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Fotoausstellungen

09.05.2021 - 30.05.2021
Fotoausstellung Köln . Die Arbeiten der Ausstellung zeigen zum einen menschliche Eingriffe in die Natur, zum anderen deren Auswirkungen auf die Menschen vor Ort und die gesellschaftlichen Folgen auch für Europa. NATUR.KLIMA.MIGRATIONstellt die Arbeiten von Studierenden und Lehrenden der FH Dortmund im Rahmen des Sommerblutfestivals (Bewegte Körper) und der Photoszene Köln in der Michael Hornbach Stiftung in Köln, vor. 9.5-30.5.2021
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NATUR.KLIMA.MIGRATION
Fotoausstellung Köln . Die Arbeiten der Ausstellung zeigen zum einen menschliche Eingriffe in die Natur, zum anderen deren Auswirkungen auf die Menschen vor Ort und die gesellschaftlichen Folgen auch für Europa. NATUR.KLIMA.MIGRATIONstellt die Arbeiten von Studierenden und Lehrenden der FH Dortmund im Rahmen des Sommerblutfestivals (Bewegte Körper) und der Photoszene Köln in der Michael Hornbach Stiftung in Köln, vor. 9.5-30.5.2021

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Aliona Kardash, Russlanddeutsch

 

 

Die zum Teil bereits deutlichen beobachtbaren Folgen des Klimawandels, ausgelöst durch die menschlichen Eingriffe in die Natur sind äußerst vielfältig. Sie umfassen zum einen schleichende Umweltveränderungen wie die zunehmende Versalzung der Grundwasserressourcen, eine Veränderung der tropischen Niederschlagsmuster und eine höhere Wahrscheinlichkeit von Dürren, zum anderen aber auch plötzlich eintretende Ereignisse wie Flutkatastrophen in küstennahen Gebieten als Folge des steigenden Meeresspiegels oder den Anstieg des selbigen. Darüber hinaus ist auch mit einer zunehmenden Häufigkeit und Intensität von Wirbelstürmen in der Karibik und Teilen des Pazifischen wie Indischen Ozeans zu rechnen. Daraus können sich Gefahren für die menschliche Sicherheit ergeben. So besteht einerseits die direkte Gefahr, durch ein Umweltereignis zu Schaden zu kommen. Andererseits steigt u.a. das Risiko von Missernten und damit verbundener Nahrungsmittelknappheit. Neue Gesundheitsrisiken ergeben sich durch ausbreitende Tropenkrankheiten wie Gelbfieber oder Malaria in immer größere Gebiete der Welt.
 
 
 
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Foto Maximilian Mann Ger-district 
 
 
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Foto Dirk Gebhardt,  Sertao
 
 
Millionen von Menschen sind dadurch in ihrer menschlichen Sicherheit bedroht; mit anderen Worten: Es besteht Gefahr für Leib und Leben. Dennoch bleiben auch in Anbetracht dieser Umweltveränderungen menschliche Migrationsentscheidungen höchst komplex. So sind es nicht nur die genannten Folgen des klimatischen Wandels, die Menschen veranlassen, ihren Wohnort zu verlassen. Vielmehr spielen viele Faktoren eine Rolle: Wirtschaftliche, politische oder soziale Rahmenbedingungen können zur Entscheidung beitragen, ob jemand seinen Herkunftsort verlässt oder nicht. Kurz gesagt: In der Regel basieren Migrationsentscheidungen nicht nur auf einer einzigen Ursache, sondern einem Zusammenspiel unterschiedlicher Motive und Zwänge. 
 
 
 
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Daniel Chatard, Niemandsland
 
 
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Thomas Morsch & Magnus Terhorst - Between hope and disease
 
 
Fakt bleibt, das Menschen an allen Orten der Welt Menschen sich gezwungen sehen ihre Heimat zu verlassen, um ein sichereres Leben führen zu können. Die geschieht im Regelfall nicht eruptiv sondern schleichend über lange Zeiträume hinweg und meistens im Lokalen. Vom Dorf in die Kleinstadt, in die Großstadt am Ende dieser Bewerbung stehen die Metropolen des globalen Südens, welche dem sozio-ökonomischen Druck kaum standhalten werden.
 
Ausgestellt werden Arbeiten von 
Aliona Kardash, Julia Sellmann, Daniel Chatard, Thomas Morsch & Magnus Terhorst, Maximilian Mann, Dirk Gebhardt

 

Michael Horbach Stiftung, Wormser Straße 23, Köln

 

06.05.2021 - 31.07.2021
Fotoausstellung Stuttgart . Die Leica Galerie Stuttgart präsentiert in der Ausstellung „Personal Best for Leica“ moderne Meisterwerke der Fotografie des legendären Fotografen Elliott Erwitt. Die beeindruckenden Schwarzweiß-Aufnahmen sind ein Zeugnis der jahrzehntelangen freundschaftlichen Verbindung des renommierten und weltweit bekannten Magnum Fotografen Elliott Erwitt zu Leica. 6.5. bis 31.7.2021
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Elliott Erwitt - Personal Best for Leica
Fotoausstellung Stuttgart . Die Leica Galerie Stuttgart präsentiert in der Ausstellung „Personal Best for Leica“ moderne Meisterwerke der Fotografie des legendären Fotografen Elliott Erwitt. Die beeindruckenden Schwarzweiß-Aufnahmen sind ein Zeugnis der jahrzehntelangen freundschaftlichen Verbindung des renommierten und weltweit bekannten Magnum Fotografen Elliott Erwitt zu Leica. 6.5. bis 31.7.2021

© Elliott Erwitt_MAGNUM Photos USA_FRANCE. Paris. 1989

Leica Galerie Stuttgart / © Elliott Erwitt
MAGNUM Photos USA FRANCE. Paris. 1989

 

Elliott Erwitt gilt als einer der bedeutendsten  Fotografen weltweit. Seine Arbeiten, meist in Schwarzweiß gehalten, widmen sich prominenten Persönlichkeiten und denkwürdigen Momenten der Zeitgeschichte – sie gelten als moderne Meisterwerke der Fotografie. Erwitt ist bekennender Hundeliebhaber. Daher spielen die Vierbeiner eine besondere Rolle in seinen fotografischen Werken. Zudem gilt Erwitts feiner und kluger Humor als sein Markenzeichen, der sich in vielen seiner Bilder widerspiegelt.

 

© Elliott Erwitt_MAGNUM Photos USA_Santa Monica. California. 1955

Leica Galerie Stuttgart / © Elliott Erwitt
MAGNUM Photos USA Santa Monica. California. 1955

 

1953 begann Erwitt für die unabhängige Fotografenagentur Magnum Photos zu arbeiten. Die Agentur wurde 1947 von den vier Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David Seymour und George Rodger in Paris gegründet. Ein Jahr später war er bereits Vollmitglied der Agentur und übernahm von 1966 bis 1969 die Funktion des Magnum Präsidenten. Während dieser Zeit arbeitete er als Freelancer für verschiedene Magazine, wie „Collier’s“, „Look“, „Life“ und „Holiday“. Er porträtierte zahlreiche Prominente wie Marlene Dietrich, Jacqueline Kennedy und Marilyn Monroe. Legendär sind seine Aufnahmen von Fidel Castro und Che Guevara. In den Jahren 1974 und 1980 fungierte er erneut als Vizepräsident von Magnum.

 

© Elliott Erwitt_MAGNUM Photos USA_New York City. 2000

Leica Galerie Stuttgart / © Elliott Erwitt
MAGNUM Photos USA New York City. 2000

 

Leica Galerie Stuttgart, Calwer Straße 41, Stuttgart

29.04.2021 - 01.08.2021
Fotoausstellung Wien . Anlässlich seines 80. Geburtstages zeigt WestLicht Schauplatz für Fotografie in der Ausstellung Arakiss erstmals Fotografien aus Nobuyoshi Arakis neuester, 2020 entstandener Serie Paradise. Um dem unermüdlichen künstlerischen Schaffensdrang Arakis Rechnung zu tragen, ist Arakiss als häuserübergreifende Doppelausstellung konzipiert. Ab 20. Mai präsentiert die Galerie OstLicht ergänzend zur WestLicht Ausstellung weitere Aspekte aus Aralies Schaffen, das weit über das klassische Fotopublikum hinaus für Aufmerksamkeit und immer wieder auch für Kontroversen, sorgt. 29.4. bis 1.8.2021
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Nobuyoshi Araki - Arakiss
Fotoausstellung Wien . Anlässlich seines 80. Geburtstages zeigt WestLicht Schauplatz für Fotografie in der Ausstellung Arakiss erstmals Fotografien aus Nobuyoshi Arakis neuester, 2020 entstandener Serie Paradise. Um dem unermüdlichen künstlerischen Schaffensdrang Arakis Rechnung zu tragen, ist Arakiss als häuserübergreifende Doppelausstellung konzipiert. Ab 20. Mai präsentiert die Galerie OstLicht ergänzend zur WestLicht Ausstellung weitere Aspekte aus Aralies Schaffen, das weit über das klassische Fotopublikum hinaus für Aufmerksamkeit und immer wieder auch für Kontroversen, sorgt. 29.4. bis 1.8.2021

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Untitled, from the series »Paradise«, 2020
© Nobuyoshi Araki

 

In der Ausstellung Arakiss werden die großformatigen Stillleben, in denen Araki immer wieder Motive vergangener Schaffensperioden aufgreift, in den Kontext seiner Publikationen und seiner Arbeiten aus sechs Jahrzehnten gestellt. So beleuchtet der Ausstellungsparcours stets wiederkehrende Themenkomplexe im Werk des Künstlers: die obsessive Beschäftigung mit Sexualität und Tod, die Vermischung von dokumentarischer und fiktionaler Erzählung, den Bildersturm und Arakis Auseinandersetzung mit der Zensur.

 

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Sentimental Journey, 1971
© Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht

 

Arakiss zeigt auch die Entwicklung von Arakis Schaffen über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren, von seinen ersten Aufnahmen über die berühmte Serie Sentimental Journey und seine bekanntesten Bondage-Fotografien bis zu seinem neuesten Projekt.

 

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Selfportrait with Yoko, from »Colourscapes«, 1991
© Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht

 

Die Ausstellung wurde in enger Kooperation mit dem in Tokio lebenden Fotografen konzipiert, der dem Haus und WestLicht Chef Peter Coeln seit seiner ersten WestLicht Ausstellung 2006 freundschaftlich verbunden ist. „Ich freue mich, dass wir im diesjährigen Jubiläumsjahr einem so wichtigen Ausnahmekünstler und engen Freund unseres Hauses diese umfassende Ausstellung widmen können“, so Coeln, dessen 2001 gegründeter Schauplatz für Fotografie heuer den zwanzigsten Geburtstag feiert. „Die für die aktuelle Schau entstandenen Arbeiten seiner jüngsten Serie Paradise sind ein wirklich außergewöhnliches Geburtstagsgeschenk“.

 

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Araki Buch Cover 1970–2020
© Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht

 

Den roten Faden der Ausstellung bilden Arakis Bücher, die einen zentralen Stellenwert in seinem Schaffen einnehmen. Viele seiner Meisterwerke sind heute begehrte Sammlerstücke und veranschaulichen auf eindrückliche Weise, wie das Medium Fotografie im Medium Buch seine kongeniale Ergänzung finden kann.

 

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Erotos, 1993
© Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht

 

Mit der Präsentation von mehr als 300 Bänden aus der Sammlung OstLicht ist die WestLicht Ausstellung die bislang umfassendste Retrospektive dieses in seinem Umfang und seiner Vielschichtigkeit einzigartigen OEuvres.

So verstand Arakis seine Anfang der 1970er Jahre auf den damals neuartigen Xerox-Kopiermaschinen gedruckten und in Handarbeit gebundenen Bücher als Statement gegen das Establishment. Mit seinem Opus Magnum Sentimental Journey, in dem er in sehr direkten Momentaufnahmen die eigene Hochzeitsreise dokumentiert, schuf er 1971 eines der bedeutendsten Fotobücher des 20. Jahrhunderts. Sein als „Ich-Fotografie“ apostrophierter autobiografischer Stil findet etwa in den Positionen von Larry Clark oder Nan Goldin seinen Widerhall. Arakis ab den 1980er Jahren entstandene Pseudo-Reportagen hinterfragen den Wahrheitsgehalt der Fotografie und sind in Zeiten von Fake News aktueller denn je. Die zeitgleich vermehrt auftretenden Selbstinszenierungen und Arakis manisch produzierter Output lassen ihn als einen frühen Protagonisten heutiger digitaler Fotopraktiken erscheinen.

 

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Kinbaku (bondage), from the series »Polanography«, c. 1985
© Nobuyoshi Araki, courtesy Fotosammlung OstLicht

 

Um dem unermüdlichen künstlerischen Schaffensdrang Arakis Rechnung zu tragen, ist Arakiss als häuserübergreifende Doppelausstellung konzipiert. Ab 20. Mai präsentiert die Galerie OstLicht unter anderem die monumentale Serie Kinbaku Shamaki, ein insgesamt 8 m langes, mehrteiliges Tableau von 53 mitAcryl übermalten Bondage-Fotografien zu sehen sein. Es ist dies das größte Werk Arakis und befindet sich wie die meisten der ausgestellten Exponate im Besitz der Sammlung OstLicht.

Die Ausstellungen werden von Hisako Motoo, Fabian Knierim und Michael Kollmann kuratiert und bleiben bis Sommer 2021 geöffnet.

 

 

23.04.2021 - 01.08.2021
Ausstellung Berlin . Yayoi Kusama zählt zu den bedeutendsten japanischen Künstlern der Gegenwart. Der Gropius Bau widmet Kusama die erste umfassende Retrospektive in Deutschland, die auf knapp 3000 m² zentrale Schaffensperioden aus über 70 Jahren nachzeichnet und eine Reihe aktueller Arbeiten umfasst, darunter auch einen neuen Infinite Mirror Room. Der Untertitel der Ausstellung lautet "A Bouquet of Love I Saw in the Universe" 23.4. bis 1.8.2021
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Yayoi Kusama - Eine Retrospektive
Ausstellung Berlin . Yayoi Kusama zählt zu den bedeutendsten japanischen Künstlern der Gegenwart. Der Gropius Bau widmet Kusama die erste umfassende Retrospektive in Deutschland, die auf knapp 3000 m² zentrale Schaffensperioden aus über 70 Jahren nachzeichnet und eine Reihe aktueller Arbeiten umfasst, darunter auch einen neuen Infinite Mirror Room. Der Untertitel der Ausstellung lautet "A Bouquet of Love I Saw in the Universe" 23.4. bis 1.8.2021

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Yayoi Kusama, „Anti-War“
nacktes Happening und Fahnenverbrennung auf der Brooklyn Bridge, 1968

 

Ein wesentliches Anliegen der Retrospektive ist es, die Entwicklung von Yayoi Kusamas Schaffen von frühen Gemälden und akkumulativen Skulpturen hin zu immersiven Erlebnisräumen nachzuzeichnen und insbesondere ihre bislang wenig beachtete künstlerische Aktivität in Deutschland und Europa aufzuarbeiten. Seit den 1960er Jahren hatte sich die Künstlerin selbst aktiv dafür eingesetzt, Ausstellungsprojekte jenseits ihres damaligen Lebensmittelpunktes New York zu realisieren und ihre Arbeiten im europäischen Kontext zu präsentieren. Dabei rückt auch die Rolle Kusamas als Pionierin des Personal Branding ins Blickfeld, die ihre künstlerische Persona und ihr multidisziplinäres Schaffen schon früh bewusst inszenierte und vermarktete.

