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Fotoausstellungen

29.08.2020 - 09.10.2020
Fotoausstellung Köln . Die Ausstellung „René Groebli – Platin Palladium Prints“ in der infocus Galerie führt den Betrachter in das spannende Werk René Groeblis mit Bildern ein, die mittels des edelsten, wertbeständigsten und exklusivsten Verfahrens entstanden sind. Jede Vergrößerung ist ein Unikat und Print verliert mit der Zeit nichts von seiner Intensität und nimmt auch dauerhaft keinen Schaden durch die Lichteinwirkung. Die Grauabstufungen sind im Vergleich zu den Silber Gelatine Abzügen um ein Vielfaches reicher und so fein, dass selbst in dunklen Bereichen noch Zeichnung erkennbar ist. Aus aktuellem Anlass wurde die Ausstellung auf den Sommer und Herbst verschoben. 29.8. bis 9.10.2020
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René Groebli - Platinum Prints 1946 - 2006
Fotoausstellung Köln . Die Ausstellung „René Groebli – Platin Palladium Prints“ in der infocus Galerie führt den Betrachter in das spannende Werk René Groeblis mit Bildern ein, die mittels des edelsten, wertbeständigsten und exklusivsten Verfahrens entstanden sind. Jede Vergrößerung ist ein Unikat und Print verliert mit der Zeit nichts von seiner Intensität und nimmt auch dauerhaft keinen Schaden durch die Lichteinwirkung. Die Grauabstufungen sind im Vergleich zu den Silber Gelatine Abzügen um ein Vielfaches reicher und so fein, dass selbst in dunklen Bereichen noch Zeichnung erkennbar ist. Aus aktuellem Anlass wurde die Ausstellung auf den Sommer und Herbst verschoben. 29.8. bis 9.10.2020

Groebli_Rene-London-1949-#1204

Copyright René Groebli, Courtesy in focus Galerie, Köln

 

Großen Einfluss auf das frühe fotografische Werk René Groeblis hatte sein Freund, der bekannte Schweizer Fotograf Robert Frank. Die Subjektivität in Robert Franks Werk beschäftigte René Groebli und führte ihn hin zu seiner eigenen subjektiv-poetischen Bildsprache. Groebli wollte fotografieren, was nicht greifbar ist: Bewegung, Dynamik und Geschwindigkeit - wie bei „Magie der Schiene", einem wegweisenden Fotoessay, welches 1949 entstand und in einem Zusammenspiel von Rauch, Geruch, Landschaft, Romantik und Stimmung die französische Dampfeisenbahn als Symbol der Kraft versinnbildlicht hat und Gefühle - wie bei „Das Auge der Liebe", ein fotografisches Liebesgedicht, ein Werk voll zeitloser Poesie, welches 1953 entstand.

 

Groebli_Rene-Magie_der_Schiene-1949-#559

Copyright René Groebli, Courtesy in focus Galerie, Köln

 

Die Bilder bestechen durch die Schönheit der Bewegungen, das Spiel mit der Silhouette, dem gedämpften Licht, den tiefen Schatten, dem Kontrast von Schärfe und Unschärfe, dem Verhüllen und Enthüllen. Sie leben von der Andeutung und der Assoziation. Man erblickt Stillleben, ein Interieur des Hotelzimmers, einen Blick aus dem Fenster, gar eine Szene im benachbarten Cafe - aber im Mittelpunkt steht etwas, das der Fotograf mit den Augen der Liebe betrachtet: seine Frau Rita.

 

Groebli_Rene-Maler-Paris-1949-#1436

Copyright René Groebli, Courtesy in focus Galerie, Köln

 

Auch der Fotograf Edward Steichen, damals bereits Kurator am Museum of Modern Art (MoMA) in New York, war beeindruckt von der Serie „Das Auge der Liebe", welche 1954 als kleines Buch in einer Auflage von 1000 Stück erschien. Zusammen mit Robert Frank kam Edward Steichen 1953 nach Zürich, um für sein großes Ausstellungsprojekt „The Family of Man" zu recherchieren. Steichen besuchte den damals 26- jährigen Fotografen Groebli, dessen sitzender Akt aus der vorliegenden Serie er sogleich für die renommierte fotografische Sammlung des MoMA erwarb. Außerdem wählte er ein Foto einer Tanzszene für die Ausstellung „The Family of Man" aus.

Die perfekte Beherrschung der fotografischen Technik, gepaart mit einer enorm starken künstlerischen Energie haben René Groebli zu einem wahren Meister der Fotografie gemacht. Stilbildend hat er die Fotografie von heute beeinflusst.

 

in focus Galerie - B. Arnold, Hauptstraße 114, Köln

 

 

 

 

 

21.07.2020 - 17.01.2021
Fotoausstellung München . Einen Einblick in das Werk der deutschen Künstlerin Astrid Klein gibt die Ausstellung "Dass vollkommene Liebe die Angst austreibe" in der Pinakothek der Moderne. Astrid Klein zählt zu den wichtigsten Stimmen der deutschen Nachkriegs- und Gegenwartskunst. Kleins Arbeiten wurden schon vielfach ausgezeichnet. 21.7.2020 bis 17.1.2021
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Astrid Klein. Dass vollkommene Liebe die Angst austreibe
Fotoausstellung München . Einen Einblick in das Werk der deutschen Künstlerin Astrid Klein gibt die Ausstellung "Dass vollkommene Liebe die Angst austreibe" in der Pinakothek der Moderne. Astrid Klein zählt zu den wichtigsten Stimmen der deutschen Nachkriegs- und Gegenwartskunst. Kleins Arbeiten wurden schon vielfach ausgezeichnet. 21.7.2020 bis 17.1.2021

AKL_07561_Eine_Frau_muss_geliebt_werden

 

Astrid Klein 
Eine Frau muß geliebt werden…
1978
Fotoarbeit, 181 x 140 cm
Seit 2019 Michael & Eleonore Stoffel Stiftung in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München
Foto: Sprüth Magers
© Astrid Klein

 

Zentraler Aspekt des Gesamtwerks von Astrid Klein (1951) ist die Auseinandersetzung mit dem politischen Klima im Nachkriegsdeutschland und der westlichen Welt, mit Ängsten und Sehnsüchten, die über die Medien global transportiert werden. Sie untersucht diese grenzübergreifenden, gleichwohl stereotypisierten Machtverhältnisse, wobei ihr künstlerischer Ansatz auf der wahrnehmungspsychologischen Hinterfragung tradierter Bildkultur fußt. Ihre konzeptuelle Herangehensweise steht dabei in enger Verbindung mit amerikanischen Zeitgenossen, John Baldessari, Jenny Holzer, Barbara Kruger oder Richard Prince.

Dank der substanziellen Förderung der Michael & Eleonore Stoffel Stiftung wurden 2019 fünf Werke von Astrid Klein für die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne erworben. Der nunmehr sieben Exponate umfassende Sammlungsbestand zentraler Fotoarbeiten und Collagen aus den 1970er-1980er Jahren wird erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Zudem wird eine großformatige, aus zerschossenen Spiegeln bestehende Installation der Künstlerin gezeigt, die die BesucherInnen beim Aufgang in das 1. Obergeschoss mit einem fragmentierten Abbild ihrer selbst konfrontiert.

 

AKL_Untitled_Dass_vollkommene_Liebe

 

Astrid Klein 
daß vollkommene Liebe…
1979
Fotoarbeit, 149 x 125 cm,
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München
© Astrid Klein

 

Vier der fünf neu erworbenen Werke von Astrid Klein knüpfen in besonderem Maß an die bereits im Sammlungsbestand vorhandene Fotoarbeit "daß vollkommene Liebe" von 1979 an. Darunter bildet das Werk "Eine Frau muss geliebt werden ..." von 1978 in Format und Bildsprache ein visuelles Pendant. Die zwei Werke zeigen eine Szene physischer Nähe zwischen Mann und Frau, in der sich Bedrängnis und Aneignung des weiblichen Körpers offenbaren. Ein jeweils quer über das Bild gelegter Schriftzug liest sich dabei wie der bevormundende Gedanke des im Bild agierenden männlichen Protagonisten. Astrid Klein kombiniert hier die Ausdrucksgewalt eines Bildes mit der Prägnanz einer Textstelle, und führt vor, wie leicht wir uns der Illusion hingeben, dass Text Bild erklärt und Bild Text illustriert. Die Wahrnehmung des Betrachters wird durch die Dissonanz zwischen den beiden Ausdrucksvarianten aktiviert und zum eigentlichen Thema der Werke.

Noch entlarvender ist das Verhältnis von Bild und Text in den drei Collagen von 1980, die zur Serie "Les Taches dominicales" (Sonntagsarbeiten) gehören Astrid Klein verbindet in diesen Arbeiten eine Bildästhetik, die sie dem damals populären Genre des Fotoromans entlehnt, mit Textpassagen aus poetischen und philosphischen Schriften.

 

 

AKL_15097_BB

 

Astrid Klein 
BB
1980
Collage, 117,5 x 88 cm
Seit 2019 Michael & Eleonore Stoffel Stiftung in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München
Foto: Sprüth Magers
© Astrid Klein

 

In "BB" erstreckt sich die unter diesem Kürzel bekannt geordene Brigitte Bardot der wiederholte Schrftzug "Ich weiß keine bessere Welt". Eswirkt als spreche die Protagonistin diesen Satz in Reaktion auf den Übergriff einer männlichen Hand, die ihr das Handtuch von ihrer nackten Haut zu entziehen versucht. Der Satz ist jedoch auch titelgebender Ausdruck eines Gedichts aus Ingeborg Bachmanns Spätwerk. Auf ähnliche Weise verdichtet Astrid Klein in den beiden anderen Collagen weitere Zitate, etwa von Erik Satie und Georges Bataille. Wessen Stimme spricht und wem wird sie zugeordnet? Mit diesen Leitfragen eröffnet Astrid Klein immer wieder die Suche nach neuen Sinn- und Sinnesebenen.

 

AKL_20437_Endzeitgefuhle_1982

 

Astrid Klein 
Endzeitgefühle II
1982 
Fotoarbeit, 500 x 700 cm
Seit 2019 Michael & Eleonore Stoffel Stiftung in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München
Foto: Sprüth Magers 
© Astrid Klein

 

 

Die wandfüllende Arbeit "Endzeitgefühl II" von 1982 ist ein weiteres Hauptwerk der Künstlerin, das den thematischen Fokus der Sammlungspräsentation entscheidend erweitert. Es besticht mit einem kraftvollen Motiv: dunkle Hunde-Silhouetten stürzen aus dem geschwärzten linken Bildrand quer an einer vermauerten Tür vorbei. Der spannungsreiche Moment dieses monumentalen Bildes liegt in der Ambivalenz seines Ausdrucks: Flucht oder Angriff, Sackgasse oder Schlupfloch? Ende oder Kehrtwende? Alles schwingt hier gleichzeitig mit, worin auch die Brücke zu dem bereits in der Sammlung vorhandenen Werk "Gleichzeitigkeiten" von 1984 geschlagen wird.

 

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Astrid Klein 
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1993
Spiegel, Maße variabel
Leihgabe der Künstlerin
© Astrid Klein
Courtesy of the artist and Sprüth Magers

 

Die Spiegelinstallation "untitled", 1993 bildet den Auftakt und Abschluss der konzentrierten Sammlungsschau.

 

Pinakothek der Moderne, Barer Straße 29, 80799 München

18.07.2020 - 26.09.2020
Fotoausstellung Nürnberg . Seine Fotografien erzählen Geschichten, aber auch Geschichte. Die Leica Galerie Nürnberg hat eine Auswahl aus dem umfangreichen Werk von Michael Friedel getroffen. Diese Bilder beschreiben das Leben und das Lebensgefühl der Menschen im Westdeutschland von 1955 bis 1976, sie erzählen vom Ausklingen der unmittelbaren Nachkriegszeit, vom Aufbau eines wachsenden Wohlstands, und vom Zurechtfinden in der westlichen Zivilisation. 18.7. bis 26.9.2020
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Michael Friedel - Westdeutsche Augenblicke 1955-1976
Fotoausstellung Nürnberg . Seine Fotografien erzählen Geschichten, aber auch Geschichte. Die Leica Galerie Nürnberg hat eine Auswahl aus dem umfangreichen Werk von Michael Friedel getroffen. Diese Bilder beschreiben das Leben und das Lebensgefühl der Menschen im Westdeutschland von 1955 bis 1976, sie erzählen vom Ausklingen der unmittelbaren Nachkriegszeit, vom Aufbau eines wachsenden Wohlstands, und vom Zurechtfinden in der westlichen Zivilisation. 18.7. bis 26.9.2020

 

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Im Jahre 1967 wurde  Michael Friedel (*1935) mit dem Titel „Masters of the Leica“ geehrt. Seine großen Reportagen für Quick, Stern oder GEO haben Geschichte geschrieben, oft wurden seine Bilder zu Titelseiten jener großen Magazine.

 

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In jüngerer Zeit kaum gezeigt oder publiziert wurden seine frühen Fotografien in Schwarz-Weiß, seine gut gesehenen Straßenbilder oder überraschenden Porträts prominenter Zeitgenossen wie Sophia Loren, Elvis Presley oder Rainer Werner Fassbinder.

 

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Friedel-001

 

 

Es war eine Zeit, die in unserer Erinnerung verblasst, die aber in vielerlei Hinsicht die Basis ist für unsere heutige Gesellschaft, für unsere oft als selbstverständlich empfundene Freiheit, für unseren Wohlstand und unsere Wirtschaftskraft. Diese Zeit dem Vergessen zu entreißen, und das Bewusstsein für die Bedeutung dieser Phase unserer Geschichte zu stärken, das soll mit den fast 40 Fotografien versucht werden, die die Leica Galerie Nürnberg ausstellt. Und es sollen Bilder gezeigt werden, die das Werk eines großartigen Fotografen sind.

