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Fotoausstellungen

03.09.2021 - 16.01.2022
Fotoausstellung Köln . In Kooperation der Photographischen Sammlung / SK Stiftung Kultur und der DGPh, Deutsche Gesellschaft für Photographie, findet die Jubiläumsausstellung zum 70. Geburtstag der DGPh statt. 70 bedeutende sowie selten vorgestellte Werke, deren Provenienz auf die Sammlung der DGPh zurückgehen, werden in einer interessanten Auswahl präsentiert. 3.9.2021 bis 16.1.2022
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DGPh zum 70. - Blick in die Sammlung
Fotoausstellung Köln . In Kooperation der Photographischen Sammlung / SK Stiftung Kultur und der DGPh, Deutsche Gesellschaft für Photographie, findet die Jubiläumsausstellung zum 70. Geburtstag der DGPh statt. 70 bedeutende sowie selten vorgestellte Werke, deren Provenienz auf die Sammlung der DGPh zurückgehen, werden in einer interessanten Auswahl präsentiert. 3.9.2021 bis 16.1.2022

DGPH1544_21cm

Karneval, Rheinpromenade, Mainz, 1984
© Thomas Berndt

 

Die Exponate gehören zu einem Gesamtkonvolut von rund 1700 Photographien, die 1993 von der SK Stiftung Kultur erworben wurden. Über Jahrzehnte gewachsen, spiegelt die Sammlung die Geschichte der DGPh ebenso wie die der Fotografie im 20. Jahrhundert mit einem Schwerpunkt auf der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

 

DGPH899_21cm

Foto August Sander
Haustochter, 1926
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur
- August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn

 

Die Werke kamen meist als Schenkungen im Kontext von Preisverleihungen wie des Kulturpreis oder des Dr.-Erich-Salomon-Preis sowie von unterschiedlichen Ausstellungsprojekten in die Sammlung. Besonders hervorzuheben sind bedeutende Teilkonvolute wie eine umfassende Anzahl von Originalabzüge von August Sander, ein ebenso umfangreicher Bestand mit Werken der Gruppe fotoform aus dem Bereich der subjektiven fotografie, auch Albert Renger-Patzsch ist mit repräsentativen Motiven vertreten.

 

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Foto Liselotte Strelow
Axel Springer, 1956
© VG Bild-Kunst, Bonn

 

DGPH1285_21cm

Foto Robert Lebeck
Patrice Lumumba, Leopoldville, Kongo, 1960
© Archiv Robert Lebeck

 

 

DGPH1070_21cm

Foto Man Ray
Rayographie, 1923
© Man Ray Trust, Paris / VG Bild-Kunst, Bonn

 

 

Parallel zu den fotografischen Exponaten präsentiert die Jubiläumsausstellung erstmals zahlreiche Materialien und Dokumente aus dem Archiv der DGPh. In einer ausführlichen Vitrinenstrecke werden Briefe, Skripte, Presserezensionen, Ephemera, Photographien und Drucksachen gezeigt. So werden besondere Ereignisse bis in die Gegenwart hinein lebendig, spannende Hintergründe und überraschende Details verweisen auf kollektive wie persönliche Erinnerungsmomente.

 

DGPH589_21cm

Foto Fritz Brill
Klebstoff-Verhalten, 1968
© Archiv Fritz Brill

 

 

DGPH1314_21cm

Foto Harold Edgerton
Milchtropfen-Krone, 1957
© Estate of Harold Edgerton

 

 

Die Ausstellung zeigt Fotografien von Erich Angenendt, Herbert Bayer, Thomas Berndt, Kilian Breier, Fritz Brill, Henri Cartier-Bresson, Harold E. Edgerton, Alfred Eisenstaedt, Hugo Erfurth, Herbert W. Franke, Robert Häusser, Heinz Hajek-Halke, Heinrich Heidersberger, Peter Keetman, Heinrich Kühn, Siegfried Lauterwasser, Robert Lebeck, Peter Magubane, Felix H. Man, Floris M. Neusüss, Beaumont Newhall, Hilmar Pabel, Man Ray, Albert Renger-Patzsch, August Sander, Karl Hugo Schmölz, Toni Schneiders, Otto Steinert, Liselotte Strelow, Carl Strüwe, Ludwig Windstosser, Reinhart Wolf.

Begleitende Publikation, dt./engl.: Blick in die Sammlung: Der DGPh zum 70., Konzeption und Text Claudia Pfeiffer, hg. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, 2021, 28 S. 
Preis: 9 Euro

02.09.2021 - 03.10.2021
Fotoausstellung Hannover . Die Neue Deutsche Welle überrollte die Leinemetropole Hannover - Szenen dieser Zeit hat der hannoversche Fotograf Burkhardt ED Pump Ende der 70er bis Anfang der 90er fotografiert. Die Ausstellung in der GAF ist die erste umfassende Präsentation von Burkhardt ED Pumps Arbeiten und seine erste Ausstellung in Hannover. Die schwarzweißen Fotos werden in der Ausstellung kombiniert mit den LP-Covern der Bands, die damals in Hannovers Clubs spielten oder dort zu hören waren. QR-Codes machen es möglich, in diese Musik per Handy hinein zu hören. 2.9. bis 3.10.2021
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Burkardt ED Pump - Wilde Zeiten
Fotoausstellung Hannover . Die Neue Deutsche Welle überrollte die Leinemetropole Hannover - Szenen dieser Zeit hat der hannoversche Fotograf Burkhardt ED Pump Ende der 70er bis Anfang der 90er fotografiert. Die Ausstellung in der GAF ist die erste umfassende Präsentation von Burkhardt ED Pumps Arbeiten und seine erste Ausstellung in Hannover. Die schwarzweißen Fotos werden in der Ausstellung kombiniert mit den LP-Covern der Bands, die damals in Hannovers Clubs spielten oder dort zu hören waren. QR-Codes machen es möglich, in diese Musik per Handy hinein zu hören. 2.9. bis 3.10.2021

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Die 80er waren die Zeit der Nonsens-Texte, der elektronischen Musik und des provozierenden Punk. Auf kleinen Bühnen, in düsteren Kellern oder baufälligen Hallen zeigte die Jugend der Gesellschaft den subkulturellen Stinkefinger, ihre Waffe gegen den Muff und die Wohlsstandduseligkeit ihrer Eltern.

 

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Die Neue Deutsche Welle überrollte die Leinemetropole. Berühmte und weniger berühmte Größen aus Punk, Pop und New Wave gaben sich in Hannover ein Stelldichein. Musikalische Eigengewächse wie Hans-A-Plast, Der Moderne Mann, Rotzkotz, Bärchen und die Milchbubis, 39 Clocks, Klischee oder Crazy Baby Doc buhlten um möglichst viele Fans, gaben Konzerte, ließen ihre Musik in Vinyl pressen.

 

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Clubs und Disco‘s eröffneten und kämpften teils mit skurrilen Aktionen um die Gunst der Gäste (Miss-Wahlen in unendlichen Facetten, Schlammpartys, Travestie-Shows, Faschingspartys ...). Die meisten Clubs und Discos verschwanden wieder genauso schnell, wie sie aufgetaucht waren: Casablanca, Sugar, Glocksee, UJZ Kornstraße, Depot, Ballroom Blitz, Flohzirkus, Broadway, Musikpalast, Orly, Bamboo-Bar, Sahara, Cocoloco. Aussehen und Mode waren wichtig - Abgrenzung ebenso.  »Ewig Gestrige« frönten dem Rockabilly, andere dem Lack und Leder. Es wurde bunt ... und wild - und dies in vielen Bereichen.