 

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Yayoi Kusama, Infinity Mirror Room – Phalli’s Field, 1965
Installation, Mixed Media 
YAYOI KUSAMA, Courtesy: Ota Fine Arts, Victoria Miro

 

Der wegweisende Charakter ihrer Präsentationsformen und künstlerischen Sujets wird im Rahmen der Retrospektive durch Rekonstruktionen erlebbar, die Kusamas frühe Ausstellungsprojekte in Deutschland und Europa in den 1960er Jahren sowie zentrale Einzelausstellungen in den USA und Asien aus den 1950er bis 1980er Jahren zugänglich machen.

 

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YAYOI KUSAMA Portrait
copyright YAYOI KUSAMA, Courtesy: Ota Fine Arts, Victoria Miro & David Zwirner

 

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YAYOI KUSAMA Infinity Mirror Room - Love forever, 1966 )4
copyright YAYOI KUSAMA, Courtesy: Ota Fine Arts

 

Die Ausstellung beinhaltet neben umfangreichem Archivmaterial acht weitere Ausstellungsrekonstruktionen aus den Jahren 1952 bis 1983. Der Schwerpunkt liegt auf Kusamas bisher wenig erforschter Aktivität in Europa und hebt den performativen Charakter ihres Werkes hervor. Innovative Selbstinszenierungs- und Partizipationsstrategien innerhalb ihrer Arbeiten können als Vorläufer heutiger Tendenzen der sozialen Medien gelesen werden. Das Bestreben der Künstlerin, die Rolle der Frau in der Kunst neu zu definieren, liegt im Zentrum ihrer vielfältigen Tätigkeiten.

 

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Yoyoi Kusama, Kusama in ihrem Studio, New York, ca. 1961
copyright YAYOI KUSAMA

 

„Ich freue mich sehr, dass meine Retrospektive im wunderbaren Gropius Bau stattfinden wird. Dies ist eine Ausstellung, an die ich mich für den Rest meines Lebens erinnern werde. Ich danke Ihnen von ganzem Herzen, mit Liebe und Hoffnung.“ – Yayoi Kusama, 2021

 

Kuratiert von Stephanie Rosenthal

 

 

21.04.2021 - 27.06.2021
.Die Leica Galerie Wetzlar zeigt die Ausstellung „Arrivals and Departures“ des dänischen Fotografen Jacob Aue Solol, der in faszinierenden Schwarzweißaufnahmen mit der Leica M Monochrom seine Reiseerlebnisse mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking fotografierte. Bis 27.6.2021
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Jacob Aue Sobol - Arrivals and Departures
.Die Leica Galerie Wetzlar zeigt die Ausstellung „Arrivals and Departures“ des dänischen Fotografen Jacob Aue Solol, der in faszinierenden Schwarzweißaufnahmen mit der Leica M Monochrom seine Reiseerlebnisse mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking fotografierte. Bis 27.6.2021

Leica 2_Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

 

Die Serie „Arrivals and Departures“ des dänischen Fotografen Jacob Aue Sobol (*1976) entstand auf seiner Reise mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking. Doch während der Fahrt ergaben sich kaum Gelegenheiten zum Fotografieren  und  die  Atmosphäre   im  Zug entsprach   nicht  Sobols  Erwartungen. So entschloss er sich, jeweils ein paar Tage inMoskau,Ulaanbaatar und Peking zu verbringen. Hier ließ er sich von den vielen neuen Endrücken inspirieren und fotografierte Landschaften, Straßenszenen,  vor allem aber die Menschen,die er in dieser Zeit kennenlernte. Sobols Motive sind kraftvoll und emotional, insbesondere  seine Porträts  erscheinen  radikal und direkt .In engen Ausschnitten vermitteln die Bilder die Vertrautheit und oft intime Nähe zu seinen neuen Freunden. Für denFotografen wurde dieFahrt durchRussland, die Mongolei und China auch eine Reise zu sich selbst. Die Motive versteht Sobol auch als Aufforderung an den Betrachter, das Bild als Spiegel der eigenen Gefühle zu betrachten.

 

Leica 6_Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

 

Für Sobols expressive, kontrastreiche  schwarzweiße Bildsprache, die sich in den Landschaftsmotiven und Portraits zeigt, war die 2012 erstmals genutzte Leica M Monochrom ein perfekter Reisebegleiter. Mühelos gelang es dem Fotografen, die ihm eigene raue Bildästhetik auch digital fortzuführen.

 

Leica 1_Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

Arrivals and Departures © Jacob Aue Sobol

 

Jacob Aue Sobol, 1976 in Kopenhagen geboren, besuchte nach dem Studium am European Film College ab 1998 die Fatamorgana, die dänische Schule für Fotografie und Bildende Kunst. Er lebte in Grönland, Guatemala  und Tokio, ab 2008  begann er in Bangkok und Kopenhagen zu arbeiten. Seine in diesen Ländern entwickelten Serien wurden international ausgestellt und in Bildbänden veröffentlicht. Er wurde 2007 Nominee der Agentur Magnum Photos und ist seit 2012 Vollmitglied. 2008 erhielt er den European Publishers Award for Photography für das Buch „I, Tokyo“.

 

Ein Interview mit Jacob Aue Sobol zu seiner Ausstellung ist auf dem Leica You Tube Kanal zu sehen:

https://www.youtube.com/user/Mrleicacamera

 

 

 

 

21.04.2021 - 10.10.2021
Fotoausstellung Wetzlar . Das Ernst Leitz Museum Wetzlar präsentiert die Ausstellung „The Eyes of Humanity“ des amerikanischen Magnum-Fotografen Steve McCurry – eine persönliche Auswahl aus 40 Jahren. Seine Fotografien erzählen Geschichten und haben Geschichte geschrieben. An der Schnittstelle von Reportage-, Porträt-, Reise- und Landschaftsfotografie gehört der Amerikaner Steve McCurry (*1950) seit langem zu den ganz großen Fotografen unserer Zeit. Bis 10.10.Oktober 2021
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Steve McCurry - „The Eyes of Humanity“
Fotoausstellung Wetzlar . Das Ernst Leitz Museum Wetzlar präsentiert die Ausstellung „The Eyes of Humanity“ des amerikanischen Magnum-Fotografen Steve McCurry – eine persönliche Auswahl aus 40 Jahren. Seine Fotografien erzählen Geschichten und haben Geschichte geschrieben. An der Schnittstelle von Reportage-, Porträt-, Reise- und Landschaftsfotografie gehört der Amerikaner Steve McCurry (*1950) seit langem zu den ganz großen Fotografen unserer Zeit. Bis 10.10.Oktober 2021

Leica CHINA_The Eyes of Humanity © Steve McCurry

CHINA The Eyes of Humanity © Steve McCurry
/ courtesy of the Ernst Leitz Museum, Wetzlar 2021

 

 

Für die Ausstellung „The Eyes of Humanity“ im Ernst Leitz Museum Wetzlar hat der Magnum-Fotograf eine persönliche Auswahl von rund 90 Farb-Motiven getroffen: Bilder, die ihm besonders am Herzen liegen und gleichzeitig einen wunderbaren Überblick auf sein reiches Lebenswerk geben. Die Fotografien entstanden in den letzten vier Jahrzehnten in insgesamt 26 Ländern. Dabei sind Motive aus Krisen- und Katastrophengebieten, wie den brennenden Ölfeldern in Kuwait 1991 oder aus den zerstörten Türmen des World Trade Centers in New York 2001, genauso wie beeindruckende Landschafts- und Alltagsszenen, vor allem aber Aufnahmen, die vom Schicksal der unterschiedlichsten Menschen und Lebensgemeinschaften auf der Welt berichten. 

 

Leica AFGHAN GIRL_The Eyes of Humanity © Steve McCurry

AFGHAN GIRL The Eyes of Humanity © Steve McCurry''
/ courtesy of the Ernst Leitz Museum, Wetzlar 2021

 

 McCurrys Werk steht in der Tradition einer humanistischen Fotografie und überwindet sprachliche und kulturelle Grenzen. Intensive Porträts aus Pakistan, Tibet, Äthiopien oder Ecuador: der unerschütterliche Optimismus und seine Menschenkenntnis ließen ihn immer wieder Zugang und Vertrauen zu den unterschiedlichsten Menschen finden. Nicht fehlen darf in der Ausstellung sein berühmtestes Bild: das „Afghanische Mädchen“, das McCurry 1984 in einem Flüchtlingslager in Pakistan fotografierte, avancierte zu einer weltweit gedruckten fotografischen Ikone. Erst 2002 konnte der Fotograf das bis dahin namenlose Mädchen nach 

langer Suche wiederfinden und die Geschichte von Sharbat Gula fortschreiben. Steve McCurry gelingt es immer wieder, Aufmerksamkeit auf diejenigen zu lenken, die ansonsten unbeachtet blieben. Mit unermüdlicher Energie und empathischer Neugier zeigt er in seinem Werk die betörende Schönheit, aber auch die Abgründe der Welt. 

 

Leica 1_INDIA_The Eyes of Humanity © Steve McCurry

INDIA The Eyes of Humanity
© Steve McCurry 
/ courtesy of the Ernst Leitz Museum, Wetzlar 2021

 

Aktuelle Informationen zu den Öffnungszeiten der Ausstellung „The Eyes of Humanity“ sind auf der Leica Homepage zu finden unter: https://de.leica-camera.com/Leitz-Park/Leitz-Park 

Steve McCurry wurde am 23. April 1950 in Philadelphia, Pennsylvania, USA, geboren. Nach seinem Universitätsabschluss 1978 begann er weltweit zu reisen und zu arbeiten. McCurry hat für alle wichtigen internationalen Magazine gearbeitet, zahlreiche Bildbände veröffentlicht und wurde mit prestigeträchtigen Auszeichnungen geehrt, darunter die Robert Capa Gold Medal, der National Press Photographers Award sowie mehrfach beim World Press Photo Award. Seit 1986 ist er Contributor der Agentur Magnum. Er war der erste Fotograf, der von der Leica Camera AG 2011 in die Leica Hall of Fame berufen wurde. 

Ein Interview mit Steve McCurry zu seiner Ausstellung ist auf dem Leica YouTube Kanal zu sehen: https://www.youtube.com/user/Mrleicacamera 

 

 

19.04.2021 - 04.07.2021
Fotoausstellung Hamburg . Das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen wirft einen Blick auf die Familie in der aktuellen Fotografie. Seit der Erfindung der Fotografie ist die Familie steter Gegenstand fotografischer Betrachtung, sowohl in privaten Fotoalben als auch in künstlerischen Serien. Mehr als 20 internationale fotografische Positionen werden das Thema »Familie« aufgreifen.Vom 19. April bis 4. Juli 2021
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Family Affairs
Fotoausstellung Hamburg . Das Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen wirft einen Blick auf die Familie in der aktuellen Fotografie. Seit der Erfindung der Fotografie ist die Familie steter Gegenstand fotografischer Betrachtung, sowohl in privaten Fotoalben als auch in künstlerischen Serien. Mehr als 20 internationale fotografische Positionen werden das Thema »Familie« aufgreifen.Vom 19. April bis 4. Juli 2021

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Katharina Bosse: Wald, 2007.
Aus der Serie A Portrait of the Artist as a Young Mother, 2009
© Katharina Bosse, VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Copyright: © Katharina Bosse, VG Bild-Kunst, Bonn 2021

 

Die von Ingo Taubhorn, Kurator des Hauses der Photographie, zusammengestellte Ausstellung zeigt aktuelle künstlerische Projekte, die sowohl die Diversität fotografischer Herangehensweisen als auch die Verschiedenartigkeit familiärer Modelle, Lebensweisen und komplexen Dynamiken sichtbar machen. Der fotografische Blick durchbricht dabei das Alltägliche und stellt vorherrschende Normen infrage. Überkommene und neue Rollenbilder, intime Momente des Elternseins und des Älterwerdens, Überforderung und Chaos werden ebenso thematisiert wie Liebe, Halt und Verzweiflung an der eigenen Familie.
 

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Elinor Carucci: Three generations, 2016.
Aus der Serie Midlife, 2019
© Elinor Carucci
Copyright: © Elinor Carucci

 

Die unterschiedlichsten Mutterrollen werden beispielsweise zum Gegenstand in Katharina Bosses, Elinor Caruccis und Vincent Ferranés Arbeiten. Die Serien von Nancy Borowick, Gustavo Germano, Dario Mitidieri, Lee-Ann Olwage und Akihito Yoshida beschäftigen sich mit dem Verlust oder Tod von Familienmitgliedern. Mit Humor und Ironie blicken Jamie Diamond und Trent Parke in ihren Arbeiten auf die Interaktionsdynamik innerhalb der Familie. Die Vielfalt gegenwärtiger Familienkonzepte zeigt sich in den Serien von Eric Gyamfi und Daniel Schumann, aber auch die Reise in die persönliche Vergangenheit rückt in den Fokus: Lebohang Kganye und Linn Schröder erforschen ihre familiären Geschichten auf fotografische Art und Weise.
Die Auswahl der Serien erfolgte nach den Kriterien ihrer fotografischen und thematischen Diversität sowie ihrem Entstehungsdatum ab dem Jahr 2010. Damit entwickeln die beteiligten Künstler*innen das Erbe der vorangehenden Generation der künstlerischen Familienfotografie um Larry Sultan, Nan Goldin und Sally Mann weiter und erörtert den aktuellen Stand des Genres. In den ausgewählten Serien namhafter Fotograf*innen aus der ganzen Welt werden subjektive Erfahrungen und objektive Betrachtungen sichtbar gemacht, die Menschen über Grenzen hinweg teilen. Die Ausstellung FAMILY AFFAIRS ist damit auch als ein transkontinental gedachter fotografischer Diskurs zu verstehen.

 

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Lebohang Kganye: Ka 2 phisi yaka e pinky II, 2013.
Aus der Serie Ke Lefa Laka: Heirstory series, 2013
© Lebohang Kganye
Copyright: © Lebohang Kganye


 
Um den Betrachtenden die Möglichkeit zu geben, die jeweiligen Positionen in ihrer Tiefe wahrzunehmen, wurde die Zahl der ausgestellten Künstler*innen begrenzt und jeder Position ein eigener Raum zugeordnet. Ein weiterer Ausstellungsraum widmet sich dezidiert Familiengruppenporträts von verschiedensten Fotograf*innen. In einem separaten Leseraum können zudem die jeweiligen Fotobücher der Künstler*innen und weiterführende Kunstbücher eingesehen werden. Junge Besucher*innen erhalten am Ende des Parcours die Möglichkeit, ihre eigene Ausstellung zusammenzustellen.

