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Fotoausstellungen

29.07.2021 - 17.09.2021
Fotoausstellung Greifswald . In einem schon 14 Jahre andauerndem Langzeitprojekt erzählt Lois Lammerhuber mit faszinierenden Bildern die wunderbare Geschichte von all dem, was man nicht sehen kann, wenn man sich eine Karte für einen Abend in der Wiener Staatsoper kauft. Es berichtet von einer magischen Welt, die sich entfaltet, wenn man das historische Gebäude an der Ringstraße durch das sogenannte „Bühnentüre“ betritt – und beginnt, die Welt „da draußen“ völlig zu vergessen. Ausgestellt sind die Motive der Wiener Opernwelt in der STP Galerie vom 29.7. bis 17.9.2021
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Lois Lammerhuber - On Stage
Fotoausstellung Greifswald . In einem schon 14 Jahre andauerndem Langzeitprojekt erzählt Lois Lammerhuber mit faszinierenden Bildern die wunderbare Geschichte von all dem, was man nicht sehen kann, wenn man sich eine Karte für einen Abend in der Wiener Staatsoper kauft. Es berichtet von einer magischen Welt, die sich entfaltet, wenn man das historische Gebäude an der Ringstraße durch das sogenannte „Bühnentüre“ betritt – und beginnt, die Welt „da draußen“ völlig zu vergessen. Ausgestellt sind die Motive der Wiener Opernwelt in der STP Galerie vom 29.7. bis 17.9.2021

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Wiener Oper
Lois Lammerhuber/Photoagentur Lammerhuber

 

Die Ausstellung zeigt was geschehen muss, damit sich am Abend der Bühnenvorhang über den vorbereiteten Dekorationen eines Opernhauses heben kann. Es zeigt das Zusammenwirken von hunderten Menschen in höchst qualifizierten Berufen, die man nur zum Teil oder gar nicht lernen kann – außer man übt sie aus: Schnürboden, Versenkung, Requisite, … und es zeigt wie im wahrsten Sinn des Wortes jeder Griff sitzen muss, um gigantische Bühnentechnik in kürzester Zeit umzusetzen. On Stage erlaubt den Blick nicht nur hinter die Bühne sondern auch auf, unter und neben die Bühne – zu den geheimnisvollen Orten einer vorbereitenden Dramaturgie, die genauso dramatisch ist wie das Stück selbst.

 

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Wiener Opernball
Lois Lammerhuber/Photoagentur Lammerhuber

 

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Wiener Staatsoper, Oper, Aufstieg und fall der Stadt Mahagonny, Kostüme, Art for Art,
KS Angelika Kirchschlager

Lois Lammerhuber/Photoagentur Lammerhuber

 

Lois Lammerhuber ist Fotograf und Verleger. Er hat mehr als 1000 Reportagen erarbeitet, davon rund 250 für die Zeitschrift GEO. Dazu kommen 80 Bücher und hunderte Magazincover. Er erhielt für seine Fotos zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem dreimal den „Graphis Photo Award“ für die weltweit beste Reportage des Jahres. Seit 1994 ist Lammerhuber Mitglied des Art Directors Club New York.

Im Jahr 2009 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Silvia Lammerhuber den Verlag Edition Lammerhuber, der seither mit über 200 Preisen bedacht wurde, unter anderem beim Art Directors Club New York und beim Deutschen Fotobuchpreis. 2013, 2015 und 2017 wurde die Edition Lammerhuber von der Federation of European Photographers (FEP) als bester Fotobuchverlag Europas ausgezeichnet.

Seit 2018 ist eLois Lammerhuber Direktor des Festivals La Gacilly-Baden Photo.

 

15.07.2021 - 12.09.2021
Das Kunstfoyer der Versicherungskammer zeigt eine Ausstellung mit den Werken des US-amerikanische Magnum-Fotograf Matt Black aus seinem Projekt "American Geography" für das er über 100.000 Meilen durch 46 US-Bundestaaten, darunter Kalifornien, Oregon, Louisiana, Tennessee und New York reiste. 78 Exponate dieser Reisen bilden den Fokus der von Isabel Sieben gemeinsam mit dem Fotografen kursierten Ausstellung, die im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung in München präsentiert werden. Bis 12.9.2021
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Matt Black: American Geography
Das Kunstfoyer der Versicherungskammer zeigt eine Ausstellung mit den Werken des US-amerikanische Magnum-Fotograf Matt Black aus seinem Projekt "American Geography" für das er über 100.000 Meilen durch 46 US-Bundestaaten, darunter Kalifornien, Oregon, Louisiana, Tennessee und New York reiste. 78 Exponate dieser Reisen bilden den Fokus der von Isabel Sieben gemeinsam mit dem Fotografen kursierten Ausstellung, die im Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung in München präsentiert werden. Bis 12.9.2021

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Pine Ridge, South Dakota, USA, 2016 © Matt Black / Magnum Photos

 

Der US-amerikanische Magnum-Fotograf Matt Black (*1970) hat in seinen Arbeiten immer wieder den Zu- sammenhang zwischen Migration, Armut, Landwirtschaft und der Umwelt in seiner Heimat Kalifornien und in Süd-Mexiko dokumentiert. Für sein Projekt "American Geography" reiste er über 100.000 Meilen durch 46 US-Bundestaaten, darunter Kalifornien, Oregon, Louisiana, Tennessee und New York. Auf diesen Road Trips besuchte Black Gemeinden, deren Armutsquote über 20 Prozent liegt und die wie auf einer Landkarte mitein- ander verbunden werden können.

 

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Allensworth, California, USA, 2014 © Matt Black / Magnum Photos

 

Mit der Ausstellung "American Geography" von Matt Black setzt das Kunstfoyer die Reihe engagierter Do- kumentarfotografen fort, welche stark auf gesellschaftspolitische und soziale Bedingungen des Lebens eingehen. Mit seinen großformatigen quadratischen Schwarz-Weiß-Bildern und überwältigenden Landschaftspanoramen zeigt uns Black ein Land fern der unbegrenzten Möglichkeiten und eine amerikanische Gesellschaft, die größten- teils von Armut, Chancenlosigkeit und politischer Resignation geprägt ist.

 

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Fulton, Kentucky, USA, 2017 © Matt Black / Magnum Photos

 

"American Geography" konzentriert sich auf die am stärksten benachteiligten Orte und ihre Bewohner in den USA. Matt Black fotografierte dazu in den Wüsten im Südwesten über den Black Belt im Südosten bis hin zu den postindustriellen, ehemaligen Fabrikstädten im Mittleren Westen und Nordosten. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Wenn Fotografie dazu beitragen kann, Fakten und Zahlen zu humanisieren, so zeigt die Karte das Ausmaß des Problems. Dieses Aufzeigen einzelner Notlagen wird damit zum Schlaglicht für ein landesweites Thema.

Matt Black wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem W. Eugene Smith Award (2015), dem Robert F. Kennedy Journalism Award (2016) und zuletzt 2018 für seine Arbeit in Puerto Rico. Weitere Auszeichnungen erhielt er vom Magnum Foundation Emergency Fund, dem Pulitzer Center on Crisis Reporting und dem Center for Cultural Innovation. Die von Olympus unterstütze Ausstellung AMERICAN GEOGRAPHY wird im Anschluss im ICP International Center of Photography in New York gezeigt.

Blacks Werk "American Geography" wird in der Ausstellung in seiner Gesamtheit präsentiert, ergänzt um einen Filmbeitrag, persönliche Tagebucheinträge und Objekte, dieer auf seinen Reisen fand.

Es erscheint eine Publikation zu "American Geography", hrsg. von Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung und Deichtorhallen - Haus der Photographie, 68 Seiten, 80 Fotogra en. Porträtformat: 290 x 580 mm. Englisch. Preis: 40,- €.

 

 

 

14.07.2021 - 22.08.2021
Fotoausstellung Hannover . GAF, Galerie für Fotografie zeigt Bilder zum Thema Corona. Dem haben sich die FotografInnen auf ganz eigene Art genähert. Sowohl was die Themen ihrer Bilder betrifft, als auch die fotografische Handschrift, mit der sie Corona fotografiert haben. Die beteiligten Fotografen sind Peter Turnley, André Lützen, Helena Manhartsberger & Rafael Heygster, Niklas Görke, Ingmar Björn Nolting, Florian Müller. 14.7. bis 22.8.2021
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Lockdown Corona
Fotoausstellung Hannover . GAF, Galerie für Fotografie zeigt Bilder zum Thema Corona. Dem haben sich die FotografInnen auf ganz eigene Art genähert. Sowohl was die Themen ihrer Bilder betrifft, als auch die fotografische Handschrift, mit der sie Corona fotografiert haben. Die beteiligten Fotografen sind Peter Turnley, André Lützen, Helena Manhartsberger & Rafael Heygster, Niklas Görke, Ingmar Björn Nolting, Florian Müller. 14.7. bis 22.8.2021

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Foto Peter Turnley

 

Corona hat sich in die Geschichte der Welt unauslöschlich eingeschrieben hat und ist mit seinen tragischen und existenziellen Auswirkungen zu einem historischen Ereignis geworden. Viele damit verbundene Geschehnisse und Situationen sind unserer Alltagssicht auf die Pandemie verborgen geblieben. Die Ausstellung zeigt eine spannende Sicht der Dinge.

 

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Foto Peter Turnley

 

Der Amerikaner Peter Turnley zählt zu den bekanntesten Fotojournalisten der Gegenwart. Er hat in über 90 Ländern der Welt 40 Jahre lang die wichtigsten Ereignisse von internationaler geopolitischer und historischer Bedeutung fotografiert.43 Mal wurde eines seiner Bilder das Titelbild des amerikanischen Nachrichtenmagazins Newsweek und für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Preise und drei Ehrendoktorwürden amerikanischer Universitäten. In der GAF zeigen wir einen großen Ausschnitt seines Buchprojektes »A New York-Paris Visual Diary-The Human Face of Covid-19«. In klassischem Schwarzweiß fotografiert, betrachtet Turnley dieses frei finanzierte Projekt, das er in seinen Wohnorten New York und Paris fotografiert hat, als eine »visuelle Hommage an die Menschlickeit aller Helden und Opfer des Weltkrieges gegen den unsichtbaren Feind Covid-19«.

 

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Foto André Lützen / Restricted Area 

 

»Restrected Area« lautet der Ttel der Arbeit des Hamburger Fotografen André Lützen.Darin zeigt er Bilder öffentlicher Räume, die normalerweise Orte der Kommunikation, der Begegnung und der Konfrontation sind. Die Pandemie hat den Blick auf diese öffentlichen Räume verändert. Begrenzungen und Abstandsregeln bestimmen unsere Bewegungen. Absperrbänder, Schutzfolien, Abstandsmarkierungen sind die neuen Zeichen und Bilder dieses Teils unsere Geschichte. Nur in der Dunkelheit mit künstlichem Licht fotografiert, wirken seine Bilder wie polizeiliche Tatortfotos. André Lützen hat an der HfbK Hamburg studiert und am ICP in New York. Seine Bilder wurden vielfach ausgezeichnet und u.a. in den Deichtorhallen Hamburg, den Krefelder Kunstmuseen und der Hamburger Kunsthalle ausgestellt.

 

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Foto Helena Lea Manhartsberger und Fotograf Rafael Heygster
»Corona Rhapsody« 

 

Die Fotografin Helena Lea Manhartsberger und der Fotograf Rafael Heygster betrachten ihre Arbeit »Corona Rhapsody« als einen Diskussionsbeitrag zu der Frage, was sich in unserer Gesellschaft durch die Pandemie verändert. Ihnen erging es wie den meisten von uns, sie fühlten sich am Anfang der Pandemie »wie in einem surrealen Traum«. Dem haben sie mit dem Fotografieren vieler verschiedener Aspekte und Szenarien der Pandemie Rechnung getragen. Obwohl dokumentarisch fotografiert, wirken ihre mit Blitzlicht beleuchteten Fotos wie theatralische Inszenierungen.
Beide studieren an der Hochschule Hannover Fotojournalismus und Dokumentarfotografie und waren für Auslandssemester in  Aarhus und Jakarta (Manhartsberger) und Aarhus (Heygster). Heygsters Fotoprojekte wurden mehrfach national und international ausgezeichnet.

 

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Foto Niklas Görke / Tin City

 

Der distopischen Wirkung der Arbeit »Tin City« des Frankfurter Fotografen Niklas Görke, aufgenommen während der Corona-Pandemie in Frankfurt am Main, kann man sich kaum entziehen. Geschuldet ist das auch der ungewöhnlichen Technik des Fotografen. Ausgerüstet mit einem Lastenfahrrad, das er als ein mobiles Labor umgerüstet hat, sind seine Fotografien in dem uralten Kollodiumverfahren aufgenommen worden. Dafür musste er die Aluplatten kurz vor der Aufnahme mit einer lichtempfindlichen Schicht überziehen, in feuchtem Zustand mit einer Großbildkamera ca. 5 Minuten lang belichten und umgehend unter Rotlicht entwickeln. Die Spuren des Prozesses, Verunreinigungen der Chemie und Staub bilden sich ebenfalls auf der Platte ab, die so den Schmutz und Staub der Stadt in sich trägt und den Corona-Lockdown geradezu endzeithaft abbildet.

 

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Foto Ingmar Björn Nolting.  »Measure and Middle«

 

Kaum jemand hat in Deutschland das Leben während der Corona-Pandemie so breit dokumentiert wie der junge Leipziger Fotograf Ingmar Björn Nolting.  »Measure and Middle«, so der Titel seiner Arbeit, bezieht sich auf ein Zitat der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die sprach sich am Beginn der Pandemie in Deutschland für ein Vorgehen mit »Maß und Mitte« aus. Seit März 2020 verfolgt der Fotograf die Pandemie in Deutschland, um ein umfassendes und persönliches Dokument zu schaffen. Dabei sind ihm viele hintergründige Bilder mit sehr großer Tiefe gelungen.
Ingmar Björn Nolting lebt und arbeitet als freiberuflicher Fotograf in Leipzigund ist Mitglied der Agentur laif. Noltings Langzeitprojekte wurden mit nationalen und internationalen Preisen wie dem Getty Reportage Grant, World Report Award und einem VG Bildkunst Stipendium ausgezeichnet. Seine Bilder wurden u.a. im TIME Magazine, ZEIT Magazin, GEO und Stern verö?entlicht.

 

Die letzte ausgestellte Arbeit hat keine klassische Autorenschaft. Sie besteht aus Fotografien, die während der Corona-Pandemie in vielen Ländern der Welt von Überwachungskameras gemacht wurden. Mal unscharf, oder mit Farbrauschen und Farbverschiebungen. Aufgenommen an öffentlichen Plätzen, in Unternehmen, Schulen, Häusern. Auch sie vermitteln einen Aspekt des Corona-Alltags. Gesammelt und für den Bildschirm aufbereitet hat sie der hannoversche Fotograf Florian Müller.

