Kontakt Links Suchen 

Fotoausstellungen

15.07.2022 - 31.10.2022
In der Ausstellung "Mining Photography. Der ökologische Fussabdruck der Bildproduktion" widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) der Materialgeschichte zentraler Rohstoffe im Kontext der Fotografie und stellt den Zusammenhang zur Geschichte ihres Abbaus, ihrer Entsorgung und dem Klimawandel her. Die Ausstellung nimmt eine neue Perspektive ein, indem sie nicht bloß die Folgen des Klimawandels abbildet, sondern erforscht, wie das Medium Fotografie selbst materiell und ideologisch in Umweltveränderungen verwickelt war.
...Klick zum Weiterlesen
Mining Photography. Der ökologische Fussabdruck der Bildproduktion
In der Ausstellung "Mining Photography. Der ökologische Fussabdruck der Bildproduktion" widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) der Materialgeschichte zentraler Rohstoffe im Kontext der Fotografie und stellt den Zusammenhang zur Geschichte ihres Abbaus, ihrer Entsorgung und dem Klimawandel her. Die Ausstellung nimmt eine neue Perspektive ein, indem sie nicht bloß die Folgen des Klimawandels abbildet, sondern erforscht, wie das Medium Fotografie selbst materiell und ideologisch in Umweltveränderungen verwickelt war.

MK&G_MiningPhotography_unbekannt_Agfa_Rohpapierlager_1956_SammlungAgfa_MuseumLudwigKöln

Fotograf unbekannt - Agfa Rohpapierlager 1956 Sammlung Agfa Museum Ludwig Köln

 

Seit ihrer Erfindung ist die Fotografie von der Gewinnung und der Ausbeutung so genannter natürlicher Rohstoffe abhängig. Im 19. Jahrhundert waren es Salz, Kupfer und Silber, die für die ersten Fotografien auf Kupferplatten und für Salzpapierabzüge genutzt wurden. Mit dem Aufkommen der Silbergelatineabzüge im späten 20. Jahrhundert wurde die Fotoindustrie mit etwa einem Viertel des weltweiten Verbrauchs zur wichtigsten Abnehmerin für Silber. Im Zeitalter der digitalen Fotografie und der Smartphones ist die Bildproduktion auf seltene Erden und Metalle wie Koltan, Kobalt und Europium angewiesen. Die Speicherung der Bilder und ihre Distribution produzieren zudem großen Mengen an CO2.

 

MK&G_MiningPhotography_MaryMattingly_MineralSeep_2016

Photography Mary Mattingly - Mineral Seep 2016

 

MK&G_MiningPhotography_IgnacioAcosta_ComputerAid

Photography Ignacio Acosta Computer Aid

 

 Anhand historischer Fotografien und zeitgenössischer künstlerischer Positionen sowie Interviews mit Restaurator*innen, Geolog*innen und Klimaforscher*innen erzählt sie die Geschichte der Fotografie als eine Geschichte der industriellen Fertigung und zeigt, dass das Medium tief in die vom Menschen verursachten Veränderungen der Natur verwickelt ist. 

 

MK&G_MiningPhotography_unbekannt_Silberbarren_im_Tresor_1945_KodakCollection003_EastKodakCompany

Fotograf unbekannt - Silberbarren im Tresor 1945 Kodak Collection, Eastman Kodak Company

 

MK&G_MiningPhotography_JohnCooper_Minenarbeiterin_1860erJahre_TrinityCollegeLibraryCambridge

Photography John Cooper - Minenarbeiterin 1860er Jahre Trinity College Library Cambridge

 

Beteiligte Künstler*innen: Ignacio Acosta, F&?D Cartier, Optics Division of the Metabolic Studio (Lauren Bon, Tristan Duke, Richard Nielsen), Susanne Kriemann, Mary Mattingly, Daphné Nan Le Sergent, Lisa Rave, Alison Rossiter, Robert Smithson, Simon Starling, Anaïs Tondeur, James Welling, Noa Yafe, Tobias Zielony

Die Ausstellung wird kuratiert von dem Künstler, Autor und Kurator Boaz Levin und Dr. Esther Ruelfs, Leiterin der Sammlung Fotografie und neue Medien am MK&G.

25.05.2022 - 30.09.2022
Fotoausstellung Wien . In der Ausstellung in der Wiener Brotfabrik werden zahlreiche Künstler und Künstlerinnen mit unterschiedlichsten Werken vorgestellt. Anlass ist der 20. Geburtstag der AnzenbergerGallery. Gefeiert wird der Geburtstag am 20. Mai 2022 um 19 Uhr mit Essen, Trinken, Party und Musik und einer Tombola zugunsten der Ukraine.
...Klick zum Weiterlesen
20 Jahre AnzenbergerGallery
Fotoausstellung Wien . In der Ausstellung in der Wiener Brotfabrik werden zahlreiche Künstler und Künstlerinnen mit unterschiedlichsten Werken vorgestellt. Anlass ist der 20. Geburtstag der AnzenbergerGallery. Gefeiert wird der Geburtstag am 20. Mai 2022 um 19 Uhr mit Essen, Trinken, Party und Musik und einer Tombola zugunsten der Ukraine.

Anzen Regina_Anzenberger_Peace_Bird_2022_rst_220318_9470_corr_fin_A4

Regina Anzenberger: Peace Bird, 2022 
"Berührt von der Ukraine Krise habe ich dieses Bild übermalt", so Regina Anzenberger, " das Motiv
wurde in den Donauauen fotografiert. Technik ist Fotografie- Pigmentdruck auf Hahnemühle PhotoRag Ultra Smooth übermalt mit Acryl, Bleistiftzeichnung, 170 x 130 cm

 

Anzen Heather_F._Wetzel_salvage267

Heather F. Wetzel: Salvage 
Diese Serie von Ferrotypien mit dem Titel Salvage wird aus den Ober- und Unterseiten
von recycelten Dosen hergestellt. Durch die Verwendung eines kreisförmigen Formats mit unterschiedlichen Durchmessern werden diese fotogenen Zeichnungen zu kleinen Welten. Das zur Erstellung der Bilder verwendete Pflanzenmaterial weist auf Wachstum, Biodiversität und potenzielle Regeneration hin.

 

 

Anzen Stella_Bach_Meditations_in_an_emergency_lilium pomponium

Stella Bach: Meditations in an emergency

Die Gemälde, Collagen, Fotografien und Skulpturen von Stella Bach erzeugen eine visuelle Semantik,
der eine beeindruckende Lyrik innewohnt. In ihren übermalten Collagen transzendiert sie Gemütszustände, die aus einem introspektiven Prozess hervorgehen, um sich dann in Gesten
und materieller Form zu manifestieren.

 

AnzenJessa_Fairbrother_Figure Studies II

 
Jessa Fairbrother: Figure Studies II, 2020
Ein Bild mit feinen Nadelstichen
Fotografie, Performance und eine Nadel stehen im Mittelpunkt von Jessas Praxis. Sie nutzt
den Körper als Ort, um gemeinschaftliche Bedeutungen zu erforschen. Sie taucht häufig in
ihren eigenen Bildern auf,  Nadelperforationen und Fäden durchstechen die Haut der Fotografie
und dehnen Bildobjekte über eine einzige Zeit und einen Raum hinaus aus. 

 

Anzen Minyo_Szert_Quartzcontact with50x50_2021

 

Minyo Szert: Quartzcontact
Seit 1980 arbeitet Minyo Szert als freischaffender bildender Künstler. Seine Werke befinden sich in der Ungarischen Nationalgalerie, im Ungarischen Museum für Fotografie und in der Sammlung der Ersten Ungarischen Visionen sowie in Privatsammlungen in verschiedenen Ländern der Welt. Mitglied des Kollektivs ungarischer bildender Künstler und des Verbandes ungarischer Fotokünstler.

 

 

Anzen Gabriela_Morawetz_AnzenbergerGallery_25052015 from the series Unwaegbarkeiten, 2015_80x100x6 cm_web

Gabriela Morawetz - Unwägbarkeiten
Geboren in Polen. Absolventin der Akademie der Schönen Künste, Krakau. Von 1975 bis 1983 lebte sie in Caracas, Venezuela. Seit 1983 lebt sie in Paris, Frankreich. Sie hat in zahlreichen Galerien, Museen und Kulturinstitutionen ausgestellt

 

Teilnehmende KünstlerInnen: Stella Bach, Zachary Burns, Simone Casetta, Alexandra Diaconu, Jessa Fairbrother, Ellen Korth, Gabriela Morawetz, Minyo Szert, Heather F. Wetzel, Yelena Zhavoronkova, Regina Anzenberger, ....

 

Am Eröffnungsabend gibt es für alle ausgestellten Werke einen Rabatt von 20 % als Geschenk an unsere Kunden

AnzenbergerGallery, Brotfabrik Wien, Absberggasse 27, Wien

 

20.05.2022 - 12.06.2022
Fotoausstellung Berlin . Der World Press Photo Contest zeichnet jährlich die besten Fotojournalist:innen und Dokumentarfotograf:innen aus. Dieses Jahr wurden 64.823 Beiträge von 4.066 Fotografen aus 130 Ländern eingereicht. Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus präsentiert die World Press Photo Ausstellung bereits zum 19. Mal. Gewinnerin des World Press Photo of the Year ist dieses Jahr Amber Brocken aus Kanada. Vom 20.5. bis 12.6.2022
...Klick zum Weiterlesen
World Press Photo 2022 - Ausstellung in Berlin
Fotoausstellung Berlin . Der World Press Photo Contest zeichnet jährlich die besten Fotojournalist:innen und Dokumentarfotograf:innen aus. Dieses Jahr wurden 64.823 Beiträge von 4.066 Fotografen aus 130 Ländern eingereicht. Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus präsentiert die World Press Photo Ausstellung bereits zum 19. Mal. Gewinnerin des World Press Photo of the Year ist dieses Jahr Amber Brocken aus Kanada. Vom 20.5. bis 12.6.2022

World Press Photo of the Year_Online_Amber Bracken_for The New York Times (5)

Amber Bracken for the New York Times

 

Der jährliche World Press Photo Contest zeichnet seit 1955 die Bilder professioneller Fotograf:innen aus. Unterstützt wird die World Press Photo Foundation von ihren strategischen Partnern, der Dutch Postcode Lottery und PwC. 2022 wurde eine neue regionale Strategie eingeführt, um ein geografisches Gleichgewicht unter den prämierten Bildern herzustellen. Seit diesem Jahr werden die Bewerbungen in sechs Regionen eingeteilt: Afrika, Asien, Europa, Nord- und Mittelamerika, Südamerika sowie Südostasien und Ozeanien. In jeder Region gibt es vier formatbasierte Kategorien: Einzelbild, Stories, Langzeitprojekt und offenes Format.

 

WP 050_Europe_Stories_Nanna Heitmann_Magnum Photos

As Frozen Land Burns © Nanna Heitmann, Magnum Photos
Freiwillige Feuerwehrleute bei einer Essenspause in
Magaras, Zentralsacha, Sibirien, Russland, am 1. Juli 2021.

 

WP 055_Europe_Long-Term Projects_Guillaume Herbaut_Agence VU_

Europe Long-Term Projects, Guillaume Herbaut Agence VU
Einsatzkräfte bilden eine Barriere in der Hrushevskoho-Straße in Kiew, Ukraine, am 22. Januar 2014.
Seit dem Vortag war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Einheiten
und EU-Befürwortern gekommen, bei denen mindestens vier Menschen getötet
und Hunderte verletzt wurden.


Neben der globalen Jury sind nun auch sechs regionale Jurys beteiligt und so halfen dieses Jahr 31 hochqualifizierte Jurymitglieder aus aller Welt bei der Auswahl der Gewinnerbilder. In jeder Region wurde zunächst eine Auswahl der Beiträge von der regionalen Jury getroffen. Im Anschluss entschied die globale Jury – bestehend aus den sechs regionalen Juryvorsitzenden und dem globalen Juryvorsitzenden – über die 24 regionalen Gewinner:innen und wählte daraus die vier globalen Gewinner:innen. 

Gewinnerin des World Press Photo of the Year ist dieses Jahr Amber Bracken aus Kanada. Die roten Kleider auf ihrem Bild, die an Kreuzen entlang eines Straßenrands aufgehängt wurden, erinnern an verstorbene Kinder. Sie sind in der Kamloops Indian Residential School in British Columbia ums Leben gekommen – einer Institution, die zur „Assimilation“ indigener Kinder geschaffen wurde. Am 19. Juni 2021 wurden dort 215 unmarkierte Gräber entdeckt.

Die regionalen Gewinner:innen stammen aus 23 verschiedenen Ländern und präsentieren mutige Geschichten aus allen Teilen der Welt.

17.05.2022 - 03.10.2022
Fotoausstellung Berlin . Das Museum des Deutschen Bundestages zeigt eine große Auswahl an Farbfotografien aus dem Passionszyklus des deutschen Künstlers Christopher Thomas. Die Bilder entstanden während der Proben zu den Oberammergauer Passionsspielen im April und Mai 2010. Einem Gelübde aus dem Jahr 1633 folgend, führen Laiendarsteller aus der Gemeinde alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi auf.
...Klick zum Weiterlesen
Die Oberammergauer Passion Fotografien von Christopher Thomas
Fotoausstellung Berlin . Das Museum des Deutschen Bundestages zeigt eine große Auswahl an Farbfotografien aus dem Passionszyklus des deutschen Künstlers Christopher Thomas. Die Bilder entstanden während der Proben zu den Oberammergauer Passionsspielen im April und Mai 2010. Einem Gelübde aus dem Jahr 1633 folgend, führen Laiendarsteller aus der Gemeinde alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi auf.

Christopher 01

Foto Christopher Thomas
Passion 27, 2010
Pigment Print auf Hahnemühle Papier


 
Christopher Thomas ließ sich vom biblischen Geschehen faszinieren, einer Geschichte, die, wie er sagt, „alles enthält, was uns Menschen im Innersten bewegt“. In den Fokus seiner Kamera legte er deshalb den Ausdruck zutiefst menschlicher Empfindungen und religiöser Gefühle wie Hoffnung, Leid, Erstaunen, Entsetzen und Freude. 
 

Christopher03

Foto Christopher Thomas
Passion 22, 2010
Pigment Print auf Hahnemühle Papier

 

Dargestellt werden nicht Spielszenen und wohlbekannte Massenauftritte, sondern einzelne Protagonisten, deren Antlitz und individuelle Gestalt: Sängerinnen aus dem Chor, Händler, Soldaten, einige der Jünger, Maria, Jesus. Durch die Hingabe an einzelne Personen ist das Wesentliche erfasst und festgehalten. Das Hervorheben der menschlichen Gefühlswelt wird zusätzlich betont durch das reduzierte Farbspektrum, das sich in warmen, fein modulierten Grau-, Schwarz- und Brauntönen vor gedämpftem dunklen Hintergrund manifestiert.

 

Christopher 04

Foto Christopher Thomas
Passion 07, 2010
Pigment Print auf Hahnemühle Papier

 

Christopher 02

Foto Christopher Thomas
Passion 01, 2010
Pigment Print auf Hahnemühle Papier

 

Christopher Thomas ist es gelungen, die ungeheure Energie und Emotion der Aufführung in seine Bilder zu bannen. Gleichzeitig schuf er zeitlose, an die klassische Malerei angelehnte Eindrücke der Passion. Ganz bewusst erinnert er an die großen Passionszyklen der abendländischen Malerei, wie die Kreuzigungsszenen von Holbein d. Ä., Caravaggio, Zurbarán, Rembrandt und anderen. 
 
 
Schadowstraße 12-13
10117 Berlin
(Zugang über Glaskubus)
 
15.05.2022 - 26.06.2022
Fotoausstellung Köln . An Tagen wie diesen entdeckte der bedeutende Reportagefotograf Hans-Jürgen Burkard seine Heimat neu, kombinierte Fotografien mit Songtexten jüngerer deutscher Musik und schuf so ein poetisches Deutschland-Bild von verzaubernder Kraft. Hans-Jürgen Burkard hat Liedtexte wie Mädchen von Kreuzberg von Prinz Pi, Rotlichtmilieu von Haftbefehl, Eppendorf von Samy Deluxe, Hinterland von Casper und über 100 andere Songs in große Bilder übersetzt: frei, schräg, verstörend, fröhlich, rätselhaft - und in jedem Fall großartig. Ausgestellt sind diese großartigen Bilder in der Michael Horbach Stiftung.
...Klick zum Weiterlesen
Hans-Jürgen Burkard - An Tagen wie diesen
Fotoausstellung Köln . An Tagen wie diesen entdeckte der bedeutende Reportagefotograf Hans-Jürgen Burkard seine Heimat neu, kombinierte Fotografien mit Songtexten jüngerer deutscher Musik und schuf so ein poetisches Deutschland-Bild von verzaubernder Kraft. Hans-Jürgen Burkard hat Liedtexte wie Mädchen von Kreuzberg von Prinz Pi, Rotlichtmilieu von Haftbefehl, Eppendorf von Samy Deluxe, Hinterland von Casper und über 100 andere Songs in große Bilder übersetzt: frei, schräg, verstörend, fröhlich, rätselhaft - und in jedem Fall großartig. Ausgestellt sind diese großartigen Bilder in der Michael Horbach Stiftung.

Horbach-Flyer__0003

Abiturientenfeier. Hurricane Musikfestival in Scheeßel 
Copyright Hans-Jürgen Burkard

 

Hans-Jürgen Burkard, einer der großen Reportage-Fotografen der Gegenwart, hat eine außergewöhnliche Deutschland-Reise unternommen: eine Reise, bei der ihm deutsche Liedertexte die Vorlage und der Assoziationsstoff für ein fotografisches Porträt deutscher Zustände und Befindlichkeiten waren. Die deutsche Popmusik, kritisch, ätzend, aber auch liebevoll und selbstbewusst: Was verrät sie über das Land, was zeigt sich in ihr?

Horbach-Flyer__0004

Ehemalige Grenzebefestigungsanlagen. Mödlareuth 
Copyright Hans-Jürgen Burkard 


35 Jahre lang zunächst für GEO, dann ab 1989 für den Stern überwiegend im Ausland, vor allem in den Ländern der früheren Sowjetunion tätig, war es eine Heimkehr für Burkard. Mit einem dicken Stapel ausgedruckter Songtexte auf dem Beifahrersitz 'erfuhr' er im Sinne des Wortes auf Tausenden von Kilometern die Republik. Suchte dabei, inspiriert von der Musik, nach Stimmungen und Situationen, die zu ihr passten. Fand sie zwischen gestrandeten Walen an Dithmarschens Nordseeküste und dem urbayrischen Gäubodenfest in Straubing, umflogen von Alpendohlen am Zugspitzgipfel und zwischen den Hinterlassenschaften der 'Rock am Ring'-Besucher. Momente, die eine Stimmung wiedergeben, eine Situation dokumentieren, ein Gefühl einfangen: Widersprüche und Extreme, Aufschreien oder Verstummen, ein zärtlicher Blick auf eine fremd und zugleich vertraut empfundene Welt.

 

Horbach-Flyer__0006

Bad Kötzting. Bayrischer Wald. Pfingstritt 
Copyright Hans-Jürgen Burkard

 

Horbach-Flyer__0005

Köln. Frühstück der Roten Funken vor dem Rosenmontagszug 
Copyright Hans-Jürgen Burkard

 

So, wie Liedermacher und Texter ihre Erzählungen aufbauen, so selektiert und fotografiert Hans-Jürgen Burkard gezielt seine Motive und baut sie mit den Songtexten zusammen. "Ordnend ins Geschehen eingreifen" nennt er das. Sich die Welt erklären, oder es zumindest versuchen: fragmentarisch, wie sie sich zeigt, keine zusammenhängende, logisch sich fortschreibende Geschichte, ein Mosaik aus Blicken, Sekunden, Ewigkeiten.

Nach langen Jahren als Fotograf in Russland kehrt er zurück, fährt mit dem Auto durch Deutschland. Fahr'n, fahr'n, fahr'n auf der Autobahn. Er hört Radio, sammelt Hooklines wie andere Postkarten, hört Bilder und sieht Songtitel. Das Rastlose des Herumfahrens, die sinnfreie Abfolge von gesungenen Kurzgeschichten, die aus dem Lautsprecher tönt, all diese Zufälligkeiten ergeben durch Burkards Kombinationen plötzlich Sinn. Sie bilden nichts ab, sie schaffen etwas Neues: Ein Dazwischen, was in der Zwiesprache von Text und Bild entsteht. Als Reporter sucht er nach Wahrheit, als Fotograf weiß er, dass es sie nicht gibt.

 

Horbach-Flyer__0007

Allee und Windmühlen zwischen Magdeburg und Leipzig 
Copyright Hans-Jürgen Burkard


Hans-Jürgen Burkard (1952) studierte Visuelle Kommunikation in Dortmund und Essen, reiste aber während dieser Zeit mehrmals für längere Zeit nach Kanada und Alaska, wo er sein Geld als Holzfäller und auf Schlittenhundefarmen verdiente. Dabei entstanden erste Reportagen für STERN und GEO.

In den 1970er und 1980er Jahren arbeitete er weltweit ausschließlich für die Zeitschrift GEO und wechselte 1989 für den STERN als akkreditierter Fotokorrespondent nach Moskau. Zusammen mit seinen schreibenden Kollegen Katja Gloger, Matthias Schepp und Bettina Sengling schuf Burkard dort über Jahre sein Hauptwerk aus zahlreichen preisgekrönten Reportagen aus der zusammenbrechenden Sowjetunion und dem entstehenden Russland. Die Fotoreportagen aus dieser Zeit, wie z. B. "Die Mafia", die "Rote Armee", "Stalins lange Schatten", "In Sibirien", "Moloch Moskau", "Szene Moskau", "Religion in Russland" und viele andere, gaben bis dahin nie gesehene Einblicke in die Tabuzonen dieses Landes.