 

Leica Galerie Nürnberg - Obere Wörthstraße 8 - Nürnberg

11.07.2020 - 27.09.2020
Fotoausstellung Braunschweig . Die Ausstellung im Museum für Photographie stellt die fotografische Arbeit von drei internationalen Künstlerinnen unterschiedlicher Generationen vor: Daniela Domani (*1965 in Bologna, lebt in Berlin), Kata Geibl (*1989 in Budapest, lebt dort und in Den Haag) und Sauna Kannisto (*1974 FI, lebt in Helsinki). 11.7.2020 bis 27.9.2020
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Illusionen der Beobachtung
Fotoausstellung Braunschweig . Die Ausstellung im Museum für Photographie stellt die fotografische Arbeit von drei internationalen Künstlerinnen unterschiedlicher Generationen vor: Daniela Domani (*1965 in Bologna, lebt in Berlin), Kata Geibl (*1989 in Budapest, lebt dort und in Den Haag) und Sauna Kannisto (*1974 FI, lebt in Helsinki). 11.7.2020 bis 27.9.2020

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© Daniela Comani, aus der Serie:
Eine glückliche Ehe, fortlaufende Serie seit 2003

 

Die Ausstellung stellt die bildnerischen Konzepte von Daniela Comani, Kata Geibl und Sauna Kannisto vor, die an soziologische, empirische, wissenschaftliche oder naturwissenschaftliche Zusammenhänge erinnern, diese aber in künstlerisch-individuelle und illusionistische Bildwelten überführen. Die farbfotografischen und schwarzweißfotografischen Arbeiten der Künstlerinnen basieren dabei auf unterschiedlichen Inszenierungsformen und interpretieren wie bei der Werkgruppe „Planet Earth:21st Century“ von Daniela Comani auch vorgefundene digitale Bilder.  

Die italienische Künstlerin Daniela Comani bezieht sich in vielen ihrer konzeptuell mehrteilig angelegten Werkgruppen in humorvoll ebenso wie subtil kritischer Weise auf Aspekte geschlechtsspezifischer Zuordnungen in sozio-kulturell unterschiedlich geprägten Bereichen unserer Gesellschaft. Beispielhaft hierfür ist u.a. das fortlaufende Projekt „Eine glückliche Ehe“ (seit 2003), in dem die Künstlerin in unterschiedlichen Szenen des Alltags gleichzeitig als Mann und Frau erscheint. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl aus der Werkgruppe und stellt darüber hinaus die schon erwähnte jüngste Werkgruppe von Daniela Comani „Planet Earth: 21st Century“ 2015-19, eine Inszenierung mit Postkarten von Stadtansichten, vor. Ausgangspunkt der Werkgruppe ist die Auseinandersetzung mit den virtuellen Repräsentationsmodellen von Städten wie sie in den kartografischen 3D-Softwares bei Google und Apple im Internet eingesetzt werden, um scheinbar repräsentativ Großstädte vorzustellen. Daniela Comani manipuliert die eigentlich selektiven Bilder der digitalen Großfirmen in eigenen Ansichten.

 

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© Kata Geibl, aus der Serie „There is Nothing New Under the Sun“, 2018-19

 


Erstmals in einer Ausstellung in Deutschland zu sehen ist die Arbeit der ungarischen Künstlerin Kata Geibl. In ihrer mehrteiligen Werkgruppe „Sisyphus“ (2018) setzt sich die aktuell in Den Haag und Budapest lebende Künstlerin in poetisch-illusionistischen Bildern mit scheinbaren Versuchsmodellen der Wissenschaft auseinander. Ihr Titel wirkt metaphorisch und spielt auf die Diskrepanz zwischen Vertrauen in die rationale Wissenschaft und die stets sich neu ergebenden neuen Rätsel existentieller Zusammenhängen an.

 

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© Kata Geibl: aus der Werkgruppe „Sisyphus“, 2018,
Archival pigment prints

 

 

Wie für Sisyphus, der in der Mythologie als Strafe immer wieder einen Stein den Berg hinaufrollen muss, gibt auch die Existenz in ihren unterschiedlichen Formen der Forschung und dem Menschen immer wieder neue Rätsel auf. Die Entstehung bedrohlicher Viren wie COVID-19 sind hierfür ein aktuelles Beispiel.  An „Sisyphus“ anknüpfend, spielt auch die aktuelle Serie „There is Nothing New Under the Sun“ (2019) von Kata Geibl mit ihren bisweilen mythisch wirkenden Bildwelten auf wiederkehrende existientielle Fragestellungen an und schafft Bilder mit psychologischer Intensität. Bezugspunkt des Titels ist hierbei ein Bibelzitat.

 

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Sanna Kannisto, Corduelis spinus, 2015, Ink-Jet Print, 65 x 92 cm

 

Wie Bühnen zum Studium der Natur wirken die Szenarien, mit denen die finnische Fotokünstlerin Sanna Kannisto in ihren unterschiedlichen Werkserien der vergangenen Jahre Bildwelten schafft, in denen Insekten, Pflanzen, Vögeln u.a.m. ästhetisch in eine eigene Zeitlosigkeit überführt erscheinen. Seit etwa zwei Jahrzehnten liegt der Fokus der fotografischen Arbeit von Sanna Kannisto auf der Beobachtung von Natur und ihren besonderen Erscheinungsformen, wie sie sich in den Landschaften des Regenwaldes, der Flora und Fauna samt ihren unterschiedlichen Spezies von Reptilien, Insekten, Fröschen, Fledermäusen oder  auch in der besonderen Schönheit von Vögeln darstellt.
Während im Bereich naturwissenschaftlicher Forschung im Vordergrund steht, Pflanzen, Tiere und Phänomene der Natur über Zeiträume in ihrem jeweiligen Lebensraum und in ihrer Artenvielfalt zu beobachten, sie zu klassifizieren und Erkenntnisse mit objektivierenden Aussageansprüchen zu erlangen, geht es in den Arbeiten von Sanna Kannisto eher darum, die Besonderheit der Natur und die vom Menschen entwickelten Methoden ihrer Beobachtung, Erforschung und Wahrnehmung zu thematisieren, um diese in individuelle ästhetische Modelle zu überführen.
Die Ausstellung zeigt Arbeiten aus unterschiedlichen Werkphasen der Künstlerin, die aktuell auch eine große Überblickausstellung im Finnish Museum for Photography mit dem Titel „Sanna Kannisto: Sense of Wonder“ hat.

 

 

 

07.07.2020 - 17.10.2020
Fotoausstellung Stuttgart . Unter dem Titel „Voll. Fett. Lecker.“ zeigt die Leica Galerie Stuttgart die phantasievollen Aufnahmen des Stuttgarter Fotokünstlers Claus Friedrich Rudolph. Die Bilder von Claus Friedrich Rudolph, der „Fellini von Stuttgart“ oder „Zirkuskind“ genannt wurde, suchen sicher in der europäischen Kunstfotografie ihresgleichen. Vom 7.7. bis 17.10.2020
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Claus Friedrich Rudolph - Voll. Fett. Lecker.
Fotoausstellung Stuttgart . Unter dem Titel „Voll. Fett. Lecker.“ zeigt die Leica Galerie Stuttgart die phantasievollen Aufnahmen des Stuttgarter Fotokünstlers Claus Friedrich Rudolph. Die Bilder von Claus Friedrich Rudolph, der „Fellini von Stuttgart“ oder „Zirkuskind“ genannt wurde, suchen sicher in der europäischen Kunstfotografie ihresgleichen. Vom 7.7. bis 17.10.2020

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Portrait Claus Friedrich Rudolph

 

Claus Friedrich Rudolph wurde am 26.01.1954 in Stuttgart geboren. Von 1972 bis 1974 durchlief er seine Ausbildung bei Karin Weishaupt Matthes. Bis zum Beginn seiner selbstständigen Fotografentätigkeit mit eigenem Studio im Jahre 1982 war er als Assistent in Stuttgart, Düsseldorf und New York beschäftigt. Unter Ivan Nagel war er als Theaterfotograf (1985 bis 1987) tätig.

 

Leica Blüten_2019 © Claus Friedrich Rudolph

Blüten, 2019 © Claus Friedrich Rudolph

 

Leica Heilpflanzen_2020 © Claus Friedrich Rudolph

Heilpflanzen 2020 © Claus Friedrich Rudolph

 

Dabei wäre Claus Friedrich Rudolph fast in einem anderen Beruf gelandet. Auf seinem Weg zur Schule musste er täglich an einer Straßenbahnhaltestelle umsteigen, die unmittelbar an einem Kino lag. Die Darstellungen der damaligen Kinoplakate, auf welchen der Film in vielen Facetten verdichtet abgebildet wurde, übte eine große Faszination auf ihn aus und ließ ihn zunächst die Ausbildung zum Plakatmaler einschlagen. Eine Tätigkeit als Serigraph (Künstlerischer Siebdruck) schloss sich an. Sowohl die Detailvielfalt der Kinoplakate wie auch der Kunstdrucke und die gewissenhafte, penible Ausarbeitung finden sich in seinen Fotografien wieder.

 

 

Leica Ihr seid alle gleich_2019 © Claus Friedrich Rudolph

Ihr seid alle gleich, 2019 © Claus Friedrich Rudolph

 

Leica Wo geht die Liebe hin wenn Du weg bist_2011 © Claus Friedrich Rudolph

Wo geht die Liebe hin wenn Du weg bist, 2011 © Claus Friedrich Rudolph

 

 

Die Ausstellung in der Leica Galerie Stuttgart zeigt Rudolphs Schaffen in einem breiten Spektrum. So wird auch eines seiner bekanntesten Werke „Wo geht die Liebe hin, wenn Du weg bist“ in einer Größe von 180 x 270 cm gezeigt. Eigens dazu verfrachtete Claus Friedrich Rudolph ein Museums-Rhinozeros an einem nebeligen Morgen auf den Bodensee, um es abzulichten.

Ebenso Bestandteil der Stuttgarter Fotoschau ist eine erst unlängst entstandene Fotoserie, ein künstlerisches Inszenierungsprojekt, das auf den der niederländischen und flämischen Malerei ab Mitte des 16. bis frühen 18. Jahrhunderts basiert. Bildtitel wie Blüten, Obst, Fisch, Mehl, Käse oder Kaffee geben einen Vorgeschmack auf opulente, sorgfältig arrangierte Fotokunstwerke, die Claus Friedrich Rudolph gemäß dem Ausstellungstitel „Voll. Fett. Lecker.“ kunstvoll arrangiert hat. Auf den Fotos ist ein gewisser Überfluss dargestellt, in einer präsentativ-ansprechenden Anordnung:

Röter kann die Tomate nicht sein, glänzender und knackiger kein Apfel, frischer kein Fisch. Wenn man aber genau hinschaut, entdeckt man, dass bewusst Accessoires der heutigen Zeit eingebaut wurden: Badelatschen wurden mit alten Gefäßen kombiniert, Gummistiefel oder russische Stoffschuhe mit alten Gewändern. Trotz all der überfließenden Pracht, trotz des Reichtums der Bilder schwingt ein nachdenklicher Ton mit: Wir leben in der Verschwendung, im Überfluss, in Wollust, im Luxus und wissen es so oft nicht mehr zu schätzen. Wir werfen es weg, dabei ist es doch ein Wunder!

 

 

 

Seit Februar 2019 ist Claus Friedrich Rudolph mit der russischen Künstlerin Tanya Krylowa verheiratet – standesgemäß fand die Hochzeit in einem Zirkuszelt statt. Ihre Plastiken aus Bronzeguss und Cartapesta sind Teil dieser Ausstellung und als Figuren aus den Fotowerken entnommen.

04.07.2020 - 18.09.2020
Fotoausstellung Greifswald . Die Gruppenausstellung in der Galerie STP widmet sich dem Thema "Wald und Bäume", in allen Facetten. Von sachlich-reduzierten Darstellungen, über geheimnisvolle und atmosphärische Momentaufnahmen hin zu Dokumentationen, die die Schönheit und Kraft der Natur feiern, um nur einige zu nennen- gezeigt werden vielfältigste Interpretationen des Ausstellungstitels. 4.7. bis 18.9.2020
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Wald und Bäume
Fotoausstellung Greifswald . Die Gruppenausstellung in der Galerie STP widmet sich dem Thema "Wald und Bäume", in allen Facetten. Von sachlich-reduzierten Darstellungen, über geheimnisvolle und atmosphärische Momentaufnahmen hin zu Dokumentationen, die die Schönheit und Kraft der Natur feiern, um nur einige zu nennen- gezeigt werden vielfältigste Interpretationen des Ausstellungstitels. 4.7. bis 18.9.2020

Volkmar Herre, Buchen im Herbst, 1964

Foto Volkmar Herre

 

Ursprünglich geplant als Teil des leider nicht stattfindenden Fotofestivals "horizonte zingst", hat die Thematik die Künstler der Galerie zu Kunstwerken zum Staunen, Geniessen und Verzaubern inspiriert.

 

Volkmar Herre,Buchen.Winter, 1964

Foto Volkmar Herre

 

 

Alain Cornu, Beat Presser, Volkmar Herre, Edvardas Racevicius, Alfons Alt, Ramona Czygan, Silverfineart, Lars Heidemann, Tomasz Myjak, Ulvis Alberts, Francois Delebecque, Peter Mathis.

 

Alain Cornu, Arbre No. 10, 2015, 50x40cm

Foto Alain Cornu

 

Galerie STP, Mühlenstraße 20, Greiswald

02.07.2020 - 22.08.2020
Fotoausstellung Zürich . Die Sehnsucht nach der Ferne war bei vielen Menschen wohl nie so stark wie in diesen Zeiten. Die Bildhalle in Zürich hat mit ihrer neuen Ausstellung einen Ersatz für die mangelnden Abenteuer in aller Welt. In der Ausstellung kann man mit René Burg und Werner Bischof nach Neapel reisen. Mit Thomas Hoepker nach Rio. Mit Paul Cupido nach Japan. Mit Philipp Keel nach Kalifornien. Mit Willy Spiller nach New York. Mit Albarrán Cabrera und Max Kellenberger ans Mittelmeer. Mit Simone Kappeler nach Los Angeles. Mit Jeffrey Conley nach Island. Mit Douglas Mandry in die Türkei. Mit Sandro Diener und René Groebli nach Griechenland. Mit Robert Bösch nach Marokko.
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Fernweh
Fotoausstellung Zürich . Die Sehnsucht nach der Ferne war bei vielen Menschen wohl nie so stark wie in diesen Zeiten. Die Bildhalle in Zürich hat mit ihrer neuen Ausstellung einen Ersatz für die mangelnden Abenteuer in aller Welt. In der Ausstellung kann man mit René Burg und Werner Bischof nach Neapel reisen. Mit Thomas Hoepker nach Rio. Mit Paul Cupido nach Japan. Mit Philipp Keel nach Kalifornien. Mit Willy Spiller nach New York. Mit Albarrán Cabrera und Max Kellenberger ans Mittelmeer. Mit Simone Kappeler nach Los Angeles. Mit Jeffrey Conley nach Island. Mit Douglas Mandry in die Türkei. Mit Sandro Diener und René Groebli nach Griechenland. Mit Robert Bösch nach Marokko.