 

GAF Galerie für Fotografie, Seilerstraße 15d

02.07.2021 - 04.09.2021
Fotoausstellung München . Die Düsseldorfer Fotokunst ist seit mehr als 40 Jahren ein wesentlicher Bestandteil des Programms der renommierten Münchner Galerie Rüdiger Schöttle. Diese Ausstellung konzentriert sich auf unterschiedliche Werkzyklen von Elger Esser, Candida Hörer, Thomas Ruff und Thomas Struth, die bereits kurz nach ihrem Studium in der Galerie ausstellten. Bis 4.9.2021
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Focus on Photography
Fotoausstellung München . Die Düsseldorfer Fotokunst ist seit mehr als 40 Jahren ein wesentlicher Bestandteil des Programms der renommierten Münchner Galerie Rüdiger Schöttle. Diese Ausstellung konzentriert sich auf unterschiedliche Werkzyklen von Elger Esser, Candida Hörer, Thomas Ruff und Thomas Struth, die bereits kurz nach ihrem Studium in der Galerie ausstellten. Bis 4.9.2021

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Die Ausstellung "Focus on Photography" in der Galerie Rüdiger Schöttle

 

Elger Esser, Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth haben den Paradigmenwechsel von der Fotografie zur Fotokunst maßgeblich geprägt und gehören zu den bekanntesten FotokünstlerInnen der Gegenwart.

 

 

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Elger Esser
Beauduc IV, Frankreich 2009, 2009

Copyright© Elger Esser, VG Bild-Kunst, Bonn 2021

 

 

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 Thomas Ruff
tableau chinois_06 I, 2021, C-Print, 185 x 240 cm, Edition 2/4
Photographer
Copyright© Thomas Ruff, VG Bild-Kunst, Bonn 2021

 

 

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Schöttle Höfer 259 Kopie

Candida Höfer
Teatro della Pergola Firenze II 2008, , C-Print, 180 x 246,9 cm, Edition 5/6
Photographer
Copyright© Candida Höfer, VG Bild-Kunst, Bonn 2021

 

Schöttle Struth 214 Kopie neu

Thomas Struth
Outskirts of Ramallah, Ramallah 2011, 2011, InkJet Print, 130 x 163 cm, Edition 4/6 Photographer
Copyright© Thomas Struth, VG Bild-Kunst, Bonn 2021

 

 

 

 

Darüber hinaus sind Werke des chinesischen Fotokünstlers Chen Wei aus seinem bekannten Nachtclub Zyklus zu sehen. In formal wie inhaltlich argumentierenden Werken, die den Natur- und Lebensraum des Menschen befragen, haben sich interessante politische und ästhetische Gegenüberstellungen ergeben. 

 

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Chen Wei
In The Waves (Orange), 2013, Archival Inkjet Print, 100 x 125 cm,
Editon 2/3 + 1 AP 
Photographer

 

 

Galerie Rüdiger Schöttle, Amalienstrasse 41, München

25.06.2021 - 26.09.2021
Fotoausstellung Essen . Das Museum Folkwang zeigt mit The Fall die erste Überblicksausstellung zum fotografischen und filmischen Werk von Tobias Zielpony (*1973 Wuppertal) . Zielony steht in einer langen Traditionslinie künstlerischer Fotografie und gilt vielen jüngeren Bildermacher:innen als wegweisend.  Die Ausstellung Tobias Zielpony - The Fall präsentiert insgesamt elf Videoarbeiten, sieben Fotoserien, zwei Rauminstallationen und eine digitale Diashow mit allein rund 150 Fotografien. Bis 26.9.2021
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Tobias Zielony - The Fall
Fotoausstellung Essen . Das Museum Folkwang zeigt mit The Fall die erste Überblicksausstellung zum fotografischen und filmischen Werk von Tobias Zielpony (*1973 Wuppertal) . Zielony steht in einer langen Traditionslinie künstlerischer Fotografie und gilt vielen jüngeren Bildermacher:innen als wegweisend.  Die Ausstellung Tobias Zielpony - The Fall präsentiert insgesamt elf Videoarbeiten, sieben Fotoserien, zwei Rauminstallationen und eine digitale Diashow mit allein rund 150 Fotografien. Bis 26.9.2021

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Tobias Zielony
Aral-1, 2004 aus der Serie Tankstelle
Courtesy KOW, Berlin © Tobias Zielony

 

Nur wenige Fotografen seiner Generation haben die gesellschaftlichen und medialen Entwicklungen so aufmerksam beobachtet und in eine zeitgenössische Bildsprache überführt wie Tobias Zielony. Erstmals wird in der Ausstellung so ein umfassender Blick auf Zielonys künstlerisches Schaffen der letzten zwanzig Jahre bis heute ermöglicht.

 

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Tobias Zielony
Hansha, 2019
Installationsansicht, HD Video, 6:01 min
Courtesy KOW, Berlin © Tobias Zielony

 

 

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Tobias Zielony
Cover, 2017 aus der Serie Maskirovka
Courtesy KOW, Berlin © Tobias Zielony

 

Ausgehend von frühen Arbeiten wie Curfew (2001), Tankstelle (2004) oder Big Sexyland (2006) leitet der Ausstellungsparcours in lockerer Chronologie durch Zielonys Werk. Neben bekannten Serien wie seinem Biennale-Beitrag The Citizen (2015) und den Stop-Motion-Videos Vele (2009/10) und Maskirovka (2016/17) wird auch die erst selten gezeigte und in Japan entstandene Videoarbeit Hansha (2019) zu sehen sein. Der Rundgang endet mit der neuen Videoarbeit Apollo (2021) und der neu entwickelten Rauminstallation The Fall (2021), die beide erstmals im Rahmen der Ausstellung präsentiert werden. 

 

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Tobias Zielony
Make Up, 2017
aus der Serie Maskirovka
Courtesy KOW, Berlin © Tobias Zielony

 

Mit der Arbeit The Fall nimmt Tobias Zielony Bezug auf die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend veränderten Produktions- und Distributionsmöglichkeiten fotografischer Bilder – derer er sich selbst bedient. Mittels Instagram lässt er seine „Community“ an seiner künstlerischen Arbeit teilnehmen, schöpft aber auch aus ihr. The Fall spiegelt diese neuen und offenen Produktionsweisen wider. In Form eines sich selbst permanent überschreibenden Archivs reihen sich an den Wänden über vierzig Bilder aneinander und übereinander. In der Mitte des Raums wird mit einer abstrahierten Plattform und Skater-Rampe ein symbolischer Stadtraum geschaffen, der Treffpunkt und Ort des Verweilens sein kann und auch als Bühne fungiert, u. a. für das Workshop-Programm zur Ausstellung. 

 

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Tobias Zielony
Red Mask, 2019
Courtesy KOW, Berlin © Tobias Zielony

 

 

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Tobias Zielony als Vertrauter und Beobachter mit seiner Kamera begleitet, bewegen sich meist in urbanen Räumen und städtischen Randzonen, gehören mal der Techno-, LGBTQIT*- und auch Skater-Szene an, oder sind aus Afrika nach Deutschland geflüchtet. Zielony ist weltweit unterwegs, um seine Protagonist:innen zu finden, und lässt sich von seiner inneren Neugier leiten, die ihn zu immer neuen Begegnungen mit jungen 

Menschen in ihrem sozialen Umfeld führen – sei es in Neapel in einem von der Camorra beherrschten Wohnviertel oder im subkulturellen und queeren Underground in Kiew. Dabei arbeitet er an der Schnittstelle zwischen fiktiven und dokumentarischen Behauptungen und erforscht die politischen und ästhetischen Potenziale, aber auch die Grenzen des Dokumentarischen. Seine fotografischen wie filmischen Arbeiten sind geprägt von einem kritischen Verständnis des Genres und dem Streben nach Selbstbestimmung und Emanzipation der Protagonist:innen. 

Tobias Zielony setzt sich in seinen Arbeiten immer wieder mit dem Begriff der Jugendkultur in Bezug auf Herkunft, Repräsentation und Mode und der damit einhergehenden Definition von Identität in der sich verändernden medialen Wirklichkeit auseinander. Das Aufkommen sozialer Netzwerke und der damit einhergehende Austausch unzähliger fotografischer Bilder haben die Idee des Selbst und die Formen von (Selbst-)Repräsentation grundlegend verändert. Zielony zeigt seine Protagonist:innen als selbstbewusste Teilnehmende in diesem Wechselspiel, die trotz kultureller und sozialer Unterschiede in einem globalen Kosmos sozialer Codes und Selbstbildnisse agieren. 

Tobias Zielony, geb. 1973 in Wuppertal, lebt in Berlin

 

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Tobias Zielony
Snakepool, 2020
Courtesy KOW, Berlin © Tobias Zielony

 

Im Verlag Spector Books erscheint eine Publikationsreihe mit sechs Ausgaben: ausgewählte Foto- und Videoarbeiten von Tobias Zielony treffen darin auf Texte der Autor:innen Sophia Eisenhut, Joshua Groß, Dora Koderhold, Enis Maci, Mazlum Nergiz und Jakob Nolte. 

 

Folkwang Museum,  Museumsplatz 1, Essen

 

 

12.06.2021 - 19.12.2021
Ausstellung Düsseldorf . Der Blick auf Plakate, Kunstdrucke, Bücher, Broschüren, Zeitschriften, Einladungskarten in Kombination mit analog gefertigten Fotografien vermittelt einen lebhaften Eindruck der vielen Auftritte und Lesarten, die die Motivwelt von Bernd und Hilf Becher zwischen den 1960er- und 2010er-Jahren international durchlaufen hat. 12.6. bis 19.12.2021
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Bernd & Hilla Becher: Photo & Druckgraphik
Ausstellung Düsseldorf . Der Blick auf Plakate, Kunstdrucke, Bücher, Broschüren, Zeitschriften, Einladungskarten in Kombination mit analog gefertigten Fotografien vermittelt einen lebhaften Eindruck der vielen Auftritte und Lesarten, die die Motivwelt von Bernd und Hilf Becher zwischen den 1960er- und 2010er-Jahren international durchlaufen hat. 12.6. bis 19.12.2021

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Fotografien von Bernd und Hilla Becher werden Druckwerken aus dem Gebrauchskontext von Präsentationen und Publikationen gegenübergestellt, die die Entwicklung ihres einflussreichen Werkschaffens wie auch die Rezeptionsgeschichte exemplarisch vor Augen führen.

In ihrem Werk haben sich Bernd und Hilla Becher mit Bauten und Konstruktionen aus dem industriellen Kontext befasst, so in Deutschland, den Beneluxländern, Frankreich, Großbritannien und den USA. Fördertürme, Hochöfen, Kühl- und Wassertürme gehören als fotografische Motive zu den bekannten Erkennungszeichen ihrer Arbeit. Diese erstreckt sich jedoch über dieserart Einzelmotive deutlich hinaus und widmet sich unter der Maßgabe einer eigens für ihre Ansichten formulierten Bildgrammatik zugleich der fotografischen Dokumentation gesamter Industrieanlagen und Landschaften. Dabei hatte das Künstlerpaar sein Motivspektrum bereits in den 1960er-Jahren weitgehend definiert, was die Möglichkeit zur sukzessiven Bearbeitung der Objekt- und Werkreihen gab.

 

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Die Gründe für den Erfolg ihres fotografischen Werks sind ausnehmend komplex. So war es zunächst außergewöhnlich, fast exotisch, dass sie sich in ihrer künstlerischen Arbeit einer Gegenstandswelt zuwendeten, die traditionell allenfalls im angewandten Bereich der Industrie- und Architekturfotografie akzeptiert war. Doch gleichzeitig waren ihre Themen und vor allem ihre formale Interpretation irritierend neu, reizvoll, pur und gegenwartsbezogen. Sie räumten auf mit dem Vorurteil, dass das alltägliche Arbeitsumfeld, speziell in den Regionen des Bergbaus und der Montanindustrie, weit entfernt ästhetischer Reize nichts als Schweiß, schwarzen Rauch und Milieuschilderungen zu bieten hätte.

 

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Ihre sachlich und detailreich registrierten Schwarz-Weiß-Ansichten der in Werkanlagen angetroffenen Bauten, die sie mit Kenntnis um die Funktion und Geschichte der Objekte in Bildgruppen ordneten, fanden somit vor allem auch im Kontext der Minimal- und Konzeptkunst großes Verständnis – auch wenn Bechers selbst ihre Arbeiten gern darüber hinaus in weitere Kreise hinein kommuniziert wussten. Die Werke, die 1969 mit einer Ausstellung in der Kunsthalle Düsseldorf als „Anonyme Skulpturen“ eingeführt wurden, überzeugten zunehmend durch ihre fotografische Präzision, ihre intuitive wie durchdachte Eigenwilligkeit und ihre repetitive Konsequenz. Auch aus der Perspektive des Denkmalschutzes erhielten die Werke von Bernd und Hilla Becher hohe Anerkennung.

Dies spiegelt sich in einer Jahrzehnte währenden Reihe von Ausstellungs- und Publikationsprojekten wider, die Bernd und Hilla Becher gemeinsam mit Institutionen, mit Museen, Galerien und Verlagen durchführten. Abgesehen von Buchpublikationen, sind vermeintlich ephemere Druckwerke, die mit solchen Ereignissen einhergehen, selten zu sehen. Diese erweisen sich jedoch in der aktuellen Ausstellung als aufschlussreiche Dokumente, machen sie nicht allein auf die Wirkungsunterschiede zwischen originaler Fotografie und graphisch eingesetztem und gedrucktem Bild aufmerksam, sondern auch auf den Wandel und die Ansprüche des Kunstbetriebs. Zeitabhängig lassen sich ästhetische und typographische Vorlieben und Gestaltungskonventionen entdecken. Nicht zuletzt sind die hier präsentierten Druckwerke Teil einer wesentlichen Vermittlungsarbeit zwischen Institution, Künstler und Betrachter.

 

Eine Ausstellung von Max Becher in Kooperation mit der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln im Kunstarchiv Kaiserswerth, Düsseldorf.

 

Kunstarchiv Kaieswerth, Suitbertus-Stiftsplatz, Düsseldorf

 

12.06.2021 - 31.07.2021
Fotoausstellung Köln . New York der 70er und 80er Jahre – Joseph Rodriguez sitzt hinter dem Steuer seines Taxis. Während seiner Fahrten entstehen seine ersten fotografischen Werke, die das alltägliche Leben in dieser Zeit aus Sicht eines Arbeiters dokumentieren. "TAXI: Journey Through My Windows 1977 - 1987" vorgestellt in der Galerie Bene Taschen entführt die Betrachtenden in die dreißig Jahre zurückliegende Vergangenheit der amerikanischen Metropole. 12.6. bis 31.7.2021
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Joseph Rodriguez - TAXI
Fotoausstellung Köln . New York der 70er und 80er Jahre – Joseph Rodriguez sitzt hinter dem Steuer seines Taxis. Während seiner Fahrten entstehen seine ersten fotografischen Werke, die das alltägliche Leben in dieser Zeit aus Sicht eines Arbeiters dokumentieren. "TAXI: Journey Through My Windows 1977 - 1987" vorgestellt in der Galerie Bene Taschen entführt die Betrachtenden in die dreißig Jahre zurückliegende Vergangenheit der amerikanischen Metropole. 12.6. bis 31.7.2021

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Joseph Rodriguez Meatpacking District, Greenwich Village, 1984
© Joseph Rodriguez + Courtesy Galerie Bene Taschen

Aus seinem Taxibeginnt Rodriguez, die vorbeirauschenden Momente mit der Kamera festzuhalten. Er fährt von Manhattan in die Bronx, von Queens nach New Jersey, von Brooklyn nach Staten Island, von Downtown nach Uptown, vom Meatpacking District zum East Village und bis nach Midtown Manhattan. Während seiner Touren begegnet er als „fahrender Flaneur“ auch den dunklen Seiten der Straßenszene.

