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Fotoausstellungen

20.01.2023 - 19.03.2023
Vom 20.1. bis 19.3.2022 läuft in der Berliner Akademie der Künstler die Ausstellung der US-amerikanischen Fotografin Nan Golden. Anlass ist ihre Auszeichnung mit dem Käthe Kollwitz Preis, der Nan Goldin anm 3. März 2022 überreicht wird. Ausgestellt werden Fotografien der Fotokünstlerin aus fünf Jahrzehnten, Motive aus Boston ebenso wie aus New York, Berlin und Asien.
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Nan Goldin erhält Käthe-Kollwitz-Preis 2022
Vom 20.1. bis 19.3.2022 läuft in der Berliner Akademie der Künstler die Ausstellung der US-amerikanischen Fotografin Nan Golden. Anlass ist ihre Auszeichnung mit dem Käthe Kollwitz Preis, der Nan Goldin anm 3. März 2022 überreicht wird. Ausgestellt werden Fotografien der Fotokünstlerin aus fünf Jahrzehnten, Motive aus Boston ebenso wie aus New York, Berlin und Asien.

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Nan Goldin
Bed, Paris/New York, 1992–2009, 2019
Archiv Pigmentdruck (114 x 167 cm)
Courtesy of the artist and Marian Goodman Gallery
© Nan Goldin

 

Die US-amerikanische Künstlerin Nan Goldin nimmt weltweit eine zentrale Position in der zeitgenössischen Fotografie ein; ihr Fokus liegt auf den Themen Liebe, Sexualität und Gewalt. Mit Werken aus ihrem persönlichen Lebensumfeld und der LGBT-Community hat sie Tabus gebrochen, Grenzen überwunden und sich damit für Akzeptanz und zunehmende Anerkennung der LGBT-Szene eingesetzt.

 

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Nan Goldin
Thora on my white bed, Brooklyn, NY, 2020
Archiv Pigmentdruck (76,2 x 102 cm)
Courtesy of the artist and Marian Goodman Gallery
© Nan Goldin

 

Die Unmittelbarkeit in ihren Fotografien entstammt ihrer physischen und emotionalen Zugehörigkeit und Distanzlosigkeit zu einer Lebenswelt, die sich vielen Menschen verschließt und durch Goldin geöffnet wurde. Nan Goldin denkt ihre Bilder in rhythmisierten Sequenzen. Daraus entsteht ein kumulativer Aspekt der Kompositionen, die durch Erweiterungen, Veränderungen und den wechselnden Beziehungen der einzelnen Elemente untereinander in steter Bewegung sind.

 

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Nan Goldin
Thora at my vanity, Brooklyn, NY, 2021
Farbsublimationsdruck auf Aluminium (76,2 x 101,6 cm)
Courtesy of the artist and Marian Goodman Gallery
© Nan Goldin

 

 

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Porträt Nan Goldin
Foto: Megan Kapler

 

Die Ausstellung zeigt Schwarzweiß- und Farbfotografien aus den frühen Bostoner Jahren, aus New York, Berlin und Asien sowie aktuelle großformatige Werke wie Landschaften und Grids. Begleitend erscheint eine Publikation.

 

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Nan Goldin, geboren 1953 in Washington, D.C., lebt und arbeitet in New York. 1991 kam sie auf Einladung des DAAD nach Berlin und lebte dort vier Jahre lang. Nan Goldin ist mit ihren Arbeiten in vielen Sammlungen weltweit vertreten. Ihre Werke waren zuletzt u. a. zu sehen: Tate Modern, London (2019); Chateau de Versailles, Frankreich (2018); Irish Museum of Modern Art, Dublin (2017); Museum of Modern Art, New York (2016). Sie wurde mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, u. a. mit der Centenary Medal der Royal Photographic Society, London (2018), dem Hasselblad Award (2007) und als Commandeur des Arts et des Lettres Frankreichs (2006). 2017 gründete Nan Goldin die Aktivist*innen-Gruppe P.A.I.N. (Prescription Addiction Intervention Now).

 

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Nan Goldin
Mirror, Bangkok/Berlin/New York, 1991–2008, 2019
Archiv Pigmentdruck (114 x 167 cm)
Courtesy of the artist and Marian Goodman Gallery
© Nan Goldin

 

 

Der Käthe-Kollwitz-Preis wird seit 1992 von der Kreissparkasse Köln, Trägerin des Käthe Kollwitz Museum Köln, mitfinanziert.

Im Rahmen des EMOP Berlin European Month of Photography,

 

 

03.12.2022 - 14.05.2023
Fotoausstellung Berlin . Die Ausstellung "Helmut Newton. Brands" stellt über 200 Fotografien vor von denen nahezu100 weitgehend unbekannte Motive sind. Präsentiert werden die Aufnahmen, die vor allem in den 1980er- und 90er-Jahren für zahlungskräftige Werbeagenturen und Industriekunden entstanden sind, und zwar meist in und um Monaco, von der Helmut Newton Stiftung. Die Ausstellung läuft vom 3.12.2022 bis 14.5.2022
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Helmut Newton. Brands
Fotoausstellung Berlin . Die Ausstellung "Helmut Newton. Brands" stellt über 200 Fotografien vor von denen nahezu100 weitgehend unbekannte Motive sind. Präsentiert werden die Aufnahmen, die vor allem in den 1980er- und 90er-Jahren für zahlungskräftige Werbeagenturen und Industriekunden entstanden sind, und zwar meist in und um Monaco, von der Helmut Newton Stiftung. Die Ausstellung läuft vom 3.12.2022 bis 14.5.2022
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Helmut Newton
Paul Picot Watches, Monte Carlo 1992
copyright Helmut Newton Foundation
 
 
 
Der Fotograf unterschied kompositorisch und stilistisch nicht zwischen dem Zeitschrifteneditorial und den unmittelbaren Aufträgen solcher Kunden, vermittelt häufig über Werbeagenturen. Selbstironisch nannte er sich „A Gun for Hire“ – und so hieß auch die posthume Ausstellung seiner kommerziellen Fotografie, die 2005 zunächst im Grimaldi-Forum in Monaco und anschließend in seiner Berliner Stiftung zu sehen war.
 
Die aktuelle Präsentation knüpft an „A Gun for Hire“ an und zeigt in den vorderen drei Ausstellungsräumen begegnen uns Modebilder im Luxussegment, beispielsweise Newtons Versionen der damals aktuellen Mode von Yves Saint Laurent, Haute Couture oder Prêt-à-porter-Entwürfe. Seine fotografischen Inszenierungen sind von Saison zu Saison so unterschiedlich und individuell wie die Damenbekleidung selbst; jenseits aller Realitätsbezüge entführen sie uns zuweilen in ferne gedankliche und exotische Sphären.
 
 
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Helmut Newton
Ca'del Bosco, Erbusco, Italy, 1989
copyright Helmut Newton Foundation
 
 
Daneben werden Newtons Auftragsarbeiten für Wolford ausgestellt, die 1993 und 1994 als Kalender für exklusive Kunden publiziert wurden. Genutzt wurden diese Fotografien auch für Strumpfhosenverpackungen wie für riesige Formate auf Billboards, Linienbussen und Hausfassaden. Die Frauen in den Strumpfhosen und enganliegenden Bodys werden so mitunter zu Giganten im öffentlichen Raum. Weiterhin finden sich in den ersten drei Räumen der Ausstellung Werbebilder unterschiedlicher Designer für die amerikanische Luxuskaufhauskette Neiman Marcus sowie Beispiele aus Newtons langjähriger, enger Zusammenarbeit mit Anna Molinari und deren Label Blumarine, unter anderem mit den Modellen Monica Bellucci, Carla Bruni oder Carré Otis, realisiert in Nizza und Monaco 1993 und 1994. 
 
 
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Helmut Newton
Advertisment for Absolut Vodka, Sweden 2000
copyright Helmut Newton Foundation
 
 
Für all diese Werbekampagnen gilt gleichermaßen: Bekannt wurden immer nur einige wenige ausgewählte Motive, die Newton zu Lebzeiten in seine Ausstellungen und Bücher integrierte. "Helmut Newton. Brands" bietet erstmals die Möglichkeit, innerhalb einer Ausstellung die gesamten Bildserien zu sehen. 
 
Im Hauptraum der Helmut Newton Stiftung sind weitere „neue“ Bildmotive zu entdecken: Aufnahmen, die Newton für die Tabakwarenfirmen Philip Morris und Dannemann, für den Turiner Kaffeeröster Lavazza, den italienischen Winzer Ca‘ del Bosco oder den österreichischen Heimwerkermarkt Bauwelt herstellte. Auch diese Motive fotografierte er in den 1980er- und 90er-Jahren, jeweils sehr individuell, an der Marke und ihren Angeboten orientiert und doch im „klassischen“ Newton-Stil. 
 
 
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Helmut Newton
Advertisement for Givenchy, Monte Carlo 1996
copyright Helmut Newton Foundation
 
 
 
Ergänzt wird die Präsentation im hinteren Ausstellungsraum durch Bilder weiterer Kollaborationen, u.a. mit dem Modeschmuckhersteller Swarovski, Volkswagen und Chanel. Mitte der 1970er-Jahre realisierte Newton sogar zwei Werbefilme für das berühmte Parfüm Chanel No 5 mit Catherine Deneuve. Polaroids, analoge Kontaktbögen ausgewählter Werbe-Shootings, Look Books der Modekunden sowie einige Anzeigen in Magazinen sind in Vitrinen ausgebreitet und verweisen auf die unterschiedliche Verwendung von Newtons Werbefotografie. 
 
Die Zusammenarbeit mit Modefirmen jenseits des Editorials begann in Newtons Werk bereits recht früh; von 1962 bis 1970 arbeitete er beispielsweise für Nino-Moden aus Nordhorn, das damals größte deutsche Textil-Unternehmen, oder 1968 für den Londoner Biba-Katalog. Im gleichen Jahr übernahm er einen Auftrag des französischen Automobilherstellers Citroën. So inszenierte Newton jahrzehntelang Alltags- und Luxusprodukte und wurde mittels seiner visuellen Umsetzungen und deren Veröffentlichungen zum Verbindungsglied zwischen den Produzenten und Konsumenten. Seine Bildgeschichten waren universell verständlich, konnten also problemlos in unterschiedlichen, nationalen Magazinen des gleichen Verlages veröffentlicht werden, gleichgültig ob als Editorial oder als Werbung. 
 
Diese Werkgruppen von Helmut Newton sind erstmals Bestandteil einer Überblicksausstellung zu seiner Werbefotografie. In diesem meist unterschätzten und gleichzeitig so wirkungsmächtigen Bereich angewandter Fotografie geht es um die zweckmäßige Visualisierung von konkreten Produkten, im Fall von Newton um Damenstrumpfhosen, Abendkleider, Kaffeepulver, Fernsehgeräte, Sägeblätter, Tafelsilber, Rotwein, Autos, Armbanduhren, Modeschmuck und Zigarren. Mal werden die Gegenstände von Newton exponiert, ja sprichwörtlich auf einen Sockel gehoben, mal marginalisiert. Letztendlich stellt die angewandte, kommerzielle Fotografie, die für Werbezwecke verwendet wurde, einen der wichtigsten Aspekte in Newtons Werk dar. 
 
 
Anlässlich der neuen Ausstellung „Helmut Newton. Brands“ erscheint bei TASCHEN die überarbeitete Neuauflage von „Helmut Newton. A Gun for Hire“ mit Vorworten von Matthias Harder und June Newton sowie Statements von Pierre Bergé, Tom Ford, Josephine Hart und Anna Wintour, Hardcover, 23 x 30,5 cm, 1,85 kg, 240 Seiten, € 50 
 
03.12.2022 - 10.04.2023
Bereits zum zehnten Mal in Folge zeigt das Westfälische Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster als erstes Museum in Deutschland und exklusiv in NRW die Ausstellung „Wildlife Photographen of the Year“ bei der hundert ausgezeichnete Fotos aus den verschiedenen Wettbewerbskategorien vorgestellt werden. Jedes Jahr zeichnet das Natural History Museum London in einem internationalen Wettbewerb die besten Naturfotografien aus. In einer Wanderausstellung werden die preisgekrönten Fotos rund um den Globus präsentiert.
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„Wildlife Photographer of the Year“ im Westfälischen Pferdemuseum Münster
Bereits zum zehnten Mal in Folge zeigt das Westfälische Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster als erstes Museum in Deutschland und exklusiv in NRW die Ausstellung „Wildlife Photographen of the Year“ bei der hundert ausgezeichnete Fotos aus den verschiedenen Wettbewerbskategorien vorgestellt werden. Jedes Jahr zeichnet das Natural History Museum London in einem internationalen Wettbewerb die besten Naturfotografien aus. In einer Wanderausstellung werden die preisgekrönten Fotos rund um den Globus präsentiert.

