breede Photokunst, Fasanenstraße 69, Berlin

09.11.2019 - 23.02.2020
Fotoausstellungen Merseburg . Im Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg werden zwei interessante Ausstellungen gezeigt: Zum einem "Leben in der DDR", Fotografien von Gerhard Weber, zum anderen in einer Kabinettausstellung Fotografien aus den 1920er/1930er Jahren von dem Merseburger Zahnarzt und Amateurfotografen Joachim Thörmer. Bis 23.2.2020
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Merseburg: Gerhard Weber - Leben in der DDR / Joachim Thörmer - Bilder der 1920er/1930er Jahre
Fotoausstellungen Merseburg . Im Kulturhistorischen Museum Schloss Merseburg werden zwei interessante Ausstellungen gezeigt: Zum einem "Leben in der DDR", Fotografien von Gerhard Weber, zum anderen in einer Kabinettausstellung Fotografien aus den 1920er/1930er Jahren von dem Merseburger Zahnarzt und Amateurfotografen Joachim Thörmer. Bis 23.2.2020

Gerhard Weber - Leben in der DDR

 

G Börlln 1975

Gerhard Weber: Auf der Dorfstraße, Börlln, 1975

 

In einer Sonderausstellung stellt das Kulturhistorische Museum Schloss Merseburg Gerhard Weber mit 94 Fotografien zumeist der 1970er/1980er Jahre vor, zu denen sich in Vitrinen Alltagsgegenstände aus der DDR, die im Bezug zu den Fotografien stehen bzw. von Merseburg oder allgemein von dem nicht mehr vorhandenen Land erzählen, gesellen. 

 

G Colditz 1987

Gerhard Weber: Getränkehändler, Colditz, 1987

 

G Kühren 1983

Gerhard Weber: Gummitwist, Grimma, Ortsteil Kühren, 1983

 

Gezeigt wird "Leben in der DDR" aus Anlass des Mauerfalls vor 30 Jahren und gibt mit der Ausstellung einen Rückblick auf das Leben in der DDR, nicht auf den Staat und seinen Machtapparat, sondern auf den beruflichen wie privaten Alltag. 

Gerhard Weber, 1940 in Berlin-Kreuzberg geboren, lebt und arbeitet in Grimma, neben zeitgeschichtlichen und sozial-dokumentarischen Themen widmet er sich auch der Akt- und Landschaftsfotografie.

 

Joachim Thörmer: Fotografien der 1920er/1930er Jahre

 

J Bäcker

Joachim Thörmer
Ei, die schöne Torte!, Ort unbekannt, ohne Jahr
ausgestellt in Merseburg 1931

 

Den fotografischen Nachlass von Joachim Thörmer (1899-1979), zeigt die Ausstellung "Fotografien der 1920er/1930er Jahre", eine Schenkung von Horst Fischer, Merseburg. Präsentiert werden 19 ausgewählte Fotografien der 1920er/1930er Jahre, sowie einige Dokumente aus Joachim Thörmers Besitz

 

J Krummes Tor

Joachim Thörmer
Nächtlicher Blick durch das Krumme Tor, Merseburg, ohne Jahr
ausgestellt in Magdeburg 1933, in Merseburg 1938

 

J Kirche

Joachim Thörmer
Blick von der Ecke Johannisstraße zum Merseburger Markt und
zur Stadtkirche St. Maximi, ohne Jahr

ausgestellt in Merseburg 1938

 

Die Schenkung umfasst des Weiteren: zahlreiche Diapositive und Kleinbildnegative (vor allem Stadtansichten Merseburgs, ca. 1960 bis 1979),  zahlreiche kleinformatige Fotografien, u. a. von der 1000-Jahrfeier Merseburgs 1933, Selbstporträts Thörmers (in verschiedenen Ausführungen), Ehrenurkunden für die Teilnahme bei Foto-Wettbewerben und diverse persönliche Schriftstücke und Dokumente  (Ansichtskarten, Fotoalben, Gratulationskarten, Zeitungsauschnitte u .a. m.).

 

 

08.11.2019 - 04.10.2020
Ausstellung München . Unter dem Blickwinkel des Emotionalen laden 100 Bilder, Objekte und Filme von rund 40 internationalen zeitgenössischen KünstlerInnen in der Pinakothek dazu ein, sich Kunst auf intuitive Weise zu nähern. Was löst Kunst in uns aus? Wie sehr hängt der Blick auf Kunst von unseren persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen ab? Welche Gefühle kommen bei der Betrachtung von Werken zum Vorschein, wenn allein die Intuition den Blick leitet? 8.11.2019 - 4.10.2020
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Feelings. Kunst und Emotion
Ausstellung München . Unter dem Blickwinkel des Emotionalen laden 100 Bilder, Objekte und Filme von rund 40 internationalen zeitgenössischen KünstlerInnen in der Pinakothek dazu ein, sich Kunst auf intuitive Weise zu nähern. Was löst Kunst in uns aus? Wie sehr hängt der Blick auf Kunst von unseren persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen ab? Welche Gefühle kommen bei der Betrachtung von Werken zum Vorschein, wenn allein die Intuition den Blick leitet? 8.11.2019 - 4.10.2020

Da Corte_ Chelsea Hotel


Alex Da Corte (*1980),?Still aus: Chelsea Hotel No. 2, 2010 ?HD Video, Farbe, Ton, 3‘ 4‘‘?2019
erworben durch PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.
?© Alex Da Corte

 

Die Ausstellung FEELINGS möchte den unmittelbaren Dialog zwischen Kunstwerk und Betrachtenden anregen, um eine intensive emotionale Auseinandersetzung zu motivieren. Geheimnisvolle Motive und atmosphärische Bildräume prägen die ausgestellten Arbeiten. Freude, Begeisterung, Ärger, Abscheu, Traurigkeit sowie unzählige weitere emotionale Reaktionen können sich bei der Betrachtung einstellen. Die Auswahl der Exponate ist subjektiv, auf den kunsthistorischen Kontext oder erklärende Wandinformationen wird bewusst verzichtet.

 

Taylor 02

Sam Taylor Johnson, Soliloqui I, 1998, Farblithographie, C-Print, 211 x 257 cm (Blattmaß)
1999 erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.
Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen © Sam Taylor Johnson

 

 

 

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Sam Taylor Johnson?Soliloqui IV, 1998 ?Farblithographie,?C-Print, 222 x 257 cm (Blattmaß)?1999
erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.
?Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen
?© Sam Taylor Johnson

 

 

Wann zieht uns ein Bild an, wann stößt es uns ab? Die Erforschung der Emotionen ist ein noch junger Zweig in der Psychologie, der Soziologie, den Geschichts- und den Neurowissenschaften. Spätestens seit der Aufklärung stand der Mensch vor allem als Vernunftwesen im Vordergrund, die Welt- und Bildbetrachtung wurde vornehmlich intellektuell dominiert. Heute allerdings lässt sich belegen, dass uns emotionale Kräfte viel stärker beeinflussen, als wir es bisher wahrhaben wollten. Nicht zufällig setzen Politik und Werbung schon lange und durchaus manipulativ darauf, mit Bildern Gefühle hervorzurufen und diese eigennützig einzusetzen. Kunst hingegen entsteht in freien Zusammenhängen, schafft eine rein persönliche Verbindung zum Publikum und existiert ohne erkennbaren Zweck.

 

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Gillian Wearing (*1963)?In this emptiness women are an answer for me
(aus der Serie "Signs that say what you want them to say and not Signs that say what someone else wants you to say"), 1992-1993?C-Print auf Aluminium montiert, 44,5 x 29,7 cm?2014
erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.?Foto: Wilfried Petzi?
© Gillian Wearing, courtesy Maureen Paley, London

 

Die Betrachtung von Kunstwerken birgt die Möglichkeit, die eigene Gefühlswelt besser kennenzulernen. Denn nicht selten wecken Bilder Assoziationen mit Erfahrungen, die förmlich „unter die Haut gehen“ und bisweilen über lange Zeit hinweg gespeichert wurden. Kunst berührt unser persönliches emotionales Archiv. Ob Werke als angenehm oder als unangenehm empfunden werden, ob sie irritieren oder beglücken, hängt wesentlich von den gespeicherten Erfahrungen ab.