 

Die KünstlerInnen

Nora Bibel (Deutschland), Nancy Borowick (USA), Katharina Bosse (Finnland), Elinor Carucci (Israel), John Clang (Singapur), Daniel W. Coburn (USA), Neil DaCosta (USA), Siân Davey (Vereinigtes Königreich), Jamie Diamond (USA), Hassan Fazili (Afghanistan), Vincent Ferrané (Frankreich), Gustavo Germano (Argentinien), Eric Gyamfi (Ghana), Lucia Herrero (Spanien), Lebohang Kganye (Südafrika), Grégoire Korganow (Frankreich), Katharina Mayer (Deutschland), Dario Mitidieri (Italien), Lee-Ann Olwage (Südafrika), Trent Parke (Australien), Linn Schröder (Deutschland), Daniel Schumann (Deutschland) und Akihito Yoshida (Japan)

 

 

 

 

 

18.04.2021 - 08.08.2021
Ausstellungsreigen Hannover . Mehrere ganz unterschiedliche Ausstellungsprojekte zeigt die Kestner Gesellschaftt in Hannover, die von Sound-Installation über eine Neon-Leuchtschrift bis zu Film und Fotografie. Bis 8. August 2021
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Kestner Gesellschaft - Ausstellungsreigen
Ausstellungsreigen Hannover . Mehrere ganz unterschiedliche Ausstellungsprojekte zeigt die Kestner Gesellschaftt in Hannover, die von Sound-Installation über eine Neon-Leuchtschrift bis zu Film und Fotografie. Bis 8. August 2021

Kestner Moyra Davey My Saints_2014_Vanitas

Moyra Davey My Saints 2014 Vanitas

 

 

Camille Henrot | Mother Tongue

18.4. bis 8.8.2021

 Wie finden wir einen Weg, um Ordnung in das Chaos unseres Lebens zu bringen? Wie gehen wir mit unserem gleichzeitigen Bedürfnis nach Bindung und Selbstbestimmung um? Und wie positionieren wir uns angesichts gesellschaftlicher und privater Erwartungshaltungen? Die Ausstellung „Mother Tongue“ der französischen Künstlerin Camille Henrot (* 1978 in Paris) kreist um existenzielle Emotionen. Die Werke der Ausstellung reflektieren das ambivalente Gefühl, hin und hergerissen zu sein zwischen dem Verlangen, sich zurückziehen und gleichzeitig Anteil nehmen zu wollen – sowohl auf persönlicher als auch auf politischer Ebene. Dabei navigieren Henrots Werke durch unsere Gegenwart im Spannungsfeld von rationalen Systemen und intuitivem Wissen.

Die Kestner Gesellschaft freut sich, die erste umfassende, institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin mit neuen Werkserien in Deutschland zu präsentieren. Zu sehen sind Zeichnungen, Malerei und Skulpturen, darunter die großformatigen Kalkputz-Fresken „Monday“ (2016) und die 3D-Filminstallation „Saturday“ (2017). Camille Henrot wurde auf der Biennale Venedig 2013 für ihr bahnbrechendes Werk „Grosse Fatigue“ mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet und erhielt 2017 die Carte Blanche im Palais de Tokyo in Paris, wo sie die monumentale Ausstellung „Days are Dogs“ präsentierte.

Der Titel der Ausstellung, „Mother Tongue“ (dt: Muttersprache), lässt sich auf verschiedene Arten lesen: Er kann auf die Sprache als Mittel der Weltaneignung bezogen werden ebenso wie auf die Zunge („Tongue”) als Organ des Ausdrucks, der tastenden Aneignung und des Konsums. Der Titel verweist auch auf das Verhältnis von Bindung und Trennung innerhalb der menschlichen Entwicklung, die im Säuglingsalter beginnt und sich das ganze Leben lang fortsetzt. .

 In der Zeit des coronabedingten Lockdowns ist der Zwiespalt zwischen persönlichen Bedürfnissen und der Positionierung hinsichtlich gesellschaftlicher Anforderungen spürbarer denn je. Die neue Serie „Is Today Tomorrow?“ entstand während des ersten Lockdowns, als sich Henrot, wie viele andere, in Selbstisolation übte. So entstanden täglich Werke mit Tagebuch-Charakter, die die spezifischen Momente widerspiegeln, in denen sie entstanden sind. Ihre Titel reflektieren diese besondere Zeitlichkeit: Sie alle enthalten dasWort „day“, wie beispielsweise „Blue Monday“, „Wait Another Day“ und „Ruin my Day“.

Dass Transformations- und Übergangsprozesse immer auch mit emotionaler Arbeit einhergeht, zeigt die eigens für die Ausstellung realisierte, überlebensgroße Bronzeskulptur „3,2,1“. Darin verliert ein hybrides Mensch-Vogelwesen eine Träne über die Menge an Abfall zu seinen Fü.en, die während der Produktion entstanden ist.

 

Henrots Werk wurde international mit umfassenden Einzelausstellungen unter anderen im Palais deTokyo, Paris (2017), in der Kunsthalle Wien (2017), im New Museum, New York (2014) und in der Tokyo Opera City Art Gallery (2019) gewürdigt. 2

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet, unter anderem sind Gespräche mit Expert*innen der Philosophie und Psychologie geplant. Parallel zur Ausstellung entsteht ein umfangreicher Katalog, der Textbeiträge von Emily LaBarge, Legacy Russell, Marcus Steinweg und ein Interview mit der Künstlerin enthält. Der in Deutsch und Englisch geplante Katalog erscheint im Verlag Walter König.

 

Kuratorin: Julika Bosch

 

 

Susan Hiller | Lost and Found

18.4.2021 bis 8.8.2021

 

Kestner Susan Hiller, Lost and Found, 2016, Courtesy Lisson Gallery

Susan Hiller, Lost and Found, 2016, Courtesy Lisson Gallery

 

Sprachen konstruieren Welten. Sterben sie aus, verschwinden auch die kulturellen Gemeinschaften ihrer Sprecher*innen. Parallel zur Ausstellung von Camille Henrot ist die Arbeit „Lost and Found“ (2016) der US-amerikanischen Künstlerin Susan Hiller (1940–2019) zu sehen.

„Lost and Found“ ist eine Audio-Collage von Stimmen, die in 23 unterschiedlichen Sprachen Anekdoten, Lieder und Erinnerungen vortragen. Die Sprachen sind ausgestorben oder vom Aussterben bedroht, darunter zum Beispiel Aramäisch und Livländisch. Das Gesprochene wird von Untertiteln und einer oszillierenden Linie begleitet, die die Schallwellen visualisiert. Die Betrachter*innen erhalten so einen Zugang zu den unterschiedlichen Welten der Sprecher*innen und sind mit ihnen, über Zeit und Raum hinweg, durch die physische Erfahrung des Klangs verbunden. Susan Hiller verbindet in ihren Arbeiten eine archäologische Herangehensweise mit einem Interesse am kollektiv Unterbewussten und an einem kulturellen Gedächtnis, das sich nicht zuletzt auch durch Sprache ausdrückt.

 Susan Hiller war in zahlreichen Überblicksausstellungen vertreten.

 Kuratorin: Lea Altner

 

Moyra Davey | My Saints

18.4.2021 bis 8.8.2021

 

Kestner Moyra Screen Shot 2014-03-08 at 1.22.06 pm

Moyra Davey Screen Shot 2014-03-08 at 1.22.06 pm

 

Mit dem Projektraum „Shifting Present“ etabliert die Kestner Gesellschaft ein neues Format. Parallel zu den Ausstellungen werden in erster Linie Filme von internationalen Künstler*innen zu sehen sein. Als erste Position wird die kanadische Künstlerin Moyra Davey (* 1958 in Toronto, Kanada) vorgestellt, die neben Film auch in Fotografie arbeitet und das Schreiben zu ihrer künstlerischen Praxis macht.

Moyra Daveys Filme bestehen aus lose zusammenhängenden, bewegten Bildern und enthalten persönliche Erzählungen, die inneren Monologen gleichen. Indem sie ihre eigenen Erfahrungen mit denen bekannter Künstler*innen, Schriftsteller*innen und Philosoph*innen in Beziehung setzt, sind Daveys Filme auch Reflexionen über die Natur der Existenz, des Denkens und des menschlichen Daseins.

 

Kestner Moyra Davey_My Saints_2014 _$50

Moyra Davey My Saints 2014  $50

 

In dem Film „My Saints“ (2014) befragt sie beispielsweise ihre Familie und Freund*innen zu „The Thief's Journal", dem radikalen, semi-autobiografischen Roman des französischen Schriftstellers Jean Genet.

Moyra Davey studierte an der Concordia University in Montréal, Kanada, und der University of California in San Diego, USA. 1989 wurde sie im Independent Study Program des Whitney Museum of AmericanArt, New York, USA aufgenommen. Davey hatte schon viele internationale Einzelausstellungen. 2017 nahm sie an der documenta 14 in Athen, Griechenland teil.

Moyra Davey lebt und arbeitet in New York, USA.

Kurator: Adam Budak

 

Sharon Lockhart | The Future Should Always Be Better

18.4.2021 bis 8.8.2021

 

Kestner Sharon Lockhart The Future Should Always be Better 2021

Sharon Lockhart The Future Should Always be Better 2021

 

Mit dem leuchtenden Neon-Schriftzug „The Future Should Always Be Better“ begrüsst die Fassade der Kestner Gesellschaft die Besucher.  Das Statement gestaltet von der amerikanischen Künstlerin Sharon Lockhart
(* 1964, Norwood, Massachusetts, USA) ragt auf wie ein Werbeslogan über den Goseriedeplatz. In Zeiten der Corona-Pandemie erscheint der Slogan hochaktuell, gleichzeitig thematisiert die Künstlerin eine allgemeine gesellschaftliche Erwartungshaltung von einer besseren Zukunft.

Sharon Lockhart setzt sich in ihren konzeptuellen Arbeiten mit sozialen Themen auseinander. In einer vielfältigen Praxis, die Installation, Fotografie, Film, Malerei und Bildhauerei umfasst, schafft sie fesselnde und komplexe Interaktionen zwischen den verschiedenen Medien und Formen. Die insbesondere für ihre Filme und Fotografien international bekannte Künstlerin wendet sich mit der Installation für die Kestner Gesellschaft erstmals einem neuem Medium zu: der Neon-Leuchtschrift.

Sharon Lockhart studierte am San Francisco Art Institute und ArtCenter College of Design, Pasadena, Kalifornien. 2017 vertrat Sharon Lockhart Polen auf der 57. Biennale Venedig mit ihrem multidisziplinären Projekt 'Little Review'. Sharon Lockharts Arbeiten wurden weltweit in zahlreichen Einzelausstellungen präsentiert. Lockhart wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Als Professorin lehrte sie an der Roski School of Art and Design der University of Southern California und am California Institute of the Arts. Sharon Lockhart lebt und arbeitet in Los Angeles, Kalifornien.

Kurator: Adam Budak

 

Diamanda Galás | Broken Gargoyles

Termin wird noch bekanntgegeben

 

Kestner DiamandaGalas Portrait Foto LoganWhite (1)

Diamanda Galas Portrait Foto LoganWhite (1)

 

Die Kestner Gesellschaft präsentiert „Broken Gargoyles“, eine Sound-Installation der US-amerikanischen Sängerin, Komponistin und Pianistin Diamanda Galás. Sie arbeitete hierfür mit dem Künstler und Sounddesigner Daniel Neumann zusammen, wobei beide sich Pandemie-bedingt – Galás in San Diego und Neumann in New York – in Isolation befanden.

Basierend auf zwei Gedichten des deutschen Lyrikers Georg Heym – „Das Fieberspital“ und „Die Dämonen der Stadt“ – die er 1911 verfasste, setzt sich die Soundarbeit aus natürlichen, sowie stark  bearbeiteten Stimmen, manipuliertem Piano und anderen unterschiedlichen Tonquellen zusammen.

Zudem werden Teile ihres 2020 erschienenen Albums „De-Formation – Piano Variations. A Work For Solo Piano“, einem reinen Pianostück hinzugenommen, sowie Ausschnitte von Versen aus „Das Fieberspital“ gesprochen von dem Künstler Robert Knoke.

In „Das Fieberspital“ umschreibt Heym die verstörenden Zustände der an Gelbfieber erkrankten Menschen, die sich aufgrund unmenschlicher Behandlungsbedingungen und Isolation in Todesangst, Katatonie und Paralyse befinden. Diese in Sound umgewandelten Empfindungen verwebt Galás mit dem weiteren Gedicht Heyms – „Die Dämonen der Stadt“ – in dem Heym bereits 1911 die düsteren Vorboten des Ersten Weltkrieges beschreibt. Sichtbar werden die Gräueltaten des Ersten Weltkrieges durch das Werk des deutschen Antimilitaristen und Pazifisten Ernst Friedrich Krieg dem Kriege! aus dem Jahr 1924, auf das Galás mit ihrem Titel Bezug nimmt. In „Broken Gargoyles“ verbindet Diamanda Galás die beiden Gedichte Heyms und entdeckt darin die Vorboten für das Grauen des Ersten Weltkrieges.

Die Sound-Installation wird nun in der Ruine der ca. 1250 erbauten Nikolaikapelle in Hannover präsentiert, die außerhalb der damaligen Stadtmauer gelegen als Quarantäneort der im Mittelalter an Pest und Lepra erkrankten diente.

 Kurator: Robert Knoke

 

16.04.2021 - 17.07.2021
Fotoausstellung Salzburg . Die Leica Galerie Salzburg zeigt eine Ausstellung eines Fotografen, der für Magnum und für Time Life gearbeitet hat: Jean Marquis (*1926- 2019). Seine Bilder sind geprägt von seinem außerordentlicher Sensibilität für die trivialsten Situationen. Sein Feingefühl für Komposition, ausgewogene Kontraste und das Zusammenspiel von Licht und Schatten sind der unverwechselbare Fingerabdruck seiner Werke. Seine Portraits reichen von Alfred Hitchcock, Salvador Dali über Jean-Paul Sartre bis Brigitte Bardot. Bis 17.7.2021
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Jean Marquis - L´Art de Voir / Die Kunst des Sehens
Fotoausstellung Salzburg . Die Leica Galerie Salzburg zeigt eine Ausstellung eines Fotografen, der für Magnum und für Time Life gearbeitet hat: Jean Marquis (*1926- 2019). Seine Bilder sind geprägt von seinem außerordentlicher Sensibilität für die trivialsten Situationen. Sein Feingefühl für Komposition, ausgewogene Kontraste und das Zusammenspiel von Licht und Schatten sind der unverwechselbare Fingerabdruck seiner Werke. Seine Portraits reichen von Alfred Hitchcock, Salvador Dali über Jean-Paul Sartre bis Brigitte Bardot. Bis 17.7.2021

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Alger, Algérie, Cité ‘Climat de France’; Place des 200 colonnes.
Architecte : Fernand Pouillon, 1958

© Jean Marquis

 

Immer mit einem humanistischen Blick, hat Jean Marquis sehr unterschiedliche Szenen in lebendiger s/w Fotografie eingefangen -  Bilder aus der Welt der Mode, des Life Styles, Porträts bekannter Künstler, Straßenszenen aus Paris und vieles mehr.

Jean Marquis, geboren in Armentières, im Norden Frankreichs, verdankt seine Anfänge in der Fotografie einer Schlüsselfigur der internationalen Fotoszene der 1950er Jahre: Robert Capa, der Cousin seiner Frau Susie war.

 

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Alfred Hitchcock à la Cinémathèque Paris 1964 
© Jean Marquis

 

Marquis fand eine Anstellung bei Pictorial Service, das von Pierre Gassmann geleitete Labor und lernte dort die Grundlagen des Metiers. Mit einer von Henri Cartier-Bresson gekauften Leica begann er seine Karriere als Fotoreporter. Von 1953 bis 1957 war er selbst Mitglied der berühmten Fotoagentur MAGNUM, bevor er dann als Freelancer zahlreiche Fotoreportagen für The New York Times, l’Express, Time-Life, und Science & Vie realisierte. Ob in Montmartre, Paris oder im Hafen von Liverpool, in der Corrèze oder entlang der Deûle, stets war es ein sensibler und empathischer Blick mit welchem er die Menschen beobachtete.

