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Fotoausstellungen

30.09.2022 - 15.12.2022
Zum Fotoherbst steht in Zingst die Natur im Fokus. Dabei bilden zwei neuen Ausstellungen in der Leica Galerie und im Max Hinten Haus den Mittelpunkt. In seinen eindringlichen schwarzweiß Fotos zeigt Ragnar Axelsson in der Leica Galerie die – durch den Klimawandel bedrohten – Landschaften der Arktis. Die dort beheimateten Schlittenhunde sind die Protagonisten seiner Serie „Arctic Heroes – Where the world is melting“. Die im Max Hünten Haus ausgestellten „Landschaften“ von Christian Klant entstehen per Nassplatten-Kollodium-Verfahren. Beinahe mystisch, mit einem Hauch von Vergangenheit und trotzdem im Hier und Jetzt. 30.9. bis 15.12.2022
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Fotoherbst in Zingst: Ragnar Axelsson und Christian Klant
Zum Fotoherbst steht in Zingst die Natur im Fokus. Dabei bilden zwei neuen Ausstellungen in der Leica Galerie und im Max Hinten Haus den Mittelpunkt. In seinen eindringlichen schwarzweiß Fotos zeigt Ragnar Axelsson in der Leica Galerie die – durch den Klimawandel bedrohten – Landschaften der Arktis. Die dort beheimateten Schlittenhunde sind die Protagonisten seiner Serie „Arctic Heroes – Where the world is melting“. Die im Max Hünten Haus ausgestellten „Landschaften“ von Christian Klant entstehen per Nassplatten-Kollodium-Verfahren. Beinahe mystisch, mit einem Hauch von Vergangenheit und trotzdem im Hier und Jetzt. 30.9. bis 15.12.2022

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Ragnar Axelsson – „Arctic Heroes – Where the world is melting“

Ausstellungsort: Leica Galerie Zingst
Ausstellungsdauer: 30.09.2022 – 15.12.2022
Ausstellungseröffnung: 01.10.2022 | 18:00 Uhr

 

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Ragnar Axelsson – „Arctic Heroes – Where the world is melting“

 

 

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Ragnar Axelsson – „Arctic Heroes – Where the world is melting“

 

Für den isländischen Fotografen Ragnar Axelsson ist der grönländische Schlittenhund einer der größten Helden, die der Norden je gekannt hat . Die Serie „Arctic Heroes – Where the world is melting“ ist eine in Schwarzweiß fotografierte Hommage nicht nur an die Hunde, sondern auch an die durch die dramatisch fortschreitende Erderwärmung verschwindende Kultur der Arktis.

 

Christian Klant – „Landschaften“

Ausstellungsort: Max Hünten Haus Zingst
Ausstellungsdauer: 30.09.2022 – 15.01.2023
Ausstellungseröffnung: 30.09.2022 | 18:30 Uhr

Christian Klant fotografiert Landschaften auf Kollodium-Nassplatten und verbindet so das historische Verfahren mit aktuellen Motiven von zeitloser Schönheit.

 

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Christian Klant – „Landschaften“

 

 

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Christian Klant – „Landschaften“

 

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Christian Klant – „Landschaften“

 

Die aufwändige Fotografie mit einer Großformatkamera und einem Dunkelkammerzelt vor Ort – an dem die Nassplatten nicht nur hergestellt, sondern auch direkt entwickelt werden – bedarf Geduld, Ruhe und vor allem Entschleunigung. Eine Mischung, die Christian Klant sehr schätzt: „Die Arbeit mit dem Verfahren zwingt mich dazu alles viel langsamer zu erleben. Diese Entschleunigung hat mir dabei geholfen, die Emotionen zu greifen, die mir zuvor noch durch die Finger geglitten sind.“

 

 

 

13.09.2022 - 30.11.2022
Fotoausstellung Pinakothek der Moderne München: Prinzip Atlas I Walter Schels | Rotunden Projekt 2022 | PART III. Wer in den nächsten Wochen die Pinakothek der Moderne in München betritt, wird im Kreisrund der Rotunde von 36 europäischen Haus- und Nutztieren begrüßt: Diversität einmal anders gedacht. Egal ob Kuh, Rabe oder Hund, viele dieser Tiere haben Eingang in unser kulturelles Gedächtnis gefunden und sind Teil unserer Erzählungen, Mythen und Märchen. es sind Fotografien eines Langzeitprojekts von Walter Schels, aus denen uns die Tiere betrachten als wären sie unseres gleichen.
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Prinzip Atlas I Walter Schels | Rotunden Projekt 2022 | PART III
Fotoausstellung Pinakothek der Moderne München: Prinzip Atlas I Walter Schels | Rotunden Projekt 2022 | PART III. Wer in den nächsten Wochen die Pinakothek der Moderne in München betritt, wird im Kreisrund der Rotunde von 36 europäischen Haus- und Nutztieren begrüßt: Diversität einmal anders gedacht. Egal ob Kuh, Rabe oder Hund, viele dieser Tiere haben Eingang in unser kulturelles Gedächtnis gefunden und sind Teil unserer Erzählungen, Mythen und Märchen. es sind Fotografien eines Langzeitprojekts von Walter Schels, aus denen uns die Tiere betrachten als wären sie unseres gleichen.

Walter Schels
Schaf, 1984
aus der Serie: Tierische Portraits
© Walter Schels

 

Chickenwings fallen nicht vom Himmel und Fleischpflanzerl wachsen nicht im Balkonkasten! Massentierhaltung und moderne Fleischindustrie haben uns vergessen lassen, dass der Mensch ursprünglich über Jahrtausende ein enges Verhältnis zu seinen Nutz- und Haustieren pflegte - eine einzigartige Symbiose, die dazu beitrug, menschliches Dasein zu sichern.

 

Mit einem Augenzwinkern rückt der 1936 in Landshut in Bayern geborene Fotograf Walter Schels seine tierischen Porträts in den Fokus unserer Aufmerksamkeit. Er hat sie frontal Porträtiert als wären sie Menschen. Es ist der direkte Blick ihrer Augen, der den unmittelbaren Kontakt zum Gegenüber herstellt - sie schauen uns an und wir schauen zurück. In diesem Moment vertauscht sich die Rolle von Betrachtern und Betrachteten, und die Tiere werden uns ebenbürtig. Walter Schels beschreibt seine Vorstellung von einer gelungenen Porträtfotografie mit den Worten: ..Manchmal fotografiere ich Menschen müde, damit sie ihr Fotolächeln aufgeben. Dieser Zustand der Selbstvergessenheit ist es, den ich suche. In ihm tritt der Wahrheitsgehalt eines Gesichts zutage."

 

Walter Schels
Dobermann, 1990
aus der Serie: Tierische Portraits
© Walter Schels

 

In ihrer Gesamtheit gleichen Walter Schels' umfangreiche fotografische Langzeitprojekte einem Bilderatlas. Das Universelle, nachdem er in seinen Bildnissen auf der Suche ist, kreist um die Einzigartigkeit und Vielgestaltigkeit von Menschen, Tieren und Pflanzen in der Welt - eine Expedition zu immer neuen Kontinenten, auf der der Fotograf mit seinen 86 Jahren bis heute unermüdlich unterwegs ist.

 

Walter Schels
Gans, 1995
aus der Serie: Tierische Portraits
© Walter Schels

 

Kurator der noch bis November 2022 gezeigten Ausstellung ist Dr. Michael Hering.

 

11.09.2022 - 20.12.2022
Fotoausstellung Köln . Unter dem Titel „Inszeniert: Identität und Rollenspiel“ beleuchtet die in focus Galerie Fragen zum Thema Identität vor dem Hintergrund des künstlerischen Rollenspiels in der Fotografie. In der Beschäftigung mit den Themen Identität, deren Konstruktion,Transformation und Fiktion wird die Kamera als Spiegel für Inszenierungen des Selbst – oder des Anderen – verwendet. 11.9. bis 20.12.2022
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Inszeniert: Rollenspiel und Identität
Fotoausstellung Köln . Unter dem Titel „Inszeniert: Identität und Rollenspiel“ beleuchtet die in focus Galerie Fragen zum Thema Identität vor dem Hintergrund des künstlerischen Rollenspiels in der Fotografie. In der Beschäftigung mit den Themen Identität, deren Konstruktion,Transformation und Fiktion wird die Kamera als Spiegel für Inszenierungen des Selbst – oder des Anderen – verwendet. 11.9. bis 20.12.2022

„Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler.“,                                                             so zitiert William Shakespeare, 1599, in seinem Stück "Wie es euch gefällt".

 

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Toto Frima,1988 Polaroid60x50

 

Maskerade, Kostümierung und das performative Spiel als künstlerische Praxis bildet den gemeinsamen Ausgangspunkt der gezeigten Arbeiten. Diese zeigen, wie Künstlerinnen und Künstler die Grenzen des Annehmbaren ausloten, neue soziale Rollen erproben und gesellschaftliche Tabus brechen. Die Ausstellung eröffnet ein Panorama der Auseinandersetzung mit dem inszenierten Selbst zwischen spielerischem, ironischem und sozialen Blick auf das Thema Identität.

 

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Gilbert Garcin, Flight of Icarus, 2005

 

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Cindy Marler, transported Angel, 1996

 

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Elliott Erwitt, Netherland, 1956

 

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Anne-Arden MCDonald, self

 

 

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Christine Webster, Black-Carnival, 1993-97

 

 

 

Vorgestellt werden Arbeiten von

Elliott Erwitt (USA), Sissi Farassat (A), Toto Frima (NL), Gilbert Garcin (F), Cindy Marler (NL), Anne Arden McDonald (USA), Jan Saudek (CZ) und Christine Webster (NZL).

Öffnungszeiten: 12. September bis 17. September 13 – 17 Uhr, ab dem 17. September bis 20. Dezember 2022: nur nach telefonischer Terminvereinbarung unter 0177 3202913

 

 

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10.09.2022 - 08.01.2023
Fotoausstellung Wolfsburg . Mit Empowerment bietet das Kunstmuseum Wolfsburg mit rund 100 künstlerischen Positionen aus aller Welt erstmals einen derart umfangreichen globalen Überblick über Kunst und Feminismen des 21. Jahrhunderts – und das aus 50 Ländern aus allen Kontinenten. Zur Ausstellung erscheint in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (beb) eine umfangreiche Publikation, die über die Ausstellung hinausreicht. Vom 10.9.2022 bis 8.1.2023
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Empowerment
Fotoausstellung Wolfsburg . Mit Empowerment bietet das Kunstmuseum Wolfsburg mit rund 100 künstlerischen Positionen aus aller Welt erstmals einen derart umfangreichen globalen Überblick über Kunst und Feminismen des 21. Jahrhunderts – und das aus 50 Ländern aus allen Kontinenten. Zur Ausstellung erscheint in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (beb) eine umfangreiche Publikation, die über die Ausstellung hinausreicht. Vom 10.9.2022 bis 8.1.2023

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Foto: Vatanajyankur Kawita The-Scale-of-Injustice 2021

 


Ja, wir wollen, dass alle Menschen die gleichen Rechte und Chancen haben! Ja, wir wollen mit Kunst das Bewusstsein schärfen und nachhaltig wirksame Begegnungen ermöglichen! Ja, wir wollen einen Beitrag für Gleichstellung leisten und an den Rand gedrängte oder von Diskriminierung betroffene Menschen ermutigen und empowern. Und ja, die Welt wäre eine bessere, wenn wir alle Feminist*innen wären – „We should all be feminists!“ (C. N. Adichie). Die Ausstellung Empowerment versammelt diverse feministisch orientierte Ansätze und versteht sie als progressive Methode, die Gesellschaften der Welt mit den Mitteln der Kunst zu analysieren und mögliche Wege aus den globalen Krisen aufzuzeigen. 