 

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Tadeusz Kantor ?Die tote Klasse, 1975 ?Rauminstallation, Holzboden, -bänke, -tische, Puppen,
Kleidung,?150 x 150 x 300cm?2007
erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.?Foto:
Bayerische Staatsgemäldesammlungen,

Sibylle Forster?© Tadeusz Kantor

 

Bei der Betrachtung von Kunst wird dem Gefühl meist weniger Bedeutung beigemessen als dem Verstand. Denn es scheint der Komplexität und intellektuellen Tiefe von Kunst zu widersprechen. Diese Dominanz des Rationalen schreckt viele ab, sich insbesondere mit zeitgenössischer Kunst zu beschäftigen.

 

FEELINGS möchte diese Schwellenängste unterlaufen. Denn die Intuition stellt einen wesentlichen Zugang zur Kunst dar. Und schließlich basiert auch die Entstehung eines Werkes auf persönlichem Erleben. FEELINGS möchte diese Perspektive auf die Kunst in den Mittelpunkt stellen.  

 

Die Ausstellung zeigt Beiträge folgender Künstler und Künstlerinnen:

Hans Aichinger, Monika Baer, Heike Kathi Barath, Vlassis Caniaris, Gregory Crewdson, Alex Da Corte, Nathalie Djurberg und Hans Berg, Drei Hamburger Frauen,Marlene Dumas, Elmgreen & Dragset, Tracey Emin, Gotthard Graubner, Jenny Holzer, Thilo Jenssen, Tadeusz Kantor, Ruprecht von Kaufmann, Mike Kelley und Paul McCarthy, Jochen Klein, Rosa Loy, Rosilene Luduvico, Stephan Melzl, Olaf Metzel, Miwa Ogasawara, Catherine Opie, Laura Owens, Richard Prince, Bernhard Prinz, Alexandra Ranner, Wilhelm Sasnal, Markus Schinwald, Norbert Schwontkowski, Cindy Sherman, Sam Taylor Johnson, Jessica Vaughn, Gillian Wearing, Amelie von Wulffen und Artur Zmijewski.

 

Die gezeigten Werke entstammen dem Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, der Sammlung Goetz sowie weiteren privaten Sammlungen.

 

 

 

 

Kuratoren: Bernhart Schwenk und Nicola Graef

31.10.2019 - 01.03.2020
Fotoausstellung Hamburg . Das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen präsentiert mit "Un'Antologia" eine Hommage an Paolo Pellegrin lebenslange Beschäftigung mit dem menschlichen Dasein, dient aber auch als wichtige Erinnerung daran, dass Reportage-Fotografie weit mehr war, ist und bleibt als nur ein Medium für die tägliche Nachrichtenberichterstattung. 31.10.2019 bis 1.3.2020
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Paolo Pellegrin - Un'Antologia
Fotoausstellung Hamburg . Das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen präsentiert mit "Un'Antologia" eine Hommage an Paolo Pellegrin lebenslange Beschäftigung mit dem menschlichen Dasein, dient aber auch als wichtige Erinnerung daran, dass Reportage-Fotografie weit mehr war, ist und bleibt als nur ein Medium für die tägliche Nachrichtenberichterstattung. 31.10.2019 bis 1.3.2020

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Paolo Pellegrin: USA. El Paso, Texas. 2011.
Zwei Männer, die versuchten, illegal in die USA einzureisen, laufen durch das trockene Flussbett
des Rio Grande zurück nach Ciudad Juárez, Mexiko, nachdem sie von der amerikanischen Grenzkontrolle entdeckt worden waren

© Paolo Pellegrin/Magnum Photos

 

 

Paolo Pellegrin (geboren 1964 in Rom) zählt zu den bekanntesten Dokumentar- und Kriegsfotografen weltweit. Der Gewinner zahlreicher Fotopreise und der Robert Capa Goldmedaille ist seit 2001 Mitglied der weltweit renommierten Fotoagentur Magnum Photos. Die Ausstellung wirft ein neues Licht auf die kreative Vision des italienischen Fotografen. Kuratiert von dem renommierten Kunsthistoriker Germano Celant, der als künstlerischer Leiter der Prada-Stiftung in Mailand tätig ist, wurde die Ausstellung erstmals im MAXXI, Rom, gezeigt. In Hamburg wird die Ausstellung durch zusätzliche Werke erweitert.

 

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Paolo Pellegrin: KOSOVO. Die Stadt Pristina. 2000.
Krähen über dem Friedhof

© Paolo Pellegrin/Magnum Photos

 

In seiner langen Karriere, die 1987 begann, hat Pellegrin viele Einzelausstellungen präsentiert. Die Zusammenstellung und Präsentation der Ausstellung in Hamburg überrascht, fordert und fasziniert zugleich: UN’ANTOLOGIA ist eine Meditation über die Auswirkungen, Folgen und das Vermächtnis von menschlichem Leid, wie Pellegrin es dokumentiert hat sowie eine Auseinandersetzung mit seiner künstlerischen Vision.

 

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Paolo Pellegrin: Rom. Italien, 2015
© Paolo Pellegrin/Magnum Photos

 

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Paolo Pellegrin: Ein tätowierter Mann. Rochester, NY. USA 2012
© Paolo Pellegrin/Magnum Photos

 

Mehr als 200 analoge und digitale Drucke, teils Vintage, teils unveröffentlicht, werden in der Ausstellung präsentiert, begleitet von einem Minimum an Wandtexten. Stattdessen werden die Fotografien durch Videoclips des Fotografen und eine spektakuläre Installation – von Pellegrin selbst konzipiert – kontextualisiert. Die in der Ausstellung gezeigten Notizbücher, Skizzen, Drucke, Negative, Folien und gedruckten Ephemera veranschaulichen den Prozess seiner visuellen Forschung, die einen immanent wichtigen Teil seiner Arbeitspraxis darstellt.  Der interaktive Charakter der Installation lädt die Besucher*innen zum Stöbern und Nachforschen ein, und ermöglicht es ihnen, die Arbeitsweise Pellegrins nachzuvollziehen.

 

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Paolo Pellegrin: Der Tod von Papst Johannes Paul II. Vatikanstadt,
2. April 2005
© Paolo Pellegrin/Magnum Photos

 

 

29.10.2019 - 31.01.2020
Mitten im Herzen von Stuttgart feiern am 29. Oktober ein Leica Store und eine Leica Galerie Eröffnung. Zum Auftakt zeigt die neue Leica Galerie die Ausstellung „Mein Blick“ mit Fotografien aus dem umfassenden Werk von Herlinde Koelbl.
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Leica Store und Galerie feiern Eröffnung mit einer Herlinde Koelbl Ausstellung
Mitten im Herzen von Stuttgart feiern am 29. Oktober ein Leica Store und eine Leica Galerie Eröffnung. Zum Auftakt zeigt die neue Leica Galerie die Ausstellung „Mein Blick“ mit Fotografien aus dem umfassenden Werk von Herlinde Koelbl.

Schlafzimmer_London©Herlinde Koelbl

Schlafzimmer London © Herlinde Koelbl

 

Die neuen Räumlichkeiten befinden sich in der Calwer Straße 41, einem belebten Viertel, das mit internationalen Restaurants, Außengastronomie und ausgewählten Fachgeschäften ein beliebter Treffpunkt bei jedem Stadtbummel ist.

Hier präsentiert der Leica Store auf zwei Ebenen das aktuelle Leica Produktportfolio aus dem Kamera- und Sportoptik-Sortiment und bietet ein vielfältiges Angebot an Fachliteratur sowie Leica Accessoires. Darüber hinaus zeigt die Leica Galerie zukünftig wechselnde hochkarätige Ausstellungen.