In den letzten Jahren entstanden zudem viele große Personen-Reportagen zusammen mit hervorragenden Autoren, um dem Publikum Menschen vorzustellen, zu denen der Zugang sehr eingeschränkt und schwierig ist. Reportagen wie die z.B. über den von der Camorra verfolgten Schriftsteller Roberto Saviano, Alexei Navalny, den Chef der europäischen Zentralbank Mario Draghi, den IKEA Chef Ingvar Kamprad oder den Internationalen Währungsfond IWF und seine Chefin Christine Lagarde wurden weltweit nachgedruckt.

Als bisher einziger deutscher Fotograf erhielt er 1997 den INFINITY-Award für "Photojournalism" des International Center of Photography in New York. 2021 würdigte ihn die Deutsche Gesellschaft für Photographie mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis für die vorbildliche Anwendung der Fotografie in der Publizistik.

 

Kunsträume der Michael Horbach Stiftung, Wormser Str. 23, Köln

 

 

 

 

14.05.2022 - 11.09.2022
Neu entdeckt wird aktuell das vielseitige Werk von Herbert List. Das Bucerius Kunst Forum präsentiert die erste internationale Retrospektive (bis 11.9.2022.) zu Herbert List seit über zwei Jahrzehnten. Mit rund 240 Vintage Prints, Erstausgaben von Publikationen und nur selten gezeigten Reportage-Fotografien bietet sie einen einmaligen Überblick zum Oeuvre des Hamburger Magnum-Fotografen. Dieser Überblick des Werkes von Herbert List ist in dem Katalogbuch im Hirmer Verlag zur Ausstellung erschienen und ist in dieser Woche der Gewinn der für die Abonnenten unseres Newsletters zur Verlosung bereit steht.
...Klick zum Weiterlesen
Herbert List - Das Magische Auge
Neu entdeckt wird aktuell das vielseitige Werk von Herbert List. Das Bucerius Kunst Forum präsentiert die erste internationale Retrospektive (bis 11.9.2022.) zu Herbert List seit über zwei Jahrzehnten. Mit rund 240 Vintage Prints, Erstausgaben von Publikationen und nur selten gezeigten Reportage-Fotografien bietet sie einen einmaligen Überblick zum Oeuvre des Hamburger Magnum-Fotografen. Dieser Überblick des Werkes von Herbert List ist in dem Katalogbuch im Hirmer Verlag zur Ausstellung erschienen und ist in dieser Woche der Gewinn der für die Abonnenten unseres Newsletters zur Verlosung bereit steht.

BKF 9_BKF_Presse_Herbert_List_Athen_1937

Herbert List: Athen, 1937, Herbert List Estate 
© Herbert List Estate / Magnum Photos / Agentur Focus

 

Die Retrospektive Im Hamburger Bucerius Kunst Forum gliedert sich in die sieben Kapitel Anfänge in Hamburg, Fotografie Metafisica, Griechenland, Junge Männer, Italien, Künstlerporträts und Reportage.

Hamburg ist der Ausgangspunkt für Herbert Lists (1903 – 1975) fotografische Karriere. Angeregt durch seinen Freund, den Fotografen Andreas Feininger, der ihn von dem Erwerb einer neuen Rolleiflex überzeugt, beginnt er 1930 intensiver zu fotografieren. Er widmet sich Straßenszenen in Hamburg, wie am Hafen und am Bahnhof, sowie in näherer Umgebung an der Elbe und Ostsee und beschäftigt sich insbesondere mit dem Phänomen der Nacht. Themen, für die er später bekannt wird, deuten sich bereits mit geheimnisvollen, surrealen Motiven sowie Porträts junger Männer an. Auch sein spielerischer Umgang mit Licht und Schatten und starken Hell-Dunkel-Kontrasten ist erkennbar. 

 

BKF 16_BKF_Presse_Herbert_List_Pocomania_Von_der_Trance_des_Tanzes_besessen_1957

Herbert List Pocomania: Von der Trance des Tanzes besessen,
Kingston, Jamaika, 1957,

Herbert List Estate 
© Herbert List Estate / Magnum Photos / Agentur Focus

 

 Herbert List, 1903 als ältester Sohn eines Kaffeehändlers in Hamburg geboren, geht seinem frühen Interesse für Kunst und Fotografie ab 1930 intensiver nach und entscheidet sich 1936 für eine Fotografen-Laufbahn. Die Bedrohung durch die Nationalsozialisten als homosexueller Mann mit einem jüdischen Großvater veranlasst ihn 1936, Deutschland zunächst zu verlassen und nach Paris zu gehen. 1937 bricht er erstmals für einige Monate nach Griechenland auf, wohin er im Laufe seines Lebens immer wieder zurückkehren wird. Um einer Verhaftung in Griechenland zu entgehen, lässt er sich 1941 in München nieder. Die Stadt wird sein Lebenszentrum und Ausgangspunkt für seine zahlreichen Reisen. 

 

BKF 10_BKF_Presse_Herbert_List_Blick_auf_die_Saeule_des_Kaisers_Trajan_1949

Herbert List Blick auf die Säule des Kaisers Trajan, Rom, 1949,
Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv List 
© Herbert List Estate / Magnum Photos / Agentur Focus

 

 

Italien bereist List zu unterschiedlichen Zeiten. Während seines Aufenthalts in Rom 1953 wechselt er von der Mittelformatkamera auf eine Leica-Kleinbildkamera. Diese ermöglicht ein schnelles, spontanes und unbeobachtetes Fotografieren und führt dazu, dass List seinen Stil verändert. Waren seine Fotografien zuvor eher statisch, hält nun das Flüchtige in Form von Bewegung und Momentaufnahmen Einzug. Darüber hinaus interagiert List stärker mit den Menschen, was in den Straßenszenen in Rom und noch deutlicher in den Aufnahmen der Bewohner:innen Neapels der Jahre 1959 und 1961 sichtbar wird. 

 

BKF 13_BKF_Presse_Herbert_List_Pablo_Picasso_1948

Herbert List: Pablo Picasso mit „Chouette dans un intérieur“ (1946),
Rue des Grands-Augustins, Paris, 1948,

Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv List 
© Herbert List Estate / Magnum Photos / Agentur Focus

 

 

BKF Ausstellungsansicht_Herbert_List_Foto_Ulrich_Perrey_06

Ausstellungsansicht in dem Bucerius Kunst Forum

 

In der Nachkriegszeit wird List zum Porträtfotografen der Künstler:innen und Intellektuellen seiner Zeit. Dabei fotografiert er Maler:innen, Schauspieler:innen, Musiker:innen und Schriftsteller:innen wie Pablo Picasso, Marc Chagall, Georges Braque, Marlene Dietrich und Ingeborg Bachmann. Seine Porträts zeigen die Menschen hinter ihrem Werk und offenbaren ein besonderes Vertrauen zwischen dem Fotografen und Porträtierten. Neben Aufnahmen in Paris und in Italien der 1950er Jahre führt ihn ein Auftrag der 1960er Jahre für die Zeitschrift Du in das geteilte Berlin, wo er u.a. John Heartfield, Günter Grass und Helene Weigel einfängt. 

 

BKF 8_BKF_Presse_Herbert_List_Haus_und_Staute_der_Kleopatra_1937

Herbert List: Haus und Statue der Kleopatra, Delos, 1937,
Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv List 
© Herbert List Estate / Magnum Photos / Agentur Focus 

 

 

BKF 1_BKF_Presse_Herbert_List_Unter_dem_Poseidontempel_1937

 Herbert List: Unter dem Poseidontempel, Sounion, um 1937,
Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie 
© Herbert List Estate / Magnum Photos / Agentur Focus 

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg fotografiert List vermehrt das Zeitgeschehen in Form von Reportagen für Zeitschriften und die Tagespresse. Bilder vom zerstörten München erinnern in der Ästhetik an seine Aufnahmen antiker Ruinen in Griechenland. Zudem kann er einige Buchprojekte realisieren. List arbeitet intensiv mit der Illustrierten Heute zusammen, die über die höchste Auflage im amerikanischen Sektor verfügt. In großem Umfang publiziert auch die schweizerische Kunst- und Kulturzeitschrift Du seine Arbeiten und in der Süddeutschen Zeitung zählt er zu den am häufigsten gezeigten Bildautor:innen. So rezipiert eine Vielzahl interessierter Leser:innen seine Bilder und der Einfluss seiner Werke auf Nachwuchsfotograf:innen wird verstärkt. Als   zeitgeschichtliche Dokumente sind die Reportagen von 1945/46 über den spektakulären Fund der NSDAP Mitgliedskartei und den Central Art Collecting Point, an dem von den Nationalsozialisten geraubte Kunstwerke gesammelt wurden, hervorzuheben, die bislang nur selten in einer Ausstellung gezeigt wurden. 

 

 

BKF 2_BKF_Presse_Herbert_List_Ringende_Jungen_1933

Herbert List: Ringende Jungen, Ostsee, 1933,
Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv List 
© Herbert List Estate / Magnum Photos / Agentur Focus 

 

Zur Schau erscheint im Hirmer Verlag ein umfangreicher Katalog mit Beiträgen von Kathrin Baumstark, Ludger Derenthal, Katrin Dyballa, Nadine Isabelle Henrich, Hans-Michael Koetzle, Bernhard Maaz, Ulrich Pohlmann, Peer-Olaf Richter und Esther Ruelfs (288 Seiten mit Abbildungen der ausgestellten Werke, 35 Euro in der Ausstellung). 

Parallel zur Ausstellung Herbert List. Das magische Auge zeigt das Museum für Kunst und Gewerbe die Ausstellung Präuschers Panoptikum. Ein Bilderbuch von Herbert List vom 20. Mai bis 18. September 2022 mit der Weltpremiere des Fotobuchprojekts sowie Aufnahmen, die als Vorreiter des „Queer Gaze“ gelten. 

Zudem präsentiert das Bargheer Museum mit der Ausstellung „Passione e Destino – Aufbruch des Fotografen Herbert List und des Malers Eduard Bargheer in die mediterrane Welt vom 15. Mai bis 18. September 2022 eine Gegenüberstellung der Werke der beiden befreundeten Künstler aus den Zeiträumen der 1930er Jahre und der frühen 1950er Jahre. 

Die Zusammenarbeit mit dem Herbert List Estate und dem Münchner Stadtmuseum sowie die gemeinsame Kuration von Kathrin Baumstark, Direktorin des Bucerius Kunst Forums, und Ulrich Pohlmann, Leiter der Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum, hat dies ermöglicht. 

Bucerius Kunstforum, Alter Wall 12, Hamburg

 

 

9783777439075_3Dn

 

Hirmer Verlag: Herbert List - Das Magische Auge

Hg. Kathrin Baumstark, Ulrich Pohlmann 

Beiträge von Kathrin Baumstark, L. Derenthal, K. Dyballa, H.-M. Koetzle, Bernhard Maaz, Ulrich Pohlmann, E. Ruelfs, P.-O. Richter, N. Henrich

288 Seiten, 318 Abbildungen in Farbe
22,5 x 28 cm, gebunden
ISBN: 978-3-7774-3907-5
Preis: 45 Euro
Zu bestellen:
 
 
 

 

 

 

 

 

 

13.05.2022 - 05.10.2022
Fotoausstellung Wetzlar . Eine Fotoausstellung der renommierten deutschen Fotografin Nomi Baumgartl präsentiert die Leica Galerie Wetzlar. Immer stellt die Fotografin Bezüge her: zwischen Menschen und Tieren, der Natur, der Erde als schützenswerter Kostbarkeit. Sie bezeichnet ihr Werk daher auch als „Hommage an die Schöpfung“. In der Ausstellung schließt sich ein Kreis von den frühen 1980er-Jahren ihrer Arbeiten zu den aktuellen Aufnahmen der Fotografin und ihrem Anliegen, die Welt immer wieder neu zu betrachten.
...Klick zum Weiterlesen
Nomi Baumgartl - „Seelenlandschaften. Mensch und Natur im Fokus“
Fotoausstellung Wetzlar . Eine Fotoausstellung der renommierten deutschen Fotografin Nomi Baumgartl präsentiert die Leica Galerie Wetzlar. Immer stellt die Fotografin Bezüge her: zwischen Menschen und Tieren, der Natur, der Erde als schützenswerter Kostbarkeit. Sie bezeichnet ihr Werk daher auch als „Hommage an die Schöpfung“. In der Ausstellung schließt sich ein Kreis von den frühen 1980er-Jahren ihrer Arbeiten zu den aktuellen Aufnahmen der Fotografin und ihrem Anliegen, die Welt immer wieder neu zu betrachten.

Nomi 01_Love Matters_Tatjana Patitz_Ollie Ferguson © Nomi Baumgartl_Leica Galerie Wetzlar 2022

Love Matters
Tatjana Patitz & Ollie Ferguson
Nomi Baumgartl: Seelenlandschaften/
Leica Galerie Wetzlar 2022

 

Nomi Baumgartl (*1950) zählt zu den vielseitigsten Fotografinnen in Deutschland. Sie war auf der halben Welt unterwegs, fotografierte berührende Reportagen, porträtierte prominente Zeitgenossen, war erfolgreiche Mode- und Werbefotografin. Heute konzentriert sich die Leica Fotografin vor allem auf die Beziehung zur Natur. Die Ausstellung in der Leica Galerie Wetzlar gibt Einblicke in die wichtigsten Projekte ihrer langen Karriere.

 

Nomi 04_The Observer_Aiguillle du Dru 2019 aus dem Zyklus „Eagle Wings“ © Nomi Baumgartl_Leica Galerie Wetzlar 2022

The Observer
Aiguillle du Dru 2019
aus dem Zyklus „Eagle Wings“

Nomi Baumgartl: Seelenlandschaften/
Leica Galerie Wetzlar 2022

 

Mit „Eagle Wings – Protecting the Alps“ richtet die Fotografin den Blick auf den gravierend fortschreitenden Klimawandel. Als „einzigartiges Projekt auf drei Ebenen“ bezeichnet sie ihr engagiertes Projekt, in das die Erde, der Luftraum und „das große Auge aus dem Weltall“, so Baumgartl, eingebunden sind. Eine Auswahl ihrer faszinierenden Aufnahmen der Eislandschaften und eines Adlers zeigen Ausschnitte des Projekts, das sich als Gesamtkunstwerk aus Gletscherfotografien, Aufnahmen einer Minikamera auf dem Rücken eines Adlers und hoch aufgelösten Satellitenbildern zusammensetzt.

 

Immer stellt die Fotografin Bezüge her: zwischen Menschen und Tieren, der Natur, der Erde als schützenswerter Kostbarkeit. Sie bezeichnet ihr Werk daher auch als „Hommage an die Schöpfung“, hat sie doch selbst vor vielen Jahren nach einem Unfall selbst erlebt, wie fragil das Leben sein kann.

Während ihrer eigenen Rekonvaleszenzzeit lernte sie die Organisation Dolphin Aid kennen und fotografierte von 2000 bis 2001 auf den Bahamas das Zusammentreffen von Menschen und Delphinen, bei denen die heute längst ikonischen Aufnahmen mit dem Topmodel Tatjana Patitz und Mickey Eskimo, Robbie Seeger und Francisco Goya, der damaligen Surfer- Weltelite, entstanden.

 

Nomi 03_Wild Connection, Chris Gallucci and Timbo_Shambala Preserve, California 2003 © Nomi Baumgartl_Leica Galerie Wetzlar 2022

Wild Connection, Chris Gallucci and Timbo
Shambala Preserve, California 2003

Nomi Baumgartl: Seelenlandschaften/
Leica Galerie Wetzlar 2022

 

Aus dieser Serie, in der es um die Harmonie von Mensch und Natur geht, entwickelte sich auch die Serie „Yin & Yang“. Hier hat die Fotografin berührende Motive gefunden, um das Prinzip der aus zwei gegensätzlichen Teilen bestehenden Einheit in starke Symbolbilder zu übersetzen. Bei den Shootings auf den Bahamas war auch Chris Gallucci dabei, der als „Elephant Man“ legendär wurde, lebte er doch 30 Jahre in enger Symbiose mit dem mächtigen Elefantenbullen Timbo zusammen. Auch hier fand Nomi Baumgartl 2003 einfühlsame Bil- der; das besondere Verhältnis und die einzigartige Beziehung von Mensch und Tier hielt sie mit ihrer Leica in außergewöhnlichen Schwarzweißbildern fest. In der Folgezeit begleitete sie den international ausgezeichneten Dokumentarfilm „Der Elefantenmann“ als Visual Director; ein gleichnamiger Bildband wurde 2007 veröffentlicht.

 

Nomi 05_The Naturalist‘s Eye_New Milford, Connecticut 1989 © Nomi Baumgartl_Leica Galerie Wetzlar 2022

The Naturalist‘s Eye
New Milford, Connecticut 1989

Nomi Baumgartl: Seelenlandschaften/
Leica Galerie Wetzlar 2022

 

 

Die Fotografin ist eine sensible Beobachterin und große Porträtistin. Dies wird auch in dem Portfolio sichtbar, das Baumgartl anlässlich des 100. Geburtstags des befreundeten Fotografen Andreas Feininger (1906–1999) konzipierte. Die Fotografenlegende hatte sie 1983 in New York kennengelernt. Im Dialog über Fotografie, Wahrnehmung, Weltsicht und die Dinge der Natur entstand in den Folgejahren während vieler Besuche ein Porträt des Fotografenkollegen, gleichzeitig aber auch eine spannende Reflexion über die Verbindung von Mensch und Natur. Und so schließt sich in der Ausstellung ein Kreis von den frühen 1980er-Jahren zu den aktuellen Aufnahmen der Fotografin und ihrem Anliegen, die Welt immer wieder neu zu betrachten.

 

Nomi 01_©Chris Pfanzelt_Nomi Baumgartl_Alpspitz

Nomi Baumgartl, Alpspitz
© Chris Pfanzelt

 

Nomi Baumgartl wurde 1950 in Donau-Ries geboren und studierte von 1973 bis 1977 an der Gesamthochschule Düsseldorf Design und Visuelle Kommunikation. Als erfolgreiche Bildjournalistin publizierte sie in der Folgezeit in allen wichtigen deutschen und internationalen Magazinen. Neben Auftragsarbeiten im Magazinjournalismus und für die Werbung begann sie früh, sich selbst gewählten Langzeitprojekten zu widmen. Ihr Werk ist in zahlreichen Ausstellungen und Buchveröffentlichen präsent. Im Juni 2016 wurde die Fotografin für ihr Lebenswerk und ihr Engagement als Fotografin mit dem internationalen B.A.U.M. Environmental Special Award 2016 ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Dr. Auma Obama, Schwester des ehemaligen US-Präsidenten, mit der sie eine lebendige Freundschaft verbindet. Nomi Baumgartl, die lange in New York und München lebte, hat heute ihren Lebensmittelpunkt im bayrischen Murnau.

 

 

 

 

 

12.05.2022 - 04.08.2022
Fotoausstellung Hamburg . In den frühen neunziger Jahren lebt und studiert der deutsche Fotograf Peter Bialobrzeski eine Zeitlang in England und findet dort eine gesellschaftliche Wirklichkeit vor, die ihm als Deutschen sehr fremd vorkommt und der er sich mit fotografischen Mitteln nähert. Die Bilder, die entstehen, ausgestellt in der Freelens Galerie zeigen den unvoreingenommen, aber beeindruckend scharfsinnigen Blick des Außenstehenden auf ein Land, das angezählt scheint.
...Klick zum Weiterlesen
Peter Bialobrzeski »Give my Regards to Elizabeth«
Fotoausstellung Hamburg . In den frühen neunziger Jahren lebt und studiert der deutsche Fotograf Peter Bialobrzeski eine Zeitlang in England und findet dort eine gesellschaftliche Wirklichkeit vor, die ihm als Deutschen sehr fremd vorkommt und der er sich mit fotografischen Mitteln nähert. Die Bilder, die entstehen, ausgestellt in der Freelens Galerie zeigen den unvoreingenommen, aber beeindruckend scharfsinnigen Blick des Außenstehenden auf ein Land, das angezählt scheint.
Bia Elizabeth_38
 
© Peter Bialobrzeski
 
Thatcher ist nach langer Regierungszeit abgetreten, das Land von Arbeitslosigkeit und Inflation gezeichnet. Die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Premierministerin hat die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinanderklaffen lassen und die starren Unterschiede der Klassengesellschaft deutlich hervorgehoben. 
 
 
Bia Elizabeth_12
 
© Peter Bialobrzeski
 
 
Genau diesen Nachwirkungen geht Bialobrzeski nach und bewegt sich dabei in parallelen Welten. Die eine präsentiert die saturierten Wohlstandsbürger, eine Welt der Cocktailkleider, der Pferderennen und des Partymachens mit teuren alkoholischen Getränken. Die andere Welt hat rein gar nichts zu feiern. Den Gesichtern der alten und jungen Menschen der Arbeiterklasse ist eine tiefe Erschöpfung und Perspektivlosigkeit eingezeichnet. 
 
 
Bia Elizabeth_03
 
© Peter Bialobrzeski
 
Bia Elizabeth_05
 
© Peter Bialobrzeski
 
Bialobrzeski reist hier und dort hin, am Ende entsteht eine Serie, die immer wieder zwischen Melancholie und Humor changiert, aber vor allem von einem sezierenden, analytischen Blick, der sein späteres Werk ausmacht, geprägt ist. Als der Fotograf nach einem Jahr England verlässt, sind so viele Bilder entstanden, dass er ein Dummy baut und schließlich als Diplomarbeit einreicht, nicht wissend, dass drei Jahrzehnte später ein Buch daraus erscheinen wird. Dessen Funktion reicht weit über die eines nostalgischen Blick hinaus und lässt sich beinahe wie ein hochaktueller Kommentar zu einer gespaltenen englischen Gesellschaft durch die Brexit-Folgen lesen.
 