Muenster Karine Aigner, Das gro·e Summen, Wildlife Photographer of the Year

Karine Aigner Wildlife Photographer of the Year


„Wildlife Photographer of the Year“ gehört zu den wichtigsten, internationalen Fotowettbewerben für Naturfotografen. Seit über 50 Jahren wird er vom weltberühmten Natural History Museum in London veranstaltet. Für den diesjährigen Titel „Wildlife Photographer of the Year“ sichtete eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz der Redakteurin Rosamund Kidman Cox rund 39.000 Einsendungen – eingereicht von Profi- und Amateurfotografen aus über 90 Ländern. Ausgezeichnet wurden die besten Bilder in insgesamt 16 Kategorien, darunter „Fotojournalismus“, „Unterwasserwelten“ und „Tierporträts“.  Besucher:innen können in der Ausstellung die Natur in all ihren Facetten erleben – in berührenden, spektakulären, aber auch amüsanten Bildern.

 

Muenster Junji Takasago, Himmlische Flamingos,  Wildlife Photographer of the Year

Junji Takasago, Himmlische Flamingos, Wildlife Photographer of the Year

 

„Wildlife Photographer of the Year“ ist der größte und wichtigste Wettbewerb dieser Art und findet in diesem Jahr bereits zum 58. Mal statt. Das Erfolgsgeheimnis: Hier wird nichts inszeniert, hier ist alles echt. Die Naturfotografien zeigen die reale Welt – ihre grausamen und hässlichen Seiten ebenso wie ihre schönen. Nach der Siegerehrung werden die preisgekrönten Fotografien in einer Wanderausstellung gezeigt, die an Orten auf der ganzen Welt von über einer Million Besuchern gesehen wird.


Für den diesjährigen Titel „Wildlife Photographer of the Year“ sichtete eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Rosamund Kidman Cox über 50.000 Einsendungen – eingereicht von Profi- und Amateurfotografen aus 95 Ländern. Die prämierten Bilder zeigen nicht nur die Schönheit der Natur, sondern führen auch den fragwürdigen Umgang des Menschen mit ihr vor Augen. Thematisiert werden unter anderem der Klimawandel, die zunehmende Umweltverschmutzung und der illegale Wildtierhandel.

Die amerikanische Fotografin Karine Aigner wurde für ihr bemerkenswertes Bild eines summenden Kaktusbienenballs, der sich über den heißen Sand einer Ranch in Texas dreht, zur diesjährigen Wildlife Photographer of the Year ernannt. In ihrer Nahaufnahme auf Bienenhöhe sind alle außer einem Männchen und sie sind fest entschlossen, sich mit dem einzelnen Weibchen in der Mitte zu paaren. Wie die meisten Bienen sind sie durch den Verlust ihres Lebensraums, Pestizide und den Klimawandel sowie durch landwirtschaftliche Praktiken bedroht, die ihre Nistplätze stören.

Karine ist die fünfte Frau in der 58-jährigen Geschichte des Wettbewerbs, die mit dem Grand Title Award ausgezeichnet wurde. Die Vorsitzende der Jury, Autorin und Herausgeberin, Rosamund „Roz“ Kidman Cox OBE, sagt: „Flügelschwirrende, ankommende Männchen zielen auf den Ball aus summenden Bienen, der direkt ins Bild rollt. Das Bewegungsgefühl und die Intensität werden bei einer Vergrößerung auf Bienenniveau gezeigt und verwandeln kleine Kaktusbienen in große Konkurrenten für ein einzelnes Weibchen.


Young Wildlife Photographer of the Year 2022

Der 16-jährige Katanyou Wuttichaitanakorn aus Thailand wurde für sein kreatives Bild The beauty of bareen als Young Wildlife Photographer of the Year 2022 ausgezeichnet. Als ein Brydewal in der Nähe des Bootes auftauchte, war Katanyou fasziniert von den kontrastierenden Farben und Texturen seiner dunklen Haut, dem rosafarbenen Zahnfleisch und der bürstenartigen Masse von Barten, die von seinem Oberkiefer herabhingen. Wie andere Bartenwale verwenden Bryde’s eine Technik, die als Longe-Feeding bekannt ist, um eine große Anzahl kleiner Fischschwärme zu fangen und die Bartenplatten zu verwenden, um die kleine Beute aus dem Ozean zu filtern.

 

Muenster Katanyou Wuttichaitanakorn, Faszination der Barten, Wildlife Photographer of the Year

Katanyou Wuttichaitanakorn Faszination der Barten, Wildlife Photographer of the Year

 

Als begeisterter Naturforscher und Fotograf seit seinem 12. Lebensjahr ist diese dynamische Komposition Katanyous erste Auszeichnung im jährlichen Wettbewerb.
„Aus dem Rachen eines Brydewals kommt diese schillernde Kreation. Das gestochen scharfe Detail der winzigen Sardellen steht im Kontrast zu einer Farbabstraktion mit dem Geflecht aus braunem Bartenhaar, das von einer Kaskade aus Wassertropfen umrandet wird“, sagt Rosamund „Roz“ Kidman Cox OBE.

 

Leistungsstarke Plattform

Die beiden Grand Title-Gewinner wurden aus 19 Kategoriesiegern ausgewählt, die die Natur in all ihren Wundern und ihrer Vielfalt hervorheben. In einem intensiven Verfahren wurden 38.575 Einsendungen aus 93 Ländern anonym von einer internationalen Expertenjury hinsichtlich ihrer Originalität, Narration, technischen Exzellenz und ethischen Praxis bewertet.
Dr. Doug Gurr, Direktor des Natural History Museum, kommentiert: „Wildlife-Fotografen bieten uns unvergessliche Einblicke in das Leben wilder Arten, teilen unsichtbare Details, faszinierende Verhaltensweisen und berichten an vorderster Front über die Klima- und Biodiversitätskrise. Diese Bilder zeigen ihre Ehrfurcht und Wertschätzung für die Natur und die dringende Notwendigkeit, Maßnahmen zu ihrem Schutz zu ergreifen.“

 

Muenster Brent Stirton, Ndakasis Abschied, Wildlife Photographer of the Year

Brent Stirton, Ndakasis Abschied, Wildlife Photographer of the Year

 

Muenster Fernando Constantino Mart°nez Belmar, Die FledermausjÑgerin, Wildlife Photographer of the Year

Fernando Constantino Martinez Belmar, Die Fledermausjägerin,
Wildlife Photographer of the Year

 

Muenster Tony Wu, Sternstunde,  Wildlife Photographer of the Year_1

Tony Wu, Sternstunde, Wildlife Photographer of the Year

 

Die Ausstellung tourt durch das Vereinigte Königreich und international zu Veranstaltungsorten in Australien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Neuseeland, der Schweiz, den USA und mehr.


Über Naturfotograf des Jahres: Wildlife Photographer of the Year wurde 1965 vom BBC Wildlife Magazine, damals Animals genannt, gegründet. Das Naturhistorische Museum schloss sich 1984 zusammen, um den Wettbewerb in seiner heutigen Form ins Leben zu rufen. Der Wettbewerb wird jetzt vom Natural History Museum, London, durchgeführt und gehört ihm.

Westfälisches Pferdemuseum Münster gGmbH
Sentruper Straße 311 | 48161 Münster

 

 

25.11.2022 - 26.03.2023
Fotoausstellung Hamburg . Neue Arbeiten von Paul Mpagi Sepuya aus seiner fortlaufenden Serien »Daylight Studio / Dark Room Studio« werden ab dem 25. November im PHOXXI, dem temporären Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg, erstmalig in Europa präsentiert. Sepuya (*1982 in San Bernardino, Kalifornien, USA, lebt und arbeitet in Los Angeles) gehört zweifelsfrei zu den weltweit bedeutendsten Künstlern der queeren Fotografie.
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Paul Mpagi Sepuya - Daylight Studio / Dark Room Studio
Fotoausstellung Hamburg . Neue Arbeiten von Paul Mpagi Sepuya aus seiner fortlaufenden Serien »Daylight Studio / Dark Room Studio« werden ab dem 25. November im PHOXXI, dem temporären Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg, erstmalig in Europa präsentiert. Sepuya (*1982 in San Bernardino, Kalifornien, USA, lebt und arbeitet in Los Angeles) gehört zweifelsfrei zu den weltweit bedeutendsten Künstlern der queeren Fotografie.

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Ausstellungsansicht »Daylight Studio / Dark Room Studio«, Paul Mpagi Sepuya, 2022,
Foto: © Henning Rogge

 

Sepuya verwebt in seinen »Daylight Studio« Bildern historische Bedingungen von Studiofotografie mit zeitgenössischen Interpretationen des Porträts. Dabei beleuchtet er die klassischen Rahmenbedingungen der Porträtfotografie, setzt sie in neue Zusammenhänge und deutet sie auf diese Weise zum Teil völlig um: das Interagieren von Fotograf und Fotografiertem, das Interieur mit seinen symbolisch aufgeladenen Details und Requisiten und nicht zuletzt den Raum selbst als einen intimen, geschützten Ort für freien Ausdruck.

 

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Paul Mpagi Sepuya, Model Study (0X5A6854), 2022.
Courtesy the artist and Galerie Peter Kilchmann, Zurich / Paris
© Paul Mpagi Sepuya

 

Mit seinen beiden letzten Werkserien sowie vergleichbaren Arbeiten wie figures, grounds and studies (2015-2017) oder Dark Room (2017-2021), stellt Sepuya die subjektiven und materiellen Positionen von blackness und queer-homoerotischem Begehren in Zusammenhang mit der Entstehung, dem gegenwärtigen Zustand und der Zukunft des Mediums Fotografie. Seine Bilder sind dabei vielmehr als Fragestellungen und Reflexionen vorherrschender Konstruktionen und Stereotype von Geschlecht und rassifizierter Sexualität zu verstehen, als dass sie versuchen würden, eine Definition derselben vorzugeben.

 

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Paul Mpagi Sepuya, Daylight Studio (0X5A4577), 2022.
Courtesy the artist and Galerie Peter Kilchmann, Zurich / Paris
© Paul Mpagi Sepuya

 

Paul Mpagi Sepuya nimmt die Verwendung von Tageslicht und gefundene Requisiten der historischen Studiofotografie als Konzepte auf und unterläuft sie. Er begann, den Rahmen seiner Fotografien zu erweitern und das Studio selbst zum Subjekt seiner Arbeit zu machen. Dafür erforschte er anhand zahlreicher Abbildungen die Symboliken und Bildsprachen der Studiofotografie bis ins 19. Jahrhundert zurückgehend und sammelte ausgehend davon Objekte sowohl zeitgenössischer, historischer wie antiker Natur, welche Referenzen auf die Trophäen und Dekorationen der Foto-Studios des 19. und frühen 20. Jahrhunderts geben. In der Geschichte der Fotografie markiert diese Zeit den Höhepunkt des westlich-europäischen Imperialismus in Afrika und Süd-Asien. Durch die Aneignung und Umdeutung der Objekte im Bild kreiert Sepuya eine Kulisse, welche über die Verhältnisse von Eigentum und Differenz reflektiert und diese letztlich völlig aufzulösen versucht.

 

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Paul Mpagi Sepuya, Daylight Studio Mirror (0X5A5713), 2021.
Courtesy the artist and Galerie Peter Kilchmann, Zurich / Paris
© Paul Mpagi Sepuya

 

Die dargestellten Menschen oszillieren in seinen »Daylight Studio«-Arbeiten zwischen portraitiertem Subjekt und stilisierter Modell-Studie – ihre Interaktionen, Posen und Selbstpräsentationen sind größtenteils selbstgewählt und nicht vom Künstler diktiert. Meist handelt es sich bei dabei um Freund*innen, Freundesfreund*innen oder Künstlerkolleg*innen Sepuyas. Die persönliche Verbindung lässt einen besonderen Raum von Vertrauen und Intimität entstehen – das Studio wird zu einer Art privater Bühne, die zum Experimentieren und Spiel mit der Präsentation des Selbst einlädt. Sepuya nimmt dabei die Rolle hinter der Kamera ein, der unsichtbare Arbeiter, der den Raum unterhält.