 

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Joseph Rodriguez, TAXI Series, Self Portrait, NY 1984
© Joseph Rodriguez + Courtesy Galerie Bene Taschen

 

 

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Joseph Rodriguez, TAXI Series, Outside the Vault, a popular S&M club, 1984 
© Joseph Rodriguez + Courtesy Galerie Bene Taschen

 

Seine Routen sind unberechenbar, ebenso wie die Begegnungen, die seine Motive bestimmen. Im Vorbeifahren trifft der Blick des Fahrers auf Prostituierte, die auf Kunden warten, Obdachlose, die ein paar Cents erbetteln und triste Fassaden, die in die Höhe zu wachsen scheinen. Im Rück- und Seitenspiegel fliegen die Häuser und Autos vorüber; an der roten Ampel schiebt ein Vater den Kinderwagen über die Straße. Blickt man auf den Rücksitz des Wagens, sitzen dort die Fahrgäste: je nach Tages- oder Nachtzeit wechseln diese von Wohlhabenden der Upper East Side über Partygänger bis hin zu Familien auf dem Weg zur Sonntagsmesse.

 

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Joseph Rodriguez, Taxi series Familiy going to church in Sunday morning, NY 1984
© Joseph Rodriguez + Courtesy Galerie Bene Taschen

 

Wie der Filmklassiker Taxi Driver, der 1976 diese Eindrücke filmisch verarbeitet, fängt Rodriguez das pulsierende Lebensgefühl New York Citys ein. Beide Werke, Film und Fotografie, zeugen von der Faszination rundum die Person Taxifahrer, die wiederum ihre Wagen als stille Beobachtungsposten nutzen. Rodriguez´ Arbeiten erfassen Menschen in einer emotionalen Komplexität und agieren als Nadelöhr für alle Sichten und Geschichten, die er in einem Tagebuch notiert hat. In der Ausstellung sind diese Fotografien als Silver Gelatin Prints zu sehen.

 

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© Joseph Rodriguez + Courtesy Galerie Bene Taschen

 

 

Als ehemals drogenabhängiger Gefängnisinsasse, der durch das Taxifahren und seine Beobachtungen den Weg zur Fotografie gefunden hat, erklärt Rodriguez heute, dass ihm diese damals sein Leben gerettet hat.

Galerie Bene Taschen, Moltkestraße 81, Köln

Besuch nur mit Terminvereinbarung

 

 

05.06.2021 - 10.10.2021
Fotomuseum Winterthur . Die Ausstellung im Fotomuseum Winterthur erkundet die Fotografie als spielerisches Unterfangen und lädt ein, sich mit den spielerischen Aspekten der visuellen Kultur zu beschäftigen. Die Ausstellung untersucht das Verhältnis von Spiel und Bild und stellt dabei unerwartete Verbindungen zwischen der Geschichte der Fotografie sowie den Praktiken der Bildproduktion mit und in Computerspielen her. Bis 10.10.2021
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How to Win at Photography – Die Fotografie als Spiel
Fotomuseum Winterthur . Die Ausstellung im Fotomuseum Winterthur erkundet die Fotografie als spielerisches Unterfangen und lädt ein, sich mit den spielerischen Aspekten der visuellen Kultur zu beschäftigen. Die Ausstellung untersucht das Verhältnis von Spiel und Bild und stellt dabei unerwartete Verbindungen zwischen der Geschichte der Fotografie sowie den Praktiken der Bildproduktion mit und in Computerspielen her. Bis 10.10.2021

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 Ai Weiwei, Study of Perspective - Reichstag, Berlin, Germany, 1999 © Ai Weiwei / 
Mit freundlicher Genehmigung von neugerriemschneider 

 

Die Gruppenausstellung How to Win at Photography umfasst mehr als vierzig Positionen; darunter zeitgenössische als auch historische Arbeiten aus dem 20. Jahrhundert. Durch eine Assemblage von multimedialen Kunstwerken und vernakularen Bildern hinterfragt die Ausstellung den Charakter und die Funktion der Fotografie in der Gegenwart. Die Fotografie ist ihrem Wesen nach spielerisch. Aber Fotografie ist kein freies Spiel. Es gilt Regeln einzuhalten, Fertigkeiten zu beherrschen, Erwartungen zu erfüllen.

 

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Dorothée Elisa Baumann, Take a Better Picture, 2018
© Dorothée Elisa Baumann 

 

Spielen wir mit der Kamera oder spielt die Kamera letztlich mit uns? Haben wir wirklich die Kontrolle oder sind wir nur Spielfiguren in einem grösseren technischen, sozialen, kulturellen und ökonomischen Netzwerk? Was können spielerische Formen der Fotografie auf politischer und gesellschaftlicher Ebene bewirken? Wer oder was vollzieht den Akt des Sehens und Fotografierens – Menschen, Maschinen oder eine Kombination aus beiden? Und schliesslich: Wer spielt mit und wer gewinnt? Dies sind nur einige der Fragen, denen How to Win at Photography nachgeht.

 

 

Thematische Schwerpunkte

Die Ausstellung ist in fünf Kapitel unterteilt: Game Travel – Das Spiel als Reise, Gameplay – Die Regeln des Spiels, Replay – Wiederholung als Spiel, Role Play – Das Spiel mit Identitäten und Camera Play – Das Spiel mit dem Apparat.

 

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 Jon Haddock, Wang Weilin, aus der Serie The Screenshots, 2000
© Jon Haddock 

 

 

Game Travel beleuchtet die Praxis des Fotografierens innerhalb von Videospielen. Die Aufnahme von Screenshots, also von Bildschirm-Schnappschüssen, bei denen ein Teil oder der gesamte Bildschirm abfotografiert oder «eingefroren» wird, ist in der Videospielkultur weit verbreitet. Anstatt ein Videospiel zu spielen, spielen Fotografen und Künstler mit dem Videospiel und setzen sich so auf ungewohnte Weise mit Games auseinander. Screenshots aus Videospielen dienen – insbesondere politischen Organen – jedoch auch der strategischen Desinformation – wie im Fall des russischen Verteidigungsministeriums, welches 2017 einen angeblich «unwiderlegbaren Beweis» dafür postete, dass die US- Streitkräfte die Terrororganisation ISIS unterstützen. Die angeblichen Beweisfotos entpuppten sich bald als eine Reihe von Screenshots aus dem Smartphone-Spiel AC-130 Gunship Simulator: Special Ops Squadron.

Gameplay befasst sich mit der Entstehung von Regeln und Bewertungssystemen in der zeitgenössischen Fotografie. Messbare Werte wie Likes, Shares, Follower oder Reposts treiben die Gamifizierung der visuellen Kultur – die Anwendung spieltypischer Mechanismen in einem nicht gamespezifischen Kontext – stetig voran. Bewertungssysteme für Bilder sind heute zur Normalität geworden, wir alle möchten mit unseren eigenen Bildern punkten. In diesem Kontext können sich Produzenten von Inhalten entweder dem Status quo anpassen, indem sie «erfolgreiche» Bilder herstellen, oder sie können versuchen, die herrschenden Logiken zu unterlaufen, um die Gamifizierung zu hinterfragen, abzulehnen oder zu sabotieren.

 

Das Kapitel Replay erkundet die Praxis des Nachbildens und Neuinszenierens. Während Spiele immer «realistischer» werden und die Realität zunehmend gamifiziert wird, verschwimmen die Begriffe von Original und Kopie. So nutzen beispielsweise Gamer auf der ganzen Welt Kriegssimulationsspiele, um die ikonische Fotografie eines nicht identifizierten Mannes, der auf dem Tiananmen-Platz vor einem Konvoi von Panzern steht, nachzuspielen. Mit Screenshots der Szene lassen sie das Ereignis, welches durch Zensur teils unsichtbar gemacht wird, wieder sichtbar werden. Durch die Aneignung und Rekontextualisierung von Bildern stellen Künstler und Fotografen die vorherrschenden Autoritäten in Frage und bringen Gegenerzählungen hervor, die wiederum die Realität beeinflussen können.

 

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Yuyi John, Julia’s Twitter 2, 2016 © Yuyi John 

 

Role Play widmet sich dem Spiel mit Identitäten. Von fotografischen Porträts bis hin zu Selfies, von Videospiel-Avataren bis hin zu Filmstars – das Rollenspiel ist eine der wenigen Konstanten im ständigen Wandel der Geschichte der Figurendarstellung. Das performative Spiel mit dem eigenen Selbst wird dabei oftmals zu einem ermächtigenden Akt sowie zu einer Kritik an Darstellungstraditionen, die Minderheiten ausschliessen und Regeln, Bezeichnungen und Grenzen dafür festlegen, was gesellschaftlich als «normal» gilt und somit akzeptiert wird.

 

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Aneta Grzeszykowska, Selfie #12, 2014
© Aneta Grzeszykowska / Sammlung Fotomuseum Winterthur 

 

 

Camera Play hinterfragt die Funktion der Kamera und die Art und Weise, wie sie die Realität formt und hervorbringt. Die Kamera wird gemeinhin als Werkzeug von Fotografen verstanden. Doch seit ihren Anfängen haben Künstler sowohl die Regeln als auch die Art und Weise, wie der Apparat die Welt «sieht», hinterfragt. Indem sie mit der Kamera spielen – manchmal gegen ihre vorgesehenen Funktionen –, bringen Fotografen die Ideologien ans Licht, die die Herstellung, die Verbreitung und den Konsum von Bildern bestimmen. Indem sie die Kamera bewusst verfremden, modifizieren, hinterfragen und neu erfinden, können ungewohnte Sehweisen entstehen.

 

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Emma Agnes Sheffer, Canoe, Bildauswahl von Instagram, 2021
© Die AutorInnen und Insta Repeat 

 

«Die Drittel-Regel befolgen, den entscheidenden Moment einfangen, die Belichtungszeit beherrschen, gegen die Kamera spielen, Likes und Follower sammeln, alle Normen und Konventionen brechen, die Apparatur hinterfragen, das Spiel gewinnen – diese Ausstellung erkundet das Spiel als Sprache und Fotografie als eine Art des Sehens.»

 

Marco De Mutiis, Digital Curator, Fotomuseum Winterthur

 

Mit Arbeiten von: Cory Arcangel, Aram Bartholl, Dorothée Elisa Baumann, Justin Berry, Julius Brauckmann, Alan Butler, Claude Cahun, Cibelle Cavalli Bastos, Dries Depoorter & Max Pinckers, Philipp Dorl, Constant Dullaart, Harun Farocki, Christopher Graves, Aneta Grzeszykowska, Beate Gütschow, Jon Haddock, Emily Hadrich, Florence Henri, Roc Herms, John Hilliard, Yuyi John, Rindon Johnson, Andy Kassier, Sherrie Levine, Gloria López Cleries & Sive Hamilton Helle, René Mächler, Taiyo Onorato & Nico Krebs, Joan Pamboukes, Steven Pippin, Michael Reisch, Tabor Robak, Ria Patricia Röder, Lorna Ruth Galloway, Ed Ruscha, Emma Agnes Sheffer, Cindy Sherman, Guido Segni, Andrew Stine, Petra Szemán, Akihiko Taniguchi, Danielle Udogaranya, Coralie Vogelaar, Tamás Waliczky und Ai Weiwei.

 

 

22.05.2021 - 25.07.2021
Ausstellung Braunschweig . Die Duo-Ausstellung im Kunstverein Braunschweig von Karrabing Film Collective und Rory Pilgrim kombiniert bestehende und neu produzierte Filme, Zeichnungen und Objekte zu einem eindringlichen Lebensraum. Dabei beschäftigen die Künstler ökologische Herausforderungen und Formen von Gemeinschaften bzw. spekulative Modelle eines integrativen Zusammenlebens. Bis 25.7.2021
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Karrabing Film Collective / Rory Pilgrim - Where the Tide Takes Us
Ausstellung Braunschweig . Die Duo-Ausstellung im Kunstverein Braunschweig von Karrabing Film Collective und Rory Pilgrim kombiniert bestehende und neu produzierte Filme, Zeichnungen und Objekte zu einem eindringlichen Lebensraum. Dabei beschäftigen die Künstler ökologische Herausforderungen und Formen von Gemeinschaften bzw. spekulative Modelle eines integrativen Zusammenlebens. Bis 25.7.2021

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Karrabing Film Collective, Wutharr, Saltwater Deeams, Still, 2016

 

 

Von dem Rhythmus der Gezeiten getragen, verändert sich die Ausstellung im Laufe der Tage. Rory Pilgrim (*1988, Bristol) arbeitet miteiner Vielzahl an Medien, darunter Songwriting, Komposition, Film,Text, Zeichnung und Live-Performances. Pilgrim realisierte Einzelausstellungen im BadischenKunstverein (2020), bei Between Bridges (2019), in der Andriesse-Eyck Gallery oder der South London Gallery (beide 2018) sowie im Plymouth Art Centre (2017). 2019 wurdePilgrim mit dem Prix de Rome ausgezeichnet. Karrabing Film Collective ist ein indigenes Filmkollektiv, dass sich 2008 in Australien gegründet hat und aktuell aus rund 30 Mitgliedern besteht, 

 

 

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Rory Pilgrim - The open Sky

 

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Rory Pilgrim, Software Garden, Still, HD Film, 2019

 

 Die Filme der Gruppe wurden u. a. auf der Countour Biennale 8 (2017), den 67. Internationalen Filmfestspielen Berlin – Berlinale, Forum Expanded (2017), der documenta 14 (2017) und der Sydney Biennale (2016) präsentiert.

Kuratorinnen: Jule Hillgärtner, Nele Kaczmarek Assistenzkuratorin: Hendrike Nagel

 

https://kunstvereinbraunschweig.de/exhibitions/karrabing-rory-pilgrim/

 

21.05.2021 - 29.08.2021
Ausstellung Berlin . Die Ausstellung dokumentiert auf 400qm mit Mode, Fotografien, Plakaten, Filmen und Musik multimedial das Schaffen der Modemacherin Claudia Skoda in all seiner Vielseitigkeit. Viele der gezeigten Werke sind nie oder für lange Zeit nicht öffentlich zu sehen gewesen und werden jetzt im Berliner Kulturforum präsentiert. Bis 29.8.2021
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Claudia Skoda - Dressed to Thrill
Ausstellung Berlin . Die Ausstellung dokumentiert auf 400qm mit Mode, Fotografien, Plakaten, Filmen und Musik multimedial das Schaffen der Modemacherin Claudia Skoda in all seiner Vielseitigkeit. Viele der gezeigten Werke sind nie oder für lange Zeit nicht öffentlich zu sehen gewesen und werden jetzt im Berliner Kulturforum präsentiert. Bis 29.8.2021

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Ulrike Ottinger, Ohne Titel (Claudia Skoda, Tabea Blumenschein & Jenny Capitain),
Silbergelatine-Vintageprint, ca. 1977/78, © Ulrike Ottinger

 

Claudia Skoda (*1943 in Berlin) ist mit ihrer Mode eine Schlüsselfigur und Ikone der West-Berliner Undergroundszene der 1970er- und 80er-Jahre. Mit ihren außergewöhnlichen Designs revolutionierte sie das Verständnis von Strickmode; ihre spektakulären Modenschauen sorgten international für Aufsehen. Mit dieser ersten Einzelschau würdigt die Kunstbibliothek das Schaffen Claudia Skodas – in ihrer Heimatstadt Berlin. Die multimediale Sonderausstellung präsentiert rund 200 z. T. noch nie gezeigte Arbeiten von Claudia Skoda und Wegbegleiter*innen wie Martin Kippenberger, Luciano Castelli, Ulrike Ottinger, Tabea Blumenschein, Kraftwerk, Jim Rakete und vielen mehr.