Zur Eröffnung ist in der neuen Leica Galerie Stuttgart die Ausstellung „Mein Blick“ mit Fotografien von Herlinde Koelbl zu sehen. Die Ausstellung umfasst ausgewählte Aufnahmen aus ihrem umfassenden Werk und repräsentiert das Schaffen der renommierten deutschen Fotokünstlerin in seiner ganzen Vielfalt. Die Fotostrecken von Herlinde Koelbl zeichnen sich vor allem durch fotografische Langzeitprojekte aus, oft ergänzt durch tiefgehende Gespräche. Ihr besonderes Interesse gilt dem Menschen: seinem kulturellen Umfeld, seinem Alltag, seiner Körperlichkeit, seiner Individualität. Mit präziser Beobachtungsgabe beschäftigt sie sich mit kulturellen, gesellschaftlichen, politischen und philosophischen Themen und gibt Einblicke in die Vielschichtigkeit menschlicher Persönlichkeiten und Befindlichkeiten. Die Ausstellung beinhaltet unter anderem Aufnahmen aus den Projekten „Haare“, „Das deutsche Wohnzimmer“, „Schlafzimmer“, „Feine Leute“, „Beziehungen“ und „Portraits“.

Herlinde Koelbl hat über ein Dutzend Fotobücher publiziert, darunter Targets (2014), Mein Blick (2009), Haare (2007), Schlafzimmer (2002), Spuren der Macht (1999), Jüdische Portraits (1989), Feine Leute (1986) und Das deutsche Wohnzimmer (1980). Ihre Fotografien wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt und sind in vielen wichtigen Sammlungen vertreten.

 

Parallel zu ihren Büchern und Ausstellungen veröffentlicht Herlinde Koelbl häufig auch themengleiche Dokumentarfilme und Videoinstallationen. Ihre einfühlsamen und oft philosophischen Interviews erscheinen regelmäßig im ZEITmagazin. Sie wurde für ihr Schaffen bereits mehrfach ausgezeichnet, so zum Beispiel 2001 mit dem Dr. Erich-Salomon-Preis.

 

Der Leica Store und die Leica Galerie sind ab sofort von Montag bis Freitag von 10.00 bis 19.00 Uhr sowie samstags von10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

26.10.2019 - 09.02.2020
Ausstellung Herford . In einer großen Ausstellung im Marta Herford wird in Bildern, Skulpturen und Installationen dem Ordnungsprinzip von Hell und Dunkel nachgespürt. Zu den Exponaten zählen auch zahlreiche Fotografien. Vom 26. Oktober 2019 bis 9. Februar 2020
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Im Licht der Nacht - Vom Leben im Halbdunkel
Ausstellung Herford . In einer großen Ausstellung im Marta Herford wird in Bildern, Skulpturen und Installationen dem Ordnungsprinzip von Hell und Dunkel nachgespürt. Zu den Exponaten zählen auch zahlreiche Fotografien. Vom 26. Oktober 2019 bis 9. Februar 2020

FORT_Open Ende_Presse

FORT, Open End (2016), Night Rider (2017), The Shining (2013), Mixed Media,
Courtesy die Künstlerinnen und Sies + Höke, Düsseldorf, Ausstellungsansicht „Night Shift“,
Kunstverein in Hamburg, 2018, Foto: Fred Dott

 

Die Erfindung der Glühlampe ist eine Errungenschaft des 19. Jahrhunderts, die vor allem in den pulsierenden Metropolen dieser Welt dem natürlichen Wechsel von Tag und Nacht ein Ende setzte. Grell erleuchtete Tankstellen und Einkaufszentren, Schichtarbeit und Nachtclubs sind nur einige Facetten dieser Entwicklung.

 

Hans Op de Beeck Location 2_Presse

Hans Op de Beeck, Location 2, 2001, Sammlung Marta
© VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Jeff Wall_Passerby_Presse

Jeff Wall, Passerby, 1996, Schwarz-Weiß-Fotografie, 259 × 335 cm,
Kunstmuseum Wolfsburg © Der Künstler

 

Die entgrenzte Nacht steht im Zentrum dieser großen Ausstellung, die mit Werken von der frühen Moderne bis zur Gegenwart der Frage nachgeht, wie das Ordnungsprinzip von Hell und Dunkel, von Aktivität und Schlaf auf den Kopf gestellt wird, wie sich Wahrnehmung und Lebensalltag grundlegend verändern und Zwischenwelten entstehen. In Bildern, Skulpturen und Installationen erlebt man, wie das Licht der Dämmerung die Fantasie beflügelt und im Schein künstlicher Beleuchtung die Maskerade nächtlicher Akteuren schillernd zu Tage tritt.

 

Ranner_Glueckselige Maenner_Presse

Alexandra Ranner, Glückselige Männer, 2016,  HD Film, 12:30 Min., Loop 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Silkeborg_Gigabild_Presse

Silke Silkeborg, Beleuchtung der Welt, 2015 -18, Leinwand aus 12 Panelen, 360 x 800 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

Ausstellung und Katalog entstehen als Kooperation zwischen KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION, Düsseldorf, und dem Museum Marta Herford. Der historische Kern im Marta Herford basiert zudem auf einer Teilübernahme der Ausstellung „Peindre la nuit“ aus dem Centre Pompidou Metz.

 

 

Jan Sluijters_Moon night II_Laren_Presse

Jan Sluijters, Moon night II, Laren, 1911, Öl auf Leinwand, 50,5 × 71,5 cm, Kunstmuseum Den Haag
© VG Bild-Kunst, Bonn 2019

 

 

Marta Herford, Goebenstraße, Herford

25.10.2019 - 19.07.2020
Ausstellung München . Für die sechste Ausgabe der Serie „Der Öffentlichkeit“ hat Theaster Gates die raumgreifende Installation „Black Chapel“ entwickelt. Das vielteilige Werk reagiert auf die repräsentative Architektur der 800 Quadratmeter großen Mittelhalle des Haus der Kunst, indem es ihr ein komplexes, politisch wie spirituell aufgeladenes Narrativ entgegensetzt: zwei große Pavillons sowie Vitrinen beherbergen eine Vielzahl an Skulpturen, Fotografien und Dokumenten.
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Theaster Gates: Black Chapel
Ausstellung München . Für die sechste Ausgabe der Serie „Der Öffentlichkeit“ hat Theaster Gates die raumgreifende Installation „Black Chapel“ entwickelt. Das vielteilige Werk reagiert auf die repräsentative Architektur der 800 Quadratmeter großen Mittelhalle des Haus der Kunst, indem es ihr ein komplexes, politisch wie spirituell aufgeladenes Narrativ entgegensetzt: zwei große Pavillons sowie Vitrinen beherbergen eine Vielzahl an Skulpturen, Fotografien und Dokumenten.

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Theaster Gates im Gespräch zur Ausstellungseröffnung im Haus der Kunst

 

Der US-amerikanische Künstler Theaster Gates (*1973) schlägt mit seinem Werk eine Brücke zwischen Kunst und Leben. Er fasziniert mit spannungsgeladenen Raumkonstellationen, mit denen er das Beziehungsgeflecht zwischen der stereotypen Repräsentation Schwarzer Kultur und den dahinter liegenden Machtstrukturen sichtbar macht. Unter Einbezug einer vielgestaltigen Praxis, die Skulptur, Installation, Film, Performance, Improvisation, musikalische Komposition und Aktionen im urbanen Raum einschließt, verwandelt Theaster Gates Räume in Orte der künstlerischen Intervention, und damit in potentielle Plattformen für politischen, kulturellen und sozialen Wandel. 