 

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Salvador Dali avec chaines, Fonderie Susse Montrouge 1964 
© Jean Marquis

 

 

Ende 1955 begann er eine mehrjährige Zusammenarbeit mit L’Express. Sein Schwerpunkt: Französische Politik, Algerien, Bedingungen der Arbeiterklasse und der Bauern, kulturelles Leben sowie Porträts von Schriftstellern und Künstlern.

Auch im hohen Alter arbeitete er weiter, stellte aus, dokumentierte seine Bilder und gab Interviews zur Entwicklung seiner mehr als 60-jährigen Karriere. Jean Marquis starb am 2. September 2019 im Alter von dreiundneunzig Jahren, umgeben von seiner Frau Susie und seinen Kindern Isabelle und Frédéric.

 

Leica Galerie, Gaisbergstraße 12, Salzburg

 

01.04.2021 - 30.06.2021
Fotoausstellung München . Die Leica Galerie München präsentiert mit der Ausstellung „Drifter|Flash“ einzigartige Aufnahmen des Musikers, Designers und Fotografen Lenny Kravitz. Die Ausstellung „Drifter|Flash“ umfasst 27 Exponate, mit denen Kravitz unter Beweis stellt, dass er - als Musiker seit Jahrzehnten legendär, als Schauspieler und Designer erfolgreich - genauso mit der Kamera umzugehen weiß. „I am a drifter. Ich bin immer unterwegs – ein freier Geist, offen für Abenteuer.“ 1. April bis 30.6.2021
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Lenny Kravitz - Drifter|Flash
Fotoausstellung München . Die Leica Galerie München präsentiert mit der Ausstellung „Drifter|Flash“ einzigartige Aufnahmen des Musikers, Designers und Fotografen Lenny Kravitz. Die Ausstellung „Drifter|Flash“ umfasst 27 Exponate, mit denen Kravitz unter Beweis stellt, dass er - als Musiker seit Jahrzehnten legendär, als Schauspieler und Designer erfolgreich - genauso mit der Kamera umzugehen weiß. „I am a drifter. Ich bin immer unterwegs – ein freier Geist, offen für Abenteuer.“ 1. April bis 30.6.2021

SEEING A MAN ABOUT A HORSE © Lenny Kravitz

SEEING A MAN ABOUT A HORSE 
Leica Galerie München / © Lenny Kravitz

 

Die ersten fotografischen Erfahrungen von Lenny Kravitz reichen bis in seine früheste Kindheit zurück, denn sein Elternhaus war nicht nur musikalisch prägend, sondern es gab zudem die Leicaflex seines Vaters, der unter anderem auch als Bildjournalist für NBC News arbeitete, bevor er als Film- und Fernsehproduzent Karriere machte: „Ich spielte früher mit der Leica Kamera meines Vaters, hatte aber keine Ahnung, wie man sie benutzt. Ich fühlte mich von der Kamera und dem Design angezogen.“ Später kam ein weiterer medialer Aspekt hinzu, denn als Musiker wurde Kravitz ständig selbst fotografiert: „Ich freundete mich mit Fotografen an und ging in ihre Dunkelkammer und Studios, sah ihnen bei der Arbeit zu. Ich fand es magisch.“ Insbesondere die Fotografen Mark Seliger und Jean-Baptiste Mondino waren seine wichtigsten Lehrmeister. Dass für einen permanent im Rampenlicht stehenden Künstler die Fotografie auch Herausforderung sein kann, musste Kravitz früh erkennen, gab es mit wachsendem Erfolg als Rockstar doch kaum einen Ort, an dem ihn keine Paparazzi oder Fans mit ihren Kameras erwarteten. Sein Befreiungsschlag: einfach zurück fotografieren. Mit dem Bildband „Flash“, der von zahlreichen Ausstellungen begleitet wurde, reüssierte Kravitz 2015 erstmals als ernsthafter Fotograf.

 

ELIAS © Lenny Kravitz

ELIAS
Leica Galerie München / © Lenny Kravitz

 

Seit er mit fünfzehn aus seinem Elternhaus auszog, ist die Welt sein zu Hause. In seiner Ausstellung, die ausschließlich Schwarzweiß-Bilder umfasst, nimmt er den Betrachter mit auf seine Reise. Er präsentiert der Öffentlichkeit neben intimen Portraits und lakonischen Momentaufnahmen ebenfalls genau beobachtete Straßenszenen sowie Stillleben. So, wie Hotelzimmer auf seinen Reisen als Rückzugsort dienen können, nutzt Kravitz auch seine Kamera als vertrautes Instrument der Reflexion: über sich, seine Reisen und die Situationen, die er mit den unterschiedlichsten Menschen erlebt. Seine Spontanität und das Gespür für den besonderen Moment ermöglichen Bilder, die zeitlos erscheinen und darüber hinaus sehr viel über den Autoren und seine Sicht auf die Welt berichten.

 

TROMBONE SHORTY ON PHONE © Lenny Kravitz

TROMBONE SHORTY ON PHONE
Leica Galerie München / © Lenny Kravitz

 

Die Fotografie ist ein wichtiger Teil von Kravitz' Leben und eines seiner vielfältigen künstlerischen Interessen. In Erinnerung an seinen Vater entwarf er seine erste Kamera für Leica – die Sonderedition "Correspondent". Nach dem Projekt "Flash" ist "Drifter" seine zweite große Ausstellung.

Der Leica Store und die Leica Galerie München sind von Montag bis Samstag von 10.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Ein Besuch der Ausstellung ist derzeit unter vorheriger Anmeldung unter der Telefonnummer +49 (0)89 69 313 89 0 möglich. Die Fotografien der Ausstellung können käuflich erworben werden.

Leica Galerie München, Maffeistraße 4, München

 

 

 

25.03.2021 - 22.08.2021
Fotoausstellung Leipzig . Auf einer Fläche von rund 1500 qm präsentiert das Museum der bildenden Künste Leipzig 60 Werke von Andreas Gurkst, der mit seinen riesigen, außergewöhnlichen Fotografien einer der berühmtesten und erfolgreichsten Künstler der Gegenwart ist. Zum ersten Mal wird Gursky in seiner Geburtsstadt in einer Einzelausstellung gezeigt. Der Besucht der Ausstellung ist momentan mit Voranmeldung möglich. Bis 22.8.2021
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Andreas Gursky
Fotoausstellung Leipzig . Auf einer Fläche von rund 1500 qm präsentiert das Museum der bildenden Künste Leipzig 60 Werke von Andreas Gurkst, der mit seinen riesigen, außergewöhnlichen Fotografien einer der berühmtesten und erfolgreichsten Künstler der Gegenwart ist. Zum ersten Mal wird Gursky in seiner Geburtsstadt in einer Einzelausstellung gezeigt. Der Besucht der Ausstellung ist momentan mit Voranmeldung möglich. Bis 22.8.2021

Andreas Gursky_Politik II

Andreas Gursky, Politik II, 2020, Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2020,
Courtesy: Sprüth Magers

 

Seit den 1980er Jahren ist Andreas Gursky (*1955) wesentlich an der Erschließung neuer Ausdrucksformen in der künstlerischen Fotografie beteiligt. Durch den Einsatz von Farbe, die extremen Großformate, die Erschließung neuer  ästhetischer Möglichkeiten der Digitalfotografie und die beständige kritische Reflexion über die Bedingungen der Produktion und Rezeption fotografischer Bilder prägt er den Diskurs derzeitgenössischen Fotografie bis heute nachhaltig.

 

Andreas Gursky_Bauhaus

Andreas Gursky, Bauhaus, 2020, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2020,
Courtesy: Sprüth Magers

 

Im MdbK, Museum der bildenden Künste, kann Andreas Gurskys Schaffen nun in einer persönlichen Auswahl des Künstlers anhand von rund 60 Fotografien nachvollzogen werden. Neben bekannten Hauptwerken wie „Ruhrtal“ (1989), „Paris, Montparnasse“ (1993) oder „99 Cent“ (1999) sind auch neue Arbeiten aus dem Jahr 2020 zu sehen, die noch nie in einem musealen Zusammenhang ausgestellt waren, darunter „Bauhaus“ und „Kreuzfahrt“. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Leipzig., beide langjährige Partner des MdbK, haben uns auf dem Weg zur Realisierung begleitet und durch ihre Unterstützung die Ausstellung möglich gemacht.

 

Andreas Gursky_Chicago Board of Trade III

Andreas Gursky, Chicago Board of Trade III, 2009, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2020, 
Courtesy: Sprüth Magers

 

Andreas Gurskys Bilder werden oft durch spontane visuelle Eindrücke ausgelöst, bevor der Künstler sie in einem langen, kreativen Prozess ausarbeitet. Seine Motive sind uns vertraut: Massenveranstaltungen, Arbeitswelt, Freizeit, Massentierhaltung, die internationalen Schauplätze des Konsums und der Finanzwirtschaft sowie ganz allgemein das komplexe Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt.

 

Andreas Gursky_Kreuzfahrt

Andreas Gursky, Kreuzfahrt, 2020, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn 2020,
Courtesy: Sprüth Mager

 

Andreas Gurskys Werke wirken auf den ersten Blick dokumentarisch. Doch bei näherer Betrachtung vereint der Künstler in ein und demselben Werk verschiedene Zeitebenen sowie Nah- und Fernsicht mit außergewöhnlicher Tiefenschärfe. Er stellt unsere Sehgewohnheiten auf die Probe und irritiert. Seine Arbeiten sind komplexe Re-Konstruktionen der Wirklichkeit, getragen von einem umfassenden Blick auf unsere Welt mit zeitgeschichtlicher Relevanz.

Die umfangreiche Werkpräsentation von Andreas Gursky im MdbK  umfasst mehr als 35 Jahre seines künstlerischen Schaffens, Zeugnisse einer konsequenten Weiterentwicklung der künstlerischen Fotografie. Bereits während seines Studiums in den 1980er Jahren entdeckte der Fotograf sein Interesse an komplexen, groß dimensionierten Strukturen, anfangs in der Landschaft, später vor allem in der zeitgenössischen Architektur. In den Analogfotografien „Klausenpass“ (1984) und „Salerno“ (1990) werden die Wanderer im Hochgebirge zu kleinen, beinahe abstrakten Formen und die zu verladenden Autos und Container in der süditalienischen Hafenstadt zu faszinierenden Mustern. Die Individualität des Ortes und der Menschen tritt zu Gunsten grafischer Strukturen in den Hintergrund. Mit den Mitteln der Digitalfotografie verstärkte Andreas Gursky diese Effekte und begann zunehmend, seine eigene Bilderwelt zu konstruieren. Für „Paris, Montparnasse“ (1993), eines seiner frühen digitalen Werke, kombinierte er zwei Aufnahmen ein und desselben Gebäudes zu einem einzigen monumentalen Bild. Mit dem aus zahllosen Fotografien einzelner Waren zusammengesetzten „Amazon“ (2016) trieb er dieses Prinzip auf die Spitze.

 

Andreas Gursky_El_Ejido

Andreas Gursky, El Ejido, 2017, © Andreas Gursky / VG Bild-Kunst, Bonn, 2020,
Courtesy: Sprüth Magers

 

Neben diesen an Details geradezu überquellenden Bildern stehen auf wenige Elemente wie Himmel, Baukörper, Straße oder Feld reduzierte Bildräume, die an Werke der abstrakten Farbfeldmalerei erinnern. In den Fotografien „Rhein III“ (2018) und „Bauhaus“ (2020) konzentriert sich der Künstler auf grafische Strukturen und Farbflächen, die zum eigentlichen Gegenstand der Bilder werden, ohne dass der Bezug zur äußeren Realität gänzlich verloren ginge.

Andreas Gursky wurde 1955 in Leipzig in eine Fotografenfamilie geboren. Sein Großvater Hans Gursky (1890–1960) führte in Taucha ein eigenes Porträtatelier und einen Postkartenverlag. Sein Vater Willy Gursky (1921–2016) studierte unter anderem an der Leipziger Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe, der heutigen HGB, und betrieb von 1948 bis 1955 ein Atelier am Dittrichring. 1955 floh er in die Bundesrepublik, seine Frau Rosemarie und sein Sohn Andreas folgten ihm kurz darauf nach. Dieser familiäre Hintergrund wird in der Ausstellung thematisiert. Es sind Dokumente und Fotografien seines Vaters und Großvaters zu sehen. Trotz der familiären Tradition war es für Andreas Gursky keine Selbstverständlichkeit, Fotografie zu studieren. Entscheidend war vielmehr sein Entschluss, das Medium als künstlerische Ausdruckform zu denken, der ihn an die Kunsthochschule Essen und schließlich 1980 an die Düsseldorfer Kunstakademie in die Klasse von Bernd Becher (1931–2007) führte. 1987 schloss er dort sein Studium als Meisterschüler ab. Das gemeinschaftliche fotografische Schaffen von Bernd und Hilla Becher prägte Andreas Gursky durch den sachlichen, objektivierenden Blick und die Offenheit gegenüber zeitgenössischen Strömungen der bildenden Kunst.

Bereits im Sommer 2017 fanden erste Gespräche über eine große Ausstellung im MdbK statt. Andreas Gursky war vom ersten Moment an von der zeitgenössischen Architektur fasziniert und hat das Museum seitdem mehrmals zur Vorbereitung besucht. Insbesondere die Vielfalt und

Großzügigkeit der wohlproportionierten Räume nahm er als inspirierende Einladung wahr. Daher ist seine Werkpräsentation im dritten Obergeschoss des MdbK auf einer Fläche von rund 1.500 qm zu sehen.

 

Museum der bildenden Künste, Katharinenstraße 10, Leipzig

 

12.03.2021 - 08.08.2021
Fotoausstellung Köln . Photographien aus der Sammlung Garnatz und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur im Dialog zeigt die SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn. Präsentiert werden Werke unter anderem von Bernd und Hilf Becher, Jürgen Klauke, Flores Neusüss und Thomas Struth. Geplant ist die Ausstellung jetzt vom 12.3. bis 8.8.2021
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SK Sftung Kultur: Von Becher bis Blume Ausstellung verlängert
Fotoausstellung Köln . Photographien aus der Sammlung Garnatz und der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur im Dialog zeigt die SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn. Präsentiert werden Werke unter anderem von Bernd und Hilf Becher, Jürgen Klauke, Flores Neusüss und Thomas Struth. Geplant ist die Ausstellung jetzt vom 12.3. bis 8.8.2021

SK 3_BerndundHillaBecher

Bernd und Hilla Becher: Charleroi-Montigny, B, 1984
© Estate Bernd & Hilla Becher, vertreten durch Max Becher,
courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – Bernd und Hilla Becher Archiv, Köln, 2020

 

Die Ausstellung „Von Becher bis Blume“ gibt insbesondere Einblick in die einflussreich wirkende Photographie der 1980er- und 1990er-Jahre, eine Zeit, in der innovative und bis heute bedeutende Bildwerke und Konzepte entstanden sind. Eine zentrale Rolle kommt dabei dem Rheinland zu, mit zahlreich ansässigen Künstlern, Museen und Galerien. Das Sammlerpaar Ute und Eberhard Garnatz war Teil dieses äußerst lebendigen Geschehens, bereits in den 1970er-Jahren haben sie begonnen, ihrer Sammeltätigkeit engagiert nachzugehen.