BH © RB Photos, ©Magnum Photos, René Burri, Rio de Janeiro, Brazil, 1967

© RB Photos, ©Magnum Photos, René Burri, Rio de Janeiro, Brazil, 1967

 

Reisen kann man bekanntlich auch im Kopf. Bilder können dabei wie ein Katalysator wirken: Sie beflügeln unsere Fantasie, wecken Erinnerungen und vielleicht auch Sehnsucht auf Etwas, das sich ausserhalb des Vertrauten befindet. 
 
 
BH © Simone Kappeler, Los Angeles, 18.7.1981
 
© Simone Kappeler, Los Angeles, 18.7.1981
 
 
BH © Philipp Keel, Julie 2014
© Philipp Keel, Julie 2014
 
 
 
 
BH © Sandro Diener, Bougainvillea, Griechenland, 2019
© Sandro Diener, Bougainvillea, Griechenland, 2019
 
 
 
Es liegt ein Sommer vor uns, den viele Menschen aus bekannten Gründen in der Stadt oder in der Schweiz verbringen werden. Daher hat die Bildhalle beschlossen, den ganzen Sommer über geöffnet zu bleiben und die Besucher visuell auf Reisen zu schicken. Es erwarten Sie Horizonte, salzige Gischt, fliegende Schiffe, ein Olivenwald im Wind, ein Mond im Flugzeugfenster, überfüllte und einsame Strände, die Skyline von New York. Robert Rauschenberg sagte einmal, seine grösste Furcht sei es, dass «ihm die Welt ausgehen könnte». Die Bildhalle sorgt mit ausgewählten Werken ihrer vertretenen Künstler für Gucklöcher in diese grosse weite Welt.
 
 
 
BH © Werner Bischof Estate, ©Magnum Photos, Werner Bischof, Verona umbrellas, Italy,1950
 
© Werner Bischof Estate, ©Magnum Photos, Werner Bischof,
Verona umbrellas, Italy,1950
 
 
 
BH ©Robert-Bösch-Mittelmeer-Ligurien-2020-Courtesy-Bildhalle-RGB
 
© Robert-Bösch Mittelmeer-Ligurien 2020 Courtesy Bildhalle
 
 
BH © Max Kellenberger, Im Licht - Cloud, Corner Ocean
© Max Kellenberger, Im Licht - Cloud, Corner Ocean
 
 

Bildhalle Stauffacherquai 56, Zürich
20.06.2020 - 29.08.2020
Fotoausstellung Berlin . Die Ausstellung "Martin Schoeller" in der Galerie Camera Work zeigt mit mehr als 30 Fotografien eine exklusive Zusammenstellung von Arbeiten aus den Serien »Close Up« und »Portraits«. Die Ausstellung findet parallel zur Retrospektive von Martin Schoeller im Museum NRWForum in Düsseldorf statt. Vom 20. Juni bis 29. August 2020
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Martin Schoeller
Fotoausstellung Berlin . Die Ausstellung "Martin Schoeller" in der Galerie Camera Work zeigt mit mehr als 30 Fotografien eine exklusive Zusammenstellung von Arbeiten aus den Serien »Close Up« und »Portraits«. Die Ausstellung findet parallel zur Retrospektive von Martin Schoeller im Museum NRWForum in Düsseldorf statt. Vom 20. Juni bis 29. August 2020

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© MARTIN SCHOELLER, JAY-Z WITH CAT, NEW YORK, 2007

Unter den ausgestellten Werken befinden sich zahlreiche neue und nie zuvor ausgestellte Porträts aus der berühmten Serie »Close Up«, darunter von Metallica, Herbert Grönemeyer, Michael Douglas, Campino, Toni Garrn, Marius Müller-Westernhagen und Natalie Portman. Im Februar 2020 ist das Fotobuch »Works« erschienen (Steidl).

 

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© MARTIN SCHOELLER, ANNE HATHAWAY, 2014

 

Die Serie »Close Up« bildet den Hauptteil der Ausstellung. Eine Auswahl international bekannter Persönlichkeiten wie Angelina Jolie, Anne Hathaway, Christopher Walken, Robert De Niro und Jack Nicholson wird gezeigt und in der für Martin Schoeller charakteristischen Bildsprache der Serie dargestellt. In der Galerie Camera Work werden zahlreiche neue Werke weltweit erstmals gezeigt. Martin Schoeller wird in Deutschland exklusiv von der Galerie Camera Work vertreten.

 

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© MARTIN SCHOELLER, MICHAEL DOUGLAS

 

Martin Schoeller gelingt es mit seinem künstlerischen »Close Up«-Konzept, seine Models – ungeachtet verschiedener sozialer und kultureller Hintergründe – gleichrangig darzustellen. Somit lädt er auf »demokratische Art« zu einem Vergleich von Porträts ein, für die berühmte Persönlichkeiten wie Christian Bale, Wolfgang Niedecken und George Clooney mit derselben Technik und demselben Licht fotografiert werden. Mit der Serie »Close Up« begann Martin Schoeller vor mehr als 22 Jahren – im Jahr 2005 fand die erste Ausstellung der Serie in der Galerie Camera Work statt.

 

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© MARTIN SCHOELLER, LARS EIDINGER

 

Die Ästhetik der Arbeiten aus der Serie hat einen hohen Wiedererkennungswert. Die Gesichtsausdrücke sind durchweg neutral, ernst und doch entspannt, im Bestreben die Unterschiede der Porträtierten in einem Moment herauszuzeichnen, »der sich intim und nicht gestellt anfühlt«. Die porträtierten Personen akzeptieren die Regeln des Fotokünstlers, die seinen einzigartigen Stil geprägt haben und zu seinem weltweit bekannten Markenzeichen wurden. Das Ergebnis dieser Ausdrucksform ist eine verletzliche und maskenlose Darstellung, die den Betrachter anregt, sich mit den Gesichtern und Persönlichkeiten auseinanderzusetzen und Darstellungsmodi der Selbstinszenierung zu hinterfragen.

 

Martin Schoeller

Martin Schoeller, geboren 1968 in München, zählt zu den renommiertesten Porträtfotografen der Welt. Nachdem er Fotografie am renommierten Lette Verein in Berlin und in Hamburg studierte, zog er Mitte der 1990er Jahre nach New York, wo er nach einer Assistenz bei Annie Leibovitz seine Karriere begann. Martin Schoeller arbeitet regelmäßig für Zeitschriften wie »National Geographic«, »The New Yorker« und das »Time Magazine«. Sein erstes Buch »Close Up« (teNeues) wurde 2005 veröffentlicht, gefolgt von mehreren Monografien, jede repräsentativ für eine andere Facette von Martin Schoellers Werk. Seine Fotografien, die in exklusiven Editionen erhältlich sind, sind auf dem Kunstmarkt äußerst gefragt und werden weltweit in Museen und anderen Kunsteinrichtungen ausgestellt.

 

 

CAMERA WORK · Kantstraße 149 · 10623 Berlin

 

 

 

 

17.06.2020 - 20.09.2020
Fotoausstellung Hannover .Nach vierjähriger Forschungsarbeit des Kunsthistorikers Bertram Kaschen kann das Sprengel Museum eine umfassende Ausstellung des im Jahre 2000 verstorbenen Fotografen Christian Borchert zeigen, der einen Einblick in sein Werk gibt. Bis 20.9.2020
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Christian Borchert. Tektonik der Erinnerung
Fotoausstellung Hannover .Nach vierjähriger Forschungsarbeit des Kunsthistorikers Bertram Kaschen kann das Sprengel Museum eine umfassende Ausstellung des im Jahre 2000 verstorbenen Fotografen Christian Borchert zeigen, der einen Einblick in sein Werk gibt. Bis 20.9.2020

Sprengel 04_Borchert_Schlossruine

Christoph Borchert
Schlossruine am Theaterplatz, 1980
Staatliche Kunstsammlung Dresden
Kupferstich-Kabinett
Coyright SLUB Dresden / Deutsche Fotothek

 

 

Mit fotografischen Beobachtungen unspektakulärer Alltagsmomente verwies Christian Borchert ( 1942-2000) in der
ideologiegesättigten Atmosphäre der 1 980er-Jahre in besonderer Weise auf Möglichkeiten künstlerischer Integrität.
In seinem von einem hohen zeitgeschichtlichen Bewusstsein getragenen Werk liegen archivarisch-dokumentarische
und künstlerisch-poetische Strategien nahe beieinander.

 

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Christoph Borchert
Reinigung des Fürstenzuges, 1978
Staatliche Kunstsammlung Dresden
Kupferstich-Kabinett
Coyright SLUB Dresden / Deutsche Fotothek

 


Seit Mitte der 1950er-Jahre fand der Fotograf seine Motive vor allem in seiner Geburtsstadt Dresden und in Berlin.
Hierher war er 1968 nach einem Ingenieur-Studium, einer Tätigkeit als technischer Leiter an der Deutschen
Hochschule für Filmkunst, Potsdam Babelsberg, und einer Ausbildung als Fotograf in Potsdam gezogen und hatte,
neben einem Fernstudium Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, sechs Jahre als Bildreporter für die wöchentlich erscheinende Neue Berliner Illustrierte gearbeitet.

 

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Christoph Borchert
Semperoper Dresden, Blick durchs Bühnenportal in
den Zuschauerraum, Oktober 1977

Staatliche Kunstsammlung Dresden
Kupferstich-Kabinett
Coyright SLUB Dresden / Deutsche Fotothek

 

Mit einem umfangreichen Projekt zu Künstlerporträts markierte Christian Borchert dann im Jahr 1976 einen
radikalen Bruch in seinem bisherigen Selbstverständnis als Fotograf. Ein von bildjournalistischen Vorgaben
unabhängiges Arbeiten ermöglichte ihm der Auftrag zu einer Langzeitdokumentation des Wiederaufbaus der
Semperoper Dresden. Freundschaften mit Lyrikern und Schriftstellern wie Elke Erb (*1 938) oder Richard
Pietraß (*1946) schärften die eigene Auseinandersetzung mit poetischer Bildlichkeit.

 

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Christian Borcher 
Familie S. (BMSR-Meister, Rechnungslegerin),
Dresden, 1985
Staatliche Kunstsammlung Dresden
Kupferstich-Kabinett
Coyright SLUB Dresden / Deutsche Fotothek

 

 

Neben den Alltagsbeobachtungen ist es vor allem das umfangreiche, systematisch angelegte Langzeitprojekt der „FamiIienporträts" und sind es Publikationen zur jüngeren Geschichte seiner Geburtsstadt Dresden sowie zum Literaturwissenschaftler Victor Klemperer ( 1 881 -1 9 60), die wesentlich Strahlkraft gewannen.
In den 1990er-Jahren schließlich entstand „Tektonik der Erinnerung", ein fotografisches Porträt seiner Geburtsstadt
als Brennglas jüngerer deutscher Geschichte
Christian Borchert hinterließ bei seinem Unfall-Tod im Jahr 2000 etwa 230.000 Schwarz-Weiß-Negative, zu meist mit
den dazugehörigen Kontaktbögen, etwa 5.500 Farbdiapositive, rund 20.000 Arbeitsabzüge in kleineren Formaten
und 4.000 Abzüge in AusstelIungsformaten, diverse Karteisysteme sowie zahlreiche weitere Bilderschachteln, Mappen und Alben - all dies wohlgeordnet und weitestgehend beschriftet. Dennoch war sein Werk in den vergangenen zwei Jahrzehnten nahezu unsichtbar. über die Datenbank der Deutschen Fotothek öffentlich zugänglich waren lediglich 12.000 Arbeitsabzüge, zu meist aus früh verworfenen Arbeitsphasen.

 

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Christian Borchert
Elke Erb, 1976
Staatliche Kunstsammlung Dresden
Kupferstich-Kabinett
Coyright SLUB Dresden / Deutsche Fotothek

 


„Christian Borchert. Tektonik der Erinnerung" ermöglicht nun nach vierjähriger Forschungsarbeit des Kunsthistorikers
Bertram Kaschek für das Kupferstich-Kabinett Dresden mit der nun auch in Hannover gezeigten Ausstellung und der
umfangreichen Publikation erstmals einen weitreichenden Zugang zu dieser an Brüchen reichen Fotografenbiografie

(Hrsg. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett, Bertram Kaschek, Spector Books, 434 Seiten, Dt.
/ Eng 1 )
Kuratorin: Inka Schube

10.06.2020 - 03.01.2021
Fotoausstellung Frutigen . Die Fotoausstellung «We are the forest» entführt in den Regenwald von Borneo. Gezeigt werden Bilder international bekannter und teilweise preisgekrönter Wildtier- und Naturfotografen. Präsentiert werden die Bilder, die eine Liebeserklärung von BOS Schweiz an den Bornesischen Regenwald sind, im Tropenhaus Freudigen im Schweizer Kanton Bern. Bis 3. Januar 2021
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We are the forest
Fotoausstellung Frutigen . Die Fotoausstellung «We are the forest» entführt in den Regenwald von Borneo. Gezeigt werden Bilder international bekannter und teilweise preisgekrönter Wildtier- und Naturfotografen. Präsentiert werden die Bilder, die eine Liebeserklärung von BOS Schweiz an den Bornesischen Regenwald sind, im Tropenhaus Freudigen im Schweizer Kanton Bern. Bis 3. Januar 2021

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copyright Andrew Suryono

 

 

Knapp 30 ausgewählte Exponate der Ausstellung "We are the forest" werden im Tropenhaus Frutigen ausgestellt. Eingebettet in den Tropengarten können die berührenden Bilder aus einem besonderen Blickwinkel betrachtet werden. Es entsteht ein aussergewöhnliches Szenario, in dem sich Fotografie und Umgebung zu einem neuen Ganzen zusammenfügen.

 

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copyright Marco Gaiotti

 

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copyright Mark Edward Harris / BOSF / BOS / Schweiz

 

 

Die Ausstellung wird zudem von einem spannenden Rahmenprogramm für Kinder und Erwachsene begleitet. Im Shop des Tropenhauses finden unsere Plüsch-Orang-Utans, Turnbeutel und Schals für die Laufzeit der Ausstellung ein temporäres zu Hause.