 

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03.09.2022 - 06.11.2022
Fotoausstellung Hamburg . Wie ist ein neues Leben im Angesicht des Krieges? Die Ausstellung "The New Abnormal" zeigt Werke von zwölf ukrainische Fotograf*innen, die einen Eindruck vom gegenwärtigen Leben in der Ukraine vermitteln. Die Ausstellung The New Abnormal im PHOXXI, dem temporären Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg, ist eine Kooperation mit dem Odessa Photo Days Festival unter der Leitung von Katerina Radchenko. 3.9. bis 6.11.2022
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Ukraine - "The New Abnormal"
Fotoausstellung Hamburg . Wie ist ein neues Leben im Angesicht des Krieges? Die Ausstellung "The New Abnormal" zeigt Werke von zwölf ukrainische Fotograf*innen, die einen Eindruck vom gegenwärtigen Leben in der Ukraine vermitteln. Die Ausstellung The New Abnormal im PHOXXI, dem temporären Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg, ist eine Kooperation mit dem Odessa Photo Days Festival unter der Leitung von Katerina Radchenko. 3.9. bis 6.11.2022

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Pavlo Dorohoi, aus der Serie »Traces of Presence«, 2022
Copyright: © Pavlo Dorohoi

 

Die Eskalation des Krieges und der Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine am 24. Februar 2022 hatten erhebliche Auswirkungen auf die Geschichte und das Leben in der Ukraine. Die Ereignisse der letzten Monate haben jede/n Bürger*in des Landes sowie alle Bereiche des sozialen und politischen Lebens betroffen. Von einem auf den anderen Moment wurde das Leben in ein »Vorher« und ein »Während« gespalten.

 

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Yelyzaveta Bukreieva Roadblock near my home

 


Die ukrainische Bevölkerung musste verschiedene Phasen der Transformation durchlaufen – Schock, Leugnung, Angst, Akzeptanz und Anpassung. Anliegen der Ausstellung ist es, eine neue Form des Lebens während des Krieges zu zeigen. Diese neue Form des Lebens beinhaltet die Anpassungsprozesse im sozialen und öffentlichen Raum, die Veränderung der gewohnten Verhaltensregeln und Alltagsroutinen sowie die Kombination von Gefühlszuständen wie Angst, Wut und Freude.

 

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Nazar Furyk, aus der Serie »Single Works.«
Bucha, Mai 2022
Copyright: © Nazar Furyk

 

Das internationale Festival für zeitgenössische Fotografie Odesa Photo Days wurde 2015 als Reaktion auf den Krieg gegründet, den Russland im Osten der Ukraine begonnen hatte und der von Propaganda und Medienmanipulation begleitet wurde. Das seit 7 Jahren jährlich stattfindende Festival Odesa Photo Days wurde 2022 aufgrund des russischen Großangriffs im Februar abgesagt. Jetzt arbeitet das Festivalteam daran, die Situation in der Ukraine bekannt zu machen und ukrainische Dokumentarfotografen und Fotokünstler zu unterstützen, die vom Krieg betroffen sind. Neben dem Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg gibt es Kooperationen mit dem Palais de Tokyo, Paris oder dem Copenhagen Photo Festival und vielen weiteren.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Kateryna Radchenko und Ingo Taubhorn.

Künstler*innen: Lisa Bukreyeva, Alexander Chekmenev, Pavlo Dorohoi, Nazar Furyk, Vladyslav Krasnoshchok, Sasha Kurmaz, Mykhaylo Palinchak, Oksana Parafeniuk, Daniil Russov, Alina Smutko, Elena Subach und Mila Teshaieva.

 

 

 

 

01.09.2022 - 09.10.2022
Fotoausstellung Hannover . Geschichten über Flüsse haben schon immer einen großen Reiz auf FotografInnen ausgeübt. Ihrem Lauf zu folgen, das verheißt Begegnungen und immer wieder neue Bilder. Je länger der Fluss, desto abwechslungsreicher in der Regel die ihn umsäumenden Landschaften. Die GAF, Galerie für Fotografie, zeigt in der Ausstellung "Flusslandschaften" Motive zu dem Thema von Jasper Bastian, Giulio Di Sturz , Martin Friedrich, Nikolaj Nowacki und Tamina-Florentine Zuch. Vom 1.9. bis 9.10.2022
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Flussgeschichten
Fotoausstellung Hannover . Geschichten über Flüsse haben schon immer einen großen Reiz auf FotografInnen ausgeübt. Ihrem Lauf zu folgen, das verheißt Begegnungen und immer wieder neue Bilder. Je länger der Fluss, desto abwechslungsreicher in der Regel die ihn umsäumenden Landschaften. Die GAF, Galerie für Fotografie, zeigt in der Ausstellung "Flusslandschaften" Motive zu dem Thema von Jasper Bastian, Giulio Di Sturz , Martin Friedrich, Nikolaj Nowacki und Tamina-Florentine Zuch. Vom 1.9. bis 9.10.2022

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Bild: Wolga, Tamina Florentine Zuch 

 

Flüsse waren während der gesamten Menschheitsgeschichte immer Lebensadern, unabhängig davon, wie breit und lang sie sind. Und wie Albert Schweitzer schon richtig sagte: Auch die großen Flüsse brauchen die kleinen Wasser. 
 
Flüsse boten den  frühen Siedlern frisches Wasser, Nahrung, einen Transportweg und oft auch Schutz, denn von der Flussseite waren sie nicht leicht anzugreifen. Heute sind große Flüsse wie die Oder, die Wolga oder der Ganges vor allem wichtige Transportwege ökonomischer und imperialer Macht und sie schaffen Verbindungen. Aber egal, an welchem Fluss man steht, Leine oder Elbe, sie befördern immer auch unser Fernweh, bergen Mythen, erzählen Geschichten und versprechen Abenteuer. 
 
Weil die Flüsse dieser Welt so verschieden sind, zeigen die GAF in dieser Ausstellung die Arbeiten von 4 Fotografen und einer Fotografin. Sie stammen aus Italien, Polen und Deutschland. Ihre Flussgeschichten sind so unterschiedlich fotografiert, wie es die 5 Flüsse sind, ihre Hauptdarsteller

 

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Bild: Isar, Martin Friedrich

 

Nur 295 Kilometer lang ist die Isar und sie ist in ihrem ganzen Lauf nicht schiffbar. Der Fotograf Martin Friedrich hat sie über mehrere Jahre hinweg zu jeder Jahreszeit mit einer Großbildkamera und analog fotografiert. Ohne dabei Menschen abzubilden, hat er sich ganz auf ihre Physiognomie beschränkt. Der Mensch tritt in seiner Serie nur als Schöpfer urbaner Spuren in Erscheinung.

 

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Bild: Ganga Ma, Giulio Di Sturco

 

10 Jahre lang hat der italienische Fotograf Giulio Di Sturco den Ganges für sein Projekt »Ganga Ma«auf einer Länge von 2.500 Kilometer in größtenteils quadratischen Bildern fotografiert.  Der Fluss bildet die Lebensgrundlage für 400 Millionen Menschen, die an seinen Ufern leben. Die Vergiftung des Flusses und der gesunkene Wasserstand bedrohen ihren Lebensraum. Basierend auf den Traditionen der Dokumentarfotografie bemüht er sich in seiner Bildsprache, die durch eine ganz eigene Farbigkeit der Ganges-Bilder dominiert wird, um eine Mischung von Realität und Fiktion.

 

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Bild: Wolga, Tamina Florentine Zuch


 
Die Fotografin Tamina-Florentine Zuch hat für den stern mit der Reporterin Bettina Sengling fast die gesamte Wolga bereist, mit 3.500 Kilometern der längste Fluss Europas. Dabei hat sie von Kamelzüchtern über Fischern bis zu der Zukunftsstadt Innopolis das enorm unterschiedliche Leben am Strom fotografiert und versucht, seinen Mythos zu ergründen.

 
In einer spannenden Mischung aus Landschaften, Portraits und szenischen Bildern hat der deutsch-amerikanische Fotograf Jasper Bastian in seiner Arbeit »Across the River«den wahrscheinlich bedeutendsten Teil des Flusses Ibar fotografiert, wo er die nord-kosovoische Stadt Mitrovica seit 22 Jahren nicht nur geografisch teilt, sondern sie auch in einen serbischsprachigen und einen albanischsprachigen Teil spaltet. Seitdem ist der Fluss für viele Albaner als auch Serben aus Angst voreinander zu einer unsichtbaren Grenze geworden.

 

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Bild: Oder, Mikolaj Nowacki

 

Mit enorm impressiven Sichtweisen, die dem Fluss eine ganz besondere Ästhetik verleihen, hat der polnische Fotograf Mikolaj Nowackis Polens größten Fluss, die Oder, fotografiert. Sie ist der Fluss seiner Kindheit und Jugend in Breslau und an ihren Ufern hat er viel Zeit verbracht und seiner Fernweh Nahrung gegeben. Ab der Neißemündung ist die Oder bis nördlich von Schwedt Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen.

Galerie für Fotografie Hannover (GAF)

Eisfabrik

Seilerstraße 15d

Hannover 30171

Germany

 

 

 

13.08.2022 - 01.10.2022
Eine der weltweit führenden und zugleich ältesten Fotokunstgalerien wird 25. Aus diesem Anlass wird die Berliner Galerie Camera Work 25 Fotografen in einer Ausstellung präsentieren. Ikonische Werke von Peter Lindbergh oder Diane Arbus werden dabei ebenso gezeigt wie Arbeiten zeitgenössischer Künstler die sich gemeinsam mit Camera Work zu den weltweit erfolgreichsten Vertretern ihres fotokünstlerischen Bereichs entwickeln konnten. Kuratiert wird die Ausstellung von Philippe Garner, einem der international anerkanntesten Experten für Fotografie.
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Herzlichen Glückwunsch! 25 Jahre Camera Work
Eine der weltweit führenden und zugleich ältesten Fotokunstgalerien wird 25. Aus diesem Anlass wird die Berliner Galerie Camera Work 25 Fotografen in einer Ausstellung präsentieren. Ikonische Werke von Peter Lindbergh oder Diane Arbus werden dabei ebenso gezeigt wie Arbeiten zeitgenössischer Künstler die sich gemeinsam mit Camera Work zu den weltweit erfolgreichsten Vertretern ihres fotokünstlerischen Bereichs entwickeln konnten. Kuratiert wird die Ausstellung von Philippe Garner, einem der international anerkanntesten Experten für Fotografie.

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Foto David Drebin / Camera Work Gallery

 

Zu diesem Anlass lädt die Galerie auf eine Reise durch ein Vierteljahrhundert Ausstellungshistorie von Camera Work ein. Damit huldigt Camera Work auch jenen Künstlern, deren Werdegang die Galerie seit vielen Jahren entscheidend begleiten und prägen durften. Herausragende Positionen von 25 namhafen Fotografen werden in der Ausstellung »25 Years CAMERA WORK« präsentiert – kuratiert von Philippe Garner, einem der international anerkanntesten Experten für Fotografie.