 

 

 

Für die sechste Ausgabe der Serie „Der Öffentlichkeit“ hat Theaster Gates die raumgreifende Installation „Black Chapel“ entwickelt. Das vielteilige Werk reagiert auf die repräsentative Architektur der 800 Quadratmeter großen Mittelhalle des Haus der Kunst, indem es ihr ein komplexes, politisch wie spirituell aufgeladenes Narrativ entgegensetzt: zwei große Pavillons sowie Vitrinen beherbergen eine Vielzahl an Skulpturen, Fotografien und Dokumenten. Darüber hinaus zeigen riesige, rotierende Leuchttafeln Fotografien aus den Archiven der ikonischen Johnson Publishing Company. Erstmalig wurde dieses Bildmaterial in den Magazinen „Ebony“ und „Jet“ veröffentlicht – zwei Publikationen mit Kultstatus, die maßgeblich zur Verbreitung Schwarzer Kultur in den Vereinigten Staaten beitrugen. Das Zusammenspiel von Skulptur und Fotografie eröffnet einen Raum, der Fragen zu Schwarzer Geschichte, Spiritualität und Repräsentation thematisiert und visuell neu formuliert.In der benachbarten Archivgalerie macht Theaster Gates zudem die Plattensammlung von Jesse Owens zugänglich, die sich in seinem Besitz befindet.

 

 

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Ausstellungsansicht "Black Chapel" Foto Heiner Henninges

 

 

Der Athlet Jesse Owens (1913-1980) wuchs zu Zeiten der strikten Rassentrennung in den USA auf und wurde entsprechend wenig gewürdigt. Auf der Olympiade in Berlin holte der Ausnahmesportler 1936 unter den Augen Adolf Hitlers mehrere Goldmedaillen. Seine Erfolge wurden von der umstrittenen Regisseurin und Fotografin Leni Riefenstahl festgehalten, die dort den Propagandafilm „Olympia“ drehte.

Das Material ist nun als Teil eines neu entstandenen Films des Künstlers zu sehen und ermöglicht einen kritischen Blick auf die rassistische Bildpolitik.Die Wege von Jesse Owens und Leni Riefenstahl kreuzten sich erneut im Jahr 1972, als beide abermals zur Olympiade nach München reisten. Die Annäherung an die Lebensgeschichte von Jesse Owens über den Sound der mehr als 1800 Platten umfassenden Sammlung und deren Rezeption sowie das Aufeinanderprallen der rassistischen Ideologien der USA und Deutschlands, die Jesse Owens‘ Lebenszeit prägten, sind im Kontext der belasteten Geschichte des Haus der Kunst besonders aufschlussreich.

 

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Ausstellungsansicht "Black Chapel" Foto Heiner Henninges

 

„Come shout with us and shake your funky ass“ (Theaster Gates) 
Theaster Gates ist Gründer und Sänger des legendären Ensembles Black Monks (ehemals Black Monks of Mississippi). Die musikalischen Wurzeln der Gruppe liegen in der sogenannten „Music of the South“ - dem Blues, Funk und der Gospelmusik, greifen aber auch asketische Praktiken der östlichen Klostertraditionen auf.

Die Stimmen und Sounds heben experimentell die Besonderheiten des „Black Sounds“ hervor und rufen Sehnsucht, Freude, Schmerz und Ekstase wach.

 

25.10.2019 - 01.02.2020
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Für die Ausstellung im Art Foyer der DZ Bank hat Barbara Klemm 93 fotografische Kunstwerke von 22 internationalen Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt. Alle Werke folgen Bildkompositionen, die zeichnerische und malerische Assoziationen oder skulpturale Ansätze in sich tragen. Die Arbeiten spiegeln anschaulich Barbara Klemm feines Gespür für künstlerische Bildkompositionen wider. Bis 1.2.2020
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(An-)sichten - Das Künstlerische im Dokumentarischen
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Für die Ausstellung im Art Foyer der DZ Bank hat Barbara Klemm 93 fotografische Kunstwerke von 22 internationalen Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt. Alle Werke folgen Bildkompositionen, die zeichnerische und malerische Assoziationen oder skulpturale Ansätze in sich tragen. Die Arbeiten spiegeln anschaulich Barbara Klemm feines Gespür für künstlerische Bildkompositionen wider. Bis 1.2.2020

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Evelyn Richter
Rudolf Hausner, Altes Museum Berlin, 1979, aus der Serie:
Ausstellungsbesucher, Silbergelatine-Abzug, Blatt: 30 x 40 cm

 

Die renommierte Fotografin Barbara Klemm hat als Gastkuratorin für die aktuelle Ausstellung einen ganz persönlichen Blick auf die DZ BANK Kunstsammlung geworfen. Ihre Auswahl der Werke, sind unter dem Titel „Das Künstlerische im Dokumentarischen“ zusammengefasst,.
Barbara Klemm hat über vier Jahrzehnte die Berichterstattung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu politischen und gesellschaftlichen Ereignissen begleitet und deren Wahrnehmung nachhaltig geprägt. Nicht wenige ihrer Bilder wurden zu Ikonen des 20. Jahrhunderts.


DZ 525-003-000-000NewYorkWellington

Timm Rautert
New York (Wellington Hotel), 1969, aus der Serie: New York, 1969,
Silbergelatine-Abzug auf Barytpapier, Blatt: 40,6 x 50,8 cm

 



Auf Bilder der Kunstgeschichte verweisen etwa Timm Rautert (*1941 in Tuchel/Westpreußen), Simone Nieweg (*1962 in Bielefeld) und Arno Fischer (*1927 in Berlin; †2011 in Neustrelitz). Timm Rautert lässt mit seinem Bild „New York (Wellington Hotel)“ an die Gemälde eines Edward Hopper denken. Simone Niewegs „Kohlfeld, Düsseldorf“ erinnert an Landschaftsgemälde aus dem 18. Jahrhundert und Arno Fischers „Ostberlin, Friedrichshain“ verweist auf Édouard Manets „Frühstück im Freien“.

 

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Roger Ballen
Inmate, 2003, aus der Serie: Shadow Chamber,
Silbergelatine-Abzug auf Barytpapier, Blatt: 42,1 x 40,5 cm



Horizontale, Vertikale und Diagonale in den Arbeiten von Helen Levitt (*1913 in New York/USA; †2009 ebenda), Evelyn Richter (*1930 in Bautzen), Ulrich Wüst (*1949 in Magdeburg), Wolfgang Volz(*1948 in Tuttlingen), Roger Ballen (*1950 in New York/USA), Gabriele Basilico (*1944 in Mailand/Italien; †2013 ebenda) und Mario Giacomelli (*1925 in Senigallia/Italien; †2000 ebenda) und anderen erinnern an einen zeichnerischen Bildaufbau, der die Tiefenwirkung aufhebt oder verstärkt. Ulrich Wüst und Wolfgang Volz bilden dynamische Diagonalen mithilfe von Stühlen und Autos; Roger Ballen hebt  durch seine eigenwillige Anordnung von Mensch, Raum und Gegenständen die räumliche Wirkung gänzlich auf.

 

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Mario Giacomelli
Verrà la morte e avrà i tuoi occhi, 1954-1956,
Silbergelatine-Abzug auf Barytpapier, Blatt: 39,8 x 29,8 cm

 


Flächen wie Kreise, Rechtecke, Quadrate, Dreiecke und Rauten führen ebenso wie Striche, Linien und Punkte zur Abstraktion der Bildinhalte. Pietro Donzelli  (*1915 in Monte-Carlo/Monaco; †1998 in Mailand/Italien) geht mit Licht und Schatten um, als lege er ein Raster aus Linien und Flächen über die Motive.

Daneben können Unschärfen Pinselstriche simulieren, wie es Boris Savelev (*1947 in Czernowitz, Ukraine) in seiner Arbeit „Zwei Schatten, Moskau“ anwendet. Einerseits erzeugt er damit eine flächige Wirkung von Szenerien, die eigentlich perspektivisch hintereinander gelagert sind. Andererseits erscheinen die Schlieren auf der Glasscheibe oder die Schatten wie bewusst gesetzte Akzente mittels eines Pinsels.

