Fotoausstellungen

27.10.2017 - 04.02.2018
Fotoausstellung Hamburg . Mit der Neueröffnung Sammlung Fotografie und neue Medien im Museum für Kunst und Gewerbe beginnt auch die Ausstellung „Jochen Lempert/Peter Piller. Fotografie neu ordnen: Vögel“, die die Ausstellungsreihe des Museum „Fotografie neu ordnen“ einläutet. 27. Oktober 2017 bis 4. Februar 2018
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Jochen Lempert/Peter Piller. Fotografie neu ordnen: Vögel
Fotoausstellung Hamburg . Mit der Neueröffnung Sammlung Fotografie und neue Medien im Museum für Kunst und Gewerbe beginnt auch die Ausstellung „Jochen Lempert/Peter Piller. Fotografie neu ordnen: Vögel“, die die Ausstellungsreihe des Museum „Fotografie neu ordnen“ einläutet. 27. Oktober 2017 bis 4. Februar 2018

 

Peter Piller (*1968) aus der Serie "behind time" 2017
© Peter Piller

 

In der neuen Ausstellungsreihe Fotografie neu ordnen lädt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) zeitgenössische Fotografen ein, eigene Arbeiten mit Exponaten aus der Sammlung Fotografie und neue Medien in Beziehung zu setzen. Mit Jochen Lempert (*1958) und Peter Piller (*1968) gestalten zwei Fotografen den Auftakt, die in ihrer Herangehensweise an die Fotografie kaum verschiedener sein könnten: Motive aus der alltäglichen Natur und Kultur (Lempert) treffen auf Bilder des Absichtslosen (Piller).

 

Jochen Lempert (*1958)
Anschütz 2005
© Jochen Lempert

 

In Fotografie neu ordnen: Vögel werden Lempert und Piller gemeinsam künstlerisch-kuratorisch tätig. Sie begreifen die fotografische Sammlung des MKG als Fundus und stellen aus dem historischen Material eine Auswahl von Vogelaufnahmen zusammen, die sie mit ihren eigenen Fotografien neu kombinieren. Die Ausstellung Fotografie neu ordnen: Vögel zeigt rund 100 Exponate. Vögel sind ein immer wiederkehrendes Motiv im Werk von Jochen Lempert: Seine Bewegungsstudien und Beobachtungen von Vögeln stellt er für die Ausstellung im MKG zu einer neuen Rauminstallation zusammen. Peter Piller hat in seinem Werk bisher vor allem mit gefundenen Bildern und den daraus entstehenden Bedeutungsverschiebungen gearbeitet. In seiner neuen, im MKG erstmals gezeigten Serie behind time (2017) greift er selbst zur Kamera und hält gerade jene Augenblicke fest, in denen ein Vogel nicht optimal zu sehen ist und die in der Tierfotografie als verfehlt gelten würden. Die Ausstellung zeigt aktuelle Arbeiten von Jochen Lempert und Peter Piller sowie historische Aufnahmen von Harold Egerton, Johann H. W. Hamann, Walter Hege, Karl Stülcken und Hedda Walther.

 

Johann H. W. Hamann ( 1859-1935)
Uhu um 1905
Museum für Kunst und Gewerbe

 

Neueröffnung der Sammlung

Die Neueröffnung der Sammlung Fotografie und neue Medien bildet einen ersten Abschluss der umfangreichen Umbaumaßnahmen, die die Hermann Reemtsma Stiftung mit 600.000 Euro im Rahmen der Initiative Kunst auf Lager ermöglicht hat. Das MKG beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen der Fotografie in Deutschland. Sie umfasst heute rund 75.000 Exponate von den Anfängen des Mediums bis in die Gegenwart. Mit dem neuen, rund 120 Quadratmeter großen Depot wird die bisherige Depotfläche wesentlich erweitert. So erhalten die kostbaren historischen Bestände endlich die notwendige Fläche und Ausstattung für eine angemessene Lagerung unter klimatisch optimalen Bedingungen. In einem dem Depot angegliederten Studienraum können Mitarbeiter und angemeldete Gäste zukünftig die Originale sichten und mit ihnen arbeiten. Auf einer neuen, zentral gelegenen Ausstellungsfläche von 140 Quadratmetern will das MKG die fotografische Sammlung in den Dialog mit zeitgenössischen Themen und Bildautoren bringen.  Inklusive der Förderung durch die Hermann Reemtsma Stiftung, konnte das MKG insgesamt über eine Million Euro für die Zukunftssicherung der Sammlung Fotografie und neue Medien einwerben. Die Mittel wurden von verschiedenen Förderern bereitgestellt für die Restaurierung und Rahmung der historischen Fotografien, die wissenschaftliche Erschließung der Sammlung, die Überblicksausstellung ReVision in 2016, für einen Sammlungskatalog sowie für die digitale Bereitstellung von bis jetzt 9.000 Werken auf http://sammlungonline.mkg-hamburg.de/de

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Steintorplatz, Hamburg

 

 

20.10.2017 - 21.01.2018
Fotoausstellung Berlin . Anlässlich der bevorstehenden Entscheidung über die Neuzulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat in der Europäischen Union zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus die Ausstellung „Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen“ mit Fotografien von Pablo E. Piovano. Der Fotograf Pablo E. Piovano dokumentiert die Folgen von 20 Jahren des wahllosen Einsatzes von Agrarchemikalien im ländlichen Nordosten Argentiniens und dessen katastrophale Auswirkungen auf die Menschen und ihre Umwelt. 20. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018
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Pablo E. Piovano - Landwirtschaft der Gifte
Fotoausstellung Berlin . Anlässlich der bevorstehenden Entscheidung über die Neuzulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat in der Europäischen Union zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus die Ausstellung „Landwirtschaft der Gifte. Ihr Preis für den Menschen“ mit Fotografien von Pablo E. Piovano. Der Fotograf Pablo E. Piovano dokumentiert die Folgen von 20 Jahren des wahllosen Einsatzes von Agrarchemikalien im ländlichen Nordosten Argentiniens und dessen katastrophale Auswirkungen auf die Menschen und ihre Umwelt. 20. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018

 


Die Menschheit nimmt unfreiwillig an einem der größten Experimente weltweit teil. Glyphosat ist das meistverkaufte Pflanzengift der Welt. Es ist allgegenwärtig in der Nahrungskette. Vor allem durch den Import von gentechnisch veränderten Glyphosat-resistenten Futtermitteln u.a. aus Argentinien gelangt es in den menschlichen Organismus. Über eine Million Menschen in der EU unterschrieben bereits die Petition gegen die EU-Neuzulassung einer Chemikalie, die mit Krebs, Geburtsdefekten und Fortpflanzungsschäden im Zusammenhang steht. Es geht um den Schutz der Gesundheit der Menschheit und um ihr Überleben.

 

 


1996 genehmigte die argentinische Regierung den Anbau transgener Sojabohnen und den Einsatz von Glyphosat-Herbiziden auf genetisch modifizierten Nutzpflanzen, wobei sie sich ausschließlich auf herstellerinternen Studien der Firma Monsanto verließ. Nach fast zwei Jahrzehnten, in denen ein Drittel der Landesbevölkerung direkt oder indirekt von Glyphosat-Spritzmitteln betroffen war, ist Argentinien zu einer Feldstudie für Giftkatastrophen geworden.
Hunderte wissenschaftlicher Studien und medizinischer Untersuchungen bestätigen die tödlichen Wirkungen des Unkrautvernichtungsmittels: Die Krebsrate bei Kindern hat sich verdreifacht, die Häufigkeit von Fehlgeburten und Geburtsschäden mit ungeklärter Ursache ist dramatisch angestiegen. Atemwegs- und Hautkrankheiten, geistige Behinderungen sind nur einige der nachgewiesenen gesundheitlichen Auswirkungen auf die Menschen, die im Bereich der Spritzmittel leben. Trotz dieser unbequemen Wahrheit hat es bisher keinerlei systematische Information von offizieller Seite gegeben.

 


Pablo Ernesto Piovano (*1981) lebt als Fotojournalist in Buenos Aires, Argentinien und arbeitet als Fotograf für die Zeitung Página/12. Er erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, u.a. beim Festival Internacional de la Imagen in Mexiko, den International Photography Awards, den internationalen Fotojournalismus-Preises von Days Japan sowie den Nachhaltigkeitspreis beim LUMIX Festival für jungen Fotojournalismus in Hannover.
Im Kehrer Verlag erscheint der Katalog zur Ausstellung: Pablo E. Piovano, The Human Cost of Agrotoxins / El Costo Humano de los Agrotóxicos, 144 Seiten, ISBN 978-3-86828-767-7
 
Parallel wird die Ausstellung Der Skandal Minamata 1971-73. Fotografien von W. Eugene Smith. gezeigt.
 
Ausstellung vom 20. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018
Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V., Stresemannstraße 28, Berlin

20.10.2017 - 14.01.2018
Fotoausstellung Essen. Balthasar Burkhard hatte sein ganzes Leben der Fotografie verpfl ichtet. Ein halbes Jahrhundert Schaffenszeit zeichnet die Ausstellung im Museum Folkwang nach, geprägt von der Selbsterfindung eines Künstlers, kolossalen Formaten und fotografischen Erfindungen. 20. Oktober 2017 bis zum 14. Januar 2018
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Balthasar Burkhard
Fotoausstellung Essen. Balthasar Burkhard hatte sein ganzes Leben der Fotografie verpfl ichtet. Ein halbes Jahrhundert Schaffenszeit zeichnet die Ausstellung im Museum Folkwang nach, geprägt von der Selbsterfindung eines Künstlers, kolossalen Formaten und fotografischen Erfindungen. 20. Oktober 2017 bis zum 14. Januar 2018

 
Flower© Estate Balthasar Burkhard, 2017

 

Die Retrospektive im Museum Folkwang zeichnet das facettenreiche Werk Balthasar Burkhards (1944–2010) in Etappen nach – beginnend 1952 mit Fotografien aus seiner Kindheit und Ausbildungszeit beim bekannten Berner Fotografen Kurt Blum. Überdies widmet sich die Ausstellung der Rolle Burkhards als Wegbegleiter des berühmten Kurators Harald Szeemann und als Figur der Berner Bohème der 1960er und 1970er Jahre. Viele Aufnahmen der legendären Documenta von 1972 oder der einflussreichen Ausstellung When Attitudes Become Form im Jahr 1969 stammen von Balthasar Burkhard. Mit dem erweiterten Kunstbegriff der 1960er Jahre, dem Siegeszug von Performance und installativen Arbeiten kam auch der Fotografie eine neue, zentrale Bedeutung zu; erst durch sie sind viele der damals neuartigen, radikalen Arbeiten heute überhaupt erhalten.

 

 Kamel
© Estate Balthasar Burkhard, 2017

 

Füsse © Estate Balthasar Burkhard, 2017


Bisher spielten diese Fotografien von Balthasar Burkhard in der zeitgenössischen Kunstbetrachtung nur eine isolierte Rolle. Erstmals sind nun Burkhards Fotografien der späten 1960er und 1970er Jahre in einer umfassenden Zusammenschau zu sehen.
Als Dokumentarist machte Burkhard die flüchtigen Werke dieser Jahre für die Nachwelt erfahrbar. Doch bereits zu dieser Zeit experimentierte er mit künstlerischen Methoden. Einige seiner Arbeiten bewegen sich zwischen Lichtbild und Objekt.
Neben der wachsenden Freiheit der Fotografi e als Kunst in dieser Zeit werden jetzt auch kollaborative Aspekte in Burkhards Werk zunehmend sichtbar: In der Ausstellung sind weitere Werke aus Kooperationen mit Markus Raetz und Niele Toroni zu sehen.
Stets galt sein Interesse den Materialitäten des Bildes. Neben der spezifisch grauen Skala seiner Abzüge experimentierte Burkhard bis zum Ende seines Lebens mit den technischen Möglichkeiten der Fotografie. So schließt die Retrospektive mit im Edeldruckverfahren der Heliogravüre entstandenen Abzügen aus dem Jahr 2010.
Eine Ausstellung des Museum Folkwang in Kooperation mit dem Fotomuseum Winterthur, der Fotostiftung Schweiz und dem Museo d’arte della Svizzerra italiana

Museum Folkwang, Museumsplatz 1, Essen


20.10.2017 - 25.11.2017
Fotoausstellung München . Nigin Beck hat für Ihre Ausstellung 'Places that are not- Nostalgia for Mahdieh' eine Werkreihe entwickelt, deren Ausgangspunkt die Erinnerung an ihre iranische Großmutter ist. Ausgestellt in der Galerie Jo van de Loo vom 20. Oktober bis 25. November 2017
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Nigin Beck – Places that are not
Fotoausstellung München . Nigin Beck hat für Ihre Ausstellung 'Places that are not- Nostalgia for Mahdieh' eine Werkreihe entwickelt, deren Ausgangspunkt die Erinnerung an ihre iranische Großmutter ist. Ausgestellt in der Galerie Jo van de Loo vom 20. Oktober bis 25. November 2017

 

'Die Spuren dessen, was man in der Kindheit gewesen ist, wie man sozialisiert wurde, wirken im Erwachsenenalter fort, selbst wenn die Lebensumstände ganz andere sind und man glaubt, mit der Vergangenheit abgeschlossen zu haben', schreibt der französische Philosoph und Soziologe Didier Eribon in seiner Autobiographie. Was als Auseinandersetzung mit einer deutsch-iranischen Identität begann, ist zur Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln geworden. Nigin Beck hat für Ihre Ausstellung 'Places that are not- Nostalgia for Mahdieh' eine Werkreihe entwickelt, deren Ausgangspunkt die Erinnerung an ihre iranische Großmutter ist. Die Trauer um den Verlust dieser Frau, mit der sie in der Kindheit jedes Wochenende verbrachte, wird in Objekten verarbeitet, die vielfältige Materialitäten besitzen. Es wir dem Anspruch gleich, sich den unterschiedlichen Aspekten eines verlorenen Menschen in allen Facetten nähern zu wollen. Die Erinnerungen an Rituale und Gegenstände aus der Kindheit werden in eigenständigen Artefakten umgesetzt und umfassen Schmerz genauso wie kindlichen Humor. 'Das Unterbewusste [als] eine dunkle Oase' (Chris Kraus) liefert zu allen Objekten ein direkt verknüpftes Erlebnis, mit welchem die Künstlerin eine sehr persönliche Ebene ihrer eigenen Geschichte preisgibt.