 

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Foto Russell James / Camera Work Gallery

 

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Foto Peter Lindbergh / Camera Work Gallery

 

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Foto Patrick Demarchelier / Camera Work Gallery

 

Mit seiner Auswahl zu »25 Years CAMERA WORK« unterstreicht Philippe Garner, welche Highlights jene ereignisreichen Jahre der Galerie mit nunmehr über 200 Ausstellungen international r Camera Work verbunden ist. Neben ikonischen Werken der Fotografiegeschichte von Diane Arbus, Richard Avedon, Peter Beard, Peter Lindbergh, Helmut Newton, Irving Penn und Man Ray zeigt die Ausstellung auch Arbeiten zeitgenössischer Künstler, die sich gemeinsam mit Camera Work zu den weltweit erfolgreichsten Vertretern ihres fotokünstlerischen Bereichs entwickeln konnten. Dazu zählen unter anderem David Drebin, Russell James, Eugenio Recuenco, Maren Schoeller und Christian Tagliavini. 

 

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Foto Thomas Billhardt / Camera Work

 

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Foto Hans Feurer / Camera Work Gallery

 

Die Ausstellung präsentiert Werke von Diane Arbus, Richard Avedon, Peter Beard, Thomas Billhardt, Nick Brandt, Michel Comte, Patrick Demarchelier, David Drebin, William Eggleston, Hans Feurer, Jean-Bapeste Hynh, Peter Lindbergh, Man Ray, Helmut Newton, Irving Penn, Robert Polidori, Eugenio Recuenco, Bettina Rheims, Leni Riefenstahl, Herb Ritts, Maren Schoeller, Jeanloup Sieff, Christian Tagliavini und David Yarrow.

Philippe Garner blickt auf eine mehr als fünfzigjährige Karriere als Aukeonsspezialist zurück und ist eine internaeonale Koryphäe auf den Gebieten Fotografie sowie Kunst und Design des 20. Jahrhunderts. 2016 zog er sich als stellvertretender Vorsitzender des Auktionshauses Christie’s zurück, bleibt dem Unternehmen jedoch seitdem als internationaler Berater verbunden. Er hat zahlreiche Publikationen innerhalb seiner Fachgebiete veröffentlicht. Zu Garners Auktionserfolgen gehören rekordträchtige Verkäufe von Werken namhafer Fotografen, darunter Richard Avedon, Peter Beard, Peter Lindbergh, Helmut Newton und Irving Penn, die auch von Camera Work repräsentiert werden. Diese Basis hat die langjährige, enge Beziehung untermauert, die sich zwischen Garner und dem Team der Galerie entwickelt hat. 

 

12.08.2022 - 27.11.2022
Fotoausstellung München . Wie gewohnt is die neue Ausstellung im Kunstfoyer der Versicherungs Kammer Kulturstiftung ein Highlight. Der finnisch-amerikanische Fotograf Arno Rafael Minkkinen (*1945 in Helsinki) fotografiert seit mehr als fünf Jahrzehnten Selbstporträts seines Körpers in der Natur. Von ersten Arbeiten in den frühen 1970er Jahren bis heute haben seine Bilder die gleiche Zeitlosigkeit und ästhetische Signatur bewahrt.
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Arno Rafael Minkkinen - Selbstporträts
Fotoausstellung München . Wie gewohnt is die neue Ausstellung im Kunstfoyer der Versicherungs Kammer Kulturstiftung ein Highlight. Der finnisch-amerikanische Fotograf Arno Rafael Minkkinen (*1945 in Helsinki) fotografiert seit mehr als fünf Jahrzehnten Selbstporträts seines Körpers in der Natur. Von ersten Arbeiten in den frühen 1970er Jahren bis heute haben seine Bilder die gleiche Zeitlosigkeit und ästhetische Signatur bewahrt.

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Der finnisch-amerikanische Fotograf Arno Rafael Minkkinen (*1945 in Helsinki) fotografiert seit mehr als fünf Jahrzehnten Selbstporträts seines Körpers in der Natur. Von ersten Arbeiten in den frühen 1970er Jahren bis heute haben seine Bilder die gleiche Zeitlosigkeit und ästhetische Signatur bewahrt. Minkkinens Werk ist eine Hommage an die Beziehung zwischen Natur und Mensch. Er führt uns mit viel Empathie zurück zu den Anfängen des Umweltbewusstseins und zu Reformbewegungen, die den Stadtmenschen des Industriezeitalters wieder in Einklang mit der Natur bringen wollten. Es ist, als wolle er die Welt umarmen.

Arno Rafael Minkkinens Bilder, fotografiert in mehr als 30 Ländern, sind surreal, spirituell und transformativ, häufig mit humorvollem Unterton. Weltweit veröffentlicht und ausgestellt, befinden sich Minkkinens Arbeiten in den Sammlungen des MoMA, New York, des Museum of Fine Arts, Boston, des Centre Pompidou, Paris, des Musée de l'Élysée, Lausanne, des Kiasma Museum, Helsinki, des Tokyo Metropolitan Museum of Photography und vielen anderen.

Die Methoden, mit denen diese kühnen Aufnahmen entstehen, sind Jahrzehnte älter als die Verwendung von Photoshop. Stattdessen verlässt er sich auf einen einfachen 9-Sekunden-Auslöser, der es ermöglicht, für jede Aufnahme schnell zu posieren. Er arbeitet in der Regel allein und lässt niemanden durch den Sucher seiner Kamera blicken.

 

 

"Viele meiner Fotos sind schwierig zu machen. Einige können sogar gefährlich sein. Ich möchte nicht, dass jemand anderes in Gefahr gerät, wenn er die Risiken eingeht, die ich eingehen muss: sich von einer Klippe zu lehnen oder unter Wasser zu bleiben, um mein Bild zu machen. Einige meiner Bilder mögen einfach aussehen, aber in Wirklichkeit testen sie die Grenzen dessen aus, wozu ein menschlicher Körper fähig oder bereit ist, Risiken einzugehen. Deshalb nenne ich sie Selbstporträts, damit der Betrachter weiß, wer auf dem Bild zu sehen ist und wer es aufgenommen hat."

Das Kunstfoyer präsentiert Minkkinens bislang umfangreichste Ausstellung mit 150 Werken. Zum ersten Mal übernimmt Arno Rafael Minkkinen die Gestaltung der eigenen Ausstellung in zum Teil wandfüllenden Formaten. Das Ergebnis ist eine Präsentation mit Gesamtkunstwerk-Charakter, entstanden in Zusammenarbeit mit der Designerin Yolanda Cuomo und der Kuratorin Isabel Siben.

15.07.2022 - 31.10.2022
In der Ausstellung "Mining Photography. Der ökologische Fussabdruck der Bildproduktion" widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) der Materialgeschichte zentraler Rohstoffe im Kontext der Fotografie und stellt den Zusammenhang zur Geschichte ihres Abbaus, ihrer Entsorgung und dem Klimawandel her. Die Ausstellung nimmt eine neue Perspektive ein, indem sie nicht bloß die Folgen des Klimawandels abbildet, sondern erforscht, wie das Medium Fotografie selbst materiell und ideologisch in Umweltveränderungen verwickelt war.
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Mining Photography. Der ökologische Fussabdruck der Bildproduktion
In der Ausstellung "Mining Photography. Der ökologische Fussabdruck der Bildproduktion" widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) der Materialgeschichte zentraler Rohstoffe im Kontext der Fotografie und stellt den Zusammenhang zur Geschichte ihres Abbaus, ihrer Entsorgung und dem Klimawandel her. Die Ausstellung nimmt eine neue Perspektive ein, indem sie nicht bloß die Folgen des Klimawandels abbildet, sondern erforscht, wie das Medium Fotografie selbst materiell und ideologisch in Umweltveränderungen verwickelt war.

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Fotograf unbekannt - Agfa Rohpapierlager 1956 Sammlung Agfa Museum Ludwig Köln

 

Seit ihrer Erfindung ist die Fotografie von der Gewinnung und der Ausbeutung so genannter natürlicher Rohstoffe abhängig. Im 19. Jahrhundert waren es Salz, Kupfer und Silber, die für die ersten Fotografien auf Kupferplatten und für Salzpapierabzüge genutzt wurden. Mit dem Aufkommen der Silbergelatineabzüge im späten 20. Jahrhundert wurde die Fotoindustrie mit etwa einem Viertel des weltweiten Verbrauchs zur wichtigsten Abnehmerin für Silber. Im Zeitalter der digitalen Fotografie und der Smartphones ist die Bildproduktion auf seltene Erden und Metalle wie Koltan, Kobalt und Europium angewiesen. Die Speicherung der Bilder und ihre Distribution produzieren zudem großen Mengen an CO2.

 

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Photography Mary Mattingly - Mineral Seep 2016

 

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Photography Ignacio Acosta Computer Aid

 

 Anhand historischer Fotografien und zeitgenössischer künstlerischer Positionen sowie Interviews mit Restaurator*innen, Geolog*innen und Klimaforscher*innen erzählt sie die Geschichte der Fotografie als eine Geschichte der industriellen Fertigung und zeigt, dass das Medium tief in die vom Menschen verursachten Veränderungen der Natur verwickelt ist. 

 

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Fotograf unbekannt - Silberbarren im Tresor 1945 Kodak Collection, Eastman Kodak Company

 

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Photography John Cooper - Minenarbeiterin 1860er Jahre Trinity College Library Cambridge

 

Beteiligte Künstler*innen: Ignacio Acosta, F&?D Cartier, Optics Division of the Metabolic Studio (Lauren Bon, Tristan Duke, Richard Nielsen), Susanne Kriemann, Mary Mattingly, Daphné Nan Le Sergent, Lisa Rave, Alison Rossiter, Robert Smithson, Simon Starling, Anaïs Tondeur, James Welling, Noa Yafe, Tobias Zielony

Die Ausstellung wird kuratiert von dem Künstler, Autor und Kurator Boaz Levin und Dr. Esther Ruelfs, Leiterin der Sammlung Fotografie und neue Medien am MK&G.

09.07.2022 - 06.11.2022
Fotoausstellung Köln . Raghubir Singh nutzte den Ausschnitt, um Alltagssituationen im öffentlichen Raum als verdichtete Ereignisse zu vermitteln, wie zum Beispiel eine Auseinandersetzung im Straßenverkehr oder der Handel vor der Börse. Singh Fotografien sind die Hommage eines Kosmopoliten an eine kosmopolitische Stadt. Im Fotoraum präsentiert das Museum Ludwig zwölf Fotografien aus der „Kalkutta“-Serie von Singh, die sich seit 2017 in seiner Sammlung befinden.
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Raghubir Singh. Kolkata
Fotoausstellung Köln . Raghubir Singh nutzte den Ausschnitt, um Alltagssituationen im öffentlichen Raum als verdichtete Ereignisse zu vermitteln, wie zum Beispiel eine Auseinandersetzung im Straßenverkehr oder der Handel vor der Börse. Singh Fotografien sind die Hommage eines Kosmopoliten an eine kosmopolitische Stadt. Im Fotoraum präsentiert das Museum Ludwig zwölf Fotografien aus der „Kalkutta“-Serie von Singh, die sich seit 2017 in seiner Sammlung befinden.