 

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Sibylle Bergemann
Allerleirauh, Berlin, Heike, 1988,
Silbergelatine-Abzug auf Barytpapier, Blatt: 46,5 x 34,5 cm



Ein skulpturaler Ansatz ist bei Shirana Shahbazi (*1974 in Teheran/Iran), Arno Fischer sowie bei Claus Bury (*1946 in Gelnhausen) erkennbar. Und auch Sibylle Bergemann (*1941 in Berlin; †2010 in Gransee), die zu den großen fotografischen Künstlerinnen der DDR zählt, positioniert Körper und Körperlichkeit wie Skulpturen im Raum. Ihr sehr genauer Blick verbindet sie mit der ostdeutschen Fotografie der Leipziger Schule um Arno Fischer und Sibylle Bergemann. Aber auch Einzelpositionen aus dem ehemaligen Ost-Berlin (Ulrich Wüst) und Dresden (Evelyn Richter) gehören dazu. Evelyn Richter führt in ihren Museumsbildern zwei Ebenen zusammen: Sie verbindet in ihrer Serie „Ausstellungsbesucher“ den Betrachter mit dem Gemälde, das er sich gerade im Museum anschaut. Durch die Auswahl dieser Bilder ehrt Barbara Klemm ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem ehemals anderen Teil Deutschlands, die einer ähnlichen Bildauffassung folgen wie sie selbst.

 

Präsentiert werden Arbeiten aus der DZ BANK Kunstsammlung von Roger Ballen, Gabriele Basilico, Sibylle Bergemann, Laurenz Berges, Claus Bury, Pietro Donzelli, Arno Fischer, André Gelpke, Mario Giacomelli, Anthony Haughey, Helen Levitt, Will McBride, Simone Nieweg, Robert Rauschenberg, Timm Rautert, Evelyn  Richter, Heinrich Riebesehl, Boris Savelev, Shirana Shahbazi, Dennis Stock, Wolfgang Volz, Ulrich Wüst u.a.


Art Foyer der DZ Bank, Platz der Republik, Frankfurt am Main

 

 

21.10.2019 - 07.02.2020
Fotoausstellung Hof . Megacities fotografisch zu erschließen hat ich Christian Höhn vorgenommen. Sie sind kein Idyll, sondern Monster. Nicht gewachsen, sondern hingeklotzt. Auf keine Art bescheiden, sondern auftrumpfend auch in der Vertikalen. Über ihn und seine Arbeiten wird bei der Eröffnung am 18. Oktober um 17.30 Uhr Freiheitshalle in Hof der Buchautor, Journalist und Ausstellungskurator Hans-Michael Goetze sprechen. Ausstellung vom 21.10.2019 bis 7.2.2020
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Christian Höhn - Megacity
Fotoausstellung Hof . Megacities fotografisch zu erschließen hat ich Christian Höhn vorgenommen. Sie sind kein Idyll, sondern Monster. Nicht gewachsen, sondern hingeklotzt. Auf keine Art bescheiden, sondern auftrumpfend auch in der Vertikalen. Über ihn und seine Arbeiten wird bei der Eröffnung am 18. Oktober um 17.30 Uhr Freiheitshalle in Hof der Buchautor, Journalist und Ausstellungskurator Hans-Michael Goetze sprechen. Ausstellung vom 21.10.2019 bis 7.2.2020

Singapur II, 2006

Singapur 2006

 

Christian Höhns Augenmerk gehört den Riesenstädten der Welt, die er mit einer besonderen Aura des Unwirklichen fotografiert und mit ebenfalls rieseigen Formaten dem Publikum präsentiert.

 

Paris II, 2010

Paris 2010

 

 

Dr. Barbara Rök vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg schreibt dazu: „Seit über zehn Jahren beschäftigt sich Christian Höhn mit dem Phänomen der Megacity. Seine zumeist von erhöhtem Standort fotografierten Großstadtkulissen lösen vielfältige Assoziationen aus, vermitteln Monumentalität und nicht selten Gefühle wie Anonymität und Entfremdung. Die großformatigen Arbeiten zeigen auf eindrucksvolle Weise die Vielfalt und zugleich eine gewisse Uniformität der internationalen Urbanisierung. Gezielte Farbnuancierungen und Blickwinkel übersteigern jene klare Stadtästhetik, die Schein, Stil und Design zur zentralen Maxime erhebt, der man sich letztlich aber auch nicht entziehen kann. Die völlig menschenleeren Bilder drücken mehr aus, als man auf den ersten Blick erkennt. Der Betrachter zieht unwillkürlich Rückschlüsse auf die Bewohner, deren Umfeld, Befindlichkeiten, Bedürfnisse, Ansprüche, aber auch Ängste. So werden – obwohl unsichtbar – der Mensch sowie die Frage nach seiner Lebensideologie zum eigentlichen Thema.“

 

Shanghai IV, 2011

Shanghai 2011

 

Seoul I, 2010

Seoul 2010

 

Dubai VI, 2012

Dubai 2012

 

Das Thema ist für ihn nach wie vor zentral, denn weltweit gibt es immer mehr Beispiele dieser „schönen Monstren der Urbanität“, wie es der Foto-Philosoph Prof. Dr. Christoph Schaden mit Blick auf Höhns Bilder formulierte, Christian Höhn ist immer auf der Suche nach exzeptionellen Blickwinkeln. Er scheut keine Vorbereitung, sonst schwer zugängliche Standpunkte betreten zu dürfen. Viele seiner brillanten Aufnahmen sind von allerhöchsten Bauwerken aus aufgenommen. Er hat die Geduld, ausgesuchte Lichtstimmungen abzuwarten.

 

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Bejing 2012

 

Ein weiterer Höhepunkt seines Schaffens war u.a. die Ausstellung im Museum für Kommunikation in Nürnberg mit dem Titel „One Station“, bei der er berühmte Bahnhöfe in Szene setzte, die in der Weltliteratur eine Rolle spielen. Er denkt gerne in Serien, nicht in Einzelbildern.

 

Die Ausstellung findet im Foyer des Großen Hauses statt (Zugang über den Haupteingang am Volksfestplatz).

12.10.2019 - 23.02.2020
Fotoausstellung Berlin . Mit rund 200 Aufnahmen zeigt das Berliner Museum für Fotografie die erste umfassende Einzelausstellung des Stuttgarter Fotografen Ludwig Windstosser. Die Ausstellung ermöglicht einen erstmaligen Einblick in Leben und Werk des Fotografen. Die Arbeiten stammen aus der Sammlung der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, die den Nachlass Ludwig Windstossers bewahrt. 12. Oktober 2019 bis 23. Februar 2020
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Ludwig Windstosser - Fotografie der Nachkriegsmoderne
Fotoausstellung Berlin . Mit rund 200 Aufnahmen zeigt das Berliner Museum für Fotografie die erste umfassende Einzelausstellung des Stuttgarter Fotografen Ludwig Windstosser. Die Ausstellung ermöglicht einen erstmaligen Einblick in Leben und Werk des Fotografen. Die Arbeiten stammen aus der Sammlung der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, die den Nachlass Ludwig Windstossers bewahrt. 12. Oktober 2019 bis 23. Februar 2020

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 Ludwig Windstosser: Zeitungsfrau, 1970, Farbpapier,
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Ludwig Windstosser

 

Durch seine Firmenporträts avancierte Ludwig Windstosser (1921–1983) zum führenden Industriefotografen der westdeutschen Nachkriegszeit und ist dennoch bis heute weitgehend unbekannt. In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war Windstosser Mitglied der Gruppe fotoform und beteiligte sich an den Ausstellungen und Buchprojekten der subjektiven fotografie. In Anknüpfung an die fotografischen Tendenzen der 1920er- und frühen 1930er-Jahre prägte vor allem fotoform die Bildsprache der fotokünstlerischen Nachkriegsavantgarde.