 

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Diese Szene hat der hannoversche Fotograf Burkhardt ED Rump Ende der 70er bis Anfang der 90er mit seiner Hasselblad-Kamera und Blitzgerät fotografiert. Sie und die zahllosen  verschenkten Fotos waren seine Eintrittskarte in Kneipen, Clubs, Discotheken... und in deren Hinterzimmer, zu privaten Partys, Modenschauen, Mottofeten.

 

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In seinen Bildern zeigt er das Szeneleben dieser Zeit - Menschen, Orte, Räume und Dinge. Nicht reißerisch in Szene gesetzt, nicht künstlich oder künstlerisch überhöht. Sie sind direkt und trotz der Posen seiner Protagonisten dokumentarisch und damit ein einmaliges Dokument der damaligen Clubkultur. Überraschend, dass dieser unglaubliche fotografischeund kulturhistorische Schatz nicht schon längst gehoben wurde.

Außerdem findet im Rahmen der Ausstellung am 15. September um 19 Uhr in der GAF eine Podiumsdiskussion statt, die von dem bekannten Musikjournalisten Hollow Skai moderiert wird. Teilnehmen werden unter Anderem der Fotograf Burkhardt ED Rump, Anette Grotkasten - ehemals „Bärchen und die Milchbubis“ und ein ehemaliger Clubbesitzer.

 

GAF, Galerie für Fotografie Hannover , Eisfabrik, Seilerstraße 15d, Hannover 

 

 

 

 

 

01.09.2021 - 30.09.2021
Fotoausstellung Oberstdorf . Der Fotograf Oliver Richter stellt in der CEWE Galerie in Oberstdorf gemäß dem dortigen Motto „Fotografie ganzjährig erlebbar machen" seine beeindruckenden Schwarzweißbilder aus der Dachsteinregion aus. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Leica Akademie. Bis 30. September 2021
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Oliver Richter - Dachsteinfarbe: Schwarzweiß
Fotoausstellung Oberstdorf . Der Fotograf Oliver Richter stellt in der CEWE Galerie in Oberstdorf gemäß dem dortigen Motto „Fotografie ganzjährig erlebbar machen" seine beeindruckenden Schwarzweißbilder aus der Dachsteinregion aus. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Leica Akademie. Bis 30. September 2021

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Klaus King Erster Bürgermeister Markt Oberstdorf, Oliver Richter und 
Sema Erdogan I Prokuristin Oberstdorf Tourismus GmbH

 

 

Dachsteinfarbe SW - Ausstellung Oliver_Richter

Foto Oliver Richter

 

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v.l.n.r.: Dominic Verhulst / Fotograf & Dozent der Leica Akademie Deutschland,
Katharina Drechsel  I Veranstaltungskalender & Homepage, Oliver Richter
und Sema Erdogan I Prokuristin Oberstdorf Tourismus GmbH

 

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Die Dachsteinregion im Herzen Österreichs, der Steiermark, fasziniert seit Jahrzehnten. Der Dachstein imponiert mit seinem Gipfel aus hellem Kalkstein, dessen Gletscherplateau ganzjährig schneebedeckt glänzt. Die niederen Regionen an seinem Fuße sind von Lerchen und Ahorn bewachsen, die im Herbst vor Farbe explodieren und im Sonnenlicht leuchten. Hunderte von Wasserfällen und Bergseen strahlen in den verschiedensten Blautönen in den Senken umliegender Täler. Was geschieht, wenn dieser faszinierenden Landschaft die Farben geraubt werden? Eintönigkeit?

 

Dachsteinfarbe SW - Ausstellung Oliver Richter

Foto Oliver Richter

 

Oliver Corvara -150

Foto Oliver Richter

 

 

Oliver Corvara -161

Foto Oliver Richter

 

Schwarzweiß bedeutet nur minimalistisch zu sehen: Beschränken auf das Wesentliche. Das Erkennen und Arrangieren von Licht und Schatten, Linien und Flächen, harten Kontrasten und Verwischungen. Spannung wird im Bild durch Muster und Strukturen erzeugt. Diese Gestaltungselemente lösen die Farbfotografie ab. Schwarzweiß zwingt den Betrachter, andere Blicke zu schauen. Der Betrachter als Hauptakteur wird die Dachsteinregion in reduziertester „Farbvielfalt“ anders entdecken können.

 

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Klaus King Erster Bürgermeister Markt Oberstdorf
und Oliver Richter in der Galerie

 

Oliver Corvara -164

Foto Oliver Richter

 

 

Portrait_Oliver_Richter

Oliver Richter
fotografiert von Klaus Roth

 
Oliver Richter, Jahrgang 1962, ließ sich nach dem Abitur und dem Studium der Geodäsie zum Fotografen ausbilden. Seit 1988 arbeitet er für die Leica Akademie der Leica Camera AG. 
Seit 2018  hat der die Leitung der Leica  Akademie Deutschland.
Neben den vielen Fotoreisen die er rund um den Globus betreut, liegt jetzt sein Schwerpunkt auf den Gebieten der Arktis, Antarktis, Islands und den skandinavischen Ländern. 
 
"Alles wo es hoch hinaus geht und es kalt ist  - das sind die Gebiete in welchen ich mich wohl fühle  - das kommt sicherlich von der frühen Leidenschaft für die Berge und das Skifahren - draußen mit der Kamera unterwegs zu sein, ist eine große Erfüllung für mich" 
 
Bildgestaltung- und Schwarzweiß-Fotografie Workshops sind die Spezialgebiete mit klarer Bildsprache und einfühlsame Lichtgestaltung. Ausdruck für seine Faszination für die Fotografie. 
 
Viele Arbeiten, vor allem seine Landschafts- und Naturaufnahmen, wurden häufig publiziert und in Ausstellungen präsentiert. Viele Teilnehmer der Leica Fotoreisen und Workshops profitierten bereits von seinen langjährigen Erfahrungen als Fotoexpeditionsguide und seinen umfangreichen fotografischen Tipps.  
 
 
...und es darf auch Farbe sein....
 
 
Oliver Corvara -100
 
Foto Oliver Richter
 
 
 
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Foto Oliver Richter
 
 
 
Oliver IMG_3551
 
 
Foto Oliver Richter
 
 
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27.08.2021 - 26.09.2021
Fotoausstellung Köln . Der Fotoraum Köln, ein freier Ausstellungsraum mit dem Schwerpunkt künstlerischer Fotografie, zeigt die Bilder der japanische Künstlerin Rie Yamada. Präsentiert. werden mit FAMILIE WERDEN und FAMILIE SUCHEN die ersten beiden Teile ihrer Trilogie zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Familie. 27.8. bis 26.9.2021
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Rie Yamada - Becoming Family
Fotoausstellung Köln . Der Fotoraum Köln, ein freier Ausstellungsraum mit dem Schwerpunkt künstlerischer Fotografie, zeigt die Bilder der japanische Künstlerin Rie Yamada. Präsentiert. werden mit FAMILIE WERDEN und FAMILIE SUCHEN die ersten beiden Teile ihrer Trilogie zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Familie. 27.8. bis 26.9.2021

Pressefoto Rie Yamada Familie suchen Fotoraum Koeln

Rie Yamada "Familie suchen" 

 

FAMILIE WERDEN ist eine (Re-)Konstruktion von Intimität und Privatem durch Selbstinszenierung – alte gefundene Familienfotografien aus Japan und Deutschland dienen als Vorlage für die liebevoll-humoristische Nachzeichnung von Vergangenem – es entsteht so ein Rollenspiel zwischen Fiktion und Wirklichkeit.

FAMILIE SUCHEN ist eine interaktive Installation, die auf eigenen Erfahrungen Yamadas bei japanischen Partnersuche-Events („konkatsu“) basiert.