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Rheinisches Bildarchiv Köln 

Raghubir Singh Ein Geschäft für Zigaretten und Tee in Süd-Kalkutta,1987 Museum Ludwig, Köln
© Succession Raghubir Singh 

 

Der indische Fotograf Raghubir Singh (1942–1999) kehrte immer wieder nach Kolkata (bis 2001 Kalkutta) zurück und erstellte über die Jahre ein komplexes und vielschichtiges Fotoporträt der Metropole. Aufgewachsen in Jaipur, der Hauptstadt des indischen Bundesstaates Rajasthan, besuchte Singh Kolkata 1961 das erste Mal. In den frühen 1970er Jahren lebte er noch in Jaipur; danach verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Hongkong und Paris; später lebte er in London und New York. Vor allem in seinen Straßenansichten verdichtet Singh die vielfachen Eindrücke Kolkatas in farblich und kompositorisch beeindruckenden Fotografien. Die Farbigkeit ist für Singh kennzeichnend für Geografie und Kultur Indiens. In seinen Fotografien wird mit ihrer Hilfe die Aufmerksamkeit über das ganze Bild verteilt, sodass Vorder-und Hintergrund häufig wie auf einer Ebene erscheinen. Die unterschiedlichen historischen Zeitschichten sind auf diese Weise in der Fotografie gleichermaßen vergegenwärtigt. Singhs Fotografien sind die Hommage eines Kosmopoliten an eine kosmopolitische Stadt.

 

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Raghubir Singh Innenhof eines alten Hauses, Kalkutta,1971-1972  Museum Ludwig, Köln
© Succession Raghubir Singh 

 

Im Fotoraum präsentiert das Museum Ludwig zwölf Fotografien aus der „Kalkutta“-Serie von Singh, die sich seit 2017 in seiner Sammlung befinden. In der Präsentation sind sie um fünf Fotografien von Henri Cartier-Bresson ergänzt, die dieser während seiner Indien-Reise 1947 aufnahm. Die Zitate aus der Einführung von R.P. Gupta zu Calcutta. The Home and the Street  von 1988sowie aus Singhs einführendem Text zu River of Colour: The India of Raghubir Singh von 1998 kommentieren seine Aufnahmen sowie diejenigen Cartier-Bressons und verdeutlichen seine fotografische Haltung.

 

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 Raghubir Singh 
Beschäftigte in einem Haushalt, Kalkutta, 1986 
Museum Ludwig, Köln
© Succession Raghubir Singh Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln 

 

Raghubir Singh begann in den 1960er Jahren als Fotojournalist für indische und internationale Publikationen zu arbeiten wie National Geographic, Life, Time und New York Times. Bereits als Schulkind entdeckte er Henri Cartier-Bressons Fotobuch Beautiful Jaipur. 1966 begegnete er Cartier-Bresson, der einen wichtigen Einfluss auf seine Arbeitsweise hatte, erstmals persönlich. Wie diesem ging es auch Singh darum, die Momenthaftigkeit des Augenblicks mit kompositorischer Strenge zu verbinden. Anders als sein Vorbild entschied er sich aber sehr früh für die Farbfotografie. In seinem grundlegenden Text „River of Colour: An Indian View“ erläutert Singh 1998, inwieweit die Wertschätzung der Farbe in der indischen Ästhetik und Kulturgeschichte begründet liegt und die Ablehnung der Farbfotografie als vulgär (Walker Evans) im westlichen Wertesystem verankert ist. Zugleich stehe das Sehen nicht wie in der westlichen Tradition für eine distanzierte Wahrnehmung, sondern für eine, bei der die Sensualität des Tastsinns und Gemeinsinns enthalten ist. Es war nicht Singhs Interesse, mit der Farbfotografie einen neuen Stil als Antwort auf die modernistische Fotografie eines Cartier-Bresson, Andre Kertesz‘ oder auch Lee Friedlander zu begründen. Vielmehr wollte er die Fotografie aus indischer Perspektive prägen.

 

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Raghubir Singh Ein Bräutigam und seine Begleiter, aus der Gemeinschaft der Marwari, Kalkutta, 1968 

Museum Ludwig, Köln
© Succession Raghubir Singh Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln 

 

„Western modernism in photography will in time be broadened, by non-Western artists through a fine disregard of the philosophical stance of the West and of the related rules of the game", so Singhs Überzeugung.

In diesem Sinne entwickelte Singh um 1980 eine fotografische Haltung, die die Merkmale der Street photography, wie Schnappschussästhetik und ungewöhnliche Bildausschnitte, einsetzte, ohne sich jedoch von den gewählten Sujets als „entfremdete und verworfene" - so Singh - zu distanzieren. Die Intensität der Farbfotografien von Singh beruht wesentlich auf seiner Fähigkeit, der modernistischen Fotografie in diesem Sinne eine neue Wendung zu geben.

 

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Raghubir Singh Shitala (indische Pockengöttin) und Lingams aus Stein, zu Zwecken der Andacht, Kalkutta, 1988 

Museum Ludwig, Köln
© Succession Raghubir Singh Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln
 

 

Singh nutzte den Ausschnitt, um Alltagssituationen im öffentlichen Raum als verdichtete Ereignisse zu vermitteln, wie zum Beispiel eine Auseinandersetzung im Straßenverkehr oder der Handel vor der Börse. Auf einer Aufnahme von Gläubigen, die das Durga Puja Fest im Kali Tempel Komplex feiern, ist ein Auto zentral ins Bild gesetzt; es wird dadurch gleichbedeutend mit der religiösen Szene und nimmt ihr die Zeitlosigkeit. In der Aufnahme eines Zigaretten- und Teeladens entsteht durch eine Trennwand und einen eingezogenen Boden eine Bild-im Bildkonstruktion, die zur genauen Betrachtung der Fotografie herausfordert.

In vielen Fotografien bringt Singh Alt und Neu, Geschichte und Jetztzeit in ein spannungsvolles Verhältnis, so zum Beispiel in der Aufnahme des Innenhofs eines herrschaftlichen Gebäudes, in der die alte koloniale Welt korinthischer Säulen und einer neoklassizistischen Venusdarstellung mit Rindern, Hühnern und Katze belebt ist.

Die Fotografien der „Kalkutta"-Serie vermitteln Singhs genaue Kenntnis der Metropole und ihrer langen Geschichte, die von der sogenannten bengalischen Renaissance geprägt war - einer Reformbewegung Intellektueller Anfang des 19 Jahrhunderts, die kulturellen, sozialen und politischen Wandel initiierten. Zu ihnen gehörte der Dichter, Musiker und Philosoph Rabindranath Tagore, dem Singh in Fotografien wie dem ehemaligen Musikzimmer im Hause der Gosh-Familie Tribut zollt. Eine andere Fotografie zeigt zwei Hausangestellte, die getrennt von den anderen Gästen einem Konzert von Tagore-Liedern lauschen. Von Singhs Porträts aus der „Kalkutta"-Serie ist eine Aufnahme des Filmemachers Satyajit Ray ausgestellt. Singh sah in dessen Filmen ein Vorbild für die gelungene Weiterentwicklung der Verbindung von Ost und West, wie sie bereits in der bengalischen Renaissance angelegt war.

Raghubir Singh hat 13 Fotobücher veröffentlicht und ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Werke von Singh befinden sich beispielsweise im Metropolitan Museum of Art, Museum of Modern Art und dem Art Institute Chicago.

Kuratorin: Barbara Engelbach

Web und Social Media

Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag # RaghubirSingh

Facebook/lnstagram/Twitter/Vimeo: @Museumludwig - www.museum-ludwig.de

06.07.2022 - 07.02.2023
Fotoausstellung Berlin-Dahlem . Zu Beginn des Jahres 1990 besuchte der Istanbul Fotograf Ergun Çagatay (1937-2018) mehrere deutsche Städte. Dabei entstand die umfangreichste Bildreportage zur türkischen Einwanderung und türkeistämmigen Präsenz in Deutschland. Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) zeigt rund 120 der insgesamt knapp 3.500 Aufnahmen, die mitten hinein in die Lebenswelten der ersten und zweiten Generation von türkischen Arbeitsmigrant*innen führen und ein vielfältiges Bild ihrer Lebensrealitäten im Wendejahr 1990 zeichnen.
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Ergun Çagatay - Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990.
Fotoausstellung Berlin-Dahlem . Zu Beginn des Jahres 1990 besuchte der Istanbul Fotograf Ergun Çagatay (1937-2018) mehrere deutsche Städte. Dabei entstand die umfangreichste Bildreportage zur türkischen Einwanderung und türkeistämmigen Präsenz in Deutschland. Das Museum Europäischer Kulturen (MEK) zeigt rund 120 der insgesamt knapp 3.500 Aufnahmen, die mitten hinein in die Lebenswelten der ersten und zweiten Generation von türkischen Arbeitsmigrant*innen führen und ein vielfältiges Bild ihrer Lebensrealitäten im Wendejahr 1990 zeichnen.

"Ergun Çagatay  - Wir sind von hier. Türkisch-deutsches Leben 1990." ist ein Ausstellungsprojekt des Ruhr Museums, Essen in Kooperation mit dem Goethe-Institut, Istanbul, dem Museum für Hamburgische Geschichte und dem Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin 

 

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 Türkische Fraueninitiative auf der Kundgebung gegen
den Entwurf des neuen Ausländergesetzes, Hamburg, 31. März 1990
© Ergun Çagatay/Fotoarchiv Ruhr
Museum/Stadtmuseum Berlin/Stiftung Historische Museen Hamburg

 

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 Kinder vor einem Hauseingang, Berlin-Kreuzberg
© Ergun Cagatay /Fotoarchiv Ruhr

Museum/Stadtmuseum Berlin/Stiftung Historische Museen Hamburg

 

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 Historische Straßenbahn des Typs 3344 im Pendelverkehr vor dem Türkischen Basar,
Bahnsteighalle des stillgelegten Jugendstil-Hochbahnhofs Bülowstraße, Berlin-Schöneberg
© Ergun Cagatay /Fotoarchiv Ruhr Museum/Stadtmuseum Berlin/Stiftung
Historische Museen Hamburg

 

Nach Stationen in Essen, Istanbul und Hamburg nimmt die Ausstellung die Besucher*innen mit auf Çagatays Reise von Hamburg über Köln und Werl nach Berlin und zurück in den Westen nach Duisburg. Neben den ortsspezifischen Arbeits- und Lebensbedingungen deutsch-türkischer Communities in diesen Städten fanden auch politische Themen immer wieder Eingang in Çagatays Motivauswahl. So dokumentierte er etwa die migrantischen Kämpfe um gesellschaftliche Teilhabe dieser Zeit. In verschiedenen Fotografien deutete er zudem den gesellschaftlichen Rechts-Ruck an. 

 

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 Wartesaal mit Nummern-Aufrufanlage, Ausländerbehörde im Bieber-Haus, Hamburg-St. Georg
© Ergun Çagatay /Fotoarchiv Ruhr Museum/Stadtmuseum Berlin/Stiftung
Historische Museen Hamburg

 

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 Selbstbildnis des Fotojournalisten Ergun Ça?atay in Grubenkleidung vor Beginn der Anfahrt,
Bergwerk Walsum, Duisburg
© Ergun Çagatay/Fotoarchiv Ruhr Museum/Stadtmuseum
Berlin/Stiftung Historische Museen Hamburg

 

Rund 30 Jahre nach dem Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei entstanden, sind Ergun Çagatays F-tos inzwischen wichtige zeithistorische Dokumente. Sie bieten eine not-wendige Ergänzung zum herrschenden Narrativ der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der Wendejahre. Die Geschichten von Mig-rant*innen spielen hierbei nach wie vor viel zu selten eine Rolle. Im Be-gleitprogramm zur Ausstellung möchte das MEK deshalb den Raum für diese Perspektiven öffnen: Tandemführungen mit den portraitierten Personen sowie Erzählcafés werden persönliche Einblicke und Möglichkeiten zum Dialog bieten. Zum 3. Oktober wird darüber hinaus die seit mehr als 60 Jahren gewachsene deutsch-türkische Geschichte mit einem Kulturtag gefeiert. 