 

Bereits in den 1980er Jahren galt ihr Design international als „Knitted Genius“ (Key, 1984) und sie selbst als „Queen of Texture“ (Paper, 1985). Sie ist für die Zeitschrift Elle neben Coco Chanel, Vivienne Westwood und Madonna eine der Frauen, die den Look des 20. Jahrhunderts geprägt haben. Bis heute arbeitet Claudia Skoda mit Kreativen verschiedenster Disziplinen zusammen – und bleibt zugleich die Königin ihres eigenen Metiers: Das Stricken, bevorzugt auf der Maschine. In ihrer Wohn- und Arbeitsgemeinschaft „fabrikneu“ in einer Fabriketage in der Zossener Straße in Kreuzberg traf sich ab Mitte der 1970er-Jahre die West-Berliner Bohème: Musiker*innen, Filmemacher*innen, Künstler*innen, Modemacher*innen.

 

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 Esther Friedman, Ohne Titel (Claudia Skoda in Jazz Hose),
Silbergelatine-Vintageprint, ca.1978, © Esther Friedman

 

Die Sonderausstellung im Kulturforum nähert sich dem Werk und Leben von Claudia Skoda in sieben thematischen Kapiteln:

 

fabrikneu

Im Kapitel „fabrikneu“ werden die frühen Jahre Skodas und ihre ersten Modeschauen in Kreuzberg thematisiert, wie „Shake Your Hips“ (1975), „Neues Spiel“ (1976) und „Pablo Picasso“ (1977). Der damals noch unbekannte Martin Kippenberger kreierte einen Fußboden mit rund 1.300 Fotografien von sich, Ulrike Ottinger und Esther Friedman – „Eine Woche aus dem Intimleben der Fam. Skoda und Bekanntenkreis“, so der Titel des Werks.

 

In der Ausstellung wird der Fußboden und auf ihm eine Auswahl an frühen Strickdesigns von Claudia Skoda zu sehen sein. Parallel lassen Super-8-Filme, Dias und Fotografien die fabrikneu-Modenschauen wieder aufleben.

 

Verhältnis zur Musik

Im nächsten Kapitel wird das besondere Verhältnis Claudia Skodas zur Musik erörtert: Es gehörten nicht nur zahlreiche Musiker*innen zu ihrem Kundenkreis – u. a. David Bowie, Malaria!, Tangerine Dream, die Neonbabies, Donna Summer, Cher, Tina Turner und Rufus Wainwright – ihre Kollektionen sind auch voller Anspielungen auf verschiedenste Musikrichtungen – Jazz, Glamrock, Disco, Punk, Elektro.

1981 wechselte Skoda für kurze Zeit selbst die Disziplin und landete gemeinsam mit Rosie Müller mit ihrer EP „I bin a Domina“ einen Undergroundhit. Elektromusik-Pionier Manuel Göttsching mischte das Stück, Ralf Hütter und Karl Bartos von der Band Kraftwerk gestalteten das Cover.

 

Extravagante Modenschauen

Ein weiteres Kapitel widmet sich Claudia Skodas extravaganten Modenschauen, vor allem „Laufsteg“ (1978), „Big Birds“ (1979), „Trommelfeuer“ (1982) und „Veit Fights“ (1983). Skoda setzte sich für jede dieser Shows ein Thema, das konsequent als Konzept in Choreographie, Styling, Musik und Plakatgestaltung bis zu einem Grad verfolgt wurde, wie es zu dieser Zeit noch nicht in der Modebranche üblich war. Mit diesen multidisziplinären Gesamtkunstwerken wurde sie zur Vorreiterin in der künstlerisch kontextualisierten Modepräsentation.

Zu „Big Birds“ beispielsweise gab es keinen Laufsteg, stattdessen wurde der Raum mit Absperrgittern durchtrennt und nur von einzelnen starken Scheinwerferkegeln beleuchtet. Das australische Performance-Duo Emu schlüpfte zu Beginn der Schau aus einem großen Ei. Parallel dazu lief ein Film mit Pinguinen in der Antarktis. Performer schwangen sich fast nackt und am ganzen Körper geschminkt auf einem Hochtrapez über die Models, die sich wie Vögel zu Elektrobeats bewegten. Skoda hatte sie zuvor in den Zoologischen Garten geschickt, um das Verhalten von Vögeln zu studieren.

 

Self-made Woman

Claudia Skodas DIY-Attitude wird im Kapitel „Self-made Woman“ thematisiert. Von Anbeginn arbeitete Claudia Skoda eigenständig. Die ausgeklügelte Formgebung einzelner Kollektionsteile ist wegen ihrer Komplexität für die Herstellung in größeren Serien unrentabel. Skoda wählt nicht selten Garne, die von der Industrie gar nicht verarbeitet werden können.

Auch in der Werbung und im Vertrieb bleibt Claudia Skoda unkonventionell: Bis 1982 nutzte sie fabrikneu als Strickatelier, promotete ihre Mode ausschließlich auf Messen und Modenschauen und belieferte einzelne ausgewählte Boutiquen in Düsseldorf, Paris, London oder New York mit einzelnen Kollektionsteilen. Ihren ersten eigenen Laden eröffnete sie – nach Rat von David Bowie – in SoHo in New York.

1988 holte der West-Berliner Senat sie in ihre Geburtsstadt zurück, um die Eröffnungsgala zur Kulturstadt Europas zu organisieren. Mit „Dressater – Dressed to Thrill“ kuratierte Skoda eine multidisziplinäre Schau und lud dazu innovative Modedesigner*innen aus der ganzen Welt ein. Als die Mauer ein Jahr später fiel, fiel auch Skodas Entscheidung zu bleiben. Es folgten Läden auf dem Ku'damm, der Linienstraße und der Alten Schönhauser Allee.

 

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 Luciano Castelli, Ohne Titel (Motiv zur Modenschau Big Birds, Claudia Skoda, Tabea Blumenschein), Silbergelatine-Vintageprint, 1979, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

 

Frauenfreundschaften und Frauenrollen

Skodas ikonisches „Jazz“-Muster war insbesondere Ende der 1970er als Unisex-Leggings allseits beliebt. Besonders liebt sie es jedoch den weiblichen Körper zu umgarnen. Ihre Kleider sind charakteristischerweise für selbstbewusste Frauen gestrickt: Hauteng, durchsichtig, expressiv, oft in erstaunlichen Farbkombinationen. Dieser verspielte und freizügige Zugang zum Thema Körper ist für sie kennzeichnend.

Im Kapitel „Frauenfreundschaften und Frauenrollen“ zeigt die Ausstellung, wie Skoda und ihre Kolleginnen und Freundinnen zusammenwirken. Unter anderem werden Fotoserien der Nachtsessions gezeigt, in denen Skoda gemeinsam mit Tabea Blumenschein und Jenny Capitain spontan feminine Looks in Rollenspielen vor der Fotokamera Ulrike Ottingers durchdekliniert – von glamourösen Diven der 1920er- bis zu blondierten Sexbomben der 1950er-Jahre. 

 

Modefotografie von Kunstfotograf*innen

Im Kapitel „Modefotografie“ wird Skodas ungewöhnliche Herangehensweise sowie ihr Faible für Fotografie deutlich. Skoda lässt ihre Strickdesigns nicht von bewährten Modefotograf*innen, sondern von Kunstfotograf*innen ablichten wie Silke Grossmann, Tina Winkhaus und Daniel 'DJ Punk' Josefsohn. In der Modefotografie Skodas geht es nicht in erster Linie um die Darstellung ihres Produkts, sondern um ein ästhetisches Konzept, um Stimmung, um Materialität.

 

Kunst und Mode

Immer wieder bewegt sich Skoda mit ihren Kollaborationen nah an der Kunst: Für die Edition „Masterpieces“ von 1986 gewann sie Entwürfe aus dem Kreis der Neuen Wilden von der ehemaligen Galerie am Moritzplatz – Rainer Fetting, Anne Jud, Salomé, Luciano Castelli – die sie in limitierter Auflage in Strick umsetzte. Alle noch existierenden Entwürfe werden in der Ausstellung im Kapitel „Kunst und Mode“ gezeigt.

Ebenfalls wird die von Skoda konzipierte Performance „Deep Diving for Whales“ 1997 im Deutschen Guggenheim dokumentiert. Für diesen Anlass strickte sie farbenreiche Ganzkörperanzüge, von denen sich in einen Strickschlauch eingelassene, große, mit Helium gefüllte Ballons zur Decke streckten, während sich die Models amphibienhaft durch den Raum bewegten.

 

Ausstellung als multimediale Dokumentation

 

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 Claudia Skoda posiert auf dem Dach der fabrikneu in ihrer Kollektion „Shake Your Hips“,
unbekannter Fotograf, ohne Titel, Polaroid, ca. 1975, © Claudia Skoda

 

 

Die Ausstellung dokumentiert auf 400qm mit Mode, Fotografien, Plakaten, Filmen und Musik multimedial das Schaffen der Modemacherin Claudia Skoda in all seiner Vielseitigkeit. Zugleich wird ein Eindruck von der experimentierfreudigen Energie und dem Zeitgeist der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre in West-Berlin vermittelt. Ein Großteil der Exponate stammt aus Claudia Skodas eigenem Archiv sowie aus Privatarchiven von Zeitzeug*innen und Freund*innen. Viele der gezeigten Werke sind nie oder für lange Zeit nicht öffentlich zu sehen gewesen.

 

Sammlung Modebild – Lipperheidesche Kostümbibliothek

 

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 Silke Grossmann, Bild für Claudia Skoda, in Zusammenarbeit mit Cynthia Beatt,
Silbergelatine-Vintageprint, 1983, © Silke Grossmann

 

Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, die mit der „Sammlung Modebild – Lipperheidesche Kostümbibliothek“ eines der weltweit bedeutendsten Bild- und Textarchive zur Geschichte der Mode besitzt, wendet sich mit der Ausstellung verstärkt der wissenschaftlichen Erforschung der Modenetzwerke Berlins Ende des 20. Jahrhunderts zu. Mit der Ausstellung geht ein Großteil des privaten Archivs von Claudia Skoda in den Bestand der Sammlung über und steht somit zukünftigen Generationen von Forscher*innen zur Verfügung.

 

Kulturforum, Matthäikirchplatz, Berlin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

21.05.2021 - 25.07.2021
Ausstellung Berlin . „SEEN BY #15“ ist der 15. Teil der Ausstellungskooperation zwischen der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin im Museum für Fotografie. Sie hat zum Ziel, kursorische und künstlerische Strategien im Umgang mit zeitgenössischer Fotografie neu zu denken. Bis 25.7.2021
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SEEN BY #15: Nothing ever happened [yet]
Ausstellung Berlin . „SEEN BY #15“ ist der 15. Teil der Ausstellungskooperation zwischen der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin im Museum für Fotografie. Sie hat zum Ziel, kursorische und künstlerische Strategien im Umgang mit zeitgenössischer Fotografie neu zu denken. Bis 25.7.2021

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 Samet Durgun, Keil Li at Patricia's Lap, Archival pigment print, 2020,
© Samet Durgun

 

„Intuitiv möchte man die Redewendung nothing ever happened ange-sichts gegenwärtiger globaler Konfliktlagen, die das Gegenteil nahelegen, zurückweisen“, so Maren Lübbke-Tidow, Kuratorin der Ausstellung. „Mas-sive Umbrüche in den Parteienlandschaften, nationalistische Tendenzen, Hetze von Verschwörungstheoretikern, Gewalt von rechts, autoritär agie-rende Regime, die zunehmende Abschottung Europas an den Außen-grenzen etc. beschreiben nur einen kleinen Ausschnitt gefährlicher politi-scher Entwicklungen. Man möchte mit der eigenen Stimme – und mit Bildern – dagegenhalten. Und dennoch stellt sich die Frage: Was kann mit Bildern tatsächlich gesagt und gewusst und werden?“ 

 

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 Friederike Goebbels, destruction x conservation, Siebdruck, 84 x 59 cm, auf leftover
Fotopapier, Ladungssicherungsnetz, 2019/20, © Friederike Goebbels

 

Die Beiträge der Ausstellung stehen für ein politisches Engagement – zugleich aber misstrauen sie dem Evidenzcharakter des fotografischen Bildes. Vielmehr spielen sie provokativ mit der Potenzialität von Bedeu-tungszuweisungen, mit der vorschnelle Behauptungen brüchig werden. So ist die Ausstellung „Nothing ever happened [yet]“ Ausdruck einer Suchbewegung jenseits vermeintlicher Gewissheiten, die sich mit dem Gebrauch des Mediums Fotografie noch immer – oder gerade heute, im digitalen Jetzt – nach vorne spielen. Welche Strategien können wir als Künstler*innen entwickeln, um die Fotografie (wieder) als ein Projekt zu entwerfen, mit der soziale Realität beschreibbar wird? 

 

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 Sina Link, I’m Yasmine, 16, Siebdruck auf retroreflectivem Textil,
Aluminium, 100 x 75 cm, 2021, © Sina Link

 

In dem Versuch der Beantwortung dieser Frage gerät man schnell in einen Konflikt, der irgendwo angesiedelt ist zwischen der Zurückweisung eines traditionell-dokumentarfotografischen Gebrauchs des Mediums einerseits und der Vergegenwärtigung einer mittlerweile ungehemmten Nutzung der Social Media-Formate mit ihren eigenen Mechanismen der Bedeutungsgenerierung andererseits. „Nothing ever happened [yet]“ ist der Versuch, mit bildnerischen Mitteln entgegen den zunehmend transitorischen Eigenschaften der Fotografie für ihre Präsenz oder Dauerhaftigkeit einzutreten. Oder anders: der Versuch, mit bildnerischen Mitteln so präzise wie nur möglich zu werden – auch wenn dies in der Konsequenz bedeutet, eine Offenheit der Bezüge zuzulassen.“ 

 

 

21.05.2021 - 05.09.2021
Fotoausstellung Berlin . Eine Sonderausstellung der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums und der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste Berlin zeigt "Vorbilder / Nachbilder. Die fotografische Lehrsammlung der Universität der Künste Berlin 1850–1930" im Berliner Museum für Fotografie. Bis 5.9.2021
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Vorbilder / Nachbilder
Fotoausstellung Berlin . Eine Sonderausstellung der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums und der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste Berlin zeigt "Vorbilder / Nachbilder. Die fotografische Lehrsammlung der Universität der Künste Berlin 1850–1930" im Berliner Museum für Fotografie. Bis 5.9.2021

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 Gambier Bolton (1854-1928),
Porträt eines Tigers, die Zähne bleckend (Londoner Zoo), um 1891, Kohledruck,
© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

Vorbilder / Nachbilder – die beiden Doppelworte verweisen auf Bezüge zwischen Bildern und auf eine Bildproduktion, bei der auf bereits vorliegende Bilder zurückgegriffen wird. In den Kunstakademien und Kunstge-werbeschulen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts dienten Fotografien als Vorlagen und „Vorbilder“ – als solche fungierten sie als ein eigener didaktischer Bildtypus. Fotografische Vorlagen waren wichtige Hilfsmittel in der kreativen Praxis angehender Künstler*innen; im Zuge ihrer Verwendung entstanden im Kunst-Unterricht „Nachbilder”: Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken. Und die benutzten Fotografien bilden ihrerseits nach, was in ihnen mit dem Auge der Kamera „aufgenommen” ist. 