 
Bia Elizabeth_40
© Peter Bialobrzeski
 
Peter Bialobrzeski ist vielleicht einer der produktivsten Fotografen in Deutschland. Nach dem internationalen Durchbruch seiner Arbeit „Neon Tigers“ wurden seine Fotos weltweit in großen Ausstellungen gezeigt. Er erhielt zahlreiche bedeutende Auszeichnungen, darunter den renommierten World Press Photo Preis und den Dr. Erich Salomon Award der DGPH.  Peter Bialobrzeski hat weit über 20 Bücher publiziert. Seit seiner Emeritierung als Hochschulprofessor widmet er sich u.a. seinen freien Buchprojekten (u.a. City Diaries) und kuratorischen Aufgaben. Vor allem arbeitet er aber weiterhin an eigenen umfangreichen Fotoprojekten.  
 
Freelens Galerie, Alter Steinweg 15, Hamburg
 
11.05.2022 - 31.05.2022
Fotoausstellung Berlin . Unter dem Motto "Hollywood präsentiert die Helmut Newton Stiftung die Werke von den 13 bekannten Fotografen Eve Arnold, Anton Corbin, Philip-Lorca diCorcia, Michael Dressel, George Hoyningen-Huene, George Burrell, Jens Liebchen, Ruth Harriet Louise, Inge Morath, Helmut Newton, Steve Schapiro, Julius Shulman, Alice Springs und Larry Sultan. In Vitrinen werden zusätzlich Fotografien von George Burrell sowie Publikationen von Annie Leibovitz und Ed Ruscha präsentiert.
...Klick zum Weiterlesen
Hollywood
Fotoausstellung Berlin . Unter dem Motto "Hollywood präsentiert die Helmut Newton Stiftung die Werke von den 13 bekannten Fotografen Eve Arnold, Anton Corbin, Philip-Lorca diCorcia, Michael Dressel, George Hoyningen-Huene, George Burrell, Jens Liebchen, Ruth Harriet Louise, Inge Morath, Helmut Newton, Steve Schapiro, Julius Shulman, Alice Springs und Larry Sultan. In Vitrinen werden zusätzlich Fotografien von George Burrell sowie Publikationen von Annie Leibovitz und Ed Ruscha präsentiert.

Holly ;jsessionid=29E80F5CA1C525785E9D1C09AF42824B-n3.bap01b-2

Eve Arnolld
Marilyn Monroe vor einer schwierigen Szene,
die sie mit Clark Gable für den Film "The Misfits", Reno, Nevada, 1960 spielen sollte.
copyright Eve Arnold/Magnum Photos

 

Helmut Newton ist für Gruppenausstellungen wie dieser stets Ausgangs- und Bezugspunkt; in seiner Fotografie hat er sich immer wieder auf das Kino bezogen, aber auch konkrete Filmszenen zitiert, etwa von Alfred Hitchcock oder der französischen Nouvelle Vague. So wirken einige seiner Modeinszenierungen seit den 1960er-Jahren geradezu kinematografisch, und manche Porträts seit den 1970er-Jahren wie kunstvolle Film-Stills. In den 1980er und 90er-Jahren wiederum fotografierte Newton während des Filmfestivals auch Schauspieler*innen oder Mode an der Croisette von Cannes.

 

Holly ;jsessionid=29E80F5CA1C525785E9D1C09AF42824B-n3.bap01b

Steve Schapiro
Jack Nicholson als Jake Gittes in "Chinatown"
von Roman Polanski, Los Angeles, 1974
Copyright Steve Schapiro

 

In der neuen Gruppenausstellung werden darüber hinaus dreizehn Fotografinnen und Fotografen mit ihren Interpretationen von Hollywood präsentiert, wie üblich in größeren Werkgruppen. Der Hauptraum ist dem Medium Film und dem System Hollywood in unterschiedlichen Aspekten gewidmet: Schauspieler*innen-Porträts aus der frühen Hollywood-Zeit von Ruth Harriet Louise und George Hoyningen-Huene, weiterhin spätere Standbilder und Filmsets von Steve Schapiro und mehreren Magnum-Fotograf*innen, darunter Eve Arnold und Inge Morath, die 1960 während der Dreharbeiten des John Huston-Film „Misfits“ fotografierten.

 

In einer Glasvitrine wird überdies eine umfangreiche Portfolio-Mappe aus dem Besitz von Helmut Newton mit etwas späteren Aufnahmen von George Hurrellpräsentiert, der Ruth Harriet Louise 1930 als wichtigster Hollywood-Porträtist der großen Filmstudios ablöste. Im gleichen Raum, etwas separiert, hängen weiterhin fünf großformatige Farbaufnahmen aus Larry Sultans Bildserie „The Valley“, mit der er die Pornofilm-Industrie nahe Hollywood untersucht hat, der größten überhaupt, gewissermaßen die ebenso lukrative Schattenseite der strahlenden Glamourwelt.In einem anderen Raumkompartiment sind fünf große, formal reduzierte Schwarz-Weiß-Porträts aus Los Angeles von Anton Corbijnpräsentiert, von Clint Eastwood bis Tom Waits. In einer weiteren Vitrine sind die berühmten Hollywood-Porträts von Annie Leibovitzausgebreitet, die sie jedes Jahr für Vanity Fair fotografiert: die Oscarpreisträger*innen in panoramatischen Gruppenporträts als Klappcover des Magazins.

So wird in diesem Raum der historische Bogen über ein ganzes Jahrhundert geschlagen, von den frühen Starporträts der 1920er-Jahre, die als vorbildhaft gelten können, bis in die heutige Zeit Hollywoods, von Vintage Prints unterschiedlicher Größen bis hin zu Zeitschriftenreproduktionen.

 

Im hinteren Ausstellungsraum liegt der Schwerpunkt auf der Stadt Los Angeles; hier sind Julius Shulmans Architekturaufnahmen der legendären Villen in den Hollywood Hills oder Beverly Hills zu sehen, architektonische Ikonen der L.A.-Moderne, in denen manche Filmstars oder Produzenten lebten oder die gelegentlich zum Filmset wurden.

Demgegenüber zeigt uns Michael Dressel seine kontrastreichen, teilweise schonungslosen Porträts der Gescheiterten und Desillusionierten oder auch Hollywood-Touristen. Es sind flüchtige Begegnungen, die durch ihre Spontanität und situative Komposition bestechen.

Jens Liebchens Farbbildserie „L.A. Crossing“ entstand ab 2010 im Rahmen des von Markus Schaden initiierten Projekts „La Brea Matrix“ auf den Spuren von Steven Shore. Aus seinem Mietwagen heraus fotografierte Liebchen vermeintlich unspektakuläre Straßenszenen, die sich in Form der Bildsequenz als empathisch-soziologische Gesellschaftsstudie entpuppt.

Ihm gegenüber hängt Philip-Lorca di Corcias „Hustler“-Serie aus den 1990er-Jahren, also Porträts männlicher Prostituierter rund um den Santa Monica Boulevard. Im Bildtitel wird der Name der Porträtierten ebenso angegeben wie ihr Herkunftsort und ihr Stundensatz, der sich hier allerdings auf das Foto-Honorar bezieht. In der zentralen Vitrine wird Ed Ruschas legendärer Leporello „Every Building at the Sunset Strip” von 1966 aufgeblättert und bildet den architektonisch-gesellschaftlichen Bezugsrahmen für die Kollegen, deren spätere Fotografien von den gleichen Orten und Straßenecken in diesem Ausstellungraum an den Wänden hängen.

 

Eine andere Art von „Street Photography“ ist dieses Mal in June’s Room zu sehen, aufgenommen im Jahr 1984 von Alice Springsauf der Melrose Avenue in West Hollywood. Dort begegnen wir der musikbasierten Gegenkultur der Punks und Mods und anderen Selbstdarstellern, die die Straße zur Bühne machen, als sei alles eine Castingshow.

 

So zeichnet diese Gruppenausstellung das Faszinosum Hollywoods nach, das noch immer viele Menschen auf der Suche nach Jobs in der Filmindustrie nach Los Angeles treibt. Wir sehen einige Stars, offiziell und privat, die Villen der Schönen und Reichen oder filmbegeisterte Touristen sowie zahlreiche Nebenmotive wie Filmrequisiten in den Studios. Die Ausstellung blickt über die gewählten Exponate einerseits 100 Jahre zurück und ist gleichzeitig hochaktuell; es ist eine Hommage an den langsam verblassenden Glanz einer ganzen Epoche, und so wird das kinematografische Storytellinghier mit fotografischen Mitteln fortgesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

xxx

06.05.2022 - 20.06.2022
Fotoausstellung München . In der Ausstellung Made in Munich zeigt die Galerie 14 großformatige Arbeiten des Fotografen Michael Nischke aus seiner Serie ART|MUNICH aus den Entstehungsjahren 2016-2021. Der Fotograf wählt Münchens bekannteste Orte als Motive und verwandelt seine persönlichen Eindrücke in eine neue, faszinierende Bildwelt, die er mit intensiver, teils artifizieller Farbigkeit verfremdet. B
...Klick zum Weiterlesen
Michael Nischke - Made in Munich
Fotoausstellung München . In der Ausstellung Made in Munich zeigt die Galerie 14 großformatige Arbeiten des Fotografen Michael Nischke aus seiner Serie ART|MUNICH aus den Entstehungsjahren 2016-2021. Der Fotograf wählt Münchens bekannteste Orte als Motive und verwandelt seine persönlichen Eindrücke in eine neue, faszinierende Bildwelt, die er mit intensiver, teils artifizieller Farbigkeit verfremdet. B

Michi alte-pinakothek_buscando-la-luz_web

Alte Pinakothek copyright Michael Nischke 

 

Die fotografischen Arbeiten von Michael Nischke bekommen durch die angewandte Farb-Technik eine weitere, fast malerische Dimension. Wichtig ist dem Künstler auch die minimalistische Bildkomposition. Durch seine vielen Verbindungen und Reisen nach Asien ist Nischkes Bildästhetik geprägt von Reduktion. Sein Blick auf München ist überraschend anders und zeigt die Stadt aus einer völlig neuen Perspektive.

 

 

Michi BrandhorstM by night_(c) NISCHKE.

Museum Brandhorst nachts, copyright Michael Nischke

 

 

Michi Monopteros 2018 (c) NISCHKE.

Monopteros 2018, Michael Nischke 

 

 

Michi Chinesischer Turm 2018 (c) NISCHKE

Chinesischer Turm 2018 Copyright Michael Nischke

 

Zur Herstellung der Arbeiten werden spezielle, hochpigmentierter Tinten verwendet, die auf Aluminium gedruckt werden. Dieses Verfahren generiert eine sehr eigene, gedämpfte Leuchtkraft, die stark vom Einfall des Lichtes abhängig ist.  Das quadratische Format der Fotografien erinnert bewusst an das in der analogen Fotografie der Mittelformat Kameras bekannte „Hasselblad-Format“.

 

 

Michi Lehnbachhaus 2016 (c) NISCHKE

Lenbachhaus 2016, copyright Michael Nischke

 

Galerie arToxin, Kirchenstr. 23, München

05.05.2022 - 29.05.2022
Seit 50 Jahren ist Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) in Krisengebieten unterwegs, um Menschen in Not zu helfen. Eine Fotoausstellung in der Photobastei in Zürich dokumentiert die Geschichte der Hilfsorganisation und führt die Besucher:innen durch die humanitären Krisen eines halben Jahrhunderts mit Bildern der berühmten Fotograf:innen der Pariser Agentur Magnum. Vom 5. bis 29. Mai 2022
...Klick zum Weiterlesen
Ärzte ohne Grenzen und Magnum: 50 Jahre im Einsatz
Seit 50 Jahren ist Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) in Krisengebieten unterwegs, um Menschen in Not zu helfen. Eine Fotoausstellung in der Photobastei in Zürich dokumentiert die Geschichte der Hilfsorganisation und führt die Besucher:innen durch die humanitären Krisen eines halben Jahrhunderts mit Bildern der berühmten Fotograf:innen der Pariser Agentur Magnum. Vom 5. bis 29. Mai 2022

PB 05aac526-215b-7908-be8a-8932dfaa2a77

 © Chris Steele-Perkins / Magnum Photos
ETHIOPIA. feeding centre for people displaced by famine. 1983.

 

MSF leistet dort medizinische Hilfe, wo Menschenleben bedroht sind. Gründe für die Einsätze sind vor allem bewaffnete Konflikte, aber auch Epidemien, Pandemien und Naturkatastrophen oder die Ausgrenzung aus dem Gesundheitswesen. Mit der medizinischen Arbeit untrennbar verbunden ist seit der Gründung von MSF auch die Berichterstattung. Immer wieder hat die Hilfsorganisation öffentlich das Wort ergriffen, um auf nicht beachtete Krisen oder Machtmissbräuche aufmerksam zu machen.

 

PB b9507b00-a95a-e30e-3528-073b826ade1f

© Enri Canaj / Magnum Photos
GREECE. Lesbos, 09 September 2020. Moria camp. The day-after a fire destroyed the majority of the refugees camp another major fire erupted and the totality of the camp has been burned. Refugees and asylum seekers have evacuated the camp but have not been allowed to enter the nearby town. Around 400 unaccompanied minors need urgent acomodation.


Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens stellt MSF vom 5. bis zum 29. Mai in der Photobastei in Zürich Fotografien der renommierten Agentur Magnum aus. Das Herzstück der Ausstellung sind die Bilder von sieben Fotograf:innen, die aktuelle Krisensituationen beleuchten – Gebiete in Ländern wie Honduras, Griechenland oder der Demokratischen Republik Kongo, in denen MSF derzeit im Einsatz ist.

 

PB 6202db79-cfd2-6871-d2bd-3ab149dd23ea

© Newsha Tavakolian / Magnum Photos



Ergänzt wird die Reihe durch eine Auswahl an Fotografien aus dem Fotoarchiv von Magnum. Die Bilder dokumentieren die humanitären Krisen, die die Welt von 1971 bis heute heimgesucht haben: so zum Beispiel Szenen aus Afghanistan und dem Libanon, der Völkermord in Ruanda, das Massaker von Srebrenica, das Erdbeben in Haiti, das Drama der fliehenden Migrant:innen und das Sterben im Mittelmeer.

 

PB 4f86ee41-7d47-5980-212e-8b2d8367d30e

© Stuart Franklin / Magnum Photo. SUDAN. Kassala. January 6th 1985.
During the past few days 35,000 persons have left the Tigre province in North Ethiopia
and crossed the boarder into Sudan to reach the Takalabab camp (near Kassala) in the
eastern part of the country. Each day 850 refugees are evacuated to Wad Kowli, farther south,
by trucks furnished by the United Nations Organization. While waiting for their time to leave,
the others survive under extremely difficult conditions. A small group of doctors of the
organization Medecins Sans Frontieres take care of their most urgent heath problems. All
the same, many refugees die every day, victims of dehydration or malnutrition.

 

«Die Magnum-Fotograf:innen haben die schwierigen Kontexte, in denen wir tätig sind, fotografisch festgehalten. Diese Ausstellung zeugt von dem Engagement, das uns seit jeher verbindet: Die Aufmerksamkeit auf jene Menschen zu lenken, die viel zu oft von der Öffentlichkeit vergessen werden», sagt Camille Gomes, Projektleiter von MSF.

Die Fotografien zeigen aber auch, wie sich die medizinische Nothilfe im Laufe der Zeit verändert hat, welchen Herausforderungen sich diese damals wie heute stellen muss – und was die Organisation MSF in einem halben Jahrhundert bewirken konnte.

Die ursprünglich auf Januar angesetzte Fotoausstellung wurde aufgrund der Omikron-Variante des Coronavirus verschoben und wird neu vom 5. bis zum 29. Mai 2022 in der Photobastei in Zürich zu sehen sein.

 

 

 

05.05.2022 - 12.06.2022
Fotoausstellung Hannover . Die Nähe zum Menschen war schon immer das, was Brigitte Kraemer interessierte und da war ihr das Ruhrgebiet, aus dem sie stammt und dessen Sprachkolorit die 67-jährige bis heute nicht abgelegt hat, als Arbeitsfeld viel gelegener als andere, vielleicht fotogenere Gegenden. Denn hier kennt sie sich aus und hier fühlt sie sich den Menschen nahe, die sie fotografiert. In ihren Bildern gelingt ihr eine treffende Visualisierung der Menschen im Pott ausgestellt in der GAF Galerie für Fotografie in Hannover.
...Klick zum Weiterlesen
"Im Pott" Brigitte Kraemer - Fotografien des Ruhrgebiets
Fotoausstellung Hannover . Die Nähe zum Menschen war schon immer das, was Brigitte Kraemer interessierte und da war ihr das Ruhrgebiet, aus dem sie stammt und dessen Sprachkolorit die 67-jährige bis heute nicht abgelegt hat, als Arbeitsfeld viel gelegener als andere, vielleicht fotogenere Gegenden. Denn hier kennt sie sich aus und hier fühlt sie sich den Menschen nahe, die sie fotografiert. In ihren Bildern gelingt ihr eine treffende Visualisierung der Menschen im Pott ausgestellt in der GAF Galerie für Fotografie in Hannover.

GAF Camper_Pressebild

Camper in Hattingen, Ruhrgebiet 2000

 

Im Ruhrgebiet, wo sich die Orte mit ihren insgesamt 5,1 Millionen Einwohnern aneinander drängen wie Urlauber am Badestrand, da gibt es so viele Museen, Galerien, Kommunen, Kultureinrichtungen, Stiftungen usw., dass Brigitte Kraemer immer Abnehmer für ihre zumeist frei produzierten und selbstgewählten Themen findet.

 

GAF Kraemer_Büdchen_Pressebild

Büdchen in Gelsenkirchen

 

Man kann die Art und Weise, mit der Brigitte Kraemer ihre Bilder fotografiert, mit Fug und Recht »klassisch« nennen. Zumeist mit der Leica aufgenommen und einem 35mm-Objektiv. Und immer nahe dran, gemeint im doppelten Sinn des Wortes. Dabei ist ihre Nähe zu den Protagonisten aber nicht nur eine Frage räumlicher Distanz, sondern vor allem emotionaler Verbundenheit.

 

GAF Kraemer_Autowäscher_Pressebild

Autowäscher im Ruhrgebiet

 

Für diese Arbeit investiert sie viel Zeit, denn vertrauensvolle Beziehungen, die Basis ihrer fotografischen Arbeit, entwickeln sich nicht im D-Zug-Tempo. In ihren Bildern wird deutlich was Annie Leibowitz meinte, als sie sagte: »Fotografie ist eine Liebesaffäre mit dem Leben.« Und das fotografiert Brigitte Kraemer, wo es sich anbietet, auch mit einem Augenzwinkern. Immer darauf bedacht, die notwendige Balance zwischen Distanz und Nähe zu behalten, um den richtigen Augenblick für den Druck auf den Auslöser nicht zu verpassen. So entstanden ihre bekanntesten Arbeiten wie Mann und Auto, Am Kanal, Die Bude  oder Camper im Ruhrgebiet,  von denen Bilder in der GAF gezeigt werden. In ihnen gelingt ihr eine treffende Visualisierung der Menschen im Pott.

 

GAF Familie_Pressebild

Migrantenfamilie in Bottrop 2002

 

Brigitte Kraemer, geboren 1954 in Hamm, hat nach ihrer Ausbildung zur Steuergehilfin an der Folkwangschule für Gestaltung, Gesamthochschule Essen im Studiengang Visuelle Kommunikation studiert, u.a. bei Willy Fleckaus (Layout) und Angela Neuke (Fotografie). Von 1983 bis 1991 war sie mit Michael Wolf, Wolfgang Staiger und Marc Izikowitz Gesellschafterin der Fotografenagentur »Antrazit«.

Seit 1982 ist sie als freie Fotografin im Ruhrgebiet tätig. In ihrem langen Berufsleben erhielt sie für ihre Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen, u.a. zwei LeadAwards in Gold und Silber für die stern-Reportage »Auf ein neues Leben«  im Jahre 2005 und für »Mann und Auto«  den Fotobuchpreis 2008. Außerdem wurden ihre fotografischen Projekte mit zahlreichen Stipendien unterstützt.

 

GAF Galerie für Fotografie in Hannover, Seilerstraße 150, Hannover 

05.05.2022 - 31.07.2022
Ausstellung Berlin . In der Ausstellung "Tauziehen: Peer Boehm" werden Malerei und Zeichnung gezeigt. Was hat das mit Fotografie zu tun? Viel, denn die Vorlagen der Werke von Peter Boehm sind Fotografien sowohl von bekannten Momenten der Zeitgeschichte als auch von Alltagssituationen. Das zentrale Thema der Arbeiten von Peer Boehm, die ihm Willy-Brandt-Haus vorgestellt werden, sind Überblendungen – formal sowie inhaltlich.
...Klick zum Weiterlesen
Tauziehen: Peer Boehm
Ausstellung Berlin . In der Ausstellung "Tauziehen: Peer Boehm" werden Malerei und Zeichnung gezeigt. Was hat das mit Fotografie zu tun? Viel, denn die Vorlagen der Werke von Peter Boehm sind Fotografien sowohl von bekannten Momenten der Zeitgeschichte als auch von Alltagssituationen. Das zentrale Thema der Arbeiten von Peer Boehm, die ihm Willy-Brandt-Haus vorgestellt werden, sind Überblendungen – formal sowie inhaltlich.