 

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copyright Bjoern Vaughn / BOSF / BOS Schweiz

 

 

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copyright Tim Flach

 

Bilder folgender zehn Fotografen (unter anderem Preisträger und Nominierte des Sony World Photography Awards und der Wildlife, Nature und Environmental Photographer of the Year Awards) werden im Tropenhaus zu sehen sein: Tim Flach, Mark Edward Harris, Andrews Suryono, Jayaprakash Bojan, Marco Gaiotti, Maxime Aliaga, Björn Vaughn, Thomas Marent, Aaron Gekoski und Dikky Oesin.

 

Nähere Informationen:

https://www.bos-schweiz.ch/de/regenwald/fotoausstellung.htm

 

Die Exponate selbst, sowie Nachdrucke stehen in den meisten Fällen zum Verkauf. Alle Fotografen spenden einen Teil des Erlöses (in der Regel 50 Prozent) an BOS Schweiz. Dieses Geld kommt der Projektarbeit auf Borneo zugute. Bei Kaufinteresse bitte an info@bos-schweiz.ch wenden. 

Seit der Gründung im Jahr 2004 engagiert sich BOS Schweiz für den Schutz der letzten Borneo-Orang-Utans und den Erhalt ihres Lebensraumes. Mit Orang-Utan-Freunden in der Schweiz und  BOS-Partnerorganisationen sind ist die grosse BOS-Familie zusammen gewachsen.

 

 

04.06.2020 - 29.01.2021
Fotoausstellung München . Die Ausstellung in der Alexander Tutsek-Stiftung versammelt eine Auswahl von 70 Fotoarbeiten aus den letzten 20 Jahren. Alle ausgestellten Werke stammen aus der von Dr. Eva-Maria Fahrner-Tutsek aufgebauten Sammlung der Stiftung. Die Ausstellung dokumentiert die Suche einer jungen Generation von Fotografen und Künstler nach einem eigenen Selbstverständnis und einer neuen Bildsprache. Bis 29.1.2021
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About us. Junge Fotografie aus China
Fotoausstellung München . Die Ausstellung in der Alexander Tutsek-Stiftung versammelt eine Auswahl von 70 Fotoarbeiten aus den letzten 20 Jahren. Alle ausgestellten Werke stammen aus der von Dr. Eva-Maria Fahrner-Tutsek aufgebauten Sammlung der Stiftung. Die Ausstellung dokumentiert die Suche einer jungen Generation von Fotografen und Künstler nach einem eigenen Selbstverständnis und einer neuen Bildsprache. Bis 29.1.2021

AT Ren Hang, Untitled 22, 2012, Sammlung Alexander Tutsek-Stiftung © Image courtesy Estate of Ren Hang and Blindspot Gallery Kopie

Ren Hang, Untitled 22, 2012
© Courtesy of the Estate of Ren Hang & Blindspot Gallery

 

 

Wie sehen Bilder aus, die zwischen Traum, Rausch und der Wirklichkeit einer sich radikal wandelnden Gesellschaft entstehen? Hin- und hergerissen zwischen den in der Kindheit und Jugend gesammelten Erfahrungen, ihrer Herkunft aus einem oft ländlich geprägten Umfeld und den neuen Herausforderungen, die ein Leben in Megastädten wie Peking, Shanghai oder Chengdu mit sich bringen, erzählen die Arbeiten von den höchst individuellen Lebenswelten der Künstler*innen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Themen kreisen unter anderem um Selbstwahrnehmung, subjektive Erfahrungen und alltägliche Lebensformen. Fast alle Gattungen von Porträt-, Landschafts- und Dokumentarfotografie bis hin zur experimentellen Fotografie und künstlerischen Fotoinstallationen sind vertreten und geben einen Eindruck von der Bandbreite, der in der Ausstellung vertretenen Positionen.

 

AT Liang Xiu Kopie

Liang Xiu, Fringe of Society: Male Roles, Female Roles, 2016
© Image Courtesy of the artist and Three Shadows +3 Galler

 

AT Chen Ronghui, Freezing Land 30, 2016-2018, Sammlung Alexander Tutsek-Stiftung © Image courtesy of the artist and Three Shadows +3 Gallery

Chen Ronghui, Freezing Land 30, 2016-2018, Sammlung Alexander Tutsek-Stiftung
© Image courtesy of the artist and Three Shadows +3 Gallery

 

About Us. Junge Fotografie aus China« vereint mit Preisen vielfach ausgezeichnete, international gezeigte Künstler wie u.a. Yang Fudong (documenta 11, Venedig Biennale 2007), Ren Hang (1987 – 2017, Maison Européenne de la Photographie, C|O Berlin) oder Jiang Pengyi (DSL Collection, Paris; UniCredit Art Collection) neben im Westen noch unbekannteren „Newcomern“, wie u.a. Liang Xiu (eine der wenigen weiblichen Künstlerinnen in China, die mit dem Medium der Fotografie arbeiten) oder Wang Ningde, dessen Schwarz-Weiss Fotografien eine Welt jenseits des modernen China widerspiegeln.
 
Dienstag - Freitag 14.00 - 18.00 Uhr
 
Alexander Tutsek Stiftung, Karl-Theodor-Straße 27, München
30.05.2020 - 13.09.2020
Fotoausstellung Monschau . Das KuK, Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen in Monschau präsentiert Robert Lebeck, einen der bedeutenden deutschen Fotojournalisten der Nachkriegszeit. Die Ausstellung umfasst ca. 130 Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die zwischen den späteren 1950er und den 90er Jahren entstanden sind. Neben Porträts werden auch Reisereportagen, zum Beispiel aus dem „verborgenen Land“ Russland, aus Spanien, Italien und Japan, zu sehen sein. Bis 13.9.2020
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Robert Lebeck: Porträts von Menschen und Ländern
Fotoausstellung Monschau . Das KuK, Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen in Monschau präsentiert Robert Lebeck, einen der bedeutenden deutschen Fotojournalisten der Nachkriegszeit. Die Ausstellung umfasst ca. 130 Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die zwischen den späteren 1950er und den 90er Jahren entstanden sind. Neben Porträts werden auch Reisereportagen, zum Beispiel aus dem „verborgenen Land“ Russland, aus Spanien, Italien und Japan, zu sehen sein. Bis 13.9.2020

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Romy Quiberon Foto Robert Lebeck

 

Robert Lebeck, 1929 in Berlin geboren, entschloss sich nach dem Studium der Völkerkunde,, Fotograf zu werden. Das Fotografieren brachte ihm niemand bei, allein „Life“ war sein Lehrer: In dem US-Magazin sah er, was ein „gutes“ Bild ist. Zunächst arbeitete er als Fotoreporter für Heidelberger Zeitungen. 1955 wurde Robert Lebeck Leiter des Redaktionsbüros der „Revue“ in Frankfurt/Main. International bekannt wurde er durch seine Reportage „Afrika im Jahre Null“ mit dem symbolisch signifikanten Bild des jungen Kongolesen, der 1960 bei den Unabhängigkeitsfeiern des Kongos den Degen des Belgischen Königs Baudouin ergreift. Lebecks ungewöhnliche Fotoreportagen machten 1962 das Hamburger Magazin „Stern“ auf ihn aufmerksam, das ihn für sein festes Reporterteam engagierte.

 

Minirock in St. Pauli

Minirock in St. Pauli Foto Robert Lebeck

 

 

So entstanden an der Alster seine ersten Reportagen, die bis heute legendär sind: Deutschland zwischen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder, Deutschland zwischen Adenauer und Brandt, Deutschland zwischen Großstadt und Provinz. Auch seine Fotografien von Romy Schneider, Josef Beuys, Herbert von Karajan und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sind bis heute unvergessen. Dem zugewandten und charismatischen Fotografen fiel es leicht, mit Menschen in Kontakt zu kommen, egal aus welcher gesellschaftlichen Schicht, egal an welchem Ort der Welt. Vor seiner Kamera waren sie alle gleich, auch in der Unbefangenheit, mit der sie sich für den Fotografen öffneten: Elvis Presley, Alfred Hitchcock, Käsehändler in Tiflis oder Wäscherinnen in Cullera.

Robert Lebeck ist am 14. Juni2014 verstorben. Dank der wertvollen Unterstützung von Cordula Lebeck, der Ehefrau und engsten Mitarbeiterin des Fotografen, hat das KuK nun eine breit gefächerte Auswahl aus zum Teil unveröffentlichtem Material zusammengestellt.

 

Kunst- und Kulturzentrum der StädteRegion Aachen in Monschau, Austraße 9, Monschau

 

 

 

 

19.05.2020 - 31.10.2020
Fotoausstellung München . Die Stiftung Ann und Jürgen Wilde in der Pinakothek der Moderne zeigt ab aus ihren Sammlungsbeständen ein seltenes Konvolut von originalen Fotografien von August Sander, die dieser während einer Italienreise im Jahr 1927 aufgenommen hatte. Ergänzt wird die Sammlungspräsentation mit Dokumenten, Archivalien und historischen Buchpublikationen, die den Entstehungs- und Überlieferungszusammenhang der Fotografien illustrieren.Vom 19. Mai bis Oktober 2020
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August Sander - Sardinien 1927
Fotoausstellung München . Die Stiftung Ann und Jürgen Wilde in der Pinakothek der Moderne zeigt ab aus ihren Sammlungsbeständen ein seltenes Konvolut von originalen Fotografien von August Sander, die dieser während einer Italienreise im Jahr 1927 aufgenommen hatte. Ergänzt wird die Sammlungspräsentation mit Dokumenten, Archivalien und historischen Buchpublikationen, die den Entstehungs- und Überlieferungszusammenhang der Fotografien illustrieren.Vom 19. Mai bis Oktober 2020

August Sander_Sardinien 1927

August Sander, Bauernkinder, Iglesiente, 1927
Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Pinakothek der Moderne, München
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln/VG Bild-Kunst Bonn 2020

 


August Sander (1876 –1964) gilt als einer der bedeutendsten Fotografen der Neuen Sachlichkeit und des Neuen Sehens der 1920er- und 1930er-Jahre. Mit seinem epochalen Porträtwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ nimmt er eine herausragende Position innerhalb der Fotografiegeschichte des vergangenen Jahrhunderts ein.
Wenige Jahre bevor er mit dem Bildband „Antlitz der Zeit“ (1929), dem Ankündigungsband zu seinem epochalen Porträtwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“, als Porträtist der Gesellschaftsordnung der Weimarer Republik bekannt wurde, unternahm er 1927 mit dem befreundeten Schriftsteller und Italienliebhaber Ludwig Mathar (1882–1958) eine gemeinsame Reise nach Italien. Mathar hatte 1926 seine Reisebeschreibung „Primavera. Frühlingsfahrten ins unbekannte Italien“ veröffentlicht und plante ein Buch über die wenig bekannte Insel Sardinien. Im Frühjahr 1927 durchstreiften der Schriftsteller und der Fotograf für mehrere Wochen das zu dieser Zeit noch wenig bereiste Eiland, das als geheimnisvolles, unbequemes und geradezu exotisches Reiseziel galt.

Die Sammlungspräsentation zeigt 25 originale Abzüge der Sardinienserie aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. Sie entstammen einem von Ludwig Mathar angelegten Erinnerungsalbum, das Ann und Jürgen Wilde 1975 aus dem Nachlass des Schriftstellers erwarben und 1995 erstmals in einer Kabinettausstellung und einem Begleitbuch veröffentlichten. Ergänzt wird die Sammlungspräsentation mit Dokumenten, Archivalien und historischen Buchpublikationen, die den Entstehungs- und Überlieferungszusammenhang der Fotografien illustrieren.

 

Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, Saal 8, Kunstareal, München

 

15.05.2020 - 01.11.2020
Fotoausstellung Völklinger Hütte . Einen künstlerischen Blick auf Afrika mit 43 Fotografien von neun Fotografen bietet die Ausstellung im Weltkulturerbe Völkinger Hütte im Saarland. Präsentiert werden Arbeiten heraus-ragender afrikanischer Fotografen. Die Fotografien zeigen einen Blick auf Afrika jenseits von Stereotypen. Vom 15. Mai bis 1. November 2020
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Afrika - im Blick der Fotografen
Fotoausstellung Völklinger Hütte . Einen künstlerischen Blick auf Afrika mit 43 Fotografien von neun Fotografen bietet die Ausstellung im Weltkulturerbe Völkinger Hütte im Saarland. Präsentiert werden Arbeiten heraus-ragender afrikanischer Fotografen. Die Fotografien zeigen einen Blick auf Afrika jenseits von Stereotypen. Vom 15. Mai bis 1. November 2020

Afrika Yoriyas_Wie_im_Traum

Yoriyas: Wie im Traum, 2016. Aus der Serie "Casablanca Not the Movie"
Copyright Foto: Yoriyas
Der marokkanische Künstler Yoriyas zeigt seine Heimatstadt Casablanca
jenseits des berühmten Hollywood-Films und jenseits von
Touristen-Führern und orientalistischen Fantasien

 

 

Was wissen wir über Nairobi, Casablanca oder Kinshasa? Die Fotoarbeiten prägt eine interne Perspektive und ein künstlerischer Blick afrikanischer Künstler auf ihre Heimatregionen. Sie erzählen vom Alltag in den Städten, von Industrie, den Spuren der Vergangenheit und von Pop-Kultur. Die Ausstellung bietet im Weltkulturerbe Völklinger Hütte den künstlerischen Positionen afrikanischer Künstler ein Forum und ermöglicht den Besuchern so einen facettenreichen und vielleicht auch überraschenden Blick auf die afrikanische Kultur. Manche der Fotografen haben ihre Arbeiten schon auf bedeutenden Ausstellungen gezeigt, andere präsentieren ihre Werke erstmals in Deutschland.  

 

Afrika Kibuuka_Mukisa_Oscar_Bboy_Denis

Kibuuka Mukisa Oscar: Bboy Denis practicing his air flares on the
streets of Mbuya, Kampala, 2015. Aus der Serie "Breaking Uganda"
Copyright Foto: Kibuuka Mukisa Oscar
Kibuuka Mukisa Oscar feiert die positive Lebensenergie der Breakdance-Kultur in Uganda.

 

 

Afrika Fethi_Sahraoui_Portraet_eine_jungen_Anhaengers_Stadiumphilia

Fethi Sahraoui: Porträt eines jungen Anhängers, 2015. Aus der Serie „Stadiumphilia“
Copyright Foto: Fethi Sahraoui
Fethi Sahraoui zeigt die Momente der Freiheit von Kindern in algerischen Fußballstadien

 

 

Themen sind unter anderem das ambivalente Erbe des Bergbaus in Südafrika, Umweltverschmutzung, das Leben in der Demokratischen Republik Kongo oder auch die Kultur der Fußballstadien in Algerien.