 

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Rie Yamada "Familie suchen" 



Rie Yamada, geb. Nagoya, Japan, lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Bachelor-Abschlussarbeit FAMILIE WERDEN (Weißensee Kunsthochschule Berlin) wurde mit dem Gute Aussichten Photography Award und dem Mart Stam Preis ausgezeichnet.

 

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Rie Yamada "Familie werden"

 

Mit FAMILIE SUCHEN schloss Yamada 2020 ihr Masterstudium ab. Im Rahmen ihres Meisterschülerabschlusses arbeitet Rie derzeit am dritten und abschließenden Teil der Serie, der von ihr selbst und ihrer zukünftigen Familie handeln wird.

 

Fotoraum Köln e.V. Herderstraße 88, Köln

 

 

 

 

13.08.2021 - 10.10.2021
Fotoausstellung Berlin . Über 50 Fotografien von Stephan Erfurt, die in den 1980er-Jahren zwischen New York und der kalifornischen Pazifikküste entstanden sind, zeigt die Helmut Newton Stiftung in ihrem Projektraum. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen entstanden mit einem Polaroid-Diafilm an einem Sonntagmorgen, die sonst so quirlige Metropole wirkt völlig verlassen. Vom 13.8. bis 10.2021
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Stephan Erfurt. On the Road
Fotoausstellung Berlin . Über 50 Fotografien von Stephan Erfurt, die in den 1980er-Jahren zwischen New York und der kalifornischen Pazifikküste entstanden sind, zeigt die Helmut Newton Stiftung in ihrem Projektraum. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen entstanden mit einem Polaroid-Diafilm an einem Sonntagmorgen, die sonst so quirlige Metropole wirkt völlig verlassen. Vom 13.8. bis 10.2021

Erfurt 6_Stephan Erfurt_Wall Street_New York_1985_copyright Stephan Erfurt

Wall Street, New York, 1985
© Stephan Erfurt

 

Stephan Erfurts fotografischer Werdegang begann 1980 in Wien, wo er die Tänzer und Tänzerinnen des Opernballs beobachtete, und etwas später in Paris, wo er des Nachts die Musiker in den verzweigten Gängen der Metro porträtierte. Das Medium begann ihn bald so sehr zu faszinieren, dass er parallel Fotografie an der Gesamthochschule Essen studierte. Aber Paris war erst der Anfang; 1984 zog er weiter nach New York ins East Village, wo Erfurt in einem winzigen Loft lebte. Und Amerika war und blieb für den jungen Fotografen für fünf Jahre Schaffensort und Lebensmittelpunkt – bis zum Fall der Mauer.

 

Erfurt

Empire Diner
From the series: New York Restaurants, 1985
© Stephan Erfurt

 

Das Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde Mitte der 1980er-Jahre zum Auftraggeber und Abnehmer seiner Bilder und Bildgeschichten aus den Straßen und Restaurants dieses legendären kulturellen Schmelztiegels und von seinen Reisen quer durch das riesige Land. Ob in New York, Miami, Las Vegas oder Los Angeles, überall entstanden intensiv recherchierte Reportagen für das FAZ-Magazin, häufig begleitet von Texten von Jordan Mejias. Angeregt durch Evelyn Hofer entstand beispielsweise 1985 die „Wall Street“-Serie, deren harte, scharf gezeichnete Hell-Dunkel-Kontraste auch heute noch begeistern.

 

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From the series:
New York Bridges, 1988
© Stephan Erfurt

 

Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen entstanden mit einem Polaroid-Diafilm an einem Sonntagmorgen, die sonst so quirlige Metropole wirkt völlig verlassen. Strukturen und Spuren im Asphalt, die wandernden Lichtpunkte, verursacht durch Lichtreflexionen der umliegenden Wolkenkratzer, und die am Straßenrand parkenden Autos füllen die menschenleere, geradezu dystopische Situation. In der parallel entstandenen Serie „New York Restaurants“ begegnen uns auch Menschen, die allerdings wieder in einer zeitlos-atmosphärischen Unschärfe verschwinden. Nur ein Jahr später taucht Erfurt, nach einem Gespräch mit seinem Kollegen Joel Meyerowitz, alles in Farbe; zunächst für eine zweite Restaurant-Serie in New York, seine erste Veröffentlichung im FAZ-Magazin, und kurz danach in Miami mit der dort so charakteristischen pastelligen Art-Deco-Farbigkeit. Ebenfalls 1986, in Las Vegas, sind die Farben nun noch klarer. Das natürliche Licht des Himmels strahlt auf den Aufnahmen genauso wie das künstliche Licht der farbigen Neonlampen der Motels und Spielhallen. Die gestalterischen Möglichkeiten der Farbdiafilme hat er wie nur wenige Kollegen ausgereizt, in den unterschiedlichsten Lichtsituationen, insbesondere frühmorgens in den Twilight-Aufnahmen, die zu seiner Spezialität wurden. Das verbindet ihn wiederum mit dem Werk von Joel Meyerowitz, dessen Aufnahmen der 1970er und 1980er-Jahre aus Provincetown mit ihrer intensiven Lokalfarbigkeit parallel im ersten Stock der Stiftung erstmals öffentlich gezeigt werden.

 

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From the series:
Highway No 1, California, 1988
© Stephan Erfurt

 

 

Erfurt war stets in der Lage, sich vor Ort perfekt auf die unterschiedlichen Situationen einzustellen - und auf den entsprechenden Auftrag. Parallel arbeitete er an freien Projekten, die er dem FAZ-Magazin anbot. Einige wurden angenommen, andere blieben unveröffentlicht, wie etwa die 1989er-Bildserie über den von ihm so genannten „Großstadtdschungel“, die das Ende seiner New Yorker Zeit markierte. Stephan Erfurt legte in seiner aktiven Zeit in Amerika Schwarz-Weiß- und Farbfilme unterschiedlicher Lichtempfindlichkeiten in seine Kameras ein, er wechselte zwischen Mittelformat und Kleinbild, parallel dazu verwendete er Polaroids.

 

Mit dem überraschenden Ende des FAZ-Magazinim Jahr 1999 verlor Erfurt auch den Hauptabnehmer seiner Fotografien und beendete zugleich sein rastloses Leben. Nur kurze Zeit später entwickelte er mit zwei Gleichgesinnten die Idee für einen neuen, zeitgemäßen Ausstellungsort für Fotografie: C/O Berlin. Inzwischen residiert die renommierte Institution im ehemaligen Amerika-Haus und bildet gemeinsam mit dem Museum für Fotografie ein deutschlandweit einmaliges Fotocluster – und diese Ausstellung manifestiert erneut die enge Verbindung der beiden Häuser.

 

 

 

 

Helmut Newton Stiftung, Projektraum Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin

25.06.2021 - 26.09.2021
Fotoausstellung Essen . Das Museum Folkwang zeigt mit The Fall die erste Überblicksausstellung zum fotografischen und filmischen Werk von Tobias Zielpony (*1973 Wuppertal) . Zielony steht in einer langen Traditionslinie künstlerischer Fotografie und gilt vielen jüngeren Bildermacher:innen als wegweisend.  Die Ausstellung Tobias Zielpony - The Fall präsentiert insgesamt elf Videoarbeiten, sieben Fotoserien, zwei Rauminstallationen und eine digitale Diashow mit allein rund 150 Fotografien. Bis 26.9.2021
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Tobias Zielony - The Fall
Fotoausstellung Essen . Das Museum Folkwang zeigt mit The Fall die erste Überblicksausstellung zum fotografischen und filmischen Werk von Tobias Zielpony (*1973 Wuppertal) . Zielony steht in einer langen Traditionslinie künstlerischer Fotografie und gilt vielen jüngeren Bildermacher:innen als wegweisend.  Die Ausstellung Tobias Zielpony - The Fall präsentiert insgesamt elf Videoarbeiten, sieben Fotoserien, zwei Rauminstallationen und eine digitale Diashow mit allein rund 150 Fotografien. Bis 26.9.2021

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Tobias Zielony
Aral-1, 2004 aus der Serie Tankstelle
Courtesy KOW, Berlin © Tobias Zielony

 

Nur wenige Fotografen seiner Generation haben die gesellschaftlichen und medialen Entwicklungen so aufmerksam beobachtet und in eine zeitgenössische Bildsprache überführt wie Tobias Zielony. Erstmals wird in der Ausstellung so ein umfassender Blick auf Zielonys künstlerisches Schaffen der letzten zwanzig Jahre bis heute ermöglicht.