 

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Gleichzeitig nutzt er das Studio als Raum der Selbst-Reflexion, in dem er sich seines eigenen Körpers und seiner Rolle als Fotograf in Relation mit all seinen Objekten und historischen Referenzen bewusst wird. Oft ist die Kamera selbst im Bild und präsentiert dem Betrachtendem das machtvolle Werkzeug der Bilderzeugung und Identitätskonstruktion. Der Einsatz von Spiegel und bereits gedruckten Fotos zeigt vielfältige Perspektiven auf, Verschachtelt die Bilder, macht unsichtbare Dinge sichtbar und hält dem Betrachter gleichsam den Spiegel vor. Durch die deutlich sichtbare Offenlegung all dieser Bedingungen von Studiofotografie lenkt er die Aufmerksamkeit auf den Akt des Betrachtens und fordert uns auf, unsere Beziehung zum Motiv ebenso zu überdenken wie die eigene. "Ich möchte das Bewusstsein des Betrachters für seine Position schärfen", so Sepuya.

Konträr zu diesem selbst-reflexiven und symbolischen Charakter der »Daylight Studio«-Arbeiten betonen Sepuyas »Dark Room Studio«-Fotografien die formalen und technischen Elemente des Fotografierens. Viele der »Dark Room Studio«-Arbeiten sind nur mit roten Sicherheitslampen beleuchtet und lassen die dargestellten Körper dadurch in ihren Bewegungen und Interaktionen in den Bildern fast wie Verzerrungen wirken, die zum Teil kaum sichtbar sind und durch eine verlängerte Belichtungszeit von mehreren Sekunden entstehen. Dadurch erinnern sie an frühe Daguerreotypien oder fotohistorische Studien wie etwa Eduard Muybridges Motion Studies – an alles, was nicht auf Platten, Negativen und Abzügen festgehalten wurde – und an die Möglichkeiten, auf diese Weise Bezüge zwischen heutigen und vergangenen Zeiten herzustellen. Die im Thermosublimationsdruck hergestellten Bilder sind unreproduzierbare Unikate.


Auch der historisch marginalisierte schwarze, queere Blick prägt Sepuyas faszinierende Bildwelt. Sepuya sprach in einem Interview über sein Interesse an einer "queeren Moderne" und sagte, er hoffe, dass sein eigenes Werk die Betrachter dazu anregen werde, "auf neue Weise über die Strukturen der Fotografie, des Porträts und der queeren Sozialität nachzudenken". Es ist sein Ziel, mit seinen Fotografien eine universelle Bildsprache zu schaffen, die frei von Hierarchien ist und Differenzen aufzulösen sucht.

Sepuya ist Associate Professor für Visual Arts an der University of California, San Diego und hat weltweit ausgestellt. Seine Arbeiten sind unter anderem in den Sammlungen des Guggenheim Museums, des Los Angeles County Museum of Art, des Whitney Museum of American Art und des Stedelijk Museum zu finden. Mit der französischen Künstlerin ALIX MARIE und dem US-amerikanischen Fotografen Paul Mpagi Sepuya  stehen im Herbst zwei künstlerische Positionen im PHOXXI im Fokus, die sich unter Anwendung verschiedener künstlerischer Methoden mit dem menschlichen Körper, Herkunft und Gender auseinandersetzen.

 

 

19.11.2022 - 05.02.2023
Fotoausstellung Berlin . Tina Modotti ist zweifelsohne eine der schillerndsten Figuren der Fotografie-Geschichte. Sie war Schauspielerin, Fotografin und Revolutionärin. Die interessante Ausstellung, die von Gisela Kayser und Katharina Mouratidi kuratiert wurde, ist in dem Berliner f3 – freiraue für Fotografie zu sehen. 19.11.2022 bis 5.2.2023
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Tina Modotti – Revolution und Leidenschaft
Fotoausstellung Berlin . Tina Modotti ist zweifelsohne eine der schillerndsten Figuren der Fotografie-Geschichte. Sie war Schauspielerin, Fotografin und Revolutionärin. Die interessante Ausstellung, die von Gisela Kayser und Katharina Mouratidi kuratiert wurde, ist in dem Berliner f3 – freiraue für Fotografie zu sehen. 19.11.2022 bis 5.2.2023

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© Tina Modotti, Frau mit Fahne, 1928


1896 wird sie als Assunta Adelaide Luigia Modotti Mondini im italienischen Udine in ärmlichsten
Verhältnissen geboren. Bereits im Alter von zwölf Jahren muss sie als Näherin zum Unterhalt ihrer
Familie beitragen. Mit gerade einmal 17 Jahren schifft sie sich, auf der Suche nach einem besseren
Leben, in Genua in Richtung USA ein.

 

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© Tina Modotti, Hände eines Bauarbeiters, Mexiko 1926


Nach Tätigkeiten in Textilfabriken und in der Filmbranche, lernt sie 1923 in San Francisco den
bekannten Fotografen Edward Weston kennen, der sie in Kontakt mit dem Medium bringt. Angezogen
von der revolutionären Aufbruchstimmung in Politik und Kunst zieht sie mit ihm, wie zahlreiche
andere Intellektuelle und Künstler:innen, in den 1920er Jahren nach Mexiko. Die Begegnung mit dem
Land prägt ihr Leben: Dort entsteht zwischen 1923 und 1930 ihr fotografisches Hauptwerk, sie hält
dem Land einen Spiegel vor und identifiziert sich mit ihm sozial, politisch und kulturell.

 

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© Johan Hagemeyer, Tina in San Francisco, 1921 


Nach ersten Stillleben und Architekturaufnahmen entwickelt Modotti schnell eine eigene, parteiliche
Fotografie, die sich – sozusagen als Vorläuferin der Photographie Humaniste – für eine gerechtere
Welt einsetzt: Sie fotografiert die arbeitende, arme Bevölkerung; wettergegerbte Hände, die einen
Spaten halten; Bettler, die auf der Straße schlafen; sie dokumentiert die revolutionäre indigene
Bewegung sowie Gewerkschafts- und Bauernversammlungen. Besonders oft fotografiert sie die
Lebenssituation der Frauen und Kinder. Ihr Anspruch war es, mit ihren Bildern die Lebensrealität
im Land aufzuzeigen. Ihre Aufnahmen der Arbeiterbewegung der 1920er Jahre sowie ihre
Fotografien der internationalen Künstlerszene, die es nach der mexikanischen Revolution ins Land
zog, sind historische Dokumente von unschätzbarem Wert. Zu Lebzeiten wurden ihre Fotografien in
internationalen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht.

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© Tina Modotti, Arbeiter beim Lesen von "El Machete", Mexiko Stadt, 1927


Doch es bleibt nicht bei der Dokumentation der gesellschaftlichen Umstände: 1927 tritt Modotti in
die Kommunistische Partei ein. Gemeinsam mit ihrem Freundeskreis, zu dem unter anderem Frida
Kahlo, Diego Rivera, Manuel Álvarez Bravo, Lotte Jacobi, Anna Seghers, Julio Antonio Mella und Pablo
Neruda zählen, ist sie politisch aktiv. Wie viele andere linksgerichtete Emigrant:innen wird sie 1930,
nach einem Attentat auf den Präsidenten Pasqual Ortiz Rubio, aus ihrer Wahlheimat ausgewiesen. Sie
geht zunächst nach Berlin, dann Moskau und schließlich nach Spanien, wo sie während des Spanischen
Bürgerkriegs in der Internationalen Roten Hilfe arbeitet und sich gegen den Faschismus engagiert.
1939 kehrt sie nach Mexiko zurück.

 

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© Tina Modotti, Gitarre, Patronengürtel und Sichel, 1927

 

Tina Modotti war eine moderne Frau, die ihr Leben selbst bestimmte. In vielen Bereichen ihres
facettenreichen Lebens und Schaffens nimmt sie eine Vorreiterrolle ein und prägt die frühe Concerned
Photography maßgeblich. In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 1942 erliegt sie, im Alter von nur 46
Jahren, in einem Taxi einem Herzanfall.

 


Die Ausstellung wurde kuratiert von Gisela Kayser und Katharina Mouratidi.
Leihgeber: Reinhard Schultz (Galerie Bilderwelt).

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Waldemarstraße 17 | 10179 Berlin

 

 

 

17.11.2022 - 12.02.2023
Ernst Haas hat die Blütezeit des Fotojournalismus entscheidend mitgeprägt und als Pionier der Farbfotografie bis heute unerreichte Kunstwerke geschaffen. Auf der ganzen Welt verehrt, ist der österreichische Ausnahmefotograf in seiner Heimat beinahe in Vergessenheit geraten. Die aufsehenerregende Werkschau im WestLicht Wien, will das ändern.
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Ernst Haas The Art of Seeing
Ernst Haas hat die Blütezeit des Fotojournalismus entscheidend mitgeprägt und als Pionier der Farbfotografie bis heute unerreichte Kunstwerke geschaffen. Auf der ganzen Welt verehrt, ist der österreichische Ausnahmefotograf in seiner Heimat beinahe in Vergessenheit geraten. Die aufsehenerregende Werkschau im WestLicht Wien, will das ändern.

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Ernst Haas New Orleans, 1960
Courtesy Ernst Haas Estate © Ernst Haas/Getty Images

 

 

"I am not interested in shooting new things – I am interested in seeing things new, " so Ernst Haas

 

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Ernst Haas Kriegsheimkehrer, Wien, 1947
Courtesy Ernst Haas Estate © Ernst Haas/Getty Images


 
Ihr Blick, in dem sich tiefe Verzweiflung mit einem Schimmer von Hoffnung paart, bleibt unerwidert. Der Mann, dem sie ein Bild ihres Sohnes in Uniform entgegenstreckt, beachtet die ältere Dame nicht. Er hält Ausschau nach seiner eigenen Familie unter den Tausenden, die an diesem Oktobertag im Jahr 1947 zum Wiener Südbahnhof gepilgert waren, um unter den ersten Heimkehrern aus der russischen Kriegsgefangenschaft nach ihren Männern, Söhnen, Verlobten und Brüdern zu suchen.
Das Bild von der Mutter mit dem Bild ging erst zwei Jahre später – in einer Reportage des amerikanischen Life Magazins – um die Welt und machte den Wiener Fotografen Ernst Haas mit einem Schlag so bekannt, dass Robert Capa, der legendäre Kriegsfotograf und Mitgründer der Fotoagentur Magnum, den jungen Österreicher einlud, nach New York zu kommen.

 

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Ernst Haas Wien, 1946-48
Courtesy Ernst Haas Estate © Ernst Haas/Getty Images

 

 

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Ernst Haas Sonnenbadende, Wien, 1946-48
Courtesy Ernst Haas Estate © Ernst Haas/Getty Images


Fast gleichzeitig trifft ein weiteres Angebot ein, von dem selbst weit erfahrenere Fotografen der damaligen Zeit nur träumen konnten. Das Life Magazin bietet dem 28-Jährigen, der erst acht Jahre davor zu fotografieren begonnen hatte, weil er wegen der jüdischen Vorfahren seines Vaters gezwungen wurde, sein Medizinstudium abzubrechen, eine Fixanstellung als Fotograf an. Haas überlegt nicht lange – und lehnt ab. Er wolle keine Auftragsarbeiten erledigen, teilte er dem Herausgeber mit, sondern weiterhin nur das fotografieren, was ihn wirklich interessiere.

 

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Ernst Haas Am Set von “The Misfits“, Nevada, 1960
Courtesy Ernst Haas Estate © Ernst Haas/Getty Images

 

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Ernst Haas White Sands, New Mexico, 1952
Courtesy Ernst Haas Estate © Ernst Haas/Getty Images

 

Der Karriere des späteren Wahl-Amerikaners sollte das keinen Abbruch tun: Ernst Haas gilt heute weltweit als einer der herausragendsten Vertreter des Fotojournalismus des 20. Jahrhunderts. Als einst jüngstes und erstes österreichisches Mitglied und späterer Präsident der Agentur Magnum Photos hat er nicht nur die Blütezeit der illustrierten Nachrichtenmagazine wie Life oder Paris Match maßgeblich mitgestaltet, sondern mit seinem unvergleichlichen Gespür für packende Geschichten und seiner einzigartigen Bildsprache auch die Figur des autonomen Autorenfotografen wie kaum ein anderer definiert.