 

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Jürgen Klauke: Ohne Titel (Fliegende Hüte), aus: Sonntagsneurosen, 1990-92
© Jürgen Klauke

 

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Floris Neusüss: Neusüss verlässt den Schatten, Kassel, 1976
© Floris Neusüss

 

Neben einer großen Kollektion von Gemälden, Skulpturen und Graphiken entwickelten sie eine eigenwillige und beachtlich facettenreiche Sammlung von Photographien, die teils bis in die 1950er-Jahre zurückreichen, vor allem aber photographische Arbeiten umfasst, die seit den 1980ern bis in die 2000er-Jahre entstanden. In jenem Jahrzehnt trat die Photographie mehr und mehr in den Kosmos der bildenden Künste ein. Beharrlich eroberte sich das Medium mit und neben den tradierten Genres einen eigenständigen Platz. Und auch dies verfolgten die Sammler mit aufmerksamem Blick: Ganz auf der Höhe der Zeit, richteten sie ihr Augenmerk auf Kunstschaffende, für die das photographische Bild Grundlage und die Kamera als technisches Werkzeug im künstlerischen Tagesgeschehen eine Selbstverständlichkeit darstellte.

 

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Thomas Struth: Rijksmuseum Amsterdam 1, 1990
© Thomas Struth

 

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Chargesheimer: Ohne Titel (Konfetti streuendes Mädchen), um 1956/57
© Museum Ludwig Köln

 

Es wären zum einen jene zu nennen, die das die das dokumentarische Bild zum Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Konzepte gewählt haben; andererseits jene, die sich, weit weniger der Wirklichkeitstreue des Mediums verpflichtet, in experimentelle Gefilde begeben; und auch solche, die die Gegenstandswelt konterkarieren oder inszenieren respektive sich vorzugsweise die chemische Qualität des photographischen Prozesses zunutze machen, um so zu Bildwerken malerischer Formensprache zu gelangen.

 

SK 2_Becker

Boris Becker: Zeebrugge, 2003
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

Für die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur eröffnet sich mit dieser Präsentation die Möglichkeit, photographische Positionen der Sammlung Garnatz mit den eigenen in einen Dialog zu setzen. Einen gemeinsamen Nenner finden die beiden Sammlungen insbesondere in den Arbeiten von Bernd und Hilla Becher, Werke etwa von Boris Becker, Candida Höfer, Thomas Ruff und Thomas Struth bilden ebenfalls Korrespondenzen zwischen beiden Sammlungen. Darüber hinaus werden rare inszenatorische und experimentelle Arbeiten kontextualisiert. Sie treten solchen gegenüber, die an der Schnittstelle von Photographie und Malerei verortbar sind. So realitätsbezogen sich das Medium vorgibt, es begeistert durch die Bandbreite seiner Möglichkeiten, die graduell verschieden ins Abstrakte und Poetische reichen.

 

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Anna und Bernhard Blume: aus: Telekinetisch hysterische Szene (aus der Serie Trautes Heim“), 1986/87
© VG Bild-Kunst, Bonn 2020

 

 

So bietet Von Becher bis Blume ein weites und auch sehr abwechslungsreiches Spektrum unterschiedlicher Auffassungen, die sich so kontrastreich widersprüchlich wie erfrischend ungezwungen begegnen. Gezeigt werden über 150 Exponate, teils umfangreiche serielle Arbeiten von 22 Künstlerinnen und Künstlern, die die jüngere deutsche Photographie durch innovative Beiträge wesentlich geformt und nach wie vor großen Einfluss auf das künstlerische Medium haben.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch im Snoeck Verlag.

 

SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn Im Mediapark 7, Köln

 

 

 

 

 

12.03.2021 - 11.07.2021
Fotoausstellung Schließheim bei München . In der Flugwerft Schließheim werden die Luftbilder von Tom Hegen vorgestellt, die unseren Einfluss auf die Umwelt aus einer anderen Perspektive zeigen. Rund 30 der großformatigen Luftbilder aus der Reihe HABITAT sind zu sehen. Die Sonderausstellung zeigt aus der Vogelperspektive, wie der Mensch seinen Lebensraum prägt. Bis 11.7.2021
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HABITAT: Luftbilder von unserem Lebensraum
Fotoausstellung Schließheim bei München . In der Flugwerft Schließheim werden die Luftbilder von Tom Hegen vorgestellt, die unseren Einfluss auf die Umwelt aus einer anderen Perspektive zeigen. Rund 30 der großformatigen Luftbilder aus der Reihe HABITAT sind zu sehen. Die Sonderausstellung zeigt aus der Vogelperspektive, wie der Mensch seinen Lebensraum prägt. Bis 11.7.2021

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Ein Bild aus der "Toxic Water"-Serie zeigt orange gefärbtes Wasser
rund um ein Kohlebergerwerk in Ostdeutschland.

Foto: Tom Hegen

 

Von oben: Mit Aufnahmen aus Multicopter, Hubschrauber und Flugzeug wirft der Münchner Fotograf und Kommunikationsdesigner Tom Hegen den Blick auf die(Erd-)Oberfläche und fordert damit zu tiefgründigen Gedanken zu unserem Umgang mit der Umwelt heraus. 

Was uns ernährt, was uns antreibt, was uns verbindet und was uns wertvoll sein sollte: Tom Hegen hat die Luftbilder aus seiner Reihe „HABITAT“ in verschiedene Kapitel geordnet. Auf den ersten Blick sind da zunächst faszinierende Formen, strahlende Farben, gefällige Muster zu sehen. „Zucker fürs Auge“ nennt der Fotograf diese vordergründige Schönheit. „Ich arbeite gerne mit Ästhetisierung und Abstraktion“, sagt Hegen, „auch um die Betrachter zum Hinschauen zu verführen“. Denn wenn man dann etwas länger hinschaut und das Motiv – die Braunkohlegrube, die Straßenkreuzung oder die kahlen Bäume – erkennt, kommt fast automatisch das Nachdenken in Gang. Darüber, wie diese Landschaften entstanden sind. Darüber, welche Dimensionen die Eingriffe des Menschen auf die Umwelt haben.

 

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Ein Steinbruch von oben.
Foto: Tom Hegen

 

„Die Aufnahmen von Tom Hegen passen gut in die Serie von Ausstellungen mit Luftbildern, die wir hier bereits gezeigt haben“, sagt Gerhard Filchner, der Leiter der Flugwerft Schleißheim. „Dabei hat jeder Fotograf einen anderen Zugang: Da war der Blick des Geologen, der des Archäologen und jetzt steht der Mensch in der Umwelt im Mittelpunkt.“ Allen gemeinsam ist dabei die Perspektive von oben: „Die Aussicht ist ja einer der Gründe, warum man überhaupt fliegt“, sagt Filchner.

Ein Blick von noch viel weiter oben war es auch, der Tom Hegen zu HABITAT angeregt hat: „In der Sonderausstellung ‚‘Willkommen im Anthropozän‘ waren 2014 im Deutschen Museum Satellitenaufnahmen von der Zerstörung des Regenwaldes zu sehen. Das hat mich fasziniert und schockiert zugleich.“ Seine eigenen Luftbilder hat Hegen mithilfe eines Multicopters, aus dem Hubschrauber und kleineren Flugzeugen aufgenommen. „Damit ist man näher am Geschehen und kann detaillierte Ansichten einfangen.“ Dabei geht es ihm nicht so sehr um das einzelne Motiv, sondern vielmehr um einen Überblick darüber, wie der Mensch seinen Lebensraum prägt, gestaltet und organisiert. Der Wechsel in die Vogelperspektive macht dabei das Ausmaß noch deutlicher erkennbar. Nicht zuletzt würde sich Tom Hegen deshalb wünschen, dass seine Luftbilder die Betrachterinnen und Betrachter auch dazu anregen „Verantwortung für diese Eingriffe zu übernehmen“.

Die Sonderausstellung „HABITAT – Vom Mensch geprägte Lebensräume“ ist vom 12. März bis 11. Juli 2021 in der Flugwerft Schleißheim zu sehen.

11.03.2021 - 30.06.2021
Fotoausstellung München . Die Ausstellung Sebastião Salgado. EXODUS im Kunstfoyer in München zeigt Bilder mit denen ich der Fotograf in aller Dringlichkeit für soziale Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt hat, lange bevor er mit dem Projekt GENESIS und dem Film von Wim Wenders “Das Salz der Erde” (2014) einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Bis 30. Juni 2021
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Sebastião Salgado. EXODUS.
Fotoausstellung München . Die Ausstellung Sebastião Salgado. EXODUS im Kunstfoyer in München zeigt Bilder mit denen ich der Fotograf in aller Dringlichkeit für soziale Gerechtigkeit und Frieden eingesetzt hat, lange bevor er mit dem Projekt GENESIS und dem Film von Wim Wenders “Das Salz der Erde” (2014) einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Bis 30. Juni 2021

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© Sebastião Salgado, Der Vung Tau Strand, der einst Cap Saint Jacques hieß,
ist der Ort von dem aus die meisten Boat People üchteten. Südvietnam. 1995.

 

In der fotografischen Serie EXODUS dokumentiert Salgado die Schattenseite der Neuzeit: Die rücksichtslose Ausbeutung der Natur und das Schicksal von Millionen Menschen auf der Flucht, die unter unwürdigsten Bedin- gungen um ihr Überleben ringen. Dieses große Elend zu erleben, raubt Salgado den Lebenswillen. Entkräftet und desillusioniert hört er für mehrere Jahre auf, zu fotografieren. Seine Frau Lélia Salgado aber entwickelt die Idee, den Regenwald wieder aufzuforsten. 1998 gründen sie das Istituto Terra und haben seither mehr als 2,5 Millionen Bäume wieder angepflanzt. Das Paradies, wie es Salgado aus der Kindheit kannte, ersteht wieder neu. Mit der Rückkehr der Natur schöpfen sie Hoffnung und beschließen, den Menschen zu zeigen, dass es sich lohnt, sich zu engagieren. Die Idee zum fotografischen Projekt GENESIS (Ausstellung weltweit / im Kunstfoyer München 2015) entsteht. Eine viel optimistischere Sicht derselben Erde, die Salgado so lange als verletzt und zerstört bezeugt hat.

 

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© Sebastião Salgado, Churchgate Bahnhof. Bombay (Mumbai), Indien. 1995.

 

2019 erhält er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Der Börsenverein zeichnet den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado “als Bildkünstler aus, der mit seinen Fotografien soziale Gerechtigkeit und Frieden fordert und der weltweit geführten Debatte um Natur- und Klimaschutz Dringlichkeit verleiht. Zugleich hat Sebastião Salgado mit seinem Istituto Terra eine Einrichtung geschaffen, die einen Beitrag zur Wiederbelebung von Biodiversität und Ökosystemen leistet. Mit seinem fotografischen Werk, das in zahlreichen Ausstellungen und Büchern veröffentlicht ist, nimmt er die durch Kriege oder Klimakatastrophen entwurzelten Menschen genauso in den Fokus wie jene, die traditionell in ihrer natürlichen Umgebung verwurzelt sind. Dadurch gelingt es Sebastião Salgado, Menschen weltweit für das Schicksal von Arbeitern und Migranten und für die Lebensbedingungen indigener Völker zu sensibilisieren.

Indem der Fotograf seine aufrüttelnden, konsequent in schwarz-weiß gehaltenen Bilder als „Hommage an die Größe der Natur“ beschreibt und die geschändete Erde ebenso sichtbar macht wie ihre fragile Schönheit, gibt Sebastião Salgado uns die Chance, die Erde als das zu begreifen, was sie ist: als einen Lebensraum, der uns nicht allein gehört und den es unbedingt zu bewahren gilt.”

Die Ausstellung EXODUS wurde von Lélia Wanick Salgado kuratiert. Gezeigt werden 170 großformatige Fotografien in schwarz-weiß. Außerdem wird die Verleihung des Friedenspreises an Sebastião Salgado vom 20. Oktober 2019 in der Paulskirche und die Dankesbotschaft des Fotografen als ZDF-Filmdokument erlebbar gemacht.

 

Aufgrund Covid19 kann die Ausstellung EXODUS nur mit Onlinetickets besucht werden. Diese sind auf der Website der Versicherungskammer Kulturstiftung buchbar:  www.versicherungskammer-kulturstiftung.de

 

Kunstfoyer, Versicherungskammer Kulturstiftung | Maximilianstr. 53, 80538 München

 

 

05.03.2021 - 21.05.2021
Fotoausstellung Wien . Die Ausstellung stellt einen der wichtigsten europäischen Fotografen vor. Präsentiert wird sie in der AnzenbergerGallery in Wien, wo die Weltpremiere einer Wanderausstellung anläßlich des neuen Buches ist. Gezeigt werden ausschließlich Vintage Prints. 5. März bis 21. Mai 2021
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Jindrich Štreit »Village People 1965-1990«
Fotoausstellung Wien . Die Ausstellung stellt einen der wichtigsten europäischen Fotografen vor. Präsentiert wird sie in der AnzenbergerGallery in Wien, wo die Weltpremiere einer Wanderausstellung anläßlich des neuen Buches ist. Gezeigt werden ausschließlich Vintage Prints. 5. März bis 21. Mai 2021

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Über fünf Dekaden beschreibt Jind?ich Štreit, geb. 1946 in seinen Schwarzweiß-Fotografien das Leben auf dem Land in den tschechischen Regionen Nordmährens und Böhmen. Es ist eine umfassende fotografische, wie auch soziologische Studie, ähnlich in ihrem Umfang und künstlerischer Qualität, vergleichbar mit dem intensiven Werk eines Eugene Atget in Paris oder den Fotografien von Diane Arbus.

In einer eigenen Stilistik und Bildsprache, nur eben gewachsen im Verborgenen, am äußersten Ende der damaligen Welt, welche in Wirklichkeit ziemlich genau in der Mitte in Europas liegt. Diese Region ist geprägt von den Wirren und Beschädigungen der Weltkriege und einer nachfolgenden Diktatur, deren Rituale und Bildwelten, für uns heutige Betrachter, oft absurd erscheinen.

 

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Jind?ich Štreit beschreibt die Vereinzelung und Vereinsamung des Menschen im Alltag des sozialistischen Kollektives. Doch im Privaten, sowie auf den gemeinsamen Festen und Begegnungen zeigen die Fotografien die Lebensfreude, eine starke Gemeinschaft und Solidarität. In der Gegenüberstellung mit den Aufnahmen der offiziellen Kundgebungen und Feierlichkeiten des Staates wird dies um so deutlicher.

 

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Den Fotografien Jind?ich Štreits geht ein ‚Miteinander Leben‘ voraus. Der Fotograf kennt diese Menschen, welche er fotografiert. Daher ist diese Nähe erst möglich und seine empfindsame Bildsprache zu verstehen, diese radikale Poesie und Echtheit der Situation. Der Kontrast der Aufnahmen Streits zu den offiziellen ideologischen Darstellungen konnte nicht gravierender sein. Die Kritik an den bestehenden Lebensverhältnissen war in den Bildern immer vorhanden und konnte von einem totalitären Staat in seiner erstarrten Vokabel- und Zeichensprache nicht anders, als eine Kritik verstanden werden. Das führte ab den 80er Jahren zu einem Veröffentlichungsverbot in jeder Form, zu Festnahmen und ständigen Kontrollen durch die Staatsmacht. So blieb er, trotz permanentem Fotografierens bis zum Ende des Sozialismus in der Fotogeschichte ein Unbekannter. Seit den 90er Jahren, nach seiner Rehabilitierung, wurden seine Bilder weltweit gezeigt und sind in den wichtigsten Fotografischen Sammlungen vertreten. In seinem Heimatland ist er einer der bekanntesten Fotografen, wie auch ein geschätzter Lehrer an den führenden Fotohochschulen Tschechiens.

 

Thematisch und in der fotografischen Qualität stehen die Arbeiten Štreits den humanistischen Bildschöpfungen der großen Magnum-Fotografen nahe, ohne diese zu imitieren. Wie bei allen großen Fotografen ist es sein eigener, universeller Blick auf diese Welt, der seine Bilder so einmalig macht.