 

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 Wilhelm von Gloeden (1856-1931),
Männlicher Akt mit Quadraturnetz, Taormina, um 1890, Albuminpapier,
© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

 Das Archiv der Universität der Künste Berlin bewahrt eine umfangreiche und wertvolle fotografische Lehrsammlung, die bis in die 1850er-Jahre zurückreicht und an Vorgängereinrichtungen, der Kun-stakademie und der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums, entstanden ist. Mit ihren rund 25.000 fotografischen Einzelblättern ist sie innerhalb Deutschlands einzigartig. Lange Zeit wenig beachtet, konnte sie in den zurückliegenden Jahren archivarisch und wissen-schaftlich aufgearbeitet werden und wird nun im Rahmen der Aus-stellung erstmals einer größeren Öffentlichkeit gezeigt. 

 

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 Gustave Le Gray (1820-1884),
Le Brick, Zweimaster im Mondschein, 1856, Albuminpapier,
© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

Als die Fotografien „Vorbilder” waren, kam es auf das Motiv an, nicht auf den Fotografen oder die ästhetische Umsetzung – es handelte sich um Lehrmittel. Der Stellenwert der Fotografie innerhalb der Bildkünste ist inzwischen ein ganz anderer. Heute fallen die Namen bekannter Fotografen ins Auge, und die Fotografie wird als eigenständige Kunstgattung wahrgenommen. 

Zu den gebräuchlichsten Bildmotiven gehören Kunstreproduktionen, Landschaften, Naturstudien (Wasser, Wolken, Bäume, Pflanzen etc.), Ar-chitektur, Stillleben, Porträts, Genreszenen, Akte und Tierstudien sowie Orient- und Historiendarstellungen. Die Vorlagenstudien – in Frankreich als „Études d‘après nature” verbreitet – stammen von bekannten europäi-schen und amerikanischen Fotografen wie Fratelli Alinari, Ottomar An-schütz, Karl Blossfeldt, Adolphe Braun, Eugène Cuvelier, Georg Maria Eckert, Constantin Famin, Wilhelm von Gloeden, Albert Renger Patzsch, Jakob August Lorent, Gustave le Gray, James Robertson, Henry Peach Robinson, F. Albert Schwartz, Giorgio Sommer oder Carleton Watkins. 

 

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 Karl Blossfeldt (1865-1932),
Ahorn, Austrieb Blütenspross, 1890er-Jahre bis ca. 1930,
Gelatineentwicklungspapier,
© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten Förderprogramms „Vernetzen – Erschließen – Forschen. Allianz für universitäre Sammlungen” erhielt das Archiv der Universität der Künste die finanzielle Unterstützung, die es ermöglichte, den umfangreichen Be-stand sorgfältig zu inventarisieren und zu digitalisieren. Die Fotografen und fotografischen Verfahren konnten so identifiziert werden. 

Die Ausstellung wird kuratiert von Ulrich Pohlmann, Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums, und Ludger Derenthal, Sammlung Foto-grafie der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin. 

Zur Ausstellung ist ein Katalog im Snoeck Verlag, Köln erschienen:  
Buchhandelspreis: 68 €, Museumspreis: 39,80 €. 

 

Museum für Fotografie, Jebenstraße 2, Berlin-Charlottenburg

 

 

 

14.05.2021 - 26.09.2021
Fotoausstellung München . Einen Meister der inszenierten Fotografie stellt die Kunsthalle München mit dem niederländischen Fotografen Erwin Olaf vor. Ausgewählte Fotografien, Videos, Skulpturen und Multimediainstallationen aus vierzig Schaffensjahren zeigen in loser Chronologie Olafs Entwicklung vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er- zum raffinierten Geschichtenerzähler der 2000er-Jahre. Bis 26. September 2021
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Erwin Olaf. Unheimlich schön
Fotoausstellung München . Einen Meister der inszenierten Fotografie stellt die Kunsthalle München mit dem niederländischen Fotografen Erwin Olaf vor. Ausgewählte Fotografien, Videos, Skulpturen und Multimediainstallationen aus vierzig Schaffensjahren zeigen in loser Chronologie Olafs Entwicklung vom analog zum digital arbeitenden Künstler, vom rebellischen Foto-Journalisten der 1980er- zum raffinierten Geschichtenerzähler der 2000er-Jahre. Bis 26. September 2021

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Royal-Blood Di † 1997-2000

 

In den Niederlanden gehört der Fotograf Erwin Olaf (*1959) zu den berühmtesten Künstlern der Gegenwart. Nun widmet ihm die Kunsthalle München die erste große Retrospektive in Deutschland. 

 

INSZENIERTE WELTEN

 

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Berlin Stadtbad Neukölln, 23rd of April 2012

 


Für die Verwirklichung seiner Serien arbeitet Erwin Olaf unter anderem mit Bühnen- und Maskenbildner*innen zusammen. Er erschafft eigene Welten, die unserer Alltagswelt zum Verwechseln ähneln und dennoch Rätsel aufgeben. Hinter ihrer makellos-plakativen, aus Film- und Werbeindustrie entlehnten Ästhetik werden gesellschaftskritische Fragen nach Selbstbestimmung, Gleichberechtigung oder Demokratie verhandelt. Bewusst gestaltet Olaf die Erzählungen seiner Bilder bedeutungsoffen: Es bleibt den Betrachter*innen überlassen, sich den Anspielungen gegenüber zu öffnen und die Leerstellen mit eigenen Assoziationen und Interpretationen zu füllen.

 

ZWISCHEN POLITIK UND POESIE

 

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Ladies-Hats Jeremiah II FC 2020


Wie ein roter Faden zieht sich Olafs politisches und soziales Interesse durch sein gesamtes Œuvre. Bei seinem engagierten Einsatz für eine tolerantere Gesellschaft schreckt er vor keiner Kontroverse zurück. Besonders in seinem Frühwerk setzte er dabei auf das Mittel der Provokation. Auch in seinem aktuellen Schaffen bezieht er sich auf polarisierende gesellschaftliche Debatten, wie etwa über den Klimawandel, Flüchtlingskrisen oder die Covid-19-Pandemie. Seit den 2000er-Jahren schlägt der Künstler jedoch ruhigere Töne an und nimmt Gefühle und Stimmungen in den Fokus – wie etwa den Moment nach einer erschütternden Nachricht, in dem sich die Trauer Bahn bricht (Grief, 2007) oder den unbestimmten Schwebezustand des Wartens (Waiting, 2014).

 

 

VORBILD MALEREI

 

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Im Wald Porträt-III  2020


Bereits in seinem Frühwerk ließ sich Olaf von den Gemälden alter Meister, wie den Selbstbildnissen Rembrandts, inspirieren (Ladies Hats, 1985–2020). Auch bei seiner neuesten Serie Im Wald (2020), die er eigens für die Ausstellung in der Kunsthalle München in den bayerischen und österreichischen Alpen fotografierte, stand die Malerei Pate. Hier waren es vor allem Künstler des 19. Jahrhunderts, wie etwa der Romantiker Caspar David Friedrich, der Symbolist Arnold Böcklin oder der Münchner Malerfürst Franz von Lenbach, an denen er sich orientierte. Durch diese Anleihen sowie eine besonders ausgefeilte Lichtführung erlangen Olafs Fotografien bisweilen eine fast malerische Qualität.

 

ZWISCHEN FAKT UND FIKTION

 

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Palm-Springs The-Family-Visit The-Niece 2018


Das Ausloten des Verhältnisses zwischen Fakten und Fiktionen ist bis heute ein wesentliches Merkmal von Olafs künstlerischem Schaffen. Seit Beginn der 2000er-Jahre nutzt er zu diesem Zweck auch die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung. So inszenierte er in seiner Serie Royal Blood (2000) seine Modelle als berühmte Unfall-, Anschlags- und Mordopfer der Weltgeschichte: von Sissi bis Prinzessin Diana. Es entstanden Bilder, die auf eindrückliche Weise die Möglichkeit visueller Manipulation offenlegen. Was erkennen wir und wie werden wir zu dieser Erkenntnis verleitet? Das ist eine Kernfrage von Olafs Schaffen, in dem er stets auch die Macht der Bilder in unserer Gesellschaft hinterfragt.

 

Erwin-Olaf_Portrait-01_2021

Erwin Olaf Portrait 2021

 

Kunsthalle München, Theatinerstr. 8, München

 

 

06.05.2021 - 31.07.2021
Fotoausstellung Stuttgart . Die Leica Galerie Stuttgart präsentiert in der Ausstellung „Personal Best for Leica“ moderne Meisterwerke der Fotografie des legendären Fotografen Elliott Erwitt. Die beeindruckenden Schwarzweiß-Aufnahmen sind ein Zeugnis der jahrzehntelangen freundschaftlichen Verbindung des renommierten und weltweit bekannten Magnum Fotografen Elliott Erwitt zu Leica. 6.5. bis 31.7.2021
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Elliott Erwitt - Personal Best for Leica
Fotoausstellung Stuttgart . Die Leica Galerie Stuttgart präsentiert in der Ausstellung „Personal Best for Leica“ moderne Meisterwerke der Fotografie des legendären Fotografen Elliott Erwitt. Die beeindruckenden Schwarzweiß-Aufnahmen sind ein Zeugnis der jahrzehntelangen freundschaftlichen Verbindung des renommierten und weltweit bekannten Magnum Fotografen Elliott Erwitt zu Leica. 6.5. bis 31.7.2021

© Elliott Erwitt_MAGNUM Photos USA_FRANCE. Paris. 1989

Leica Galerie Stuttgart / © Elliott Erwitt
MAGNUM Photos USA FRANCE. Paris. 1989

 

Elliott Erwitt gilt als einer der bedeutendsten  Fotografen weltweit. Seine Arbeiten, meist in Schwarzweiß gehalten, widmen sich prominenten Persönlichkeiten und denkwürdigen Momenten der Zeitgeschichte – sie gelten als moderne Meisterwerke der Fotografie. Erwitt ist bekennender Hundeliebhaber. Daher spielen die Vierbeiner eine besondere Rolle in seinen fotografischen Werken. Zudem gilt Erwitts feiner und kluger Humor als sein Markenzeichen, der sich in vielen seiner Bilder widerspiegelt.

 

© Elliott Erwitt_MAGNUM Photos USA_Santa Monica. California. 1955

Leica Galerie Stuttgart / © Elliott Erwitt
MAGNUM Photos USA Santa Monica. California. 1955

 

1953 begann Erwitt für die unabhängige Fotografenagentur Magnum Photos zu arbeiten. Die Agentur wurde 1947 von den vier Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David Seymour und George Rodger in Paris gegründet. Ein Jahr später war er bereits Vollmitglied der Agentur und übernahm von 1966 bis 1969 die Funktion des Magnum Präsidenten. Während dieser Zeit arbeitete er als Freelancer für verschiedene Magazine, wie „Collier’s“, „Look“, „Life“ und „Holiday“. Er porträtierte zahlreiche Prominente wie Marlene Dietrich, Jacqueline Kennedy und Marilyn Monroe. Legendär sind seine Aufnahmen von Fidel Castro und Che Guevara. In den Jahren 1974 und 1980 fungierte er erneut als Vizepräsident von Magnum.

 

© Elliott Erwitt_MAGNUM Photos USA_New York City. 2000

Leica Galerie Stuttgart / © Elliott Erwitt
MAGNUM Photos USA New York City. 2000

 

Leica Galerie Stuttgart, Calwer Straße 41, Stuttgart

29.04.2021 - 01.08.2021
Fotoausstellung Wien . Anlässlich seines 80. Geburtstages zeigt WestLicht Schauplatz für Fotografie in der Ausstellung Arakiss erstmals Fotografien aus Nobuyoshi Arakis neuester, 2020 entstandener Serie Paradise. Um dem unermüdlichen künstlerischen Schaffensdrang Arakis Rechnung zu tragen, ist Arakiss als häuserübergreifende Doppelausstellung konzipiert. Ab 20. Mai präsentiert die Galerie OstLicht ergänzend zur WestLicht Ausstellung weitere Aspekte aus Aralies Schaffen, das weit über das klassische Fotopublikum hinaus für Aufmerksamkeit und immer wieder auch für Kontroversen, sorgt. 29.4. bis 1.8.2021
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Nobuyoshi Araki - Arakiss
Fotoausstellung Wien . Anlässlich seines 80. Geburtstages zeigt WestLicht Schauplatz für Fotografie in der Ausstellung Arakiss erstmals Fotografien aus Nobuyoshi Arakis neuester, 2020 entstandener Serie Paradise. Um dem unermüdlichen künstlerischen Schaffensdrang Arakis Rechnung zu tragen, ist Arakiss als häuserübergreifende Doppelausstellung konzipiert. Ab 20. Mai präsentiert die Galerie OstLicht ergänzend zur WestLicht Ausstellung weitere Aspekte aus Aralies Schaffen, das weit über das klassische Fotopublikum hinaus für Aufmerksamkeit und immer wieder auch für Kontroversen, sorgt. 29.4. bis 1.8.2021

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Untitled, from the series »Paradise«, 2020
© Nobuyoshi Araki

 

In der Ausstellung Arakiss werden die großformatigen Stillleben, in denen Araki immer wieder Motive vergangener Schaffensperioden aufgreift, in den Kontext seiner Publikationen und seiner Arbeiten aus sechs Jahrzehnten gestellt. So beleuchtet der Ausstellungsparcours stets wiederkehrende Themenkomplexe im Werk des Künstlers: die obsessive Beschäftigung mit Sexualität und Tod, die Vermischung von dokumentarischer und fiktionaler Erzählung, den Bildersturm und Arakis Auseinandersetzung mit der Zensur.

 

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Sentimental Journey, 1971
© Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht

 

Arakiss zeigt auch die Entwicklung von Arakis Schaffen über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren, von seinen ersten Aufnahmen über die berühmte Serie Sentimental Journey und seine bekanntesten Bondage-Fotografien bis zu seinem neuesten Projekt.

 

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Selfportrait with Yoko, from »Colourscapes«, 1991
© Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht

 

Die Ausstellung wurde in enger Kooperation mit dem in Tokio lebenden Fotografen konzipiert, der dem Haus und WestLicht Chef Peter Coeln seit seiner ersten WestLicht Ausstellung 2006 freundschaftlich verbunden ist. „Ich freue mich, dass wir im diesjährigen Jubiläumsjahr einem so wichtigen Ausnahmekünstler und engen Freund unseres Hauses diese umfassende Ausstellung widmen können“, so Coeln, dessen 2001 gegründeter Schauplatz für Fotografie heuer den zwanzigsten Geburtstag feiert. „Die für die aktuelle Schau entstandenen Arbeiten seiner jüngsten Serie Paradise sind ein wirklich außergewöhnliches Geburtstagsgeschenk“.