Peer Grenze des verbotenen Gebiets ∏ Peer Boehm, Galerie Poll Berlin, VG Bild-Kunst, Bonn 2022_klein

Peer Grenze des verbotenen Gebiets II Peer Boehm,
Galerie Poll Berlin, VG Bild-Kunst, Bonn 2022

 

Von Peer Boehm am Computer bearbeitet und auf extreme Kontraste reduziert, entstehen Leerstellen und bizarre, auf den ersten Blick nicht erkennbare Formen. In der Projektion auf Leinwand oder Papier erwachen die „historischen“, archivierten und ins kollektive Gedächtnis eingebrannten Aufnahmen so zu neuem Leben.

Der Künstler nutzt unter anderem bereits vorbedruckte Papiere wie zum Beispiel Seekarten oder Schnittbögen, auf die dann Fotomotive aufgezeichnet werden. Motiv und Vorlage stehen stets in einem Bezug zueinander und transportieren das Prinzip der Überblendungen so auch inhaltlich weiter.

 

Peer Boehm, Schokolade & Freiheit ∏ Peer Boehm, Galerie Poll Berlin, VG Bild-Kunst, Bonn 2022_klein

Peer Boehm, Schokolade & Freiheit II Peer Boehm,
Galerie Poll Berlin, VG Bild-Kunst, Bonn 2022

 

Peer Boehm, Tauziehen, 2020 Peer Boehm copyright Peer Boehm, Galerie Poll Berlin VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Peer Boehm, Tauziehen, 2020 Peer Boehm copyright Peer Boehm,
Galerie Poll Berlin VG Bild-Kunst, Bonn 2022

 

 

Peer Boehm erklärt: „In meinen Werken befasse ich mich hauptsächlich mit Erinnerungen. Das können persönliche Erinnerungen sein, aber vor allem auch zeitgeschichtliche wie zum Beispiel Fotografien von Willy Brandts Kniefall oder dem Checkpoint Charlie. So spielt Geschichte in meinen Arbeiten immer eine zentrale Rolle.“

Mirja Linnekugel, Künstlerische Leiterin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus sagt über die Ausstellung: „In den Werken von Peer Boehm treffen Geschichte und aktuelle Themen künstlerisch aufeinander und regen die Betrachtenden an, sich mit den inhaltlichen Bezügen auseinanderzusetzen. Deshalb freuen wir uns sehr, diese Ausstellung in Kooperation mit der Galerie Poll Berlin im Willy-Brandt-Haus zeigen zu können.“

 

Willy-Brandt-Haus, Stresemannstr. 28, Berlin

 

03.05.2022 - 24.07.2022
Fotoausstellung München . In fünf Erzählsträngen gibt die Ausstellung im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung einen Überblick über zwei Jahrzehnte des Schaffens des amerikanischen Fotojournalisten Alec Soth: Sleeping by the Mississippi (2004), Niagara (2006), Broken Manual (2010), Songbook (2014) und als jüngstes Werk A Pound of Pictures (2022).
...Klick zum Weiterlesen
Alec Soth. Gathered Leaves.
Fotoausstellung München . In fünf Erzählsträngen gibt die Ausstellung im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung einen Überblick über zwei Jahrzehnte des Schaffens des amerikanischen Fotojournalisten Alec Soth: Sleeping by the Mississippi (2004), Niagara (2006), Broken Manual (2010), Songbook (2014) und als jüngstes Werk A Pound of Pictures (2022).

Alec B

Alec Soth mit seiner Tochter bei der Presseführung
im Münchner Kunstfoyer
Die Amerikakarte zeigt die Orte an denen Soth
seine fünf Serien fotografiert hat.

 

Rund 90 eindrucksvolle Werke, Publikationen und Entwürfe geben den Besuchern der Ausstellung im Kunstfoyer einen tiefen Einblick in das Werk von Alec Soth, den die britische Tageszeitung "The Telegraph" als den größten
lebenden Fotografen sozialer und geografischer Landschaften Amerikas bezeichnet. Der lyrische Dokumentarfotograf steht in der Tradition der großen Fotografen Robert Frank, Stephen Shore und Joel Sternfeld

Die Landschaften seines Heimatlandes USA – vor allem der majestätische Mississippi, die tosenden Niagarafälle, die weiten offenen Wüsten und unberührten Gebiete, die Kleinstädte und städtischen Randgebiete – sind seine Motive, die er in alltäglichen Momenten einfängt. Das Wesen des Menschen bleibt dabei stets zentraler Aspekt seiner Porträts, er richtet seinen Blick auf die Geschichte, die hinter jedem Bild steckt auf die menschlichen Emotionen, persönlichen Schicksale und Sehnsüchte. Dabei folgt Soth stets seinem ästhetischen Ansatz: »to me the most beautiful thing is vulnerability«.

 

Alec 04_NYfertig

Peter's houseboat, Winona Minnesota aus der Serie "Sleeping by the Missisipi".
Alec:
" Manchmal habe ich die Leute nach ihren Träumen gefragt, Peter  schrieb
'My Dream is Running Water'"
© Alec Soth / Magnum Photos

 

 

NIAGARA (2006)

Die Niagarafälle, Schauplatz spektakulärer Suizide und erschwinglicher Flitterwochen, wurden lange mit Liebe in Zusammenhang gebracht. Alec Soth besuchte die Niagarafälle während der Arbeit an seiner nächsten Serie sieben Mal. Dabei umkreiste er den Ort und suchte nach einem Weg, sein Motiv zu beschreiben. Dazu sagte er: „Wenn ich mir die Wasserfälle als Metapher vorstelle, dann denke ich an eine intensivierte Sexualität und ein nicht auszuhaltendes Verlangen.“

Er flirtet mit dem Postkartenklischee der Niagarafälle, ein Motiv, das auch bei den Malern des „American Sublime“ beliebt war. Er sammelt Zeugnisse der Leidenschaft: Notizen und Briefe, Poesiefetzen, das Herzsymbol, das sich in uner- wartete Orte einschleicht. Er trifft Menschen in Bars und Hochzeitslocations und bringt sie dazu, für ihn zu posieren.
Er fotografiert die Fassaden kitschiger Motels wie das Happiness Inn, das hinter seinen verschlossenen Türen unbekan- nte Dramen verbirgt. Dann stellt er seine schönen Fotografien des Wassers, das für immer in die Ewigkeit überfließt, neben seine Porträts der hoffnungsfrohen und der gebrochenen Herzen. In Niagara wird die gewaltige Erhabenheit der Natur eindringlich der Metaphorik der zerbrechlichen Liebe gegenübergestellt.

 

BROKEN MANUAL (2010)

 

Alec 02_MGfertig

"Tim und Vanessa waren eine der freundlichsten Menschen,
die ich während meiner Reisen traf. In ihrem Haus gab es
hunderte von fesselnden Geschichten zu finden."
© Alec Soth / Magnum Photos

 

 

Broken Manual untersucht die Sehnsucht, zu fliehen. Alec Soth begann, über den „Bombenleger vom Olympiapark“ Eric Robert Rudolph zu recherchieren, einen Rechtsradikalen, der vor dem FBI auf der Flucht war und von dem man wusste, dass er sich irgendwo in der Wildnis der Appalachen versteckt hielt. Im Laufe seiner Recherche tauchte Soth immer tiefer in die Welt ein, die sich ihm im Internet auftat. Dort stieß er auf Mitteilungen und Manifeste von Menschen, die sich für ein Leben fernab der Zivilisation entschieden hatten: Überlebenskünstler, Eremiten und Mönche. Er schuf seine eigene Handlungsanweisung, How to Disappear in Amerika (2009), eine Maquette, die im Buch Broken Manual weiterentwickelt wurde. Dazu zählten Schriften eines Lester B. Morrison. 2010 folgte eine Reihe selbstverlegter Magazine, die alle von Soths Verlag Little Brown Mushroom herausgegeben wurden.

Und so begab er sich – ähnlich wie Walt Whitman, der Mitte des 19. Jahrhunderts Amerika bewandert hatte – in gewissem Sinne auf die Suche nach sich selbst. Das Projekt markiert eine Zeit, in der er als Wanderfotograf zu einem Leben auf der Straße zurückkehrte. Eigenen Aussagen zufolge sehnte er sich damals danach, zu fliehen. Er äußerte auch, wie sehr er sich mit seinen Protagonisten, den Träumern und Einzelgängern, insbesondere den Männern, identifiziere: „Im Allgemeinen empfinde ich viel Zuneigung für diese Männer. Ich respektiere ihre Entscheidungen und versuche, sie zu verstehen.“ Er fühlt sich zur Intensität eines introspektiven Lebens hingezogen: „Es gibt hier definitiv den Aspekt eines Selbstporträts ... ein persönliches, autobiografisches Element“.

Seine Einsiedler fand er in den weiten unbesiedelten Landschaften Amerikas – in den dichten Wäldern und ausgedehnten Wüsten. Er fotografiert sie in ihrer Einsamkeit, als kleine Figuren, die in ihre Umgebung gestellt sind.

 

Alec 08_NY ferig

 

SONGBOOK (2014)

Nach Broken Manual wollte Alec Soth sich wieder mit der Welt verbinden. Die Fotografie kann ein einsames Medium sein, sowohl bei ihrer Erstellung als auch dadurch, dass sie bildlich den Abstand zwischen Menschen, insbesondere zwischen dem Fotografen und dem Objekt, zum Ausdruck bringt. Soth nannte sie „ein Medium der Trennung“. Zugleich ist sie unmittelbar und kommunikativ und somit ein hervorragendes Hilfsmittel zur sozialen Verbindung.

Sein erstes Geld verdiente Soth als Fotograf bei einer lokalen Tageszeitung am Ostrand der Zwillingsstädte Minneapolis und Saint Paul. Sein fotografisches Tagesgeschäft waren Stadtratssitzungen und Autounfälle, Hochzeiten und Gemeindetreffen. Nach wie vor bewundert er bei journalistischen Fotografen, dass sie völlig ohne Kunstgriffe auskommen, und nach wie vor erledigt er Auftragsarbeiten für Zeitungen und Magazine, zuletzt für The New Yorker in New Orleans, zehn Jahre nach Hurricane Katrina.

2012 initiierte er ein neues Projekt in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Brad Zellar. In einer Reihe von Road Trips durchquerten sie gemeinsam das Land. Sie arbeiteten wie Journalisten für eine fiktive Zeitung, auf der Jagd nach Storys von lokalem Interesse, und reagierten rasant auf Ereignisse, die sich in ihrer Umgebung abspielten. Nachts „verkrochen sie sich in ihre Motelzimmer, setzten die Zeitung zusammen und suchten die passenden Bilder zu den Storys aus.“

Das Ergebnis waren sieben bescheidene, ungebundene Publikationen, von denen jede „Depesche“ über einen anderen Bundesstaat berichtete: Kalifornien, Colorado, Michigan, New York, Ohio, Texas und schließlich 2014, zurück im Süden, Georgia.

In dem Buch, das später zum Songbook wurde, wandeln sich Soths Fotografien von Hilfsmitteln der Kom- munikation hin zu Aufbewahrungsorten der Empfindung. Die Bilder wurden von Zellars informativem Text befreit und in eine Reihenfolge gebracht, die eine Verlangsamung sowie einen visuellen und emotionalen Rhythmus schafft, der auf über 144 Seiten beibehalten wird. Lyrikfetzen aus dem Great American Songbook– populäre Stücke von Musikern wie Cole Porter oder Irving Berlin – sind zwischen den Fotografien eingestreut. Diese assoziative Wirkweise beschwört zusammen mit dem kontrastreichen, an die Mitte des 20. Jahrhunderts angelehnten Schwarz-Weiß-Stil genau die Stimmung herauf, nach der Soth suchte: „nostalgisch, jedoch gleichzeitig mit einer beklommenen, einsamen Komponente“.

 

Alec 09_NYCfertig

Home Sweet Home aus der Serie "Songbook"

 

Songbook ist eine Chronik Amerikas im 21. Jahrhundert. Es erforscht die Conditio humana im digitalen Zeitalter: einer Ära, in der wir verbunden sind wie nie zuvor – und möglicherweise dennoch getrennter als je zuvor.

 

A POUND OF PICTURES (2022)

„A Pound of Pictures“, entstanden zwischen 2018 und 2021, umfasst Fotografien, die während einer Reihe von Roadtrips quer durch die USA aufgenommen wurden. Soth zeichnet darin Menschen und Orte mit subtilen Beziehun- gen auf. Einige Bilder der Serie beziehen sich auf die Fotografie selbst und untersuchen das Medium und seine limitierte Fähigkeit, das Flüchtige festzuhalten.

Der Titel der Serie ist inspiriert von einer Person, der Soth begegnete und die Fotos nach Gewicht verkaufte. Soth be- gann die Serie als Hommage an Abraham Lincoln und Walt Whitman, beschloss aber später, seinen Ansatz zu erweit- ern. Er benutzt seine Kamera als eine “Ausrede, sich herumzutreiben und etwas auszugraben”, folgt seiner Intuition und Wachsamkeit, kehrt zu Orten zurück, die er bei früheren Projekten besucht hat und erkundet neue Themen.

Soth erklärt, dass seine Fotografien jenseits ihrer Oberfläche hauptsächlich „den Prozess ihrer eigenen Herstellung behandeln. Sie versuchen, in die ekstatisch spezifische Welt einzutauchen und eine Verbindung zwischen dem Ephemeren (Licht und Zeit) und dem Physischen (Augenlinsen und Film) herzustellen. Die kumulierten Verbindungen schaffen bestenfalls Konstellationen möglicher Bedeutung“.

 

 

Zur Ausstellung erscheint die begleitende Publikation Alec Soth. Gathered Leaves. Annotated im MACK Verlag.
Preis 55 Euro

 

Versicherungskammer Kulturstiftung | Kunstfoyer | Maximilianstr. 53 | 80538 München

 

 

 

 

 

 

 

29.04.2022 - 04.09.2022
Als im Herbst 2021 die Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel endete, endete auch für Herlinde Koelbl ein weltweit einzigartiges Projekt. Drei Jahrzehnte hat die Künstlerin und Fotografin eine der mächtigsten Politikerinnen der Welt regelmäßig mit der Kamera portraitiert. Die erste Aufnahme entstand 1991: Damals war Merkel gerade Bundesministerin für Frauen und Jugend im Kabinett von Helmut Kohl geworden. Das letzte Porträt stammt von 2021: In diesem Jahr endete Merkels sechszehnjährige Amtszeit als Bundeskanzlerin. Jetzt zeigt das Deutsche Historische Museum die Ausstellung "Herlinde Koelbl. Angela Merkel Portraits 1991-2021".
...Klick zum Weiterlesen
Herlinde Koelbl. Angela Merkel Portraits 1991-2021
Als im Herbst 2021 die Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel endete, endete auch für Herlinde Koelbl ein weltweit einzigartiges Projekt. Drei Jahrzehnte hat die Künstlerin und Fotografin eine der mächtigsten Politikerinnen der Welt regelmäßig mit der Kamera portraitiert. Die erste Aufnahme entstand 1991: Damals war Merkel gerade Bundesministerin für Frauen und Jugend im Kabinett von Helmut Kohl geworden. Das letzte Porträt stammt von 2021: In diesem Jahr endete Merkels sechszehnjährige Amtszeit als Bundeskanzlerin. Jetzt zeigt das Deutsche Historische Museum die Ausstellung "Herlinde Koelbl. Angela Merkel Portraits 1991-2021".

Merkel Herlinde Koelbl Angela Merkel Poraets 2021_2web

Herlinde Koelbl: Angela Merkel
2021, Bild 2
© Herlinde Koelbl

 

 

In ungewöhnlich ruhigen und intimen Großaufnahmen hat Herlinde Koelbl das Bild einer Politikerin eingefangen, die zunehmend in den Medien präsent ist. Keine Machtsymbole verstellen den Blick oder lenken von der Portraitierten ab. Vorauszusehen war Merkels Aufstieg nicht. In der Bundesrepublik besetzten bis dahin nur Männer die Ämter des Kanzlers, Bundespräsidenten oder Außen- ministers. Auch vor 1949 waren sämtliche staatlichen Führungspositionen in männlicher Hand gewesen. In der deutschen Geschichte war sie die erste Regierungschefin.

 

Merkel 05_Ausstellungsansicht_Herlinde_Koelbl._Angela_Merkel_Portraits_1991_–_2021___Deutsches_Historisches_Museum__Mathias_Völzke

Ausstellungsansicht "Herlinde Koelbl. Angela Merkel Portraits 1991 – 2021"
© Deutsches Historisches Museum/Mathias Völzke

 

Mit der Ausstellung „Herlinde Koelbl. Angela Merkel Portraits 1991-2021” lädt das Deutsche Historische Museum vom 29. April bis zum 4. September 2022 dazuein, die Stationen von Merkels politischer Karriere bis zum Ende ihrer Zeit als erste deutsche Bundeskanzlerin fotografisch nachzuverfolgen. Von keinem anderen Politiker und keiner anderen Politikerin existiert eine ähnlich umfassende Langzeitserie, die einen vergleichbaren internationalen Aufstieg begleitet. Eshandelt sich daher um Nahaufnahmen einer physischen und psychischen Verwandlung und zugleich um das Protokoll einer ungewöhnlichen Begegnung.

 

Merkel 15_Ausstellungsansicht_Herlinde_Koelbl._Angela_Merkel_Portraits_1991_–_2021___Deutsches_Historisches_Museum__Mathias_Völzke

Ausstellungsansicht "Herlinde Koelbl. Angela Merkel Portraits 1991 – 2021"
© Deutsches Historisches Museum/Mathias Völzke

 

Raphael Gross, Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum: „Als historisches Museum interessiert uns an dieser erstaunlichen Langzeitserie ganz besonders, dass es keine vergleichbare weibliche Führungspersönlichkeit in derdeutschen Geschichte und Politik gegeben hat. Mit Angela Merkel treffen unsere Besucherinnen und Besucher auf eine deutsche Politikerin, deren Weg beispiellosist. Herlinde Koelbl ist es gelungen, dies in ihren Aufnahmen auf einzigartige Weise einzufangen.”

 

Merkel 01_Herlinde_Koelbl_-_Angela_Merkel__1991___c__Herlinde_Koelbl

Herlinde Koelbl: Angela Merkel
1991, Bild 1
© Herlinde Koelbl

 

 

Herlinde Koelbl, Fotokünstlerin und Kuratorin der Ausstellung: „Angela Merkels Kraft und ihre Eigenwilligkeit fielen mir auf, deshalb habe ich sie 1991 für meine fotografische Langzeitstudie ausgewählt. Ich habe sie immer nach einem klarenKonzept fotografiert: Kopf, sitzend, stehend. Es gab auch keine Anweisungen meinerseits, außer: Schauen Sie mich mit einem offenen Blick an. Diese Begegnungen waren immer etwas Besonderes. Auch bei großem Stress hat sie dieTermine immer gehalten. Vielleicht hat sie als Wissenschaftlerin dieDokumentation ihrer eigenen Veränderung auch als Experiment gesehen.”

Die rund 60 Portraitaufnahmen werden ergänzt um prägnante Zitate Merkels, Audiostationen und eine Videocollage mit Ausschnitten aus Interviews, die Herlinde Koelbl von 1991 bis 1998 mit Angela Merkel geführt hat. Die Antworten auf die jährliche Frage „Was haben Sie gelernt?” zeugen von Merkels Entwicklungsprozess im männlich dominierten Politikbetrieb der neunziger Jahre.

Die rund 60 Portraitaufnahmen werden ergänzt um prägnante Zitate Merkels, Audiostationen und eine Videocollage mit Ausschnitten aus Interviews, dieHerlinde Koelbl von 1991 bis 1998 mit Angela Merkel geführt hat. Die Antworten auf die jährliche Frage „Was haben Sie gelernt?” zeugen von Merkels Entwicklungsprozess im männlich dominierten Politikbetrieb der neunziger Jahre.

Bereits 1999 zeigte das DHM die Fotoausstellung „Spuren der Macht“, für die Herlinde Koelbl von 1991 bis 1998 fünfzehn Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Medien wiederholt portraitiert hatte. Mit Angela Merkel führte Koelbl die Zusammenarbeit fort. Das Ergebnis setzt sich zu einer dreißigjährigen Chronik der „Epoche Angela Merkel” zusammen.

Die Ausstellung bietet einen barrierefreien Zugang. Der gleichnamige Bildband „Herlinde Koelbl. Angela Merkel. Portraits 1991–2021” ist im Taschen Verlagerschienen.

Herlinde Koelbl ist eine der renommiertesten deutschen Fotokünstlerinnen. Ihr umfassendes Werk zeichnet sich vor allem durch fotografische Langzeitprojekte aus, oft ergänzt von tiefergehenden Gesprächen und Videoaufnahmen.

 

 

 

08.04.2022 - 30.06.2022
Fotoausstellung München . Die Werke von Hubertus von Hohenlohe sind bunt, man könnte fast sagen schrill, Mit der Ausstellung „Narcisistic Overload“ präsentiert Stefan Huber, Galerist der Leica Galerie München, beeindruckende Momentaufnahmen von Hubertus von Hohenlohe, die auf seinen zahlreichen Reisen entstanden sind. Sein Markenzeichen: Spiegelungen und Reflexionen. Neben dem Besuch der Ausstellung bietet sich die Möglichkeit nach Anmeldung zu einem exklusiven Portrait-Shooting mit Hubertus von Hohenlohe. Vom 8.4. bis 30.6.2022
...Klick zum Weiterlesen
Hubertus von Hohenlohe „Narcisistic Overload“
Fotoausstellung München . Die Werke von Hubertus von Hohenlohe sind bunt, man könnte fast sagen schrill, Mit der Ausstellung „Narcisistic Overload“ präsentiert Stefan Huber, Galerist der Leica Galerie München, beeindruckende Momentaufnahmen von Hubertus von Hohenlohe, die auf seinen zahlreichen Reisen entstanden sind. Sein Markenzeichen: Spiegelungen und Reflexionen. Neben dem Besuch der Ausstellung bietet sich die Möglichkeit nach Anmeldung zu einem exklusiven Portrait-Shooting mit Hubertus von Hohenlohe. Vom 8.4. bis 30.6.2022

Hubertus 10_Brigitte Accept My Flower_Narcisistic Overload © Hubertus von Hohenlohe

Brigitte Accept My Flower - Narcisistic Overload © Hubertus von Hohenlohe

 

Hubertus von Hohenlohe ist Fernsehmacher, Musiker, Cosmopolit und zugleich Fotograf und Street Artist. Prominente Gesichter und ornamentale Details bestimmen neben poppigen Farben den faszinierenden Bildaufbau, in dem eines nie fehlen darf: er selbst. Perfekt fügt sich Hubertus von Hohenlohe in seine Werke ein und wird Teil des Bildes. In manchen Aufnahmen geschieht dies sehr plakativ, in anderen lädt er Betrachter*innen förmlich ein, auf die Suche nach seiner Selbstinszenierung zu gehen. Mit seiner Leica Q nutzt er bei jeder Gelegenheit seine situative Spontanität, den Überraschungsmoment, um die Natürlichkeit seines Gegenübers einzufangen. Er verzichtet dabei auf jegliche Vorbereitungen, Assistent*innen oder einschüchternde Objektive und gibt seinem Gegenüber somit keine Zeit, sich zu verstellen oder in eine Rolle zu schlüpfen – er arbeitet intuitiv und schnell.