 

Galerie Jo van de Loo, Theresienstraße 48, München

13.10.2017 - 07.01.2018
Fotoausstellung München . Das Museum Fünf Kontinente stellt ein Projekt von Marie Köhler mit Kindern aus Burkina Faso und Ruanda vor, das Kinder in Afrika und deren Umwelt in den Mittelpunkt stellt. 13. Oktober 2017 bis 7. Januar 2018.
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Kids behind the Camera. Mach Dir ein Bild
Fotoausstellung München . Das Museum Fünf Kontinente stellt ein Projekt von Marie Köhler mit Kindern aus Burkina Faso und Ruanda vor, das Kinder in Afrika und deren Umwelt in den Mittelpunkt stellt. 13. Oktober 2017 bis 7. Januar 2018.

 

Bei deem Fotografierprojekt „Kids behind the Camera. Mach Dir ein Bild“ sind die afrikanischen Kinder manchmal Motiv und immer selbst Fotograf. Sie sind es, die sich selbst aussuchen, wen oder was sie wie abbilden. Einmischungen durch Erwachsene sind unerwünscht. Die Idee dazu stammt von der jungen Dortmunder Fotografin Marie Köhler. Die Ergebnisse sind niemals vorher einschätzbar. Weil die „erwachsene“ Regie fehlt, entstehen keine Klischee?Bilder. Fotos aus dem Alltag, von Festen, Handwerkskünsten, Tanz, Theater und Musik sehen auf diese Weise oft überraschend aus, erscheinen niemals in gewohnter Sichtweise.

Während eines Fotografieworkshops erhielt jedes Kind eine eigene Kamera. In einem bestimmten Zeitraum konnte es sein Umfeld schrittweise und mit zunehmender Intensität fotografisch erkunden. So entwickelten die Kinder bald individuelle Umgangsweisen mit ihrer Kamera, die zum ständigen Wegbegleiter wurde.

Das Ausstellungsprojekt hat das Ziel, erstarrte Sichtweisen aufzubrechen, den Blickwinkel Europas nach Afrika zu weiten und durch Ungewohntes zu ergänzen. „Europa und Afrika sind Nachbarn, die Kinder Nachbarskinder. Sie können einander näher kommen“, sagt Marie Köhler, „wenn sie ein ehrliches Bild voneinander bekommen“.

Museum Fünf Kontinente, Maximilianstraße 42, München

 

11.10.2017 - 28.01.2018
Fotoausstellung München . Im Kunstfoyer präsentiert die Versicherungskammer Kulturstiftung einen Fotografen, der wie wohl kaum ein anderer gesellschaftliche Phänomene mit witzig-ironischem Blick in bunte Bilder umsetzt. „Souvenir“ ist die erste retrospektive und zugleich aktuelle Ausstellung über den Fotografen Martin Parr. Eine Ausstellung die ein reines Vergnügen ist und die man nicht versäumen sollte.
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Martin Parr. Souvenir – A Photographic Journey
Fotoausstellung München . Im Kunstfoyer präsentiert die Versicherungskammer Kulturstiftung einen Fotografen, der wie wohl kaum ein anderer gesellschaftliche Phänomene mit witzig-ironischem Blick in bunte Bilder umsetzt. „Souvenir“ ist die erste retrospektive und zugleich aktuelle Ausstellung über den Fotografen Martin Parr. Eine Ausstellung die ein reines Vergnügen ist und die man nicht versäumen sollte.

Knokke Le Zoute. Belgien, 2001 copyright Martin Parr / Magnum Photos und Kunstfoyer


Britischer Humor ist etwas Besonderes! Wenn man ihn in der Fotografie sucht, dann landet man unwilkürlich bei Martin Parr, einem der der bedeutendsten Dokumentarfotografen unserer Zeit. An rund 200 Bildern kann man sich in der Ausstellung erfreuen, die Werke aus den Zyklen "Last Resort / Bored Couples / Mexico / Scotland / Luxury / Knokke le Zoute / Small world / Think of England / Dance / Autoportraits / Common Sense" zeigen und von Martin Parr persönlich zusammengestellt wurden. Ergänzt werden die Farbbilder von der frühen SW-Serie "Non Conformists".

 

Aus der Serie "Common Sense" Munich. Germany, 1997
copyright Martin Parr / Magnum Photos und Kunstfoyer

 

Aus der Serie "Bores Couples", Paris. France, 1992.
Ausnahmsweise ein gestelltes Motiv, denn das ist das Ehepaar Paar.
copyright Martin Parr / Magnum Photos und Kunstfoyer

 

Martin Parr in seiner Münchner Ausstellung
vor einem Bild aus der Serie "Think of England".

 


Ins Auge fällt bei den Aufnahmen vor allem auch ihre leuchtende Farbigkeit und da stellt sich die Frage, ob der Fotograf seine Digitalbilder mit Photoshop nachbearbeitet. „Ich benutzte Amateurfilme, in letzter Zeit Fuji 400 Superior für die 6 x 7- Kamera und Agfa Ultra oder Fuji 100 Asa-Filme für Ringblitz und Makroobjektiv. Mit Blitzlicht kombiniert ergibt das eine sehr hohe Farbsättigung, dazu braucht man kein Photoshop“, erklärt Parr.
Sicher erstaunt es immer wieder wie nahe Martin Parr fremden Menschen bei seiner Fotografie kommt. „Wenn man lange fotografiert, dann entwickelt man ein gewisses Verständnis für solche Sachen wie Körpersprache. Oft sehe ich die Menschen, die ich fotografiere, gar nicht an, vor allem nicht hinterher. Und wenn ich ein Foto haben will, dann werde ich auch furchtlos, und das hilft schon sehr. Es wird immer jemanden geben, der sich dagegen wehrt, fotografiert zu werden, und in dem Fall geht man eben weiter.“
Bei der Eröffnung seiner Ausstellung wurde Martin Parr gefragt, ob er denn die Menschen, die er fotografiert vorher um Erlaubnis fragen würde oder zumindest im nach hinein  sich die Genehmigung zur Veröffentlichung geben ließe – nein das tut er nicht und meint, dass man in England das auch nicht ganz so eng sieht wie in Deutschland.
Die fotografische Karriere des 1952 in Epsom, Surrey, GB, geborenen Martin Parr nahm schon früh ihren Anfang. „Für Fotografie interessierte ich mich zum ersten Mal, als ich Teenager war und meinen Großvater in der Nähe von Bradford besuchte, der ein begeistertet Amateurfotograf war. Er lieh mir eine Kamera und wir gingen zusammen auf Knipstour. Bei der Heimkehr entwickelten wir die Filme und machten Abzüge, und seit der Zeit wollte ich immer Fotograf werden“, berichtet Martin Parr von der Initialzündung seiner Fotografie.

Von 1970 bis 1973 studierte Martin Parr Fotografie am Manchester Polytechnic und hat seitdem an zahlreichen Fotoprojekten gearbeitet. Seine innovative Bildsprache, sein ironischer Umgang mit sozialdokumentarischer Fotografie und sein Beitrag zur Fotokultur sowohl in Großbritannien als auch im Ausland verschafften ihm ein internationales Renommee.

 

Martin Parr mit Andréa Holzherr, Mitarbeiterin Fotoagentur Magnum und Isabel Siben, Leitung Kunstfoyer


1994 wurde er Vollmitglied der Fotoagentur Magnum. Parr entwickelte auch ein Interesse fürs Filmemachen und begann seine Fotografie in unterschiedlichen Genres wie Mode und Werbung zu verwenden.
Karrierestationen des Fotografen waren unter anderem die Professur für Fotografie an der University of Wales in Newport, die mehrjährige Präsidentschaft von Magnum Photos und die künstlerische Leitung des Fotofestivals Rencontres d’Arles. Martin Parr  erhielt 2006 den Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie, seine Ausstellung Assorted Cocktail wurde anschließend auf der photokina in Köln eröffnet. Im April 2017 wurde Parr der Sony World Photography Award für seinen herausragenden Beitrag zur Fotografie verliehen.
Martin Parr hat über 100 Bücher mit eigenen Werken veröffentlicht und weitere 30 herausgegeben.

Brigitte Henninges



+ Experten-Führungen

Andréa Holzherr, Mitarbeiterin der legendären Fotoagentur Magnum, führt
durch die Ausstellung im Kunstfoyer.

11. Oktober / 12. Oktober / 13. Oktober / 14. Oktober jeweils um 18 Uhr
sowie am 14. Oktober um 12 Uhr

Die Teilnahme an den Führungen ist kostenfrei. Die Termine sind öffentlich
(ohne Anmeldung).
Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.
Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung, Maximilianstraße 53, München

https://www.versicherungskammer-kulturstiftung.de/


30.09.2017 - 25.11.2017
Fotoausstellung Nürnberg . Bilder mit Witz und Charme, das zeichnet die Fotografie von Andreas Riedel aus, die ein Bild der fränkischen Provinz zeigt. Seine Schwarzweißaufnahmen zeigen handwerkliches Können ebenso wie künstlerischen Anspruch.
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Andreas Riedel: Dunnerholler – so ein fränkischer Fotograf
Fotoausstellung Nürnberg . Bilder mit Witz und Charme, das zeichnet die Fotografie von Andreas Riedel aus, die ein Bild der fränkischen Provinz zeigt. Seine Schwarzweißaufnahmen zeigen handwerkliches Können ebenso wie künstlerischen Anspruch.

 

Wichtige Dinge nehmen ihren Anfang oft am Rand, an der Peripherie und in unscheinbaren Winkeln.  Der Fotograf Andreas Riedel kommt aus der fränkischen Provinz: Neustadt an der Aisch. Dort ist er 1970 geboren und dort lebt er noch heute, wo er ein Fotostudio betreibt. Er kennt sein Revier und Milieu, er beherrscht seinen Dialekt und sein Metier. Er ist einer, der sein Handwerk versteht, aber Kunst daraus macht.

Betrachtet man seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen vom ländlichen Leben Frankens mit den unverwechselbaren Gesichtern, Gebäuden und Gerätschaften, den Landschaften und Situationen,
dann spürt man seine hingebungsvolle Nähe zu den Gegenständen, aber auch die Klarsicht und Distanz des Künstlers, der die strukturierenden Formen, Flächen und Linien zum Vorschein bringt.

Immer wieder geht es ihm um das Ungestellte des Lebensalltags, das Zufällige, das scheinbar spontan, quasi aus der Hüfte heraus eingefangen und abgelichtet wird.

 

 



So entstehen Bilder voller Charakter, Tiefe und Wärme. Fotografie als Seelenkunst, als Schnittpunkt zwischen dem Momenthaften und Zeitlosen, dem Gewöhnlichen und  Wundervollen, dem Regionalen und Universalen.

Mit seinen Fotografien und Büchern wurde Andreas Riedel zum „Auge des Aischgrunds“.
Er ist einer, dem das Althergebrachte und Überlieferte ein Herzensanliegen ist, weil er weiß, dass alles Gegenwärtige dem Gesetz der Zeit unterworfen ist.

Er ist ein Mensch, der festhalten und aufheben möchte, was übersehen und missachtet wird, was verschandelt wird und verschwindet, der aber auch Humor und einen Sinn für das Skurrile und Absurde hat.

In der Unauffälligkeit der Provinz hat Andreas Riedel Großartiges und Bleibendes geschaffen.
            
(Quelle: Helmut Haberkamm, Mitautor und Buchpartner Andreas Riedels)




Leica Galerie Nürnberg, Obere Wörthstraße 8, Nürnberg


30.09.2017 - 10.12.2017
Fotoausstellung Ulm . Die vier renommierten Fotografen Sam Hobson, Yoko Ishii, Yoshinori Mizutani und Florian Möllers haben sich in Amsterdam und Nara, Tokio und Berlin umgeschaut und Graureiher und Sika-Hirsche, Halsbandsittiche und Wildschweine, Füchse, Waschbären und allerlei weitere Wildtiere fotografiert. Gezeigt werden die Bilder im Stadthaus Ulm vom 30. September bis 10. Dezember 2017
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Wilde Tiere in der Stadt
Fotoausstellung Ulm . Die vier renommierten Fotografen Sam Hobson, Yoko Ishii, Yoshinori Mizutani und Florian Möllers haben sich in Amsterdam und Nara, Tokio und Berlin umgeschaut und Graureiher und Sika-Hirsche, Halsbandsittiche und Wildschweine, Füchse, Waschbären und allerlei weitere Wildtiere fotografiert. Gezeigt werden die Bilder im Stadthaus Ulm vom 30. September bis 10. Dezember 2017



Aus der Serie "Dear Deer"
Foto: © Yoko Ishii

 

Schon immer haben die Städte die sogenannten Kulturfolger unfreiwillig im Schlepptau. Relativ neu ist, dass sich inzwischen jagdbares Wild in der Stadt einfindet. Hier weitgehend sicher vor Jägers Flinte durchwühlen Wildschweine Vorgärten, untergraben Füchse den Sandkasten und besetzen Rehe den Straßenraum. Berlin ist inzwischen zur Hauptstadt der frei lebenden Wildtiere geworden, und auch in Ulm sind sie immer wieder im Stadtgebiet anzutreffen.
Solche auf den ersten Blick paradiesischen Zustände zeigt unsere Ausstellung mit Bildern aus Europa und Asien.