 

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Ernst Haas Western Skies Motel, Colorado, 1977
Courtesy Ernst Haas Estate © Ernst Haas/Getty Images

 

Präsident Peter Coeln über den 1986 im Alter von nur 65 Jahren verstorbenen Ausnahmefotografen. „Darüber hinaus hat er als Pionier der Farbfotografie auch Kunstgeschichte geschrieben. Wir sind froh und dankbar, dass es mit der Unterstützung seiner Familie gelungen ist, auch sein hierzulande kaum bekanntes Farbwerk erstmals in dieser Breite präsentieren zu können.“
Mit der Entscheidung, ab Anfang der 1950er-Jahre auch in Farbe zu fotografieren, stellte sich Haas bewusst gegen den Mainstream. Farbbilder galten damals als marktschreierisches, rein kommerzielles Ausdrucksmittel und waren in der Dokumentar- und der künstlerischen Fotografie gleichermaßen verpönt. Haas hingegen fand in den satten Farben des legendären Kodachrome-Films das perfekte Ausdrucksmittel für seine künstlerischen Visionen.
Der Erfolg sollte ihm Recht geben: Images of a Magic City, sein Fotoessay über New York, war 1951 die erste große Bildstrecke überhaupt, die Life in Farbe abgedruckt hat. Sie erstreckte sich über 24 Seiten und zwei Ausgaben und gilt bis heute als bahnbrechender Meilenstein in der Farbfotografie. In der Folge überzeugte Haas mit seinen malerischen, immer abstrakter werdenden Farbkompositionen auch die Kunstwelt.

 

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Ernst Haas New York City, frühe 1950er Jahre
Courtesy Ernst Haas Estate © Ernst Haas/Getty Images

 

 

1962 war er mit seiner „Color Photography“ der erste Farbfotokünstler überhaupt, dem das New Yorker Museum of Modern Art, eine Einzelausstellung widmete.
Mit rund 130 Arbeiten, darunter rare Vintage-Prints aus dem Wien der Nachkriegszeit und großformatige Abzüge von Haas‘ amerikanischem Farbwerk, gibt die WestLicht-Ausstellung einen eindrucksvollen Überblick über alle Schaffensperioden seiner beispiellosen Karriere. Ergänzend führen historische Originalausgaben von Life oder Look zurück in die goldenen Zeiten der großen Nachrichtenreportagen. Zudem geben Ausschnitte aus dem von Haas im Jahr 1963 mitkonzipierten und präsentierten Fernsehprogramm The Art of Seeing Einblicke in das ästhetische Denken des Künstlers.

 

Nicht zuletzt hält das umfangreiche Programm mit selten gezeigten Arbeiten, die Haas im Auftrag von Werbeagenturen oder Hollywoodstudios gemacht hat, auch noch einige besondere Überraschungsmomente parat. Oder hätten sie gewusst, welcher weltberühmte Wiener Fotograf den ikonischen Marlboro Man so gekonnt in Szene gesetzt hat?


Kuratiert von Fabian Knierim
in enger Zusammenarbeit mit dem Ernst Haas Estate und Leihgaben aus dem Museum der Moderne Salzburg, der Fotosammlung OstLicht und der Privatsammlung des Fotografen und Haas-Experten Dr. Fritz Simak

 

12.11.2022 - 16.04.2023
Fotoausstellung Herford . Der Fotograf und Videokünstler Tobias Zielony befasst sich mit der Dunkelheit als physisches, soziales sowie metaphorisches Phänomen. Die Einzelausstellung Dark Data erkundet den Raum zwischen dem erhellenden Moment eines Bildes und den verborgenen Informationen darin. Das Marta Herford Museum für Kunst, Architektur, Design zeigt die Ausstellung bis 16. April 2023
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Tobias Zielony - Dark Data
Fotoausstellung Herford . Der Fotograf und Videokünstler Tobias Zielony befasst sich mit der Dunkelheit als physisches, soziales sowie metaphorisches Phänomen. Die Einzelausstellung Dark Data erkundet den Raum zwischen dem erhellenden Moment eines Bildes und den verborgenen Informationen darin. Das Marta Herford Museum für Kunst, Architektur, Design zeigt die Ausstellung bis 16. April 2023

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Foto Tobias Zielony

 

In seiner Arbeit Maskirovka (2016/2017) portraitierte der Künstler die LGBTQ- und Techno-Szene in Kiew. Die scheinbar unschuldigen Bilder tragen heute die Last des Krieges in sich. Die durch ein Fernrohr aufgenommenen und immer wieder in digitales Rauschen aufgehenden Bilder der Videoarbeit Hurd‘s Bank (2020), bilden den Hintergrund einer spekulativen Untersuchung zur Verbindung des Mordes an einer Journalistin mit dem Ölschmuggel vor der Küste Maltas.

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Maria Foto Tobias Zielony

 

 

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Foto Tobias Zielony

 

 

Währenddessen basiert das aktuelle Projekt Wolfen (2022) auf Recherchen zur DDR- Filmfabrik ORWO. Licht und Dunkelheit sind dabei sowohl als technische Bedingungen der Fotografie und Filmherstellung Thema als auch metaphorisch, wenn es darum geht, die Arbeitsbedingungen und globalen Wirtschaftsverknüpfungen zu sehen.

 

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Foto Tobias Zielony

 

 Tobias Zielonx (*1973 in Wuppertal, lebt in Berlin) hat für seine Arbei schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

 

Marta Herford
Museum für Kunst, Architektur, Design
Goebenstraße 2–10
32052 Herford

10.11.2022 - 08.03.2023
Fotoausstellung München . Nini und Carry Hess gehörten zu den bedeutendsten Fotografinnen der Weimarer Republik vor allem auch wegen ihrer Theaterfotografie. Auch Gertrude Fuld ist in ihrem fotografischen Leben stets dem Theater verbunden gewesen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlieren alle drei Frauen aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ihre Erwerbsgrundlage in Deutschland. Im Deutschen Theatermuseum in München finden die Fotografinnen in einer Ausstellung ihre Würdigung. Bis 8.3.2023
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Nini & Carry Hess. Gertrude Fuld. Theaterfotografie in der Weimarer Republik
Fotoausstellung München . Nini und Carry Hess gehörten zu den bedeutendsten Fotografinnen der Weimarer Republik vor allem auch wegen ihrer Theaterfotografie. Auch Gertrude Fuld ist in ihrem fotografischen Leben stets dem Theater verbunden gewesen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verlieren alle drei Frauen aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ihre Erwerbsgrundlage in Deutschland. Im Deutschen Theatermuseum in München finden die Fotografinnen in einer Ausstellung ihre Würdigung. Bis 8.3.2023

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Schauspielerin Dorothea Wieck-1929 Foto(c) Nini und Carry Hess Archiv DTM aus der Ausstellung
„Theaterfotografie in der Weimarer Republik“ im Münchner Theatermuseum

 

 

 

 

 

 

1913 gründen Nini und Carry Hess ein Fotoatelier in Frankfurt, das schon bald zu den angesehensten in Deutschland gehört. Vor ihrer Kamera: ein Theater zwischen Gestern und Morgen, Expressionismus und Neuer Sachlichkeit, Künstler:innen aus dem Frankfurter Kulturleben und darüber hinaus, das Habima- Theater auf Gastspielreise – und immer wieder sensible Aufnahmen der »Neuen Frau«, dies- und jenseits der Bühnen.

 

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Die Schwestern Nini (geb. 21. August 1884; gest. 1943 in Auschwitz) und Carry Hess (geb. 11. November 1889; gest. 1957 in Chur, Schweiz) zählten zu den bedeutendsten Lichtbildkünstlerinnen der Weimarer Republik. Wegen ihrer jüdischen Herkunft wurden die beiden Fotografinnen von den Nationalsozialisten verfolgt und ihr Werk und ihr Leben zerstört.[1]

Nini und Carry Hess fotografierten zahlreiche Prominente und Künstlerinnen, darunter Thomas Mann und Katia Mann, den Maler Max Beckmann, den Schriftsteller Alfred Döblin, den Psychoanalytiker C. G. Jung und den Komponisten Paul Hindemith. Zum Kreis der Porträtierten zählten auch berühmte Bühnenstars wie die Tänzerinnen Mary Wigman und Anna Pawlowna, der Schauspieler Heinrich George, die Schauspielerin Elisabeth Bergner oder der Theaterregisseur Fritz Kortner.[3][6]

Nini und Carry Hess verfügten über einen festen Anstellungsvertrag mit dem Frankfurter Theater, damals eines der wichtigsten Häuser in Deutschland. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 kündigte das Theater ihnen den Vertrag aus „rassischen Gründen“ auf.

Carry Hess flüchtete nach Paris, während ihre Schwester Nini das Atelier weiterführte. In der Reichspogromnacht 1938 zerstörten Banden der SA das Fotoatelier und das Bildarchiv der Schwestern vollständig.[9]

1942 wurden Nini und ihre Mutter Lina Hess von den Nationalsozialisten deportiert. Ihre letzte selbstgewählte Wohnadresse befand sich Unter den Eichen 7 in Frankfurt a. M., wo seit 23. Juni 2014 Stolpersteine für sie verlegt sind. Danach lebten beide zwangsweise in der Eschersheimer Landstraße 20, einem sogenannten „Judenhaus“, in das die NS-Verwaltung vor der Deportation stehende antisemitisch Verfolgte einwies. 1943 wurden Mutter und Tochter im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.[9]

Als Deutschland Frankreich überfiel, floh Carry Hess weiter in die Pyrenäen und schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten durch. Nach Kriegsende kehrte sie nach Paris zurück. Sie konnte nicht mehr als Fotografin arbeiten, da sie inzwischen auf einem Auge erblindet war.[10]

Während ihrer letzten Lebensphase kämpfte Carry Hess mit den deutschen Behörden um finanzielle Wiedergutmachung. Noch ehe es zur Auszahlung einer Entschädigung kam, starb sie verarmt bei einem Kuraufenthalt in der Schweiz im August 1957.[11]

 

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Dreigroschenoper-1929 Foto Getrude Fehr-Fuld (c) VG Bild-Kunst

 

Auf umkämpftem Markt dokumentiert Anfang der 1930er Jahre Gertrude Fuld das Theaterleben in München, ihre Bilder entstehen direkt auf den Bühnen. Es sind theaterdokumentarische Zeugnisse einer Zeit in unheilvollem Wandel. Leben und Werk von Nini und Carry Hess werden vernichtet. I 

Gertrude Fuld rettet sich mit ihrem Partner und späteren Ehemann Jules Fehr über Paris in die Schweiz. 1940 gründet sie unter dem Namen Fehr in Lausanne eine Fotoschule. Das mit der Zerstörung des Ateliers in der Reichspogromnacht vernichtete Gesamtwerk der Schwestern Hess wurde erstmals 2022 in einer Ausstellung des Museums Giersch der Goethe-Universität Frankfurt am Main umfassend rekonstruiert.

 

Im Deutschen Theatermuseum ist die Ausstellung als Teilübernahme mit einem Schwerpunkt Theaterfotografie zu sehen, flankiert von Arbeiten Münchner Fotograf:innen.


Deutsches Theatermuseum Galeriestr. 4a, München

Das Deutsche Theatermuseum zeigt wechselnde Ausstellungen zu allen Bereichen des Theaterlebens und der Theatergeschichte. "Da wir die weltweit größte Sammlung (über 4 Mill. analoge Objekte) zur Theaterfotografie halten, ist es uns ein Anliegen, diese Kunst regelmäßig in den Focus der Ausstellungen zu stellen."

 

 

 

 

 

04.11.2022 - 31.01.2023
Fotoausstellung Düsseldorf : Reportage-, Porträt-, Reise- und Landschaftsfotografie gehören zu den Metiers des amerikanischen Fotografen Steve McCurry (*1950), der zu den ganz großen Fotografen unserer Zeit zählt. Seine Fotografien erzählen Geschichten und haben Geschichte geschrieben. Die Ausstellung „The Eyes of Humanity“ in der Leica Galerie Düsseldorf umfasst eine Auswahl von rund 45 Farb-Motiven.
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Steve McCurry - The Eyes of Humanity
Fotoausstellung Düsseldorf : Reportage-, Porträt-, Reise- und Landschaftsfotografie gehören zu den Metiers des amerikanischen Fotografen Steve McCurry (*1950), der zu den ganz großen Fotografen unserer Zeit zählt. Seine Fotografien erzählen Geschichten und haben Geschichte geschrieben. Die Ausstellung „The Eyes of Humanity“ in der Leica Galerie Düsseldorf umfasst eine Auswahl von rund 45 Farb-Motiven.