 

Hubertus 7_Prada Jungles_Narcisistic Overload © Hubertus von Hohenlohe

Prada Jungles - Narcisistic Overload © Hubertus von Hohenlohe

 

Hubertus 5_Lenny Kravitz_Narcisistic Overload © Hubertus von Hohenlohe

Lenny Kravitz - Narcisistic Overload © Hubertus von Hohenlohe

 

 

Für alle Interessierten, die gerne einmal vor der Kamera von Hubertus von Hohenlohe stehen möchten, hält die Leica Galerie München im Rahmen dieser Ausstellung ein ganz besonderes Angebot bereit: ein exklusives Portrait-Shooting mit Hubertus von Hohenlohe am 9. und 10. April 2022 sowie am 14. und 15 Mai 2022. Termine und Preise können über den Leica Store|Galerie München via E-Mail unter info@leicastore-muenchen.com oder telefonisch unter 089/260 100 00 vereinbart und angefragt werden.

 

Hubertus 1_Silence Please 2018_Narcisistic  Overload © Hubertus von Hohenlohe

Silence Please 2018 - Narcisistic Overload © Hubertus von Hohenlohe

 

 

Hubertus 3_Under Her Skirt_Narcisistic Overload © Hubertus von Hohenlohe

Under Her Skirt - Narcisistic Overload © Hubertus von Hohenlohe

 

Vom 8. April bis zum 30. Juni 2022 ist die Ausstellung „Narcisistic Overload“ in der Leica Galerie München zu sehen. Alle Exponate der Ausstellung sind limitiert und können käuflich erworben werden. Die Leica Galerie München ist Montag bis Samstag von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

 

 

 

08.04.2022 - 18.06.2022
Fotoausstellung Stuttgart . Unter dem Titel „Los Cubanos“ präsentiert die Leica Galerie Stuttgart vom 8. April bis zum 18. Juni 2022 beeindruckende Fotografien aus Kuba von dem deutschen Fotografen Volker Figueredo Vélez. Fotograf und Autodidakt Volker Figueredo Vélez eröffnet mit seinen Fotografien den Betrachtern eine ganz neue und zugleich sehr beeindruckende Sichtweise auf das Land und die Leute.
...Klick zum Weiterlesen
Los Cubanos
Fotoausstellung Stuttgart . Unter dem Titel „Los Cubanos“ präsentiert die Leica Galerie Stuttgart vom 8. April bis zum 18. Juni 2022 beeindruckende Fotografien aus Kuba von dem deutschen Fotografen Volker Figueredo Vélez. Fotograf und Autodidakt Volker Figueredo Vélez eröffnet mit seinen Fotografien den Betrachtern eine ganz neue und zugleich sehr beeindruckende Sichtweise auf das Land und die Leute.

LG 17 © Volker Figueredo Véliz_Los Cubanos

© Volker Figueredo Véliz - Los Cubanos 

 

Kuba, ein Land, das man sofort mit fröhlichen Menschen in farbenprächtigen Kleidern verbindet. Mit Autos aus den 50er Jahren, die auf den Straßen den Blick eines jeden Touristen auf sich ziehen, sowie einem losgelösten Ambiente in Buena-Vista-Bars kombiniert mit einer kubanischen Zigarre und dem legendären landesüblichen Rum. Ein Land, das, wenn man den Blick die Straßen und Häuser entlangschweifen lässt, den Eindruck vermittelt, als wäre die Zeit einfach stehen geblieben.

 

LG 12 © Volker Figueredo Véliz_Los Cubanos

© Volker Figueredo Véliz - Los Cubanos 

 

LG 6 © Volker Figueredo Véliz_Los Cubanos

© Volker Figueredo Véliz - Los Cubanos 

 

Entgegen dieser ersten Assoziation eröffnet der deutsche Fotograf und Autodidakt Volker Figueredo Véliz mit seinen Fotografien den Betrachtern eine ganz neue und zugleich sehr beeindruckende Sichtweise auf das Land und die Leute. Figueredo hat einen Großteil seines Lebens in Kuba verbracht. In Kuba hat er geheiratet und seine fotografische Inspiration gefunden. Mit seiner Leica dokumentiert er immer wieder, was typisch für Kuba ist und nur selten von Urlaubern gesehen wird und auch nicht gesehen werden kann. Er eröffnet den Besuchen der Leica Galerie Stuttgart einen Blick hinter die Kulissen, gibt ihnen Einblicke in das alltägliche Leben, die Sitten und Bräuche.

 

LG 1 © Volker Figueredo Véliz_Los Cubanos

© Volker Figueredo Véliz - Los Cubanos 

 

LG 20 © Volker Figueredo Véliz_Los Cubanos

© Volker Figueredo Véliz - Los Cubanos 

 

Figueredo ist ein ausgezeichneter Fotograf, der es versteht, mit seiner Kamera das Wesentliche eines Moments einzufangen – ungestellt, aber immer ästhetisch und technisch perfekt. Besonders beeindruckend sind seine Schwarzweiß-Fotografien, die man zunächst nicht so recht mit dem farbenfrohen Kuba in Verbindung bringen will. Aber genau diese Aufnahmen bleiben in Erinnerung. 2021 veröffentlichte er in Zusammenarbeit mit dem dpunkt.Verlag das Buch „Los Cubanos – Auf der Suche nach der Seele Kubas“, das neben seinen beeindruckenden Fotografien auch interessante Hintergrundinformationen rund um das Land und die Leute Kubas beinhaltet. Das Buch ist ebenfalls in der Leica Galerie Stuttgart erhältlich.

 

LG 13 © Volker Figueredo Véliz_Los Cubanos

© Volker Figueredo Véliz - Los Cubanos 

 

LG 3 © Volker Figueredo Véliz_Los Cubanos

© Volker Figueredo Véliz - Los Cubanos 

 

Volker Figueredo Véliz wurde 1953 als Volker Büffel geboren und arbeitete rund 40 Jahre bei einem großen Computerhersteller. Anschließend zog er nach Kuba, wo er mehrere Jahre lebte, seine fotografische Inspiration fand und seine jetzige Frau kennenlernte. Als Fotograf hat er sich mit seinen Bildstrecken zu Kuba weltweit einen Namen gemacht. Seine Serie „Cuba Inside“ wurde bereits in mehreren Galerien in Deutschland ausgestellt. Seit 2018 lebt er mit seiner Frau Somaida und Tochter Yoana in Deutschland, besucht Kuba aber wann immer es ihm möglich ist.

Leica Galerie Stuttgart, Calwer Straße 41, Stuttgart 

 

01.04.2022 - 17.07.2022
Fotoausstellung Wetzlar . Eine umfangreiche Retrospektive des deutschen Magnum-Fotografen Thomas Hoepker stellt das Ernst-Leitz-Museum vor. Rund 180 Motive aus dem reichen Lebenswerk und vielschichtigen Archiv präsentiert die große Ausstellung und zeigt sowohl viele Aufnahmen, die längst zu ikonischen Bildern geworden sind, ebenso wie nie gezeigt oder gänzlich neue Aufnahmen.
...Klick zum Weiterlesen
Thomas Hoepker - Bilderfabrikant
Fotoausstellung Wetzlar . Eine umfangreiche Retrospektive des deutschen Magnum-Fotografen Thomas Hoepker stellt das Ernst-Leitz-Museum vor. Rund 180 Motive aus dem reichen Lebenswerk und vielschichtigen Archiv präsentiert die große Ausstellung und zeigt sowohl viele Aufnahmen, die längst zu ikonischen Bildern geworden sind, ebenso wie nie gezeigt oder gänzlich neue Aufnahmen.

TH 2_1966. Ali jumping_copyright Thomas Hoepker und Magnum Photos

 Thomas Hoepker
1966. Ali jumping
© Thomas Hoepker / Magnum Photos

 

Aus der Fülle von Hoepkers reichem Lebenswerk und vielschichtigen Archiv zeigt die große Ausstellung rund 180 Motive, darunter zahlreiche Aufnahmen, die heute längst ikonischen Charakter besitzen, sowie auch viele nie gezeigte und gänzlich neue Arbeiten. Beginnend mit den 1950er Jahren werden die prägendsten Stationen seiner Karriere nachgezeichnet und die wichtigsten Motive des Fotografen in einer losen chronologischen Abfolge präsentiert. Weitere thematische Kapitel setzen besondere Schwerpunkte: 

 

Early Works (1954–1959)

TH 8_1958 at Crotone in Calabria_Southern Italy_Portrait of my first Leica and a friend I was traveling with_copyright Thomas Hoepker and Magnum Photos

 Thomas Hoepker
1958 at Crotone in Calabria, southern Italy. Portrait
of my first Leica and a friend I was traveling with
© Thomas Hoepker / Magnum Photos


Bereits im Alter von 14 Jahren fertigte Thomas Hoepker (*1936, München) erste Aufnahmen mit einer Glasplattenkamera. Frühe Auszeichnungen beim „Jugend photographiert“-Wettbewerb auf der photokina 1956 und 1958. Schon während seines 1956 begonnen Studiums der Kunstgeschichte und Archäologie unternahm Hoepker zahlreiche Reisen, auf denen sich bereits sein starkes Reportage-Interesse zeigt. Zu sehen ist eine Auswahl dieser frühen Aufnahmen, die zum Teil erstmals gezeigt werden.

 

TH 10_1958_Italy_copyright Thomas Hoepker and Magnum Photos

 Thomas Hoepker
1958. Italy
© Thomas Hoepker / Magnum Photos

 

Roadtrip 1963; Bildreporter bei „Kristall“ und „stern“

 

TH 6_1963_Nevada_copyright Thomas Hoepker and Magnum Photos

 Thomas Hoepker
1963. Nevada
© Thomas Hoepker / Magnum Photos

 


Ab 1960 beginnt Hoepkers Karriere als Bildreporter bei verschiedenen deutschen Magazinen. Ein Höhepunkt seiner Tätigkeit für das Hamburger Magazin „Kristall“ war 1963 ein dreimonatiger Roadtrip durch die USA, der im Magazin mit vier langen Bildstrecken vorgestellt wurde. Zusammen mit dem Textautor Rolf Winter erkundete Hoepker ein Land voller Widersprüche. So entstand ein vielseitiges, starkes visuelles Zeugnis US-amerikanischer Realität. 1964 wechselte Hoepker in die Redaktion des „stern“; hier entwickelte er sein Talent weiter, zahllose Aufträge führten den rastlosen Fotografen quer durch die Welt.

 

Champ: Reportage über Muhammad Ali, 1966

 

TH 1_HOT USA. Chicago 1966. MUHAMMAD ALI, boxing world heavy weight champion showing off his right fist_copyright Thomas Hoepker and Magnum Photos

 Thomas Hoepker
USA. Chicago 1966. MUHAMMAD ALI,
boxing world heavy weight champion showing off his right first
© Thomas Hoepker / Magnum Photos


Besondere Aufmerksamkeit erzielte er mit seiner „Champ“-Reportage über Muhammad Ali. Über Wochen begleiteten Hoepker und seine Frau, die Autorin Eva Windmöller, den Boxer und erhielten einen intimen Einblick in dessen Leben. Am bekanntesten wurden die Aufnahmen, die eine ausgestreckte Faust direkt vor der Leica des Fotografen zeigen; in der Ausstellung wird eine größere Motivauswahl präsentiert.

 

Bildreporter in der DDR 1976 - 1978


Durch die Möglichkeit, seine als Journalistin in Ost-Berlin akkreditierte Ehefrau zu begleiten, war Hoepker einer der wenigen Bildkorrespondenten, die den Alltag in der DDR über mehrere Jahre in eigener Anschauung erkunden konnten. Dieses Ausstellungskapitel zeigt eindrücklich, wie der Fotograf mit seinen sensiblen Bildern ein Stück Zeitgeschichte geschrieben hat.

 

 

Roadtrip 2020: USA revisited

 

TH 12_USA_2020_Town of Merkel in Texas_copyright Thomas Hoepker and Magnum Photos

 Thomas Hoepker
USA. 2020. Town of Merkel in Texas
© Thomas Hoepker / Magnum Photos

 


Die jüngsten Aufnahmen der Retrospektive entstanden 2020 während einer erneuten Reise des Fotografen durch die USA. Auf den Spuren seiner ersten Reise von 1963 durchquerte der mittlerweile vierundachtzigjährige Fotograf noch einmal das Land. Erstmals werden diese Farbaufnahmen in der Ausstellung zu den längst historischen Motiven in Beziehung gesetzt. Zeitgleich zur Retrospektive erscheint im Steidl Verlag der Bildband „The Way it was. Road Trip USA“, eine ebenso spannende wie kritischen Zeitreise durch das Land und durch die Zeit.

Thomas Hoepker – Bilderfabrikant. Aus sieben Jahrzehnten: Bilder, die bleiben

 

TH 13_Portrait Thomas Hoepker © Arne Wesenberg (1)

 Portrait Thomas Hoepker
© Arne Wesenberg

 


Die aktuelle Ausstellung belegt eindrücklich Hoepkers durchgängiges Interesse an gesellschaftlichen Themen und sein besonderes Einfühlungsvermögen für die von ihm porträtierten Menschen, ganz gleich ob prominent oder namenlos. Dieser humanistische Ansatz war für den Fotografen immer bestimmend; Authentizität und die fotografische Zeugnishaftigkeit sind die prägenden Konstanten seiner Arbeit. Gern bezeichnet er sich selbst immer ganz bescheiden als Auftragsfotograf, als „Bilderfabrikant“. Als einer, der sich für nichts Geringeres als für die Wirklichkeit interessiert, für die Wahrhaftigkeit des Augenblicks. Unaufgeregt, subtil und fern von Sensationslust wurden viele seiner Motive durch ihre präzise Bildgestaltung und dichte Bildaussagen sowie Hoepkers feinem visuellen Gespür zu Ikonen der „concerned photography“. Kein Schockbild lässt sich finden; eher sind es die stillen alltäglichen Dramen, die er in sensiblen und subtilen Fotografien eingefangen hat. Eine seiner bekanntesten Aufnahmen entstand am 11. September 2001 in New York. Sie wurde erst 2005 erstmals ausgestellt und hat seitdem immer wieder heftige Diskussionen ausgelöst. Der zufällige Moment, aber auch ihre Perfektion haben diese Fotografie zu einem ersten Symbolbild des 21. Jahrhunderts werden lassen. Es ist eines der unzähligen wichtigen Bilder, die Hoepker über die letzten sieben Dekaden aufgenommen hat. Bilder, die bleiben.

Die Ausstellung wird mit freundlicher Unterstützung von WhiteWall realisiert.  

 

 

31.03.2022 - 12.06.2022
Der Felix Schoeller Photo Award richtet sich an Profi-Fotograf:innen und fotografischen Nachwuchs und prämiert seit 2013 alle zwei Jahre Arbeiten, die Liebe zur Fotografie und höchste Ansprüche an die Qualität der Bilder erkennen lassen. Seit 2019 wird, in Kooperation mit der Friedensstadt Osnabrück, der Deutsche Friedenspreis für Fotografie im Rahmen des Felix Schoeller Photo Awards ausgeschrieben. Die aktuellen Gewinnerbilder werden vom 31. März - 12. Juni 2022 im Willy-Brandt-Haus zu sehen sein
...Klick zum Weiterlesen
Felix Schoeller Photo Award - die Gewinnerbilder
Der Felix Schoeller Photo Award richtet sich an Profi-Fotograf:innen und fotografischen Nachwuchs und prämiert seit 2013 alle zwei Jahre Arbeiten, die Liebe zur Fotografie und höchste Ansprüche an die Qualität der Bilder erkennen lassen. Seit 2019 wird, in Kooperation mit der Friedensstadt Osnabrück, der Deutsche Friedenspreis für Fotografie im Rahmen des Felix Schoeller Photo Awards ausgeschrieben. Die aktuellen Gewinnerbilder werden vom 31. März - 12. Juni 2022 im Willy-Brandt-Haus zu sehen sein

Im Oktober 2021 hat die Fachjury in den Kategorien „Deutscher Friedenspreis für Fotografie“ und „Beste Nachwuchsarbeit“ aus über 600 eingereichten Arbeiten aus insgesamt 95 Ländern die Gewinner:innen des aktuellen Felix Schoeller Photo Awards gekürt. Jetzt werden die Bilder im Berliner Willy-Brandt-Haus gezeigt.

 

WB Copyright Emeke Obanor, Nigeria, Heroes, Felix Schoeller Photo Award 2021 (3)_klein-web

Copyright Emeke Obanor, Nigeria, Heroes,
Felix Schoeller Photo Award 2021

 

Den “Deutscher Friedenspreis für Fotografie” hat der nigerianische Fotograf Emeke Obanor mit der Arbeit “Heroes” gewonnen. Der zeitgenössische Kunst- und Dokumentarfotograf fotografierte von der Terrororganisation Boko Haram entführte Mädchen, denen eine Rückkehr in die Freiheit gelungen ist. Obwohl die Mädchen während ihrer Gefangenschaft radikalisiert wurden, haben sie nicht den Glauben und den Mut verloren, für ihre Ausbildung und damit eine bessere Zukunft zu kämpfen.

 

WB © Shirin Abedi, May I Have This Dance, Felix Schoeller Photo Award 2021-web

© Shirin Abedi, May I Have This Dance, Felix Schoeller Photo Award 2021

 

Über den Titel “Beste Nachwuchsarbeit” darf sich die in Teheran geborene Shirin Abedi mit ihrer Arbeit “May I Have This Dance?” freuen. Ihre poetische Bildserie zeigt die iranische Ballettszene, die sich für die Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit einsetzt - in einem Land, wo laut iranischem Gesetz Unmoral und Unzucht die Folge von sinnlichem Tanz sind.  

Diese sowie viele weitere Arbeiten von Fotograf:innen aus verschiedensten Ländern sind im Rahmen der Ausstellung im Willy-Brandt-Haus zu sehen und bringen Einblicke und Momentaufnahmen aus der ganzen Welt nach Berlin. 

18.03.2022 - 07.08.2022
Fotoausstellung Berlin . Im Gropius Bau wird die Ausstellung Dancing with my Camera als erste umfassende Werkschau der international renommierten Künstlerin Dayanita Singh präsentiert. Dayanita Singh definiert als Künstlerin immer wieder neu, was Fotografie heute sein kann. Im Gropius Bau wird nun zum ersten Mal Dayanita Singh Schaffen in seiner Gesamtheit vorgestellt und nachgezeichnet, wie ihre Fotografien neue Formen verlangen – und kontinuierlich hervorbringen.
...Klick zum Weiterlesen
Dayanita Singh: Dancing with my Camera
Fotoausstellung Berlin . Im Gropius Bau wird die Ausstellung Dancing with my Camera als erste umfassende Werkschau der international renommierten Künstlerin Dayanita Singh präsentiert. Dayanita Singh definiert als Künstlerin immer wieder neu, was Fotografie heute sein kann. Im Gropius Bau wird nun zum ersten Mal Dayanita Singh Schaffen in seiner Gesamtheit vorgestellt und nachgezeichnet, wie ihre Fotografien neue Formen verlangen – und kontinuierlich hervorbringen.

gb22_p_singh_6

Dayanita Singh, Museum Bhavan, 2017, Installation vor dem Taj Mahal

 

Seit den 1980er Jahren hat Dayanita Singh eine wegweisende Praxis entwickelt, die sich Genres entzieht, die Grenzen des Mediums auslotet und unsere Wahrnehmung von Bildern erweitert. Singh befreit das Foto von der Wand und das Buch aus dem Bücherregal, um ganz eigene Darstellungsformen und Verbreitungswege zu schaffen. 

Für Dayanita Singh liegt die eigentliche künstlerische Arbeit nicht in der fotografischen Bildproduktion, sondern im Entwickeln von Darstellungsformen, in denen ihre Bilder wachsen können. Sie fordert uns dazu auf, uns neue, beweglichere und zugänglichere Arten von Ausstellungen und Museen vorzustellen. Ihr Werk bewegt sich fließend zwischen Genres, Formen und Räumen – von mobilen Museen über Buch-Objekte zu Büchern, die selbst zu Ausstellungen werden.

 

gb22_p_singh_3

Dayanita Singh, Let’s See, 2021

 

Dancing with my Camera vereint zentrale Arbeiten aus Singhs Œuvre: von I am as I am(1999) und Go Away Closer (2007) bis hin zu ihren jüngsten Projekten Let’s See (2021), Museum of Dance (Mother Loves to Dance) (2021), Museum of Tanpura (2021) und Mona Montages (2021). Im Gropius Bau wird außerdem zum ersten Mal ihre neueste Arbeit Painted Photos (2021–2022) zu sehen sein.