 

Wildschweinrotte in Berlin
Foto: © Florian Möllers

 

Der Fotograf Florian Möllers etwa hat festgehalten, wie ganze Wildschweinrotten in Berlin die Straße überqueren oder wie ein Fuchs geduldig an einer Bushaltestelle wartet. Der studierte Biologe und Verhaltensökologe interessiert sich besonders für das zuweilen komplizierte Zusammenleben von Mensch und Tier. Seine Arbeiten wurden in Zeitschriften wie National Geographic, GEO, Huffington Post oder FAZ veröffentlicht. Mehrfach wurde Möllers bei internationalen Wettbewerben ausgezeichnet.

 

Aus der Serie "Dam Herons"
Foto: © Sam Hobson


Der Brite Sam Hobson fotografierte Graureiher, die im Amsterdamer Stadtbild überall zu finden sind: an den Grachten, an Bushaltestellen, auf öffentlichen Plätzen und an Mülleimern, über die sie sich auf der durchaus lohnenden Suche nach Essbarem hermachen. 2016 gewann Hobson den "Wildlife Photograhper of the Year"-Wettbewerb in der Kategorie "Urban" mit dem Bild eines Fuchses in Bristol, seiner Heimatstadt.

Die Stadt Nara im Süden japanischen Hauptinsel Honsh? zählt neben 400.000 menschlichen auch 1200 tierische Einwohner, die "heiligen Hirsche", die ohne Scheu in der Stadt herumstolzieren. Yoko Ishii hat sie mit ihrer Kamera vor den Auslagen des Gemüsehändlers, unter Betonbrücken oder auf ihren Wegen durch die Stadt festgehalten. Welch ein berührender Anblick, wenn die Tiere über den Asphalt schlendern oder ihre Köpfe ins Schaufenster stecken.

 

Aus der Serie "Tokyo Parotts"
Foto: © Yoshinori Mizutani

 


Die „Tokyo Parrots“ des Japaners Yoshinori Mizutani sind Schwärme von Halsbandsittichen, Nachfahren freigelassener Haustiere, wie sie inzwischen auch den Luftraum deutscher Städte entlang des Rheines erobert haben. Dass sich der künstlerische arbeitende Fotograf bei dem Anblick an Hitchcocks „Vögel“ erinnert fühlte, glaubt man bei seinen Bildern sofort. Mizutami: "Ich bin fasziniert von den Vögeln, denn eigentlich gehören sie nicht hierher, aber sind trotzdem da."
In Zusammenarbeit mit dem Naturkundlichen Bildungszentrum ist ein Quiz entstanden, das sich mit einem Besuch beider Häuser lösen lässt.

Der Eintritt in die Ausstellung des Naturkundlichen Bildungszentrums (Kornhausgasse 3, 89073 Ulm) ist mit dem Lösungswort aus dem Stadthaus-Rätsel frei. Der Eintritt in die Stadthaus-Ausstellung ist wie immer frei.
Ausstellungsführungen mit Projektleitern
Samstag, 28. Oktober 2017, 11 Uhr, mit Annette Schellenberg / Die Führung ist initiiert von der Lokalen Agenda Ulm 21 Donnerstag, 9. November, 17.00 Uhr, mit Dr. Raimund Kast
Ausstellungsführungen mit Max Wittlinger, Stadtförster Ulm
Donnerstag, 19. Oktober, 17.00 Uhr | Sonntag, 26. November, 11.30 Uhr
3,50 € pro Person, Kinder: 1,50 € (ab dem 2. Kind einer Familie 0,50 €)
Führungen im Naturkundlichen Bildungszentrum, Kornhausgasse 3, 89073 Ulm
Samstag, 28. Oktober, 13 Uhr | Donnerstag, 9. November, 15 Uhr | Sonntag, 26. November, 10.30 Uhr (jeweils ca. 45 Min.)
Eintritt in die Ausstellung: 2,40 € / Erwachsene (1,60 € erm.), Kinder ab 7 Jahre, Schüler, Studierende, ZDL, FSJ, FÖJ und Auszubildende: 1,50 €. Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos.
Der Biber - Umgang mit einem eigenwilligen Zeitgenossen
Vortrag von Franz Spannenkrebs, Biberbeauftragte am Regierungspräsidium Tübingen
Sonnt

29.09.2017 - 10.12.2017
Ausstellung Berlin . Für den Martin-Gropius-Bau und das Programm Immersion entwickelt Ed Atkins eine Serie neuer Arbeiten, die auf dem allegorischen Potenzial seiner spezifischen Videoästhetik aufbaut und sich in immer gewagtere Bereiche von Begehren, Historizität, Melancholie und Dummheit vortastet. 29. September bis 10. Dezember 2017
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Ed Atkins - Old Food
Ausstellung Berlin . Für den Martin-Gropius-Bau und das Programm Immersion entwickelt Ed Atkins eine Serie neuer Arbeiten, die auf dem allegorischen Potenzial seiner spezifischen Videoästhetik aufbaut und sich in immer gewagtere Bereiche von Begehren, Historizität, Melancholie und Dummheit vortastet. 29. September bis 10. Dezember 2017

 

 Copyright Ed Atkins Cortesy oft the artist, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin

 

Ein gigantisches Baby, ein affektierter Junge und ein ertrunkener Mann heulen, sabbern, verzehren groteske, mit Scheiße, Kadavern, Flaggen und Masken belegte Sandwiches – und lernen nichts daraus. Eine namenlose Menschenmenge schlittert in ein Loch, unaufhörlich, oder stellt in choreografierter Formation Buchstaben nach. Ein karges, gelooptes Klavierstück des Komponisten Jürg Frey wird in einer Betonzelle aufgeführt, in einer Einsiedlerhütte, in einem hochsommerlich-bukolischen Garten. Wandtexte des Onlinemagazins „Contemporary Art Writing Daily“ reflektieren eine barbarische Wirklichkeit, die in dieser Ausstellung nicht auftaucht. Ein Abspann suggeriert ein Ende, das nie anfängt und Social-Media-Konzerne sponsern das Ganze, anscheinend ungebeten.

Ed Atkins ist einer der markantesten Vertreter einer Künstlergeneration, die sich mit der Allgegenwärtigkeit digitaler Medien auseinandersetzt. In seinen computergenerierten Filmen schafft er Welten von forcierter Künstlichkeit, deren ramponierte und einsame Protagonisten er hypergenau und in entwaffnender Nähe in Szene setzt. Seine Animationen stellen ihre digitale Beschaffenheit aus, zielen jedoch zugleich auf einen verstörenden Realismus. Atkins’ Arbeiten gehen unter die Haut und erzeugen ein mulmiges Gefühl von Fäulnis, von substanziellem Unbehagen an Material und Konzept, ähnlich wie schon die Vorstellung von „altem Essen“ eine Ahnung von verschwendetem Nutzen und verdorbener Güte aufkommen lässt.

 

Copyright Ed Atkins Cortesy oft the artist, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin



Für den Martin-Gropius-Bau und das Programm Immersion entwickelt Atkins eine Serie neuer Arbeiten, die auf dem allegorischen Potenzial seiner spezifischen Videoästhetik aufbaut und sich in immer gewagtere Bereiche von Begehren, Historizität, Melancholie und Dummheit vortastet. Bekannt wurde Ed Atkins durch eine Reihe von Videoinstallationen mit CGI-Avataren, die durch Motion-Capture-Technik animiert sind und mit der Stimme des Künstlers sprechen. In seinen jüngeren Arbeiten führt er seine Erforschung des Mediums fort und koppelt affektive autobiografische Figurationen an Fragen, die durch die Macht des Digitalen aufgeworfen werden. Wo zuvor in Atkins’ Werk der Tod Voraussetzung für die Liebe und logischer Endpunkt jedes Repräsentationswillens war, stellt „Old Food“ ein weniger morbides und weitaus unromantischeres System vor. Die Welt von „Old Food“ ist von vornherein verloren und besteht trotzdem fort, ohne jede Aussicht auf Erlösung. Wie ein Hamburger von McDonald’s wird „Old Food“ nie verderben, nie vermodern – er existiert einfach weiter und ist das Inbild einer melancholischen Welt, in der das, was verlorenging, niemals begriffen und erst recht nicht zurückgewonnen werden kann.

„Old Food“ ist Atkins’ bisher umfangreichste Installation und choreografiert auf Monitorwänden und Flat-Screens ein Kammerspiel, das auf dubiose Weise sentimental und historisch ungenau wirkt. Mit den Mitteln von Karikatur und Parabel beschwört es das Niemandsland nostalgischer TV-Fantasywelten herauf, deren entgleisender Eskapismus das Scheitern des Fantastischen ausgerechnet an romantischen Weltentwürfen vorführt. Anders als viele von Atkins’ vorangegangenen Arbeiten ist „Old Food“ langsam – lahmgelegt und erschöpft von der eigenen offenkundigen Oberflächlichkeit. Und doch bewegt sich „Old Food“, taumelnd gefangen in einem schwermütigen Konzert, nach innen und außen abkippend.

Copyright Ed Atkins Cortesy oft the artist, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin



Atkins’ neuen computergenerierten Videoarbeiten steht eine umfangreiche Präsentation von Kostümen aus dem Fundus der Deutschen Oper Berlin gegenüber. Sie werden als Objet Trouvé so ausgestellt, wie sie dort eingelagert sind. Einerseits Elemente einer perversen Inszenierung, andererseits ganz pragmatisch schalldämpfende Auskleidungen des Raumes, laden die Kostüme zu einer Lesart der Videos als Ausdruck des Strebens nach Opernhaftigkeit ein – und als beschädigter historischer Traum. Sie stehen gleichermaßen für das Scheitern an einer angemessenen Auseinandersetzung mit der eigenen Zeitgenossenschaft, wie auch mit ihrer historischen und lokalen Verortung – vom Schottland des 11. Jahrhunderts über das antike Ägypten bis nach Berlin und in die Gegenwart. Sie sabotieren ihre eigentliche Rolle als Werkzeuge immersiven Geschichtenerzählens in demselben Maße, wie Atkins’ Videos kontinuierlich den eigenen Realismus und die ausgefeilte Technologie, durch die sie geschaffen sind, untergraben. Paradoxerweise ist die Wirkung eine substanzielle Gefährdung.

Ed Atkins wurde 1982 in Oxford, Großbritannien, geboren. Er studierte an Central Saint Martins (BA) und an der Slade School of Fine Art (MA) in London. Seinem Werk wurden in den letzten Jahren zahlreiche Einzelausstellungen gewidmet u.a. im MMK Frankfurt (2017), DHC/ART, Montréal (2017), dem Castello di Rivoli, Turin (2016), The Kitchen, New York (2016), dem Stedelijk Museum, Amsterdam (2015) und der Serpentine Gallery London (2014). Atkins ist zugleich als Schriftsteller tätig. 2016 erschien die Textanthologie „A Primer for Cadavers“ bei Fitzcarraldo Editions. Zuletzt erschien eine umfassende künstlerische Monografie im Skira Verlag in Zusammenarbeit mit dem Castello di Rivoli. 2015 erhielt Ed Atkins das DAAD-Künstlerstipendium; seitdem lebt und arbeitet er in Berlin.

Im Rahmen des Programms Immersion präsentieren die Berliner Festspiele Werke, die sich im Grenzbereich zwischen Ausstellung und Aufführung bewegen.

Martin-Gropius Bau, Niederkirchnerstraße 7, Berlin

 

Alle Bilder Copyright Ed Atkins Cortesy oft he artist, Galerie Isabella Bortolozzi, Berlin

29.09.2017 - 06.01.2018
Fotoausstellungen Frankfurt am Main . In diesem Jahr richtet Thomas Rietschel, ehemaliger Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, seinen Blick auf die DZ BANK Kunstsammlung und stellt 28 Arbeiten von dreizehn internationalen Künstlern vor, welche die Wahrnehmung gleich in mehrfacher Hinsicht infrage stellen??
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[AN-]SICHTEN: Vom Umgang mit der Wirklichkeit
Fotoausstellungen Frankfurt am Main . In diesem Jahr richtet Thomas Rietschel, ehemaliger Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, seinen Blick auf die DZ BANK Kunstsammlung und stellt 28 Arbeiten von dreizehn internationalen Künstlern vor, welche die Wahrnehmung gleich in mehrfacher Hinsicht infrage stellen??

 

Joan Fontcuberta
Typhatata Ppulcra, aus der Serie: Herbarium, 1982

 

Thomas Rietschel hat Fotografien der DZ Bank Kunstsammlung ausgewählt, die auf unterschiedliche Weise ein Spannungsfeld erzeugen zwischen der Wirklichkeit und dem, was sie als scheinbare Realität darstellen – ein Thema, das durch die politischen Lage und die Diskussion um „fake news“ gerade einen aktuellen Bezug erhält. Vertreten sind in dieser Ausstellung Fotoarbeiten aus der Sammlung von Gregory Crewdson, Thomas Demand, Valie Export, Joan Fontcuberta, Anton Henning, David Hockney, Barbara Klemm, Rosemary Laing, Louise Lawler, Ville Lenkkeri und Helen Sear sowie Neuerwerbungen von Barbara Probst und Michael Schäfer.

 

David Hockney
»Roses for Mother« December 4th 1995, 1995, DZ BANK Kunstsammlung im Städel Museum


Barbara Klemm
Abwahl des Parteivorsitzenden der SPD Rudolf Scharping, Mannheim, 1995

 

Das Ausstellungsformat [AN-]SICHTEN wird von einem Gastkurator aus einem anderen Kulturbereich gestaltet. In diesem Jahr richtet Thomas Rietschel, ehemaliger Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main, seinen Blick auf die DZ BANK Kunstsammlung. Thomas Rietschel hat Fotografien der Sammlung ausgewählt, die auf unterschiedliche Weise ein Spannungsfeld erzeugen zwischen der Wirklichkeit und dem, was sie als scheinbare Realität darstellen – ein Thema, das durch die politischen Lage und die Diskussion um „fake news“ gerade einen aktuellen Bezug erhält.??Vertreten sind in dieser Ausstellung Fotoarbeiten aus der Sammlung von Gregory Crewdson, Thomas Demand, Valie Export, Joan Fontcuberta, Anton Henning, David Hockney, Barbara Klemm, Rosemary Laing, Louise Lawler, Ville Lenkkeri und Helen Sear sowie Neuerwerbungen von Barbara Probst und Michael Schäfer.