Jind?ich Štreit ist einer der wichtigsten europäischen Fotografen. Er steht in einer sozialen Foto-Tradition, die er mit Chris Killip, Anders Petersen und Josef Koudelka teilt. Immer noch fotografiert Jind?ich Štreit und gibt Workshops. Allerdings fehlt bisher auf dem internationalen Buchmarkt eine umfassende Monografie zum fotografischen Werk Jind?ich Štreits, welche seine Arbeit und so besondere Sicht auf das menschliche Leben einem Publikum über die tschechischen Grenzen hinweg vorstellen kann.

Das neue Buch und die Ausstellung "Village People" enthält Jind?ich Štreits berühmtesten Klassiker aus dieser Zeit so wie unveröffentlichte Arbeiten, die mit den bereits bekannten Bildern leicht Stand halten können, um fotografische Ikonen zu werden.

Das Buch enthält einen Text des Fotografen Vladimir Birgus.

Die Ausstellung in der AnzenbergerGallery in Wien, die die Weltpremiere einer Wanderausstellung zum Buch ist, zeigt ausschließlich Vintage Prints, die auch käuflich zu erwerben sind.

 

04.03.2021 - 02.06.2021
Fotoausstellung Düsseldorf . Die Ausstellung „MOVE!“ in der Leica Galerie Düsseldorf zeigt Aufnahmen der in Hamburg und London lebenden Fotografin Esther Haase, die sie als „ihre Liebsten“ bezeichnet. Darunter die speziell für das S Magazin mit der Leica S fotografierte Serie „Je t’aime“ sowie ganz neue, bislang noch nicht ausgestellte Werke. Dabei führen die vier häufigsten Ausrufe der Fotografin – „Move!“, „Hold it!“, „Do it again!“ und „I love it!“ – durch die Ausstellung.
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Esther Haase - Move
Fotoausstellung Düsseldorf . Die Ausstellung „MOVE!“ in der Leica Galerie Düsseldorf zeigt Aufnahmen der in Hamburg und London lebenden Fotografin Esther Haase, die sie als „ihre Liebsten“ bezeichnet. Darunter die speziell für das S Magazin mit der Leica S fotografierte Serie „Je t’aime“ sowie ganz neue, bislang noch nicht ausgestellte Werke. Dabei führen die vier häufigsten Ausrufe der Fotografin – „Move!“, „Hold it!“, „Do it again!“ und „I love it!“ – durch die Ausstellung.

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Fish and Chips with the Queen, London 2018
© Esther Haase

 

Esther Haase hat Vivienne Westwood, Angela Merkel und Karl Lagerfeld fotografiert, für die indische Vogue, die italienische Vanity Fair und Madame Figaro gearbeitet, Werbekampagnen für GUESS und Escada umgesetzt. Seit vielen Jahren ist sie für internationale Auftraggeber und renommierte Magazine tätig. Dabei wechselt sie spielerisch zwischen den Genres Mode, Portrait, Reportage und freien Kunstprojekten. Mit ihren Werken ist sie in internationalen Museen und Sammlungen vertreten.

 

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The Splash, Olga, Miami, November 1999
© Esther Haase

 

„Move!“ und „Do it again!“ geben einen Einblick in die für Esther Haase typische, farbenfrohe Bildwelt mit ihrer Spontanität und Ungezwungenheit des Augenblicks. „Hold it!“ zeigt charakterstarke Portraits, in denen sie Räume der Ruhe schafft und die vertrauensvolle Begegnung mit ihrem Gegenüber ins Bild setzt. „I love it!“ ist Ausdruck der detailliebenden Arbeitsweise von Esther Haase: Erst wenn das Maximum des herauszuholenden Gefühls einer Situation festgehalten wurde, gibt sich die Fotografin mit ihrer Arbeit zufrieden – wie die mit der Leica S fotografierten, intimen und erotischen Aufnahmen ein- und ausdrucksvoll beweisen.

 

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The perfect jump Samuel Hotel Westminster, Paris 2012
© Esther Haase

 

Jede Fotografie ist ein Moment in einer wunderbaren Kurzgeschichte – und wir mittendrin. „Für mich ist das Wichtigste, einen Eindruck von Spontaneität zu erzeugen – die Spur einer Bewegung“, so Esther Haase. Lebendigkeit und Dynamik, verbunden mit dem feinsinnigen Gespür der Fotografin - nur so entsteht die Atmosphäre, aus der die typischen, mit konsequent kraftvoller Weiblichkeit geladenen Bildwelten aufleben. Es ist ein Tanz der Sinne zwischen Fotografin, Kamera und Model.

 

 

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Thomas Stefan starring as bear, Tirol 2007
© Esther Haase

 

F.C. Gundlach schrieb im Vorwort zum Bildband Esther’s World: „Esthers Bilder zelebrieren die Freude am Sein, die Leidenschaft, das selbstbewusste Spiel mit der Sexualität, den Ausbruch aus dem starren Korsett des Alltags, vor allem aber den Menschen in seiner Gesamtheit: abenteuerlustig, stark, kühn, erotisch, manchmal auch melancholisch und in sich gekehrt, aber immer ganz bei sich selbst. Ihre Frauengestalten sind selbstbewusst und souverän, wie Esther selbst sind sie voller Energie und Emotion, immer in dynamischer Bewegung.“

 

 

Leica Galerie Düsseldorf in der KÖ Galerie (Königsallee 60) 

Virtuelle Vernissage: Donnerstag, den 4. März um 18.00 Uhr. Esther Haase im Interview zu ihrer Ausstellung. Der Link zur virtuellen Vernissage ist ab dem 4. März, 18.00 Uhr auf: bit.ly/leicaduesseldorf verfügbar.

 

 

 

28.02.2021 - 13.06.2021
Fotoausstellungen Alkersum/Föhr . Drei Fotokünstler stellt das Museum Kunst der Westküste, MKDW, innerhalb seines Artist-in-Residence-Programms vor: Nicole Uhland, Elina Brotherus und Thomas Wrede. Bis 13. Juni. Zeitgleich eröffnet außerdem die Ausstellung "In Elements" mit Arbeiten von Sjoerd Knibbeler, der es schafft mit dem Medium Fotografie Naturphänomene wie Luft oder Wind in ästhetisch faszinierenden Bilder zu verwandeln. Bis 5.8.2021
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Made on Föhr - In Elements
Fotoausstellungen Alkersum/Föhr . Drei Fotokünstler stellt das Museum Kunst der Westküste, MKDW, innerhalb seines Artist-in-Residence-Programms vor: Nicole Uhland, Elina Brotherus und Thomas Wrede. Bis 13. Juni. Zeitgleich eröffnet außerdem die Ausstellung "In Elements" mit Arbeiten von Sjoerd Knibbeler, der es schafft mit dem Medium Fotografie Naturphänomene wie Luft oder Wind in ästhetisch faszinierenden Bilder zu verwandeln. Bis 5.8.2021

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Neue Schätze im MKDW Jochen Hein das schwarze Meer 2018 rechts Foto Lukas Spoerl

 

Ein Ausflug in das Museum der Westküste lohnt sich auch in Zeiten in denen ein Rundgang nur viertuell stattfinden kann. Solange gibt es einen 3D-Rundgang zu dem sich das Museums-Team einiges hat einfallen lassen. So gibt es unter anderem eine offizielle Begrüßung durch die Museumsdirektorin Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen, Kurzführungen der WissenschaftlerInnen und Artist Talks mit den KünstlerInnen. Das Online-Programm soll auch laufend ergänzt werden u.a. mit Workshopangeboten sowie musikalischen und lyrischen Beiträgen.

 

Made on Föhr

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Sjoerd Knibbeler. In Elements 2020 Foto Lukas Spoerl

 

„Made on Föhr“ – was verbirgt sich hinter diesem Prädikat, das darauf hinweist, dass offenbar etwas Besonderes auf der Nordseeinsel Föhr entstanden ist? In welcher Verbindung steht ein solches Gütesiegel mit dem Museum Kunst der Westküste (MKdW)?

Seit 2010 lädt das MKdW Künstler*innen als Artists in Residence (AiR) nach Alkersum ein und stellt ihnen eine in unmittelbarer Nähe zum Museum liegen- de Doppelhaushälfte unter Reet als Wohnung und Atelier für einen individuell abgesprochenen Zeitraum zur Verfügung. Was in der ersten Zeit des Bestehens des MKdW eher beiläufig und ohne definierten Rahmen geschah, entwickelte sich im Verlauf der vergangenen fünf Jahre zu einem ambitionierten und höchst produktiven Programm, das sich mittlerweile international einen Namen gemacht hat und sich hoher Nachfrage erfreut. 

 

Unter dem neuen Dach Made on Föhr ist erstmals eine Gruppenausstellung mit drei der AiRs entstanden. Ausgewählt wurden drei FotografInnen − Nicole Ahland, Elina Brotherus und Thomas Wrede –, deren Arbeiten während oder im Prozess der Vor- oder Nachbereitung eines Föhr-Aufenthalts entstanden sind. Für die Zusammenstellung der Werke sowie das Ausstellungs- und Katalogkonzept zeichnet Christiane Morsbach, MKdW, verantwortlich. 

 

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Nicole Ahland
Föhr courtesy of the artist VG Bild-Kunst Bonn 2020

 

Die Wiesbadenerin Nicole Ahland, deren Mutter aus Norddeutschland stammt, kannte die Insel Föhr zuvor nicht und hat bis zu ihrem Aufenthalt in Alkersum 2016 ausschließlich leer stehende Innenräume fotografiert. Mit dem Aufenthalt auf Föhr und währendeines von hier aus unternommenen Tagesausflugs nach Amrum richtete sie jedoch erstmals, selbst für sie unvorhergesehen, das Objektiv auch auf die Weiten von Marschlandschaft und Himmel.

 

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Thomas Wrede
Früher Morgen bei den Korallenmoosinseln 2016
courtesy of the artist VG Bild-Kunst Bonn 2020

 

Der in Münster lebende Thomas Wrede und die Kosmopolitin Elina Brotherus dagegen gehen über die vorgefundene Landschaft hinaus, implementieren noch anderes in ihre Werke. Auch Thomas Wrede, der wie Nicole Ahland mehrfach auf Föhr arbeitete, ist es zunächst wichtig, „in die Welt hinauszugehen“ und sich mit „der Landschaft mit ihrer spezifischen Lichtsituation“ auseinanderzusetzen. In seinen Arbeiten erschafft er dann, wie er es ausdrückt, „mit simplen Mitteln neue Bildwelten, die so nur in der Fotografie existieren können“. Die von Thomas Wrede als Real Landscapes ausgegebenen Werke der offenen gleichnamigen Serie spielen mit Wahrheit und Fiktion, denn Wrede sieht die echte Welt als einen Bestandteil einer Art Modellbausatz: „

 

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Elina Brotherus
One minute sculpture double bucket 2017 after Erwin Wurm
copyright VG Bild-Kunst Bonn 2020

 

Elina Brotherus, geleitet von der Auseinandersetzung mit wichtigen RepräsentantInnen der Kunstgeschichte seit den 1960er-Jahren, trieb bei ihrem Eintreffen auf Föhr seit Längerem die Beschäftigung mit dem österreichischen Bildhauer Erwin Wurm um, den sie nach ihrer Residenz in Föhr sogar persönlich kennenlernen sollte. Die humorvolle Herangehensweise an Motive des täglichen Lebens, die das Schaffen Wurms bestimmt, greift sie als Fotografin auf und übersetzt sie vielschichtig in ihre eigene (Bild-)Sprache. Während Wurm dreidimensional, objektbezogen, performativ arbeitet, überführt Elina die Idee seiner One Minute Sculptures unter gleichem Titel und mit sich selbst als Figur in frappierende Landschaftsaufnahmen. In wohl komponierten Bildern erscheint ihr Körper in skurrilen, teils skulptural anmutenden Interaktionen vor der sie umgebenden, oftmals rauen Natur.

 

 

Sjoerd Knibbeler - In Elements

 

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Sjoerd Knibbeler
In Elements 2020

 

Wie kann Wind sichtbar gemacht werden? Lässt sich das Element Luft darstellen? Wie kann fotografisch eingefangen werden, was sich vom menschlichen Auge für gewöhnlich nicht erfassen lässt?

 

Der in Amsterdam lebende Künstler Sjoerd Knibbeler (* 1981) beschäftigt sich mit komplexen Naturphänomenen. Ausgangspunkt ist sein Interesse an der Entdeckung der Welt durch menschliche Fantasie, an Erfindungen und Technologien. Jeder seiner Werkkomplexe setzt akribische Naturbeobachtungen, Experimente und den Austausch mit Wissenschaftler*innen voraus. Auf dieser Grundlage entstehen verschiedenartige Modelle, durch die flüchtige Momente – sei es ein Windstoß oder ein Sonnenstrahl – erfahrbar werden. Im Medium Fotografie lässt Sjoerd Knibbeler die gleichsam unsichtbaren Naturprozesse schließlich in ästhetisch ausgefeilten Bildern sichtbar werden und lädt zur inhaltlichen Auseinandersetzung ein.

Die Ausstellung umfasst schwerpunktmäßig Werke der Serien Current StudiesExploded Views und In Elements. Bereits im Jahr 2017 war der Künstler als Artist in Residence des MKdW ausgewählt worden. Der Aufenthalt auf der Insel Föhr bildete den Auftakt zur jüngsten Serie Exploded Views, die jetzt erstmals umfangreich gezeigt wird. Im Sommer 2020 suchte Knibbeler die Insel erneut auf, um sich thematisch dem Klimawandel zuzuwenden und mögliche menschliche Interventionen künstlerisch zu durchdenken. Die daraus hervorgegangenen Werke In Elements werden ebenfalls in dieser Einzelausstellung, die seine erste museale Schau in Deutschland ist, gezeigt.

Das Katalogbuch zur Ausstellung ist im Verlag Hatje Cantz erschienen.