 

gb22_p_singh

Dayanita Singh, Museum of Chance, 2013

 

Für Dayanita Singh ist die Fotografie kein Selbstzweck, sondern das Rohmaterial ihrer Arbeit. Über einen Zeitraum von vierzig Jahren legte sie ein umfangreiches Bildarchiv an, aus dem nun die Ausstellung im Gropius Bau schöpft. Aktiviert werden ihre Bilder durch die einzigartigen Formen, welche die Künstlerin für sie entwirft. In Dancing with my Camera nimmt Singh uns mit auf eine Reise, auf der wir Freund*innen und Bekannten begegnen – Menschen, die Singh immer wieder in öffentlichen oder privaten Räumen porträtiert hat, in ihren Wohnungen und Häusern, in Archiven oder beim Tanzen in Aufenthaltsräumen und auf Friedhöfen.

 

gb22_p_singh_5

Dayanita Singh, Museum of Chance, 2013

 

„Nachdem ich mein Archiv mit Fotografien aus den letzten vier Jahrzehnten durchgesehen habe, wurde mir klar, dass es kaum von Bedeutung ist, was ich fotografiert habe und wie ich fotografiert habe. Von Bedeutung ist allein, dass ich fotografiert habe und dass ich unablässig fotografiert habe, oft dieselben Orte, Menschen, Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt. Das ist die eigentliche Arbeit.“— Dayanita Singh

Zu den zentralen Werken Dayanita Singhs gehören ihre „Museen“, Strukturen, die einen wichtigen Wendepunkt in ihrer künstlerischen Praxis markieren und die Grundlage für das Museum Bhavan (2013) bildeten: eine Gruppe aus neun „Museen“ auf Reisen. Jedes von ihnen enthält eine Sammlung aus älteren und neueren Fotografien Singhs in beweglichen Holzstrukturen, die Ausstellung und Lagerung vereinen. Diese Museen wurden geschaffen, um die darin gezeigten Bilder schnell austauschen zu können und den Raum, in dem sie aufgestellt werden, zu verwandeln. Singh bezeichnet das als „Foto-Architektur“.

 

gb22_p_singh_2

Dayanita Singh, Suitcase Museum, 2015

 

 

Das Museum of Chance (2013) umfasst 163 Fotografien in einer großen Holzstruktur und lässt sich als das „Muttermuseum“ der verschiedenen Museen begreifen. Auf der gegenüberliegenden Seite verwandeln sich die gleichen Fotografien in das Suitcase Museum (2015), das 44 Buch-Objekte des Museum of Chance umfasst. Im selben Raum nehmen diese Fotografien auch die Form eines der neun Bücher im Leporello-Format der Museum Bhavan-Box (2017) an. Auf diese Weise kreist Singhs Werk kontinuierlich zwischen den Formen, die sie erschafft. Das Museum of Shedding (2016) bildet wiederum einen häuslichen Raum, der so angelegt wurde, dass die Künstlerin selbst darin leben kann – mit einem Bett, einem Schreibtisch und einer Bank für Besucher*innen. Die Architecture Pillarsbestehen aus modularen Kuben, die in unzähligen Variationen neu angeordnet und zum einfacheren Transport flach zusammengelegt werden können.

Durch klassische Arbeiten wie File Museum (2012), File Room Bookcase (2014), Time Measures (2016) und Kochi Box (2016) wird Dayanita Singhs Faszination für persönliche und institutionelle Archive in der Ausstellung reflektiert. Eine zentrale Rolle für Singhs Schaffen spielt jedoch auch ihr eigenes, hauptsächlich aus analogen Kontaktbögen bestehendes Archiv, das die Künstlerin unaufhörlich neu sichtet. Auf diese Weise entwickelt sie neue Arbeiten wie etwa Let’s See (2021), deren vollkommen neue Form sich aus dem Kontaktbogen ableitet.

Menschliche Nähe, Tanz, Bewegung und Musik sowie Begegnungen mit Menschen, Objekten und Medien bilden die Leitmotive in Singhs fotografischen Streifzügen durch Kontinente und Geografien. Die eigens für die Ausstellung im Gropius Bau fertiggestellte Arbeit Museum of Dance (Mother Loves to Dance) (2021), eine fotografische Typologie von Tänzer*innen, beruht auf Singhs Faszination für Bewegung. Das Zusammenspiel der insgesamt 108 Fotografien suggeriert eine Art verwandtschaftlicher Beziehung zwischen den Figuren aus Singhs Arbeiten – von Mona, die auf den Straßen oder dem Friedhof tanzt, auf dem sie gegen Ende ihres Lebens wohnte und nun begraben ist, über Singhs Mutter, die auf Familienhochzeiten tanzt, bis zu einigen der bekanntesten klassischen indischen Tänzer*innen und Bollywood-Choreograf*innen.

„Dayanita Singhs neue Formen befreien die Fotografie nicht nur von Raum und Zeit, sondern auch von ihrer Gebundenheit an Wände. Ihre Strukturen – Museen, Säulen, Leitern, um nur einige zu nennen – aktivieren nicht nur ihre Bilder, sondern auch unsere Körper. Sie berührt unsere Sinne, indem sie unsere Bewegungen lenkt, während wir Bilder betrachten, die subtil sind, persönlich, vertraut und gleichzeitig fremd wirken. Singhs Werk fügt sich in das Programm des Gropius Bau ein, das Räume für Austausch und Gemeinschaftlichkeit schaffen möchte. Menschliche Nähe, Tanz, Bewegung und Musik sind für Dayanita Singhs Buch-Objekte, Foto-Architekturen und Museen von zentraler Bedeutung. Singh zeigt uns, wie wir durch die Bewegung von Körpern, Informationen und Bildern miteinander verbunden sind.“ — Stephanie Rosenthal, Direktorin des Gropius Bau und Ausstellungskuratorin

Dancing with my Camera legt einen besonderen Fokus auf Dayanita Singhs Buch-Objekte, die einen wesentlichen Bestandteil ihres Œuvres darstellen. Für Singh ist das veröffentlichte Buch keine Ergänzung der Ausstellung, sondern eine Ausstellung für sich – einem ständigen Prozess der Wandlung und Umgestaltung unterworfen und allen zugänglich, die es mit nach Hause nehmen möchten. Auf diese Weise lädt sie die Menschen ein, zu Hause selbst zu Kurator*innen ihres Werks zu werden. Singh begreift die Bildproduktion nur als einen sehr kleinen Teil der Fotografie und sieht die eigentliche Stärke des Mediums in seiner Verbreitungsfähigkeit. Aus diesem Grund bezeichnet sie sich oft als „Offset-Künstlerin“. Bislang hat Singh 13 Bücher veröffentlicht. Indem sie ihnen eine wichtigere Rolle als ihren Ausstellungsdrucken zuweist, verändert sie das Verständnis des Mediums Buch für die Fotografie. Auch die meisten ihrer Arbeiten konzipiert sie zuerst in Buchform; viele dieser ursprünglich im Steidl-Verlag erschienen Kunstwerke werden nun in der Ausstellung als Buch-Objekte gezeigt.

„Mein Medium ist die Fotografie. Ich drehe und wende sie, ich ringe mit ihr – bis die Form sich mir offenbart. Darin besteht meine Arbeit als Künstlerin: die Möglichkeiten freizulegen, die die Fotografie in sich trägt.“ — Dayanita Singh

Dancing with my Camera wird kuratiert von Stephanie Rosenthal, Direktorin des Gropius Bau.

Die Ausstellung wird außerdem im Museum Villa Stuck in München, im Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean – Mudam in Luxemburg sowie im Serralves Museum of Contemporary Art in Porto zu sehen sein.

 

Dayanita Singh wurde 1961 in Neu-Delhi, Indien, geboren. Sie studierte Visuelle Kommunikation am National Institute of Design in Ahmedabad sowie Fotojournalismus und Dokumentarfotografie am International Center of Photography in New York. Singh lebt und arbeitet in Neu-Delhi.

Gropius Bau, Niederkirchner Straße 7, Berlin

 

 

 

 

16.03.2022 - 04.09.2022
Ausstellung Wien . Die Albertina Modern widmet sich in einer umfangreichen Retrospektive dem Werk eines der bedeutendsten Künstler unserer Zeit: Ai Weiwei. In Search of Humanity befasst sich eingehend mit dem Aspekt der Menschlichkeit und der künstlerischen Stellungnahme in Ai Wieweit Schaffen. Bis 4.9.2022
...Klick zum Weiterlesen
Ai Weiwei - In Search of Humanity
Ausstellung Wien . Die Albertina Modern widmet sich in einer umfangreichen Retrospektive dem Werk eines der bedeutendsten Künstler unserer Zeit: Ai Weiwei. In Search of Humanity befasst sich eingehend mit dem Aspekt der Menschlichkeit und der künstlerischen Stellungnahme in Ai Wieweit Schaffen. Bis 4.9.2022

ai_weiwei_dropping_a_han_dynasty_urn-_1995_privatsammlung_foto_albertina_wien_lisa_rastl_reiner_riedler_c_2022_ai_weiwei

Ai Weiwei: dropping a han dynasty urn, 1995
Privatsammlung
Foto Albertina Wien Lisa Rastl Reiner Riedler
c 2022 Ai Weiwei

 

Schon die frühesten Werke von Ai Weiwei sind von der Auseinandersetzung mit seinem Heimatland China geprägt, wo er als Kind durch die Verbannung seines Vaters, des großen Dichters Ai Qing, die Auswirkungen der Kulturrevolution miterlebte. Als junger Mann im New Yorker East Village der 1980er-Jahre wurde er Zeuge und Dokumentarist der dortigen Protestbewegung.

 

ai_weiwei_fuck_2000_privatsammlung_foto_albertina_wien_lisa_rastl_und_reiner_riedler_c_2022_ai_weiwei

Ai Weiwei: Fuck, 2000
Privatsammlung
Foto Albertina Wien Lisa Rastl Reiner Riedler
c 2022 Ai Weiwei

 

ai_weiwei_study_of_perspective_eiffel_tower-_1999_albertina-_sammlung_essl_foto_mischa_nawrata_c_2022aiweiwei

Ai Weiwei: Study of Perspective Eiffel Tower, 1999
Albertina Sammlung Essl Foto Mischa Nawrata
c 2022 Ai Weiwei

 

Zurück in Peking waren es die unmittelbaren Nachwehen des Massakers am Platz des Himmlischen Friedens, auf die er künstlerisch reagierte. Sein ausgestreckter Mittelfinger, den er bekannten Bauwerken als Repräsentationsobjekten der Macht entgegenhielt und damit Missstände anprangerte, wurde schließlich zu seinem Markenzeichen. Immer wieder sind es Machtstrukturen und die Mechanismen der Herrschaftsausübung, die der Künstler thematisiert, sei es die Zerstörung von Kulturgütern als Ausdruck der eigenen Überlegenheit oder die Ausübung von Manipulation, Zensur und Überwachung von staatlicher Seite. Unablässig schaut er stets dort genauer hin, wo er Meinungsfreiheit und Menschenrechte in Gefahr sieht – bei Einschüchterungsmethoden der chinesischen Regierung, der Bedrohung von Journalisten sowie politischen Aktivisten über die Proteste in Hongkong und die massiven Restriktionen in Wuhan beim Ausbruch der Corona-Pandemie bis hin zur eigenen Inhaftierung im Jahr 2011.

 

aiweiwei_s_a_c_r_e_d__i_supper_2013_courtesy_lisson_gallery_foto_courtesy_ai_weiwei_studio_and_lisson_gallery_c_2022_aiweiwe

Ai Weiwei: sacredi supper, 2013
courtesy Lisson Gallery Foto Courtesy Ai Weiwei Studio and_Lisson Gallery
c 2022 Ai Weiwei

 

ai_weiwei_handcuffs_2012_privatsammlung_foto_albertina_lisa_rastl_reiner_riedler_c_2022_aiweiwei

Ai Weiwei: handcuffs, 2012
Privatsammlung Foto Albertina Lisa Rastl Reiner Riedler
c 2022 Ai Weiwei

 

 

ai_weiwei_odyssey_2017_courtesy_of_the_artist_foto_courtesy_ai_weiwei_studio_c_2022_ai_weiwei

Ai Weiwei: Odyssey, 2017
courtesy of the artist Foto Courtesy Ai Weiwei Studio 
c 2022 Ai Weiwei

 

Die aktuelle Situation Flüchtender auf der ganzen Welt betrachtet Ai als die vielleicht größte globale humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, als enorme Herausforderung für uns als solidarische Gesellschaft – und sieht bei jedem und jeder einzelnen von uns die Verantwortung, zu handeln. Mit Ai Weiweis kulturellen Readymades, seinen Wandarbeiten, Skulpturen, Installationen, Fotografien und zahlreichen Filmen bietet die Ausstellung einen beeindruckenden Überblick über die mehr als vier Jahrzehnte währende Karriere des Künstlers und beinhaltet Schlüsselwerke aus allen Schaffensphasen.

 

Albertina Modern, Karlsplatz 5, Wien

 

ai_weiwei_marble_sofa_2011_privatsammlung_foto_albertina_lisa_rastl_reiner_riedler_c_2022_aiweiwei

Ai Weiwei, marble sofa 2011
Privatsammlung Foto Albertina Lisa Rastl Reiner Riedler
c 2022 Ai Weiwei

 

 

Zu der Ausstellung ist ein Katalogbuch erschienen:

Ai Wei Wei
Herausgeber: Dieter Buchhart, Elsy Lahner, Klaus Albrecht Schröder
Erscheinungsjahr: 2022
Sprache: Deutsch
Seiten: 336
Maße: 30 x 24 cm, Hardcover
Gewicht: 2,5 kg
ISBN: 9783777439648

13.03.2022 - 05.06.2022
Fotoausstellung Aachen . Gleich zwei bemerkenswerte Ausstellungen mit Bildern interessanter Fotografinnen stellt das Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen vor. Über die Lee Miller Ausstellung haben wir schon berichtet, die Ausstellung "Yva. Frieda Riess Fotografien 1919-1937" widmet sich zwei weiteren großartigen – leider in Vergessenheit geratenen - Fotografinnen und Vertreterinnen dieser Zeit: Yva und Frieda Riess.
...Klick zum Weiterlesen
Yva. Frieda Riess Fotografien 1919-1937
Fotoausstellung Aachen . Gleich zwei bemerkenswerte Ausstellungen mit Bildern interessanter Fotografinnen stellt das Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen vor. Über die Lee Miller Ausstellung haben wir schon berichtet, die Ausstellung "Yva. Frieda Riess Fotografien 1919-1937" widmet sich zwei weiteren großartigen – leider in Vergessenheit geratenen - Fotografinnen und Vertreterinnen dieser Zeit: Yva und Frieda Riess.

Frieda Riess_ Selbstbildnis_mit_Papagei_1922_ c Ullsteinbild klein

Frieda Riess  Selbstbildnis mit Papagei 1922 copyright Ullsteinbild 

 

Berlin war in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts bis zur Machtergreifung durch die Nazis nicht nur die Hauptstadt der Kunst-Avantgarde, sondern auch der Fotografiekunst. „Die Riess“, wie sie von den Zeitgenossen genannt wurde, gehört zu den größten Fotografinnen der Weimarer Republik. Ihr Foto-Atelier war in den zwanziger Jahren Berlins eine Institution. Dort gingen Künstler, Literaten, Schauspieler, Sportler und Politiker ein und aus, um sich porträtieren zu lassen. „Tuschend mit Hilfe des Lichts“, so beschreibt der Schriftsteller Gottfried Benn die besondere Arbeitsweise der Fotografin, die sich bei ihrer Arbeit von dem Ausdruckswillen des Expressionismus beeinflussen ließ.

 

Frieda Riess_Emil_Jannings_in_Alles_für_Geld_1923 klein

Frieda Riess: Emil Jannings in Alles für Geld, 1923 

 

 

Frieda Riess_Maria_Leeser_1921 klein

Frieda Riess: Maria Leeser, 1921 

 

Die stark an der expressionistischen Malerei orientierten Porträts von Frieda Riess wurden 1925 in der berühmten Berliner Galerie Alfred Flechtheim zum ersten Mal ausgestellt. Ebenfalls 1925 eröffnete Yva (Else Neuländer-Simon) ihr erstes Atelier, in dem später Helmut Newton bis 1938 eine Lehre absolvierte. „Dass ich bei Yva lernen durfte, war der Olymp für mich“, so Newton.

 

Yva _ Lil_Dagover_Schauspielerin_Berlin_1930 klein

Yva: Lil Dagover Schauspielerin Berlin, 1930 

 

Yva _ ohne_Titel_um_1932 klein

Yva  ohne Titel um 1932 

 

Yva_Beine_1927-28 klein

Yva Beine 1927-28 

 

Im Rahmen der Ausstellung sind zahlreiche, für diese Zeit spektakuläre Modeaufnahmen von Yva zu sehen, darunter die legendären Inszenierungen von Damenbeinen in Seidenstrümpfen. In ihrer Werbefotografie setzte sie die Mehrfachbeleuchtung ein, eine für die surreale Fotografie typische Technik, die sie meisterhaft beherrschte. Mit ihren technisch aufwendig und perfekt inszenierten Werbe- und Modeaufnahmen avancierte Yva zur Spezialistin der Modefotografie.

 

Yva_ohne_Titel_(Creme Mouson)_um_1937_klein

Yva ohne Titel (Creme Mouson) um 1937

 

Die Ausstellung umfasst rund 130 Schwarz-Weiß-Aufnahmen, darunter beeindruckende Porträts und spektakuläre Modeaufnahmen dieser Zeit.

 

Die kuratorische Arbeit für diese Ausstellung – die im Fotografie-Forum der Öffentlichkeit zum ersten Mal präsentiert wird – begann bereits 2018. Hierbei wurde Dr. Nina Mika-Helfmeier von Marion Beckers und Elisabeth Moortgat (beide Mitbegründerinnen des Verborgenen Museums in Berlin) und dem Ullstein-Verlag großartig unterstützt.

 

Fotografie-Forum der StädteRegion Aachen, Austraße 9, Monschau

 

 

26.02.2022 - 29.05.2022
Die norwegisch-nigerianische Künstlerin und Soziologin Frida Orupabo (*1986) kreiert aus online zirkulierendem Bildmaterial analoge und digitale Schwarz-Weiss-Collagen und Videoarbeiten. Ironisch bricht Frida Orupabo mit der Rolle des Superhelden, die in der Regel Männern vorbehalten bleibt. Dabei schert sich die Batwoman reichlich wenig um Männerfantasien. Statt sich in einen hautengen Body zu zwängen, flattert sie befreit von sexistischen Erwartungen mit ihrem Fledermauskörper davon. Vorgestellt werden die Werke bis 29.5.2022 im Fotomuseum Winterthur.
...Klick zum Weiterlesen
Frida Orupabo – I have seen a million pictures of my face and still I have no idea
Die norwegisch-nigerianische Künstlerin und Soziologin Frida Orupabo (*1986) kreiert aus online zirkulierendem Bildmaterial analoge und digitale Schwarz-Weiss-Collagen und Videoarbeiten. Ironisch bricht Frida Orupabo mit der Rolle des Superhelden, die in der Regel Männern vorbehalten bleibt. Dabei schert sich die Batwoman reichlich wenig um Männerfantasien. Statt sich in einen hautengen Body zu zwängen, flattert sie befreit von sexistischen Erwartungen mit ihrem Fledermauskörper davon. Vorgestellt werden die Werke bis 29.5.2022 im Fotomuseum Winterthur.

orupabo_05

Frida Orupabo, Batwoman, 2021 © Frida Orupabo und Galerie Nordenhake
Berlin | Stockholm | Mexiko-Stadt

 

Aus historischen Fotografien der Kolonialzeit sowie Bildern der Gegenwart, aus Ethnografie, Medizin und Wissenschaft sowie der Kunst und Popkultur seziert Frida Orupabo Darstellungen des Schwarzen, meist weiblichen Körpers, um Themen wie koloniale Gewalt, Rassismus, Sexualität, Identität und Zugehörigkeit zu verhandeln. Im Neu-Arrangieren und Zusammenfügen zergliederter Bildfragmente entstehen widerständige Figuren der vom Kolonialismus geprägten Gegenwart, die uns zum Blickaustausch herausfordern.

 

orupabo_02

 

Frida Orupabo, Girl on Horse, 2021 © Frida Orupabo und Galerie Nordenhake
Berlin | Stockholm | Mexiko-Stadt

 

Orupabos Auseinandersetzung mit persönlicher und kultureller Zugehörigkeit bildet die Ausgangslage ihrer feingliedrigen, skulptural wirkenden Collagen und Videoinstallation. Schicht für Schicht setzt die Künstlerin zerschnittene Abbildungen Schwarzer Körper neu zusammen, um sich selbst in die Geschichte(n) einzuschreiben, die keinen Platz für sie vorgesehen haben, oder aber um die Bilder, in die sie hineingezwängt wird, so zu verdrehen, dass sie sich darin wiedererkennt. Prozesse der Objektivierung, Fixierung und Fremdbestimmung werden somit dekonstruiert, wodurch auf unbehagliche und verstörende Weise spürbar wird, wie die Fotografie massgeblich an der Bildung und Fortschreibung von kolonialen Machtverhältnissen und Gewalt beteiligt ist.