 

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Tobias Zielony
Hansha, 2019
Installationsansicht, HD Video, 6:01 min
Courtesy KOW, Berlin © Tobias Zielony

 

 

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Tobias Zielony
Cover, 2017 aus der Serie Maskirovka
Courtesy KOW, Berlin © Tobias Zielony

 

Ausgehend von frühen Arbeiten wie Curfew (2001), Tankstelle (2004) oder Big Sexyland (2006) leitet der Ausstellungsparcours in lockerer Chronologie durch Zielonys Werk. Neben bekannten Serien wie seinem Biennale-Beitrag The Citizen (2015) und den Stop-Motion-Videos Vele (2009/10) und Maskirovka (2016/17) wird auch die erst selten gezeigte und in Japan entstandene Videoarbeit Hansha (2019) zu sehen sein. Der Rundgang endet mit der neuen Videoarbeit Apollo (2021) und der neu entwickelten Rauminstallation The Fall (2021), die beide erstmals im Rahmen der Ausstellung präsentiert werden. 

 

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Tobias Zielony
Make Up, 2017
aus der Serie Maskirovka
Courtesy KOW, Berlin © Tobias Zielony

 

Mit der Arbeit The Fall nimmt Tobias Zielony Bezug auf die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend veränderten Produktions- und Distributionsmöglichkeiten fotografischer Bilder – derer er sich selbst bedient. Mittels Instagram lässt er seine „Community“ an seiner künstlerischen Arbeit teilnehmen, schöpft aber auch aus ihr. The Fall spiegelt diese neuen und offenen Produktionsweisen wider. In Form eines sich selbst permanent überschreibenden Archivs reihen sich an den Wänden über vierzig Bilder aneinander und übereinander. In der Mitte des Raums wird mit einer abstrahierten Plattform und Skater-Rampe ein symbolischer Stadtraum geschaffen, der Treffpunkt und Ort des Verweilens sein kann und auch als Bühne fungiert, u. a. für das Workshop-Programm zur Ausstellung. 

 

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Tobias Zielony
Red Mask, 2019
Courtesy KOW, Berlin © Tobias Zielony

 

 

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Tobias Zielony als Vertrauter und Beobachter mit seiner Kamera begleitet, bewegen sich meist in urbanen Räumen und städtischen Randzonen, gehören mal der Techno-, LGBTQIT*- und auch Skater-Szene an, oder sind aus Afrika nach Deutschland geflüchtet. Zielony ist weltweit unterwegs, um seine Protagonist:innen zu finden, und lässt sich von seiner inneren Neugier leiten, die ihn zu immer neuen Begegnungen mit jungen 

Menschen in ihrem sozialen Umfeld führen – sei es in Neapel in einem von der Camorra beherrschten Wohnviertel oder im subkulturellen und queeren Underground in Kiew. Dabei arbeitet er an der Schnittstelle zwischen fiktiven und dokumentarischen Behauptungen und erforscht die politischen und ästhetischen Potenziale, aber auch die Grenzen des Dokumentarischen. Seine fotografischen wie filmischen Arbeiten sind geprägt von einem kritischen Verständnis des Genres und dem Streben nach Selbstbestimmung und Emanzipation der Protagonist:innen. 

Tobias Zielony setzt sich in seinen Arbeiten immer wieder mit dem Begriff der Jugendkultur in Bezug auf Herkunft, Repräsentation und Mode und der damit einhergehenden Definition von Identität in der sich verändernden medialen Wirklichkeit auseinander. Das Aufkommen sozialer Netzwerke und der damit einhergehende Austausch unzähliger fotografischer Bilder haben die Idee des Selbst und die Formen von (Selbst-)Repräsentation grundlegend verändert. Zielony zeigt seine Protagonist:innen als selbstbewusste Teilnehmende in diesem Wechselspiel, die trotz kultureller und sozialer Unterschiede in einem globalen Kosmos sozialer Codes und Selbstbildnisse agieren. 

Tobias Zielony, geb. 1973 in Wuppertal, lebt in Berlin

 

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Tobias Zielony
Snakepool, 2020
Courtesy KOW, Berlin © Tobias Zielony

 

Im Verlag Spector Books erscheint eine Publikationsreihe mit sechs Ausgaben: ausgewählte Foto- und Videoarbeiten von Tobias Zielony treffen darin auf Texte der Autor:innen Sophia Eisenhut, Joshua Groß, Dora Koderhold, Enis Maci, Mazlum Nergiz und Jakob Nolte. 

 

Folkwang Museum,  Museumsplatz 1, Essen

 

 

12.06.2021 - 19.12.2021
Ausstellung Düsseldorf . Der Blick auf Plakate, Kunstdrucke, Bücher, Broschüren, Zeitschriften, Einladungskarten in Kombination mit analog gefertigten Fotografien vermittelt einen lebhaften Eindruck der vielen Auftritte und Lesarten, die die Motivwelt von Bernd und Hilf Becher zwischen den 1960er- und 2010er-Jahren international durchlaufen hat. 12.6. bis 19.12.2021
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Bernd & Hilla Becher: Photo & Druckgraphik
Ausstellung Düsseldorf . Der Blick auf Plakate, Kunstdrucke, Bücher, Broschüren, Zeitschriften, Einladungskarten in Kombination mit analog gefertigten Fotografien vermittelt einen lebhaften Eindruck der vielen Auftritte und Lesarten, die die Motivwelt von Bernd und Hilf Becher zwischen den 1960er- und 2010er-Jahren international durchlaufen hat. 12.6. bis 19.12.2021

SK Becher bhb-167

 

Fotografien von Bernd und Hilla Becher werden Druckwerken aus dem Gebrauchskontext von Präsentationen und Publikationen gegenübergestellt, die die Entwicklung ihres einflussreichen Werkschaffens wie auch die Rezeptionsgeschichte exemplarisch vor Augen führen.

In ihrem Werk haben sich Bernd und Hilla Becher mit Bauten und Konstruktionen aus dem industriellen Kontext befasst, so in Deutschland, den Beneluxländern, Frankreich, Großbritannien und den USA. Fördertürme, Hochöfen, Kühl- und Wassertürme gehören als fotografische Motive zu den bekannten Erkennungszeichen ihrer Arbeit. Diese erstreckt sich jedoch über dieserart Einzelmotive deutlich hinaus und widmet sich unter der Maßgabe einer eigens für ihre Ansichten formulierten Bildgrammatik zugleich der fotografischen Dokumentation gesamter Industrieanlagen und Landschaften. Dabei hatte das Künstlerpaar sein Motivspektrum bereits in den 1960er-Jahren weitgehend definiert, was die Möglichkeit zur sukzessiven Bearbeitung der Objekt- und Werkreihen gab.