Steve INDIA_The Eyes of Humanity © Steve McCurry

Agra, Uttar Pradesh, India, 1983, Indien
© Steve McCurry Magnum Photos

 

Vorgestellt werden in der Ausstellung in der Bilder, die einen wunderbaren Überblick auf sein umfangreiches Lebenswerk geben. Die Fotografien entstanden in den letzten vier Jahrzehnten in insgesamt 26 Ländern. Dabei sind Motive von beeindruckenden Landschafts- und Alltagsszenen, vor allem aber auch Aufnahmen, die vom Schicksal der unterschiedlichsten Menschen und Lebensgemeinschaften auf der Welt berichten.

 

Steve KASHMIR_The Eyes of Humanity © Steve McCurry

2011-13, Guide, Gulmarg, Kashmir, 02/1999, Kashmir
© Steve McCurry

 

 

McCurrys Werk steht in der Tradition einer humanistischen Fotografie und überwindet sprachliche und kulturelle Grenzen. Der unerschütterliche Optimismus und seine Menschenkenntnis ließen ihn immer wieder Zugang und Vertrauen zu Menschen finden und Aufmerksamkeit auf diejenigen lenken, die ansonsten unbeachtet blieben. Mit unermüdlicher Energie und empathischer Neugier zeigt er in seinem Werk die betörende Schönheit, aber auch die Abgründe der Welt.

 

Steve PAKISTAN_The Eyes of Humanity © Steve McCurry

Girl with Green Shawl. Peshawar, Pakistan, 2002.
© Steve McCurry

 

Steve McCurry wurde am 23. April 1950 in Philadelphia, Pennsylvania, USA, geboren. Nach seinem Universitätsabschluss 1978 begann er weltweit zu reisen und zu arbeiten. McCurry hat für alle wichtigen internationalen Magazine gearbeitet, zahlreiche Bildbände veröffentlicht und wurde mit prestigeträchtigen Auszeichnungen geehrt, darunter die Robert Capa Gold Medal, der National Press Photographers Award sowie mehrfach beim World Press Photo Award. Seit 1986 ist er Contributor der Agentur Magnum. Er war der erste Fotograf, der von der Leica Camera AG 2011 in die Leica Hall of Fame berufen wurde.

Die Bilder sind als Print in verschiedenen Größen zu erwerben.

Leica Galerie Düsseldorf, Kö Galerie | Königsallee 60 , Düsseldorf

 

29.10.2022 - 12.02.2023
Fotoausstellungen Winterthur . Mit zwei großartigen Fotoausstellungen wartet zur Zeit das Fotomuseum Winterthur auf. Zum einen gibt es die Bilder des bekannten Modefotografen Peter Knapp zu genießen, wo in der Ausstellung "Mon temps" nicht nur das Schaffen von Knapp vorgestellt wird, sondern sie läßt auch die Stimmung der Epoche der 60er bis 80er Jahre aufleben. Zudem wird das Werk des französischen Regisseurs Jean Painlevé unter dem Titel "Les Pieds dass l‘eau" gezeigt, der sich der Dokumentation der Fauna und insbesondere der Tierarten der Unterwasserwelt widmete. Bis 12.2.2023
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Peter Knapp Mon temps + Jean Painlevé Les Pieds dans l‘eau
Fotoausstellungen Winterthur . Mit zwei großartigen Fotoausstellungen wartet zur Zeit das Fotomuseum Winterthur auf. Zum einen gibt es die Bilder des bekannten Modefotografen Peter Knapp zu genießen, wo in der Ausstellung "Mon temps" nicht nur das Schaffen von Knapp vorgestellt wird, sondern sie läßt auch die Stimmung der Epoche der 60er bis 80er Jahre aufleben. Zudem wird das Werk des französischen Regisseurs Jean Painlevé unter dem Titel "Les Pieds dass l‘eau" gezeigt, der sich der Dokumentation der Fauna und insbesondere der Tierarten der Unterwasserwelt widmete. Bis 12.2.2023

Peter Knapp Mon temps

 

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Peter Knapp, Saki, für Rhône-Poulenc, Étretat, 1977
© Peter Knapp / Fotostiftung Schweiz

 

«Was mich antreibt: Ideen in Bilder zu übersetzen. Ich möchte meine Gedanken visualisieren, meine Fantasien und Geschichten bildlich ausdrücken. Je ne prends pas de photos, je les fais.»

 

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Peter Knapp, Für Dim, Paris, ca. 1968
© Peter Knapp / Fotostiftung Schweiz

 


Mit dieser Haltung wurde Peter Knapp, 1931 in Bäretswil im Zürcher Oberland geboren, in den 1960er- und 70er-Jahren zu einer einflussreichen Figur der internationalen Modewelt. Nach seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich hatte er insbesondere als Art Director der in Paris erscheinenden Zeitschrift Elle grossen Erfolg: In einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, der sich nicht zuletzt in der Mode spiegelte, fand er die passenden Bilder für die Befreiung des Körpers und der Gedanken.

 

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Peter Knapp, Modeaufnahme, 1975
© Peter Knapp / Fotostiftung Schweiz

 

Elle, unter der Chefredakteurin Hélène Lazareff ein Leitmedium der Emanzipation, trug wesentlich zu einer lebensfrohen Demokratisierung weiblicher Kleidung bei: Prêt-à-porter statt Haute-couture, Minijupe statt Korsett, Funktionalität statt steifer Eleganz, selbstbewusste Frauen auf den Strassen statt Mannequins im Studio. Sowohl die Layouts wie auch die Fotografien von Peter Knapp vermittelten dieses neue Körper- und Lebensgefühl, in dem sich viele Frauen der 1960er-Jahre wiedererkannten.

 

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Peter Knapp, Elle, Nr. 1324, 03.05.1971
© Peter Knapp / Fotostiftung Schweiz

 

 

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Peter Knapp, Grace Coddington, für Vogue, London, 1971
© Peter Knapp / Fotostiftung Schweiz

 


Die Ausstellung in der Fotostiftung Schweiz präsentiert nicht nur das Schaffen des Fotografen und Art Directors, sondern lässt auch die Stimmung einer Epoche und den damaligen Wandel der Gesellschaft aufleben.
Begleitend zur Ausstellung erscheint die Publikation Peter Knapp – Mon temps. Modefotografie 1965–1980 im Verlag Scheidegger & Spiess, herausgegeben von Peter Pfrunder.

 

 

Jean Painlevé Les Piers dans l‘eau

 

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Geneviève Hamon, Jean Painlevé mit Caméflex-Kamera
(mit einer von Geneviève Hamon entworfenen Tragevorrichtung), Roscoff, ca. 1958
© Les Documents Cinématographiques / Archives Jean Painlevé, Paris

 

Jean Painlevé Les pieds dans l‘eau 29.10.2022–12.02.2023 Der französische Regisseur Jean Painlevé (1902–1989) widmete sich Zeit seines Lebens mit grosser Leidenschaft und Hingabe dem wissenschaftlichen Film und der Dokumentation der Fauna, insbesondere der Tierarten der Unterwasserwelt.

 

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Jean Painlevé, Hippocampe femelle, ca. 1934–1935
© Les Documents Cinématographiques / Archives Jean Painlevé, Paris

 

 

In gut 50 Jahren drehte Jean Painlevé über 200 Kurzfilme, die sich durch seine ebenso akribische wie experimentelle Herangehensweise sowie seine technischen Finessen auszeichnen. Die Werke, die in der Ausstellung gezeigt werden – eine Auswahl zahlreicher Schwarzweiss- und Farbfilme, Fotografien und Dokumente –, spiegeln seine Faszination für die Wissenschaft wider aber auch sein Bedürfnis, das Staunen über die Tierwelt, die unsere Welt bewohnt, zu teilen.

Jean Painlevé nutzte den Film als Medium, um lebende Organismen zur erkunden und unter Anwendung bestimmter Techniken die Merkmale ihrer Anatomie festzuhalten. Er beobachtete seine Motive genau und hielt ihre Bewegungen und Entwicklungen fest. Dabei interessierte er sich vor allem für die Meeresfauna und insbesondere für Krebse, Krabben, Seesterne oder Seeigel, deren Lebensraum die Küstenlandschaft ist, vor allem das Vorland – der durch die Gezeiten abwechselnd von Wasser bedeckte und freiliegende Grenzbereich zwischen Land und Meer.

 

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Jean Painlevé, Buste d’hippocampe, ca. 1931
© Les Documents Cinématographiques / Archives Jean Painlevé, Paris

 

 

Jean Painlevé realisierte zahlreiche seiner Filme in Zusammenarbeit mit seiner Lebensgefährtin und Kollaborateurin Geneviève Hamon (1905–1987). Nach 1930 werden einige von Painlevés Filmen von informativen, teils didaktischen Kommentaren begleitetet. Auch seine Stummfilme kamen als pädagogische Instrumente zum Einsatz. Sie richten sich an ein breites Publikum und vermitteln – damals wie heute – ein besseres Verständnis der Natur und versuchen, uns die Fragilität verschiedener Ökosysteme vor Augen zu führen.

Eine Ausstellung des Jeu de Paume, Paris, Adaption durch das Fotomuseum Winterthur. Kuratorin: Pia Viewing in Partnerschaft mit Brigitte Berg, Direktorin des Les Documents Cinématographiques / Archives Painlevé, Paris.

Über Jean Painlevé
Jean Painlevé wird 1902 in Paris geboren. Im Jahr 1930 gründet Painlevé das Institut de Cinématographie Scientifique mit dem Ziel, wissenschaftliche Kinofilme zu fördern und deren Vertrieb zu unterstützen. Er baut zudem die Produktionsfirma La Cinégraphie Documentaire (später: Les Documents Cinématographiques, auch heute noch aktiv) auf. In den 1930er- und 1940er-Jahren steht er unterschiedlichen Instituten, Ämtern und Vereinen vor. Von 1968 bis 1982 arbeitet er als Professor an der Universität Vincennes. Painlevé stirbt im Jahr 1989.

 

Fotomuseum Winterthur, Grüzenstraße 44-45,  Winterthur

 

24.10.2022 - 31.03.2023
Unter dem Titel „Hitlers Elitetruppe? Mythos Fallschirmjäger“  präsentiert die Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg eine Ausstellung über die Fallschirmtruppe der Wehrmacht.  Die von dem Historiker Dr. Magnus Pahl im Auftrag des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr Dresden konzipierte Ausstellung widmet sich der Aufklärung von Mythen über die  Fallschirmjäger und ihrem Ruf als „unüberwindliche Fronttruppe“.
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Hitlers Elitetruppe? Mythos Fallschirmjäger
Unter dem Titel „Hitlers Elitetruppe? Mythos Fallschirmjäger“  präsentiert die Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg eine Ausstellung über die Fallschirmtruppe der Wehrmacht.  Die von dem Historiker Dr. Magnus Pahl im Auftrag des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr Dresden konzipierte Ausstellung widmet sich der Aufklärung von Mythen über die  Fallschirmjäger und ihrem Ruf als „unüberwindliche Fronttruppe“.

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Fallschirmjäger beim „Sprung in die Festung Holland“ im Mai 1940
© Bayerische Staatsbibliothek München / Bildarchiv 

Um die Dauer des Sprunges zu verkürzen, wurden die Fallschirmjäger aus sehr niedriger Höhe abgesetzt.
Am Boden angekommen, mussten sie sich schnellstmöglich vom Schirm lösen, um nicht vom Wind erfasst und über den Boden geschleift oder vom gegnerischen Feuer getötet zu werden. 

 

 

81 Jahre nach der deutschen Landung auf Kreta 1941 (Unternehmen „Merkur“) zeigt die Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg eine Sonderausstellung "Hitlers Elitetruppe? Mythos Fallschirmjäger".

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 Fallschirmschützenabzeichen von Siegfried Jamrowski (1917-2012), Deutsches Reich, 1940,
MHM, BBAT9699 © MHM/David Brandt 

Jamrowski diente von 1940 bis 1945 im Fallschirmjägerregiment 3. Dieses Abzeichen erhielt er 1940 nach bestandenem Fallschirmschützenlehrgang. Göring hatte es 1936 gestiftet. An der Eroberung Kretas 1941 hatte Jamrowski wegen einer Knieverletzung nicht teilgenommen. Für seinen Einsatz in Cassino
im März 1944 wurde er mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. 

 

 

Um die Fallschirmtruppe der Wehrmacht ranken sich zahlreiche Legenden. Sie gilt gemeinhin als kampfkräftige Elite, die sich beim Angriff auf Kreta 1941 und bei der Verteidigung von Monte Cassino 1944 gegen eine personelle und materielle Übermacht durchzusetzen verstand. Das Trauma der hohen Verluste auf Kreta wurde verdrängt, die Niederlage bei Cassino als Abwehrsieg inszeniert. Heldentum und der Nimbus, unbesiegbar zu sein, sind nach wie vor Teil der Erzählung über die Fallschirmjäger der Wehrmacht.