 

Art Foyer der DZ Bank Kunstsammlung, Platz der Republik, Frankfurt am Main


 

28.09.2017 - 11.02.2018
Fotoausstellung Berlin . Rund 70 spektakuläre Fotografien, Grafiken, Zeitschriften und Dokumente europäischer Fotografinnen zum Kriegsgeschehen 1914 – 1945 an Front und Heimatfront zeigt das Verborgene Museum unter dem Titel Kriegsalltag und Abenteuerlust.
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Kriegsalltag und Abenteuerlust
Fotoausstellung Berlin . Rund 70 spektakuläre Fotografien, Grafiken, Zeitschriften und Dokumente europäischer Fotografinnen zum Kriegsgeschehen 1914 – 1945 an Front und Heimatfront zeigt das Verborgene Museum unter dem Titel Kriegsalltag und Abenteuerlust.

 

Mrs Albert (Christina) Broom: Offiziere der Frauenpolizei, die von Inspektor Mary Allen, einer ehemaligen Frauenrechtlerin, geleitet wird, erhalten Anweisungen für die Womens War Work Exhibition, Knightsbridge, London, Mai 1916
[©Imperial War Museum, Ref: Q 66159]

 

Fotografinnen, Journalistinnen, Amateurfotografinnen und fotografierende Krankenschwestern waren zwischen 1914 und 1945 an den beiden Angriffskriegen in Europa sowie am Spanischen Bürgerkrieg mit und ohne Akkreditierung als Kriegskorrespondentinnen beteiligt. Sie haben die Versorgung der Verwundeten im Lazarett, die Betreuung der Soldaten in der Etappe und den Krieg aus nächster Nähe an der Front ebenso wie das Leben zu Hause an der Heimatfront dokumentiert.

Sie waren überwiegend gegen Wilhelminismus, Faschismus und Nationalsozialismus eingestellt, aber weiblichen Geschlechts zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig Pazifistin zu sein. Die Österreicherin Alice Schalek beispielsweise war vom Krieg fasziniert. In England waren es die Suffragetten, die für das Wahlrecht der Frauen und mit Beginn des Krieges auch für ihren Einsatz im Krieg gekämpft haben.

 

 Florence Farmborough: Erschöpfte russische Soldaten, die sich der fahrenden Rote-Kreuz-Station
angeschlossen haben, machen Pause in der Nähe von Grodzisko, Polen, August 1915
[©Imperial War Museum, Ref: Q 98415]

 

Die Rolle der Fotografinnen als Dokumentaristinnen des Spanischen Bürgerkriegs fand bisher mit einer Ausnahme kaum Beachtung: Gerda Taro ist heute die bekannteste Kriegsfotografin in Europa. Die internationale Teilnahme fotografierender Frauen steigt im Zweiten Weltkrieg weiter an. Im Winter 1944 hat Germaine Krull für den militärischen Pressedienst der Freien Französischen Streitkräfte über die Befreiung des Elsass durch die Alliierten eine ausführliche Reportage gemacht; Eva Besnyö hat als verfolgte Jüdin in den Niederlanden lebend, 1940 Rotterdam nach der Zerstörung durch die deutsche Luftwaffe fotografiert.

 

Sensationell sind die Beispiele zweier sowjetischer Kriegskorrespondentinnen, Natalja Bode und Olga Lander, die im Dienst der Roten Armee für die zentralen Presseagenturen fotografiert haben. Ihr Leben und ihre Arbeit sind nur in groben Zügen rekonstruiert, ihre Bilder u.a. vom Krieg um Stalingrad sind einmalige Dokumente und werden außerhalb der Sowjetunion hier zum ersten Mal gezeigt.

 

Die Ausstellung schließt mit wenigen Beispielen des unbearbeiteten Kapitels deutscher Fotografinnen im Zweiten Weltkrieg. Ilse Steinhoff z.B. fotografierte in den besetzten Gebieten auf dem Balkan 1941-43 für die gleichgeschaltete nationalsozialistische Presse, u.a. die »BIZ«, »Signal« und »Die Wehrmacht« sowie 1942 in Libyen.

 

Das Verborgene Museum - Dokumentation der Kunst von Frauen e.V., Schlüterstraße 70, Berlin

 

 

28.09.2017 - 10.06.2018
Fotoausstellung München . Die Pinakothek der Moderne zeigt 64 Tafeln aus einem von Germaine Krull an Jürgen Wilde gewidmeten Exemplar der Erstausgabe von „Métal“, ergänzt um originale Fotografien der Serie, Dokumente und Archivalien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Bis 10. Juni 2018
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Germaine Krull. Métal
Fotoausstellung München . Die Pinakothek der Moderne zeigt 64 Tafeln aus einem von Germaine Krull an Jürgen Wilde gewidmeten Exemplar der Erstausgabe von „Métal“, ergänzt um originale Fotografien der Serie, Dokumente und Archivalien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Bis 10. Juni 2018

 
 Germaine Krull,
Tour Eiffel, 1927
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen



Ihre Bedeutung als Künstlerin der Avantgarde verdankt die Fotografin Germaine Krull (Wilda 1897 – 1985 Wetzlar) ihrem wegweisenden Mappenwerk „Métal“, das 1928 in Paris bei A. Calavas, Librairie des Arts Décoratifs in kleiner Auflage erschien. In 64 Lichtdrucktafeln setzt sie darin eiserne Konstruktionen wie Kräne, Brücken, Maschinen und den Eiffelturm mittels ungewöhnlicher Perspektiven und Bildausschnitte in Szene. Die Abfolge im Portfolio lässt aus den Einzelbildern einen geradezu filmisch-bewegten „Tanz der nackten Metalle“ werden und zeigt die gigantischen Metallkonstruktionen als dynamische Monumente einer modernen Zeit. Es war wohl gerade diese Veröffentlichung, die Walter Benjamin veranlasste, Germaine Krull in seiner „Kleinen Geschichte der Fotografie“ (1931)  in einem Atemzug mit den bedeutenden Fotografen August Sander und Karl Blossfeldt zu nennen.

 

Germaine Krull,
Brückenkran Rotterdam, 1927
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen 

 

 

Germaine Krull,
Tour Eiffel, 1927
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen


 
Die Präsentation zeigt alle 64 Tafeln aus einem von Germaine Krull an Jürgen Wilde gewidmeten Exemplar der Erstausgabe von „Métal“, ergänzt um originale Fotografien der Serie, Dokumente und Archivalien aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Zusätzlich ist der Kurzfilm „De Brug“ (1928) des niederländischen Filmemachers und Dokumentaristen Joris Ivens zu sehen. Hier zeigt sich nicht nur die persönlich künstlerische Verbindung der beiden, sondern auch die wechselseitige Inspiration der technischen Bildmedien Film und Fotografie in der Moderne.

 

Germaine Krull,
Selbstporträt mit Icarette 1925
© Nachlass Germaine Krull, Museum Folkwang, Essen


 
Germaine Krull, die ihre Ausbildung an der Münchner Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie absolviert hatte und 1920 aufgrund ihrer politischen Gesinnung aus Bayern ausgewiesen wurde, lebte nach Stationen in Moskau, Berlin und Amsterdam ab 1926 in Paris. Dort avancierte sie zu einer gefragten Werbe- und Porträtfotografin und arbeitete als Fotojournalistin. Trotz reger Ausstellungs- und Publikationstätigkeit in den 1920er- und 1930er-Jahren geriet sie nach 1945 in Vergessenheit.
 
Ann und Jürgen Wilde konnten Germaine Krull 1974 in Nordindien ausfindig machen und richteten ihr 1977 eine erste Retrospektive in Deutschland aus. Diese leitete die Wiederentdeckung der Fotografin und ihres bedeutenden Werkes ein.
 
 
Führungen:
 
18.10.2017 und 14. März 2018 | 15.00
Aus erster Hand | Kuratorenführung mit Simone Förster
 
26.11. 2017 und 28.1. 2018 | 15.00
Führung mit Constanze Lindner Haigis

Pinakothek der Moderne und Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Barer Str. 29, München



23.09.2017 - 14.01.2018
Fotoausstellung Düsseldorf . Reisen und Schauen, Welt-Erfahrung und Natur-Wahrnehmung sind für die künstlerische Arbeit von Axel Hütte von großer Bedeutung. Für seine Aufnahmen bereist der Fotograf alle Kontinente der Welt. Das Museum Kunstpalast zeigt mit 70 Bildern einen Überblick über sein Werk.
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Axel Hütte. Night and Day
Fotoausstellung Düsseldorf . Reisen und Schauen, Welt-Erfahrung und Natur-Wahrnehmung sind für die künstlerische Arbeit von Axel Hütte von großer Bedeutung. Für seine Aufnahmen bereist der Fotograf alle Kontinente der Welt. Das Museum Kunstpalast zeigt mit 70 Bildern einen Überblick über sein Werk.

Axel Hütte, Rheingau/Nebel-2, Germany, 2009, Ditone Print, 115 x 145 cm
Courtesy Galerie Nikolaus Ruzicska, Salzburg © Axel Hütte

 

Der Fotokünstler Axel Hütte gehört zu den wichtigsten Vertretern der Düsseldorfer Fotoschule. Für seine Aufnahmen, die insbesondere die Wahrnehmung von Landschaft oder Architektur thematisieren, bereist er alle Kontinente. Zum künstlerischen Schaffen von Axel Hütte (*1951) zeigt das Museum Kunstpalast zum Teil neue und erstmals öffentlich präsentierte Tag- und Nachtbilder des Fotografen aus mehr als zwanzig Jahren. Kuratiert wurde die Ausstellung von Ralph Goertz gemeinsam mit dem Künstler. Neben den großformatigen Fotoarbeiten sind zum ersten Mal auch zwei der seltenen Videoarbeiten des Künstlers zu sehen: Attonitus (2014) und Detroit (2017).

 

Axel Hütte, Danum Valley-1, Borneo, 2008, Ditone Print, 225 x 155 cm,
Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf © Axel Hütte

 

Axel Hütte, Tokyo-1, Japan, 2010, Duratrans-Print, 207 x 172 cm,
Courtesy Galerie Nikolaus Ruzicska, Salzburg © Axel Hütte

 

Axel Hütte, der seit langem als ein Meister der zeitgenössischen Landschaftsfotografie gilt, ist wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff und Candida Höfer aus der berühmten Klasse von Bernd Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie hervorgegangen. Gemeinsam mit ihnen zählt er zu den bedeutenden, international anerkannten Vertretern der Düsseldorfer Fotoschule.

 

 

19.09.2017 - 15.12.2017
Ausstellung Berlin . In ihrer dritten Präsentation der Reihe Mix Media präsentiert Kicken Berlin Architektur. In Mixed Media III werden neue Arbeiten von Joachim Brohm aus den Serien Mies Model Study und State of M. vorgestellt.
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Mixed Media III. About Architecture.
Ausstellung Berlin . In ihrer dritten Präsentation der Reihe Mix Media präsentiert Kicken Berlin Architektur. In Mixed Media III werden neue Arbeiten von Joachim Brohm aus den Serien Mies Model Study und State of M. vorgestellt.


LUCIA MOHOLY (1894 – 1989)
‚Wohnhaus Gropius in der Bauhausmeistersiedlung, von Westen‘, 1926
gelatin silver print
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / Courtesy Kicken Berlin

 



Seit 2015 stellt Kicken Berlin in der Reihe Mixed Media Ausstellungen zur Kunst der Moderne im 20. Jahrhundert im Dialog verschiedener Medien - Fotografie, Malerei, Zeichnung, Grafik und Skulptur - vor. Nach den Themen Portrait (2015) und Abstraktion (2016) widmet sich die dritte Präsentation der Architektur

 

 

JOACHIM BROHM (*1955)
 ‘Untitled (Mondrian)‘, from the group ‘State of M.’
archival pigment print on alu-dibond, 2015
© Joachim Brohm / VG Bild-Kunst, Bonn 2017 / Courtesy Kicken Berlin



In der aktuellen Ausstellung Mixed Media III bilden neue Arbeiten von  Joachim  Brohm  aus  den  Serien Mies  Model  Study und State  of M. den Ausgangspunkt für einen Dialog von Fotografien, Zeichnungen und  Modellen  verschiedener  Künstler,  darunter  Erich  Mendelsohn, Walter Gropius und Hans Poelzig, Enrico Prampolini und Hermann Finsterlin,  László  Moholy-Nagy  und  Lucia  Moholy,  Werner  Mantz, Albert Renger-Patzsch und August Sander oder legendäre Schulen wie das Bauhaus oder die russische Vkhutemas. Dabei kommen sowohl die klare und sachliche Struktur des Neuen Bauens zum Ausdruck wie die organisch-dynamischen Entwürfe der expressiven und futuristischen Utopien. Ihr Echo findet sich auch in den gewachsenen Formen der Industriearchäologie von Bernd und Hilla Becher wieder.

Joachim Brohm, der in seinen früheren Arbeiten die urbane Landschaft industriell geprägter Orte und ihre Veränderung u.a. im Ruhrgebiet und in den USA behandelt hat, wendet sich mit State of M. und Mies Model Study der Architekturmoderne zu, wie sie exemplarisch im Werk von Ludwig Mies van der Rohe zum Ausdruck kommen: dazu zählen die Dessauer Meisterhäuser des Bauhauses, die Villa Tugendhat in Brünn oder das 1:1-Modell eines nie realisierten Golfklubs in Krefeld. Transparenz, Lichtführung, Linearität, Volumen und Fläche sind die Parameter,  die  seine  Interpretation  der  ikonischen  Bauten  und Entwürfe bestimmen. Seine visuellen Deklinationen begegnen den Bildwerken der Neuen Sachlichkeit wie des Neuen Sehens, der tschechischen Moderne, dem Bauhaus und den Vkhutemas-Werkstätten mit ihrer Nähe zum Konstruktivismus und seiner strengen Geometrie.