Da sind zum Beispiel die Fotos von Osborne Macharia, der durch seine Foto-Serie für den Oscar-prämierten Film „Black Panther“ bekannt ist. Ilan Godfrey beschäftigt sich mit dem Erbe des Bergbaus in Südafrika, Fabrice Monteiro ist zu verschmutzten Orten in Afrika gefahren und hat dort eine Fotoserie mit mythisch anmutenden Figuren geschaffen. Léonard Pongo entdeckt im Kongo das ‚Unheimliche‘ im Sinne Sigmund Freuds, Fethi Sahraoui zeigt die Momente der Freiheit von Kindern in algerischen Fußballstadien. Alice Mann porträtiert die weibliche Subkultur des Formationstanzes in weniger privilegierten Gesellschaften Südafrikas. Kibuuka Mukisa Oscar feiert die positive Lebensenergie der Breakdance-Kultur in Uganda, Omar Victor Diop porträtiert Menschen aus der urbanen afrikanischen Kultur-Szene. Und der marokkanische Künstler Yoriyas zeigt seine Heimatstadt Casablanca jenseits des berühmten Hollywood-Films und jenseits von Touristen-Führern und orientalistischen Fantasien.

 

Afrika Alice_Mann_The_Curro_Thatchfield_Primary_Majorettes_Drummies

Alice Mann: The Curro Thatchfield Primary Majorettes Drummies, 2018. Aus der Serie "Drummies"
Copyright Foto: Alice Mann
Alice Mann porträtiert die weibliche Subkultur des Formationstanzes
in weniger privilegierten Gesellschaften Südafrikas.

 

 

Die Schirmherrschaft der Ausstellung „Afrika – Im Blick der Fotografen“ hat Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller übernommen. Zur Ausstellung ist ein Katalogbuch erschienen. Kooperationspartner der Ausstellung ist der PopRat Saarland.

 

Afrika Fabrice_Monteiro_Untitled_2_The_Prophecy

abrice Monteiro: Untitled #2, 2013. Aus der Serie „The Prophecy“
Copyright Foto: Fabrice Monteiro
Fabrice Monteiro ist zu verschmutzten Orten in Afrika gefahren und
hat dort eine Fotoserie mit mythisch anmutenden Figuren geschaffen.

 

 

Die Künstler:

Omar Victor Diop (Senegal), Ilan Godfrey (Südafrika), Osborne Macharia (Kenia), Kibuuka Mukisa Oscar (Uganda), Léonard Pongo (Kongo), Alice Mann (Südafrika), Fabrice Monteiro (Senegal), Fethi Sahraoui (Algerien), Yoriyas (Marokko)
Kurator: Frank Krämer, Ausstellungsleiter Weltkulturerbe Völklinger Hütte

 

 

 

13.03.2020 - 25.08.2020
Fotoausstellung Düsseldorf . Die Galerie noir blanche kann ab 22. April wieder öffnen und daher ihre Ausstellung "Hans Lux - without words", die wegen der Corona Krise kurz nach der Eröffnung wieder schließen musste, Besuchern zugänglich machen. Die Ausstellung kann jetzt bis 25.8.2020 besucht werden.
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Hans Lux - without words
Fotoausstellung Düsseldorf . Die Galerie noir blanche kann ab 22. April wieder öffnen und daher ihre Ausstellung "Hans Lux - without words", die wegen der Corona Krise kurz nach der Eröffnung wieder schließen musste, Besuchern zugänglich machen. Die Ausstellung kann jetzt bis 25.8.2020 besucht werden.

Bilder Hans 268r klein

 

Der Fotograf Hans Lux war der „Lehrherr“ von Peter Lindbergh und war mit ihm Jahrzehnte eng verbunden. Hans Lux hat eine ganze Generation von Fotografen/innen beeinflusst. Die Galerie Noir Blanche zeigt die allererste Ausstellung und Präsentation der Fotografien von Hans Lux. 

 

Hans - Modell 1 klein

 

 

Bilder Hans 104 klein

 

Hans Lux öffnete sein riesiges Archiv und so konnte der Schatz von über 75.000 Negativen und Dias und über 7.000 Polaroids gesichtet werden. Die Arbeiten sind ein kleines Juwel der deutschen Fotografie ab 1960

Eine Ausstellung gibt private und persönliche Einblicke in die jahrzehntelange fotografische Arbeit von Hans Lux und zeigt unter anderem eine neue Bildserie, die speziell für diese Ausstellung realisiert wurde. 

 

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Hans Lux und Jutta

 

Die Galerie Noir Blanche setzt in ihrem Programm nicht auf die akademische Fotografie, sondern auf die klassische Fotografie in der Tradition von Irving Penn und Richard Avedon. Die Galerie Noir Blanche zeigt bekannte deutsche und internationale Fotografen/innen und hat den Schwerpunkt in der schwarz-weiß Fotografie. 

 

Galerie Noir Blanche, Rather Straße 34, Düsseldorf

 

 

 

 

09.03.2020 - 22.11.2020
Atemberaubende Bilder aus der Welt der Adventure- und Actionsportfotografie sind auf der Red Bull Illume Exhibiert Tour zu sehen. Dort werden die Finalistenbilder der Image Quest auf 2x2 Meter großen Leuchtkästen ausgestellt. 9.3. bis 22.11.2020
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Die Red Bull Illume Tournee
Atemberaubende Bilder aus der Welt der Adventure- und Actionsportfotografie sind auf der Red Bull Illume Exhibiert Tour zu sehen. Dort werden die Finalistenbilder der Image Quest auf 2x2 Meter großen Leuchtkästen ausgestellt. 9.3. bis 22.11.2020

RBI19_Exhibition-Bruneck_©Damian-Agreiter

 

 

Das sind die nächsten Stationen der Tournee:

 

 

 

  • WEBERZEILE, Ried (AT): 31. März - 22. April
  • FISCHAPARK, Wiener Neustadt (AT): 07. - 16. Mai
  • MAX.CENTER, Wels (AT): 22. Mai - 05. Juni
  • MARIANDL, Krems (AT): 08. - 20. Juni
  • CENTER VIC, Ljubljana (SI): 22. - 30. Juni
  • CITYCENTER, Celje (SI): 01. - 12. Juli
  • ATRIO, Villach (AT): 27. Juli - 14. August
  • EUROPARK, Salzburg (AT): 17. - 31. August
  • SILLPARK, Innsbruck (AT): 02. - 30. September
  • MURPARK, Graz (AT): 02. - 15. Oktober
  • HUMA ELEVEN, Wien (AT): 17. - 31. Oktober
  • ZIMBAPARK, Bürs (AT): 03. - 22. November

 

08.03.2020 - 23.08.2020
Fotoausstellung Halle . Die Sonderausstellung zu Karl Lagerfeld im Kunstmuseum Moritzburg Halle entstand in Zusammenarbeit mit Gerhard Steil und Eric Pfründe, die Kuratoren der Ausstellung sind, und vereint mehr als 300 Fotografien, die noch zu Lebzeiten gemeinsam mit Karl Lagerfeld, der im Februar 2019 verstarb, eigens für die Präsentation im Landeskunstmuseum Sachsen-Anhalt ausgewählt und produziert wurden. 8.3. bis 23.8.2020
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Karl Lagerfeld - Fotografie. Die Retrospektive.
Fotoausstellung Halle . Die Sonderausstellung zu Karl Lagerfeld im Kunstmuseum Moritzburg Halle entstand in Zusammenarbeit mit Gerhard Steil und Eric Pfründe, die Kuratoren der Ausstellung sind, und vereint mehr als 300 Fotografien, die noch zu Lebzeiten gemeinsam mit Karl Lagerfeld, der im Februar 2019 verstarb, eigens für die Präsentation im Landeskunstmuseum Sachsen-Anhalt ausgewählt und produziert wurden. 8.3. bis 23.8.2020

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Karl Lagerfeld: Selbstporträt, 2007, Foto © Karl Lagerfeld



Lagerfelds Modenschauen lebten stets von ihrer Aufsehen erregenden Inszenierung. So erstreckt sich auch die Fotografie-Retrospektive in einer einzigartigen Inszenierung über alle Flächen des Sonderausstellungsbereichs des Museums im zweiten Obergeschoss des West- und Nordflügels der Moritzburg und bezieht zusätzlich die Sammlungspräsentation "Wege der Moderne" im ersten Obergeschoss ein. Darüber hinaus wird auch der Innenhof der Moritzburg bespielt.

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Karl Lagerfeld: Moderne Mythologie, 2014, Foto © Karl Lagerfeld



Teil der Schau sind auch zwei besondere Werke: ein 18 Meter langer Paravent zu Homers Odyssee sowie Lagerfelds bibliophiles Fotobuch zur Geschichte von Daphnis und Chloë, der Erzählung des antiken Dichters Longus, mit einem Exemplar des Buches, den dazugehörigen Fotografien sowie einer Soundinstallation. Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist die Präsentation von Daguerreotypien und Platinotypien als Masterprints Karl Lagerfelds.

 

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Karl Lagerfeld: Atelier Fendi, Fendi Herbst/Winter 2011/12, Foto © Karl Lagerfeld

 

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Karl Lagerfeld: A Portrait of Dorian Gray, 2004, Foto © Karl Lagerfeld



Der zentrale Ausstellungsraum in der sogenannten Westbox des Museums verwandelt sich für die Zeit der Ausstellung in einen Parcours seiner schönsten Modefotos, im Innenhof der Moritzburg begegnet man Karl Lagerfeld in einer einzigartigen, lebensgroßen Inszenierung seiner Selbstporträts.

 

Karl Lagerfeld passte seinen fotografischen Stil nicht an sein Motiv an: "Die Leute wollen immer von mir wissen, was mein fotografischer Stil ist. Ich kann es nicht sagen", erklärte er. "Wer meine Bilder betrachtet, sollte es sagen. Ich habe keinen Stil, sondern viele oder keinen. Man darf nicht stillstehen, nicht im Leben, nicht in der Mode, nicht in der Fotografie." Diese kreative Flexibilität und der Wunsch, sich nie zu wiederholen, prägten Lagerfelds fotografische Vision ebenso wie sein Bestreben, flüchtige Eindrücke zu bewahren, die sonst vergessen werden könnten. "Ich mag das Flüchtige: Mode ist mein Beruf. Aber das Flüchtige eines Fotos vollzieht sich auf einer anderen Ebene als bei der Mode. Es ist ebenso gefährlich, ein Bild noch einmal machen zu wollen, wie es gewagt ist, sich von vorhergehenden oder vergangenen Kollektionen inspirieren lassen zu wollen. Das berühmte 'Nie wieder' eines einzigen Augenblicks, der im Foto zu sehen ist, gibt dem Foto eine weitere Dimension, eine Art von Nostalgie des Augenblicks; ohne altmodisch zu sein."

 

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Karl Lagerfeld: Suite 3906, Fendi Herbst/Winter 2010/11, Foto © Karl Lagerfeld



Trotz Lagerfelds beeindruckender Produktivität als Fotograf begann er relativ spät seine fotografische Karriere. 1987 machte er seine ersten professionellen Fotos, ironischerweise mehr aus der Notwendigkeit als aus dem Wunsch heraus. "Ich hätte nie daran gedacht, selbst Fotos zu machen, wenn mich mein Freund Eric Pfrunder, Directeur de l’image bei Chanel Fashion, nicht eines Tages dazu gezwungen hätte, dies zu tun, als er dringend Fotos für eine Pressemappe brauchte. Heute ist das Fotografieren ein Teil meines Lebens. Es schließt den Kreis meiner künstlerischen und beruflichen Unruhe."

Lagerfeld hat sich von Anfang an ebenso mit unterschiedlichen fotografischen Belichtungs- und Drucktechniken beschäftigt wie mit seinen Kompositionen. Für ihn war ein Foto niemals nur ein Bild, sondern ein visuelles Objekt, dessen Identität von dem Medium abhängt, in dem er es zum Leben erweckt. Karl Lagerfeld. Fotografi e. Die Retrospektive präsentiert somit das gesamte Spektrum der fotografi schen Medien von Lagerfeld, darunter Daguerreotypien, Platinotypien, Polaroidtransfers, Silbergelatine-Prints, Siebdrucke, handcolorierte Algrafi en, Acryl-Inkjetdrucke und hintergrundbeleuchtete LED-Panels.

Kunstmuseum Moritzburg, Friedemann-Bach-Platz 5, Halle (Saale)

06.03.2020 - 25.08.2020
Fotoausstellung Wetzlar . Der tschechische Fotograf Josef Koudelka zählt zu den weltweit prägendsten und profiliertesten Fotografen der letzten Jahrzehnte. Seine Bildsprache ist unvergleichlich, intensiv und außergewöhnlich. Das eindrucksvolle Werk des 1938 in Boskovice (Tschechien) geborenen und heute in Paris und Prag lebenden Fotografen wird nun in einer prägnanten Einzelausstellung im Ernst Leitz Museum in Wetzlar präsentiert. 6.3.-25.8.2020
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Josef Koudelka – ein Lebenswerk zwischen Zeitgeschichte und Zeitlosigkeit.
Fotoausstellung Wetzlar . Der tschechische Fotograf Josef Koudelka zählt zu den weltweit prägendsten und profiliertesten Fotografen der letzten Jahrzehnte. Seine Bildsprache ist unvergleichlich, intensiv und außergewöhnlich. Das eindrucksvolle Werk des 1938 in Boskovice (Tschechien) geborenen und heute in Paris und Prag lebenden Fotografen wird nun in einer prägnanten Einzelausstellung im Ernst Leitz Museum in Wetzlar präsentiert. 6.3.-25.8.2020

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Josef Koudelka: Warsaw Pact troops invade Prague, Czechoslovakia, August 1968
© Josef Koudelka - Magnum Photos

 

Exiles und Panoramen kontrastiert die Serie Exiles mit einer persönlichen Auswahl seiner Panoramen, die ab Mitte der 1980er-Jahre entstanden sind. Waren seine Aufnahmen bis dahin ganz der Kleinbildfotografie verpflichtet, entdeckte er mit einer Panorama-Kamera die Welt noch einmal neu: in raumgreifenden Landschaften und Küstenstreifen aus Europa und dem mittleren Osten geht er in Gebieten auf Spurensuche, die durch Industrie, Konflikte oder über die Zeit eine zum Teil verheerende Veränderung durchlaufen haben. Diese großen Bilderwelten erscheinen menschenleer und zeugen doch auf verstörende, gleichzeitig betörende Weise von menschlicher Existenz.