«Ich interessiere mich dafür, was wir sehen und wie wir sehen. Meine Beschäftigung mit Bildern aus dem kolonialen Archiv und der Collage als Medium untersucht deren Vermögen, Dinge aufzubrechen, zu zerlegen und inneue Zusammenhänge zu stellen,» so Frida Orupabo

 

orupabo_08

Frida Orupabo, Omega, 2021 © Frida Orupabo und
Galerie Nordenhake Berlin | Stockholm | Mexiko-Stadt.
Installationsfoto Kunsthall Trondheim: Susann Jamtøy

 

 

Die Social-Media-Plattform Instagram, an die sich eine in der Ausstellung gezeigte Videoinstallation in ihrer neunteiligen Anordnung anlehnt, begann Orupabo vor ungefähr zehn Jahren als Ordnungssystem, Ausdrucksform und als persönliches Archiv zu nutzen. Gleichzeitig wagte sie sich über Instagram auch erstmals mit ihrer Arbeit an eine Öffentlichkeit. Orupabo arrangiert und verdichtet im Netz gesammelte Foto-, Video- und Textschnipsel aus unterschiedlichsten Quellen zu vielschichtigen Erzählungen, wobei sie die Darstellung Schwarzen Lebens aus eindimensionalen Repräsentationen herauslöst und ihm die Komplexität, Ambivalenz und Widersprüchlichkeit einer jeden menschlichen Existenz zugesteht.

 

orupabo_07

Frida Orupabo, Seated With Two Hands und Girl With Necklace, 2021
© Frida Orupabo und Galerie Nordenhake Berlin | Stockholm | Mexiko-Stadt.
Installationsfoto Kunsthall Trondheim: Susann Jamtøy

 

«Ich möchte Subjekte hervorbringen, die auf die Vergangenheit blicken unddiese hinterfragen, anstatt blosse Objekte zu sein, ein fernes Anderes, das beschrieben und in eine Schublade gesteckt werden kann,» Frida Orupabo Subtil widerständige oder emanzipatorische Momente durchziehen Orupabos Collagen: der direkte Blick oder die geballte Faust; Figuren, die fliegen oder in einem anmutigen Schwebezustand verharren. Sie strahlen Stolz und Würde aus und versuchen, jene eingrenzenden Bild- und Vorstellungskategorien zu transformieren, die sie zugleich vorführen oder zumindest andeuten.

Die Collage Batwoman bringt diese Dynamik beispielhaft zum Ausdruck, indem sie dem rassistischen Blick, der auf Schwarze Menschen herabschaut, als wären sie Tiere, mit einer Mischung aus unerschütterlicher Stärke und graziöser Leichtigkeit die Stirn bietet. Das Logo einer Bildagentur – als Wasserzeichen auf der Fotografie sichtbar – hat Orupabo nicht entfernt oder retouchiert, sondern sich ebenfalls angeeignet. Selbst wenn Bilder aus kolonialen Archiven frei im Netz zirkulieren, besitzen vornehmlich weisse Institutionen die Rechte – wodurch sie sich nicht nur an den Bildern bereichern, sondern auch über den Kontext mitentscheiden, in dem diese erscheinen dürfen.

Die im Fotomuseum Winterthur präsentierten Collagen sind auch Ausdruck einer ästhetischen Suchbewegung Orupabos, die sich dem voyeuristischen, sexualisierenden wie sexistischen Blick zu entziehen versucht, indem das Geschlecht der collagierten Körper zunehmend undefinierbar wird. Schliesslich weitet Orupabo ihre Bildsprache auch über Motive aus Renaissance-Gemälden und Verweise auf die figurative Malerei aus.

 

In Orupabos Collagen treten die Bruchstellen sichtbar hervor wie Narben. Sie markieren die gewaltsame, räumlich wie zeitlich dissoziierte koloniale Erfahrung, die sich in den Lebensrealitäten, Erfahrungswelten und Bildern unserer Gegenwart fortschreibt. Indem sich Orupabo das koloniale Bildgedächtnis aneignet, es auseinanderreisst, neu zusammenfügt und daraus (eine) potenziell andere Geschichte(n) formuliert, sind diese Narben Ausdruck eines Verarbeitungsprozesses. Sie implizieren vielleicht aber auch die Möglichkeit einer Heilung – wenn wir uns auf die Blickbegegnung einlassen, uns ihren Irritationsmomenten und Ambivalenzen stellen und uns ihrer komplexen Wirkungsweise bewusst werden.

Das Fotomuseum Winterthur präsentiert die erste Einzelausstellung von Frida Orupabo in der Schweiz. Begleitend zur Ausstellung entwickelt Legion Seven eine Sound-Performance, die mit den Arbeiten Orupabos in einen Dialog tritt und das Spannungsfeld von Identität, Zugehörigkeit und Repräsentation erkundet. Legion Seven bricht mit normativen Zwängen:

Die Trümmer der Kult-Starrheit, in die Seven hineingeboren wurde, werden in Traum- Mythologien, Science-Fiction und Chaos-Logiken zerstreut. Dabei entstehen Projekte, die so vielfältig sind wie die Vorstellungskraft. Als Kooperation mit dem Museum Rietberg und der dortigen Ausstellung «The Future is Blinking» (18.03.–03.07.2022) angelegt, arbeitet sich die neu entwickelte Performance auch am Spannungsfeld ab, das sich zwischen beiden Ausstellungen in Bezug auf Fragen zu fotografischer Repräsentation und Selbstbestimmung eröffnet. Frida Orupabo (*1986) lebt und arbeitet in Oslo, Norwegen. Nach ihrem Studium der Soziologie arbeitete sie als Sozialarbeiterin mit Sexarbeiterinnen und Opfern von Zwangsprostitution. Seit 2013 macht Orupabo ihre Arbeiten auf Instagram unter dem Namen @nemiepeba öffentlich und seit 2017 stellt sie als Künstlerin aus. Ihre Arbeiten waren international in Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, u.a. an der Biennale von São Paulo (2021), in der Kunsthall Trondheim (2021), im Museum Ludwig, Köln (2020), der Biennale di Venezia (2019), der Julia Stoschek Collection, Berlin (2018) oder der Galerie Nordenhake, Stockholm (2018).

 

 

 

18.02.2022 - 30.05.2022
Ausstellung Berlin . Fotografie, Malerei und Mode von 1900 bis heute bietet die Ausstellung "Modebilder - Kunstkleider" in der Berlinischen Galerie Museum für Moderne Kunst. Auf dieser breiten Basis und mit Leihgaben ausgewählter Kleidungsstücke beleuchten rund 270 Exponate das Verhältnis von Kunst und Mode.
...Klick zum Weiterlesen
Modebilder - Kunstkleider
Ausstellung Berlin . Fotografie, Malerei und Mode von 1900 bis heute bietet die Ausstellung "Modebilder - Kunstkleider" in der Berlinischen Galerie Museum für Moderne Kunst. Auf dieser breiten Basis und mit Leihgaben ausgewählter Kleidungsstücke beleuchten rund 270 Exponate das Verhältnis von Kunst und Mode.

Mode_F-1.C.-Gundlach_Berliner-Mode_-fotografiert-auf-dem-Dach-des-RCA-Building_1958_Berlinische-Galerie_a66cfc301b

F. C.-Gundlach: Berliner-Mode fotografiert auf dem Dach
des RCA-Building 1958 Berlinische-Galerie

 

Mode und Kunst sind Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen und individueller Bedürfnisse. In der Sammlung der Berlinischen Galerie ist das Thema überraschend und vielfältig präsent. Neben einer großen Zahl von Modefotografien quer durch das 20. Jahrhundert sprechen ebenso viele Gemälde und Zeichnungen von der Rolle der Mode als Ausdrucks- und Repräsentationsmittel einer Zeit: vom Reformkleid um 1900 über die Dada-Dandies der 1920er Jahre bis zu avantgardistischen Kleidungsentwürfen in der zeitgenössischen Kunst. 

 

Mode in und aus Bildern

1903 veröffentlichte Anna Muthesius, Protagonistin der Reformbewegung in Deutschland, ihre Schrift »Das Eigenkleid der Frau«. Sie lehnte das einschnürende Korsett der Frauenkleidung ab und plädierte für eine Mode, die der natürlichen Form des Körpers folgt. Auch mit ihrer eigenen Kleidung verstand sich Muthesius als Botschafterin. Auf zahlreichen Fotografien präsentierte sie sich etwa mit einem selbstentworfenen weiten Taftkleid. Es wurde 1984 nachgeschneidert und gelangte in die Sammlung der Berlinischen Galerie.

Besonders in den 1920er Jahren gehörten Mode-Illustrationen für den schnell wachsenden Markt der Zeitschriften zu wichtigen Ausdrucks- und zugleich Einkommensmöglichkeiten von Künstlerinnen. So machte sich Jeanne Mammen in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre einen Namen mit ihren aquarellierten Gesellschaftsszenen, die zeigten, wie sich Frauen auf der Straße, im Café, auf dem Maskenball modisch präsentierten. Lieselotte Friedlaender wurde als Redakteurin des vom Mosse-Verlag herausgegebenen»Moden-Spiegels« zur einer der einflussreichsten Modezeichnerinnen ihrer Zeit. Aus Friedlaenders im Stadtmuseum Berlin beheimatetem zeichnerischem Nachlass werden wichtige Beispiele ihrer Arbeit gezeigt, die der Berliner Leserschaft Kreationen aus Pariser und Berliner Modehäusern vorstellten.

 

Mode_Jacob-Hilsdorf_Anna-Muthesius_1911_Berlinische-Galerie_7c3e1f052b

Jacob-Hilsdorf: Anna-Muthesius 1911 Berlinische-Galerie

 

 

Mode_Herbert-Tobias_...und-neues-Leben-protzt-aus-den-Ruinen...Berlin-1958_1954_Berlinische-Galerie_14f62cede9 Kopie

Herbert-Tobias: ...und neues Leben protzt aus den Ruinen...
Berlin 1958_1954 Berlinische-Galerie

 

Die perfekte Kombination aus Bild und Kleid gelang bei einer berühmten Modeaufnahme von Herbert Tobias aus dem Jahr 1954: Umgeben von Kriegstrümmern präsentiert das Model Irmgard Kunde eine prächtige Abendrobe des deut- schen Modedesigners Heinz Oestergaard. Ebenjenes Kleid hat sich in der Sammlung des Berliner Stadtmuseums erhalten. Es wurde für unsere Ausstellung  aufwendig restauriert und wird nun gemeinsam mit dem Foto »...und neues Leben protzt aus den Ruinen...« ausgestellt.

In den 1980er Jahren waren marode Gebäude für die künstlerische Bohème des Prenzlauer Bergs nicht allein Kulisse für ihre selbstentworfene Mode, sondern auch freiheitliche Lebensorte, fotografiert unter anderem von Sibylle Bergemann. Hier ist es ein Anliegen der Ausstellung, die in den Fotografien der in Ost-Berliner Hinterhöfen inszenier- ten Kleidungsstücke zu präsentieren. Die ungewöhnlichen Materialien dieser Modelle versprühen nun den Besucher*innen vis-à-vis ihren spröden Charme: Angelika Krokers märchenhafter »Allerleirauh-Mantel« (1988) aus Leder und ihr »Vogelkostüm« (1989–93) haben gemeinsam mit den Aufnahmen von Sibylle Bergemann ihren Auftritt.

 

 

Künstler*innen tragen Mode

 

Mode_August-Sander_Ohne-Titel-_Raoul-Hausmann-als-Taenzer__1929_Berlinische-Galerie_1284d85ec1

 

 

Kleidung von Künstler*innen beschränkte sich in der Moderne nicht auf den Malkittel. In Berlin posierte der Dadaist Raoul Hausmann 1929 vor der Kamera von August Sander in seiner selbstentworfenen »Oxfordhose«. Hannah Höch, die zwischen1916 und 1926 als Entwurfszeichnerin für die Handarbeitsredaktion des Ullstein-Verlags arbeitete, schuf Stickmuster, die sie auch als Motivquellen für ihre Collagen nutzte. Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt dieser Höch’schen Arbeiten. Die Künstlerin trug die Mode der Neuen Frau: So offenbart es ein Gesellschaftskleid von 1925, das aus der Textilsammlung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg ausgeliehen werden kann.

Im Berlin der 1980er Jahre sind es Künstler*innen wie Elvira Bach oder Claudia Skoda, die Kunst und Selbstinszenierung via Kleidung verbinden. Der queere Fotograf Rolf von Bergmann wurde zum wichtigen Chronisten der Berliner Szene und hat der Berlinischen Galerie zahlreiche Kleidungsstücke aus eigenen Auftritten hinterlassen, die erstmals museal inszeniert werden.

 

Mode in der zeitgenössischen Kunst

Künstlerinnen wie Wiebke Siem, Ursula Sax oder Alexandra Hopf verwenden Motive der Mode, indem sie Kleidung als skulpturales oder performatives Material einsetzen.

Alexandra Hopf interpretiert in ihren textilen Objekten und Installationen historische Quellen, etwa die konstruktivistische Einheitskleidung, die nach der Russischen Revolution von Künstler*innen wie Warwara Stepanowa, Wladimir Tatlin und Alexander Rodtschenko entworfen wurde. Schnitte, Stoffe und geometrische Formen übernimmt und inszeniert Hopf als Produkte einer fiktiven »Maison Tatline«, beispielsweise ein Mantelmodell in verschiedenen Größen übereinander drapiert. Wir haben die Künstlerin gebeten, für die Ausstellung Raoul Hausmanns »Oxfordhose« als textiles Objekt zu realisieren. Daraus entstand eine Studie zu diesem Kleidungsstück, seiner Entstehung und seinem Gebrauch. Alexandra Hopf entwicklete daraus eine Installation, die das Kleidungsstück mittels Farbe, Bewegung, Licht und Klang neu inszeniert. 

Über den Zusammenhang von Mode und Moderne gibt es vielfältige Forschungen, auch in der Kunst. Hannah Höch genügte für dieses weite Feld ein Piktogramm, bestehend aus drei kleinen Zeichnungen: „Expressionismus + Architektur + Einstein Relativitätstheorie + Radio = Mode“. Heute, hundert Jahre später, ließe sich vielleicht eine andere Formel nden.

 

 

Künstler*innen (Auswahl):
Karl Arnold, Martin Assig, Elvira Bach, Patrizia Bach, Sibylle Bergemann, Rolf von Bergmann, Benno Berneis, BLESS, Erwin Blumenfeld, Tabea Blumenschein, Marc Brandenburg, Hans Peter Feldmann, Lieselotte Friedlaender, Ulrike Grossarth, George Grosz, F. C. Gundlach, Gerd Hartung, Bertram Hasenauer, Raoul Hausmann, Hannah Höch,
K.H. Hödicke, Alexandra Hopf, Astrid Köppe, Käthe Kruse, Juliane Laitzsch, Alyssa DeLuccia, Ute Mahler, Jeanne Mammen, Anna Muthesius, Helmuth Newton, Ulrike Ottinger, Lilla von Puttkamer, Rafael Rheinsberg, Frieda Riess, Uta Sax, Rudolf Schlichter, Wiebke Siem, Franz Skarbina, Claudia Skoda, Eugen Spiro, Herbert Tobias, Wols, Yva

 

 

 

13.02.2022 - 22.05.2022
Fotoausstellung Aachen . Die Ausstellung „En Route to Cologne“ im Fotografie Forum der StädteRegion Aachen widmet sich insbesondere den fotografischen Arbeiten, die die amerikanische Fotografin Lee Miller im Rahmen ihrer Tätigkeit als Kriegsfotografin für das Magazin Vogue in der Aachener Region aufnahm. In zahlreichen Bildern dokumentierte sie von 1944 bis 1945 entscheidende Momente des Kriegsgeschehens in Europa, wie die Befreiung von St.-Malo oder Paris durch die Alliierten. Bis 22.5.2022
...Klick zum Weiterlesen
En Route to Cologne - Fotografien von Lee Miller (1942–1945)
Fotoausstellung Aachen . Die Ausstellung „En Route to Cologne“ im Fotografie Forum der StädteRegion Aachen widmet sich insbesondere den fotografischen Arbeiten, die die amerikanische Fotografin Lee Miller im Rahmen ihrer Tätigkeit als Kriegsfotografin für das Magazin Vogue in der Aachener Region aufnahm. In zahlreichen Bildern dokumentierte sie von 1944 bis 1945 entscheidende Momente des Kriegsgeschehens in Europa, wie die Befreiung von St.-Malo oder Paris durch die Alliierten. Bis 22.5.2022

Lee ;jsessionid=8BE238D78AC3593E1DB8E545178AA347-n3.bap15a

Small tired boy [Raymond Melchers aged 7] waits at cross roads for transport'  
© Lee Miller Archives, England 2013. All rights reserved.

 

 

Im Januar 1945 folgte Lee Miller den alliierten Truppen über das Elsass und die Ardennen. Dabei machte sie auf ihrem Weg nach Köln auch in Aachen und der Umgebung Halt, Bilder, die nun zum ersten Mal in einer Ausstellung präsentiert werden.

 

Lee Copyright_LeeMillerArchives_Cologne_Cathedral__Cologne_Germany_1945

Cologne was heavily bombed and fiercely held by the Germans against the US advance,
until it fell on 5th March 1945. The cathedral, which dates from the 13th Century, took many direct hits.
The rubble at the foot of the gothic columns gives an impression of fallen leaves in a forest.

© Lee Miller Archives, England 2013. All rights reserved.

 

 

Lee ;jsessionid=8BE238D78AC3593E1DB8E545178AA347-n3.bap15a-2

Plaster work, Aachen facade with Dreifaltigkeitskirche in background
© Lee Miller Archives, England 2013. All rights reserve 

 

Lee Millers Fotografien dokumentieren einerseits schonungslos das Ausmaß der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, die schweren Verletzungen und Toten. Andererseits zeigen sie aber auch, dass das Leben schon kurz nach Kriegsende trotz aller Widrigkeiten auf irgendeine Weise weiterging. Der Weg der US-Truppen führte Lee Miller anschließend in den Osten und Süden Deutschlands, wo sie die Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Dachau dokumentierte und gemeinsam mit David E. Scherman als Erste Hitlers Privatwohnung in München betrat. Es folgten weitere Stationen wie Leipzig und Wien, wo sie den Selbstmord von treuen Nationalsozialisten oder schwer verletzte Kinder in einem Krankenhaus auf eindrucksvollen Bildern festhält. Gezeichnet von dem Gesehenen und Erlebten kehrte Lee Miller 1946 nach Großbritannien zurück und gab die Arbeit als Fotografin auf.

 

Lee Copyright_LeeMillerArchives_Lee_Miller_London_England_1943

David E. Scherman, Artists Estate"
© David E. Scherman, England 2013. Courtesy Lee Miller Archives. All rights reserved.

 

In der Ausstellung wird die filmische Dokumentation „Lee Miller. Der Weg auf die andere Seite des Spiegels“ von Sylvain Roumette gezeigt.

Die Ausstellung wird kuratiert von Dr. Nina Mika-Helfmeier und ist eine Zusammenarbeit mit dem Lee Miller Archiv und den Opelvillen in Rüsselsheim.

 

Fotografie-Forum StädteRegion Aachen, Austraße 9, 52156 Monschau

 

11.02.2022 - 10.07.2022
Fotoausstellung Köln . Eine Präsentation ihrer Sammlung zeigt die SK Stiftung Kultur unter dem Namen "Photographische Konzepte und Kostbarkeiten". Der erste Teil beinhaltet Porträt, Landschaft, Botanik wird vom 11.2. bis 10.7.2022 ausgestellt. Mit der über 380 Exponate umfassenden Ausstellung, die über 25 historische und zeitgenössische Positionen beispielhaft veranschaulicht, bietet die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur einen weiten Einblick in die hauseigenen Bestände. Im Herbst soll der zweite Teil der Ausstellung, die „Urbanes Leben, Architektur und Industrie“ in den Vordergrund. stellt.
...Klick zum Weiterlesen
Photographische Konzepte und Kostbarkeiten
Fotoausstellung Köln . Eine Präsentation ihrer Sammlung zeigt die SK Stiftung Kultur unter dem Namen "Photographische Konzepte und Kostbarkeiten". Der erste Teil beinhaltet Porträt, Landschaft, Botanik wird vom 11.2. bis 10.7.2022 ausgestellt. Mit der über 380 Exponate umfassenden Ausstellung, die über 25 historische und zeitgenössische Positionen beispielhaft veranschaulicht, bietet die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur einen weiten Einblick in die hauseigenen Bestände. Im Herbst soll der zweite Teil der Ausstellung, die „Urbanes Leben, Architektur und Industrie“ in den Vordergrund. stellt.

SK Nieweg_2004_TomatenCravanche_m8459_Presse_21cm

 

Vielfältige Bezüge zwischen den beiden Präsentationen werden zu entdecken sein. Damit geht die Photographische Sammlung ins 25. Jahr ihres Ausstellungsprogramms im Kölner Mediapark. Mit dem Werk von August Sander, dessen Archiv einer der Ausgangspunkte für die Sammlungs- und Programmkonzeption der Institution ist, ist zunächst das Genre des Porträts verstärkt hervorzuheben. Sander hat mit seinem Kulturwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“, aktuell mit über 50 Originalabzügen repräsentiert, das photographische Porträt in eine innovative, sachlich dokumentarische Dimension geführt.

 

SK August_Sander__Bauernpaar_-_Zucht_und_Harmonie__1912

 

SK Albert Renger-Patzsch, Buchenwald, vor 1962

 

 

So wird in den Porträtarbeiten der Sammlung etwa nach dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft gefragt, nach Identität, nach sozialen, familiären und beruflichen Situationen und Beziehungen sowie nach den Erfordernissen bestimmter Lebensabschnitte und Lebensbedingungen. Der Einfluss der Zeit mit seinen Impulsen, Möglichkeiten und Synergien ist dabei – so sehr sich dieser auch wandelt – eine ganz entscheidende Komponente.