 

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Kriegsberichterstatter der Fallschirmtruppe begleiten den gesamten Luftlandeangriff:
ein Kameramann auf dem Sozius eines Beiwagenkrades. Kreta, Mai 1941
© MHM, ABAB7903 

Die damaligen Kriegsberichterstatter trugen mit einer Vielzahl an Text-, Bild- und Filmberichten wesentlich dazu bei, das Image der Fallschirmjäger als „Elitetruppe“ aufzubauen und zu pflegen. 

 

 

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Fallschirmjäger beim Gefechtssprung, Bundesrepublik Deutschland, undatiert, MHM, BAAG3004
© MHM/Andrea Ulke 

Das im heroisierenden Stil gehaltene Ölgemälde ist vermutlich bereits in den Aufbaujahren
der Bundeswehr entstanden. Das Motiv ist eng an eine alte Propagandapostkarte angelehnt. Uniformen und Helme sehen denen der Fallschirmjäger der Wehrmacht sehr ähnlich und die Flugzeugsilhouetten erinnern
stark an die Junkers Ju 52. Auch die Wehrmacht verwendete weiße Fallschirme. 

 

 

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Typisches Motiv der NS-Bildpropaganda – Ein Fallschirmspringer an der Kabinentür einer Ju 52
© MHM, BBAX8027 

Motive wie dieses verdeutlichen Grundprinzipien der NS-Bildpropaganda in der Darstellung der Fallschirmjäger: Untersicht und entschlossener Gesichtsausdruck lassen den Springer besonders wagemutig, unerschrocken und kampfbereit erscheinen. 

 

 

Die nationalsozialistische Propaganda entwarf das heute noch vorherrschende Bild von einer unüberwindlichen Fronttruppe. Nach 1945 wurden die von Fallschirmjägern begangenen Kriegsverbrechen, aber auch die enge Verzahnung mit Partei und Staatsführung heruntergespielt und verdrängt. Die Ausstellung nimmt auf der Basis neuer Quellen sowie bislang unveröffentlichter Fotos eine Neubewertung vor und hilft nachzuvollziehen, wie es zu einem derart nachhaltigen Mythos kommen konnte.

 

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Oberstleutnant Erich Walther mit hochdekorierten Fliegeroffizieren vor Hitler. Berchtesgaden, März 1944.
© Walter-Frentz-Collection 

Oberstleutnant Erich Walther (3. von links) mit hochdekorierten Fliegeroffizieren vor Hitler
(mit dem Rücken zur Kamera). Die Fallschirmjäger zählten wie die Jagdflieger- und U-Boot-Asse zu den besonders stark herausgestellten Helden des „Dritten Reiches“. 

 

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In Reenactment-Kreisen, die auch Szenen und Schlachten aus dem
Zweiten Weltkrieg nachspielen. Tschechien, 2020.
© Kurt Prinz 

Bei diesen speziellen Gruppen nimmt die Fallschirmtruppe der Wehrmacht einen hohen Stellenwert ein. Allenfalls die Waffen-SS ist bei den Hobbydarstellern noch beliebter 

 

Den Kern der Schau bilden 22 Plakate, die in vier Bereichen den Aufbau, die Schlachten um Kreta und Cassino sowie die Nachwirkungen vermitteln. Jeder Bereich widmet sich zudem beispielhaft einem in der NS-Propaganda auf besondere Weise „Inszenierten Helden“.

 

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Kinderwiege Fallschirmjägerregiment 3, Deutsches Reich, 1942, MHM, BBAX8000
© Fa. Helmut Weitze, Hamburg 

Die Wiege wurde im Auftrag von Oberst Richard Heidrich, seinerzeit Kommandeur des Fallschirmjägerregiments 3, angefertigt. Auf der Stirnseite verziert mit dem Fallschirmschützenabzeichen und der Zeile „Rot scheint die Sonne“ aus dem „Lied der Fallschirmjäger“, sollte sie den Korpsgeist
der Truppe zum Ausdruck bringen. Auf der entgegengesetzten Seite versinnbildlicht ein Zitat Hitlers
(„Das Kind ist das kostbarste Gut eines Volkes.“) die enge Verzahnung des „Fallschirmjägergeistes“
mit der nationalsozialistischen Ideologie 

 

 

Thematisch begleitet wird diese Sonderausstellung mit einer Präsentation von Exponaten aus dem eigenen Bibliotheksbestand. Ausgewählte Literatur zur Geschichte der Fallschirmjägertruppe wird den Besucherinnen und Besuchern in Vitrinen dargeboten und ergänzt die Informationstafeln. Weitere Exkursvitrinen und eine Leseecke mit Literatur zur Vertiefung einzelner Themenaspekte runden die Ausstellung ab.

 

 

Universitätsbibliothek
Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg
Holstenhofweg 85, Hamburg

 

 

14.10.2022 - 15.01.2023
Fotoausstellung Frankfurt /Main . Die Ausstellung „Vivian Maier. Street Photographen“ in der Unternehmenszentrale der Deutschen Börse gibt mit über 140 Arbeiten einen umfassenden Einblick in das außergewöhnliche fotografische Werk, das die Künstlerin mit einer ebenso individuellen wie zeitlosen Bildsprache geschaffen hat. Entdeckt wurde dieser fotografisch Schatz erst 2007. 14.10.2022 bis 15.1.2023
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Vivian Maier. Street Photographer
Fotoausstellung Frankfurt /Main . Die Ausstellung „Vivian Maier. Street Photographen“ in der Unternehmenszentrale der Deutschen Börse gibt mit über 140 Arbeiten einen umfassenden Einblick in das außergewöhnliche fotografische Werk, das die Künstlerin mit einer ebenso individuellen wie zeitlosen Bildsprache geschaffen hat. Entdeckt wurde dieser fotografisch Schatz erst 2007. 14.10.2022 bis 15.1.2023

 

Vivian Maier, New York 1954

 

Mehr als vier Jahrzehnte arbeitete Vivian Maier (1926–2009) als Kindermädchen in verschiedenen Familien in New York und Chicago. Während dieser Zeit und danach fotografierte sie unablässig: Straßenszenen, Porträts, Stillleben und Landschaften. Als sie 2009 verstarb, umfasste ihr Nachlass über 120.000 Negative, zahlreiche Super 8- und 16mm-Filme sowie verschiedene Audio-Aufnahmen und fotografische Abzüge. Zu Lebzeiten blieb ihr Schaffen der Öffentlichkeit unbekannt. Erst 2007 entdeckte ein junger Historiker eher zufällig ihr umfangreiches Lebenswerk, das Maier größtenteils in einem Lagerhaus deponiert hatte.

 

 

Vivian Maier, Armenian woman fighting on East 86th Street,
September, 1956, New York.

 

Vivian Maier verstand es, ihre Umgebung in Momentaufnahmen festzuhalten, die von der Schönheit des Alltags erzählen und vom Besonderen im scheinbar Banalen. Auf ihren Streifzügen war sie stets auf der Suche nach dem Unbemerkten und dem schwer Fassbaren, die sie meist in außergewöhnlichen Kompositionen festhielt. Im Zentrum ihres Werks stehen vor allem die kurzen Begegnungen mit Fremden im öffentlichen Raum. Obwohl sie diese häufig aus nächster Nähe fotografierte, bleibt ihr Blickwinkel überwiegend ein distanzierter und aus einer Position gewählt, bei der sie für ihre Protagonist*innen unbemerkt blieb. Dieser Unsichtbarkeit begegnet Maier jedoch mit unzähligen Selbstporträts, die sie überall im Stadtraum schuf und für die sie gleichfalls ungewöhnliche Perspektiven wählte: ein Schatten am Boden, eine Silhouette im Schaufenster oder ein Spiegelbild in einem Objekt. Mit einer an Besessenheit grenzenden Leidenschaft für den Akt des Fotografierens machte Maier die Straße zu ihrem Theater, in dem jede Geste mehr Bedeutung zu haben schien als das Bild, das daraus entstand. 

 

Vivian Maier, Chicago, 1960

 

Anlässlich der Ausstellung wird in Kooperation mit den Arthouse Kinos Frankfurt der Film „Finding Vivian Maier“ am 18. Oktober 2022, um 18:30 Uhr, und am 20. November 2022, um 12 Uhr, im Cinéma, Frankfurt am Main, gezeigt. Er zeichnet die Entdeckungs- und Lebensgeschichte der amerikanischen Fotografin nach und besticht durch spannende Hintergrundinformationen. Im Anschluss an die Vorführung am 18. Oktober geben Anne-Marie Beckmann und Alexandra König von der Deutsche Börse Photography Foundation eine kurze Einführung in das Leben und Werk von Vivian Maier.

 

Vivian Maier, Chicago 1976

 

Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen diChroma photography, Madrid, und der Deutsche Börse Photography Foundation.

 

 

11.10.2022 - 05.01.2023
Unter dem Titel „Von seltenen Wesen und seltsamen Winkeln“ präsentiert die Leica Galerie Stuttgart Aufnahmen von Florian W. Müller. Die gezeigten Fotografien stammen aus der Trilogie „Neglect“ des Kölner Fotografen und beschäftigen sich mit faszinierenden und gefährdeten Tierwelten. Ergänzt wird die Ausstellung zudem mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und abstrakten Ansichten, die uns als Erinnerung dienen, die Welt, in der wir leben, nicht zu vernachlässigen.
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Florian W. Müller - Von seltenen Wesen und seltsamen Winkeln
Unter dem Titel „Von seltenen Wesen und seltsamen Winkeln“ präsentiert die Leica Galerie Stuttgart Aufnahmen von Florian W. Müller. Die gezeigten Fotografien stammen aus der Trilogie „Neglect“ des Kölner Fotografen und beschäftigen sich mit faszinierenden und gefährdeten Tierwelten. Ergänzt wird die Ausstellung zudem mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und abstrakten Ansichten, die uns als Erinnerung dienen, die Welt, in der wir leben, nicht zu vernachlässigen.

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IKARUS-16 @ Florian W Mueller

 

 Der Zyklus „Neglect“ besteht aus insgesamt drei Serien, die nachts im (Senckenberg-) Museum entstanden sind. Die erste Serie „Anima“ widmet sich Präparaten von stark gefährdeten oder schon ausgestorbenen Tieren, die bereits im Dunkel der Vergessenheit zu verschwinden drohen.

 

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Anima-21 © Florian W Mueller

 

Die zweite Serie „Samsa“ ist inspiriert von der Novelle „Die Verwandlung“ von Franz Kafka, der Geschichte des Handelsreisenden Gregor Samsa, der eines Morgens erwacht und sich auf unerklärliche Weise in ein riesiges Insekt verwandelt. Die Aufnahmen lenken den Blick auf die Insektenwelt und zeigen mit einer teilweise ganz bewusst überzogenen Farbigkeit die Faszination der Sechsbeiner.

 

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samsa_07-dynastes-hercules-lichyi © Florian W Mueller

 

Die dritte Serie „Ikarus“ widmet sich der Vogelwelt und nimmt dabei Bezug auf die griechische Sagenfigur, die sich in immer höhere Gefilde begibt – aller Warnungen zum Trotz. 

 

Mit größtenteils sehr dunklen und mystischen Bildern, für die der Fotograf bewusst nur minimal Licht eingesetzt hat, unterstreicht er die Bedrohung der Tierwelten. Und zeigt damit auf, wie es der Mensch trotz besseren Wissens und der Unheil verkündenden Prognosen um den Zustand der Erde immer weiter versäumt, das Gleichgewicht der Natur für ebenjene Tierwelten zu erhalten.

 

Die Aufnahmen der Ausstellung „Von seltenen Wesen und seltsamen Winkeln“ faszinieren und überzeugen. Ersteres für die Vielfalt und die Schönheit der verschiedenen Gattungen und ihrer Besonderheiten. Und zum zweiten davon, dass seitens der Menschen alles dafür getan werden muss, um diese Vielfalt zu erhalten. 

Die Leica Galerie Stuttgart ist von Montag bis Samstag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Fotografien der Ausstellung können käuflich erworben werden. 