 

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Araki Buch Cover 1970–2020
© Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht

 

Den roten Faden der Ausstellung bilden Arakis Bücher, die einen zentralen Stellenwert in seinem Schaffen einnehmen. Viele seiner Meisterwerke sind heute begehrte Sammlerstücke und veranschaulichen auf eindrückliche Weise, wie das Medium Fotografie im Medium Buch seine kongeniale Ergänzung finden kann.

 

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Erotos, 1993
© Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht

 

Mit der Präsentation von mehr als 300 Bänden aus der Sammlung OstLicht ist die WestLicht Ausstellung die bislang umfassendste Retrospektive dieses in seinem Umfang und seiner Vielschichtigkeit einzigartigen OEuvres.

So verstand Arakis seine Anfang der 1970er Jahre auf den damals neuartigen Xerox-Kopiermaschinen gedruckten und in Handarbeit gebundenen Bücher als Statement gegen das Establishment. Mit seinem Opus Magnum Sentimental Journey, in dem er in sehr direkten Momentaufnahmen die eigene Hochzeitsreise dokumentiert, schuf er 1971 eines der bedeutendsten Fotobücher des 20. Jahrhunderts. Sein als „Ich-Fotografie“ apostrophierter autobiografischer Stil findet etwa in den Positionen von Larry Clark oder Nan Goldin seinen Widerhall. Arakis ab den 1980er Jahren entstandene Pseudo-Reportagen hinterfragen den Wahrheitsgehalt der Fotografie und sind in Zeiten von Fake News aktueller denn je. Die zeitgleich vermehrt auftretenden Selbstinszenierungen und Arakis manisch produzierter Output lassen ihn als einen frühen Protagonisten heutiger digitaler Fotopraktiken erscheinen.

 

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Kinbaku (bondage), from the series »Polanography«, c. 1985
© Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht

 

Um dem unermüdlichen künstlerischen Schaffensdrang Arakis Rechnung zu tragen, ist Arakiss als häuserübergreifende Doppelausstellung konzipiert. Ab 20. Mai präsentiert die Galerie OstLicht unter anderem die monumentale Serie Kinbaku Shamaki, ein insgesamt 8 m langes, mehrteiliges Tableau von 53 mitAcryl übermalten Bondage-Fotografien zu sehen sein. Es ist dies das größte Werk Arakis und befindet sich wie die meisten der ausgestellten Exponate im Besitz der Sammlung OstLicht.

Die Ausstellungen werden von Hisako Motoo, Fabian Knierim und Michael Kollmann kuratiert und bleiben bis Sommer 2021 geöffnet.

 

 

23.04.2021 - 01.08.2021
Ausstellung Berlin . Yayoi Kusama zählt zu den bedeutendsten japanischen Künstlern der Gegenwart. Der Gropius Bau widmet Kusama die erste umfassende Retrospektive in Deutschland, die auf knapp 3000 m² zentrale Schaffensperioden aus über 70 Jahren nachzeichnet und eine Reihe aktueller Arbeiten umfasst, darunter auch einen neuen Infinite Mirror Room. Der Untertitel der Ausstellung lautet "A Bouquet of Love I Saw in the Universe" 23.4. bis 1.8.2021
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Yayoi Kusama - Eine Retrospektive
Ausstellung Berlin . Yayoi Kusama zählt zu den bedeutendsten japanischen Künstlern der Gegenwart. Der Gropius Bau widmet Kusama die erste umfassende Retrospektive in Deutschland, die auf knapp 3000 m² zentrale Schaffensperioden aus über 70 Jahren nachzeichnet und eine Reihe aktueller Arbeiten umfasst, darunter auch einen neuen Infinite Mirror Room. Der Untertitel der Ausstellung lautet "A Bouquet of Love I Saw in the Universe" 23.4. bis 1.8.2021

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Yayoi Kusama, „Anti-War“
nacktes Happening und Fahnenverbrennung auf der Brooklyn Bridge, 1968

 

Ein wesentliches Anliegen der Retrospektive ist es, die Entwicklung von Yayoi Kusamas Schaffen von frühen Gemälden und akkumulativen Skulpturen hin zu immersiven Erlebnisräumen nachzuzeichnen und insbesondere ihre bislang wenig beachtete künstlerische Aktivität in Deutschland und Europa aufzuarbeiten. Seit den 1960er Jahren hatte sich die Künstlerin selbst aktiv dafür eingesetzt, Ausstellungsprojekte jenseits ihres damaligen Lebensmittelpunktes New York zu realisieren und ihre Arbeiten im europäischen Kontext zu präsentieren. Dabei rückt auch die Rolle Kusamas als Pionierin des Personal Branding ins Blickfeld, die ihre künstlerische Persona und ihr multidisziplinäres Schaffen schon früh bewusst inszenierte und vermarktete.

 

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Yayoi Kusama, Infinity Mirror Room – Phalli’s Field, 1965
Installation, Mixed Media 
YAYOI KUSAMA, Courtesy: Ota Fine Arts, Victoria Miro

 

Der wegweisende Charakter ihrer Präsentationsformen und künstlerischen Sujets wird im Rahmen der Retrospektive durch Rekonstruktionen erlebbar, die Kusamas frühe Ausstellungsprojekte in Deutschland und Europa in den 1960er Jahren sowie zentrale Einzelausstellungen in den USA und Asien aus den 1950er bis 1980er Jahren zugänglich machen.

 

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YAYOI KUSAMA Portrait
copyright YAYOI KUSAMA, Courtesy: Ota Fine Arts, Victoria Miro & David Zwirner

 

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YAYOI KUSAMA Infinity Mirror Room - Love forever, 1966 )4
copyright YAYOI KUSAMA, Courtesy: Ota Fine Arts

 

Die Ausstellung beinhaltet neben umfangreichem Archivmaterial acht weitere Ausstellungsrekonstruktionen aus den Jahren 1952 bis 1983. Der Schwerpunkt liegt auf Kusamas bisher wenig erforschter Aktivität in Europa und hebt den performativen Charakter ihres Werkes hervor. Innovative Selbstinszenierungs- und Partizipationsstrategien innerhalb ihrer Arbeiten können als Vorläufer heutiger Tendenzen der sozialen Medien gelesen werden. Das Bestreben der Künstlerin, die Rolle der Frau in der Kunst neu zu definieren, liegt im Zentrum ihrer vielfältigen Tätigkeiten.

 

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Yoyoi Kusama, Kusama in ihrem Studio, New York, ca. 1961
copyright YAYOI KUSAMA

 

„Ich freue mich sehr, dass meine Retrospektive im wunderbaren Gropius Bau stattfinden wird. Dies ist eine Ausstellung, an die ich mich für den Rest meines Lebens erinnern werde. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen, mit Liebe und Hoffnung.“ – Yayoi Kusama, 2021

 

Kuratiert von Stephanie Rosenthal

 

 

21.04.2021 - 10.10.2021
.Die Leica Galerie Wetzlar zeigt die Ausstellung „Arrivals and Departures“ des dänischen Fotografen Jacob Aue Solol, der in faszinierenden Schwarzweißaufnahmen mit der Leica M Monochrom seine Reiseerlebnisse mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking fotografierte. Bis 27.6.2021
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Jacob Aue Sobol - Arrivals and Departures
.Die Leica Galerie Wetzlar zeigt die Ausstellung „Arrivals and Departures“ des dänischen Fotografen Jacob Aue Solol, der in faszinierenden Schwarzweißaufnahmen mit der Leica M Monochrom seine Reiseerlebnisse mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking fotografierte. Bis 27.6.2021

Leica 2_Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

 

Die Serie „Arrivals and Departures“ des dänischen Fotografen Jacob Aue Sobol (*1976) entstand auf seiner Reise mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking. Doch während der Fahrt ergaben sich kaum Gelegenheiten zum Fotografieren  und  die  Atmosphäre   im  Zug entsprach   nicht  Sobols  Erwartungen. So entschloss er sich, jeweils ein paar Tage inMoskau,Ulaanbaatar und Peking zu verbringen. Hier ließ er sich von den vielen neuen Endrücken inspirieren und fotografierte Landschaften, Straßenszenen,  vor allem aber die Menschen,die er in dieser Zeit kennenlernte. Sobols Motive sind kraftvoll und emotional, insbesondere  seine Porträts  erscheinen  radikal und direkt .In engen Ausschnitten vermitteln die Bilder die Vertrautheit und oft intime Nähe zu seinen neuen Freunden. Für denFotografen wurde dieFahrt durchRussland, die Mongolei und China auch eine Reise zu sich selbst. Die Motive versteht Sobol auch als Aufforderung an den Betrachter, das Bild als Spiegel der eigenen Gefühle zu betrachten.

 

Leica 6_Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

 

Für Sobols expressive, kontrastreiche  schwarzweiße Bildsprache, die sich in den Landschaftsmotiven und Portraits zeigt, war die 2012 erstmals genutzte Leica M Monochrom ein perfekter Reisebegleiter. Mühelos gelang es dem Fotografen, die ihm eigene raue Bildästhetik auch digital fortzuführen.

 

Leica 1_Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

 

Jacob Aue Sobol, 1976 in Kopenhagen geboren, besuchte nach dem Studium am European Film College ab 1998 die Fatamorgana, die dänische Schule für Fotografie und Bildende Kunst. Er lebte in Grönland, Guatemala  und Tokio, ab 2008  begann er in Bangkok und Kopenhagen zu arbeiten. Seine in diesen Ländern entwickelten Serien wurden international ausgestellt und in Bildbänden veröffentlicht. Er wurde 2007 Nominee der Agentur Magnum Photos und ist seit 2012 Vollmitglied. 2008 erhielt er den European Publishers Award for Photography für das Buch „I, Tokyo“.

 

Ein Interview mit Jacob Aue Sobol zu seiner Ausstellung ist auf dem Leica You Tube Kanal zu sehen:

https://www.youtube.com/user/Mrleicacamera

 

 

 

 

21.04.2021 - 10.10.2021
Fotoausstellung Wetzlar . Das Ernst Leitz Museum Wetzlar präsentiert die Ausstellung „The Eyes of Humanity“ des amerikanischen Magnum-Fotografen Steve McCurry – eine persönliche Auswahl aus 40 Jahren. Seine Fotografien erzählen Geschichten und haben Geschichte geschrieben. An der Schnittstelle von Reportage-, Porträt-, Reise- und Landschaftsfotografie gehört der Amerikaner Steve McCurry (*1950) seit langem zu den ganz großen Fotografen unserer Zeit. Bis 10.10.Oktober 2021
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Steve McCurry - „The Eyes of Humanity“
Fotoausstellung Wetzlar . Das Ernst Leitz Museum Wetzlar präsentiert die Ausstellung „The Eyes of Humanity“ des amerikanischen Magnum-Fotografen Steve McCurry – eine persönliche Auswahl aus 40 Jahren. Seine Fotografien erzählen Geschichten und haben Geschichte geschrieben. An der Schnittstelle von Reportage-, Porträt-, Reise- und Landschaftsfotografie gehört der Amerikaner Steve McCurry (*1950) seit langem zu den ganz großen Fotografen unserer Zeit. Bis 10.10.Oktober 2021

Leica CHINA_The Eyes of Humanity © Steve McCurry

CHINA The Eyes of Humanity © Steve McCurry
/ courtesy of the Ernst Leitz Museum, Wetzlar 2021

 

 

Für die Ausstellung „The Eyes of Humanity“ im Ernst Leitz Museum Wetzlar hat der Magnum-Fotograf eine persönliche Auswahl von rund 90 Farb-Motiven getroffen: Bilder, die ihm besonders am Herzen liegen und gleichzeitig einen wunderbaren Überblick auf sein reiches Lebenswerk geben. Die Fotografien entstanden in den letzten vier Jahrzehnten in insgesamt 26 Ländern. Dabei sind Motive aus Krisen- und Katastrophengebieten, wie den brennenden Ölfeldern in Kuwait 1991 oder aus den zerstörten Türmen des World Trade Centers in New York 2001, genauso wie beeindruckende Landschafts- und Alltagsszenen, vor allem aber Aufnahmen, die vom Schicksal der unterschiedlichsten Menschen und Lebensgemeinschaften auf der Welt berichten. 

 

Leica AFGHAN GIRL_The Eyes of Humanity © Steve McCurry

AFGHAN GIRL The Eyes of Humanity © Steve McCurry''
/ courtesy of the Ernst Leitz Museum, Wetzlar 2021

 

 McCurrys Werk steht in der Tradition einer humanistischen Fotografie und überwindet sprachliche und kulturelle Grenzen. Intensive Porträts aus Pakistan, Tibet, Äthiopien oder Ecuador: der unerschütterliche Optimismus und seine Menschenkenntnis ließen ihn immer wieder Zugang und Vertrauen zu den unterschiedlichsten Menschen finden. Nicht fehlen darf in der Ausstellung sein berühmtestes Bild: das „Afghanische Mädchen“, das McCurry 1984 in einem Flüchtlingslager in Pakistan fotografierte, avancierte zu einer weltweit gedruckten fotografischen Ikone. Erst 2002 konnte der Fotograf das bis dahin namenlose Mädchen nach 

langer Suche wiederfinden und die Geschichte von Sharbat Gula fortschreiben. Steve McCurry gelingt es immer wieder, Aufmerksamkeit auf diejenigen zu lenken, die ansonsten unbeachtet blieben. Mit unermüdlicher Energie und empathischer Neugier zeigt er in seinem Werk die betörende Schönheit, aber auch die Abgründe der Welt. 

 

Leica 1_INDIA_The Eyes of Humanity © Steve McCurry

INDIA The Eyes of Humanity
© Steve McCurry 
/ courtesy of the Ernst Leitz Museum, Wetzlar 2021

 

Aktuelle Informationen zu den Öffnungszeiten der Ausstellung „The Eyes of Humanity“ sind auf der Leica Homepage zu finden unter: https://de.leica-camera.com/Leitz-Park/Leitz-Park 

Steve McCurry wurde am 23. April 1950 in Philadelphia, Pennsylvania, USA, geboren. Nach seinem Universitätsabschluss 1978 begann er weltweit zu reisen und zu arbeiten. McCurry hat für alle wichtigen internationalen Magazine gearbeitet, zahlreiche Bildbände veröffentlicht und wurde mit prestigeträchtigen Auszeichnungen geehrt, darunter die Robert Capa Gold Medal, der National Press Photographers Award sowie mehrfach beim World Press Photo Award. Seit 1986 ist er Contributor der Agentur Magnum. Er war der erste Fotograf, der von der Leica Camera AG 2011 in die Leica Hall of Fame berufen wurde. 