BERND AND HILLA BECHER (1931-2007; 1934-2015)    
from ‘Coal Tipples, Goodspring, PA‘, 1975
4 gelatin silver prints
© Estate Bernd & Hilla Becher / Courtesy Kicken Berlin


Der Gedanke von „Urformen der Kunst“ in der Natur im Sinne Karl Blossfeldts  prägt  die  künstlerischen  Zeugnisse  in  den  ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Sie finden sich in naturmystischen und biosophischen Theorien, z.B. des Verlegers und Schriftstellers Ernst   Fuhrmann.   Mit   Albert   Renger-Patzsch   war   einer   der bedeutendsten neusachlichen Photographen für Fuhrmanns Auriga-Verlag tätig. Kristalle oder plastisch wirkende Pflanzenstrukturen finden ihre Pendants in utopischen Stadtentwürfen des Belgiers Edmond van Dooren ebenso wie in den anthropomorph belebten, visionären Architekturen eines Hermann Finsterlin, der auch an der expressionistisch geprägten Vereinigung Die gläserne Kette beteiligt war.

 

ED VAN DER ELSKEN (1925 – 1990)
‚Interior, Guggenheim Museum, New York‘, 1961
gelatin silver print
Nederlands Fotosmuseum, Rotterdam © Ed van der Elsken / Courtesy Kicken Berlin


Die intellektuelle  und ästhetischen  Suche der Künstler nach den ihrer Zeit angemessenen Formen  – der „von Grund aus neu erbauten Welt der Schönheit“, wie Walter Gropius 1919 zur „Ausstellung unbekannter Architekten“ schrieb – wird im Zusammenspiel der Künste exemplarisch  deutlich.  Stichworte  sind  Energie  und  Dynamik, Abstraktion und Entmaterialisierung sowie immer wieder das Licht, das  für  so unterschiedliche  Künstler  wie  Erich  Mendelsohn  oder László Moholy-Nagy  gleichermaßen  entscheidende  Bedeutung  besitzt. Darin verbinden sich Photographie und Architektur, Zeichnung und Skulptur.


Kicken Berlin, Linienstr. 161A, Berlin

16.09.2017 - 15.12.2017
Fotoausstellung Stuttgart . Das Spektrum der Bilder von Walter Schels ist breit und reicht vom Porträt bis zur Sachfotografie. Die Galerie ABTART zeigt mit rund 200 Bildern einen Querschnitt seiner umfangreichen Arbeit.
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Walter Schels Fotografie.
Fotoausstellung Stuttgart . Das Spektrum der Bilder von Walter Schels ist breit und reicht vom Porträt bis zur Sachfotografie. Die Galerie ABTART zeigt mit rund 200 Bildern einen Querschnitt seiner umfangreichen Arbeit.




Andy Warhol 1980 fotografiert von Walter Schels


In Sachen Fotografie macht ihm so schnell keiner was vor. Weder in ästhetisch-künstlerischer noch in technischer Hinsicht. Walter Schels, 1936 in Landshut geboren, könnte man als „uomo universale della fotografia“ bezeichnen. Doch nicht nur seine wunderbare Bilderwelt eröffnet neue Dimensionen, sondern das Gleiche gilt für jedes Gespräch mit ihm. Er repräsentiert eine allmählich aussterbende Haltung und die unermessliche Erfahrung eines weitgereisten Mannes. Alle Bilder Schels‘ künden nachdrücklich vom vitalen Leben. Selbst da, wo sie vom Tod handeln. Sie sind also im progressiven Sinne konservativ.

 

Schimpanse 1992 fotografiert von Walter Schels


Das Spektrum seiner fotografischen Kunst ist umfangreich. Noch nie zuvor wurde es im Zusammenhang gezeigt. Die Galerie ABTART unternimmt es zum ersten Mal in der von Klaus Honnef kuratierten Ausstellung. Wobei hinzugefügt werden muss: Notgedrungen in signifikanter Auswahl. Sie reicht von Menschen- und Tierporträts über Studien aller menschlichen Lebensphasen und Verhaltensweisen sowie den vielfältigen Herausforderungen des Lebens bis zur Sachfotografie und hier von Blumen bis zu Kanaldeckeln.

 

Angela Merkel fotografiert von Walter Schels


Darüber hinaus ist Schels unbestreitbar ein Neuerer. Beispiel Porträtfotografie. Sein kürzlich im renommierten S-Fischer Verlag erschienenes Buch „Hände“ bezeugt es. Auch schreckt er keineswegs vor chirurgischen und anderen Eingriffen in das fotografische Bild zurück. Die präzise Laborarbeit ist ebenso Element seiner fotografischen Kunst wie die Farb- und Formentwicklung während des Malens bei einem Maler.

 

Park-People NY 1973 fotografiert von Walter Schels


Das belegen vor allem die frappierenden Serien der strahlend blickenden Barbiepuppen oder eines Menschen, der nie altert, und die außergewöhnlich intensiven Bildnisse von Joseph Beuys und Andy Warhol. Die ästhetische Einstellung ist bei aller Unterschiedlichkeit der Motive identisch. Empathie bestimmt sie. Nicht von ungefähr erhielt Schels für eine Serie über Hospizpatienten den Hansel-Mieth-Preis, benannt nach einer der beiden einzigen Redaktionsfotografinnen des legendären Magazins „Life“. Berühmt wurden Schels´ einzigartige Tierporträts. Sie sind deshalb einzigartig, weil sie Tiere im Format und Stil von Menschenbildern darstellen, ohne sie auch nur um eine Nuance zu vermenschlichen. Die Travestie inspiriert ihre künstlerische Methodik. Erschienen sind seine Bilder in den meisten deutschen Fach- und Publikumszeitschriften und in ausländischen Magazinen, vor allem aber in seinen zahlreichen Büchern.
Walter Schels ist längst eine fotografische Legende. Die Kunstwelt muss ihn allerdings noch entdecken. Er nennt sich Fotograf, ist aber ein Künstler durch und durch.
Zur Ausstellung bei ABTART erscheint ein Katalog im Schuber mit fünf schmalen Bänden, die je einem besonderen Themenkreis gewidmet sind.



Galerie ABTART, Rembrandtstraße 18, Stuttgart

16.09.2017 - 13.01.2018
Fotoausstellung Oelde . In der neuen Leica Galerie in NRW zwischen Hannover und Düsseldorf läuft als erste Ausstellung "Was bleibt? Monochrom." mit Bildern des Inhabers und Galleristen der Leica Galerie, die sich um das Thema Porträt dreht. Bis zum 13. Januar 2018
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Lars Beusker - Was bleibt? Monochrom.
Fotoausstellung Oelde . In der neuen Leica Galerie in NRW zwischen Hannover und Düsseldorf läuft als erste Ausstellung "Was bleibt? Monochrom." mit Bildern des Inhabers und Galleristen der Leica Galerie, die sich um das Thema Porträt dreht. Bis zum 13. Januar 2018

Die neue Leica Galerie NRW copyright Lars Beusker

 

Die Leica Galerie NRW ist eine Hommage an die Weltausstellung 1929 getreu dem Motto „Form follows Funktion“ – angelehnt an die Architektur von Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon. Der Glas-Holz-Bau verfügt über rund 200 Quadratmeter Innenfläche, eine große Terrasse und Wasserbecken sowie einen Leica Boutique, in der Kunden ausgewählte Leica Produkte und Accessoires erwerben können. In der Leica Galerie NRW werden künftig wechselnde Ausstellungen von Klassikern und zeitgenössischer Fotografie präsentiert. Den Auftakt zur Eröffnung macht Lars Beusker, Inhaber und Gallerist der Leica Galerie NRW, höchstpersönlich mit seiner Ausstellung „Was bleibt? Monochrom.“ – bestehend aus fünf Projekt-Reihen, die sich um das Thema Porträt drehen und bis zum 13. Januar 2018 in der Leica Galerie NRW zu sehen sind. Seine teilweise großformatigen Schwarzweiß-Aufnahmen fesseln durch ihre eindrucksvolle Intensität und Ausdruckskraft – seien es Bilder von Top-Models wie Nadja Auermann, bedeutenden Künstlern wie Peter Lindbergh, marokkanischen Bauern oder geltungsfreudigen Dandys aus aller Welt. Dabei ermöglicht sein intimer Blick auch formal ein besonderes Bilderlebnis. Präsentiert werden mehr als 50 Fine-Art-Prints von größter Brillanz.

 

Leica Galerie Lars Beusker People


Lars Beusker ist ein Fashion-, Lifestyle und Still-Life-Fotografie. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Faszination für Menschen, Mode und Trends, aber auch deren tiefliegenden Emotionen, Besonderheiten und Abgründe. Durch seine zahlreichen Auftragsarbeiten für internationale Kunden wie SØR, Gant, Wellensteyn, Louis Copeland, Emanuel Berg, L’Oréal oder Müller Maßmanufaktur hat sich der 44-jährige Fotograf Techniken und Herangehensweisen erarbeitet, die es ihm erlauben, den Inhalten in seinen freien Arbeiten besonders nah zu kommen. Während bei seinen werblichen Arbeiten der digitale Workflow überwiegt, empfindet er es bei freien Projekten als Wohltat, zu den analogen Wurzeln der Fotografie zurückzukehren. Dabei reizt ihn die Herausforderung, mit wenigen Aufnahmen „das eine stimmige Bild zu machen“.

 

 Leica Galerie Lars Beusker People, Marokko

 

Die Leica Camera AG unterstreicht mit der Eröffnung der Leica Galerie NRW erneut die hohe Bedeutung des geprinteten Bildes und bietet sowohl bekannten Fotografen als auch aufstrebenden Talenten eine weitere Plattform, ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Leica Galerie NRW ist die fünfte Galerie in Deutschland von insgesamt 18 Leica Galerien weltweit.

 

Leica Galerie NRW, Mies von der Rohe Weg 1, Oelde

15.09.2017 - 22.10.2017
Bereits zum sechzehnten Mal in Folge gastiert die Ausstellung der weltbesten Pressefotos wieder im Fotomuseum WestLicht Schauplatz für Fotografie Die prämierten Einzelbilder und Fotoserien lassen als Ikonen der Zeitgeschichte das vergangene Jahr Revue passieren und zeigen auf eindringliche Weise Ereignisse aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Sport und Natur.
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World Press Photo Ausstellung bei WestLicht in Wien
Bereits zum sechzehnten Mal in Folge gastiert die Ausstellung der weltbesten Pressefotos wieder im Fotomuseum WestLicht Schauplatz für Fotografie Die prämierten Einzelbilder und Fotoserien lassen als Ikonen der Zeitgeschichte das vergangene Jahr Revue passieren und zeigen auf eindringliche Weise Ereignisse aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Sport und Natur.


Reportagen – Erster Preis, Einzelbilder
In Gogjali, einem der östlichen Bezirke von Mosul, durchsuchen Mitglieder irakischer
Spezialeinheiten am 2. November 201 die Häuser nach IS-Kämpfern, Ausrüstung und Spuren.
© Laurent Van der Stockt, Getty Images Reportage für Le Monde


 

Zu den dominierenden Themen im World Press PhotoWettbewerb gehören die Konflikte in der islamischen Welt, insbesondere der Krieg in Syrien und der Kampf gegen den IS im Norden Iraks, ebenso wie das Schicksal der Flüchtlinge auf den gefährlichen Transitrouten nach Europa. Aber auch andere Konflikte sind immer wieder von den Fotoreporten in aller Welt eingefangen worden. Jenseits des Atlantiks, auf einer Demonstration in Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana, schoss der Fotograf Jonathan Bachman ein schon jetzt ikonisches Bild für den zivilen Widerstand und die Proteste gegen die wiederholte Polizeigewalt gegen Afroamerikaner in den USA und belegte damit den ersten Platz in der Kategorie Aktuelle Themen. Das Bild zeigt die 27-jährige Aktivistin Ieshia Evans, die sich allein einem Kordon von schwer gepanzerten Polizisten in den Weg stellt.

 

 

 Alltagsleben – Zweiter Preis, Fotoserien
Ein Jäger in einer kleinen Siedlung nahe des Nizhnyaya Tunguska Flusses wäscht
sein Gesicht im Schnee, Sibirien, Russland, 18. März 2016 © Elena Anosova




Natur – Zweiter Preis Fotoserien
Ye Ye, ein sechzehnjähriger Panda, im ausgedehnten Wildgehege einer Forschungsstation
im Wolong Naturreservat, Sechuan, China, 30. Oktober 2015
© Ami Vitale, National Geographic Magazine


In der Kategorie Natur belegte die amerikanische Fotojournalistin Ami Vitale einen zweiten Platz mit ihrer Geschichte über Aufzucht- und Forschungsstationen für Pandas in der chinesischen Provinz Sechuan. Im vergangenen Jahr konnte der Große Panda von der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten genommen werden – die Population gilt zwar nach wie vor als fragil, hat sich aber auch dank des Einsatzes des chinesischen Staates zum Schutz des natürlichen Lebensraums der Bären stark erholt.

 

Sport – Dritter Preis, Einzelbilder
Bildunterschrift: Der Jamaikaner Usain Bolt schaut sich lächelnd um bei seinem
Sieg im Halbfinale der 100 Meter bei der Sommer-Olympiade in Rio de Janeiro, Brasilien, am 14. August 2016.
Das Rennen beendete er in 9,86 Sekunden, im Finale holte er Gold. Als erster Sportler errang er
damit auf der 100-Meter-Strecke drei Olympiatitel in Folge.