 

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Die Gründe für den Erfolg ihres fotografischen Werks sind ausnehmend komplex. So war es zunächst außergewöhnlich, fast exotisch, dass sie sich in ihrer künstlerischen Arbeit einer Gegenstandswelt zuwendeten, die traditionell allenfalls im angewandten Bereich der Industrie- und Architekturfotografie akzeptiert war. Doch gleichzeitig waren ihre Themen und vor allem ihre formale Interpretation irritierend neu, reizvoll, pur und gegenwartsbezogen. Sie räumten auf mit dem Vorurteil, dass das alltägliche Arbeitsumfeld, speziell in den Regionen des Bergbaus und der Montanindustrie, weit entfernt ästhetischer Reize nichts als Schweiß, schwarzen Rauch und Milieuschilderungen zu bieten hätte.

 

SK Becher PS-BHB-K268-NEG-0-TRAFO

 

 

Ihre sachlich und detailreich registrierten Schwarz-Weiß-Ansichten der in Werkanlagen angetroffenen Bauten, die sie mit Kenntnis um die Funktion und Geschichte der Objekte in Bildgruppen ordneten, fanden somit vor allem auch im Kontext der Minimal- und Konzeptkunst großes Verständnis – auch wenn Bechers selbst ihre Arbeiten gern darüber hinaus in weitere Kreise hinein kommuniziert wussten. Die Werke, die 1969 mit einer Ausstellung in der Kunsthalle Düsseldorf als „Anonyme Skulpturen“ eingeführt wurden, überzeugten zunehmend durch ihre fotografische Präzision, ihre intuitive wie durchdachte Eigenwilligkeit und ihre repetitive Konsequenz. Auch aus der Perspektive des Denkmalschutzes erhielten die Werke von Bernd und Hilla Becher hohe Anerkennung.

Dies spiegelt sich in einer Jahrzehnte währenden Reihe von Ausstellungs- und Publikationsprojekten wider, die Bernd und Hilla Becher gemeinsam mit Institutionen, mit Museen, Galerien und Verlagen durchführten. Abgesehen von Buchpublikationen, sind vermeintlich ephemere Druckwerke, die mit solchen Ereignissen einhergehen, selten zu sehen. Diese erweisen sich jedoch in der aktuellen Ausstellung als aufschlussreiche Dokumente, machen sie nicht allein auf die Wirkungsunterschiede zwischen originaler Fotografie und graphisch eingesetztem und gedrucktem Bild aufmerksam, sondern auch auf den Wandel und die Ansprüche des Kunstbetriebs. Zeitabhängig lassen sich ästhetische und typographische Vorlieben und Gestaltungskonventionen entdecken. Nicht zuletzt sind die hier präsentierten Druckwerke Teil einer wesentlichen Vermittlungsarbeit zwischen Institution, Künstler und Betrachter.

 

Eine Ausstellung von Max Becher in Kooperation mit der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln im Kunstarchiv Kaiserswerth, Düsseldorf.

 

Kunstarchiv Kaieswerth, Suitbertus-Stiftsplatz, Düsseldorf

 

05.06.2021 - 10.10.2021
Fotomuseum Winterthur . Die Ausstellung im Fotomuseum Winterthur erkundet die Fotografie als spielerisches Unterfangen und lädt ein, sich mit den spielerischen Aspekten der visuellen Kultur zu beschäftigen. Die Ausstellung untersucht das Verhältnis von Spiel und Bild und stellt dabei unerwartete Verbindungen zwischen der Geschichte der Fotografie sowie den Praktiken der Bildproduktion mit und in Computerspielen her. Bis 10.10.2021
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How to Win at Photography – Die Fotografie als Spiel
Fotomuseum Winterthur . Die Ausstellung im Fotomuseum Winterthur erkundet die Fotografie als spielerisches Unterfangen und lädt ein, sich mit den spielerischen Aspekten der visuellen Kultur zu beschäftigen. Die Ausstellung untersucht das Verhältnis von Spiel und Bild und stellt dabei unerwartete Verbindungen zwischen der Geschichte der Fotografie sowie den Praktiken der Bildproduktion mit und in Computerspielen her. Bis 10.10.2021

Winterthur Weiwei_02

 Ai Weiwei, Study of Perspective - Reichstag, Berlin, Germany, 1999 © Ai Weiwei / 
Mit freundlicher Genehmigung von neugerriemschneider 

 

Die Gruppenausstellung How to Win at Photography umfasst mehr als vierzig Positionen; darunter zeitgenössische als auch historische Arbeiten aus dem 20. Jahrhundert. Durch eine Assemblage von multimedialen Kunstwerken und vernakularen Bildern hinterfragt die Ausstellung den Charakter und die Funktion der Fotografie in der Gegenwart. Die Fotografie ist ihrem Wesen nach spielerisch. Aber Fotografie ist kein freies Spiel. Es gilt Regeln einzuhalten, Fertigkeiten zu beherrschen, Erwartungen zu erfüllen.

 

Winterthur Baumann_01

Dorothée Elisa Baumann, Take a Better Picture, 2018
© Dorothée Elisa Baumann 

 

Spielen wir mit der Kamera oder spielt die Kamera letztlich mit uns? Haben wir wirklich die Kontrolle oder sind wir nur Spielfiguren in einem grösseren technischen, sozialen, kulturellen und ökonomischen Netzwerk? Was können spielerische Formen der Fotografie auf politischer und gesellschaftlicher Ebene bewirken? Wer oder was vollzieht den Akt des Sehens und Fotografierens – Menschen, Maschinen oder eine Kombination aus beiden? Und schliesslich: Wer spielt mit und wer gewinnt? Dies sind nur einige der Fragen, denen How to Win at Photography nachgeht.

 

 

Thematische Schwerpunkte

Die Ausstellung ist in fünf Kapitel unterteilt: Game Travel – Das Spiel als Reise, Gameplay – Die Regeln des Spiels, Replay – Wiederholung als Spiel, Role Play – Das Spiel mit Identitäten und Camera Play – Das Spiel mit dem Apparat.

 

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 Jon Haddock, Wang Weilin, aus der Serie The Screenshots, 2000
© Jon Haddock 

 

 

Game Travel beleuchtet die Praxis des Fotografierens innerhalb von Videospielen. Die Aufnahme von Screenshots, also von Bildschirm-Schnappschüssen, bei denen ein Teil oder der gesamte Bildschirm abfotografiert oder «eingefroren» wird, ist in der Videospielkultur weit verbreitet. Anstatt ein Videospiel zu spielen, spielen Fotografen und Künstler mit dem Videospiel und setzen sich so auf ungewohnte Weise mit Games auseinander. Screenshots aus Videospielen dienen – insbesondere politischen Organen – jedoch auch der strategischen Desinformation – wie im Fall des russischen Verteidigungsministeriums, welches 2017 einen angeblich «unwiderlegbaren Beweis» dafür postete, dass die US- Streitkräfte die Terrororganisation ISIS unterstützen. Die angeblichen Beweisfotos entpuppten sich bald als eine Reihe von Screenshots aus dem Smartphone-Spiel AC-130 Gunship Simulator: Special Ops Squadron.

Gameplay befasst sich mit der Entstehung von Regeln und Bewertungssystemen in der zeitgenössischen Fotografie. Messbare Werte wie Likes, Shares, Follower oder Reposts treiben die Gamifizierung der visuellen Kultur – die Anwendung spieltypischer Mechanismen in einem nicht gamespezifischen Kontext – stetig voran. Bewertungssysteme für Bilder sind heute zur Normalität geworden, wir alle möchten mit unseren eigenen Bildern punkten. In diesem Kontext können sich Produzenten von Inhalten entweder dem Status quo anpassen, indem sie «erfolgreiche» Bilder herstellen, oder sie können versuchen, die herrschenden Logiken zu unterlaufen, um die Gamifizierung zu hinterfragen, abzulehnen oder zu sabotieren.