Ein Interview mit Steve McCurry zu seiner Ausstellung ist auf dem Leica YouTube Kanal zu sehen: https://www.youtube.com/user/Mrleicacamera 

 

 

18.04.2021 - 08.08.2021
Ausstellungsreigen Hannover . Mehrere ganz unterschiedliche Ausstellungsprojekte zeigt die Kestner Gesellschaftt in Hannover, die von Sound-Installation über eine Neon-Leuchtschrift bis zu Film und Fotografie. Bis 8. August 2021
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Kestner Gesellschaft - Ausstellungsreigen
Ausstellungsreigen Hannover . Mehrere ganz unterschiedliche Ausstellungsprojekte zeigt die Kestner Gesellschaftt in Hannover, die von Sound-Installation über eine Neon-Leuchtschrift bis zu Film und Fotografie. Bis 8. August 2021

Kestner Moyra Davey My Saints_2014_Vanitas

Moyra Davey My Saints 2014 Vanitas

 

 

Camille Henrot | Mother Tongue

18.4. bis 8.8.2021

 Wie finden wir einen Weg, um Ordnung in das Chaos unseres Lebens zu bringen? Wie gehen wir mit unserem gleichzeitigen Bedürfnis nach Bindung und Selbstbestimmung um? Und wie positionieren wir uns angesichts gesellschaftlicher und privater Erwartungshaltungen? Die Ausstellung „Mother Tongue“ der französischen Künstlerin Camille Henrot (* 1978 in Paris) kreist um existenzielle Emotionen. Die Werke der Ausstellung reflektieren das ambivalente Gefühl, hin und hergerissen zu sein zwischen dem Verlangen, sich zurückziehen und gleichzeitig Anteil nehmen zu wollen – sowohl auf persönlicher als auch auf politischer Ebene. Dabei navigieren Henrots Werke durch unsere Gegenwart im Spannungsfeld von rationalen Systemen und intuitivem Wissen.

Die Kestner Gesellschaft freut sich, die erste umfassende, institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin mit neuen Werkserien in Deutschland zu präsentieren. Zu sehen sind Zeichnungen, Malerei und Skulpturen, darunter die großformatigen Kalkputz-Fresken „Monday“ (2016) und die 3D-Filminstallation „Saturday“ (2017). Camille Henrot wurde auf der Biennale Venedig 2013 für ihr bahnbrechendes Werk „Grosse Fatigue“ mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet und erhielt 2017 die Carte Blanche im Palais de Tokyo in Paris, wo sie die monumentale Ausstellung „Days are Dogs“ präsentierte.

Der Titel der Ausstellung, „Mother Tongue“ (dt: Muttersprache), lässt sich auf verschiedene Arten lesen: Er kann auf die Sprache als Mittel der Weltaneignung bezogen werden ebenso wie auf die Zunge („Tongue”) als Organ des Ausdrucks, der tastenden Aneignung und des Konsums. Der Titel verweist auch auf das Verhältnis von Bindung und Trennung innerhalb der menschlichen Entwicklung, die im Säuglingsalter beginnt und sich das ganze Leben lang fortsetzt. .

 In der Zeit des coronabedingten Lockdowns ist der Zwiespalt zwischen persönlichen Bedürfnissen und der Positionierung hinsichtlich gesellschaftlicher Anforderungen spürbarer denn je. Die neue Serie „Is Today Tomorrow?“ entstand während des ersten Lockdowns, als sich Henrot, wie viele andere, in Selbstisolation übte. So entstanden täglich Werke mit Tagebuch-Charakter, die die spezifischen Momente widerspiegeln, in denen sie entstanden sind. Ihre Titel reflektieren diese besondere Zeitlichkeit: Sie alle enthalten dasWort „day“, wie beispielsweise „Blue Monday“, „Wait Another Day“ und „Ruin my Day“.

Dass Transformations- und Übergangsprozesse immer auch mit emotionaler Arbeit einhergeht, zeigt die eigens für die Ausstellung realisierte, überlebensgroße Bronzeskulptur „3,2,1“. Darin verliert ein hybrides Mensch-Vogelwesen eine Träne über die Menge an Abfall zu seinen Fü.en, die während der Produktion entstanden ist.

 

Henrots Werk wurde international mit umfassenden Einzelausstellungen unter anderen im Palais deTokyo, Paris (2017), in der Kunsthalle Wien (2017), im New Museum, New York (2014) und in der Tokyo Opera City Art Gallery (2019) gewürdigt. 2

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet, unter anderem sind Gespräche mit Expert*innen der Philosophie und Psychologie geplant. Parallel zur Ausstellung entsteht ein umfangreicher Katalog, der Textbeiträge von Emily LaBarge, Legacy Russell, Marcus Steinweg und ein Interview mit der Künstlerin enthält. Der in Deutsch und Englisch geplante Katalog erscheint im Verlag Walter König.

 

Kuratorin: Julika Bosch

 

 

Susan Hiller | Lost and Found

18.4.2021 bis 8.8.2021

 

Kestner Susan Hiller, Lost and Found, 2016, Courtesy Lisson Gallery

Susan Hiller, Lost and Found, 2016, Courtesy Lisson Gallery

 

Sprachen konstruieren Welten. Sterben sie aus, verschwinden auch die kulturellen Gemeinschaften ihrer Sprecher*innen. Parallel zur Ausstellung von Camille Henrot ist die Arbeit „Lost and Found“ (2016) der US-amerikanischen Künstlerin Susan Hiller (1940–2019) zu sehen.

„Lost and Found“ ist eine Audio-Collage von Stimmen, die in 23 unterschiedlichen Sprachen Anekdoten, Lieder und Erinnerungen vortragen. Die Sprachen sind ausgestorben oder vom Aussterben bedroht, darunter zum Beispiel Aramäisch und Livländisch. Das Gesprochene wird von Untertiteln und einer oszillierenden Linie begleitet, die die Schallwellen visualisiert. Die Betrachter*innen erhalten so einen Zugang zu den unterschiedlichen Welten der Sprecher*innen und sind mit ihnen, über Zeit und Raum hinweg, durch die physische Erfahrung des Klangs verbunden. Susan Hiller verbindet in ihren Arbeiten eine archäologische Herangehensweise mit einem Interesse am kollektiv Unterbewussten und an einem kulturellen Gedächtnis, das sich nicht zuletzt auch durch Sprache ausdrückt.

 Susan Hiller war in zahlreichen Überblicksausstellungen vertreten.

 Kuratorin: Lea Altner

 

Moyra Davey | My Saints

18.4.2021 bis 8.8.2021

 

Kestner Moyra Screen Shot 2014-03-08 at 1.22.06 pm

Moyra Davey Screen Shot 2014-03-08 at 1.22.06 pm

 

Mit dem Projektraum „Shifting Present“ etabliert die Kestner Gesellschaft ein neues Format. Parallel zu den Ausstellungen werden in erster Linie Filme von internationalen Künstler*innen zu sehen sein. Als erste Position wird die kanadische Künstlerin Moyra Davey (* 1958 in Toronto, Kanada) vorgestellt, die neben Film auch in Fotografie arbeitet und das Schreiben zu ihrer künstlerischen Praxis macht.

Moyra Daveys Filme bestehen aus lose zusammenhängenden, bewegten Bildern und enthalten persönliche Erzählungen, die inneren Monologen gleichen. Indem sie ihre eigenen Erfahrungen mit denen bekannter Künstler*innen, Schriftsteller*innen und Philosoph*innen in Beziehung setzt, sind Daveys Filme auch Reflexionen über die Natur der Existenz, des Denkens und des menschlichen Daseins.

 

Kestner Moyra Davey_My Saints_2014 _$50

Moyra Davey My Saints 2014  $50

 

In dem Film „My Saints“ (2014) befragt sie beispielsweise ihre Familie und Freund*innen zu „The Thief's Journal", dem radikalen, semi-autobiografischen Roman des französischen Schriftstellers Jean Genet.

Moyra Davey studierte an der Concordia University in Montréal, Kanada, und der University of California in San Diego, USA. 1989 wurde sie im Independent Study Program des Whitney Museum of AmericanArt, New York, USA aufgenommen. Davey hatte schon viele internationale Einzelausstellungen. 2017 nahm sie an der documenta 14 in Athen, Griechenland teil.

Moyra Davey lebt und arbeitet in New York, USA.

Kurator: Adam Budak

 

Sharon Lockhart | The Future Should Always Be Better

18.4.2021 bis 8.8.2021

 

Kestner Sharon Lockhart The Future Should Always be Better 2021

Sharon Lockhart The Future Should Always be Better 2021

 

Mit dem leuchtenden Neon-Schriftzug „The Future Should Always Be Better“ begrüsst die Fassade der Kestner Gesellschaft die Besucher.  Das Statement gestaltet von der amerikanischen Künstlerin Sharon Lockhart
(* 1964, Norwood, Massachusetts, USA) ragt auf wie ein Werbeslogan über den Goseriedeplatz. In Zeiten der Corona-Pandemie erscheint der Slogan hochaktuell, gleichzeitig thematisiert die Künstlerin eine allgemeine gesellschaftliche Erwartungshaltung von einer besseren Zukunft.

Sharon Lockhart setzt sich in ihren konzeptuellen Arbeiten mit sozialen Themen auseinander. In einer vielfältigen Praxis, die Installation, Fotografie, Film, Malerei und Bildhauerei umfasst, schafft sie fesselnde und komplexe Interaktionen zwischen den verschiedenen Medien und Formen. Die insbesondere für ihre Filme und Fotografien international bekannte Künstlerin wendet sich mit der Installation für die Kestner Gesellschaft erstmals einem neuem Medium zu: der Neon-Leuchtschrift.

Sharon Lockhart studierte am San Francisco Art Institute und ArtCenter College of Design, Pasadena, Kalifornien. 2017 vertrat Sharon Lockhart Polen auf der 57. Biennale Venedig mit ihrem multidisziplinären Projekt 'Little Review'. Sharon Lockharts Arbeiten wurden weltweit in zahlreichen Einzelausstellungen präsentiert. Lockhart wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Als Professorin lehrte sie an der Roski School of Art and Design der University of Southern California und am California Institute of the Arts. Sharon Lockhart lebt und arbeitet in Los Angeles, Kalifornien.

Kurator: Adam Budak

 

Diamanda Galás | Broken Gargoyles

Termin wird noch bekanntgegeben

 

Kestner DiamandaGalas Portrait Foto LoganWhite (1)

Diamanda Galas Portrait Foto LoganWhite (1)

 

Die Kestner Gesellschaft präsentiert „Broken Gargoyles“, eine Sound-Installation der US-amerikanischen Sängerin, Komponistin und Pianistin Diamanda Galás. Sie arbeitete hierfür mit dem Künstler und Sounddesigner Daniel Neumann zusammen, wobei beide sich Pandemie-bedingt – Galás in San Diego und Neumann in New York – in Isolation befanden.

Basierend auf zwei Gedichten des deutschen Lyrikers Georg Heym – „Das Fieberspital“ und „Die Dämonen der Stadt“ – die er 1911 verfasste, setzt sich die Soundarbeit aus natürlichen, sowie stark  bearbeiteten Stimmen, manipuliertem Piano und anderen unterschiedlichen Tonquellen zusammen.

Zudem werden Teile ihres 2020 erschienenen Albums „De-Formation – Piano Variations. A Work For Solo Piano“, einem reinen Pianostück hinzugenommen, sowie Ausschnitte von Versen aus „Das Fieberspital“ gesprochen von dem Künstler Robert Knoke.

In „Das Fieberspital“ umschreibt Heym die verstörenden Zustände der an Gelbfieber erkrankten Menschen, die sich aufgrund unmenschlicher Behandlungsbedingungen und Isolation in Todesangst, Katatonie und Paralyse befinden. Diese in Sound umgewandelten Empfindungen verwebt Galás mit dem weiteren Gedicht Heyms – „Die Dämonen der Stadt“ – in dem Heym bereits 1911 die düsteren Vorboten des Ersten Weltkrieges beschreibt. Sichtbar werden die Gräueltaten des Ersten Weltkrieges durch das Werk des deutschen Antimilitaristen und Pazifisten Ernst Friedrich Krieg dem Kriege! aus dem Jahr 1924, auf das Galás mit ihrem Titel Bezug nimmt. In „Broken Gargoyles“ verbindet Diamanda Galás die beiden Gedichte Heyms und entdeckt darin die Vorboten für das Grauen des Ersten Weltkrieges.

Die Sound-Installation wird nun in der Ruine der ca. 1250 erbauten Nikolaikapelle in Hannover präsentiert, die außerhalb der damaligen Stadtmauer gelegen als Quarantäneort der im Mittelalter an Pest und Lepra erkrankten diente.

 Kurator: Robert Knoke

 

25.03.2021 - 22.08.2021
Fotoausstellung Leipzig . Auf einer Fläche von rund 1500 qm präsentiert das Museum der bildenden Künste Leipzig 60 Werke von Andreas Gurkst, der mit seinen riesigen, außergewöhnlichen Fotografien einer der berühmtesten und erfolgreichsten Künstler der Gegenwart ist. Zum ersten Mal wird Gursky in seiner Geburtsstadt in einer Einzelausstellung gezeigt. Der Besucht der Ausstellung ist momentan mit Voranmeldung möglich. Bis 22.8.2021
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Andreas Gursky
Fotoausstellung Leipzig . Auf einer Fläche von rund 1500 qm präsentiert das Museum der bildenden Künste Leipzig 60 Werke von Andreas Gurkst, der mit seinen riesigen, außergewöhnlichen Fotografien einer der berühmtesten und erfolgreichsten Künstler der Gegenwart ist. Zum ersten Mal wird Gursky in seiner Geburtsstadt in einer Einzelausstellung gezeigt. Der Besucht der Ausstellung ist momentan mit Voranmeldung möglich. Bis 22.8.2021

Andreas Gursky_Politik II

Andreas Gursky, Politik II, 2020, Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2020,
Courtesy: Sprüth Magers

 

Seit den 1980er Jahren ist Andreas Gursky (*1955) wesentlich an der Erschließung neuer Ausdrucksformen in der künstlerischen Fotografie beteiligt. Durch den Einsatz von Farbe, die extremen Großformate, die Erschließung neuer  ästhetischer Möglichkeiten der Digitalfotografie und die beständige kritische Reflexion über die Bedingungen der Produktion und Rezeption fotografischer Bilder prägt er den Diskurs derzeitgenössischen Fotografie bis heute nachhaltig.

 

Andreas Gursky_Bauhaus

Andreas Gursky, Bauhaus, 2020, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2020,
Courtesy: Sprüth Magers

 

Im MdbK, Museum der bildenden Künste, kann Andreas Gurskys Schaffen nun in einer persönlichen Auswahl des Künstlers anhand von rund 60 Fotografien nachvollzogen werden. Neben bekannten Hauptwerken wie „Ruhrtal“ (1989), „Paris, Montparnasse“ (1993) oder „99 Cent“ (1999) sind auch neue Arbeiten aus dem Jahr 2020 zu sehen, die noch nie in einem musealen Zusammenhang ausgestellt waren, darunter „Bauhaus“ und „Kreuzfahrt“. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Leipzig., beide langjährige Partner des MdbK, haben uns auf dem Weg zur Realisierung begleitet und durch ihre Unterstützung die Ausstellung möglich gemacht.

 

Andreas Gursky_Chicago Board of Trade III

Andreas Gursky, Chicago Board of Trade III, 2009, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2020, 
Courtesy: Sprüth Magers

 

Andreas Gurskys Bilder werden oft durch spontane visuelle Eindrücke ausgelöst, bevor der Künstler sie in einem langen, kreativen Prozess ausarbeitet. Seine Motive sind uns vertraut: Massenveranstaltungen, Arbeitswelt, Freizeit, Massentierhaltung, die internationalen Schauplätze des Konsums und der Finanzwirtschaft sowie ganz allgemein das komplexe Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt.