Deutsch, Englisch | 144 Seiten | 70 Abb. | Hardcover | Preis 38 Euro

 

Hier geht es zum 3D Rundgang

https://www.mkdw.de/de/mkdw-3d

14.02.2021 - 19.06.2021
Fotoausstellung Siegen . Fachwerkhäuser aus der Region Siegen fotografisch dokumentiert erinnern an berühmten Arbeiten von Bernd und Hilf Becher deren Aufnahmen von Fachwerk- und Industriebauten vielfach ausgestellt und publiziert wurden. Seit 2015 setzt auch der Siegener Künstler Thomas Kellner, auf den Spuren der Bechers, Häuserfronten in Szene, Pandemisch korrekt wird die Ausstellung in der Art Galerie in Siegen am 14.Februar um 11 Uhr auf Zoom eröffnet. 14.2. bis 19.6.2021
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Thomas Kellner – Fachwerkhäuser des Siegner Indsutriegebietes heute
Fotoausstellung Siegen . Fachwerkhäuser aus der Region Siegen fotografisch dokumentiert erinnern an berühmten Arbeiten von Bernd und Hilf Becher deren Aufnahmen von Fachwerk- und Industriebauten vielfach ausgestellt und publiziert wurden. Seit 2015 setzt auch der Siegener Künstler Thomas Kellner, auf den Spuren der Bechers, Häuserfronten in Szene, Pandemisch korrekt wird die Ausstellung in der Art Galerie in Siegen am 14.Februar um 11 Uhr auf Zoom eröffnet. 14.2. bis 19.6.2021

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Bild: © Thomas Kellner Siegen und VG Bild-Kunst Bonn, Eiserntalstraße 117, aus der Serie: Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebietes heute, von Thomas Kellner


In einer Serie von 19 Architekturfotografien zeigt Thomas Kellner ausgesuchte Eiserfelder Fachwerkhäuser in ihrem heutigen Zustand. Als historischer Vergleich stellt er den Becherschen Schwarzweiß-Aufnahmen der 1960er Jahren seine eigenen Bilder entgegen. Ohne die erkennbare Verbindung beider Werke zu beschränken, gibt Kellner den Fotografien seine eigene Handschrift und spielt „mit der Transformation in Schwarzweiß, den Verschattungen, dem Fokus auf farbig gebliebene Details, der verträumten Unschärfe im Hintergrund“. Dadurch agieren seine Fotografien als eigenständige Kunstwerke regionaler Lebensform und erfüllen parallel eine vergleichende Funktion.
Indem im direkten Vergleich, ähnlich wie bei einem Suchbild, motivische und methodische Unterschiede zu den Bechers aufgedeckt werden, ist Kellners Werkserie nicht nur Spiegel einer sich wandelnden Wohnkultur und Teil der Sozial- und Wohngeschichte, sondern auch Zeugnis einer sich weiterentwickelnden, künstlerischen Fotografie. Kellners Fotografien eröffnen den Blick auf die Polarität eines Gebäudes, das durch optische Modernisierungsmaßnahmen im Wandel der Zeit verändert wurde und dem Originalbau nur noch in der Form gleicht. Die Be- und Verurteilung der sich abzeichnenden Veränderungen des Motivs ist ebenso dualistisch wie das architektonische Gebilde selbst.
Es ist jedoch nicht zu verkennen, dass die Fachwerkhäuser von 2015 an Identität verloren und ein Stück weit „um ihren Ausdruck gebracht wurden“, bei Kellner aber zu einem magischen Realismus zurückkehren.

Ausstellung

14. Februar – 19.6.2021
Art Galerie, Siegen


Art Galerie, Fürst-Johann-Moritz-Str. 1, 57072 Siegen
Nach dem Lockdown geöffnet zu den Geschäftszeiten
Zur Ausstellung ist ein Katalog im Verlag Seltmann Publishers in Berlin erschienen


 

10.02.2021 - 23.01.2022
Auch im Jahr 2021 hat das Leopold Museum in Wien eine Reihe spannender Ausstellungen vorgesehen. Darunter sind auch fotografische Leckerbissen wie wechselnde Bilder in der Dauerpräsentation "Wien 1900 Aufbruch in die Moderne" oder zum Herbst die Ausstellung "Ludwig Wittgenstein. Fotografie als analytische Praxis".
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Das Jahr im Leopold Museum Wien
Auch im Jahr 2021 hat das Leopold Museum in Wien eine Reihe spannender Ausstellungen vorgesehen. Darunter sind auch fotografische Leckerbissen wie wechselnde Bilder in der Dauerpräsentation "Wien 1900 Aufbruch in die Moderne" oder zum Herbst die Ausstellung "Ludwig Wittgenstein. Fotografie als analytische Praxis".

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Gruppenaufnahme der Secessionskünstler. Hintere Reihe von links nach rechts: Anton Stark, Gustav Klimt (im Malerkittel), Adolf Böhm, Wilhelm List, Maximilian Kurzweil, Leopold Stolba, Rudolf Bacher. Vordere Reihe: Koloman Moser, Maximilian Lenz, Ernst Stöhr, Emil Orlik, Carl Moll. und Kolo Moser (vor Klimt sitzend). 

Photographie von Moriz Nähr. April 1902

 

Ab der für 10. Februar vorgesehenen Öffnung nach dem aktuellen Lockdown zeigt das Leopold Museum wieder die mehr als 1.300 Objekte umfassende Dauerpräsentation Wien 1900. Aufbruch in die Moderne, wobei Grafiken, Fotografien und Archivalien regelmäßig getauscht werden und für reichlich Abwechslung innerhalb der Wien 1900-Ausstellung sorgen. Immer wieder wird die Dauerpräsentation auch durch Neuerwerbungen und (Dauer-)Leihgaben ergänzt. Die Präsentation spannt einen Bogen von ca. 1870 bis 1930 und zeichnet sich durch mediale Vielfalt aus, die von Malerei, Grafik, Skulptur und Fotografie über Archivalien, Glas, Keramik, Metall, Textilien, Leder und Schmuck bis hin zu Möbelstücken und Wohnungseinrichtungen reicht. Aus konservatorischen Gründen werden Fotografien, grafische Arbeiten und Archivalien regelmäßig ausgetauscht, wodurch neue Blickwinkel entstehen.

Zwei Ausstellungen, deren Start von Sommer 2019 auf den Spätherbst verschoben werden mussten und die bisher lediglich wenige Tage im Dezember 2020 zu sehen waren – Emil Pirchan. Visuelle Revolution und Inspiration Beethoven. Eine Symphonie in Bildern aus Wien 1900 zum 250. Geburtstag des Komponisten werden bis 6. Juni verlängert.

Emil Pirchan - Visuelle Revolution

 

Leopold Pirchon

Fotoatelier A. Frankl, Berlin, Emil Pirchan mit Masken im Berliner Atelier, 1923 © Sammlung Steffan/Pabst, Zürich, Foto: Sammlung Steffan/Pabst, Zürich © Nachlass Emil Pirchan, Sammlung Steffan/Pabst, Zürich

 

Bis 05.04.2021 Emil Pirchan (1884–1957) war ein Pionier des expressionistischen Bühnenbildes, aber auch fantasiereicher Plakatgestalter, der im konkurrenzstarken Metier Werbegrafikbeträchtliche Erfolge feierte. Zudem war er Kostümbildner, Designer, Buchillustrator, Autor mehrerer Künstlermonografien, Romancier, Lehrer und noch etliches mehr. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Museum Folkwang in Essen.

 

 

Ludwig Wittgenstein. Fotografie als analytische Praxis 24.09.2021–23.01.2022
KuratorInnen: Verena Gamper, Gregor Schmoll

 

Leopold Ruff

 

Thomas Ruff, Anderes Porträt Nr. 109A/32, 1994/95
© Courtesy Thomas Ruff, Foto: Thomas Ruff © Bildrecht Wien, 2021

 

In dieser Ausstellung, die auf die Leidenschaft des Philosophen Ludwig Wittgenstein für die Fotografie fokussiert, steht erstmals sein Wirken als Autor, Sammler und Arrangeur von Fotografien im Mittelpunkt. Gezeigt wird das unveröffentlichte Fotoalbum der 1930er-Jahre, ein Kompositporträt aus Aufnahmen der Schwestern Wittgensteins und jener des Philosophen, inszenierte Selbstporträts, Aufnahmen des Haus Wittgenstein, Auszüge der Nonsense Collection und die Ansichtskartenkorrespondenz Wittgensteins.

 

 

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Ludwig Wittgenstein/Moriz Nähr, Kompositporträt Hermine, Helene, Margarethe und Ludwig Wittgenstein, undatiert
© The Ludwig Wittgenstein Archive Cambridge, Foto: The Ludwig Wittgenstein Archive Cambridge

 

Seine Arbeiten werden mit der fotografischen Praxis und Theorie zeitgenössischer KünstlerInnen wie Baldessari, Bechtold, Boltanski, Darboven, Förg, Goldin, Jürgenssen, Lombardi, Maurer, Polke, Ruff, Sherman, Sieverding, Spiluttini, Warhol, Weibel, Zobernig u. a. in Dialog gesetzt. Die auch experimentelle Auseinandersetzung der Familie Wittgenstein mit dem Medium Fotografie wird in Form einer historisch-biografischen Rückblende vorgestellt und es wird dazu eingeladen, Wittgensteins Verständnis des Mediums für eine zeitgenössische Re-Vision fruchtbar zu machen.

 

 

01.02.2021 - 31.05.2021
Fotoausstellung Linz . Die OÖ Landes-Kultur GmbH präsentiert im Francisco Caroline Linz die erste umfassende Museumspersonale des renommierten Fotokünstlers in Österreich. Gezeigt werden Arbeiten aus allen wichtigen Serien und Schaffensphasen des Künstlers: vom fotojournalistisch geprägten Frühwerk ab den späten 1960er-Jahren, über sein vielschichtiges filmisches Oeuvre, bis hin zu aktuellen Farbfotografien im Kontext installativer Werkkonzepte. Bis 14. Februar 2021
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Roger Ballen - The Place of the Mind
Fotoausstellung Linz . Die OÖ Landes-Kultur GmbH präsentiert im Francisco Caroline Linz die erste umfassende Museumspersonale des renommierten Fotokünstlers in Österreich. Gezeigt werden Arbeiten aus allen wichtigen Serien und Schaffensphasen des Künstlers: vom fotojournalistisch geprägten Frühwerk ab den späten 1960er-Jahren, über sein vielschichtiges filmisches Oeuvre, bis hin zu aktuellen Farbfotografien im Kontext installativer Werkkonzepte. Bis 14. Februar 2021

Roger Ballen, Cat Catcher, 1998

Roger Ballen, Cat Catcher, 1998
© Roger Ballen

 

Soziale Außenseiter, Tiere und rätselhafte Objekte bevölkern die schaurig-schönen Fotografien von Roger Ballen. Mit seinen fotografischen Inszenierungen, die eine surreal-düstere, unheimliche Atmosphäre erzeugen, taucht Roger Ballen tief in die Abgründe der menschlichen Psyche.

 

Roger Ballen, Girl in white dress, 2002

Roger Ballen, Girl in white dress, 2002
© Roger Ballen

 

Roger Ballen, Head Inside Shirt, 2001

Roger Ballen, Head Inside Shirt, 2001
© Roger Ballen

 

Roger Ballen, geboren 1950 in New York, zählt zu den international bedeutendsten und einflussreichsten Fotokünstlern der Gegenwart. Er lebt und arbeitet seit über 40 Jahren in Johannesburg, Südafrika, und nimmt mit seinem ebenso faszinierenden wie verstörenden Werk eine singuläre, zwischen Dokumentation und Fiktion angesiedelte Position in der zeitgenössischen Fotografie ein.

 

Roger Ballen, Smoked Out, 2020

Roger Ballen, Smoked Out, 2020
© Roger Ballen

 

 

Francisco Carolinum Neu

 

Roger Ausstellungsansicht_THE PLACE OF THE MIND. Roger Ballen – Retrospektive_1

Blick in die Ausstellung „THE PLACE OF THE MIND. Roger Ballen – Retrospektive“, 
Francisco Carolinum Linz
© Michael Maritsch

 

Der neue Ort für Fotografie und Medienkunst in Linz Geschichten erzählen und mit aktuellen Themen Menschen begeistern - das sind die Ziele der im März dieses Jahres neu gegründeten OÖ Landes-Kultur GmbH und ihres Direktors Alfred Weidinger. Die Idee, am Standort Museumstraße ein Haus für Fotografie und Medienkunst zu etablieren, geht auf eine Umfrage unter 7.000 Kulturinteressierten zurück. Diese ergab, dass sich ein Großteil der Befragten ganz besonders für Fotografie begeistert.

Deshalb wurden in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche bauliche Veränderungen am 125 Jahre alten, historistischen Architekturjuwel des deutschen Architekten Bruno Schmitz in der Museumstraße vorgenommen. 

Die Neupositionierung des nun wieder nach seinem Erbauer „Francisco Carolinum“ benannten Museums als modernes Haus für Fotografie und Medienkunst wird sukzessive erfolgen.

 

 

 

31.10.2020 - 06.06.2021
Ausstellung Wolfsburg . Die Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg gliedert sich in 12 Kapitel von Expeditionen in den Weltinnenraum über Rund um den Mund bis zu Zahn der Zeit. Auf 2.250 Quadratmetern visualisieren Gemälde, Fotografien Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Videos und kulturgeschichtliche Objekte das Thema Mund. Bis 6.6.2021
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In aller Munde. Von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman
Ausstellung Wolfsburg . Die Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg gliedert sich in 12 Kapitel von Expeditionen in den Weltinnenraum über Rund um den Mund bis zu Zahn der Zeit. Auf 2.250 Quadratmetern visualisieren Gemälde, Fotografien Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Videos und kulturgeschichtliche Objekte das Thema Mund. Bis 6.6.2021

Wolf Sherman_Untitled#257

Cindy Sherman
Untitled #257
1992
Cibachrome
176 x 117,5 cm (inkl. Rahmen)
Sammlung Kunstmuseum Wolfsburg
© Cindy Sherman & Metro Pictures

 

 

Als Schauplatz des hochinfektiösen Desasters erlebt der Mund- und Rachenraum gegenwärtig weltweit größte Aufmerksamkeit, bietet er doch mit seiner Schleimhaut das ideale Substrat für Überlebens- und Verbreitungsmöglichkeiten des Coronavirus – eine Aktualität, die man im Zuge der Ausstellungsvorbereitung nicht erwartet hatte. Der Mundraum ist damit ins Zentrum gesellschaftlicher, politischer und medialer Debatten gerückt.

 

Wolf 201101_KMW_by_Kruszewski_1552

Installationsansicht
In aller Munde. Von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman Kunstmuseum Wolfsburg
Im Hintergrund (größtes Werk der Ausstellung: 6,5 x 10,66 x 1,11 m):
Piotr Uklanski, Untitled (Open Wide), 2012

Foto: Marek Kruszewski

 

 

Mit Lippen, Zunge und Zähnen ist der Mund in Gänze eine äußerst reizvolle Körperzone: Sprache, Schmerz und Schrei, Essen, Schlingen, Speien und Spucken, Lust und Leidenschaft. Diese emotionale Bandbreite von Ekel bis Empathie erfahren die Besucher*innen des Kunstmuseum Wolfsburg auf dem abwechslungsreichen Themenparcours.

So widmet sich eines der Ausstellungskapitel, „Zahn und Zierde“, den Zähnen und ihrem dekorativen, religiösen sowie auch ökonomischen Wert in unterschiedlichen Kulturen unserer Welt: Die neuseeländische Künstlerin Ane Tonga beschäftigt sich mit Traditionen rund um den goldenen Zahnschmuck in ihrer tongaischen Familie und setzt diesen fotografisch in Szene, während das Londoner Künstlerpaar Fantich & Young ganze Masken und Outfits aus Zähnen entwirft. Zähne sind jedoch nicht nur Dekor, sondern auch Waffe und werden in den Kapiteln„Schlund und Schlingen“ oder „Kuss und Vampirismus“ zum Tötungsinstrument, wenn der Werwolf bei Lucas Cranach Menschen verschlingt, Saturn bei Alfred Kubin seine Kinder verspeist oder der Liebesbiss des Vampirs bei Edvard Munch zum Todeskuss wird.

 

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Installationsansicht
In aller Munde. Von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman Kunstmuseum Wolfsburg
Fotografie-Serie im Hintergrund: Herlinde Koelbl, Schrei!, 2012/2020
Foto: Marek Kruszewski

 

Für die sinnliche Form des Kusses sind die Lippen und die Zunge zuständig, was in den intensiven Kussdarstellungen von Pablo Picasso oder Wolfgang Tillmans überaus deutlich wird. Luft und Laute verlassen unseren Mund indessen hörbar aber unsichtbar, was im entsprechenden Ausstellungskapitel beispielsweise in der überraschend langen Motivgeschichte des Homo Bulla, des Menschen, der Seifenblasen bläst, zum Ausdruck kommt. Insgesamt gliedert sich die Ausstellung in folgende 12 Kapitel: Expeditionen in den Weltinnenraum; Rund um den Mund; Zähne zeigen; Zahnschmerz & Kommerz; Zahn & Zierde; Auf der Zunge; Lecken & Schmecken; Schlund & Schlingen; Kuss & Vampirismus; Schreien & Speien; Luft & Laute sowie Zahn der Zeit.