 

 

 

01.07.2022 - 31.12.2022
50 Jahre ist es her, dass in München die Olympischen Sommerspiele stattfanden. Im Jubiläumsjahr lädt das Münchner Stadtmuseum zu einer olympischen Spurensuche ein, An etwa 20 ausgewählten, im Stadtraum verteilten Stationen werden Besonderheiten und Ereignisse hervorgehoben, die mit den Spielen in Zusammenhang stehen. 1. Juli bis 31. Dezember 2022
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München 72. Olympische Spurensuche
50 Jahre ist es her, dass in München die Olympischen Sommerspiele stattfanden. Im Jubiläumsjahr lädt das Münchner Stadtmuseum zu einer olympischen Spurensuche ein, An etwa 20 ausgewählten, im Stadtraum verteilten Stationen werden Besonderheiten und Ereignisse hervorgehoben, die mit den Spielen in Zusammenhang stehen. 1. Juli bis 31. Dezember 2022

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Sven Simon, Die "Dirndlgruppe" bei der Eröffnungsfeier
am 26. August 1972 im Münchner Olympia-Stadion, Fotografie, 1972
© IMAGO/Sven Simon

 

 

Am 26. April 1966 entschied das Olympische Komitee, die Spiele der XX. Olympiade 1972 nach München zu vergeben. Für die Landeshauptstadt war dies eine tiefgreifende Zäsur. Die damit verbundenen Ereignisse und Entwicklungen haben vielfältige Spuren in der Stadt hinterlassen. Das Münchner Stadtmuseum macht diese im Jubiläumsjahr im Stadtraum selbst sichtbar und lädt zu einer Olympischen Spurensuche ein. Erstmals begibt sich das Museum direkt an die historischen Orte des Geschehens. An etwa 20 ausgewählten, im Stadtraum verteilten Stationen werden Besonderheiten und Ereignisse hervorgehoben, die mit den Spielen in Zusammenhang stehen.

 

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Unbekannt, Peter Trump (rechts) in Aktion beim Hockeyfinale BRD
gegen Pakistan am 10. September 1972, Fotografie, 1972

© IMAGO/Horstmüller

 

 

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Sven Simon, Gold für die Bundesrepublik Deutschland (v.l.n.r.):
Annegret Richter, Ingrid Mickler-Becker, Heide Rosendahl und Christiane Krause
gewinnen die 4-mal-400 Meter-Staffel, Fotografie, 1972

© IMAGO/Sven Simon

 

Olympia '72 steht für weit mehr als die sportlichen Spitzenleistungen, die zwischen dem 26. August und dem 11. September 1972 erbracht wurden. Visionäre Zukunftsideen und Gesellschaftsentwürfe, politischer Gestaltungswille und nüchterner Pragmatismus sowie Begeisterung und Tragödie verdichten sich bei den Olympischen Spielen in München zu einem vielschichtigen Bild, das bei einer Tour durch die Stadt entdeckt werden möchte. An bekannten, aber auch längst in Vergessenheit geratenen und teils unerwarteten Orten wird vermittelt, welche Auswirkungen die Ausrichtung für die Stadt hatte: Sie hat sie nicht nur baulich und infrastrukturell entscheidend verändert, sondern auch in ideeller und gesellschaftlicher Hinsicht Zeichen gesetzt.

 

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Herbert Michalke, Baumaßnahmen am Marienplatz zur Errichtung
der unterirdischen Stammstrecke für die S-Bahn, Fotografie, 1968
© Aldiami/Herbert Michalke/Timeline Images/Süddeutsche Zeitung Photo

 

Im Olympiapark entwarfen die Architekten die zentralen Sportstätten nicht als massive oder gar monumentale Einzelbauten, sondern als „Fortsetzung der Landschaft mit anderen Mitteln“. Stadion, Sport- und Schwimmhalle betteten sie in Mulden ein und überspannten sie mit einem transparenten Dach. In Abgrenzung zu den Olympischen Spielen in Berlin 1936 versinnbildlichte ihre Gestaltung konsequent demokratische Werte und machte sie in Form einer Landschaftsplastik erleb- und erfahrbar. Naheliegend ist daher eine Ausstellungsstation direkt auf dem Olympiaberg. Analoge und digitale Module der Station vermitteln die zukunftsweisende Olympia-Architektur und die gebaute Landschaft im Olympiapark – direkt an dem Ort, von dem aus das gesamte Ensemble zu sehen und seine Intention spürbar ist.

 

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Unbekannt, Hans-Jochen Vogel (links) und Willi Daume (rechts) testen Telefonzellen
bei der Eröffnung des Pressezentrums auf dem Olympiagelände, Fotografie, 1972

© IMAGO/ZUMA Wire

 

 

Eine weitere Stele der Olympischen Spurensuche befindet sich am Nördlichen Schloßrondell. Mit dem Nymphenburger Schlosspark wurde eines der größten und bedeutendsten Gartenkunstwerke Deutschlands gezielt als Austragungsort für das Dressurreiten ausgewählt – aus heutiger Sicht kaum vorstellbar. Das reiche kulturelle Erbe Münchens sollte damit zum Erlebnis für das Publikum und die Olympionik*innen gleichermaßen werden. Historische Aufnahmen auf der Stele illustrieren die aufwendigen, temporären Aufbauten wie den 20 mal 60 Meter großen Wettkampfplatz und die zwei Zuschauertribünen. In unmittelbarer Nähe zum Originalschauplatz können Besucher*innen so Geschichte und Gegenwart direkt miteinander verknüpfen.

 

 

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Otl Aicher/Elena Winschermann (Entwurf),
Olympia-Maskottchen "Waldi", 1972, Münchner Stadtmuseum © IOC

 

 

An 17 weiteren Standorten werden unter anderem Themen wie Nachhaltigkeit, das grafische Erscheinungsbild und dessen Vorbildfunktion für modernes Corporate Design, Migration, die Modernisierung sowie der Ausbau der Infrastruktur und das die Spiele prägende Attentat behandelt. Die Ausstellung ist bewusst direkt an die Orte des Geschehens verlegt und rund um die Uhr erlebbar. Die Stelen sind markant dort platziert, wo sie auch von Passant*innen oder Tourist*innen zufällig wahrgenommen werden können. Das Design der Stelen dient nicht nur als Trägermaterial für die Informationen, sondern bietet zudem Sitzmöglichkeiten an und lädt so die Besucher*innen zum Verweilen ein. Kurze Texte auf deutsch und englisch bieten Basisinformationen und Bildmaterial zum jeweiligen Thema. Ein QR-Code führt zu einer Vertiefungsebene: Die hinterlegte Website bietet weiterführende Informationen, Abbildungen und Filme, darunter auch Interviews mit Zeitzeug*innen. An neun ausgewählten Stationen sind die Besucher*innen selbst gefordert: Bei der #WaldiChallenge können sie sowohl ihr Wissen zu Olympia als auch ihr sportliches Können unter Beweis stellen.

 

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Unbekannt, Protestplakat mit Fritz Teufel,
zeitweise Mitglied des Anti-Olympischen-Komitees,

Farboffsetdruck, um 1969 (Nachdruck 2012), Münchner Stadtmuseum

 

Stelen der Ausstellung befinden sich hier:

1 Ein Besuch mit Folgen | Marienplatz
2 »München plant und baut«: die Ringstraßen | Isartor
3 »München wird moderner« | Ungererstraße
4 »Im Windschatten der Olympiade« – die Fußgängerzone | Stachus
5 München ist Einwanderungsstadt | Hauptbahnhof
6 Nicht gradlinig, rechtwinklig, ernst – der Olympiapark | Olympiaberg
7 Münchens erster Olympiasieger | Olympiaberg
8 Die Stadt in der Stadt | Connollystraße
9 Die Abteilung XI. des Organisationskomitees | Saarstraße
10 Die »Edition Olympia« | Nymphenburger Straße
11 Münzen und Medaillen für Olympia | Pfisterstraße
12 »Fernseh-Olympia« | Connollystraße
13 »Es empfiehlt sich, ab jetzt nur noch zu lächeln« – die Eröffnung | Olympiaberg
14 Höfische Noblesse und Olympische Spiele | Nördliches Schloßrondell
15 Bogenschießen im Englischen Garten | Werneckwiese
16 »Bayern – Kunst und Kultur« | Münchner Stadtmuseum
17 »Weltkulturen und moderne Kunst« | Haus der Kunst
18 »Quartiere für die Jugend der Welt« | Kapuzinerhölzl
19 Heitere Spiele auf Kosten der Sicherheit? | Ettstraße
20 »Die heiteren Spiele sind zu Ende« – das Attentat | Connollystraße
21 Das Experiment »Spielstraße« | Olympiaberg
22 »Olympischer Sommer« | Odeonsplatz
23 »Internationales Folklorefestival« | Circus Krone
24 Vergessene Olympiaorte | Theresienhöhe

Kuratiert wird die Ausstellung von Henning Rader und Antonia Voit.
Begleitend zu dieser Ausstellung erscheint eine Publikation, die ab Anfang Juli kostenfrei im Münchner Stadtmuseum erhältlich ist.

30.06.2022 - 29.10.2022
Ausstellung München . Die Ausstellung „Alter + Ego“ in der Münchner Eres Stiftung beleuchtet mit rund 20 künstlerischen Positionen die Verheißungen des „Human Enhancement“ in seinen verschiedenen Facetten und geht der Frage nach, wie wir als Ego mit dem Alter und der Vergänglichkeit zurechtkommen. Begleitet wird die Ausstellung von einem interessanten Vortragsprogramm. Bis 29. Oktober 2022
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Alter + Ego
Ausstellung München . Die Ausstellung „Alter + Ego“ in der Münchner Eres Stiftung beleuchtet mit rund 20 künstlerischen Positionen die Verheißungen des „Human Enhancement“ in seinen verschiedenen Facetten und geht der Frage nach, wie wir als Ego mit dem Alter und der Vergänglichkeit zurechtkommen. Begleitet wird die Ausstellung von einem interessanten Vortragsprogramm. Bis 29. Oktober 2022

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Karl Lagerfeld (1933-2019)
A Portrait of Dorian Gray, 2004, 8 Fotografien (Acryldruck)
je 70 x 50 cm
© The Estate of Karl Lagerfeld, Courtesy Steidl

 

 

Vielleicht ist ja alles ein Irrtum: Der körperliche Verfall, der geistige Abbau, das Alter, der Tod? Schließlich bietet die menschliche Vorstellungskraft eine Fülle von Auswegen, der körperlichen Vergänglichkeit zu entkommen. Schneewittchen bewahrt durch jahrelangen Schlaf seine Schönheit, Dorian Gray lässt ein Porträt altern statt seiner selbst, Ikarus überwindet mit Flügelprothesen die Grenzen seines Skeletts.