 

Leica Galerie, Calwer Straße 41, Stuttgart

01.10.2022 - 04.12.2022
Am 20.12.2022 wird der in Long Island / New York lebende amerikanische Fotograf Tony Vaccaro 100 Jahre alt. Ein Anlass sein vielschichtiges fotografisches Werk, das historisch und gesellschaftlich betrachtet unterschiedliche Themen und Genres im Bereich der Schwarzweiß- und Farbfotografie einschließt, im Museum für Photographie Braunschweig zu präsentieren.
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Tony Vaccaro 100! Ein Fotografenleben vom Krieg zur Kultur
Am 20.12.2022 wird der in Long Island / New York lebende amerikanische Fotograf Tony Vaccaro 100 Jahre alt. Ein Anlass sein vielschichtiges fotografisches Werk, das historisch und gesellschaftlich betrachtet unterschiedliche Themen und Genres im Bereich der Schwarzweiß- und Farbfotografie einschließt, im Museum für Photographie Braunschweig zu präsentieren.

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Tony Vaccaro, 'Fun in Finland, Marimekko, Helsinki, Finland 1965' 
© Tony Vaccaro Studio, Courtesy of Monroe Gallery of Photography
and the Tony Vaccaro Studio

 

Während des Zweiten Weltkriegs war Tony Vaccaro in der 83. Infanteriedivision der US amerikanischen Armee an der Front und dokumentierte seine Kriegserlebnisse und -erfahrungen mit seiner Kamera. Dabei war er unter anderem in Deutschland stationiert. Im Anschluss an den 2. Weltkrieg blieb Tony Vaccaro zunächst in Frankfurt und Darmstadt und dokumentierte das Nachkriegsleben des Wiederaufbaus in Deutschland und Europa für das Magazin ‚Stars and Stripes‘, einer amerikanischen Militärzeitung, und für deren Wochenendbeilage 'Weekend'.

 

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Tony Vaccaro, ‚Entering Germany, Frankfurt Germany‘, 1947
© Tony Vaccaro Studio, Courtesy of Monroe Gallery of Photography
and the Tony Vaccaro Studio

 

 

1949 kehrte er nach Amerika zurück und wurde ab 1950 in New York zu einem wichtigen Bildchronisten einer sich wandelnden Gesellschaft. Vor allem die Kunst- und Kulturszene und ihre Protagonist:innen wurden zu Themen des Fotografen. Portraits, von Künstlerinnen und Künstlern, Schauspielerinnen und Schauspielern oder Designer:innen gehören zu wichtigen Themenfeldern der Arbeit von Tony Vaccaro.

 

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Tony Vaccaro, 'The Guggenheim Hat, New York 1960'
© Tony Vaccaro Studio, Courtesy of Monroe Gallery of Photography and the Tony Vaccaro Studio

 

Genauso gehören Politiker wie John F. Kennedy oder der bekannte Boxer Muhammad Ali zu den Portraitierten, Bilder die u.a. in Magazinen wie ‚Look‘, ‚Life‘ sowie ‚Newsweek‘ oder 'Flair' veröffentlicht wurden. Auch Modefotografie rückte hier in den Fokus des Fotografen, dessen Aufnahmen stets kreative und bildnerisch besondere Übersetzungen der jeweiligen Themen einschließen. Sowohl seine Portraits als auch seine Inszenierungen von Modefotografie lassen Bildkompositionen mit künstlerischen Qualitäten der Schwarzweiß- und Farbfotografie erkennbar werden.

 

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Tony Vaccaro, 'Tony Vaccaro Holding a Test Strip, New York 1960'
© Tony Vaccaro Studio, Courtesy of Monroe Gallery of Photography and the Tony Vaccaro Studio

 

Die Ausstellung im Museum für Photographie Braunschweig entsteht in Zusammenarbeit und mit Unterstützung durch das Tony Vaccaro Studio, New York City, USA und der Monroe Gallery of Photography Collection, Santa Fe, NM, USA.

 

 

30.09.2022 - 15.12.2022
Zum Fotoherbst steht in Zingst die Natur im Fokus. Dabei bilden zwei neuen Ausstellungen in der Leica Galerie und im Max Hinten Haus den Mittelpunkt. In seinen eindringlichen schwarzweiß Fotos zeigt Ragnar Axelsson in der Leica Galerie die – durch den Klimawandel bedrohten – Landschaften der Arktis. Die dort beheimateten Schlittenhunde sind die Protagonisten seiner Serie „Arctic Heroes – Where the world is melting“. Die im Max Hünten Haus ausgestellten „Landschaften“ von Christian Klant entstehen per Nassplatten-Kollodium-Verfahren. Beinahe mystisch, mit einem Hauch von Vergangenheit und trotzdem im Hier und Jetzt. 30.9. bis 15.12.2022
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Fotoherbst in Zingst: Ragnar Axelsson und Christian Klant
Zum Fotoherbst steht in Zingst die Natur im Fokus. Dabei bilden zwei neuen Ausstellungen in der Leica Galerie und im Max Hinten Haus den Mittelpunkt. In seinen eindringlichen schwarzweiß Fotos zeigt Ragnar Axelsson in der Leica Galerie die – durch den Klimawandel bedrohten – Landschaften der Arktis. Die dort beheimateten Schlittenhunde sind die Protagonisten seiner Serie „Arctic Heroes – Where the world is melting“. Die im Max Hünten Haus ausgestellten „Landschaften“ von Christian Klant entstehen per Nassplatten-Kollodium-Verfahren. Beinahe mystisch, mit einem Hauch von Vergangenheit und trotzdem im Hier und Jetzt. 30.9. bis 15.12.2022

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Ragnar Axelsson – „Arctic Heroes – Where the world is melting“

Ausstellungsort: Leica Galerie Zingst
Ausstellungsdauer: 30.09.2022 – 15.12.2022
Ausstellungseröffnung: 01.10.2022 | 18:00 Uhr

 

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Ragnar Axelsson – „Arctic Heroes – Where the world is melting“

 

 

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Ragnar Axelsson – „Arctic Heroes – Where the world is melting“

 

Für den isländischen Fotografen Ragnar Axelsson ist der grönländische Schlittenhund einer der größten Helden, die der Norden je gekannt hat . Die Serie „Arctic Heroes – Where the world is melting“ ist eine in Schwarzweiß fotografierte Hommage nicht nur an die Hunde, sondern auch an die durch die dramatisch fortschreitende Erderwärmung verschwindende Kultur der Arktis.

 

Christian Klant – „Landschaften“

Ausstellungsort: Max Hünten Haus Zingst
Ausstellungsdauer: 30.09.2022 – 15.01.2023
Ausstellungseröffnung: 30.09.2022 | 18:30 Uhr

Christian Klant fotografiert Landschaften auf Kollodium-Nassplatten und verbindet so das historische Verfahren mit aktuellen Motiven von zeitloser Schönheit.

 

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Christian Klant – „Landschaften“

 

 

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Christian Klant – „Landschaften“

 

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Christian Klant – „Landschaften“

 

Die aufwändige Fotografie mit einer Großformatkamera und einem Dunkelkammerzelt vor Ort – an dem die Nassplatten nicht nur hergestellt, sondern auch direkt entwickelt werden – bedarf Geduld, Ruhe und vor allem Entschleunigung. Eine Mischung, die Christian Klant sehr schätzt: „Die Arbeit mit dem Verfahren zwingt mich dazu alles viel langsamer zu erleben. Diese Entschleunigung hat mir dabei geholfen, die Emotionen zu greifen, die mir zuvor noch durch die Finger geglitten sind.“

 

 

 

11.09.2022 - 20.12.2022
Fotoausstellung Köln . Unter dem Titel „Inszeniert: Identität und Rollenspiel“ beleuchtet die in focus Galerie Fragen zum Thema Identität vor dem Hintergrund des künstlerischen Rollenspiels in der Fotografie. In der Beschäftigung mit den Themen Identität, deren Konstruktion,Transformation und Fiktion wird die Kamera als Spiegel für Inszenierungen des Selbst – oder des Anderen – verwendet. 11.9. bis 20.12.2022
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Inszeniert: Rollenspiel und Identität
Fotoausstellung Köln . Unter dem Titel „Inszeniert: Identität und Rollenspiel“ beleuchtet die in focus Galerie Fragen zum Thema Identität vor dem Hintergrund des künstlerischen Rollenspiels in der Fotografie. In der Beschäftigung mit den Themen Identität, deren Konstruktion,Transformation und Fiktion wird die Kamera als Spiegel für Inszenierungen des Selbst – oder des Anderen – verwendet. 11.9. bis 20.12.2022

„Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler.“,                                                             so zitiert William Shakespeare, 1599, in seinem Stück "Wie es euch gefällt".

 

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Toto Frima,1988 Polaroid60x50

 

Maskerade, Kostümierung und das performative Spiel als künstlerische Praxis bildet den gemeinsamen Ausgangspunkt der gezeigten Arbeiten. Diese zeigen, wie Künstlerinnen und Künstler die Grenzen des Annehmbaren ausloten, neue soziale Rollen erproben und gesellschaftliche Tabus brechen. Die Ausstellung eröffnet ein Panorama der Auseinandersetzung mit dem inszenierten Selbst zwischen spielerischem, ironischem und sozialen Blick auf das Thema Identität.

 

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Gilbert Garcin, Flight of Icarus, 2005

 

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Cindy Marler, transported Angel, 1996

 

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Elliott Erwitt, Netherland, 1956

 

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Anne-Arden MCDonald, self

 

 

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Christine Webster, Black-Carnival, 1993-97

 

 

 

Vorgestellt werden Arbeiten von

Elliott Erwitt (USA), Sissi Farassat (A), Toto Frima (NL), Gilbert Garcin (F), Cindy Marler (NL), Anne Arden McDonald (USA), Jan Saudek (CZ) und Christine Webster (NZL).

Öffnungszeiten: 12. September bis 17. September 13 – 17 Uhr, ab dem 17. September bis 20. Dezember 2022: nur nach telefonischer Terminvereinbarung unter 0177 3202913

 

 

in focus Galerie,

10.09.2022 - 08.01.2023
Fotoausstellung Wolfsburg . Mit Empowerment bietet das Kunstmuseum Wolfsburg mit rund 100 künstlerischen Positionen aus aller Welt erstmals einen derart umfangreichen globalen Überblick über Kunst und Feminismen des 21. Jahrhunderts – und das aus 50 Ländern aus allen Kontinenten. Zur Ausstellung erscheint in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (beb) eine umfangreiche Publikation, die über die Ausstellung hinausreicht. Vom 10.9.2022 bis 8.1.2023
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Empowerment
Fotoausstellung Wolfsburg . Mit Empowerment bietet das Kunstmuseum Wolfsburg mit rund 100 künstlerischen Positionen aus aller Welt erstmals einen derart umfangreichen globalen Überblick über Kunst und Feminismen des 21. Jahrhunderts – und das aus 50 Ländern aus allen Kontinenten. Zur Ausstellung erscheint in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (beb) eine umfangreiche Publikation, die über die Ausstellung hinausreicht. Vom 10.9.2022 bis 8.1.2023

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Foto: Vatanajyankur Kawita The-Scale-of-Injustice 2021

 


Ja, wir wollen, dass alle Menschen die gleichen Rechte und Chancen haben! Ja, wir wollen mit Kunst das Bewusstsein schärfen und nachhaltig wirksame Begegnungen ermöglichen! Ja, wir wollen einen Beitrag für Gleichstellung leisten und an den Rand gedrängte oder von Diskriminierung betroffene Menschen ermutigen und empowern. Und ja, die Welt wäre eine bessere, wenn wir alle Feminist*innen wären – „We should all be feminists!“ (C. N. Adichie). Die Ausstellung Empowerment versammelt diverse feministisch orientierte Ansätze und versteht sie als progressive Methode, die Gesellschaften der Welt mit den Mitteln der Kunst zu analysieren und mögliche Wege aus den globalen Krisen aufzuzeigen. 

 

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06.07.2022 - 07.02.2023
Fotoausstellung Berlin-Dahlem . Zu Beginn des Jahres 1990 besuchte der Istanbul Fotograf Ergun Çagatay (1937-2018) mehrere deutsche Städte. Dabei entstand die umfangreichste Bildreportage zur türkischen Einwanderung und türkeistämmigen Präsenz in Deutschland. Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) zeigt rund 120 der insgesamt knapp 3.500 Aufnahmen, die mitten hinein in die Lebenswelten der ersten und zweiten Generation von türkischen Arbeitsmigrant*innen führen und ein vielfältiges Bild ihrer Lebensrealitäten im Wendejahr 1990 zeichnen.
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Ergun Çagatay - Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990.
Fotoausstellung Berlin-Dahlem . Zu Beginn des Jahres 1990 besuchte der Istanbul Fotograf Ergun Çagatay (1937-2018) mehrere deutsche Städte. Dabei entstand die umfangreichste Bildreportage zur türkischen Einwanderung und türkeistämmigen Präsenz in Deutschland. Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) zeigt rund 120 der insgesamt knapp 3.500 Aufnahmen, die mitten hinein in die Lebenswelten der ersten und zweiten Generation von türkischen Arbeitsmigrant*innen führen und ein vielfältiges Bild ihrer Lebensrealitäten im Wendejahr 1990 zeichnen.