 

Das Kapitel Replay erkundet die Praxis des Nachbildens und Neuinszenierens. Während Spiele immer «realistischer» werden und die Realität zunehmend gamifiziert wird, verschwimmen die Begriffe von Original und Kopie. So nutzen beispielsweise Gamer auf der ganzen Welt Kriegssimulationsspiele, um die ikonische Fotografie eines nicht identifizierten Mannes, der auf dem Tiananmen-Platz vor einem Konvoi von Panzern steht, nachzuspielen. Mit Screenshots der Szene lassen sie das Ereignis, welches durch Zensur teils unsichtbar gemacht wird, wieder sichtbar werden. Durch die Aneignung und Rekontextualisierung von Bildern stellen Künstler und Fotografen die vorherrschenden Autoritäten in Frage und bringen Gegenerzählungen hervor, die wiederum die Realität beeinflussen können.

 

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Yuyi John, Julia’s Twitter 2, 2016 © Yuyi John 

 

Role Play widmet sich dem Spiel mit Identitäten. Von fotografischen Porträts bis hin zu Selfies, von Videospiel-Avataren bis hin zu Filmstars – das Rollenspiel ist eine der wenigen Konstanten im ständigen Wandel der Geschichte der Figurendarstellung. Das performative Spiel mit dem eigenen Selbst wird dabei oftmals zu einem ermächtigenden Akt sowie zu einer Kritik an Darstellungstraditionen, die Minderheiten ausschliessen und Regeln, Bezeichnungen und Grenzen dafür festlegen, was gesellschaftlich als «normal» gilt und somit akzeptiert wird.

 

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Aneta Grzeszykowska, Selfie #12, 2014
© Aneta Grzeszykowska / Sammlung Fotomuseum Winterthur 

 

 

Camera Play hinterfragt die Funktion der Kamera und die Art und Weise, wie sie die Realität formt und hervorbringt. Die Kamera wird gemeinhin als Werkzeug von Fotografen verstanden. Doch seit ihren Anfängen haben Künstler sowohl die Regeln als auch die Art und Weise, wie der Apparat die Welt «sieht», hinterfragt. Indem sie mit der Kamera spielen – manchmal gegen ihre vorgesehenen Funktionen –, bringen Fotografen die Ideologien ans Licht, die die Herstellung, die Verbreitung und den Konsum von Bildern bestimmen. Indem sie die Kamera bewusst verfremden, modifizieren, hinterfragen und neu erfinden, können ungewohnte Sehweisen entstehen.

 

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Emma Agnes Sheffer, Canoe, Bildauswahl von Instagram, 2021
© Die AutorInnen und Insta Repeat 

 

«Die Drittel-Regel befolgen, den entscheidenden Moment einfangen, die Belichtungszeit beherrschen, gegen die Kamera spielen, Likes und Follower sammeln, alle Normen und Konventionen brechen, die Apparatur hinterfragen, das Spiel gewinnen – diese Ausstellung erkundet das Spiel als Sprache und Fotografie als eine Art des Sehens.»

 

Marco De Mutiis, Digital Curator, Fotomuseum Winterthur

 

Mit Arbeiten von: Cory Arcangel, Aram Bartholl, Dorothée Elisa Baumann, Justin Berry, Julius Brauckmann, Alan Butler, Claude Cahun, Cibelle Cavalli Bastos, Dries Depoorter & Max Pinckers, Philipp Dorl, Constant Dullaart, Harun Farocki, Christopher Graves, Aneta Grzeszykowska, Beate Gütschow, Jon Haddock, Emily Hadrich, Florence Henri, Roc Herms, John Hilliard, Yuyi John, Rindon Johnson, Andy Kassier, Sherrie Levine, Gloria López Cleries & Sive Hamilton Helle, René Mächler, Taiyo Onorato & Nico Krebs, Joan Pamboukes, Steven Pippin, Michael Reisch, Tabor Robak, Ria Patricia Röder, Lorna Ruth Galloway, Ed Ruscha, Emma Agnes Sheffer, Cindy Sherman, Guido Segni, Andrew Stine, Petra Szemán, Akihiko Taniguchi, Danielle Udogaranya, Coralie Vogelaar, Tamás Waliczky und Ai Weiwei.

 

 

14.05.2021 - 26.09.2021
Fotoausstellung München . Einen Meister der inszenierten Fotografie stellt die Kunsthalle München mit dem niederländischen Fotografen Erwin Olaf vor. Ausgewählte Fotografien, Videos, Skulpturen und Multimediainstallationen aus vierzig Schaffensjahren zeigen in loser Chronologie Olafs Entwicklung vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er- zum raffinierten Geschichtenerzähler der 2000er-Jahre. Bis 26. September 2021
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Erwin Olaf. Unheimlich schön
Fotoausstellung München . Einen Meister der inszenierten Fotografie stellt die Kunsthalle München mit dem niederländischen Fotografen Erwin Olaf vor. Ausgewählte Fotografien, Videos, Skulpturen und Multimediainstallationen aus vierzig Schaffensjahren zeigen in loser Chronologie Olafs Entwicklung vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er- zum raffinierten Geschichtenerzähler der 2000er-Jahre. Bis 26. September 2021

Erwin Royal-Blood_Di-†-1997_2000

Royal-Blood Di † 1997-2000

 

In den Niederlanden gehört der Fotograf Erwin Olaf (*1959) zu den berühmtesten Künstlern der Gegenwart. Nun widmet ihm die Kunsthalle München die erste große Retrospektive in Deutschland. 

 

INSZENIERTE WELTEN

 

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Berlin Stadtbad Neukölln, 23rd of April 2012

 


Für die Verwirklichung seiner Serien arbeitet Erwin Olaf unter anderem mit Bühnen- und Maskenbildner*innen zusammen. Er erschafft eigene Welten, die unserer Alltagswelt zum Verwechseln ähneln und dennoch Rätsel aufgeben. Hinter ihrer makellos-plakativen, aus Film- und Werbeindustrie entlehnten Ästhetik werden gesellschaftskritische Fragen nach Selbstbestimmung, Gleichberechtigung oder Demokratie verhandelt. Bewusst gestaltet Olaf die Erzählungen seiner Bilder bedeutungsoffen: Es bleibt den Betrachter*innen überlassen, sich den Anspielungen gegenüber zu öffnen und die Leerstellen mit eigenen Assoziationen und Interpretationen zu füllen.

 

ZWISCHEN POLITIK UND POESIE

 

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Ladies-Hats Jeremiah II FC 2020


Wie ein roter Faden zieht sich Olafs politisches und soziales Interesse durch sein gesamtes Œuvre. Bei seinem engagierten Einsatz für eine tolerantere Gesellschaft schreckt er vor keiner Kontroverse zurück. Besonders in seinem Frühwerk setzte er dabei auf das Mittel der Provokation. Auch in seinem aktuellen Schaffen bezieht er sich auf polarisierende gesellschaftliche Debatten, wie etwa über den Klimawandel, Flüchtlingskrisen oder die Covid-19-Pandemie. Seit den 2000er-Jahren schlägt der Künstler jedoch ruhigere Töne an und nimmt Gefühle und Stimmungen in den Fokus – wie etwa den Moment nach einer erschütternden Nachricht, in dem sich die Trauer Bahn bricht (Grief, 2007) oder den unbestimmten Schwebezustand des Wartens (Waiting, 2014).