 

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Installationsansicht 1
(Alex Van Gelder: „Louise Bourgeois at home in 2009“, Stefan Panhans:
„UP! UP!! UP!!!“, Juergen Teller: „Helen Mirren, London 2010“)
Foto: ERES-Stiftung, Thomas Dashuber

 

 

Der Wunsch des Menschen, seinem biologischen Körper zu entweichen, ist uralt. Und seine Erfüllung scheint durch Fortschritte in Gentechnologie und künstlicher Intelligenz greifbarer denn je. Die Entdeckung des „Unsterblichkeits-Gens“ FoxO3, potenzielle Steigerungsmöglichkeiten der Telomerase-Aktivitäten zur Verlangsamung des Alterns und neue Erkenntnisse der Epigenetik lassen auf eine deutliche Verlängerung der eigenen Lebensspanne und sogar der unserer Nachkommen hoffen. Unterstützt wird dieses Versprechen durch tragbare Gesundheitselektronik wie Smartwatches für bessere Kondition, Fitness-Ringe, die selbst den richtigen Empfängniszeitpunkt vorhersagen oder Schuheinlagen, die das Gleichgewicht dokumentieren. Dem quantifizierten Ego scheint die Zukunft zu gehören.

 

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On and On and On, 2022
ABBA-Fotoalbum
Mixed-Media-Installation
Courtesy the artists, Privatsammlung
Foto: ERES-Stiftung, Thomas Dashuber

 

 

Tracker und Apps helfen dabei, den Körper tiefer und genauer zu vermessen, Makel rechtzeitig zu erkennen und eine gesunde Lebensführung angemessen zu belohnen – Datenmissbrauch eingepreist. Coaching-Angebote zur Selbstoptimierung sowie Schönheitsoperationen boomen. Lässt die Körperkraft nach, stehen modernste Prothesen und hilfreiche Entwicklungen aus der Robotik zur Verfügung. Exoskelette erweitern Wirbelsäule, Arme und Beine und ermöglichen körperliche Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter.

 

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eres/colliders
On and On and On, 2022
Mixed-Media-Installation
4 Objekte, Digitaldruck hinter Acryl,
je 10 x 10 x 2 cm
Courtesy the artists
Foto: ERES-Stiftung, Thomas Dashuber

 

 

Techno-Utopisten aus dem Silicon Valley begreifen das Alter ohnehin als überwindbare Krankheit und sehen den biologischen Körper in seiner derzeitigen Form als fehleranfällig   und von zu mühsamer Instandhaltungsrout ine gezeichnet an. So soll beispielsweise Googles biotechnologische Abteilung „Calico“ den Alterungsprozess lösen helfen. Noch einen Schritt weiter gehen die Fantasien der Transhumanisten. Sie sehen die Menschheit vor der nächsten Evolutionsstufe und glauben, dass mittels KI das menschliche Bewusstsein künftig in der Cloud hochgeladen werden kann und sich durch Robotik, künstliche Intelligenz und virtuelle Realität Parallelkörper entwickeln lassen. Bis es so weit ist, bietet sich die Kryonik, das Einfrieren von Kopf oder gesamtem Körper in „Cephalon- Boxen“ oder mit Flüssig-Stickstoff gefüllten Aluminiumkapseln, als Übergangslösung an. Entwarnung also? Versprechen uns Medizin und Technologie schon bald nicht mehr nur eine steigende Lebenserwartung, sondern sogar Unsterblichkeit? Schön wär’s – oder nicht?

 

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Marina Abramovi? (*1946)
The Abramovi? Method, 2021
Video, Schwarz-Weiß/Farbe, Ton,
13:30 Min.
© Marina Abramovi? / MAI
Foto: ERES-Stiftung, Thomas Dashuber

 

Die Ausstellung „Alter + Ego“ beleuchtet mit künstlerischen Positionen die Verheißungen des „Human Enhancement“ in verschiedenen Facetten und geht der Frage nach, wie wir als Ego mit dem Alter und der Vergängl ichkeit zurechtkommen. Denn hat nicht ein winziges Virus in der Corona-Pandemie die modernen Jungbrunnen-Fantasien auf den harten Boden der Realität zurückgeholt und gezeigt: Mit Alter und Tod verknüpfte Erfahrungen wie Fürsorge, Abschied und Trauer bleiben elementare, zutiefst menschlicheEmpfindungen, die unsere Spezies ausmachen.

 

 

Das Projekt

 

Wie ABBA als animiertes Hologramm die Zuschauer begeistert und die Bandmitglieder als digitale Avatare bis über den Tod hinaus Konzerte geben könnten, wie ein alter Mann in der Arbeit von Superflux die gutgemeinten Alltagshilfsmittel seiner Kinder boykottiert und Thomas Silberhorn einen wildgewordenen Treppenlift durch den Ausstellungsraum fegen lässt macht Mut und Laune, sich dem Thema zu stellen – egal in welchem Alter.

Fasst die Kunstgeschichte die dem Projekt zugrundeliegenden Überlegungen prägnant im Motiv des memento mori – in der Ausstellung repräsentiert durch das barocke Gemälde von Daniel Preisler, um 1650) – fächern zeitgenössische künstlerische Positionen die vielfältigen Aspekte des Themas auf. Basieren etwa Jeremy Shaws fluoreszierende UVPrints auf 3D-Bildgebungsverfahren, die in der Diagnostik angewendet werden, um degenerative Veränderungen des Gehirns im Alter sichtbar zu machen, nimmt uns Sybille Fendt in ihrer sehr intimen Fotoserie mit auf die letzte Reise eines Ehepaares nach einer Demenz- Diagnose.

 

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Installationsansicht 2
(Sibylle Fendt: „Gärtners Reise“, eres/colliders „On and On and On“)
Foto: ERES-Stiftung, Thomas Dashuber

 

 

Die US-Amerikanerin Taryn Simon wagt sich für ihre Fotoarbeit in das umstrittene Cryonics Institute Michigan, wo Gefrier-Dienstleistungen für Menschen und Tiere angeboten werden, um womöglich eines Tages den Tod zu überwinden. Zeichnungen von künstlichen Gliedmaßen des Erfinders Albrecht Ludwig Berbl inger aus dem frühen 19. Jahrhundert treffen auf die altmeisterlich anmutenden Gemälde von Schnürungen und Prothesen der 1984 geborenen Künstlerin Mona Ardeleanu. Karl Lagerfeld visioniert das Altern seiner beiden Models in Anlehnung an Oscar Wildes Dorian Gray in einer verstörend schönen Fotoserie. Die fast hundertjährige Bildhauerin Louise Bourgeois hingegen steht vor der Kamera von Alex van Gelder selbstbewusst zu ihrem Alter,

Schauspielerin Helen Mirren gewährt mit 65 Jahren Jürgen Teller einen Blick auf ihren reifen, ungeschminkten Körper in der Badewanne. Besuchern bietet sich die Gelegenheit, an einem Coaching durch Marina Abramovi? teilzunehmen und sich selbst zu optimieren, im digitalen Schlaflabor der Italienerin Elisa Giardina Papa Techniken zur Perfektionierung des Egos und gedanklich die hintersinnige Kletterwand-Installation „Up! Up!! Up!!!“ von Stefan Panhans zu erklimmen.

Vorträge

Donnerstag, 14. Jul i 2022, 19 Uhr
Können wir das Altern abschaffen?
Prof. Dr. Christoph Englert
Forschungsgruppe Molekulare Genetik am Leibniz-Institut für Alternsforschung, Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI), Jena

 

Montag, 18. Jul i 2022, 19 Uhr
Schöner neuer Mensch. Ist künftiges Leben nicht mehr an die Biologie des Körpers gebunden?
Prof. Dr. Stefan Lorenz Sorgner
Chair of the Department of History and Humanities, John Cabot University, Rom

 

Donnerstag, 22. September 2022, 19 Uhr
Schlaue Roboter – Alter und Maschinenintelligenz
Prof. Dr. Sami Haddadin
Direktor des Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI), Inhaber des Lehrstuhls für Robotik und Systemintelligenz an der TU München

 

Donnerstag, 13. Oktober 2022, 19 Uhr

Gibt es ein Unsterblichkeits-Gen?
Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Bosch
Zell- und Entwicklungsbiologe, Direktor des Zoologischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

 

Mittwoch, 26. Oktober 2022, 19 Uhr

So können wir unsere Gene steuern: Die Chancen der Epigenetik für ein langes, gesundes Leben (in englischer Sprache)
Prof. Dr. Isabelle Mansuy
Departement Gesundheitswissenschaften und Technologie, Institut für Neurowissenschaften, ETH Zürich

 

Eres-Stiftung, Römer Straße 15, München

 

 

 

25.05.2022 - 30.09.2022
Fotoausstellung Wien . In der Ausstellung in der Wiener Brotfabrik werden zahlreiche Künstler und Künstlerinnen mit unterschiedlichsten Werken vorgestellt. Anlass ist der 20. Geburtstag der AnzenbergerGallery. Gefeiert wird der Geburtstag am 20. Mai 2022 um 19 Uhr mit Essen, Trinken, Party und Musik und einer Tombola zugunsten der Ukraine.
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20 Jahre AnzenbergerGallery
Fotoausstellung Wien . In der Ausstellung in der Wiener Brotfabrik werden zahlreiche Künstler und Künstlerinnen mit unterschiedlichsten Werken vorgestellt. Anlass ist der 20. Geburtstag der AnzenbergerGallery. Gefeiert wird der Geburtstag am 20. Mai 2022 um 19 Uhr mit Essen, Trinken, Party und Musik und einer Tombola zugunsten der Ukraine.

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Regina Anzenberger: Peace Bird, 2022 
"Berührt von der Ukraine Krise habe ich dieses Bild übermalt", so Regina Anzenberger, " das Motiv
wurde in den Donauauen fotografiert. Technik ist Fotografie- Pigmentdruck auf Hahnemühle PhotoRag Ultra Smooth übermalt mit Acryl, Bleistiftzeichnung, 170 x 130 cm

 

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Heather F. Wetzel: Salvage 
Diese Serie von Ferrotypien mit dem Titel Salvage wird aus den Ober- und Unterseiten
von recycelten Dosen hergestellt. Durch die Verwendung eines kreisförmigen Formats mit unterschiedlichen Durchmessern werden diese fotogenen Zeichnungen zu kleinen Welten. Das zur Erstellung der Bilder verwendete Pflanzenmaterial weist auf Wachstum, Biodiversität und potenzielle Regeneration hin.

 

 

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Stella Bach: Meditations in an emergency

Die Gemälde, Collagen, Fotografien und Skulpturen von Stella Bach erzeugen eine visuelle Semantik,
der eine beeindruckende Lyrik innewohnt. In ihren übermalten Collagen transzendiert sie Gemütszustände, die aus einem introspektiven Prozess hervorgehen, um sich dann in Gesten
und materieller Form zu manifestieren.

 

AnzenJessa_Fairbrother_Figure Studies II

 
Jessa Fairbrother: Figure Studies II, 2020
Ein Bild mit feinen Nadelstichen
Fotografie, Performance und eine Nadel stehen im Mittelpunkt von Jessas Praxis. Sie nutzt
den Körper als Ort, um gemeinschaftliche Bedeutungen zu erforschen. Sie taucht häufig in
ihren eigenen Bildern auf,  Nadelperforationen und Fäden durchstechen die Haut der Fotografie
und dehnen Bildobjekte über eine einzige Zeit und einen Raum hinaus aus. 

 

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Minyo Szert: Quartzcontact
Seit 1980 arbeitet Minyo Szert als freischaffender bildender Künstler. Seine Werke befinden sich in der Ungarischen Nationalgalerie, im Ungarischen Museum für Fotografie und in der Sammlung der Ersten Ungarischen Visionen sowie in Privatsammlungen in verschiedenen Ländern der Welt. Mitglied des Kollektivs ungarischer bildender Künstler und des Verbandes ungarischer Fotokünstler.