 

SK August_Kotzsch__Wurzeln_ueber_Felsgestein__um_1870

 

 

SK Oliver Sieber, ohne Titel, Osaka, 2006, aus der Serie J Subs

 

 

Dokumentarische Projekte, die über längere Zeiträume verfolgt werden, machen diesen Zusammenhang besonders anschaulich. Deutlich wird, der Mensch steht zu jeder Zeit in Wechselwirkung mit seinem kulturellen Umfeld. Dieser Umstand spiegelt sich nicht allein im Erscheinungsbild seiner Existenz, sondern auch in der Gestaltung seiner Lebenswirklichkeit. 

 

Photographische Sammlung, Im Mediapark 7, 50670 Köln

12.12.2021 - 27.11.2022
Fotoausstellung Föhr. Wie lebt es sich auf einer nordfriesischen Insel, wenn man jung ist? Sind die Jugendlichen hier einsam oder ist das Zusammengehörigkeitsgefühl größer als anderenorts? Ist es langweilig für junge Menschen auf Föhr – insbesondere dann, wenn im Winter oder in Zeiten wie der Covid-19-Pandemie die Inselgäste ausbleiben? Will man nichts wie weg auf das weite Festland? Oder Lieben die Jugendlichen „ihre“ Insel und bleiben? Fragen denen Andreas Horns mit seiner Fotoserie "Inseljugend" nachgeht, die im Museum Kunst der Westküste gezeigt wird. Bis 27.11.2022
...Klick zum Weiterlesen
Andreas Jorns - Inseljugend
Fotoausstellung Föhr. Wie lebt es sich auf einer nordfriesischen Insel, wenn man jung ist? Sind die Jugendlichen hier einsam oder ist das Zusammengehörigkeitsgefühl größer als anderenorts? Ist es langweilig für junge Menschen auf Föhr – insbesondere dann, wenn im Winter oder in Zeiten wie der Covid-19-Pandemie die Inselgäste ausbleiben? Will man nichts wie weg auf das weite Festland? Oder Lieben die Jugendlichen „ihre“ Insel und bleiben? Fragen denen Andreas Horns mit seiner Fotoserie "Inseljugend" nachgeht, die im Museum Kunst der Westküste gezeigt wird. Bis 27.11.2022
andreas_jorns_inseljugend_nieblum_januar_2020_c_courtesy_of_the_artist
 
Andreas Jorns
Inseljugend
Nieblum, Januar 2020, aus der Serie Inseljugend Föhr 2019/20
© Courtesy of the artist
 
 

Andreas Jorns (* 1966) stellte sich als Artist in Residence des MKdW genau diese Fragen. Im Winter 2019/20 begab er sich auf Spurensuche. Sieben Wochen lang begleitete er weit mehr als 100 junge Menschen auf Föhr. Er besuchte sie in der Schule und in der Freizeit, sprach mit ihnen in den Klassenräumen und zu Hause.

 

andreas_jorns_wiebke_nieblum_november_2020_c_courtesy_of_the_artist

Andreas Jorns
Wiebke
Nieblum, November 2020, aus der Serie Inseljugend Föhr 2019/20
© Courtesy of the artist
 

 

andreas_jorns_fynn_hedehusum_november_2020_c_courtesy_of_the_artist

Andreas Jorns
Fynn
Hedehusum, November 2020, aus der Serie Inseljugend Föhr 2019/20
© Courtesy of the artist

 

Die Jugendlichen ließen es zu und zeigten ihm ihre Lebenswelten. Jorns war beim Musizieren und bei Chorproben dabei, traf sie am Strand, beim Sport, bei Vereinsaktivitäten und an ihren privaten Rückzugsorten, feierte, tanzte und diskutierte mit ihnen. Im November 2020 kehrte Andreas Jorns zu einem zweiten Aufenthalt auf die Insel zurück, um erneut mit den Jugendlichen zu arbeiten. Welche Auswirkungen auf ihre Lebenspläne zeigt die Corona- Pandemie womöglich?

 

andreas_jorns_jule_nieblum_januar_2020_c_courtesy_of_the_artist_midres

Andreas Jorns
Jule, Nieblum, Januar 2020
© Courtesy of the artist
 

 

andreas_jorns_circus_mytilus_zirkus_ag_der_eilun-fer-skuul_grundschule_foehr_land_nieblum_januar_2020_c_courtesy_of_the_artist

Andreas Jorns
Circus Mytilus Zirkus AG der Eilun-Feer-Skuul & Grundschule Föhr Land
Nieblum, Januar 2020, aus der Serie Inseljugend Föhr 2019/20 © 
Courtesy of the artist

Das Ergebnis dieser in der Geschichte der Insel einmaligen fotografischen Recherche ist in der Ausstellung Inseljugend zu sehen. Die Schau gehört zur Ausstellungsreihe Made on Föhr, die in unregelmäßigen Ab- ständen Ergebnisse aus dem Artist-in-Residence- Programm des MKdW zeigt. Es ist die erste museale Ausstellung des Fotografen.

 

 

 

04.12.2021 - 29.05.2022
Ausstellung München . Unheimlich, aufregend, sinnlich - ein Erlebnis, wie es nicht viele Ausstellungen bieten: "The Architecture of Transformation" in einem Münchner Bunker. Sie beweist, dass eine Ausstellung im besten Fall mehr als die schliche Präsentation von Kunst jeder Art sein kann, sonder ein eindrucksvolles Gesamterlebnis, wo Raum und Sound die Kunst umfassend begleiten und selbst zum Kunstwerk werden.
...Klick zum Weiterlesen
The Architecture of Transformation
Ausstellung München . Unheimlich, aufregend, sinnlich - ein Erlebnis, wie es nicht viele Ausstellungen bieten: "The Architecture of Transformation" in einem Münchner Bunker. Sie beweist, dass eine Ausstellung im besten Fall mehr als die schliche Präsentation von Kunst jeder Art sein kann, sonder ein eindrucksvolles Gesamterlebnis, wo Raum und Sound die Kunst umfassend begleiten und selbst zum Kunstwerk werden.

BNKR Gotthals 004

Olivier Goethals
 
201707 / SOLO / Spatial intervention / Maria chapel,
Machelen-
Aan-De-Leie (BE) / Art-residence space commissioned by
Nucleo, Studio Start, Veneco and Cas-co / MDC
Olivier Goethals © Michiel De Cleene

 

Die Ausstellung stellt künstlerische Positionen an der Schnittstelle von Kunst und Architektur vor. Jedes Kapitel knüpft dabei direkt an die wechselvolle Geschichte des Gebäudes an, welches ursprünglich im Zweiten Weltkrieg als getarnter Luftschutzbunker errichtet, dann in den Nachkriegsjahren als Internierungslager genutzt, und schließlich in ein Wohn- und Bürohaus umgewandelt wurde.

Der dritte und abschließende Teil der Trilogie, unter dem Titel „The Architecture of Transformation“, bezieht sich auf die Transformation des Gebäudes in seinen heutigen Zustand und thematisiert den architektonischen Wandel im gesellschaftlichen Zusammenhang. Sechs Künstler aus den USA, Kanada, Saudi-Arabien, Frankreich, Belgien und der Schweiz zeigen Arbeiten unterschiedlicher Medien, die zum Teil speziell für die besondere Architektur der Ausstellungsräume in Auftrag gegeben wurden.

 

BNKR Awartani 002

Dana Awartani
Installation shot of I went away and forgot you.
A while ago I remembered. I remembered I’d forgotten you. I was dreaming,
2017 at the Pera Museum, Istanbul.
Image courtesy of the Pera Museum

 

Die in Dschidda lebende palästinensisch-saudische Künstlerin Dana Awartani thematisiert in ihren Arbeiten den rasanten, gesellschaftlichen Wandel in ihrem Heimatland und die daraus resultierenden Spannungen zwischen Tradition und Moderne.

Eine ortsspezifische Intervention des belgischen Architekten und Künstlers Olivier Goethals wird die architektonischen Gegebenheiten der Ausstellungsräume in einer Art und Weise ergänzen, die eine neue Sichtweise auf vermeintlich Bekanntes ermöglicht.

 

BNKR Nielsen Eva 007

Eva  Nielsen
Polhodie III (2019); 200 x 170 cm

Oil, acrylic and silkscreen ink on canvas
Courtesy die Künstlerin, Jousse Entreprise, Paris und The Pill, Instanbul
© photo Stéphane Ruchaud

 

Durch eine besondere Kombination von Fotografie und Malerei hinterfragt die französisch-dänische Künstlerin Eva Nielsen architektonische Strukturen von Vorstädten und ökonomisch benachteiligten Wohnvierteln.

 

BNKR Shaw

 Jeremy Shaw 

Quantification Trilogy, Julia Stoschek Collection Düsseldorf, DE 2021.
Courtesy der Künstler und KÖNIG Galerie, Berlin, London, Seoul
Photo: Timo Ohler

 

Der in Berlin lebende kanadische Künstler Jeremy Shaw untersucht in seinen Arbeiten die Strukturen veränderter Bewusstseinszustände und das menschliche Streben nach Transzendenz.

 

BNKR Weinberger 013

Hannah Weinberger
When You Leave, Walk Out Backwards, So I’ll Think You’re Walking In, 2012,
22 channel sound installation, Installation view,
Kunsthalle Basel, Switzerland, Photo: Gunnar Meier

 

Eine speziell für die Ausstellung in Auftrag gegebene Sound-Installation der Schweizer Medien-, Installations-und Performancekünstlerin Hannah Weinberger komplementiert bestehende Lücken der Architektur durch akustische Interventionen.

 

BNKR Zittel 017

Andrea Zitte
 
A-Z Wagon Stations: Second Generation, 2012–Present Powder

coated steel, aluminum, plexiglass, wood, canvas, futon, pillow,
hand brush, straw hat

91.4 × 228.6 × 228.6 cm
36 × 90 × 90 inches
© Andrea Zittel
Courtesy the artist and Sprüth Magers Photo: Lance Brewer

 

Die amerikanische Bildhauerin und Installationskünstlerin Andrea Zittel skizziert in ihren Werken bewohnbare Skulpturen, in denen sich die Grenzen zwischen Kunst und dem alltäglichen Lebensraum miteinander verwischen.

Eine umfassende Archivwand, die im Zentrum der Ausstellung präsentiert wird, ergänzt die künstlerischen Positionen. Sie illustriert sowohl den historischen Kontext der ursprünglichen Nutzung des Gebäudes als Bunker während des Zweiten Weltkriegs als auch dessen Funktion und Bedeutung in der Nachkriegszeit und die Umnutzung und Transformation der Architektur in ihren heutigen Zustand.

Die Ausstellung setzt die gezeigten, künstlerischen Positionen in direkten Bezug zur Geschichte und der Architektur der ungewöhnlichen Ausstellungsräume. Sie lädt den Besucher dazu ein, sich mit der Bedeutung architektonischer Strukturen als Zeugnisse der Geschichte imWandel der Zeit auseinanderzusetzen.

 

 

 

Kuratiert ist die Ausstellung von Sam Bardaouil und Till Fellrath

Ungererstrasse 158, München

Für einen Besuch muss ein Zeitticket gebucht werden:

www.bnkr.space

12.11.2021 - 24.06.2022
Fotoausstellung München . Unter dem Titel "Wide Open. Ins Offene" zeigt die Alexander Tutsek-Stiftung nicht nur an ihrem Stammsitz in einer Villa im Herzen Schwabings, sondern auch in der Black Box, dem neuen Ausstellungsraum in der Parkstadt Schwaben, hundert Arbeiten von über 30 KünstlerInnen. Den Sammlungskonzept der Stiftung entsprechend erwarten den Besucher sowohl zeitgenössische hochkarätige Fotografien als auch wundervolle Skulpturen aus Glas. Bis 24.6.2022
...Klick zum Weiterlesen
Alexander Tutsek-Stiftung: zusätzlicher Ausstellungsstandort - die neue BlackBox
Fotoausstellung München . Unter dem Titel "Wide Open. Ins Offene" zeigt die Alexander Tutsek-Stiftung nicht nur an ihrem Stammsitz in einer Villa im Herzen Schwabings, sondern auch in der Black Box, dem neuen Ausstellungsraum in der Parkstadt Schwaben, hundert Arbeiten von über 30 KünstlerInnen. Den Sammlungskonzept der Stiftung entsprechend erwarten den Besucher sowohl zeitgenössische hochkarätige Fotografien als auch wundervolle Skulpturen aus Glas. Bis 24.6.2022

Tutsek Wide_Open_112-scaled

Alexander Tutsek-Stiftung Wide Open. Ins Offene
Zeitgenössische Fotografie & Skulptur aus Glas
Installationsansicht BlackBox 
copyright Alexander Tutsek-Stiftung
Foto Marion Vogel

 

Erstaunlicherweise gibt es immer noch so manchen Kunst- und Fotografiebegeisterten in München den der Weg noch nie in die Schwabinger Karl-Theadorstraße geführt hat, in den Stammsitz der Stiftung, einer Villa, die mit ihrem charmanten etwas verwinkelten Räumen einen wunderschönen Rahmen für Kunst bildet.
Jetzt hat man zeitgleich zum zwanzigjährigen Jubiläum in der neuen BlackBox in der Parkstadt  Schwabing einen zusätzlichen Stammsitz für Kunstausstellungen und mehr eröffnet. Wer meint, dass ein Neubau wie der in der Muchastraße im Münchner Norden sicherlich nicht die Atmosphäre bieten kann wie es die lieb gewonnene Villa tut, der hat sich getäuscht: Lichtdurchflutete große Räume bieten ganz neue und andere Möglichkeiten großformatige Fotografien und raumfüllenden Installationen zu perfekt zu präsentieren.

 

Tutsek Rhode-Robin_School-of-Fish-scaled-e1634295869233

Robin Rhode
School of Fish, 2012
9 Teile, je 39,8 x 60 cm
copyright Robin Rhode

 

Tutsek Wide_Open_118-scaled

Alexander Tutsek-Stiftung Wide Open. Ins Offene
Zeitgenössische Fotografie & Skulptur aus Glas
Installationsansicht BlackBox 
copyright Alexander Tutsek-Stiftung
Foto Marion Vogel

 

Tutsek Weng-Fen_Birds-eye-view-Shanghai-No.-1-scaled

Weng Fen
Bird's Eye View - Shanghai No.1, 2005
copyright Weng Fen
Courtesy Tang Contemorary Art

 

 

WIDE OPEN. INS OFFENE: Was ist mit dem Titel der Ausstellung gemeint? Das „Offene“ wird verstanden als ein Feld der Energien, als Raum ohne Limitierungen und Zwänge. In dieses Offene laden uns die Werke der Künstler*innen ein, die mit ihren Bildern und Geschichten, Erfindungen und Experimenten, ihren Vorstellungen und Visionen die Begrenzungen des Denkens und Fühlens sprengen. Sie öffnen weit den Blick, lassen uns hinaustreten und über den Zaun schauen, um sich dem eigenen Selbst zu öffnen sowie dem Anderen - und um das Unmögliche zu denken. Die Werke arbeiten sich ab am emotionalen, politischen, sozialen und ökologischen Zustand der Welt und eröffnen so ein weites Feld, um über die Bedingungen eines menschlicheren Lebens nachzudenken.

 

Tutsek Shen-Wei_Self-Portrait-Bent-scaled

Shen Wei
Self Portrait (Bent), 2009
copyright Shen Wei
Courtesy Flowers Gallery

 

Tutsek Wide_Open_035-scaled

Alexander Tutsek-Stiftung Wide Open. Ins Offene
Zeitgenössische Fotografie & Skulptur aus Glas
Installationsansicht Villa
copyright Alexander Tutsek-Stiftung
Foto Marion Vogel

 

 

Die Fülle der Arbeiten und der künstlerischen Praktiken ist eines gemeinsam: ihre Auseinandersetzung mit fundamentalen Themen unserer Zeit. So erwarten die Besucher in der Ausstellung "Wide Open. Ins Offene"  Expeditionen in weite, unberührte Landschaften und in die Wüsten der Zivilisation, in das Universum und in jenseitige Welten.

 

Tutsek Prouvost-Laure_Cooling-System-3-scaled

Laure Prouvost
Colling System 3 (for global warning), 2018
copyright VG Bild-Kunst, Bonn, 2021
Courtesy Alexander Tutsek Stiftung
Foto Marion Vogel

 

Zu den ausgestellten Künstlern gehören unter anderem Monica Bonvicini / Cao Fei / Julian Charrière / Jimmie Durham / Gao Bo / Carlos Garaicoa / Jitka Hanzlová / Shirazeh Houshiary / Alicja Kwade / Frida Orupabo / Liao Pixy / Laure Prouvost / Robin Rhode / Ursula von Rydingsvard / Anri Sala / Shen Wei / Kiki Smith / Wang Bing / Yin Xiuzhen 

Kuratiert von Dr. Petra Giloy-Hirtz und Dr. Eva Maria Fahrner-Tutsek

 

Alexander Tutsek-Stiftung - Villa, Karl-Theodor-Straße 27, München

Alexander Tutsek-Stiftung - BlackBox, Georg-Muche-Straße 4, München

 

 

 

31.10.2021 - 22.05.2022
Fotoausstellung Berlin . Die Berliner Helmut Newton Stiftung zeigt die große Retrospektive „HELMUT NEWTON. LEGACY“. Auf der gesamten Ausstellungsfläche im ersten Stock des Museums wird das Leben und das visuelle Vermächtnis des gebürtigen Berliner Fotografen mit etwa 300 Werken, von denen die Hälfte zum ersten Mal gezeigt wird, chronologisch nachgezeichnet. Bis 22.5.2021
...Klick zum Weiterlesen
HELMUT NEWTON. LEGACY
Fotoausstellung Berlin . Die Berliner Helmut Newton Stiftung zeigt die große Retrospektive „HELMUT NEWTON. LEGACY“. Auf der gesamten Ausstellungsfläche im ersten Stock des Museums wird das Leben und das visuelle Vermächtnis des gebürtigen Berliner Fotografen mit etwa 300 Werken, von denen die Hälfte zum ersten Mal gezeigt wird, chronologisch nachgezeichnet. Bis 22.5.2021

Newton 2021-5

 Helmut Newton
Thierry Mugler Fashion, US Vogue, Monte Carlo 1995
© Helmut Newton Foundation

 

Die Ausstellung sollte ursprünglich anlässlich des 100. Geburtstags des Fotografen eröffnet werden, wurde jedoch aufgrund der aktuellen Situation um ein Jahr verschoben; sie hält neben zahlreichen Bildikonen von Helmut Newton auch manche Überraschungen für die Besucher*innen bereit.

 

Newton 2021   -4

 Helmut Newton
Carla Bruni, Blumarine, Nice 1993
© Helmut Newton Foundation

 

Mit etwa 300 Werken, von denen die Hälfte zum ersten Mal gezeigt wird, präsentiert der Stiftungskurator Matthias Harder unbekanntere Aspekte aus Newtons Werk, darunter vor allem seine ungewöhnlichen Modefotografien der unterschiedlichen Dekaden, die den sich wandelnden Zeitgeist widerspiegeln. Abgerundet wird die Präsentation durch Polaroids und Kontaktbögen, mit denen man in der Ausstellung der Entstehung berühmter Motive nachspüren kann, sowie Sonderveröffentlichungen, Archivalien und Zitate des Fotografen.

 

Newton 2021   2

Helmut Newton
Karl Lagerfeld at Chanel, Paris ,  1983
© Helmut Newton Foundation

 

Seinen unnachahmlichen Stil fand Newton im Paris der 1960er-Jahre, etwa mit den Aufnahmen der damals revolutionären Modeentwürfe von André Courrèges. Neben den klassischen Studioaufnahmen arbeitete der Fotograf auch in den Straßen von Paris und inszenierte seine Modelle etwa als vermeintliche Demonstrantinnen oder im Rahmen einer Paparazzi-Story; stets im Auftrag bekannter Modemagazine. Die teilweise engen Rahmenbedingungen und Erwartungen seiner Auftraggeber waren für ihn gleichzeitig ein Anreiz, gegen die traditionellen Darstellungsmodi zu opponieren.

 

Newton 2021   4a

 

Helmut Newton
Jenny Capitain, Pension Florian, Berlin 1977 
© Helmut Newton Foundation

 

Seit den 1970er-Jahren hatte Newton hingegen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten beim Shooting vor Ort, ob per Helikopter am Strand von Hawaii oder in einem Pariser Stundenhotel, wo er Unterwäsche fotografierte und über die Spiegel im Raum stets im eigenen Bild sichtbar blieb. So testete Newton immer wieder gesellschaftlich-moralische Grenzen aus und definierte sie mitunter neu; er verstörte und verzauberte die Menschen mit seinen Visionen und Visualisierungen von Mode und Weiblichkeit – und das bis zu seinem Lebensende. Wohl kein Fotograf wurde häufiger publiziert als Helmut Newton. Heute sind viele seiner ikonischen Bilder Bestandteil unseres kollektiven Bildgedächtnisses. Doch nach einer intensiven Recherche im Stiftungsarchiv kommen nun vergessene, überraschende Fotografien ans Licht.

 

Newton 2021 -3

Helmut Newton
Elle, Paris, 1969
© Helmut Newton Foundation

 

In June’s Room wird während der Laufzeit der Retrospektive eine Sonderausstellung zum Werk von June Newton alias Alice Springs gezeigt – im Andenken an die Stiftungspräsidentin, die im April 2021 in Monte Carlo verstarb und inzwischen neben ihrem Mann in Berlin zur letzten Ruhe gebettet wurde.

 

Zur Ausstellung HELMUT NEWTON. LEGACY erscheint die umfangreiche, gleichnamige Publikation im TASCHEN Verlag, hg. v. Matthias Harder, Hardcover, 24 x 34 cm, 424 Seiten, ISBN 978-3-8365-8458-6

 

Helmut Newton Stiftung,Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, Berlin

 

 

 

 

Nutzungsbedingungen / AGB's   |   Impressum   |   Datenschutzerklärung   |   Haftungsausschluss