 

 

VORBILD MALEREI

 

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Im Wald Porträt-III  2020


Bereits in seinem Frühwerk ließ sich Olaf von den Gemälden alter Meister, wie den Selbstbildnissen Rembrandts, inspirieren (Ladies Hats, 1985–2020). Auch bei seiner neuesten Serie Im Wald (2020), die er eigens für die Ausstellung in der Kunsthalle München in den bayerischen und österreichischen Alpen fotografierte, stand die Malerei Pate. Hier waren es vor allem Künstler des 19. Jahrhunderts, wie etwa der Romantiker Caspar David Friedrich, der Symbolist Arnold Böcklin oder der Münchner Malerfürst Franz von Lenbach, an denen er sich orientierte. Durch diese Anleihen sowie eine besonders ausgefeilte Lichtführung erlangen Olafs Fotografien bisweilen eine fast malerische Qualität.

 

ZWISCHEN FAKT UND FIKTION

 

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Palm-Springs The-Family-Visit The-Niece 2018


Das Ausloten des Verhältnisses zwischen Fakten und Fiktionen ist bis heute ein wesentliches Merkmal von Olafs künstlerischem Schaffen. Seit Beginn der 2000er-Jahre nutzt er zu diesem Zweck auch die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung. So inszenierte er in seiner Serie Royal Blood (2000) seine Modelle als berühmte Unfall-, Anschlags- und Mordopfer der Weltgeschichte: von Sissi bis Prinzessin Diana. Es entstanden Bilder, die auf eindrückliche Weise die Möglichkeit visueller Manipulation offenlegen. Was erkennen wir und wie werden wir zu dieser Erkenntnis verleitet? Das ist eine Kernfrage von Olafs Schaffen, in dem er stets auch die Macht der Bilder in unserer Gesellschaft hinterfragt.

 

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Erwin Olaf Portrait 2021

 

Kunsthalle München, Theatinerstr. 8, München

 

 

21.04.2021 - 10.10.2021
.Die Leica Galerie Wetzlar zeigt die Ausstellung „Arrivals and Departures“ des dänischen Fotografen Jacob Aue Solol, der in faszinierenden Schwarzweißaufnahmen mit der Leica M Monochrom seine Reiseerlebnisse mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking fotografierte. Bis 27.6.2021
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Jacob Aue Sobol - Arrivals and Departures
.Die Leica Galerie Wetzlar zeigt die Ausstellung „Arrivals and Departures“ des dänischen Fotografen Jacob Aue Solol, der in faszinierenden Schwarzweißaufnahmen mit der Leica M Monochrom seine Reiseerlebnisse mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking fotografierte. Bis 27.6.2021

Leica 2_Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

 

Die Serie „Arrivals and Departures“ des dänischen Fotografen Jacob Aue Sobol (*1976) entstand auf seiner Reise mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking. Doch während der Fahrt ergaben sich kaum Gelegenheiten zum Fotografieren  und  die  Atmosphäre   im  Zug entsprach   nicht  Sobols  Erwartungen. So entschloss er sich, jeweils ein paar Tage inMoskau,Ulaanbaatar und Peking zu verbringen. Hier ließ er sich von den vielen neuen Endrücken inspirieren und fotografierte Landschaften, Straßenszenen,  vor allem aber die Menschen,die er in dieser Zeit kennenlernte. Sobols Motive sind kraftvoll und emotional, insbesondere  seine Porträts  erscheinen  radikal und direkt .In engen Ausschnitten vermitteln die Bilder die Vertrautheit und oft intime Nähe zu seinen neuen Freunden. Für denFotografen wurde dieFahrt durchRussland, die Mongolei und China auch eine Reise zu sich selbst. Die Motive versteht Sobol auch als Aufforderung an den Betrachter, das Bild als Spiegel der eigenen Gefühle zu betrachten.

 

Leica 6_Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

 

Für Sobols expressive, kontrastreiche  schwarzweiße Bildsprache, die sich in den Landschaftsmotiven und Portraits zeigt, war die 2012 erstmals genutzte Leica M Monochrom ein perfekter Reisebegleiter. Mühelos gelang es dem Fotografen, die ihm eigene raue Bildästhetik auch digital fortzuführen.

 

Leica 1_Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

 

Jacob Aue Sobol, 1976 in Kopenhagen geboren, besuchte nach dem Studium am European Film College ab 1998 die Fatamorgana, die dänische Schule für Fotografie und Bildende Kunst. Er lebte in Grönland, Guatemala  und Tokio, ab 2008  begann er in Bangkok und Kopenhagen zu arbeiten. Seine in diesen Ländern entwickelten Serien wurden international ausgestellt und in Bildbänden veröffentlicht. Er wurde 2007 Nominee der Agentur Magnum Photos und ist seit 2012 Vollmitglied. 2008 erhielt er den European Publishers Award for Photography für das Buch „I, Tokyo“.

 

Ein Interview mit Jacob Aue Sobol zu seiner Ausstellung ist auf dem Leica You Tube Kanal zu sehen:

https://www.youtube.com/user/Mrleicacamera

 

 

 

 

21.04.2021 - 10.10.2021
Fotoausstellung Wetzlar . Das Ernst Leitz Museum Wetzlar präsentiert die Ausstellung „The Eyes of Humanity“ des amerikanischen Magnum-Fotografen Steve McCurry – eine persönliche Auswahl aus 40 Jahren. Seine Fotografien erzählen Geschichten und haben Geschichte geschrieben. An der Schnittstelle von Reportage-, Porträt-, Reise- und Landschaftsfotografie gehört der Amerikaner Steve McCurry (*1950) seit langem zu den ganz großen Fotografen unserer Zeit. Bis 10.10.Oktober 2021
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Steve McCurry - „The Eyes of Humanity“
Fotoausstellung Wetzlar . Das Ernst Leitz Museum Wetzlar präsentiert die Ausstellung „The Eyes of Humanity“ des amerikanischen Magnum-Fotografen Steve McCurry – eine persönliche Auswahl aus 40 Jahren. Seine Fotografien erzählen Geschichten und haben Geschichte geschrieben. An der Schnittstelle von Reportage-, Porträt-, Reise- und Landschaftsfotografie gehört der Amerikaner Steve McCurry (*1950) seit langem zu den ganz großen Fotografen unserer Zeit. Bis 10.10.Oktober 2021

Leica CHINA_The Eyes of Humanity © Steve McCurry

CHINA The Eyes of Humanity © Steve McCurry
/ courtesy of the Ernst Leitz Museum, Wetzlar 2021

 

 

Für die Ausstellung „The Eyes of Humanity“ im Ernst Leitz Museum Wetzlar hat der Magnum-Fotograf eine persönliche Auswahl von rund 90 Farb-Motiven getroffen: Bilder, die ihm besonders am Herzen liegen und gleichzeitig einen wunderbaren Überblick auf sein reiches Lebenswerk geben. Die Fotografien entstanden in den letzten vier Jahrzehnten in insgesamt 26 Ländern. Dabei sind Motive aus Krisen- und Katastrophengebieten, wie den brennenden Ölfeldern in Kuwait 1991 oder aus den zerstörten Türmen des World Trade Centers in New York 2001, genauso wie beeindruckende Landschafts- und Alltagsszenen, vor allem aber Aufnahmen, die vom Schicksal der unterschiedlichsten Menschen und Lebensgemeinschaften auf der Welt berichten. 

 

Leica AFGHAN GIRL_The Eyes of Humanity © Steve McCurry

AFGHAN GIRL The Eyes of Humanity © Steve McCurry''
/ courtesy of the Ernst Leitz Museum, Wetzlar 2021

 

 McCurrys Werk steht in der Tradition einer humanistischen Fotografie und überwindet sprachliche und kulturelle Grenzen. Intensive Porträts aus Pakistan, Tibet, Äthiopien oder Ecuador: der unerschütterliche Optimismus und seine Menschenkenntnis ließen ihn immer wieder Zugang und Vertrauen zu den unterschiedlichsten Menschen finden. Nicht fehlen darf in der Ausstellung sein berühmtestes Bild: das „Afghanische Mädchen“, das McCurry 1984 in einem Flüchtlingslager in Pakistan fotografierte, avancierte zu einer weltweit gedruckten fotografischen Ikone. Erst 2002 konnte der Fotograf das bis dahin namenlose Mädchen nach 

langer Suche wiederfinden und die Geschichte von Sharbat Gula fortschreiben. Steve McCurry gelingt es immer wieder, Aufmerksamkeit auf diejenigen zu lenken, die ansonsten unbeachtet blieben. Mit unermüdlicher Energie und empathischer Neugier zeigt er in seinem Werk die betörende Schönheit, aber auch die Abgründe der Welt. 