 

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 Ludwig Windstosser: Der Aussenseiter, 1949, Silbergelatinepapier,
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Ludwig Windstosser

 

 

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 Ludwig Windstosser: Kumpel mit Berglehrling, ohne Datum, Silbergelatinepapier,
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Ludwig Windstosser

 

Steile Perspektiven, ungewöhnliche Bildausschnitte und starke Kontraste finden sich auch in den Werbeaufnahmen, die Windstosser als Industriefotograf ab den frühen 1950er-Jahren für viele Firmen – vom Stahlbau über Pharmahersteller bis hin zur Textilbranche – realisierte. So porträtierte er das Bergbauunternehmen Ruhrkohle AG, das für den Aufschwung der westdeutschen Wirtschaft eine maßgebliche Rolle spielte. In seinen Fotografien zeigt er den Produktionsablauf von den Schächten bis hin in die heimischen Öfen und entwickelt dabei ein Bild vom Bergbau, das auch heute noch im kollektiven Gedächtnis präsent ist.

 

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 Ludwig Windstosser: Blick vom I-Punkt Berlin auf die Innenstadt mit Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche,
um 1971, Farbpapier
© Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek / Ludwig Windstosser

 

Auch für seine zahlreichen Buchprojekte fing Windstosser den nachkriegsdeutschen Zeitgeist mit seiner Kamera ein. Die Bildbände führen das Lebensgefühl in Großstädten einerseits sowie ein breites Spektrum an Landschaftsaufnahmen andererseits vor Augen. Der 1972 erschienene Bildband „Berlin: teils teils“ ist ein Porträt West-Berlins, in einer von Wiederaufbau und Fortschritt aber auch dem Wunsch nach Normalität und Sicherheit geprägten Zeit. Dieses Spannungsfeld zieht sich durch geschickte Gegenüberstellungen durch das gesamte Farbfotobuch.

Die Karriere Ludwig Windstossers steht exemplarisch für das Wirken vieler FotografInnen in der Zeit des westdeutschen Wirtschaftswunders, seine Arbeit ist andererseits einzigartig in der Vielseitigkeit ihrer Bildsprache.

Der zur Ausstellung im Kerber Verlag erscheinende Begleitband vertieft die drei Hauptaspekte im Schaffen Windstossers – künstlerische Fotografie, Industriefotografie, Stadt- und Landschaftsaufnahmen.

 

Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, Berlin

11.10.2019 - 09.02.2020
Fotoausstellung München . In einer Sonderausstellung zeigt das Verkehrszentrum des Deutschen Museums Bilder des Multitalents Roger Fritz, der in seinem über 80-jährigen Leben nicht nur als Fotograf glänzte, sondern ebenso als Regisseur, Autor, Produzent, und Schauspieler. Vom 11. Oktober 2019 bis 9. Februar 2020
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Roger Fritz - Der bewegte Mensch
Fotoausstellung München . In einer Sonderausstellung zeigt das Verkehrszentrum des Deutschen Museums Bilder des Multitalents Roger Fritz, der in seinem über 80-jährigen Leben nicht nur als Fotograf glänzte, sondern ebenso als Regisseur, Autor, Produzent, und Schauspieler. Vom 11. Oktober 2019 bis 9. Februar 2020
 

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Foto Heiner Henninges

 

Sind die Bilder für das Museum fotografiert oder ist das Museum für die Bilder gebaut? Beides nicht, aber die Motive von Roger Fritz "Der bewegte Mensch" hätten keinen besseren Platz finden können als in dem Verkehrszentrum auf 12.000 Quadratmetern Fahrzeuge verschiedenster Kategorien zeigt. Ausstellungshallen, deren Eisenbeton Struktur 1906 von Wilhelm Bertsch entworfen, in ihrer Schlichtheit einfach begeistern.

 

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Einmal nicht langweilig wie man es von vielen Eröffnungen kennt:
die Rede von Autor und Kurator Hans-Michael Koetzle bei der Vernissage. Roger Fritz fotografiert den Laudator.
Foto Heiner Henninges

 

Als erstes fällt den meisten Menschen beim Namen Roger Fritz der Film „Mädchen, Mädchen“ ein, gedreht in den wilden 60er Jahren in München bei dem er auch die Schauspielerin Helga Anders, seine spätere Ehefrau von der er nach 5 Jahren geschieden wurde, kennengelernt hatte. Das war nicht sein erster und einziger Film: So assistiert er unter anderem Luchino Visconti bei „Boccaccio 70“ (I/F 1961) und „Il Gattopardo“ (I/F 1962) drehte in Deutschland dreht Roger Fritz Filme wie „Häschen in der Grube“ (1968), „Mädchen mit Gewalt“ (1969) und „Zwischen uns beiden“ (1971). In zahlreichen Filmen, unter anderem von Rudolf Thome („Fremde Stadt“, 1972), Sam Peckinpah („Steiner - Das Eiserne Kreuz“, 1976) und Rainer Werner Fassbinder („Lili Marleen“, 1981) steht Roger Fritz als Darsteller vor der Kamera.

 

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"Bewegte Menschen": Eine Kollage mit Bildern von Roger Fritz,
die in der Ausstellung im Verkehrszentrum zu sehen sein werden.
Fotos: Roger Fritz

 

 

1961 studiert er an der UFA-Nachwuchsschule für Schauspiel und Regie in Berlin. 1963 dreht Roger Fritz seinen ersten Kurzfilm „Verstummte Stimmen“, ausgezeichnet mit dem Bundesfilmpreis, sein zweiter Kurzfilm „Zimmer im Grünen“ erhält das Prädikat „Besonders wertvoll“.

 

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Ausstellung "Der bewegte Mensch".
Foto Heiner Henninges

 

 

Ausgebildet wurde Roger Fritz als Großhandelskaufmann und vor dem Filmen kam erst einmal die Fotografie. 1955 lernt er in München den Fotografen Herbert List kennen und assistiert ihm gelegentlich. Er beginnt selbst zu fotografieren und gewinnt als 20-Jähriger bei der photokina seinen ersten Preis, zwei Jahre später den nächsten. 1959 ist er Mitbegründer der legendären Zeitschrift twen. Er fotografiert für die Zeitschriften „Stern“, „Quick“, „Bunte“ und die französische „Vogue“ sowie für Rainer Werner Fassbinder und veröffentlicht 1982 das Buch zum Film „Querelle“.

Roger Fritz porträtiert nicht nur Menschen, die unterwegs sind, fahren, laufen oder auch im Verkehrsbetrieb innehalten und warten. Er hält das Besondere im Alltäglichen fest. Und in der Summe veranschaulichen seine Bilder aus drei Jahrzehnten, wie grundlegend Mobilität unser gesamtes Leben prägt.

 

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Bettina Gundler, Leiterin des Zweigmuseums
bei der Ausstellungseröffnung fotografiert von Roger Fritz
Foto Heiner Henninges

 

„Diese Bilderreihe passt ganz hervorragend ins Verkehrszentrum“, findet Bettina Gundler, Leiterin des Zweigmuseums am Bavariapark. „Unsere Autos, Züge, Räder, Kutschen und Co. repräsentieren ja, was uns bewegt. Roger Fritz‘ Fotos ergänzen das Was durch ein Wie – oder besser gesagt: durch ein So!“

 

Halle I des Verkehrszentrums des Deutschen Museums, Am Bavariapark 5, München

 

28.09.2019 - 09.02.2020
Ausstellung Wolfsburg . Zwölf Jahre nach seiner ersten und bisher einzigen musealen Einzelausstellung in Deutschland zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg mit rund fünfzig Arbeiten den bis dato umfassendsten Überblick über das Werk von Robin Rhode. Das Spektrum der zwischen 2000 und 2019 entstandenen Arbeiten reicht von Fotografie, digitalen Animationen und Super-8-Filmen über Performances bis hin zu einer eigens für die Wolfsburger Ausstellung in Jericho entstandenen Werkgruppe. 28.9.2019 bis 9.2.2020
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Robin Rhode. Memory Is The Weapon
Ausstellung Wolfsburg . Zwölf Jahre nach seiner ersten und bisher einzigen musealen Einzelausstellung in Deutschland zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg mit rund fünfzig Arbeiten den bis dato umfassendsten Überblick über das Werk von Robin Rhode. Das Spektrum der zwischen 2000 und 2019 entstandenen Arbeiten reicht von Fotografie, digitalen Animationen und Super-8-Filmen über Performances bis hin zu einer eigens für die Wolfsburger Ausstellung in Jericho entstandenen Werkgruppe. 28.9.2019 bis 9.2.2020

Rhode-Classic-Bike-2002

Robin Rhode  - Classic Bike 2002

 

Der südafrikanische Künstler Robin Rhode (*1976) hat sich mit seinem Werk, das sich durch eine innovative Kombination aus Linie, Körper und öffentlich zugänglichen Wänden als Bildträger auszeichnet, international einen Namen gemacht.