 

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Installationsansicht In aller Munde. Von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman 
Foto: Marek Kruszewski 

 

 

In der 2.250 Quadratmeter großen Ausstellungshalle des Kunstmuseum Wolfsburg bieten in einer eigens konzipierten Architektur, die einen abstrahierten Mundraum darstellt, Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Videos und kulturgeschichtliche Objekte einen beeindruckenden Überblick über das Spektrum an Visualisierungen rund um das Orale. Vom ältesten Exponat der Schau, einer rund 2.600 Jahre alten altägyptischen Bronzefigur, welche die stillende Göttin Isis mit Harpokrates darstellt, über einen der berühmten Charakterköpfe von Franz Xaver Messerschmidt bis hin zu aktuellen Werken wie den Scream-Arbeiten von Christian Marclay, der skurrilen Zahnlandschaft von Mithu Sen oder einer ortsspezifischen Installation von Benjamin Houlihan, bei der er mit seiner Zunge Temperafarbe auf eine Wand leckt – die Schau im Kunstmuseum Wolfsburg präsentiert zum Thema Mund faszinierende Kunstwerke aus einer Reihe der bedeutendsten Museen.

 

Die Kuratorin Uta Ruhkamp hat, nachdem das Thema von dem Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme und der Zahnärztin Beate Slominski an sie herangetragen worden war, eine außergewöhnliche Ausstellung erarbeitet. Die begleitende umfangreiche Publikation reicht über die Schau hinaus: In aller Munde. Das Orale in Kunst und Kultur erscheint im Verlag Hatje Cantz und wird mit 352 Seiten und Beiträgen namhafter Autor*innen das Thema der Ausstellung erweitern, vertiefen und mit rund 350 Abbildungen vielfältig illustrieren.

Erhältlich ist das Buch zur Ausstellung im Museumsshop oder unter kunstmuseum.de/shop für 45 Euro.

 

Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, Wolfsburg

 

09.10.2020 - 16.05.2021
Fotoausstellung Berlin . Die Berliner Helmut Newton Stiftung präsentiert in ihrer neuen Ausstellung „America l 970s/80s" die Werke von vier großen Fotografen, die ein Bild des Landes in dieser Zeit zeigen: Evelyn Hofer, Sheila Metzger, Joel Meyerowitz und Helmut Newton. Vom 9.10.2020 bis 16.5.2021
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America l 1970s/80s
Fotoausstellung Berlin . Die Berliner Helmut Newton Stiftung präsentiert in ihrer neuen Ausstellung „America l 970s/80s" die Werke von vier großen Fotografen, die ein Bild des Landes in dieser Zeit zeigen: Evelyn Hofer, Sheila Metzger, Joel Meyerowitz und Helmut Newton. Vom 9.10.2020 bis 16.5.2021

Helmut Newton Taylor

Helmut Newton ElizabethTaylor, Los Angeles,1985
© Helmut Newton Estate
 
 

Nach seiner Festanstellung bei der französischen Vogue im Jahr 1 961 arbeitete Helmut Newton parallel auch für die amerikanische Ausgabe des Modemagazins. Einige dieser Aufnahmen entstanden in Europa, andere in den USA. In New York lieferte Newton seine Bilder direkt an Alexander Liberman, der die amerikanische Vogue von den 1 960ern bis in die l 990er Jahre leitete - und nebenbei sehr erfolgreich als Maler, Bildhauer und Fotograf arbeitete. Newton mochte die Vereinigten Staaten und die sprichwörtliche Freiheit in jenen Jahren, und so pendelte er regelmäßig zwischen der Alten und Neuen Welt hin und her.

 

Helmut Newton_Sigourney Weaver_Los Angeles 1983_copyright Helmut Newton Estate

Helmut Newton Sigourney Weaver, Los Angeles,1983
© Helmut Newton Estat

 

In den 970er-Jahren fotografierte Newton Mode und Akt in Amerika vor allem in New York, Las Vegas, Miami oder Los Angeles; diese Aufnahmen wurden sowohl in unterschiedlichen Magazinen als auch teilweise in seinem zweiten Bildband (,,Sleepless Nights", 1 978) publiziert . Nach 1980, als Helmut und June Newton regelmäßig nach Los Angeles reisten, um im Chateau Marmont die Wintermonate zu verbringen, kamen zahlreiche Porträts der ,Berühmten und Berüchtigten' in und um Hollywood hinzu, entstanden für Zeitschriften wie Egoiste, Interview, Vanity Fair oder New Yorker, sowie einige Aktbilder für den Playboy Die Fokussierung innerhalb der Ausstellung zeigt deutlich, dass sich Newtons Bildsprache während seiner Arbeit in den USA in diesen Jahren verändert hat und ins besondere das Genre Porträt für ihn immer wichtiger wurde.

 

Helmut Newton 00

Joel Meyerowitz Darrell, Provincetown,1983
© Joel Meyerowitz, courtesy oft he Howard Greenberg Gallery
 
 

 

Etwa parallel zu den gezeigten Newton-Bildern entstanden die Porträts von Joel Meyerowitz in Provincetown, Massachusetts. Der Fotograf zog sich in den späten l 970er- und frühen l 980er-Jahren von New York aus jeden Sommer in das ehemalige idyllische Fischerörtchen zurück - und porträtierte dort mit seiner Großbildkamera, meist plein air, gleichgesinnte Freigeister, die ebenfalls die Sommerfrische, die Erholung am Meer und die Natur suchten, Männer und Frauen, Junge und Ältere, allein oder als Paar. Wir sehen intensive und neugierige Blicke zurück in die Kamera und nur wenige Posen; die Menschen, darunter zahlreiche Freunde und Bekannte von Meyerowitz, wirken offen, unverstellt, authentisch.

Die groß angelegte Porträtserie hatte seinerzeit keinen Auftraggeber, es war ein freies Projekt. So entstand ein faszinierendes Gesellschaftsporträt einer liberalen, individualistische n Community an der amerikanischen Ostküste. Es zeigt ein anderes, freieres, mitunter freizügigeres Amerika, als wir es heute kennen. Meyerowitz hat diese Porträts vor Kurzem in seinem Archiv wiederentdeckt, eine Auswahl ist im Herbst 2019 erstmals in Buchform erschienen - und wird nun in der Helmut Newton Stiftung zum ersten Mal öffentlich ausgestellt

 

Sheila Metzner_Rebecca Diamond necklace_1984_copyright Sheila Metzner

Sheila Metzner, Rebecca, Diamond Necklace, 1984
© Sheila Metzner

 

Die amerikanische Fotografin Sheila Metzner verband eine sehr enge Freundschaft mit Helmut und June Newton. Die gegenseitigen, bislang unveröffentlichten Porträts aus Südfrankreich, die in der Ausstellung in zwei Vitrinen ausgebreitet werden, bezeugen dieses besondere Verhältnis. Sheila Metzner arrangiert in ihrem Werk ansonsten minimalistische Dinge auf einer ebensolchen Bühne als pure Form; in der fotografischen Nahansicht wirken sie wie eine Erscheinung ihrer selbst, verdichtet als metaphysische Essenz. Die zarte Tonung der Fotografien, entstanden als Fresson-Prints, die an Bromöldrucke der Avantgardisten der 1910er-Jahre erinnern, entrückt den  Bildinhalt,  die  floralen und  künstlerischen  Formen,  ins Tagtraumhafte. Aber auch Menschen tauchen im Werk von Sheila Metzner wiederholt auf, seien es die eigenen fünf Kinder, weibliche und männliche Modelle, etwa für ihre raffinierten Modeinszenierungen oder nackte, odaliskenhafte Schönheiten. Metzner, die noch immer in New York lebt, besuchte Joel Meyerowitz Ende der l 970er-Jahre in Provincetown und wurde dort von ihm porträtiert, wie wir hier sehen. So schließt sich in dieser Ausstellung, die einer Art Zeitreise in ein progressives und cooles Amerika entspricht, gleich mehrfach ein Kreis.

In June's Room schließlich werden 30 Aufnahmen von Evelyn Hofer präsentiert, die in den 1960er und 70er-Jahren in New York entstanden sind, eine Art subjektives Stadtporträt mit Straßenszenen und Panoramen, Interieurs und Porträts, in Schwarz-Weiss und Farbe. Insbesondere ihre subtilen Farbbilder des New Yorker Alltagslebens, ausgeführt im DyeTransfer­ Verfahren, sind neben denen von Saul Leiter oder Helen Levitt Pionierleistungen eines poetisch-magischen Realismus in der Street Photography, die nachfolgende Fotografengenerationen prägen sollten. Hofer wurde in Deutschland geboren, verließ ihre Heimat mit der Familie 1933 Richtung Madrid, später nach Paris, Zürich und Mexiko, um 1946 schließlich nach New York überzusiedeln. Dort arbeitete sie im Auftrag unter anderem für Modemagazine und frei an eigenen Buchprojekten, stets mit großformatiger Plattenkamera und Stativ. Daraus resultierte ein bewusstes, konzentriertes und langsames Arbeiten, das spontane Reaktionen vor und hinter der Kamera ausschloss.

 

 

Helmut Newton Stiftung, Jebensstraße, Berlin

 

 

07.09.2020 - 25.05.2021
Ausstellung Essen . Die Ausstellung „Kindheit im Ruhrgebiet“ wurde als Erinnerungsausstellung unter partizipativer Beteiligung der Bevölkerung des Ruhrgebiets konzipiert. Das Ruhr Museum setzt mit dieser Galerieausstellung die Reihe seiner Präsentationen zu populären Themen der Ruhrgebietsgeschichte fort. Bis 25.5.2021
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Kindheit im Ruhrgebiet
Ausstellung Essen . Die Ausstellung „Kindheit im Ruhrgebiet“ wurde als Erinnerungsausstellung unter partizipativer Beteiligung der Bevölkerung des Ruhrgebiets konzipiert. Das Ruhr Museum setzt mit dieser Galerieausstellung die Reihe seiner Präsentationen zu populären Themen der Ruhrgebietsgeschichte fort. Bis 25.5.2021

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Zwei Milchholer in Buer

 

Die Fotografien, die die Erinnerungsstücke begleiten, sind keine persönlichen Erinnerungen. Die 120 Bilder stammen aus dem Fotoarchiv des Ruhr Museums, das Fotografien professioneller Fotografen zur Geschichte und Gegenwart des Ruhrgebiets sammelt. Die gezeigten Bilder stammen von Presse-, Werks-, Dokumentar- und freien Fotografen, die eigenständig Projekte verfolgten. Die meisten der Aufnahmen waren für Veröffentlichungen gedacht, aber es sind auch wenige Aufnahmen aus dem privaten Umfeld der Berufsfotografen darunter. 

Die in der Ausstellung gezeigten Fotografien sind Teil eines kollektiven Gedächtnisses des Ruhrgebiets geworden. Dieses kollektive Bildgedächtnis wird in der Ausstellung mit den konkreten subjektiven Erinnerungen der Leihgeberen kombiniert, so dass die Besucheren der Ausstellung eigenständig Querbezüge zwischen Objekten und Bildern herstellen kön-nen. Die Bilder der Berufsfotograf*innen rahmen die Exponate auf der Aus-stellungsfläche quasi ein. Sie formen einerseits mit Motiven, wie sie nur im Ruhrgebiet vorkommen – dem Spielen auf der Halde, in der Siedlung, vor dem Werkstor, am Kanal –, und andererseits mit allgemeingültigen Bildern von Schule, Freizeit und Familie einen „Bezugsrahmen“ zur ausgestellten Erinnerung im Inneren der Ausstellungsfläche. 

 

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In der Ausstellung

 

Was auffällt: Schauplätze der Kindheit sind neben dem elterlichen Zuhause und der Schule die Straße, die Siedlung oder die Industriebrache. Bis in die 1980er Jahre haben Kinder in Deutschland, vor allem im Ruhrgebiet, wei-testgehend draußen gespielt. Das Phänomen der „unsichtbaren“ Groß-stadtkinder, deren soziales Leben in geschlossenen Räumen stattfindet, ist jüngeren Datums und mit ein Grund, die Ausstellung mit den späten 1980er Jahren enden zu lassen. 

 

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Kinderbetreuung der Zeche Graf Moltke

 

Die Galerieausstellung ist in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kinderschutzbund Ortsverband Essen e.V. entstanden. Sie zeigt auf der 21-Meter-Ebene des Ruhr Museums auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein 66 Objekte mit den persönlichen Geschichten ihrer Besitzer*innen. Die Einzel-objekte stammen aus der Zeit von 1945 bis 1989 und kommen aus allen Lebensbereichen: von der Schule über Feste, Familienfeiern und Hobbies bis hin zu Spiel und Sport, drinnen wie draußen. 

Die Auseinandersetzung mit den Exponaten soll Besucheren anregen, die eigenen Kindheitserinnerungen zu wecken und zu vergleichen. Ergänzt wird die Ausstellung durch fünf Spielinseln, die alte Erinnerungen hervor holen oder zu neuen Erinnerungen beitragen möchten. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit vielen Highlights rundet die Ausstellung ab. 

 

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Aerztliche Untersuchung in der Tegelschule

 

 „Die persönlichen Erinnerungen der Menschen sind der Ausgangspunkt für ein großes Panorama der Kindheit im Ruhrgebiet über vier Jahr-zehnte, welches die individuellen Erinnerungen der Leihgeber*innen und ihren durch die Objekte vermittelten Geschichten mit der in der Fotografischen Sammlung des Ruhr Museums beheimateten kollektiven Erinnerung zum Ruhrgebiet verbindet. So entsteht ein höchst persönliches und gleich-zeitig zu verallgemeinerndes Bild einer historischen Kindheit in einer besonderen Region“, skizziert Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums. 

 

Das partizipatorische Konzept 

"Das Interesse dem Ruhr Museum Gegenstände aus der Kindheit zu überlassen, war im Ruhrgebiet überwältigend. Schon nach dem ersten Aufruf im März 2018 war aber auch das Bedürfnis erkennbar, zu den Objekten auch die persönlich erlebte Geschichte mitteilen zu wollen. Dieses Bedürfnis wurde aufgegriffen und in den Mittelpunkt der Ausstellung gestellt“, erklärt Michaela Krause-Patuto, Kuratorin der Ausstellung. Mit dem Fokus auf den persönlichen Geschichten schloss die Ausstellung aber gleichzeitig den Anspruch aus, die Geschichte der Kindheit im Ruhrgebiet lückenlos darzustellen. 

Im Sommer 2019 startete ein zweiter Aufruf, der sich explizit an potentielle Leihgeberinnen und Leihgeber wendete, die ihre Kindheit in den 1960er bis 1980er Jahren erlebt hatten. Die Resonanz war erneut überwältigend. In der Summe waren es etwa 300 Anrufe und E-Mails, die das Museum innerhalb von zwei Wochen erhielt. Für die Ausstellung ausgewählt wurden solche, die entweder stellvertretend für die Erinnerung Vieler stehen oder derartig einzigartig sind, dass sie spezifisch für die Kindheit im Ruhrgebiet erscheinen. 

 

Ruhr Museum in der Kohlenwäsche, Galerie, 21-Meter-Ebene , UNESCO-Welterbe Zollverein , Gelsenkirchener Straße 191, Essen 

 

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