 

Leica 1_INDIA_The Eyes of Humanity © Steve McCurry

INDIA The Eyes of Humanity
© Steve McCurry 
/ courtesy of the Ernst Leitz Museum, Wetzlar 2021

 

Aktuelle Informationen zu den Öffnungszeiten der Ausstellung „The Eyes of Humanity“ sind auf der Leica Homepage zu finden unter: https://de.leica-camera.com/Leitz-Park/Leitz-Park 

Steve McCurry wurde am 23. April 1950 in Philadelphia, Pennsylvania, USA, geboren. Nach seinem Universitätsabschluss 1978 begann er weltweit zu reisen und zu arbeiten. McCurry hat für alle wichtigen internationalen Magazine gearbeitet, zahlreiche Bildbände veröffentlicht und wurde mit prestigeträchtigen Auszeichnungen geehrt, darunter die Robert Capa Gold Medal, der National Press Photographers Award sowie mehrfach beim World Press Photo Award. Seit 1986 ist er Contributor der Agentur Magnum. Er war der erste Fotograf, der von der Leica Camera AG 2011 in die Leica Hall of Fame berufen wurde. 

Ein Interview mit Steve McCurry zu seiner Ausstellung ist auf dem Leica YouTube Kanal zu sehen: https://www.youtube.com/user/Mrleicacamera 

 

 

10.02.2021 - 23.01.2022
Auch im Jahr 2021 hat das Leopold Museum in Wien eine Reihe spannender Ausstellungen vorgesehen. Darunter sind auch fotografische Leckerbissen wie wechselnde Bilder in der Dauerpräsentation "Wien 1900 Aufbruch in die Moderne" oder zum Herbst die Ausstellung "Ludwig Wittgenstein. Fotografie als analytische Praxis".
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Das Jahr im Leopold Museum Wien
Auch im Jahr 2021 hat das Leopold Museum in Wien eine Reihe spannender Ausstellungen vorgesehen. Darunter sind auch fotografische Leckerbissen wie wechselnde Bilder in der Dauerpräsentation "Wien 1900 Aufbruch in die Moderne" oder zum Herbst die Ausstellung "Ludwig Wittgenstein. Fotografie als analytische Praxis".

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Gruppenaufnahme der Secessionskünstler. Hintere Reihe von links nach rechts: Anton Stark, Gustav Klimt (im Malerkittel), Adolf Böhm, Wilhelm List, Maximilian Kurzweil, Leopold Stolba, Rudolf Bacher. Vordere Reihe: Koloman Moser, Maximilian Lenz, Ernst Stöhr, Emil Orlik, Carl Moll. und Kolo Moser (vor Klimt sitzend). 

Photographie von Moriz Nähr. April 1902

 

Ab der für 10. Februar vorgesehenen Öffnung nach dem aktuellen Lockdown zeigt das Leopold Museum wieder die mehr als 1.300 Objekte umfassende Dauerpräsentation Wien 1900. Aufbruch in die Moderne, wobei Grafiken, Fotografien und Archivalien regelmäßig getauscht werden und für reichlich Abwechslung innerhalb der Wien 1900-Ausstellung sorgen. Immer wieder wird die Dauerpräsentation auch durch Neuerwerbungen und (Dauer-)Leihgaben ergänzt. Die Präsentation spannt einen Bogen von ca. 1870 bis 1930 und zeichnet sich durch mediale Vielfalt aus, die von Malerei, Grafik, Skulptur und Fotografie über Archivalien, Glas, Keramik, Metall, Textilien, Leder und Schmuck bis hin zu Möbelstücken und Wohnungseinrichtungen reicht. Aus konservatorischen Gründen werden Fotografien, grafische Arbeiten und Archivalien regelmäßig ausgetauscht, wodurch neue Blickwinkel entstehen.

Zwei Ausstellungen, deren Start von Sommer 2019 auf den Spätherbst verschoben werden mussten und die bisher lediglich wenige Tage im Dezember 2020 zu sehen waren – Emil Pirchan. Visuelle Revolution und Inspiration Beethoven. Eine Symphonie in Bildern aus Wien 1900 zum 250. Geburtstag des Komponisten werden bis 6. Juni verlängert.

Emil Pirchan - Visuelle Revolution

 

Leopold Pirchon

Fotoatelier A. Frankl, Berlin, Emil Pirchan mit Masken im Berliner Atelier, 1923 © Sammlung Steffan/Pabst, Zürich, Foto: Sammlung Steffan/Pabst, Zürich © Nachlass Emil Pirchan, Sammlung Steffan/Pabst, Zürich

 

Bis 05.04.2021 Emil Pirchan (1884–1957) war ein Pionier des expressionistischen Bühnenbildes, aber auch fantasiereicher Plakatgestalter, der im konkurrenzstarken Metier Werbegrafikbeträchtliche Erfolge feierte. Zudem war er Kostümbildner, Designer, Buchillustrator, Autor mehrerer Künstlermonografien, Romancier, Lehrer und noch etliches mehr. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Museum Folkwang in Essen.

 

 

Ludwig Wittgenstein. Fotografie als analytische Praxis 24.09.2021–23.01.2022
KuratorInnen: Verena Gamper, Gregor Schmoll

 

Leopold Ruff

 

Thomas Ruff, Anderes Porträt Nr. 109A/32, 1994/95
© Courtesy Thomas Ruff, Foto: Thomas Ruff © Bildrecht Wien, 2021

 

In dieser Ausstellung, die auf die Leidenschaft des Philosophen Ludwig Wittgenstein für die Fotografie fokussiert, steht erstmals sein Wirken als Autor, Sammler und Arrangeur von Fotografien im Mittelpunkt. Gezeigt wird das unveröffentlichte Fotoalbum der 1930er-Jahre, ein Kompositporträt aus Aufnahmen der Schwestern Wittgensteins und jener des Philosophen, inszenierte Selbstporträts, Aufnahmen des Haus Wittgenstein, Auszüge der Nonsense Collection und die Ansichtskartenkorrespondenz Wittgensteins.

 

 

Leopold 5407_WITTGENSTEIN_04

Ludwig Wittgenstein/Moriz Nähr, Kompositporträt Hermine, Helene, Margarethe und Ludwig Wittgenstein, undatiert
© The Ludwig Wittgenstein Archive Cambridge, Foto: The Ludwig Wittgenstein Archive Cambridge

 

Seine Arbeiten werden mit der fotografischen Praxis und Theorie zeitgenössischer KünstlerInnen wie Baldessari, Bechtold, Boltanski, Darboven, Förg, Goldin, Jürgenssen, Lombardi, Maurer, Polke, Ruff, Sherman, Sieverding, Spiluttini, Warhol, Weibel, Zobernig u. a. in Dialog gesetzt. Die auch experimentelle Auseinandersetzung der Familie Wittgenstein mit dem Medium Fotografie wird in Form einer historisch-biografischen Rückblende vorgestellt und es wird dazu eingeladen, Wittgensteins Verständnis des Mediums für eine zeitgenössische Re-Vision fruchtbar zu machen.

 

 

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