© Kai Oliver Pfaffenbach, Reuters

 

Insgesamt wurden im Wettbewerb 45 FotografInnen aus 25 Ländern in acht Kategorien ausgezeichnet. Beworben hatten sich 5.034 Kandidaten aus 125 Nationen mit über 80.000Fotografien.

Fotojournalismus mit Sitz in Amsterdam, den World Press Photo Contest aus. Eine jährlich wechselnde Jury beurteilt die Einsendungen von FotografInnen aus aller Welt. Das Ergebnis des renommierten Wettbewerbs, das jeweils als Wanderausstellung um den Globus tourt, gilt als wichtigste Leistungsschau der internationalen Pressefotografie.

 

WestLicht. Schauplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40, Wien

 

 

12.09.2017 - 11.11.2017
Fotoausstellung Graz . Mit ihren Arbeiten nahm Giorgia Fiorio schon an vielen internationalen Ausstellungen teil, ihre Werke werden in unter anderem in Rom, Berlin, Paris und Tokio bei Solo-Ausstellungen bewundert. In breitem Umfang zeigt das Grazer Atelier Jungwirth ihre Serie „Uomini“ und die Werkserie „Il dono“.
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Giorgia Fiorio
Fotoausstellung Graz . Mit ihren Arbeiten nahm Giorgia Fiorio schon an vielen internationalen Ausstellungen teil, ihre Werke werden in unter anderem in Rom, Berlin, Paris und Tokio bei Solo-Ausstellungen bewundert. In breitem Umfang zeigt das Grazer Atelier Jungwirth ihre Serie „Uomini“ und die Werkserie „Il dono“.

 

 Javier Conde Malaga Espana, 1996 © atelierjungwirth.com Giorgia Fiorio



 

Giorgia Fiorio, 1967 in Turin geboren,  kannauf eine abwechslungsreiche Karriere zurückblicken. Sie begann als Sängerin und nahm in den 1980ern unter anderem mehrmals am weltbekannten Festival Sanremo teil. Dann war sie als Schauspielerin aktiv, ehe sie ihrer dritten und wohl wichtigsten Leidenschaft folgte: der Fotografie.

Ab 1990 widmet sie sich dem Mann. Die Serie „Uomini“ zeigt Boxer in den USA, Minenarbeiter in der Ukraine, Mitglieder der Französischen Fremdenlegion, Stierkämpfer in Spanien, Feuerwehrmänner und Hochseefischer. In eindrucksvollen Schwarzweiß-Aufnahmen zeigt Fiorio dabei viel mehr als nur zähe und zumeist durchtrainierte Körper. Sie bietet auch einen Einblick in Arbeits- und Lebenswelten, wie sie uns heute weder in den Medien noch in unserem eigenen Umfeld noch sichtbar werden. Diese Serie wird erstmals im Atelier Jungwirth in beeindruckendem Umfang zu sehen sein. Über ihre Motivation, sich als junge Frau diesem Thema zu nähern, sagt sie: „New York 1990, ich bin dabei, mein Studium der Photographie abzuschließen. Ich bin einundzwanzig Jahre alt und die Welt steht unmittelbar und unerreichbar vor mir. Zu der Zeit glaube ich, die Photographie der Wirklichkeit sei das richtige Sprachmittel, um das unwegsame, raue Universum dieser Männer zu ergründen, die für die kollektive Vorstellung als ideales Urbild abendländischer Männlichkeit gelten.“

 


Brahmins on Ganges river banks. 2001 Maha Kumbh Mela Allahabad, India 2001
© atelierjungwirth.com Giorgia Fiorio



Im Jahr 2000 beginnt Giorgia Fiorio die nächste eindrucksvolle Werkserie „Il dono“ („Die Gabe“). Es geht dabei um eine Annäherung an religiöse Rituale, insbesondere die Pilgerreise. Das Licht spielt schon bei der Darstellung der männlichen Körper eine große Rolle, erst recht aber hier, wo es um den Kontakt des Menschen mit dem Göttlichen geht. Fiorio ist eine Meisterin der Lichtstimmungen und Schattierungen, wie jede ihrer Fotografien beweist.

 

Etrangère Libreville, Gabon, 1995 © atelierjungwirth.com Giorgia Fiorio

 


Giorgia Fiorio publizierte schon erfolgreich Bücher und bekam bedeutsame Auszeichnungen wie etwa von der UNESCO. 1997 wird sie von American Photography zum “Photographer of the year” erklärt. Giorgia Fiorio ist Lektorin an der Scuola Superiore Universitaria Sant’Anna, Pisa und der Ca’ Foscari Universität in Venedig, gründete die Reflection Masterclass, die sie von 2002 bis 2013 leitete und lehrte bis 2014 am International Centre of Photography ICP in New York.

 
 

Atelier Jungwirth, Opernring 12, Graz



 

09.09.2017 - 28.01.2018
Fotoausstellung Winterthur . Was passiert, wenn Fotografen und Künstler Hobbys zum Gegenstand ihrer Arbeit machen, um etablierte künstlerische Praktiken und Hierarchien herauszufordern? Zu diesem Thema stellt das Fotomuseum Winterthur amüsante und spannende Bilder in der Ausstellung „The Hobbyist – Hobbys, Fotografie und Hobbyfotografie“ vor.
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The Hobbyist
Fotoausstellung Winterthur . Was passiert, wenn Fotografen und Künstler Hobbys zum Gegenstand ihrer Arbeit machen, um etablierte künstlerische Praktiken und Hierarchien herauszufordern? Zu diesem Thema stellt das Fotomuseum Winterthur amüsante und spannende Bilder in der Ausstellung „The Hobbyist – Hobbys, Fotografie und Hobbyfotografie“ vor.


Eckhard Schaar, Bodybuilder, 1993
copyright Eckhard Schaar



Wie stellen Hobbyisten ihre Leidenschaft über die Fotografie dar, nicht zuletzt in Zeiten digitaler Kommunikation? Das Schweizer Museum Winterthur präsentiert die erste grosse Ausstellung, die das Verhältnis von Fotografie und Hobbykultur zum Thema hat, und sich dabei sowohl dem Fotografieren von Hobbys wie auch der Fotografie als Hobby widmet
Mit viel Feingefühl, Leidenschaft, Tiefsinn aber auch Witz wurden für die Ausstellung Werke in groben Überkategorien wie Hobby & Konsum, Ideologien, Spuren und Amateurkultur recherchiert, zusammengetragen und entsprechend im Raum inszeniert. Nebst geplantem künstlichem Rasen im Museum bauen wir unter anderem eine Impro-Bühne in den Ausstellungsraum sowie eine heimelige Sofalounge, welche an das Wohnzimmer Zuhause erinnern soll.

 

Ricardo Cases, aus Paloma al aire, 2011
copyright Ricardo Cases

 

Stephanie Kiwitt, aus GYM, 2013
© Stephanie Kiwitt / 2017, Pro Litteris, Zürich



In fünf Kapiteln geht die Ausstellung The Hobbyist der Frage nach, was ein Hobby in einer Zeit sein könnte, in der sich mit dem Wirkungsgrad des Internets das Verständnis von privaten und sozialen Räumen verschoben hat. Wurde durch die Digitalisierung möglicherweise das Ende der Hobbykultur heraufbeschworen? Oder haben Phänomene wie YouTube und die medialen Entwicklungen der Fotografie nicht erst das Hobbytum und die Freizeitbeschäftigung mit neuem Leben erfüllt?
Vor diesem Hintergrund untersucht die Ausstellung das Phänomen des Hobbys und reflektiert dessen Bedeutungsvielfalt innerhalb der Spannungsfelder von Freizeit undArbeit, Ideologie und Konsum, Amateurkultur und Professionalisierung.

 

 Simone Nieweg, Hütte unter Pflaumenbäumen, Ay-sur Moselle, 2009
© Simone Nieweg/Courtesy Galerie m Bochum

 

 Xiaoxiao Xu, aus Aeronautics, 2000
© Xiaoxiao Xu


Von den Hippie-Kulturen und Avantgarde-Strömungen der 1960er über die Do-it-yourself-Bewegung der 1980er Jahre bis hin zur heutigen „Maker“-Bewegung erkundet The Hobbyist konkrete Orte, an denen Hobbys stattfinden, sowie deren kommerzialisierte Ausformungen durch Konsum und Lifestyle. Anhand von Dokumenten der frühen 1970er Jahre, wie beispielsweise dem Whole Earth Catalog, ermöglicht die Ausstellung einen Rückblick auf die damaligen Gegenkulturen der Hippie- und frühen Computer-Community, aus denen heraus sich prototypische Werkzeuge für die Zukunft entwickelten, die rund zwei Generationen später selbstverständllicher Teil unserer Lebenswelt geworden sind. Dass Hobbys in Form ritualisierter Leidenschaften praktiziert werden, zeigen Inhalt und Umfang der fotografischen Werke, deren Urheber_innen sich oftmals an der Schnittstelle von Dokumentarist_innen und Hobbyist_innen, Experten und Amateur_innen bewegen und dabei das Verhältnis der Fotografie zu ziemlich skurrilen und enthusiastisch betriebenen Hobbys erkunden.

Die Ausstellung zeigt Werke von:
Kenneth Anger, Diane Arbus, Benedikt Bock, Mohamed Bourouissa, Chris Burden, Ricardo Cases, Bruce Davidson, David De Beyter, Jeremy Deller/Alan Kane, Glen Denny, Jeff Divine, Craig
Fineman, Robert Frank, Fuzi, Alberto García-Alix, William Gedney, Kirill Golovchenko, Carol Goodden/Gordon Matta-Clark/Tina Girouard/Suzanne Harris/Rachel Lew, Volker Heinze, Stephanie Kiwitt, Les Krims, Mike Mandel, Ari Marcopoulos, Eva & Franco Mattes, Hana Mileti?, Neozoon,
Simone Nieweg, Jenny Odell, Bill Owens, Lotte Reimann, Alexander Remnev, Cosmos Andrew Sarchiapone, Eckhard Schaar, Joachim Schmid,Oliver Sieber, Alec Soth und Xiaoxiao Xu.

Die Ausstellung wurde von Pierre Hourquet, Anna Planas und Thomas Seelig kuratiert. Begleitend erscheint ein Magazin (in den Sprachen Deutsch und Englisch) im Spector Verlag, mit Künstlerinterviews, anekdotischen Kurztexten und vertiefenden Essays, von u.a. Theodor W. Adorno, Olivia Baeriswyl, Jeremy Deller/Alan Kane, Thilo Koenig, Neozoon, Evgeny Morozov und Therese Steffen.


Imumfangreichen Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung können in Form von Do-it-yourself-Workshops, vertiefenden Gesprächen und performativen Lesungen weitere Aspekte der Freizeitkultur entdeckt werden.


Fotomuseum Winterthur, Grüzenstrasse 44+45, Winterthur


09.09.2017 - 28.10.2017
Ausstellung Köln . Kunst im digitalen Zeitalter in unterschiedlichen ku?nstlerischen Medien ist das Thema der Kölner Galerie Priska Pasquer in der Ausstellung „ Reset III und Virtual Reality“. Vom 9. September bis 28. Oktober 2017
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Reset III und Virtual Reality
Ausstellung Köln . Kunst im digitalen Zeitalter in unterschiedlichen ku?nstlerischen Medien ist das Thema der Kölner Galerie Priska Pasquer in der Ausstellung „ Reset III und Virtual Reality“. Vom 9. September bis 28. Oktober 2017


Tamiko Thiel Avogadoriln The Opal Palace

 

Mit Virtual Reality (VR) findet ein Umbruch im digitalen Zeitalter statt. Durch die VR-Brillebetritt man eine neue Welt, statt sie nur auf einem flachen Bildschirm zu betrachten. Das menschliche Streben nach Immersion, das schon die Kammern ägyptischer Pyramiden, Freskenräume der Renaissance oder riesige Kinoleinwände bezeugen, scheint sich mit Virtual Reality nun zu erfüllen. Eine neue Ära des virtuellen Raumes ist angebrochen.

 

Banz & Bowinkel VR 2

 

DiMoDa 2 Rosa Menkman


Die Ausstellung Reset III und Virtual Realit beleuchtet die künstlerische Auseinandersetzung mit virtuellen Räumen vor dem Hintergrund des digitalen Zeitalters. Wie erzeugen Ku?nstler virtuelle Räume? Wie sieht ein solcher im Vergleich zur realen Umgebung aus? Was bedeutet das für Körper und Wahrnehmung? Die von Priska Pasquer  initiierte Reset-Ausstellungsreihe beschäftigt sich mit der Entwicklung von Kunst im digitalen Zeitalter in unterschiedlichen künstlerischen Medien. Sie untersucht, wie Künstler mit ihren Arbeiten auf die Herausforderungen und Möglichkeiten der digitalen Transformation reagieren. Bedeutung und Definition des virtuellen Raumes sind einem stetigen Wandel unterworfen,der mit dem Aufkommen der heutigen Virtual Reality-Technologie in eine neue Phase tritt. Unter einem virtuellen Raum versteht man nicht nur einen Illusionsraum auf einer Fläche, sondern nun auch die immersiven Welten, die sich in der virtuellen Realität (VR) auftun. Der Unterschied ist, dass man durch die VR-Brille, dem Head-Mounted Display (HMD), nicht mehr von außen auf eine andere Welt blickt, sondern sich mittendrin befindet. Der Betrachter ist Mittelpunkt seiner Umgebung und entscheidet selbst, wo er hinschaut oder hingeht. Er spürt die Größenverhältnisse und nimmt die virtuelle Welt dreidimensional in Rundumsicht wahr.