"Ergun Çagatay  - Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990." ist ein Ausstellungsprojekt des Ruhr Museums, Essen in Kooperation mit dem Goethe-Institut, Istanbul, dem Museum für Hamburgische Geschichte und dem Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin 

 

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 Türkische Fraueninitiative auf der Kundgebung gegen
den Entwurf des neuen Ausländergesetzes, Hamburg, 31. März 1990
© Ergun Çagatay/Fotoarchiv Ruhr
Museum/Stadtmuseum Berlin/Stiftung Historische Museen Hamburg

 

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 Kinder vor einem Hauseingang, Berlin-Kreuzberg
© Ergun Cagatay /Fotoarchiv Ruhr

Museum/Stadtmuseum Berlin/Stiftung Historische Museen Hamburg

 

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 Historische Straßenbahn des Typs 3344 im Pendelverkehr vor dem Türkischen Basar,
Bahnsteighalle des stillgelegten Jugendstil-Hochbahnhofs Bülowstraße, Berlin-Schöneberg
© Ergun Cagatay /Fotoarchiv Ruhr Museum/Stadtmuseum Berlin/Stiftung
Historische Museen Hamburg

 

Nach Stationen in Essen, Istanbul und Hamburg nimmt die Ausstellung die Besucher*innen mit auf Çagatays Reise von Hamburg über Köln und Werl nach Berlin und zurück in den Westen nach Duisburg. Neben den ortsspezifischen Arbeits- und Lebensbedingungen deutsch-türkischer Communities in diesen Städten fanden auch politische Themen immer wieder Eingang in Çagatays Motivauswahl. So dokumentierte er etwa die migrantischen Kämpfe um gesellschaftliche Teilhabe dieser Zeit. In verschiedenen Fotografien deutete er zudem den gesellschaftlichen Rechts-Ruck an. 

 

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 Wartesaal mit Nummern-Aufrufanlage, Ausländerbehörde im Bieber-Haus, Hamburg-St. Georg
© Ergun Çagatay /Fotoarchiv Ruhr Museum/Stadtmuseum Berlin/Stiftung
Historische Museen Hamburg

 

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 Selbstbildnis des Fotojournalisten Ergun Ça?atay in Grubenkleidung vor Beginn der Anfahrt,
Bergwerk Walsum, Duisburg
© Ergun Çagatay/Fotoarchiv Ruhr Museum/Stadtmuseum
Berlin/Stiftung Historische Museen Hamburg

 

Rund 30 Jahre nach dem Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei entstanden, sind Ergun Çagatays F-tos inzwischen wichtige zeithistorische Dokumente. Sie bieten eine not-wendige Ergänzung zum herrschenden Narrativ der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der Wendejahre. Die Geschichten von Mig-rant*innen spielen hierbei nach wie vor viel zu selten eine Rolle. Im Be-gleitprogramm zur Ausstellung möchte das MEK deshalb den Raum für diese Perspektiven öffnen: Tandemführungen mit den portraitierten Personen sowie Erzählcafés werden persönliche Einblicke und Möglichkeiten zum Dialog bieten. Zum 3. Oktober wird darüber hinaus die seit mehr als 60 Jahren gewachsene deutsch-türkische Geschichte mit einem Kulturtag gefeiert. 

 

 

 

01.07.2022 - 31.12.2022
50 Jahre ist es her, dass in München die Olympischen Sommerspiele stattfanden. Im Jubiläumsjahr lädt das Münchner Stadtmuseum zu einer olympischen Spurensuche ein, An etwa 20 ausgewählten, im Stadtraum verteilten Stationen werden Besonderheiten und Ereignisse hervorgehoben, die mit den Spielen in Zusammenhang stehen. 1. Juli bis 31. Dezember 2022
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München 72. Olympische Spurensuche
50 Jahre ist es her, dass in München die Olympischen Sommerspiele stattfanden. Im Jubiläumsjahr lädt das Münchner Stadtmuseum zu einer olympischen Spurensuche ein, An etwa 20 ausgewählten, im Stadtraum verteilten Stationen werden Besonderheiten und Ereignisse hervorgehoben, die mit den Spielen in Zusammenhang stehen. 1. Juli bis 31. Dezember 2022

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Sven Simon, Die "Dirndlgruppe" bei der Eröffnungsfeier
am 26. August 1972 im Münchner Olympia-Stadion, Fotografie, 1972
© IMAGO/Sven Simon

 

 

Am 26. April 1966 entschied das Olympische Komitee, die Spiele der XX. Olympiade 1972 nach München zu vergeben. Für die Landeshauptstadt war dies eine tiefgreifende Zäsur. Die damit verbundenen Ereignisse und Entwicklungen haben vielfältige Spuren in der Stadt hinterlassen. Das Münchner Stadtmuseum macht diese im Jubiläumsjahr im Stadtraum selbst sichtbar und lädt zu einer Olympischen Spurensuche ein. Erstmals begibt sich das Museum direkt an die historischen Orte des Geschehens. An etwa 20 ausgewählten, im Stadtraum verteilten Stationen werden Besonderheiten und Ereignisse hervorgehoben, die mit den Spielen in Zusammenhang stehen.

 

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Unbekannt, Peter Trump (rechts) in Aktion beim Hockeyfinale BRD
gegen Pakistan am 10. September 1972, Fotografie, 1972

© IMAGO/Horstmüller

 

 

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Sven Simon, Gold für die Bundesrepublik Deutschland (v.l.n.r.):
Annegret Richter, Ingrid Mickler-Becker, Heide Rosendahl und Christiane Krause
gewinnen die 4-mal-400 Meter-Staffel, Fotografie, 1972

© IMAGO/Sven Simon

 

Olympia '72 steht für weit mehr als die sportlichen Spitzenleistungen, die zwischen dem 26. August und dem 11. September 1972 erbracht wurden. Visionäre Zukunftsideen und Gesellschaftsentwürfe, politischer Gestaltungswille und nüchterner Pragmatismus sowie Begeisterung und Tragödie verdichten sich bei den Olympischen Spielen in München zu einem vielschichtigen Bild, das bei einer Tour durch die Stadt entdeckt werden möchte. An bekannten, aber auch längst in Vergessenheit geratenen und teils unerwarteten Orten wird vermittelt, welche Auswirkungen die Ausrichtung für die Stadt hatte: Sie hat sie nicht nur baulich und infrastrukturell entscheidend verändert, sondern auch in ideeller und gesellschaftlicher Hinsicht Zeichen gesetzt.

 

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Herbert Michalke, Baumaßnahmen am Marienplatz zur Errichtung
der unterirdischen Stammstrecke für die S-Bahn, Fotografie, 1968
© Aldiami/Herbert Michalke/Timeline Images/Süddeutsche Zeitung Photo

 

Im Olympiapark entwarfen die Architekten die zentralen Sportstätten nicht als massive oder gar monumentale Einzelbauten, sondern als „Fortsetzung der Landschaft mit anderen Mitteln“. Stadion, Sport- und Schwimmhalle betteten sie in Mulden ein und überspannten sie mit einem transparenten Dach. In Abgrenzung zu den Olympischen Spielen in Berlin 1936 versinnbildlichte ihre Gestaltung konsequent demokratische Werte und machte sie in Form einer Landschaftsplastik erleb- und erfahrbar. Naheliegend ist daher eine Ausstellungsstation direkt auf dem Olympiaberg. Analoge und digitale Module der Station vermitteln die zukunftsweisende Olympia-Architektur und die gebaute Landschaft im Olympiapark – direkt an dem Ort, von dem aus das gesamte Ensemble zu sehen und seine Intention spürbar ist.

 

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Unbekannt, Hans-Jochen Vogel (links) und Willi Daume (rechts) testen Telefonzellen
bei der Eröffnung des Pressezentrums auf dem Olympiagelände, Fotografie, 1972

© IMAGO/ZUMA Wire

 

 

Eine weitere Stele der Olympischen Spurensuche befindet sich am Nördlichen Schloßrondell. Mit dem Nymphenburger Schlosspark wurde eines der größten und bedeutendsten Gartenkunstwerke Deutschlands gezielt als Austragungsort für das Dressurreiten ausgewählt – aus heutiger Sicht kaum vorstellbar. Das reiche kulturelle Erbe Münchens sollte damit zum Erlebnis für das Publikum und die Olympionik*innen gleichermaßen werden. Historische Aufnahmen auf der Stele illustrieren die aufwendigen, temporären Aufbauten wie den 20 mal 60 Meter großen Wettkampfplatz und die zwei Zuschauertribünen. In unmittelbarer Nähe zum Originalschauplatz können Besucher*innen so Geschichte und Gegenwart direkt miteinander verknüpfen.

 

 

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Otl Aicher/Elena Winschermann (Entwurf),
Olympia-Maskottchen "Waldi", 1972, Münchner Stadtmuseum © IOC

 

 

An 17 weiteren Standorten werden unter anderem Themen wie Nachhaltigkeit, das grafische Erscheinungsbild und dessen Vorbildfunktion für modernes Corporate Design, Migration, die Modernisierung sowie der Ausbau der Infrastruktur und das die Spiele prägende Attentat behandelt. Die Ausstellung ist bewusst direkt an die Orte des Geschehens verlegt und rund um die Uhr erlebbar. Die Stelen sind markant dort platziert, wo sie auch von Passant*innen oder Tourist*innen zufällig wahrgenommen werden können. Das Design der Stelen dient nicht nur als Trägermaterial für die Informationen, sondern bietet zudem Sitzmöglichkeiten an und lädt so die Besucher*innen zum Verweilen ein. Kurze Texte auf deutsch und englisch bieten Basisinformationen und Bildmaterial zum jeweiligen Thema. Ein QR-Code führt zu einer Vertiefungsebene: Die hinterlegte Website bietet weiterführende Informationen, Abbildungen und Filme, darunter auch Interviews mit Zeitzeug*innen. An neun ausgewählten Stationen sind die Besucher*innen selbst gefordert: Bei der #WaldiChallenge können sie sowohl ihr Wissen zu Olympia als auch ihr sportliches Können unter Beweis stellen.

 

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Unbekannt, Protestplakat mit Fritz Teufel,
zeitweise Mitglied des Anti-Olympischen-Komitees,

Farboffsetdruck, um 1969 (Nachdruck 2012), Münchner Stadtmuseum

 

Stelen der Ausstellung befinden sich hier:

1 Ein Besuch mit Folgen | Marienplatz
2 »München plant und baut«: die Ringstraßen | Isartor
3 »München wird moderner« | Ungererstraße
4 »Im Windschatten der Olympiade« – die Fußgängerzone | Stachus
5 München ist Einwanderungsstadt | Hauptbahnhof
6 Nicht gradlinig, rechtwinklig, ernst – der Olympiapark | Olympiaberg
7 Münchens erster Olympiasieger | Olympiaberg
8 Die Stadt in der Stadt | Connollystraße
9 Die Abteilung XI. des Organisationskomitees | Saarstraße
10 Die »Edition Olympia« | Nymphenburger Straße
11 Münzen und Medaillen für Olympia | Pfisterstraße
12 »Fernseh-Olympia« | Connollystraße
13 »Es empfiehlt sich, ab jetzt nur noch zu lächeln« – die Eröffnung | Olympiaberg
14 Höfische Noblesse und Olympische Spiele | Nördliches Schloßrondell
15 Bogenschießen im Englischen Garten | Werneckwiese
16 »Bayern – Kunst und Kultur« | Münchner Stadtmuseum
17 »Weltkulturen und moderne Kunst« | Haus der Kunst
18 »Quartiere für die Jugend der Welt« | Kapuzinerhölzl
19 Heitere Spiele auf Kosten der Sicherheit? | Ettstraße
20 »Die heiteren Spiele sind zu Ende« – das Attentat | Connollystraße
21 Das Experiment »Spielstraße« | Olympiaberg
22 »Olympischer Sommer« | Odeonsplatz
23 »Internationales Folklorefestival« | Circus Krone
24 Vergessene Olympiaorte | Theresienhöhe

Kuratiert wird die Ausstellung von Henning Rader und Antonia Voit.
Begleitend zu dieser Ausstellung erscheint eine Publikation, die ab Anfang Juli kostenfrei im Münchner Stadtmuseum erhältlich ist.

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