 

 

Anzen Gabriela_Morawetz_AnzenbergerGallery_25052015 from the series Unwaegbarkeiten, 2015_80x100x6 cm_web

Gabriela Morawetz - Unwägbarkeiten
Geboren in Polen. Absolventin der Akademie der Schönen Künste, Krakau. Von 1975 bis 1983 lebte sie in Caracas, Venezuela. Seit 1983 lebt sie in Paris, Frankreich. Sie hat in zahlreichen Galerien, Museen und Kulturinstitutionen ausgestellt

 

Teilnehmende KünstlerInnen: Stella Bach, Zachary Burns, Simone Casetta, Alexandra Diaconu, Jessa Fairbrother, Ellen Korth, Gabriela Morawetz, Minyo Szert, Heather F. Wetzel, Yelena Zhavoronkova, Regina Anzenberger, ....

 

Am Eröffnungsabend gibt es für alle ausgestellten Werke einen Rabatt von 20 % als Geschenk an unsere Kunden

AnzenbergerGallery, Brotfabrik Wien, Absberggasse 27, Wien

 

17.05.2022 - 03.10.2022
Fotoausstellung Berlin . Das Museum des Deutschen Bundestages zeigt eine große Auswahl an Farbfotografien aus dem Passionszyklus des deutschen Künstlers Christopher Thomas. Die Bilder entstanden während der Proben zu den Oberammergauer Passionsspielen im April und Mai 2010. Einem Gelübde aus dem Jahr 1633 folgend, führen Laiendarsteller aus der Gemeinde alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi auf.
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Die Oberammergauer Passion Fotografien von Christopher Thomas
Fotoausstellung Berlin . Das Museum des Deutschen Bundestages zeigt eine große Auswahl an Farbfotografien aus dem Passionszyklus des deutschen Künstlers Christopher Thomas. Die Bilder entstanden während der Proben zu den Oberammergauer Passionsspielen im April und Mai 2010. Einem Gelübde aus dem Jahr 1633 folgend, führen Laiendarsteller aus der Gemeinde alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi auf.

Christopher 01

Foto Christopher Thomas
Passion 27, 2010
Pigment Print auf Hahnemühle Papier


 
Christopher Thomas ließ sich vom biblischen Geschehen faszinieren, einer Geschichte, die, wie er sagt, „alles enthält, was uns Menschen im Innersten bewegt“. In den Fokus seiner Kamera legte er deshalb den Ausdruck zutiefst menschlicher Empfindungen und religiöser Gefühle wie Hoffnung, Leid, Erstaunen, Entsetzen und Freude. 
 

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Foto Christopher Thomas
Passion 22, 2010
Pigment Print auf Hahnemühle Papier

 

Dargestellt werden nicht Spielszenen und wohlbekannte Massenauftritte, sondern einzelne Protagonisten, deren Antlitz und individuelle Gestalt: Sängerinnen aus dem Chor, Händler, Soldaten, einige der Jünger, Maria, Jesus. Durch die Hingabe an einzelne Personen ist das Wesentliche erfasst und festgehalten. Das Hervorheben der menschlichen Gefühlswelt wird zusätzlich betont durch das reduzierte Farbspektrum, das sich in warmen, fein modulierten Grau-, Schwarz- und Brauntönen vor gedämpftem dunklen Hintergrund manifestiert.

 

Christopher 04

Foto Christopher Thomas
Passion 07, 2010
Pigment Print auf Hahnemühle Papier

 

Christopher 02

Foto Christopher Thomas
Passion 01, 2010
Pigment Print auf Hahnemühle Papier

 

Christopher Thomas ist es gelungen, die ungeheure Energie und Emotion der Aufführung in seine Bilder zu bannen. Gleichzeitig schuf er zeitlose, an die klassische Malerei angelehnte Eindrücke der Passion. Ganz bewusst erinnert er an die großen Passionszyklen der abendländischen Malerei, wie die Kreuzigungsszenen von Holbein d. Ä., Caravaggio, Zurbarán, Rembrandt und anderen. 
 
 
Schadowstraße 12-13
10117 Berlin
(Zugang über Glaskubus)
 
13.05.2022 - 05.10.2022
Fotoausstellung Wetzlar . Eine Fotoausstellung der renommierten deutschen Fotografin Nomi Baumgartl präsentiert die Leica Galerie Wetzlar. Immer stellt die Fotografin Bezüge her: zwischen Menschen und Tieren, der Natur, der Erde als schützenswerter Kostbarkeit. Sie bezeichnet ihr Werk daher auch als „Hommage an die Schöpfung“. In der Ausstellung schließt sich ein Kreis von den frühen 1980er-Jahren ihrer Arbeiten zu den aktuellen Aufnahmen der Fotografin und ihrem Anliegen, die Welt immer wieder neu zu betrachten.
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Nomi Baumgartl - „Seelenlandschaften. Mensch und Natur im Fokus“
Fotoausstellung Wetzlar . Eine Fotoausstellung der renommierten deutschen Fotografin Nomi Baumgartl präsentiert die Leica Galerie Wetzlar. Immer stellt die Fotografin Bezüge her: zwischen Menschen und Tieren, der Natur, der Erde als schützenswerter Kostbarkeit. Sie bezeichnet ihr Werk daher auch als „Hommage an die Schöpfung“. In der Ausstellung schließt sich ein Kreis von den frühen 1980er-Jahren ihrer Arbeiten zu den aktuellen Aufnahmen der Fotografin und ihrem Anliegen, die Welt immer wieder neu zu betrachten.

Nomi 01_Love Matters_Tatjana Patitz_Ollie Ferguson © Nomi Baumgartl_Leica Galerie Wetzlar 2022

Love Matters
Tatjana Patitz & Ollie Ferguson
Nomi Baumgartl: Seelenlandschaften/
Leica Galerie Wetzlar 2022

 

Nomi Baumgartl (*1950) zählt zu den vielseitigsten Fotografinnen in Deutschland. Sie war auf der halben Welt unterwegs, fotografierte berührende Reportagen, porträtierte prominente Zeitgenossen, war erfolgreiche Mode- und Werbefotografin. Heute konzentriert sich die Leica Fotografin vor allem auf die Beziehung zur Natur. Die Ausstellung in der Leica Galerie Wetzlar gibt Einblicke in die wichtigsten Projekte ihrer langen Karriere.

 

Nomi 04_The Observer_Aiguillle du Dru 2019 aus dem Zyklus „Eagle Wings“ © Nomi Baumgartl_Leica Galerie Wetzlar 2022

The Observer
Aiguillle du Dru 2019
aus dem Zyklus „Eagle Wings“

Nomi Baumgartl: Seelenlandschaften/
Leica Galerie Wetzlar 2022

 

Mit „Eagle Wings – Protecting the Alps“ richtet die Fotografin den Blick auf den gravierend fortschreitenden Klimawandel. Als „einzigartiges Projekt auf drei Ebenen“ bezeichnet sie ihr engagiertes Projekt, in das die Erde, der Luftraum und „das große Auge aus dem Weltall“, so Baumgartl, eingebunden sind. Eine Auswahl ihrer faszinierenden Aufnahmen der Eislandschaften und eines Adlers zeigen Ausschnitte des Projekts, das sich als Gesamtkunstwerk aus Gletscherfotografien, Aufnahmen einer Minikamera auf dem Rücken eines Adlers und hoch aufgelösten Satellitenbildern zusammensetzt.

 

Immer stellt die Fotografin Bezüge her: zwischen Menschen und Tieren, der Natur, der Erde als schützenswerter Kostbarkeit. Sie bezeichnet ihr Werk daher auch als „Hommage an die Schöpfung“, hat sie doch selbst vor vielen Jahren nach einem Unfall selbst erlebt, wie fragil das Leben sein kann.

Während ihrer eigenen Rekonvaleszenzzeit lernte sie die Organisation Dolphin Aid kennen und fotografierte von 2000 bis 2001 auf den Bahamas das Zusammentreffen von Menschen und Delphinen, bei denen die heute längst ikonischen Aufnahmen mit dem Topmodel Tatjana Patitz und Mickey Eskimo, Robbie Seeger und Francisco Goya, der damaligen Surfer- Weltelite, entstanden.

 

Nomi 03_Wild Connection, Chris Gallucci and Timbo_Shambala Preserve, California 2003 © Nomi Baumgartl_Leica Galerie Wetzlar 2022

Wild Connection, Chris Gallucci and Timbo
Shambala Preserve, California 2003

Nomi Baumgartl: Seelenlandschaften/
Leica Galerie Wetzlar 2022

 

Aus dieser Serie, in der es um die Harmonie von Mensch und Natur geht, entwickelte sich auch die Serie „Yin & Yang“. Hier hat die Fotografin berührende Motive gefunden, um das Prinzip der aus zwei gegensätzlichen Teilen bestehenden Einheit in starke Symbolbilder zu übersetzen. Bei den Shootings auf den Bahamas war auch Chris Gallucci dabei, der als „Elephant Man“ legendär wurde, lebte er doch 30 Jahre in enger Symbiose mit dem mächtigen Elefantenbullen Timbo zusammen. Auch hier fand Nomi Baumgartl 2003 einfühlsame Bil- der; das besondere Verhältnis und die einzigartige Beziehung von Mensch und Tier hielt sie mit ihrer Leica in außergewöhnlichen Schwarzweißbildern fest. In der Folgezeit begleitete sie den international ausgezeichneten Dokumentarfilm „Der Elefantenmann“ als Visual Director; ein gleichnamiger Bildband wurde 2007 veröffentlicht.

 

Nomi 05_The Naturalist‘s Eye_New Milford, Connecticut 1989 © Nomi Baumgartl_Leica Galerie Wetzlar 2022

The Naturalist‘s Eye
New Milford, Connecticut 1989

Nomi Baumgartl: Seelenlandschaften/
Leica Galerie Wetzlar 2022

 

 

Die Fotografin ist eine sensible Beobachterin und große Porträtistin. Dies wird auch in dem Portfolio sichtbar, das Baumgartl anlässlich des 100. Geburtstags des befreundeten Fotografen Andreas Feininger (1906–1999) konzipierte. Die Fotografenlegende hatte sie 1983 in New York kennengelernt. Im Dialog über Fotografie, Wahrnehmung, Weltsicht und die Dinge der Natur entstand in den Folgejahren während vieler Besuche ein Porträt des Fotografenkollegen, gleichzeitig aber auch eine spannende Reflexion über die Verbindung von Mensch und Natur. Und so schließt sich in der Ausstellung ein Kreis von den frühen 1980er-Jahren zu den aktuellen Aufnahmen der Fotografin und ihrem Anliegen, die Welt immer wieder neu zu betrachten.

 

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Nomi Baumgartl, Alpspitz
© Chris Pfanzelt

 

Nomi Baumgartl wurde 1950 in Donau-Ries geboren und studierte von 1973 bis 1977 an der Gesamthochschule Düsseldorf Design und Visuelle Kommunikation. Als erfolgreiche Bildjournalistin publizierte sie in der Folgezeit in allen wichtigen deutschen und internationalen Magazinen. Neben Auftragsarbeiten im Magazinjournalismus und für die Werbung begann sie früh, sich selbst gewählten Langzeitprojekten zu widmen. Ihr Werk ist in zahlreichen Ausstellungen und Buchveröffentlichen präsent. Im Juni 2016 wurde die Fotografin für ihr Lebenswerk und ihr Engagement als Fotografin mit dem internationalen B.A.U.M. Environmental Special Award 2016 ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Dr. Auma Obama, Schwester des ehemaligen US-Präsidenten, mit der sie eine lebendige Freundschaft verbindet. Nomi Baumgartl, die lange in New York und München lebte, hat heute ihren Lebensmittelpunkt im bayrischen Murnau.