 

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Josef Koudelka: Parc de Sceaux, France, 1987 © Josef Koudelka - Magnum Photos

 

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Josef Koudelka: Spain, 1973
© Josef Koudelka - Magnum Photo

 

 

Die Ausstellung im Ernst Leitz Museum präsentiert mit insgesamt 68 Arbeiten einen fokussierten Einblick in das Werk Koudelkas. Dabei reflektieren die Werkgruppen eindrücklich den spannungsvollen Dialog zwischen Mensch und Schicksal, Lebendigkeit und toter Materie, Zeitgeschichte und Zeitlosigkeit.

Noch bis zum 7. Juni 2020 ist parallel die Ausstellung Dr. Paul Wolff & Tritschler. Licht und Schatten - Fotografien 1920 bis 1950 zu sehen.

 

 

Ernst Leitz Museum, Am Leitz-Park 6, Wetzlar

28.02.2020 - 30.08.2020
Fotoausstellung Winterthur . Die Fotostiftung Schweiz vereint in der Ausstellung unterschiedliche Arbeiten der deutsch- amerikanischen Fotografin Evelyn Hofer in einer spannenden Werkschau. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Galerie m, Bochum, und dem Evelyn Hofer Estate, München. Bis 30. August 2020
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Evelyn Hofer - Begegnungen
Fotoausstellung Winterthur . Die Fotostiftung Schweiz vereint in der Ausstellung unterschiedliche Arbeiten der deutsch- amerikanischen Fotografin Evelyn Hofer in einer spannenden Werkschau. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Galerie m, Bochum, und dem Evelyn Hofer Estate, München. Bis 30. August 2020

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Evelyn Hofer, Coney Island, New York, 1965
© Evelyn Hofer Estate, Courtesy Galerie m, Bochum

 

Entdeckungsreisen durch amerikanische Grossstädte, Sozialstudien in einem walisischen Dorf, Besuche in Künstlerateliers oder eine Porträtserie aus dem Bergell – Evelyn Hofer hat ein fotografisches Kaleidoskop geschaffen, das fast ein halbes Jahrhundert umfasst. Das Werk der deutsch-amerikanischen Fotografin, die eine enge Beziehung zur Schweiz pflegte, ist facettenreich und bunt. Bereits in den 1950er Jahren fotografierte sie auch in Farbe: Sie nutzte diese dezidiert als Gestaltungsmittel und war damit ihrer Zeit weit voraus. Mit der Grossformatkamera konzentrierte sie sich auf das Wesentliche und schuf oft malerische Fotografien, deren Zeitlosigkeit und Stille heute wieder zu entdecken sind.

 

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Evelyn Hofer, Bowery, New York, 1965
© Evelyn Hofer Estate, Courtesy Galerie m, Bochum

 

 

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Evelyn Hofer, Phoenix Park on a Sunday, Dublin 1966,
© Evelyn Hofer Estate, Courtesy Galerie m, Bochum

 


Die Ausstellung in der Fotostiftung Schweiz vereint Evelyn Hofers unterschiedliche Arbeiten in einer umfassenden Werkschau. Die Städteporträts in Buchform, essayistische Bildstrecken für Magazine sowie ihre freien Arbeiten werden nebeneinander gezeigt. Dieser Reigen von Bildern in feinen Grautönen und starken Farben berührt uns durch die Wärme, mit der Evelyn Hofer Momente für die Ewigkeit eingefroren hat. Sie begegnet ihrem Gegenüber – sei das eine Stadtlandschaft, ein Interieur, eine Bäuerin aus Soglio oder Andy Warhol – stets mit derselben Neugierde und Offenheit.

Fotostiftung Schweiz, Grüzenstraße 45, Winterthur

 

 

 

19.02.2020 - 27.09.2020
Fotoausstellung München . Zu seinem 100. Geburtstag widmet die Stiftung F.C. Gundelach in Kooperation mit dem Münchner Kunstfoyer Versicherungskammer Kulturstiftung dem bedeutenden Fotografen Toni Schneiders eine Gesamtschau, die ihn als ‚fotoformer‘, als Porträts und als Reise- und Landschaftsfotograf neu entdeckt.
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Schaut her! Toni Schneiders Retrospektive
Fotoausstellung München . Zu seinem 100. Geburtstag widmet die Stiftung F.C. Gundelach in Kooperation mit dem Münchner Kunstfoyer Versicherungskammer Kulturstiftung dem bedeutenden Fotografen Toni Schneiders eine Gesamtschau, die ihn als ‚fotoformer‘, als Porträts und als Reise- und Landschaftsfotograf neu entdeckt.

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Toni Schneiders Zwiebelblüten, Hamburg 1949
© Nachlass Toni Schneiders/Stiftung F.C. Gundlach

 

»Die Fotografie hat viele Gesichter! [...] Aber ich bin kein Reporter. Mich interessiert es mehr, was ich mit dem vorhan- denen Licht anfangen kann, um zu meinen Bildern zu kommen [...] und die Menschen und die kleinen und großen Dinge ringsherum mit den Mitteln der Fotografie in eine bildhafte Form zu bringen.«
Toni Schneiders, „Ich über mich“ 1972

Toni Schneiders ist einer der stilprägenden Fotografen Deutschlands nach 1945. Mit seinen feinsinnigen Aufnahmen hat er entscheidend dazu beigetragen, die Bildsprache der fotografischen Avantgarde der 1950er-Jahre zu erweitern. Als Mitbegründer der Fotografengruppe ‚fotoform’ 1949 und als Teil der Bewegung ‚subjektive fotografie‘ seit 1952 schuf er formal gestaltete Einzelbilder und entwickelte eine sachliche Bildästhetik, die er auf seine Fotoreportagen auf Reisen in aller Welt übertrug. Die Traditionslinien aus der Befreiung des fotografischen Ausdrucks durch Toni Schneiders und seine Weggefährten reichen bis in die aktuelle Fotografie.

Möglich geworden ist diese Retrospektive auch durch die Mitwirkung der Tochter des Fotografen, Ulrike Schneiders, deren Kenntnis seines Oeuvres bei Entstehung von Ausstellung und Buch von großer Hilfe war. Neben den längst zu fotografischen Ikonen gewordenen Werken können so auch bisher unveröffentlichte Motive aus dem Negativarchiv vorgestellt werden.

 

Toni Schneiders‘ Weggefährte Peter Keetman, mit dem ihn eine jahrzehntelange Freundschaft und ein stetiger Aus- tausch über das von beiden geliebte Medium Fotografie verband, fasste 1999 zusammen: „Toni Schneiders’ herzerfri- schende Art mit Menschen umzugehen, stand und steht seiner zurückhaltenden Bescheidenheit gegenüber. Soweit es sein eigenes Werk betrifft, und wenn er etwas ergreift und beginnt, so entsteht daraus – schlicht gesagt – photographi- sche Kammermusik.“

 

fotoform

 

Toni Schneiders war einer der jungen Fotografen, die nach neuen Wegen in der Fotografie suchten. Mit fünf Gleichgesinnten rief er am 17. September 1949 die Gruppe „fotoform“ ins Leben, um der Fotografie den Mut zur Gestaltung zurückzugeben und eine neue Formensprache durchzusetzen. Sie formulierten kein programmatisches Manifest, aus den Äußerungen einzelner Mitglieder entsteht jedoch ein Mosaik ihrer Intentionen: Ludwig Windstos- ser definierte im November 1949: „‚fotoform‘ ist der Name einer Arbeitsgemeinschaft von sechs jungen Berufs-Fo- tografen Westdeutschlands, die bemüht ist, einen neue Richtung in der Fotografie zu suchen.“

Die neue Fotografie bezog sich in ihren auf die Moderne ausgerichteten Aspekten zunächst auf die Bildsprache der Avantgarde der 1920er-Jahre, suchte dann aber den Neuanfang und fand zu einem eigenständigen zeitgemäßen Ausdruck. Nur Aufnahmen, die von allen Mitgliedern akzeptiert worden waren, durften unter dem Gruppennamen ausgestellt werden. Befreit vom Korsett fotografischer Regeln und in kreativer Auseinandersetzung mit progressiven Kräften in Kunst, Fotografie und Publizistik, entwickelten sie eine vielfältige Bildsprache, die sich als fotografische Gestaltung auf der Basis von Wirklichkeit durch Perspektive, Ausschnitt, Experiment und Abstraktion beschreiben lässt.

Der erste gemeinsame Auftritt der Gruppe war die Ausstellung im progressiven Circolo Fotografico Milanese im Janu- ar 1950, bereits auf der Photo- und Kino-Ausstellung in Köln vom 6. bis 14. Mai 1950, der späteren photokina, gelang der Gruppe der Durchbruch.

 

Menschenbild

 

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Toni Schneiders
Stahlfänger, Stahlwahlzwerk Wuppermann, Leverkusen 1959
© Nachlass Toni Schneiders/Stiftung F.C. Gundlach

 

 

Toni Schneiders war der Menschen-Fotograf unter den Mitgliedern der ‚fotoform‘-Gruppe. „Jedes Thema ist mir recht, wenn es wichtig genug ist, aber unerschöpflich und immer wieder verpflichtend steht das Bild des Menschen im Mittelpunkt“, äußerte sich Toni Schneiders zu den Prämissen seiner Motivwahl. In einer Vielzahl seiner Menschen-Bil- der folgte er dem Prinzip des gestalteten Einzelbildes: Menschen wurden mit Bewegungsunschärfen eingefangen, in starken Schwarzweiß-Kontrasten als Silhouetten-Figuren abgebildet und aus der Vogelperspektive aufgenommen. Sie sind als Einzelfiguren vollkommen freigestellt oder verwoben mit ihrer Umwelt, welche mit großer Aufmerksamkeit für das Strukturdetail im radikalen Bildausschnitt wiedergegeben ist. Selbst kleinfigurige, oftmals im Gegenlicht gezeigte Figuren sind bei Toni Schneiders noch Hauptthema der künstlerischen Aussage.

Toni Schneiders‘ Reiselust führte ihn in vielen, teilweise exotischen Ländern und in intensiver Weise an die Men- schen heran. Beispielhaft hierfür sind die Porträts griechischer Fischer oder der Wasserträgerinnen in Äthiopien. Das Werk Toni Schneiders‘ zeigt ein oft vielschichtiges Menschenbild, welches in der fotografischen Gestaltung immer auch auf sein Gemachtsein verweist und dennoch authentischen Gehalt zu tragen vermag.

 

Reisebild

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Toni Schneiders Oktopedi, Thasos 1961
© Nachlass Toni Schneiders/Stiftung F.C. Gundlach

 

 

Toni Schneiders‘ Leben war das Reisen und Publizieren, das Kofferpacken und mit tausenden von Bildern heimkeh- ren. Seine große Neugier auf die Welt „da draußen“ führte ihn bereits 1955 für mehrere Monate nach Äthiopien, gefolgt von Reisezielen wie Sardinien (1956) oder Kreta (1958), Spanien (1963), Jugoslawien (1965) oder Portugal (1968). 1961 führte ihn ein Auftrag der Japan Airlines nach Japan. Eine weitere Fernreise ging nach Malaysia, Sin- gapur, Indonesien und Bali. Dazwischen Frankreich, die Niederlande, Schweden, Norwegen oder Dänemark. Damit stand Schneiders beispielhaft für eine Gattung der Fotografie, die in den 1950er und 1960er Jahren ein goldenes Zeitalter erlebte: die Reisefotografie. Veröffentlichen konnte er seine Aufnahmen in Zeiten des aufkommenden Mas- sentourismus in auflagenstarken Zeitschriften wie Merian und spezialisierten Buchverlagen – wobei Toni Schneiders‘ Bücher nie Reiseführer im engeren Sinne waren.

Mit Aufgeschlossenheit, Sympathie und wachem Verständnis näherte er sich Ländern und Kulturen im Dreiklang von Landschaft, Mensch und Architektur. Der Name des Fotografen stand für eine handwerklich saubere, durchaus ambitionierte, künstlerisch interessierte Fotografie. Darüber hinaus gelang es Toni Schneiders auch in dieser seiner „Brot-und-Butter-Fotografie“, kompromisslos einer eigenen, wiedererkennbar subjektiven Handschrift zu folgen.

 

Toni Schneiders, Entdecker des Realen

 

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Toni Schneiders Zwiebelblüten, Hamburg 1949
© Nachlass Toni Schneiders/Stiftung F.C. Gundlach

 

 

Die Gruppe ‚fotoform‘, die die formale Gestaltung der Fotografie zur Maxime erklärte, bestand bis 1957. Die ‚subjek- tive fotografie‘, die den individuellen Ausdruck des Fotografen im Bild zu sehen verlangte, hatte ihren dritten und letzten großen Auftritt 1958 auf der photokina in Köln. Aus diesen Anfängen entwickelte Toni Schneiders, wie seine Weggefährten, seine persönliche fotografische Handschrift weiter.

Für Toni Schneiders bestand der fotografische Arbeitsalltag in Aufnahmen für Werbung, Zeitschriften und Bildbände. Immer aber arbeitete er an einem eigenen, gültigen Ausdruck und erschuf ein weit über das perfekt Handwerkliche hinausführendes Werk von Aufnahmen, die als Entdeckungen des Realen beschrieben werden können. Bildgegen- stand waren für ihn Landschaft und Natur, Objekte und Materialien, die er in seinem unmittelbaren Lebensumfeld vorfand. Viele Bildgegenstände wie Wasser und Eis am Bodensee oder grafische Strukturen von Feldern, Hecken und Wegen fotografiert er über Jahrzehnte immer wieder. Bis in die 1980er Jahre hinein bleibt er wesentlich seiner Bildsprache treu, die er in der Zeit von ‚fotoform‘ und ‚subjektiver fotografie‘ gefundenen hatte. Manche der Aufnah- men von Toni Schneiders verraten erst durch einen Blick auf die Datierung, dass sie deutlich nach der Hochzeit der fotografischen Avantgarde der frühen 1950er-Jahre entstanden sind. Mit der Leica, in den Mittelformaten 6 x 6 und 6 x 7 Zentimeter, aber auch auf 9 x 12 Zentimeter Planfilm und noch größer mit der Linhoff Balgenkamera, setzte er subtil das Gesamtspektrum der Grauskala für die Bildgestaltung ein. Er zeigt Formen, Strukturen, harte Kontraste, Linien, die seinen Motiven Spannung verleihen, aber nichts wirkt konstruiert, aufgesetzt oder gewollt.