 

Andreas Gursky_Kreuzfahrt

Andreas Gursky, Kreuzfahrt, 2020, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2020,
Courtesy: Sprüth Mager

 

Andreas Gurskys Werke wirken auf den ersten Blick dokumentarisch. Doch bei näherer Betrachtung vereint der Künstler in ein und demselben Werk verschiedene Zeitebenen sowie Nah- und Fernsicht mit außergewöhnlicher Tiefenschärfe. Er stellt unsere Sehgewohnheiten auf die Probe und irritiert. Seine Arbeiten sind komplexe Re-Konstruktionen der Wirklichkeit, getragen von einem umfassenden Blick auf unsere Welt mit zeitgeschichtlicher Relevanz.

Die umfangreiche Werkpräsentation von Andreas Gursky im MdbK  umfasst mehr als 35 Jahre seines künstlerischen Schaffens, Zeugnisse einer konsequenten Weiterentwicklung der künstlerischen Fotografie. Bereits während seines Studiums in den 1980er Jahren entdeckte der Fotograf sein Interesse an komplexen, groß dimensionierten Strukturen, anfangs in der Landschaft, später vor allem in der zeitgenössischen Architektur. In den Analogfotografien „Klausenpass“ (1984) und „Salerno“ (1990) werden die Wanderer im Hochgebirge zu kleinen, beinahe abstrakten Formen und die zu verladenden Autos und Container in der süditalienischen Hafenstadt zu faszinierenden Mustern. Die Individualität des Ortes und der Menschen tritt zu Gunsten grafischer Strukturen in den Hintergrund. Mit den Mitteln der Digitalfotografie verstärkte Andreas Gursky diese Effekte und begann zunehmend, seine eigene Bilderwelt zu konstruieren. Für „Paris, Montparnasse“ (1993), eines seiner frühen digitalen Werke, kombinierte er zwei Aufnahmen ein und desselben Gebäudes zu einem einzigen monumentalen Bild. Mit dem aus zahllosen Fotografien einzelner Waren zusammengesetzten „Amazon“ (2016) trieb er dieses Prinzip auf die Spitze.

 

Andreas Gursky_El_Ejido

Andreas Gursky, El Ejido, 2017, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn, 2020,
Courtesy: Sprüth Magers

 

Neben diesen an Details geradezu überquellenden Bildern stehen auf wenige Elemente wie Himmel, Baukörper, Straße oder Feld reduzierte Bildräume, die an Werke der abstrakten Farbfeldmalerei erinnern. In den Fotografien „Rhein III“ (2018) und „Bauhaus“ (2020) konzentriert sich der Künstler auf grafische Strukturen und Farbflächen, die zum eigentlichen Gegenstand der Bilder werden, ohne dass der Bezug zur äußeren Realität gänzlich verloren ginge.

Andreas Gursky wurde 1955 in Leipzig in eine Fotografenfamilie geboren. Sein Großvater Hans Gursky (1890–1960) führte in Taucha ein eigenes Porträtatelier und einen Postkartenverlag. Sein Vater Willy Gursky (1921–2016) studierte unter anderem an der Leipziger Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe, der heutigen HGB, und betrieb von 1948 bis 1955 ein Atelier am Dittrichring. 1955 floh er in die Bundesrepublik, seine Frau Rosemarie und sein Sohn Andreas folgten ihm kurz darauf nach. Dieser familiäre Hintergrund wird in der Ausstellung thematisiert. Es sind Dokumente und Fotografien seines Vaters und Großvaters zu sehen. Trotz der familiären Tradition war es für Andreas Gursky keine Selbstverständlichkeit, Fotografie zu studieren. Entscheidend war vielmehr sein Entschluss, das Medium als künstlerische Ausdruckform zu denken, der ihn an die Kunsthochschule Essen und schließlich 1980 an die Düsseldorfer Kunstakademie in die Klasse von Bernd Becher (1931–2007) führte. 1987 schloss er dort sein Studium als Meisterschüler ab. Das gemeinschaftliche fotografische Schaffen von Bernd und Hilla Becher prägte Andreas Gursky durch den sachlichen, objektivierenden Blick und die Offenheit gegenüber zeitgenössischen Strömungen der bildenden Kunst.

Bereits im Sommer 2017 fanden erste Gespräche über eine große Ausstellung im MdbK statt. Andreas Gursky war vom ersten Moment an von der zeitgenössischen Architektur fasziniert und hat das Museum seitdem mehrmals zur Vorbereitung besucht. Insbesondere die Vielfalt und

Großzügigkeit der wohlproportionierten Räume nahm er als inspirierende Einladung wahr. Daher ist seine Werkpräsentation im dritten Obergeschoss des MdbK auf einer Fläche von rund 1.500 qm zu sehen.

 

Museum der bildenden Künste, Katharinenstraße 10, Leipzig

 

12.03.2021 - 08.08.2021
Fotoausstellung Köln . Photographien aus der Sammlung Garnatz und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur im Dialog zeigt die SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn. Präsentiert werden Werke unter anderem von Bernd und Hilf Becher, Jürgen Klauke, Flores Neusüss und Thomas Struth. Geplant ist die Ausstellung jetzt vom 12.3. bis 8.8.2021
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SK Sftung Kultur: Von Becher bis Blume Ausstellung verlängert
Fotoausstellung Köln . Photographien aus der Sammlung Garnatz und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur im Dialog zeigt die SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn. Präsentiert werden Werke unter anderem von Bernd und Hilf Becher, Jürgen Klauke, Flores Neusüss und Thomas Struth. Geplant ist die Ausstellung jetzt vom 12.3. bis 8.8.2021

SK 3_BerndundHillaBecher

Bernd und Hilla Becher: Charleroi-Montigny, B, 1984
© Estate Bernd & Hilla Becher, vertreten durch Max Becher,
courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – Bernd und Hilla Becher Archiv, Köln, 2020

 

Die Ausstellung „Von Becher bis Blume“ gibt insbesondere Einblick in die einflussreich wirkende Photographie der 1980er- und 1990er-Jahre, eine Zeit, in der innovative und bis heute bedeutende Bildwerke und Konzepte entstanden sind. Eine zentrale Rolle kommt dabei dem Rheinland zu, mit zahlreich ansässigen Künstlern, Museen und Galerien. Das Sammlerpaar Ute und Eberhard Garnatz war Teil dieses äußerst lebendigen Geschehens, bereits in den 1970er-Jahren haben sie begonnen, ihrer Sammeltätigkeit engagiert nachzugehen.

 

SK 1_Klauke_fliegende_huete

Jürgen Klauke: Ohne Titel (Fliegende Hüte), aus: Sonntagsneurosen, 1990-92
© Jürgen Klauke

 

SK 15_Neusuess

Floris Neusüss: Neusüss verlässt den Schatten, Kassel, 1976
© Floris Neusüss

 

Neben einer großen Kollektion von Gemälden, Skulpturen und Graphiken entwickelten sie eine eigenwillige und beachtlich facettenreiche Sammlung von Photographien, die teils bis in die 1950er-Jahre zurückreichen, vor allem aber photographische Arbeiten umfasst, die seit den 1980ern bis in die 2000er-Jahre entstanden. In jenem Jahrzehnt trat die Photographie mehr und mehr in den Kosmos der bildenden Künste ein. Beharrlich eroberte sich das Medium mit und neben den tradierten Genres einen eigenständigen Platz. Und auch dies verfolgten die Sammler mit aufmerksamem Blick: Ganz auf der Höhe der Zeit, richteten sie ihr Augenmerk auf Kunstschaffende, für die das photographische Bild Grundlage und die Kamera als technisches Werkzeug im künstlerischen Tagesgeschehen eine Selbstverständlichkeit darstellte.

 

SK 22_StruthJPG

Thomas Struth: Rijksmuseum Amsterdam 1, 1990
© Thomas Struth

 

SK 4_Chargesheimer

Chargesheimer: Ohne Titel (Konfetti streuendes Mädchen), um 1956/57
© Museum Ludwig Köln

 

Es wären zum einen jene zu nennen, die das die das dokumentarische Bild zum Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Konzepte gewählt haben; andererseits jene, die sich, weit weniger der Wirklichkeitstreue des Mediums verpflichtet, in experimentelle Gefilde begeben; und auch solche, die die Gegenstandswelt konterkarieren oder inszenieren respektive sich vorzugsweise die chemische Qualität des photographischen Prozesses zunutze machen, um so zu Bildwerken malerischer Formensprache zu gelangen.

 

SK 2_Becker

Boris Becker: Zeebrugge, 2003
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Für die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur eröffnet sich mit dieser Präsentation die Möglichkeit, photographische Positionen der Sammlung Garnatz mit den eigenen in einen Dialog zu setzen. Einen gemeinsamen Nenner finden die beiden Sammlungen insbesondere in den Arbeiten von Bernd und Hilla Becher, Werke etwa von Boris Becker, Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth bilden ebenfalls Korrespondenzen zwischen beiden Sammlungen. Darüber hinaus werden rare inszenatorische und experimentelle Arbeiten kontextualisiert. Sie treten solchen gegenüber, die an der Schnittstelle von Photographie und Malerei verortbar sind. So realitätsbezogen sich das Medium vorgibt, es begeistert durch die Bandbreite seiner Möglichkeiten, die graduell verschieden ins Abstrakte und Poetische reichen.

 

SK 3_Blume

Anna und Bernhard Blume: aus: Telekinetisch hysterische Szene (aus der Serie Trautes Heim“), 1986/87
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

 

So bietet Von Becher bis Blume ein weites und auch sehr abwechslungsreiches Spektrum unterschiedlicher Auffassungen, die sich so kontrastreich widersprüchlich wie erfrischend ungezwungen begegnen. Gezeigt werden über 150 Exponate, teils umfangreiche serielle Arbeiten von 22 Künstlerinnen und Künstlern, die die jüngere deutsche Photographie durch innovative Beiträge wesentlich geformt und nach wie vor großen Einfluss auf das künstlerische Medium haben.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch im Snoeck Verlag.

 

SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn Im Mediapark 7, Köln

 

 

 

 

 

10.02.2021 - 23.01.2022
Auch im Jahr 2021 hat das Leopold Museum in Wien eine Reihe spannender Ausstellungen vorgesehen. Darunter sind auch fotografische Leckerbissen wie wechselnde Bilder in der Dauerpräsentation "Wien 1900 Aufbruch in die Moderne" oder zum Herbst die Ausstellung "Ludwig Wittgenstein. Fotografie als analytische Praxis".
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Das Jahr im Leopold Museum Wien
Auch im Jahr 2021 hat das Leopold Museum in Wien eine Reihe spannender Ausstellungen vorgesehen. Darunter sind auch fotografische Leckerbissen wie wechselnde Bilder in der Dauerpräsentation "Wien 1900 Aufbruch in die Moderne" oder zum Herbst die Ausstellung "Ludwig Wittgenstein. Fotografie als analytische Praxis".

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Gruppenaufnahme der Secessionskünstler. Hintere Reihe von links nach rechts: Anton Stark, Gustav Klimt (im Malerkittel), Adolf Böhm, Wilhelm List, Maximilian Kurzweil, Leopold Stolba, Rudolf Bacher. Vordere Reihe: Koloman Moser, Maximilian Lenz, Ernst Stöhr, Emil Orlik, Carl Moll. und Kolo Moser (vor Klimt sitzend). 

Photographie von Moriz Nähr. April 1902

 

Ab der für 10. Februar vorgesehenen Öffnung nach dem aktuellen Lockdown zeigt das Leopold Museum wieder die mehr als 1.300 Objekte umfassende Dauerpräsentation Wien 1900. Aufbruch in die Moderne, wobei Grafiken, Fotografien und Archivalien regelmäßig getauscht werden und für reichlich Abwechslung innerhalb der Wien 1900-Ausstellung sorgen. Immer wieder wird die Dauerpräsentation auch durch Neuerwerbungen und (Dauer-)Leihgaben ergänzt. Die Präsentation spannt einen Bogen von ca. 1870 bis 1930 und zeichnet sich durch mediale Vielfalt aus, die von Malerei, Grafik, Skulptur und Fotografie über Archivalien, Glas, Keramik, Metall, Textilien, Leder und Schmuck bis hin zu Möbelstücken und Wohnungseinrichtungen reicht. Aus konservatorischen Gründen werden Fotografien, grafische Arbeiten und Archivalien regelmäßig ausgetauscht, wodurch neue Blickwinkel entstehen.

Zwei Ausstellungen, deren Start von Sommer 2019 auf den Spätherbst verschoben werden mussten und die bisher lediglich wenige Tage im Dezember 2020 zu sehen waren – Emil Pirchan. Visuelle Revolution und Inspiration Beethoven. Eine Symphonie in Bildern aus Wien 1900 zum 250. Geburtstag des Komponisten werden bis 6. Juni verlängert.

Emil Pirchan - Visuelle Revolution

 

Leopold Pirchon

Fotoatelier A. Frankl, Berlin, Emil Pirchan mit Masken im Berliner Atelier, 1923 © Sammlung Steffan/Pabst, Zürich, Foto: Sammlung Steffan/Pabst, Zürich © Nachlass Emil Pirchan, Sammlung Steffan/Pabst, Zürich

 

Bis 05.04.2021 Emil Pirchan (1884–1957) war ein Pionier des expressionistischen Bühnenbildes, aber auch fantasiereicher Plakatgestalter, der im konkurrenzstarken Metier Werbegrafikbeträchtliche Erfolge feierte. Zudem war er Kostümbildner, Designer, Buchillustrator, Autor mehrerer Künstlermonografien, Romancier, Lehrer und noch etliches mehr. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Museum Folkwang in Essen.

 

 

Ludwig Wittgenstein. Fotografie als analytische Praxis 24.09.2021–23.01.2022
KuratorInnen: Verena Gamper, Gregor Schmoll

 

Leopold Ruff

 

Thomas Ruff, Anderes Porträt Nr. 109A/32, 1994/95
© Courtesy Thomas Ruff, Foto: Thomas Ruff © Bildrecht Wien, 2021

 

In dieser Ausstellung, die auf die Leidenschaft des Philosophen Ludwig Wittgenstein für die Fotografie fokussiert, steht erstmals sein Wirken als Autor, Sammler und Arrangeur von Fotografien im Mittelpunkt. Gezeigt wird das unveröffentlichte Fotoalbum der 1930er-Jahre, ein Kompositporträt aus Aufnahmen der Schwestern Wittgensteins und jener des Philosophen, inszenierte Selbstporträts, Aufnahmen des Haus Wittgenstein, Auszüge der Nonsense Collection und die Ansichtskartenkorrespondenz Wittgensteins.

 

 

Leopold 5407_WITTGENSTEIN_04

Ludwig Wittgenstein/Moriz Nähr, Kompositporträt Hermine, Helene, Margarethe und Ludwig Wittgenstein, undatiert
© The Ludwig Wittgenstein Archive Cambridge, Foto: The Ludwig Wittgenstein Archive Cambridge

 

Seine Arbeiten werden mit der fotografischen Praxis und Theorie zeitgenössischer KünstlerInnen wie Baldessari, Bechtold, Boltanski, Darboven, Förg, Goldin, Jürgenssen, Lombardi, Maurer, Polke, Ruff, Sherman, Sieverding, Spiluttini, Warhol, Weibel, Zobernig u. a. in Dialog gesetzt. Die auch experimentelle Auseinandersetzung der Familie Wittgenstein mit dem Medium Fotografie wird in Form einer historisch-biografischen Rückblende vorgestellt und es wird dazu eingeladen, Wittgensteins Verständnis des Mediums für eine zeitgenössische Re-Vision fruchtbar zu machen.

 

 

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