Kuratiert von Tina Sauerländer (peer to space)
KÜNSTLER
Gazira Babeli (IT), Friedemann Banz & Giulia Bowinkel (DE), Dominik Halmer (DE), Carla Mercedes Hihn (ROU/DE), Claudia Larcher (AUT), Patrick Lichty (US/UAE), Judith Sönnicken (DE), The Swan Collective (DE), Tamiko Thiel (JP/DE), Fiona Valentine Thomann (FR/DE) & Alfredo Salazar-Caros (MEX/US) und William Robertsons (US) Digital Museum of Digital Art mit der Ausstellung Morphé Presence, kuratiert von Helena Acosta (US) und Eileen Isagon Skyers (PH/US), mit Arbeiten von Rosa Menkman (NL/DE), Brenna Murphy (US), Theo Triantafyllidis (GR/US) und Miyö Van Stenis (VEN/FR)

9. September bis 28. Oktober 2017

Zeitgleich zeigt die Galerie in ihrem Kabinett eine kleine Präsentation von Bauhaus Fotografien.

09.09.2017 - 29.10.2017
Fotoausstellung Köln . Die Ausstellung „famous faces" zeigt ein weites Feld der zeitgenössischen Porträtfotografie, das vom Dokumentarischen bis zur Inszenierung, von der Neuformulierung ikonografischer Bildtraditionen bis hin zu künstlerischen konzeptionellen Aspekten der Fotografie reicht. Vorgestellt werden in focus Galerie Bilder der Fotografen Bernard of Hollywood, Patrick Demarchelier, Elliott Erwitt, Abe Frajndlich , Greg Gorman, Thomas Hoepker, Arnold Newman, Irving Penn, Marc Riboud, Dietmar Schneider, Jeanloup Sieff und Karin Székessy.
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famous faces – Sehen und gesehen werden
Fotoausstellung Köln . Die Ausstellung „famous faces" zeigt ein weites Feld der zeitgenössischen Porträtfotografie, das vom Dokumentarischen bis zur Inszenierung, von der Neuformulierung ikonografischer Bildtraditionen bis hin zu künstlerischen konzeptionellen Aspekten der Fotografie reicht. Vorgestellt werden in focus Galerie Bilder der Fotografen Bernard of Hollywood, Patrick Demarchelier, Elliott Erwitt, Abe Frajndlich , Greg Gorman, Thomas Hoepker, Arnold Newman, Irving Penn, Marc Riboud, Dietmar Schneider, Jeanloup Sieff und Karin Székessy.

 

Greg-Gorman: Kim Basinger, Los Angeles, 1986 

 

Das menschliche Gesicht ist wundersam ausdrucksvoll und wir „scannen“ es, um die minimalsten Hinweise in der Mimik des Gegenübers wahrzunehmen. Das Erkennen menschlicher Gesichter und Gesichtszüge ist so bedeutsam, dass ein Teil des menschlichen Gehirns alleine dieser Aufgabe gewidmet ist. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Darstellung des menschlichen Gesichts auch in der Kunst eine große Bedeutung zukommt.

 

Jeanloup Sieff: Yves Montand 1961 Paris

 

Seit der Antike wurden Porträts von Herrschern, aber auch von prominenten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens angefertigt. Dabei kamen die Porträts dort zum Einsatz, wo der Porträtierte abwesend war und verliehen der dargestellten Person eine symbolische Präsenz, so als lebte sie anstatt im Körper in der Darstellung weiter. Diese Porträts spiegelten nicht nur die Bekanntheit des Dargestellten wieder, mit welcher eine Illusion von Erfolg und Glück einhergeht, sondern auch Intelligenz, Schönheit und Talent. Daraus entstand der Personen-/Prominentenkult, der sich in den letzten Jahrhunderten stark gewandelt hat, wobei vor allem die Technologie hierbei eine wichtige Rolle spielt. Eine der bedeutendsten Erfindungen auf diesem Gebiet war die der Fotografie. Das damals noch neue Medium sollte die Malerei im Laufe des 19. Jahrhunderts vor allem in der Bildgattung des Porträts ablösen.

 

 

Elliott-Erwitt: Havanna, Cuba, Che Guevara, 1964 

 

 

In der Ausstellung treffen aufeinander: Schauspieler wie Marilyn Monroe, Sophia Loren und John Wayne, Modells wie Twiggy oder Iman, Musiker wie Stravinsky und Barbara Streisand, Künstler wie Andy Warhol, Joseph Beuys und Picasso, Schriftsteller wie Lenz, Grass oder Böll und Politiker wie John F. Kennedy oder Mao Tse Tung.

Die Werke legen dabei nicht nur den Fokus auf das Äußere der Dargestellten, sondern auch auf ihre Persönlichkeit und geben einen Einblick in das zeitgenössische Leben.

 

in focus Galerie, Hauptstraße 114, Köln

09.09.2017 - 14.01.2018
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Die Ausstellung im Fotografie Forum Frankfurt präsentiert Bilder und Fotoreportagen aus aller Weltvon Bruno Barbey . Zu sehen sind 100 Schwarzweiß- und Farbfotografien der fru?hen 1960er Jahre bis heute.
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Bruno Barbey – Passages
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Die Ausstellung im Fotografie Forum Frankfurt präsentiert Bilder und Fotoreportagen aus aller Weltvon Bruno Barbey . Zu sehen sind 100 Schwarzweiß- und Farbfotografien der fru?hen 1960er Jahre bis heute.

 

Bombay (Mumbai),
India, 1980
© Bruno Barbey / Magnum Photos

 

Ob Momente unbeschwerter Kindheit, der respektvolle Blick in fremde Kulturen oder Aspekte des Menschlichen in politischen Konflikten und Kriegen: Die Vielfalt seiner Themen und seine einfu?hlsame Bildsprache machen Bruno Barbey zu einem der erfolgreichsten Fotojournalisten der Gegenwart. Mit Bruno Barbey – Passages

zeigt das Fotografie Forum Frankfurt eine Retrospektive des französischen Fotografen. Zu sehen sind 100 Schwarzweiß- und Farbfotografien der fru?hen 1960er Jahre bis heute. Zusätzliche Einblicke in Barbeys Arbeit geben Filme von Caroline Thiénot-Barbey, Filmemacherin und Ehefrau des Fotografen.

 

 Rivière des Galets,
Réunion Island, France, 1991
© Bruno Barbey / Magnum Photos

 

Die Ausstellung präsentiert Bilder und Fotoreportagen von Bruno Barbey aus aller Welt. Den zeitlichen Anfang markieren Schwarzweißbilder aus »Les Italiens«, Barbeys erstem Fotoessay (1961–1964), der ihn im Alter von 25 Jahren zum Mitglied bei Magnum Photos machte. Zum Pionier der journalistischen Farbfotografie wurde der Franzose bereits 1966 mit einem Fotoauftrag in Brasilien. Seinen einzigartigen virtuosen Umgang mit Farben belegen später vor allem seine vielfältigen Aufnahmen aus Marokko, der Heimat seiner Kindheit. Einen Schwerpunkt der Schau bilden Barbeys Dokumentationen großer Weltereignisse – Sechstagekrieg im Nahen Osten, Vietnamkrieg, Studentenunruhen in den 1960er Jahren, Polen zur Zeit von Solidarno?? oder der Irak-Krieg Anfang der 1990er Jahre.

Die Ausstellung „Passages“  illustriert Bruno Barbeys einzigartige Position in der Geschichte der ju?ngeren Fotografie: Präzise in der Arbeitsweise, poetisch in der Sicht. Mit Bildern, die stets die Balance halten zwischen Distanz, Nähe und Empathie fu?r die Schönheit und die Zerbrechlichkeit des Seins. Als »Rendezvous with history« hat Barbey seine Arbeit mit der Kamera selbst einmal charakterisiert. Ebenso spu?rbar ist immer auch seine Liebe zum Rendezvous mit dem Leben.

 

Belém,
Pará, Brazil, 1966
© Bruno Barbey / Magnum Photos

 

Geboren wurde Bruno Barbey 1941 in Marokko, wo er auch seine Jugend verbrachte. 1959/60 studierte er an der École des Arts et Métiers, Vevey/Schweiz. Mit 25 Jahren wurde er Mitglied der Agentur Magnum Photos. Barbeys Fotografien sind in internationalen Zeitschriften und Magazinen erschienen, darunter Vogue, Stern, National Geographic, Time, Life, Paris Match. Außerdem sind seine Arbeiten in zahlreichen Bildbänden und Büchern veröffentlicht, u.a. mit Texten renommierter Autoren wie Jean-Marie Gustave Le Clézio und Jean Genet. Seit 2016 ist Bruno Barbey Mitglied der Académie des Beaux-Arts. Er lebt in Paris und arbeitet weltweit.

Das Fotografie Forum Frankfurt zeigt Bruno Barbey – Passages« in Kooperation mit Bruno Barbey (www.brunobarbey.com) und dem Maison Européenne de la Photographie, Paris. Die Ausstellung ist zugleich Beitrag des FFF zum Ehrengastprogramm »Frankfurt auf Französisch« der Frankfurter Buchmesse 2017.

 

Fotografie Forum Frankfurt, Braubachstraße 30-32, Frankfurt am Main

08.09.2017 - 07.01.2018
Fotoausstellung Hamburg . Das Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg zeigt die neue Werkserie von Peter Bialobrzeski, einem der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart, dessen Arbeiten schon vielfach ausgezeichnet wurden. “Die zweite Heimat“ ist die Fortsetzung seines Projekts „Heimat“, das erstmals 2005 publiziert wurde.
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Peter Bialobrzeski – Die zweite Heimat
Fotoausstellung Hamburg . Das Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg zeigt die neue Werkserie von Peter Bialobrzeski, einem der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart, dessen Arbeiten schon vielfach ausgezeichnet wurden. “Die zweite Heimat“ ist die Fortsetzung seines Projekts „Heimat“, das erstmals 2005 publiziert wurde.

 Peter Bialobrzeski - Bochum 2012

 

Die Ausstellung ist der Auftakt der neuen Ausstellungsreihe „Hamburger Helden“. Zwischen 2011 und 2016 reiste Peter Bialobrzeski dafür durch Deutschland und  kam mit 30.000 Belichtungen von Orten und von Unorten zurück von denen in der Ausstellung rund 40 Farbfotografien aus dieser Zeit gezeigt werden zusammen mit 15 älteren Arbeiten aus Deutschland.

Er war unterwegs in Andernach, Berlin, Bottrop, Eisenhüttenstadt, Hamburg, Hagen, Haßloch, Meißen, Frankfurt, Offenbach, Wolfsburg, vor allem aber im weiten Dazwischen, im Fremdvertrauten eben, wo sich Garagentore, Laternen und Tankstellen aneinander reihen wie Henning Sußebachim begleitenden Buch des Verlags Hartmann Books schreibt.

Bialobrzeski unternimmt mit der Serie mehr als 30 Jahre nach Steven Shores berühmter Publikation „Uncommon Places“ den Versuch einer fotografischen Bestandsaufnahme deutscher Befindlichkeit. Er selber spricht von der „Erforschung der sozialen Oberfläche Deutschlands“. „Heimat also. Was ist das? Und wo? Darüber wird in Deutschland mal horizonterweiternd und mal hässlich gestritten. Gerade im Globalisierungszeitalter dient das Wort einigen zur Selbstfindung und anderen zur Abgrenzung. Mit dem Begriff Heimat wird Politik gemacht, Auflage generiert, Geld verdient, meist irgendetwas oder irgendjemand überhöht oder niedergemacht. Fast immer, wenn über Heimat gestritten wird, geht es um die Streitenden selbst, um ihren Blick auf die Welt und auf andere — nicht aber um das Objekt Heimat an sich“, so Buchautor Sußebach.

 

Peter Bialobrzeski - Berlin 2011

 

 

Peter Bialobrzeski - Bei Wismar 2012

 

Mit dieser Kabinettausstellung wird die loser Folge die Reihe „Hamburger Helden“ (Idee und Konzept: Ingo Taubhorn) eröffnet, die sich mit herausragenden Positionen von Fotografinnen und Fotografen beschäftigt, die ihren Sitz in der Hansestadt haben und von hier aus international agieren.

Peter Bialobrzeski studierte Politik und Soziologie bevor er in seiner Geburtsstadt Wolfsburg als Lokalreporter arbeitete. Nach seinem Studium des Kommunikationsdesigns mit Schwerpunkt Fotografie in Essen (Folkwangschule) und London (LCP) arbeitete er zunächst für internationale Zeitschriften, bevor er

Ende der 90er Jahre begann, seine Projekte in Buchform zu publizieren. Im März 2017 erschien sein 14. monographisches Buch. 2002 wurde Bialobrzeski als Professor für Fotografie an die Hochschule für Künste Bremen berufen. 2003 und 2010 gewann er einen WorldPressPhotoAward. 2012 wurde er mit dem Dr.

Erich Salomon Preis der deutschen Gesellschaft für Photographie geehrt. Seine Bücher wurden mehrfach gewürdigt, unter anderem mit dem „Deutschen Fotobuchpreis“, sowie der Auszeichnung „Eins der schönsten deutschen Bücher.“ Seine Fotografien sind in Einzel- und Gruppenausstellungen auf allen fünf Kontinenten gezeigt worden und befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen. Peter Bialobrzeski lebt in Hamburg.

 

Haus der Photographie, Deichtorstr. 1-2, Hamburg

 

08.09.2017 - 11.11.2017
Ausstellung Wien . Mit den beiden Künstlerinnen Janina Simone Kulcsar und Alexandra Diaconu zeigt die AnzenbergerGallery zwei abstrakte Positionen, die die Möglichkeiten des Mediums Fotografie immer wieder aufs Neue ausloten. Vom 8. September bis 11. November 2017
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Abstract Minds
Ausstellung Wien . Mit den beiden Künstlerinnen Janina Simone Kulcsar und Alexandra Diaconu zeigt die AnzenbergerGallery zwei abstrakte Positionen, die die Möglichkeiten des Mediums Fotografie immer wieder aufs Neue ausloten. Vom 8. September bis 11. November 2017

Bild: Janina Simone Kulcsar



Die beiden Künstlerinnen erforschen die Welt mit ihrer Kamera und reduzieren sie bis alles Konkrete und Definierte zum Abstrakten verdichtet ist. Die Abwesenheit von unmittelbar Fassbarem gibt dem Betrachter Raum, eigene Realitäten entstehen zu lassen. Diaconus Fotografien sind kein exaktes Abbild der Welt, sondern erscheinen als fein ausgearbeitete Schriftzüge oder Zeichnungen, indem sie vorhandenes künstliches Licht nutzen und mit diesem die Welt um sich herum neu zeichnen.