 

Expertenführungen durch die Ausstellung mit Hans-Michael Koetzle
Samstag, 29. Februar 12:30 Uhr und 17:30 Uhr / Sonntag, 29. März 12:30 Uhr
und 17:30 Uhr / Samstag, 4. April 12:30 Uhr und 17:30 Uhr / Sonntag, 19.
April 12:30 Uhr und 17:30 Uhr / Samstag, 16. Mai 12:30 Uhr und 17:30 Uhr /
Sonntag, 7. Juni 12:30 Uhr und 17:30 Uhr
Ohne Anmeldung, kostenfrei

 

Kunstfoyer, Versicherungskammer Kulturstiftung | Maximilianstr. 53, München

 

 

 

 

 

 

 

 

07.02.2020 - 26.07.2020
Fotoausstellung München . Das Münchner Stadtmuseum zeigt in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin die Ausstellung "Vorbilder / Nachbilder. Die fotografische Lehrsammlung der Universität der Künste Berlin 1850-1930". Vom 7. Februar bis 26. Juli 2020
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Vorbilder / Nachbilder
Fotoausstellung München . Das Münchner Stadtmuseum zeigt in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin und der Universität der Künste Berlin die Ausstellung "Vorbilder / Nachbilder. Die fotografische Lehrsammlung der Universität der Künste Berlin 1850-1930". Vom 7. Februar bis 26. Juli 2020

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Wilhelm von Gloeden: Männlicher Akt mit Quadraturnetz,
Taormina, um 1890, Albuminpapier
© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

“Vorbilder / Nachbilder” – die beiden Doppelworte verweisen in ihrem Gegenüber auf Bezüge zwischen Bildern und auf eine Bildproduktion, bei der auf bereits vorliegende Bilder zurückgegriffen wird. In den Kunstakademien und Kunstgewerbeschulen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts dienten Fotografien als „Vorlagen” oder „Vorbilder”; als solche fungierten sie als ein eigener didaktischer Bildtypus. Fotografische Vorlagen waren wichtige Hilfsmittel in der kreativen Praxis angehender Künstlerinnen und Künstler; im Zuge ihrer Verwendung entstanden im Kunst-Unterricht „Nachbilder”: Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken. Und die benutzten Fotografien bilden ihrerseits in gewisser Weise nach, was in ihnen mit dem Auge der Kamera „aufgenommen” ist.

 

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Gustave Le Gray: Le Brick, Zweimaster im Mondschein, 1856, Albuminpapier
© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

 

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Alfred Stieglitz: Die Heimkehr, Italien 1887, Albuminpapier
© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

Im Archiv der Universität der Künste Berlin hat sich eine umfangreiche und wertvolle fotografische Lehrsammlung bewahrt, die bis in die 1850er Jahre zurückreicht und an Vorgängereinrichtungen, der Berliner Kunstakademie und der führenden Kunstgewerbeschule, entstanden ist. Mit ihren ungefähr 25.000 fotografischen Einzelblättern, zu denen Konvolute und Alben hinzukommen, ist sie innerhalb Deutschlands einzigartig. Lange Zeit über wenig beachtet konnte sie in den zurückliegenden Jahren archivarisch und wissenschaftlich aufgearbeitet werden. In der vom Münchner Stadtmuseum vorbereiteten Ausstellung wird sie der interessierten Öffentlichkeit erstmals in größerem Rahmen gezeigt.

 

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Karl Blossfeldt für Moritz Meurer: Ahorn: Stängel mit Tragblatt Acer, 1892,
Bronze nach modellierter Vergrößerung auf Holzsockel, (fotografiert von: Markus Hilbich)

© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

 

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Édouard Baldus: Notre-Dame, Paris, um 1857, Albuminpapier
© Archiv der Universität der Künste, Berlin

 

Die Welt der „Vorlagen” und „Vorbilder”, Muster und Modelle, die für die künstlerische Ausbildung vom 16. Jahrhundert an typisch ist, war sehr vielgestaltig. Gipse, Kupferstiche, Fotografien, Zeichnungen und Modelle gehörten dazu, aber – im Fall der Berliner Kunstakademie und Kunstgewerbeschule – etwa auch architektonische Details am Schulgebäude, ein Beet mit Pflanzen und zeitweilig sogar eine Kleintier-Haltung. Noch im Neubau der Berliner Kunstakademie von 1902 befand sich ein Antikensaal, der mit Gipsabgüssen bestückt war. Auch Fotografien wurden frühzeitig – seit circa 1855 – erworben, gesammelt und benutzt.

 

 

Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München

 

06.12.2019 - 19.07.2020
Ausstellung Hamburg . In der Ausstellung "Das zweite Original. Fotografie neu ordnen: Reproduktionen" widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) wiederentdeckten Glasnegativen, auf denen der erste Museumsmitarbeiter Wilhelm Weimar (1857–1917) Sammlungsobjekte zwischen 1897 und 1915 fotografisch festhielt. Vorgestellt werden rund 250 Objekte. 6.12.2019 bis 19.7.2020
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Das zweite Original. Fotografie neu ordnen: Reproduktionen
Ausstellung Hamburg . In der Ausstellung "Das zweite Original. Fotografie neu ordnen: Reproduktionen" widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) wiederentdeckten Glasnegativen, auf denen der erste Museumsmitarbeiter Wilhelm Weimar (1857–1917) Sammlungsobjekte zwischen 1897 und 1915 fotografisch festhielt. Vorgestellt werden rund 250 Objekte. 6.12.2019 bis 19.7.2020

MKG_Das_zweite_Original_Weimar_Aquamanile_Druckvorstufe

Wilhelm Weimar (1857–1917), Aquamanile in Gestalt eines Löwen, um 1898,
Druckvorstufe der Strichätzung,
15,3 x 21,3 cm, MKG, Public Domain

MKG_Das_zweite_Original_Weimar_Aquamanile_Glasnegativ

Wilhelm Weimar (1857–1917), Aquamanile in Gestalt eines Löwen,
um 1898, Glasnegativ, 18 x 23,8 cm, MKG, Public Domain

 

Mit rund 250 Objekten beleuchtet die Ausstellung den Gebrauch und die Wahrnehmung von Reproduktionsfotografien von 1900 bis heute sowie den Übergang von der Technik des Zeichnens hin zum Fotografieren von Werken. Zu sehen sind neben Glasnegativen historische Abzüge, Diapositive, Abbildungen in Veröffentlichungen, Neuabzüge, Reproduktionszeichnungen und digitale Sammlungszugänge. Fünf ausgewählte kunstgewerbliche Objekte aus den Beständen des MKG und von ihnen erstellte Abbildungen laden zum direkten Vergleichen ein. Neben Wilhelm Weimars Aufnahmen stammen weiteren Fotografien vom Atelier Fratelli Alinari, Hippolyte Arnoux (Lebensdaten unbekannt), Hildegard Heise (1897–1979), Giorgio Sommer (1834–1914) u.aWährend Weimar damals eine überschaubare Anzahl von rund 1700 sogenannten Reproduktionsfotografien anfertigte, produzieren Museen heute eine weitaus größere Fülle digitaler Abbildungen. Sie veröffentlichen Großteile ihrer Bestände in Online Sammlungen oder auf übergeordneten digitalen Bibliotheken wie Europeana, um sich nach außen zu öffnen und neue Zugänge zu ihren Sammlungen zu ermöglichen.

 

MKG_Das_zweite_Original_Weimar_Blumenkoerbe_Glasdiapositiv

Wilhelm Weimar (1857–1917), Drei Blumenkörbe aus Japan,
um 1901, Glasdiapositiv, 8,4 x 10 cm,
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Public Domain

 

MKG_Das_zweite_Original_Weimar_Blumenkoerbe_Glasnegativ

Wilhelm Weimar (1857–1917), Drei Blumenkörbe aus Japan, um 1901,
Glasnegativ, 17,8 x 23,8 cm,
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Public Domain

 

MKG_Das_zweite_Original_Weimar_Blumenkoerbe_Silbergelatine

Wilhelm Weimar (1857–1917), Drei Blumenkörbe aus Japan, um 1901,
auf Karton montierter Silbergelatineabzug, 23,6 x 32 cm,
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Public Domain

 

Sichtbar werden so jedoch nicht die Objekte selbst, sondern ausschließlich von Fotografen inszenierte Reproduktionen, die als Stellvertreter dienen sollen. Auch die Negative Weimars entstanden um die Jahrhundertwende als reines Anschauungsmaterial, ohne als eigenständige Foto-Objekte zu gelten. Die besondere Materialität und Haptik des durchschimmernden Glases, das ungewöhnlich große Format von 18 x 24 cm sowie der sichtbare Detailreichtum der abgebildeten Werke führen heute zu einer kulturwissenschaftlichen Neubewertung: Sie werden zu einem zweiten Original. Als Dokumente der Zeitgeschichte geben die Reproduktionen Weimars Hinweise zur Entwicklung des fotografischen Handwerks um 1900 und spiegeln den damaligen Anspruch nach Anfertigung möglichst objektiver Bilder wider.

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Wilhelm Weimar eignete sich das fotografische Handwerk ab 1897 autodidaktisch an. Ende des 19. Jahrhunderts wird das Abdrucken von Fotografien in Printmedien durch das neue Verfahren der Autotypie erheblich günstiger und so auch für Institutionen wie das MKG bezahlbar. In der Ausstellung verdeutlichen unter anderem Auszüge aus Jahresberichten, die erst mit Reproduktionszeichnungen und später mit Fotografien illustriert waren, den Wechsel der Dokumentationsverfahren und laden zum vergleichenden Betrachten ein. Das Zeichnen mit der Hand unterscheidet sich nicht nur in technischer Hinsicht vom Fotografieren mit dem Apparat: Beide Verfahren besitzen eigene Qualitäten bei der Darstellung der abgebildeten Objekte. Noch der österreichische Maler Johann Knapp (1778–1833) nutzte Aquarellzeichnungen für die systematische Dokumentation von Pflanzen. Durch die Erfassung einer Distel in ihrer Gesamtansicht sowie mehreren schematischen Darstellungen versuchte er, eine Idealform abzubilden. Wilhelm Weimar experimentierte dagegen bei seinen fotografischen Blumenaufnahmen und betonte individuelle Merkmale jeder Pflanze durch lose Arrangements, einer Sichtweise von oben oder vergrößerte Details.

 

In einer eigens für die Ausstellung entwickelten digitalen Visualisierung, der Close-Up Cloud, können Besucher*innen auf einem Touchscreen rund 150 Glasnegative Weimars in einer Bilderwolke entdecken. Der erste Zugang erfolgt hier – anders als in der MKG Sammlung Onlineüber Ausschnitte, die den Fokus auf Details der abgebildeten Objekte lenken. Quadrate in unterschiedlichen Größen verdeutlichen, wie häufig Begriffe wie „Blumenornament“ oder „Seeungeheuer“ bei der Verschlagwortung der digitalisierten Negative vergeben wurden. Die Close-Up Cloud ist sowohl als Medienstation in der Ausstellung als auch online verfügbar.

 

 

15.11.2019 - 18.10.2020
Ausstellung München . In der Pinakothek der Moderne präsentiert eine Überblickschau die Arbeiten von Ingo Maurer. Mit mehr als 80 Objekten sowie Modellen und Fotografien führt die Ausstellung in die faszinierende Welt von Licht und Schatten wie sie der vielfach ausgezeichnete und international renommierte Lichtgestalter Ingo Maurer mit seinen Werken geschaffen hat. Die Eröffnung der Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit Ingo Maurer und seinem Team entstand, erlebte der phantasievolle Designer Ingo Maurer nicht mehr. Bis 18.10.2020
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Ingo Maurer Intim, Design or what?
Ausstellung München . In der Pinakothek der Moderne präsentiert eine Überblickschau die Arbeiten von Ingo Maurer. Mit mehr als 80 Objekten sowie Modellen und Fotografien führt die Ausstellung in die faszinierende Welt von Licht und Schatten wie sie der vielfach ausgezeichnete und international renommierte Lichtgestalter Ingo Maurer mit seinen Werken geschaffen hat. Die Eröffnung der Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit Ingo Maurer und seinem Team entstand, erlebte der phantasievolle Designer Ingo Maurer nicht mehr. Bis 18.10.2020

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Ingo Maurer mit Pendulum, 2019.
Foto: Stephan Görlich 

 

So begeistert die Ausstellung von den Besuchern aufgenommen wurde, so blieb doch der Wermutstropfen, dass Ingo Maurer, der vor wenigen Wochen mit 87 Jahren verstorben war, sie nicht mehr erleben konnte. In der Rotunde der Pinakothek, wo die Installation des über dem Boden schwebenden Pendelums hängt, die Ingo Maurer für das Haus realisiert hatte, machte in diesen Tagen nur ein schwarzer Streifen an der Aufhängung auf den Tod seines Meister aufmerksam. Bis Februar 2020 wird es dort noch zu sehen sein. 

 

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 Aussellungsansicht „Ingo Maurer intim. Design or what?“
Foto: Anna Seibel 

 

 

Eine Treppe tiefer taucht man in die leuchtende Welt von Ingo Maurer ein, dessen Lichtobjekte mit soviel Poesie und Witz geschaffen sind, wie man sie sonst bei Leuchtkörpern nicht findet. Ingo Maurer wollte mit seinen Leuchten ein Lächeln in die Gesichter der Menschen zaubern  - "erfolgreich sind wir, wenn wir ein Gefühl in den Menschen auslösen" wie er sich äußerte. Für Ingo Maurer war die Symbiose aus Licht und Schatten ein wichtiges Gesaltungmitten.

 

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"Oh Man, its a Ray!"

 

Seine Phantasie neue Objekte zu gestalten war schier grenzenlos und immer wieder ließ er sich auch von anderen Künstlern inspieren, auf die er sich in den Namen seiner Werke dann auch bezog. Seine Leuchte "Oh Man, its a Ray!", ist ein mit Glühbirnen versehenes Mobile aus Kleiderbügeln das an die Arbeiten des berühmten Fotografen und Objektkünstlers Man Ray, der seine Bilder so trefflich mit Licht gestalten konnte, erinnern soll.

 

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"Remember Yves"

 

Zu manchen der Leuchten von Ingo Maurer gehört eine Schnurre, wie die bei seiner letzten Arbeit "Remember Yves". An der Stelle, wo das Objekt jetzt aus der Wand springt und an derselben einen Schatten hinterlässt, hing einst ein Yves Klein Bild. Die Handschuhe inspierten Maurer, als sie zum Trocknen auf der Leine hingen durch das typische Yves Klein Blau zu dieser Arbeit.