 

 

 

 

 

12.12.2021 - 27.11.2022
Fotoausstellung Föhr. Wie lebt es sich auf einer nordfriesischen Insel, wenn man jung ist? Sind die Jugendlichen hier einsam oder ist das Zusammengehörigkeitsgefühl größer als anderenorts? Ist es langweilig für junge Menschen auf Föhr – insbesondere dann, wenn im Winter oder in Zeiten wie der Covid-19-Pandemie die Inselgäste ausbleiben? Will man nichts wie weg auf das weite Festland? Oder Lieben die Jugendlichen „ihre“ Insel und bleiben? Fragen denen Andreas Horns mit seiner Fotoserie "Inseljugend" nachgeht, die im Museum Kunst der Westküste gezeigt wird. Bis 27.11.2022
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Andreas Jorns - Inseljugend
Fotoausstellung Föhr. Wie lebt es sich auf einer nordfriesischen Insel, wenn man jung ist? Sind die Jugendlichen hier einsam oder ist das Zusammengehörigkeitsgefühl größer als anderenorts? Ist es langweilig für junge Menschen auf Föhr – insbesondere dann, wenn im Winter oder in Zeiten wie der Covid-19-Pandemie die Inselgäste ausbleiben? Will man nichts wie weg auf das weite Festland? Oder Lieben die Jugendlichen „ihre“ Insel und bleiben? Fragen denen Andreas Horns mit seiner Fotoserie "Inseljugend" nachgeht, die im Museum Kunst der Westküste gezeigt wird. Bis 27.11.2022
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Andreas Jorns
Inseljugend
Nieblum, Januar 2020, aus der Serie Inseljugend Föhr 2019/20
© Courtesy of the artist
 
 

Andreas Jorns (* 1966) stellte sich als Artist in Residence des MKdW genau diese Fragen. Im Winter 2019/20 begab er sich auf Spurensuche. Sieben Wochen lang begleitete er weit mehr als 100 junge Menschen auf Föhr. Er besuchte sie in der Schule und in der Freizeit, sprach mit ihnen in den Klassenräumen und zu Hause.

 

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Andreas Jorns
Wiebke
Nieblum, November 2020, aus der Serie Inseljugend Föhr 2019/20
© Courtesy of the artist
 

 

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Andreas Jorns
Fynn
Hedehusum, November 2020, aus der Serie Inseljugend Föhr 2019/20
© Courtesy of the artist

 

Die Jugendlichen ließen es zu und zeigten ihm ihre Lebenswelten. Jorns war beim Musizieren und bei Chorproben dabei, traf sie am Strand, beim Sport, bei Vereinsaktivitäten und an ihren privaten Rückzugsorten, feierte, tanzte und diskutierte mit ihnen. Im November 2020 kehrte Andreas Jorns zu einem zweiten Aufenthalt auf die Insel zurück, um erneut mit den Jugendlichen zu arbeiten. Welche Auswirkungen auf ihre Lebenspläne zeigt die Corona- Pandemie womöglich?

 

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Andreas Jorns
Jule, Nieblum, Januar 2020
© Courtesy of the artist
 

 

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Andreas Jorns
Circus Mytilus Zirkus AG der Eilun-Feer-Skuul & Grundschule Föhr Land
Nieblum, Januar 2020, aus der Serie Inseljugend Föhr 2019/20 © 
Courtesy of the artist

Das Ergebnis dieser in der Geschichte der Insel einmaligen fotografischen Recherche ist in der Ausstellung Inseljugend zu sehen. Die Schau gehört zur Ausstellungsreihe Made on Föhr, die in unregelmäßigen Ab- ständen Ergebnisse aus dem Artist-in-Residence- Programm des MKdW zeigt. Es ist die erste museale Ausstellung des Fotografen.

 

 

 

31.10.2021 - 30.10.2022
Fotoausstellung Essen . Die Ausstellung im UNESCO-Welterbe Zollverein zeigt zahlreiche Aufnahmen, in denen erstmals nicht mehr der „Gastarbeiter“ als Gast oder Arbeiter im Zentrum stand, sondern der Alltag und die Kultur der hier lebenden Türkeistämmigen. Der deutsch-amerikanische Fotograf Henning Christoph, fotografierte von 1977 bis 1989 das Alltagsleben türkischer Menschen in Deutschland mit Schwerpunkt im Ruhrgebiet.
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„Mustafas Traum. Fotografien von Henning Christoph zum türkischen Leben in Deutschland 1977 – 1989“
Fotoausstellung Essen . Die Ausstellung im UNESCO-Welterbe Zollverein zeigt zahlreiche Aufnahmen, in denen erstmals nicht mehr der „Gastarbeiter“ als Gast oder Arbeiter im Zentrum stand, sondern der Alltag und die Kultur der hier lebenden Türkeistämmigen. Der deutsch-amerikanische Fotograf Henning Christoph, fotografierte von 1977 bis 1989 das Alltagsleben türkischer Menschen in Deutschland mit Schwerpunkt im Ruhrgebiet.

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 "Mutter und Vater Aydin mit Bayram und Mustafa", Essen-Altendorf, 2. Juli 1977
Copyright: Fotoarchiv Ruhr Museum; Foto: Henning Christoph

 

Die Ausstellung mit Fotografien von Henning Christoph , geboren 1944 in Grimme bei Leipzig, mehrfacher World Press Photo-Preisträger, zeigt die Zeit von Ende der 1970er bis Ende der 1980er Jahre, also die Phase, in der sich viele der ehemaligen türkischen „Gastarbeiter*innen“ entschieden, in Deutschland zu bleiben, ihre Familienangehörigen nachzuholen oder eine Familie zu gründen und hier eine neue Heimat zu finden. 

 

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„Abfahrt in die Heimat am Röntgenplatz“ Essen-Altendorf, um 1978
Copyright: Fotoarchiv Ruhr Museum; Foto: Henning Christoph

 

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Ölringen: Begrüßungsritual, Hannover, Juni 1982
Copyright: Fotoarchiv Ruhr Museum; Foto: Henning Christoph

 

 Das Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei, das am 30. Oktober 1961 geschlossen wurde, war ein einschneidendes Ereignis in der wirtschaftlichen, vor allem aber in der gesellschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland. Es war nicht das erste Abkommen, ihm gingen ähnliche voraus und ihm folgten weitere. Aber das Anwerbeabkommen mit der Türkei war sicherlich das wichtigste, denn dadurch gelangten mit Abstand die meisten Menschen in die Bundesrepublik und die türkeistämmige ist heute noch die größte Migrationsgruppe in Deutschland.

 

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Fatma und Seyfi beim Ernten von Mais auf einem unbebauten Nachbargrundstück,
Essen-Frohnhausen, um 197
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Copyright: Fotoarchiv Ruhr Museum; Foto: Henning Christoph

 

 

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Trocknen von Schafwolle auf einem Hinterhof, Essen-Altendorf, um 1978
Copyright: Fotoarchiv Ruhr Museum; Foto: Henning Christoph

 

 Zugang zu den sozialen Aktivitäten der ersten Generation türkeistämmiger Arbeitsmigrant*innen in Essen und Umgebung erhielt Henning Christoph durch die Freundschaft mit den in seiner Nachbarschaft lebenden Familien Sakin und Aydin. „Ich war vielleicht der Erste, der wirklich in das türkische Leben eingetaucht ist. [...] Ich bin in dieses Thema reingestolpert [...] und habe gespürt, das ist ein gutes Thema. Und wenn ich ein Thema gefunden habe, das mich wirklich interessiert, bleibe ich jahrelang dran“, erläutert der Fotograf Henning Christoph. 

 

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Filiz und Mehmet Süer in ihrer gemeinsamen Wohnung, Lüdenscheid, Februar 1983
Copyright: Fotoarchiv Ruhr Museum; Foto: Henning Christoph

 

 

Eine Auswahl der besten Bilder erschien 1979 in der dreizehn Doppelseiten langen Reportage „Die deutschen Türken“ mit einem Text seiner damaligen Ehefrau, der Journalistin Shawn Christoph, in der Zeitschrift GEO. „Die deutschen Türken“ war die erste und umfangreichste Fotoreportage, die sich mit der türkei-stämmigen Arbeitsmigration auseinandersetzte. Aufgrund des gut recherchierten Textes von Shawn Christoph und den tiefe Einblicke gewährenden Fotografien Henning Christophs ist die Reportage, für die eineinhalb Jahre Recherche- und Produktionszeit zur Verfügung stand, bis heute eine sozial- und fotogeschichtlich einmalige und bedeutsame Quelle. Diese legendäre Reportage wird vollständig mit rund 150 Fotografien in Farbe und Schwarzweiß in der Ausstellung gezeigt. 

 

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Schaufenster eines deutschen Fotografen,
der sich auf seine überwiegend türkische Kundschaft eingestellt hat Berlin, September 1980

Copyright: Fotoarchiv Ruhr Museum; Foto: Henning Christoph

 

Viele der türkeistämmigen Arbeiter*innen waren aufgrund besserer Verdienstchancen nach Deutschland gekommen. Die meisten planten eine Rückkehr mit dem in Deutschland angesparten Geld, um sich in der Türkei ihren Traum zu erfüllen,  so wie der 1962 nach Deutschland gekommene Mustafa Aydin (1926 – 1997). Ursprünglich plante er in die USA zu gehen, lernte deshalb Englisch, wurde dann aber nach einigen Umwegen in der Türkei von dem Bauunternehmen Heitkamp aus Herne angeworben und eingestellt. In Deutschland wollte Mustafa nur solange bleiben, bis er ausreichend Geld verdient hatte, um sich in der Türkei ein Sägewerk zu kaufen. Diesen Traum hegte er lange; er manifestierte sich in dem Modell eines Sägewerks, das Aydin in seiner Freizeit baute. 

„Mustafas Traum“ hat sich jedoch nicht erfüllt. Er steht aber zugleich für die Hoffnungen, Träume, Wünsche und Sehnsüchte zahlreicher anderer Menschen, die sie bewogen hatten, ihre Heimat zu verlassen und ein neues Leben zu beginnen. Viele sind geblieben und haben bereits Kinder und Enkelkinder, die in Deutschland geboren sind. Oft pendeln sie zwischen den Ländern. 

 

Der studierte Ethnologe und Journalist Henning Christoph zog 1967 für sein Studium bei Professor Otto Steinert an der Folkwangschule für Gestaltung von Washington D.C. nach Essen, wo er bis heute lebt. Er arbeitete frei für internationa-le Agenturen, Zeitschriften und Zeitungen, gründete eine eigene Fotoagentur und widmet sich seit fünfzig Jahren, davon mehr als dreißig Jahren intensiv, der Doku-mentation unterschiedlicher Kulturen in Afrika und des Voodoo. Er hat zahlreiche Bücher mit seinen Fotografien herausgegeben; zum Thema „Migration“ ist bislang jedoch noch keine Monografie mit Henning Christophs Arbeiten veröffentlicht worden. 

 

Ruhr Museum in der Kohlenwäsche 21-Meter-Ebene UNESCO-Welterbe Zollverein Gelsenkirchener Str. 181 Essen 

 

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