Verrückte Inszenierungen lenken den Blick auf die Bilder von Robin Rhode: Da ist eine Frau, die unter vollem Körpereinsatz mit einer Steinschleuder einen riesigen Polyeder zu manövrieren versucht, der Albrecht Dürers MelencoliaI von 1514 entnommen ist oder das Bild eines Fahrads wird angeschoben: Für die Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg wagt sich Robin Rhode in wahrsten Sinne des Wortes auf neues Terrain, in die geschichtsträchtige Stadt Jericho mitten in der israelisch-palästinensischen Konfliktregion. Auf alten Mauern aus der Zeit des Osmanischen Reiches sind im März 2019 neue Werke für seine Wolfsburger Ausstellung entstanden, die gewohnt subtil die Geschichte Jerichos, die drei ortsansässigen Religionen und den Nahostkonflikt thematisieren. Dabei bleibt Robin Rhode dem Alleinstellungsmerkmal seines multimedialen Werkes treu: der spannungsvollen Kombination aus Linie, Körper und der Wand als Bildträger. Schritt für Schritt entwickelt und verlebendigt er die Linie durch die performative Interaktion mit dem Körper, bis sie eine abstrakte Form oder ein Objekt definiert.
 
 
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Robin Rhode - Paradise-Selected
 
 
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Robin Rhode - Piano-Chair 2011
 
 
Sein Markenzeichen ist die Wand, die für ihn in den letzten acht Jahren in einem sozialen Brennpunktviertel in Johannesburg stand. Der Einfluss urbaner Musikkultur, Film, populärer Sportarten, Jugendkultur und die lokale Tradition des Geschichtenerzählens haben die Entwicklung der für Robin Rhode zunächst typischen Street-Art-Ästhetik beeinflusst. Im Gegensatz zur Street-Art und Graffitikunst geht es ihm jedoch nicht darum, was er im urbanen Kontext zurücklässt, sondern um den Prozess.
 
 
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Robin Rhode - Twilight-Selected still
 
 
Das Kunstwerk ist die fotografische Dokumentation der Entstehungsphasen seiner Narrative. Geboren in Kapstadt und aufgewachsen in Johannesburg studierte Robin Rhode zunächst Kunst am Technikon Witwatersrand, heute University of Johannesburg, gefolgt von einem Postgraduiertenprogramm an der South African School of Film, Television and Dramatic Art im Jahr 2000. Der Blick zurück ergibt sich für ihn schon allein aus seiner Biografie, denn seit 2002 lebt er in Berlin. Trotz der räumlichen Distanz spielen die Geschichte und die Gegenwart Südafrikas für ihn nach wie vor eine entscheidende Rolle.
Die Erinnerung ist für ihn sowie für den Dichter und Anti-Apartheid-Aktivisten Don Mattera (*1935), dessen Autobiografie der Ausstellungstitel entnommen ist, eine metaphorische Waffe, die der Auseinandersetzung mit hybrider Identität dient. So verhandeln die ausgestellten Werke Robin Rhodes nicht nur offenkundige Themen wie Sport, Musik, Design, Geometrie, Farbenlehre und Religion, sondern auch sozialpolitische Aspekte, wie insbesondere die Geschichte der „Coloured Communitys“ in Südafrika, die Robin Rhode nicht zuletzt auch aufgrund seiner eigenen Familiengeschichte ein besonderes Anliegen ist. Seine Bildsprache und -inhalte sind ein konzeptueller Spagat zwischen südafrikanischer Geschichte, Kultur, Mentalität sowie ihren Zeichen und Codes und dem visuellen Vokabular der europäisch-amerikanischen Moderne. Im Gegensatz zu den farbgewaltigen Wandarbeiten, die bis dato in Südafrika entstanden sind, erkundet er in Deutschland schwarz-weiße Zugänge zur Zeichnung. Hier zeichnet er nicht nur mit Seife, Kohle, Kreide und Farbe, sondern Alltagsgegenstände selbst wie Stühle, Fahrräder oder Betten werden zum performativen Zeicheninstrument. Die expressiven Zeichnungen, die er während seinen energiegeladenen Performances spontan entwickelt, stehen im Gegensatz zum perfektionierten Illusionismus und der intendierten Leichtigkeit seiner aufwändigen Wandarbeiten. Robin Rhode reduziert komplexe, bisweilen auch gesellschaftskritische oder -analytische Inhalte auf wenige visuelle Zeichen oder, wie er es ausdrückt, er vereinfacht das Chaos mit den Mitteln der Kunst.
 
 
Die Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg ist nach der Ausstellung im Haus der Kunst in München 2007 die erste Einzelausstellung nach 12 Jahren in Deutschland. Auf mehr als 800 Quadratmetern bietet sie mit digitalen Animationen, fotografischen Serien, skulpturalen Elementen sowie zwei Performances einen breiten Überblick über das Werk von Robin Rhode, der von 2000-2019 reicht.
 
Zur Ausstellung entsteht eine reich bebilderte Publikation (hg. v. Uta Ruhkamp; dt./engl.) mit einem Vorwort von Andreas Beitin und Florian Steininger, einer Einführung von Uta Ruhkamp, einem Gespräch mit dem Künstler, Gedichten von Don Mattera, James Matthews und Gladys Thomas sowie einem Interview von Dor Guez mit Robin Rhode zu den Jericho-Arbeiten (224 Seiten, ca. 140 Abbildungen).
 
 

Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, Wolfsburg

 

 

16.09.2019 - 30.04.2020
Naturliebhaber kommen vor allem im Herbst im Ostseebad Zingst auf ihre Kosten. Die Landschaft präsentiert sich zu jeder Tageszeit in besonderem Licht und vom Zug der Kraniche bis hin zur Brunft der Hirsche bietet die Landschaft herrliche Erlebnisse. Dazu kommt ein abwechslungsreiche Rahmenprogramm mit fotografischen Höhepunkten. Begleitet wird das Herbstprogramm von beeindruckenden Fotoausstellungen.
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Fotografie in Zingst: Der Herbst bringt herrliche Ausstellungen
Naturliebhaber kommen vor allem im Herbst im Ostseebad Zingst auf ihre Kosten. Die Landschaft präsentiert sich zu jeder Tageszeit in besonderem Licht und vom Zug der Kraniche bis hin zur Brunft der Hirsche bietet die Landschaft herrliche Erlebnisse. Dazu kommt ein abwechslungsreiche Rahmenprogramm mit fotografischen Höhepunkten. Begleitet wird das Herbstprogramm von beeindruckenden Fotoausstellungen.

Sven Meurs „Großstadt Wildnis“

Wildschweine in Berliner Gärten, Füchse in der Innenstadt von Köln, Eisvögel im Düsseldorfer Stadtpark! Unsere Großstädte sind oft artenreicher als das Umland. Warum kommen die Wildtiere in die Städte, wie leben die verschiedensten Tierarten inmitten der für Menschen gemachten Umwelt und wie kann man sie schützen? Auf spannende und humorvolle Art gibt der Fotograf Sven Meurs Antworten, indem er die Natur deutscher Großstädte zeigt und sich auf die Suche nach Tieren macht, die sich mit der Großstadt arrangiert haben.