 

Bild Alexandra Diaconu

 

Kulcsar legt Wert darauf, dass ihre Arbeiten nicht digital bearbeitet sind. Sie stellt Fotofilter selbst her, fotografiert durch Glas, zeigt die Welt, zeigt Pflanzen, Haare oder Bäume wie durch eine Eisschicht, verschwommen, verwaschen, hält sehr exakt die Waage zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, leuchtet die Tiefe ihrer Umgebung aus.

AnzenbergerGallery, Brotfabrik Wien, Absberggasse 27, Wien






06.08.2017 - 02.11.2017
Ausstellung Salzburg . Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich Irene Andessner mit dem Körper und der Portrait-Ästhetik der Zukunft. Die Leica Galerie im Schloss Arenberg zeigt eine Auswahl ihrer Bilder aus verschiedenen Werksgruppen. 6. August bis 2. November 2017
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Irene Andessner …look at me!“
Ausstellung Salzburg . Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich Irene Andessner mit dem Körper und der Portrait-Ästhetik der Zukunft. Die Leica Galerie im Schloss Arenberg zeigt eine Auswahl ihrer Bilder aus verschiedenen Werksgruppen. 6. August bis 2. November 2017

 

Aus der Werksgruppe „I.A. Mozart(?)“, 2006

 

„Portraits funktionieren nur über Blicke“ erklärt die gebürtige Salzburgerin Irene Andessner. Initialzündung für ihr tiefes Interesse an Portraits war eine Ausstellung der Renaissancemalerin Sofonisba Anguissola im Kunsthistorischen Museum Wien: „Als ich ihre Selbstporträts sah, entdeckte ich diesen Blick. Einen Blick, der über Jahrhunderte gehalten hat. Ein Blick, der immer noch zu berühren vermag.“

Die Ausstellung “...look at me!” von Irene Andessner zeigt Arbeiten, welche Bezug zu Salzburg, zur Oper und zum Theater haben. Selbstporträts aus den Werkgruppen „Frauen zu Salzburg“,1999, sowie „I.A. Mozart(?)“, 2006, „Faust [Nacht-Spiel]“ und „Salonportraits“ von Dr. Helga Rabl-Stadler, Dr. Martin Hochleitner, Prof. Wilhelm Holzbauer, Dr. Karl Ludwig Vavrovsky, Raffaela von Salis und Thomas von Salis in unterschiedlichen Rollen. Mit stringenter Intensität recherchiert sie das Thema „Selbstporträt“ und „das Gefühl des Gesichts“.

 

Aus der Werksgruppe „Irrlichter – Milli Stubel-Orth“, 2000

 

Irene Andessner, 1954 in Salzburg geboren,  hat bei Emilio Vedova, Max Weiler und Arnulf Rainer an den Akademien der Bildenden Künste in Venedig und in Wien studiert.  Widmet sie sich erst der Malerei, setzt sie ab Mitte der 1990 Jahre ihre Konzepte mit dem Techniken Fotografie und Video um. Die Selbstinszenierung mit Rollenspiel tritt an die Stelle des gemalten Selbstporträts.


Die Künstlerin lebt und arbeitet in Wien und Venedig.

Leica Galerie im Schloss Arenberg, Arenbergstraße 10, Salzburg

 

29.07.2017 - 29.10.2017
Fotoausstellung Berlin. Unter dem Titel „Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU“ zeigt der Martin-Gropius-Bau Bilder der bekannten deutschen Fotografin Regina Schmeken. Es sind aufwühlende Dokumente von Orten, die auf den ersten Blick keinerlei Spuren einer Gewalttat aufweisen. Zwischen 2013 und 2016 besuchte die Fotografin mehrmals zwölf Tatorte in Deutschland. Es entstand ein Zyklus großformatiger Schwarz-Weiß-Fotografien, die vom 29. Juli bis 29. Oktober gezeigt werden.
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Regina Schmeken – Blutiger Boden
Fotoausstellung Berlin. Unter dem Titel „Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU“ zeigt der Martin-Gropius-Bau Bilder der bekannten deutschen Fotografin Regina Schmeken. Es sind aufwühlende Dokumente von Orten, die auf den ersten Blick keinerlei Spuren einer Gewalttat aufweisen. Zwischen 2013 und 2016 besuchte die Fotografin mehrmals zwölf Tatorte in Deutschland. Es entstand ein Zyklus großformatiger Schwarz-Weiß-Fotografien, die vom 29. Juli bis 29. Oktober gezeigt werden.

 

Michèle Kiesewetter (22) 25.4.2007 Heilbronn Theresienwiese
Copyright Regina Schmecken 2015

 

Regina Schmeken begann im Frühjahr 2013 die Tatorte des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) zu fotografieren, eine Verbrechensserie rechtsradikaler Terroristen inmitten deutscher Städte. Fast alle Opfer waren türkischer Herkunft. In der Serie geht es ihr um das Gedenken an die Ermordeten sowie um die Auseinandersetzung mit Orten, an denen die Taten geschahen.

„Das Beklemmendste an diesen Fotografien ist, dass auf ihnen weder die Mörder noch die Mordopfer zu sehen sind. An Schmekens Aufnahmen wirkt gerade das Unauffällige, Banale und Gewöhnliche unheimlich“, meint
Hans Magnus Enzensberger zu den Bildern.

 

Halit Yozgat (21) 6.4.2006 Kassel Holländische Straße
Copyright Regina Schmecken 2015

 

Zehn von Rechtsradikalen getötete Menschen zwischen 2000 und 2007 – in Dortmund, Hamburg, Heilbronn, Kassel, Köln, München, Nürnberg, Rostock. Das erste Opfer, der Blumenhändler Enver ?im?ek, wurde am 9. September 2000 in Nürnberg ermordet, das letzte Opfer, die Polizistin Michèle Kiesewetter am 25. April 2007 in Heilbronn. Bei einem Nagelbomben-Attentat in Köln wurden 22 Menschen verletzt, vier davon schwer. Der Prozess am Oberlandesgericht in München gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben sowie weitere fünf mutmaßlich Beteiligte begann 2013, das Urteil steht noch aus, ebenso die restlose Aufklärung der Taten.

In ihrer Arbeit geht es ihr um die Wahrnehmung der Wirklichkeit, ihren verschiedenen Bedeutungsebenen und deren Verdichtung.Die Ermordeten, acht türkischer, einer griechischer Herkunft und eine deutscher Herkunft wurden auf dem Boden liegend gefunden, brutal hingerichtet von rechtsradikalen Terroristen.

 

22 Verletzte und Schwerverletzte 9.6.2004 Köln Keupstraße
Copyright Regina Schmecken 2013

 

Feridun Zaimoglu nennt die Geschichte des NSU im Katalog zur Ausstellung „die Geschichte der großen Beschädigung“. Annette Ramelsberger schreibt „Die Reise an die Tatorte war eine Reise in ein Land von Schmerz und Tränen, von Gleichgültigkeit und klamm–heimlicher Freude über das, was geschehen ist. Als der NSU nach zehn Morden, zwei Sprengstoffattentaten und 15 Raubüberfällen aufflog, waren sich alle gewiss: So eine Terrorserie könne sich in Deutschland nicht wiederholen. Wer den NSU-Prozess verfolgt, der weiß: Dafür gibt es keine Garantie.“

 

Enver Simcek (38) 9.9.2000 Nürnberg
Copyright Regina Schmecken 2015

 

 

Die Ausstellung richtet sich gegen das Vergessen. Sie gedenkt derer, die ermordet wurden und sie fordert auf zum Nachdenken über das Geschehene und das künftige Zusammenleben.

 

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, Berlin

 

 

 

 

 

 

 

29.07.2017 - 19.11.2017
Fotoausstellung Hannover . Das Sprengel Museum zeigt die Bilderwelt des mit 40 Jahren 2015 verstorbenen Fotokünstlers in der Ausstellung „Sascha Weidner - It’s all connected somehow. Nachlasssichtung I“ vom 29. Juli bis 19. November 2017.
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Sascha Weidner – It’s all connected somehow
Fotoausstellung Hannover . Das Sprengel Museum zeigt die Bilderwelt des mit 40 Jahren 2015 verstorbenen Fotokünstlers in der Ausstellung „Sascha Weidner - It’s all connected somehow. Nachlasssichtung I“ vom 29. Juli bis 19. November 2017.

 

Sasche Weidner Caché II 2010
Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung / Sprengel Museum Hannover
© The Estate of Artist Sascha Weidner

 

Eine radikal subjektive Bilderwelt lernt man mit den Werken von Sascha Weidner kennen. Sie zeigen Sehnsüchte und Traumbilder einer Generation, deren Credo sich vielleicht am trefflichsten mit dem Slogan NO FUTURE – MUCH PRESENT überschreiben ließe. Im Hintergrund hämmern die Drums, schrappen die Gitarren. Doch Weidner schaute mit der Zärtlichkeit eines irritierten Romantikers auf diese Welt, die sich ihm bot, in Georgsmarienhütte, wo er 1976 geboren wurde und aufwuchs; in Braunschweig, wo er sein Studium 2004 als Meisterschüler von Prof. Dörte Eißfeldt abschloss; in Los Angeles, Berlin, Frankfurt, Sydney, Kyoto, Peking oder an einem der vielen "namenlosen" Orte dazwischen, an denen er war, um zu fotografieren.

 

Sascha Weidner Reh II 2013
Sprengel Museum Hannover, Schenkung Ole A. H. Truderung
© The Estate of Artist Sascha Weidner



Ob vermeintliche Tristesse der Provinz oder weltläufige Ferne: Weidner rang dem Sichtbaren stets unglaubliche Bilder ab: als wäre es egal, wo man denn sei, wenn denn vor allem sich selbst nah. Geradezu archetypisch scheinen in Weidners Fotografien Schönheit und Vergängliches miteinander zu kollidieren. Unfälle, Krankheit und Tod sind nahezu mystische Naturgewalten und von eben jener phantastisch-magischen Schönheit, die auch den brutalsten Schicksalsschlägen eigen ist. Farbe entsteht aus aufblitzendem, glitzerndem, vergehendem Licht, Körper stürzen oder fallen oder hängen oder schwingen sich auf oder sind auf irritierende Weise ineinander verschränkt.

 

Sascha Weidner Touché II 2005
Sprengel Museum Hannover, Schenkung Ole A. H. Truderung
© The Estate of Artist Sascha Weidner



Die Erfahrung der strukturellen Unbeherrschbarkeit des Seins ist vielleicht das Grundthema, das sich durch das Werk von Sascha Weidners zieht: Die menschliche Existenz ist geworfen in Schönheit. Sie ist konfrontiert mit Bildern, die sie produziert, derer sie Teil ist, die sie zerstört, aus denen sie, "einfach so", wieder verschwindet. Eine stille Melancholie paart sich hier mit einem lebensbejahenden Überschwang. Rainer Maria Rilke mag Bruder im Geiste sein: mit "Bleiben ist nirgends", entnommen seinen Duineser Elegien, ist denn auch eine frühe Arbeit Sascha Weidners überschrieben.


Das Sprengel Museum Hannover  bekam 2016 eine umfangreiche Schenkung aus dem Nachlass des Ku?nstlers und zeigt in Korrespondenz mit den von der Niedersa?chsischen Sparkassenstiftung erworbenen Werken die erste umfangreiche Ausstellung Sascha Weidners in einem Kunstmuseum.

 

Sprengel Museum Hannover, Kurt-Schwitters-Platz, Hannover

18.07.2017 - 30.11.2017
Fotoausstellung Salzburg . Im Foto-Raum auf der Festung Hohensalzburg zeigt Manfred Wakolbinger großformatige Unterwasser-Fotografien und ein Video unter dem Motto „Monsters, Beauties and Galaxies“ - Submarine Begegnungen. 18.7.bis 30.11.2017
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Manfred Wakolbinger - Monsters, Beauties and Galaxies
Fotoausstellung Salzburg . Im Foto-Raum auf der Festung Hohensalzburg zeigt Manfred Wakolbinger großformatige Unterwasser-Fotografien und ein Video unter dem Motto „Monsters, Beauties and Galaxies“ - Submarine Begegnungen. 18.7.bis 30.11.2017




Manfred Wakolbinger: Aus der Serie "Beauties"

 

Der international anerkannte Bildhauer und Foto-Künstler ist seit langem als Taucher auf der Suche nach speziellen Motiven, die in dem Gewölbe-Raum auf der Festung besonders gut zur Geltung kommen werden. Manfred Wakolbinger zeigt Einblicke in drei Serien von großformatigen Farbfotografien, die während seiner vielen Tauch-Reisen entstanden sind. Diese Bilder präsentieren eine ganz besondere Unterwasser-Welt, die der Künstler nur nach sehr langer Beobachtung und dem nötigen Wissen über die Flora und Fauna aufnehmen kann. Für diese Präsentation „ordnet“ er die aufgenommenen Lebewesen in Monster, Schönheiten und Galaxien.

 

Manfred Wakolbinger – Monster

 

Der Ausstellungsraum wird durch diese beeindruckenden und berührenden Details einer Welt, die tief unter dem Wasser liegt, verändert und anders erscheinen. In den Fotografien von Manfred Wakolbinger entdeckt jeder – die Fotografie-Spezialisten, Wissenschaftler und Touristen – etwas Neues.
Traklhaus auf der Festung:
Neben dem Museum (mit historischem Schwerpunkt) wird aktuelle, zeitgenössische Kunst präsentiert. Kunst im Traklhaus zeigt Fotoarbeiten, die speziell für diesen Raum konzipiert werden.







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