 

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"Bibibibi"

 

EIne humorvolle Geschichte steckt auch hinter der Entstehung der Leuchte "Bibibibi" (1982). Bei Woolworh in der Münchner Leopoldstraße entdeckte er zwei rote Kunststoff Geflügelbeine, die er unbedingt kaufen wollte. Das wurde strikt abgelehnt und auch alle Überredungskünste halfen nicht das  Erwünschte zu erlangen. Was blieb dem armen Künstler übrig als sich das Stück einfach mitzunehmen und daraus eine Lampe zu gestalten.

 

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"Living Vegas"

 

Kaum verwundert, dass der Lichtfanatiker ein Fan von der Glitzerstart Las Vegas war. Inspiriert durch die bunt leuchtenden Autokennzeichen in den USA, komponerte er vielfarbiges Licht "Living Vegas". Allein die Namensgebung seiner Werk macht den Humor und Witz von Ingo Maurer klar - Ru Ku Ku, Ringelpiez oder OOp's.

 

 

 

 

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Rose, Rose on the Wall, 2005

 

 

 Ingo Maurer (1932 Insel Reichenau, Bodensee – 2019 München) widmete sich seit 1966 fast ausschließlich dem Licht und gestaltete mit der Leuchte „Bulb“ sein erstes bekanntes Statement in Form einer ikonenhaften Glühbirne. Seitdem entwickelte er mit seinem Team in seiner Münchener Firma komplexe, raffinierte und aufwendige Lichtobjekte und Beleuchtungskonzepte für private und öffentliche Räume sowie spektakuläre Unikate. 

Seinen internationalen Durchbruch hatte Maurer 1984 mit dem neuartigen Lichtsystem „YaYaHo“, einem der ersten Niedervolt-Seilsysteme für Halogenreflektoren. Bekannt sind bis heute viele seiner Leuchten, unter anderem „Zettel’z“ von 1997, die der Nutzer selbst mitgestalten kann. Seine „EL.E.DEE“ aus dem Jahre 2001 gilt als erste LED-Tischlampe. 2008 konzipierten er und das Unternehmen Osram mit „Early Future“ die weltweit erste serienreife OLED-Leuchte. 

 

Seit 1985 entwickelte Ingo Maurer auch Lichtinstalltionen im öffentlichen Raum. Zu ihnen gehören mehrere , U-Bahnhöfe in München, die Silver Cloud im Residenztheater aber auch im nahen und fernen Ausland fand man großen Gefallen an dem Können Ingo Maurers. So kann man seine Lichtinstallationen unter anderem am Gare du Nord in Paris, am Torre Velasca in Mailand oder In New York den Snowflake bewundern. 

 

 

Brigitte Henninges

 

 

Die neue Sammlung - The Design Museum in der Pinakothek der Moderne, Barer Straße, München

08.11.2019 - 04.10.2020
Ausstellung München . Unter dem Blickwinkel des Emotionalen laden 100 Bilder, Objekte und Filme von rund 40 internationalen zeitgenössischen KünstlerInnen in der Pinakothek dazu ein, sich Kunst auf intuitive Weise zu nähern. Was löst Kunst in uns aus? Wie sehr hängt der Blick auf Kunst von unseren persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen ab? Welche Gefühle kommen bei der Betrachtung von Werken zum Vorschein, wenn allein die Intuition den Blick leitet? 8.11.2019 - 4.10.2020
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Feelings. Kunst und Emotion
Ausstellung München . Unter dem Blickwinkel des Emotionalen laden 100 Bilder, Objekte und Filme von rund 40 internationalen zeitgenössischen KünstlerInnen in der Pinakothek dazu ein, sich Kunst auf intuitive Weise zu nähern. Was löst Kunst in uns aus? Wie sehr hängt der Blick auf Kunst von unseren persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen ab? Welche Gefühle kommen bei der Betrachtung von Werken zum Vorschein, wenn allein die Intuition den Blick leitet? 8.11.2019 - 4.10.2020

Da Corte_ Chelsea Hotel


Alex Da Corte (*1980),?Still aus: Chelsea Hotel No. 2, 2010 ?HD Video, Farbe, Ton, 3‘ 4‘‘?2019
erworben durch PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.
?© Alex Da Corte

 

Die Ausstellung FEELINGS möchte den unmittelbaren Dialog zwischen Kunstwerk und Betrachtenden anregen, um eine intensive emotionale Auseinandersetzung zu motivieren. Geheimnisvolle Motive und atmosphärische Bildräume prägen die ausgestellten Arbeiten. Freude, Begeisterung, Ärger, Abscheu, Traurigkeit sowie unzählige weitere emotionale Reaktionen können sich bei der Betrachtung einstellen. Die Auswahl der Exponate ist subjektiv, auf den kunsthistorischen Kontext oder erklärende Wandinformationen wird bewusst verzichtet.

 

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Sam Taylor Johnson, Soliloqui I, 1998, Farblithographie, C-Print, 211 x 257 cm (Blattmaß)
1999 erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.
Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen © Sam Taylor Johnson

 

 

 

TaylorJohson_SoliloquiIV_0

Sam Taylor Johnson?Soliloqui IV, 1998 ?Farblithographie,?C-Print, 222 x 257 cm (Blattmaß)?1999
erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.
?Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen
?© Sam Taylor Johnson

 

 

Wann zieht uns ein Bild an, wann stößt es uns ab? Die Erforschung der Emotionen ist ein noch junger Zweig in der Psychologie, der Soziologie, den Geschichts- und den Neurowissenschaften. Spätestens seit der Aufklärung stand der Mensch vor allem als Vernunftwesen im Vordergrund, die Welt- und Bildbetrachtung wurde vornehmlich intellektuell dominiert. Heute allerdings lässt sich belegen, dass uns emotionale Kräfte viel stärker beeinflussen, als wir es bisher wahrhaben wollten. Nicht zufällig setzen Politik und Werbung schon lange und durchaus manipulativ darauf, mit Bildern Gefühle hervorzurufen und diese eigennützig einzusetzen. Kunst hingegen entsteht in freien Zusammenhängen, schafft eine rein persönliche Verbindung zum Publikum und existiert ohne erkennbaren Zweck.

 

Wearing_Signs_0

Gillian Wearing (*1963)?In this emptiness women are an answer for me
(aus der Serie "Signs that say what you want them to say and not Signs that say what someone else wants you to say"), 1992-1993?C-Print auf Aluminium montiert, 44,5 x 29,7 cm?2014
erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.?Foto: Wilfried Petzi?
© Gillian Wearing, courtesy Maureen Paley, London

 

Die Betrachtung von Kunstwerken birgt die Möglichkeit, die eigene Gefühlswelt besser kennenzulernen. Denn nicht selten wecken Bilder Assoziationen mit Erfahrungen, die förmlich „unter die Haut gehen“ und bisweilen über lange Zeit hinweg gespeichert wurden. Kunst berührt unser persönliches emotionales Archiv. Ob Werke als angenehm oder als unangenehm empfunden werden, ob sie irritieren oder beglücken, hängt wesentlich von den gespeicherten Erfahrungen ab.

 

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Tadeusz Kantor ?Die tote Klasse, 1975 ?Rauminstallation, Holzboden, -bänke, -tische, Puppen,
Kleidung,?150 x 150 x 300cm?2007
erworben von PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.?Foto:
Bayerische Staatsgemäldesammlungen,

Sibylle Forster?© Tadeusz Kantor

 

Bei der Betrachtung von Kunst wird dem Gefühl meist weniger Bedeutung beigemessen als dem Verstand. Denn es scheint der Komplexität und intellektuellen Tiefe von Kunst zu widersprechen. Diese Dominanz des Rationalen schreckt viele ab, sich insbesondere mit zeitgenössischer Kunst zu beschäftigen.

 

FEELINGS möchte diese Schwellenängste unterlaufen. Denn die Intuition stellt einen wesentlichen Zugang zur Kunst dar. Und schließlich basiert auch die Entstehung eines Werkes auf persönlichem Erleben. FEELINGS möchte diese Perspektive auf die Kunst in den Mittelpunkt stellen.  

 

Die Ausstellung zeigt Beiträge folgender Künstler und Künstlerinnen:

Hans Aichinger, Monika Baer, Heike Kathi Barath, Vlassis Caniaris, Gregory Crewdson, Alex Da Corte, Nathalie Djurberg und Hans Berg, Drei Hamburger Frauen,Marlene Dumas, Elmgreen & Dragset, Tracey Emin, Gotthard Graubner, Jenny Holzer, Thilo Jenssen, Tadeusz Kantor, Ruprecht von Kaufmann, Mike Kelley und Paul McCarthy, Jochen Klein, Rosa Loy, Rosilene Luduvico, Stephan Melzl, Olaf Metzel, Miwa Ogasawara, Catherine Opie, Laura Owens, Richard Prince, Bernhard Prinz, Alexandra Ranner, Wilhelm Sasnal, Markus Schinwald, Norbert Schwontkowski, Cindy Sherman, Sam Taylor Johnson, Jessica Vaughn, Gillian Wearing, Amelie von Wulffen und Artur Zmijewski.

 

Die gezeigten Werke entstammen dem Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, der Sammlung Goetz sowie weiteren privaten Sammlungen.

 

 

 

 

Kuratoren: Bernhart Schwenk und Nicola Graef

25.10.2019 - 19.07.2020
Ausstellung München . Für die sechste Ausgabe der Serie „Der Öffentlichkeit“ hat Theaster Gates die raumgreifende Installation „Black Chapel“ entwickelt. Das vielteilige Werk reagiert auf die repräsentative Architektur der 800 Quadratmeter großen Mittelhalle des Haus der Kunst, indem es ihr ein komplexes, politisch wie spirituell aufgeladenes Narrativ entgegensetzt: zwei große Pavillons sowie Vitrinen beherbergen eine Vielzahl an Skulpturen, Fotografien und Dokumenten.
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Theaster Gates: Black Chapel
Ausstellung München . Für die sechste Ausgabe der Serie „Der Öffentlichkeit“ hat Theaster Gates die raumgreifende Installation „Black Chapel“ entwickelt. Das vielteilige Werk reagiert auf die repräsentative Architektur der 800 Quadratmeter großen Mittelhalle des Haus der Kunst, indem es ihr ein komplexes, politisch wie spirituell aufgeladenes Narrativ entgegensetzt: zwei große Pavillons sowie Vitrinen beherbergen eine Vielzahl an Skulpturen, Fotografien und Dokumenten.

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Theaster Gates im Gespräch zur Ausstellungseröffnung im Haus der Kunst

 

Der US-amerikanische Künstler Theaster Gates (*1973) schlägt mit seinem Werk eine Brücke zwischen Kunst und Leben. Er fasziniert mit spannungsgeladenen Raumkonstellationen, mit denen er das Beziehungsgeflecht zwischen der stereotypen Repräsentation Schwarzer Kultur und den dahinter liegenden Machtstrukturen sichtbar macht. Unter Einbezug einer vielgestaltigen Praxis, die Skulptur, Installation, Film, Performance, Improvisation, musikalische Komposition und Aktionen im urbanen Raum einschließt, verwandelt Theaster Gates Räume in Orte der künstlerischen Intervention, und damit in potentielle Plattformen für politischen, kulturellen und sozialen Wandel. 

 

 

 

Für die sechste Ausgabe der Serie „Der Öffentlichkeit“ hat Theaster Gates die raumgreifende Installation „Black Chapel“ entwickelt. Das vielteilige Werk reagiert auf die repräsentative Architektur der 800 Quadratmeter großen Mittelhalle des Haus der Kunst, indem es ihr ein komplexes, politisch wie spirituell aufgeladenes Narrativ entgegensetzt: zwei große Pavillons sowie Vitrinen beherbergen eine Vielzahl an Skulpturen, Fotografien und Dokumenten. Darüber hinaus zeigen riesige, rotierende Leuchttafeln Fotografien aus den Archiven der ikonischen Johnson Publishing Company. Erstmalig wurde dieses Bildmaterial in den Magazinen „Ebony“ und „Jet“ veröffentlicht – zwei Publikationen mit Kultstatus, die maßgeblich zur Verbreitung Schwarzer Kultur in den Vereinigten Staaten beitrugen. Das Zusammenspiel von Skulptur und Fotografie eröffnet einen Raum, der Fragen zu Schwarzer Geschichte, Spiritualität und Repräsentation thematisiert und visuell neu formuliert.In der benachbarten Archivgalerie macht Theaster Gates zudem die Plattensammlung von Jesse Owens zugänglich, die sich in seinem Besitz befindet.

 

 

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Ausstellungsansicht "Black Chapel" Foto Heiner Henninges

 

 

Der Athlet Jesse Owens (1913-1980) wuchs zu Zeiten der strikten Rassentrennung in den USA auf und wurde entsprechend wenig gewürdigt. Auf der Olympiade in Berlin holte der Ausnahmesportler 1936 unter den Augen Adolf Hitlers mehrere Goldmedaillen. Seine Erfolge wurden von der umstrittenen Regisseurin und Fotografin Leni Riefenstahl festgehalten, die dort den Propagandafilm „Olympia“ drehte.

Das Material ist nun als Teil eines neu entstandenen Films des Künstlers zu sehen und ermöglicht einen kritischen Blick auf die rassistische Bildpolitik.Die Wege von Jesse Owens und Leni Riefenstahl kreuzten sich erneut im Jahr 1972, als beide abermals zur Olympiade nach München reisten. Die Annäherung an die Lebensgeschichte von Jesse Owens über den Sound der mehr als 1800 Platten umfassenden Sammlung und deren Rezeption sowie das Aufeinanderprallen der rassistischen Ideologien der USA und Deutschlands, die Jesse Owens‘ Lebenszeit prägten, sind im Kontext der belasteten Geschichte des Haus der Kunst besonders aufschlussreich.

 

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Ausstellungsansicht "Black Chapel" Foto Heiner Henninges

 

„Come shout with us and shake your funky ass“ (Theaster Gates) 
Theaster Gates ist Gründer und Sänger des legendären Ensembles Black Monks (ehemals Black Monks of Mississippi). Die musikalischen Wurzeln der Gruppe liegen in der sogenannten „Music of the South“ - dem Blues, Funk und der Gospelmusik, greifen aber auch asketische Praktiken der östlichen Klostertraditionen auf.

Die Stimmen und Sounds heben experimentell die Besonderheiten des „Black Sounds“ hervor und rufen Sehnsucht, Freude, Schmerz und Ekstase wach.

 

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