Open-Air Postplatz
1.10.2019 bis 30.4.2020

Vortrag 1.11.2019 um 18 Uhr

 

Sven Lamprecht „Heimat – im besonderem Licht“

 

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© Sven Lamprecht

 

Ein wirklich gutes Bild lebt von den ganz besonderen Lichtstimmungen und den Momenten in der Natur. Der Fotograf Sven Lamprecht versucht so oft wie nur möglich draußen zu sein, um eben genau diese Momente abzupassen und eine Situation einzufangen, die den Unterschied macht. Die Ausstellung zeigt das Spektrum seines kreativen Schaffens. Auf sensible Weise nähert er sich der heimischen Tier- und Pflanzenwelt und hält sie fotografisch in unterschiedlichen Lichtstimmungen fest. Als Mitglied der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen engagiert er sich in der Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern.

Hotel Vierjahreszeiten
1.10.2019 bis  2.2.2020
Tag des Fotobuches: 02.10.2019 um 11:00 Uhr

 

 

Berthold Steinhilber „Deutschland – eine Reise durch die Zeit“

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© Berthold Steinhilber

 

Deutschland im Jahr 2019: eine funktionierende und stabile Demokratie, geschätzt von vielen anderen Staaten, der allgemeine Wohlstand ist sehr hoch und gleichzeitig wachsen die Sorgen der Bürger. Die Globalisierung und Migration verunsichert die Menschen, einige fürchten sich vor der Zukunft, andere sehnen sich nach Sicherheit und Vertrautheit. In welche Richtung geht Deutschland? Wer sich Gedanken macht, wohin wir gehen, sollte wissen, woher wir kommen. Deshalb stand am Anfang der fotografischen Arbeit die Frage: Woher kommen die Deutschen und was hat sie kulturell geprägt?

Max Hünten Haus
16.9.2019 bis  15.1.2020
Tag des Fotobuches 02.10.2019 um 11:00 Uhr

 

 

Götz Schleser „Politische Porträts“

 

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© Götz Schleser

 

Angela Merkel, Andrea Nahles, Christian Lindner oder Wolfgang Schäuble: Was ist es, das einen Politiker ausmacht? Die politische Gesinnung, natürlich. Eine individuelle Interessenslage, versteht sich. Und der menschliche Aspekt ist mitunter auch nicht ganz unwichtig. Alles das in ein Bild zu bekommen, das ist das Ansinnen des Berliner Fotografen Götz Schleser. In seinen Fotografien entstehen darum keine simplen Abbilder, sondern politische Porträts im eigentlichen Sinne. Schleser zeigt, worum es geht – im Amt und im Menschen, immer im Wechselspiel mit Fassade, Schönfärberei und Meinung (ob die des Abgebildeten oder des Fotografen sei dahingestellt) und so ehrlich, wie es dabei eben möglich ist.

Leica Galerie Zingst
1.10.2019 bis  2.2.2020

 

 

Milán Radisics „Water. Shapes. Earth – Wasser formt die Erde“

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© Milán Radisics

 

Es ist die Natur, die Milán Radisics ständig zur neuen kreativen Auseinandersetzung herausfordert und inspiriert. Sein aktuelles Projekt WATER.SHAPES.EARTH handelt vom Wasser. Es zeigt, woher das Wasser kommt, wie es die Erde verwandelt, alles Leben beeinflusst und wie es an vielen Orten verschwindet. Nach vielen Stunden Recherche auf Satellitenkarten macht der Fotograf die passenden Orte für seine Motive ausfindig und fotografiert aus der Luft heraus mit Hilfe einer Drohne. Die vielen Einzelbilder setzt er am Computer zusammen und erzielt dadurch eine enorm detailreiche Auflösung, die vom Grashalm bis zu Vogelnestern oder auch menschlichen Fußabdrücken unendlich viele Details preisgibt. Die quadratische Form der Bilder unterstützt ihre abstrakte und malerische Wirkung.

Hotel Stone
1.10.2019 bis  2.2.2020

 

Jan Richard Heinicke „Natur im Stadtraum«

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© Jan Richard Heinicke

 

Singapur steht vor großen Herausforderungen. Der Stadtstaat, dessen Einwohnerzahl sich in den letzten Jahrzehnten versechsfacht hat, wächst weiter und wird besonders stark vom Klimawandel betroffen sein. Glücklicherweise entsteht gleichzeitig eine neue Bewegung, die aus Architekten, Farmern und normalen Bürgern besteht. Ihr Ziel ist es, die Natur zurück in die Stadt zu bringen.

So findet die Natur Eingang in der Architektur, ungenutzte Flächen werden zu Farmen. Beides trägt enorm zur Minderung der städtischen Temperatur bei und kann den Kampf gegen die Klimafolgen unterstützen.

Epson Digigraphie Galerie
1.10.2019 bis  2.2.2020

 

 

Tag des Fotobuches - Zingst liest

 

Ebenfalls unterhaltsam präsentieren ausgewählte Fotografen ihre Fotobücher und Kalender zum „Tag des Fotobuches“ am 02.10.2019 im Max Hünten Haus. Der „Tag des Fotobuches“ ist fester Bestandteil der Veranstaltungen?im Herbst unter dem Leitgedanken „Natur im Fokus“. Eine Auswahl ganz besonderer Neuerscheinungen (zum Teil in Verbindung mit Bilderschauen) sind in Zingst zu sehen. Das Besondere: Die Fotografen sind anwesend und stellen ihre Werke persönlich vor, beantworten Fragen, nehmen sich Zeit für alle Interessierten und signieren ihre Bildbände und Kalender.

2.10.2019 um 11:00 Uhr
Max Hünten Haus
Eintritt: kostenfrei

 

 

 

13.06.2019 - 30.04.2020
Fotoausstellung Zingst . Die Motive von Lars Heidemann hat auf der Halbinsel Fischland-Dara-Zingst Menschen porträtiert, die sich in besonderer Weise für die Umwelt engagieren. Seine Bilder sind in einer Open-Air-Installation im Zingster Museumshof präsentiert - ein Ort wie er nicht besser zu diesen Bildern passen könnte und Bilder wie geschaffen für diesen Platz. Bis 30.4.2019
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Lars Heidemann - Mensch und Umwelt
Fotoausstellung Zingst . Die Motive von Lars Heidemann hat auf der Halbinsel Fischland-Dara-Zingst Menschen porträtiert, die sich in besonderer Weise für die Umwelt engagieren. Seine Bilder sind in einer Open-Air-Installation im Zingster Museumshof präsentiert - ein Ort wie er nicht besser zu diesen Bildern passen könnte und Bilder wie geschaffen für diesen Platz. Bis 30.4.2019

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"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" - dieser Weisheit folgend hat der Fotograf Lars Heidemann Menschen fotografiert, die sich für die Umwelt engagieren und in deren Leben sich der behutsame Umgang mit unserer Welt, widerspiegelt. 

 

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Am Beginn der Arbeit zu dem Projekt "Mensch und Umwelt" von Lars Heidemann stand die Fragestellung ob es ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein gibt und wie es sich im alltäglichen Leben ausdrückt. Lars Heidemann hat Menschen gefunden, die bei dem was sie sowohl im Beruf, als auch im Privatleben tun, ein gutes Beispiel sind und die an die Umwelt denken. Umweltfreundliches Handeln beginnt zum Beispiel mit dem bewussten Verzicht auf problematische Materialien, dem sparsamen Umgang mit Werkstoffen und setzt sich auch in der Ernährung fort. 

 

Es entstanden Porträts von 17 Persönlichkeiten in ihrer vertrauten Umgebung, zu Hause oder an ihrem Arbeitsplatz. Die Ausstellung "Mensch und Umwelt" ist nicht als abgeschlossene Serie zu verstehen. Lars Heidemann, engagierter Umweltaktivist mit der Kamera, möchte das Langzeitprojekt fortführen, dass er mit einer analogen Mittelformatkamera auf Schwarzeißfilm verwirklicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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