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Fotoausstellungen

18.02.2019 - 30.04.2019
Ausstellung Wien . Die Ausstellung „Unwägbarkeiten“ mit Werken von Gabriela Morawetz findet im Rahmen von Foto Wien und in Kooperation mit dem Polnischen Kulturinstitut in der Wiener Anzenberger Galerie statt.18. Februar bis 30. April 2019
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Gabriela Morawetz: Unwägbarkeiten
Ausstellung Wien . Die Ausstellung „Unwägbarkeiten“ mit Werken von Gabriela Morawetz findet im Rahmen von Foto Wien und in Kooperation mit dem Polnischen Kulturinstitut in der Wiener Anzenberger Galerie statt.18. Februar bis 30. April 2019

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Reproduktionen können Gabriela Morawetzs Werken nicht gerecht werden. Obwohl es fotografische Arbeiten sind, wirken sie mehr wie dreidimensionale Objekte. Es sind komplexe Kunstwerke auf Leinwand, Glas und Metall, in denen Reflektionen mit Materie spielen.

Mit Morawetz tritt die Fotografie in eine neue Dimension ein. In Schwerelosigkeit, ohne Erdanziehungskraft zu arbeiten, erscheint wie eine Metapher für die Arbeitsweise der Künstlerin. Von der Realität losgelöst, von einer Idee komplett eingenommen, weitergetragen von einer grundlegenden Energie zu einem unbekannten Resultat.

 

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Ihre Erkundungen machen aus Morawetz eine Alchemistin, der es gelingt, die Magie des Materials und die Praxis des Experiments zu verbinden. Sie bewegt sich in ihrer künstlerischen Praxis zwischen Studio und Dunkelkammer. Zur Fotografie kam Morawetz nach dem Studium der Malerei, Skulptur und Radierung an der Akademie der Künste in Krakau. All diese Techniken sind wie Echos in ihrer Arbeit präsent.

Gabriela Morawetz  ist gebürtige Polin und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Krakau. Von 1975 bis 1983 lebte sie in Venezuela und seither in Frankreich.

 

Anzenberger Gallery, Absberggasse 27, Wien

07.02.2019 - 17.02.2019
Ausstellung Berlin . Die Ausstellung „Vom Kopf zum Bild und zurück“ wird von dem Fotografen und Dozenten an der Ostkreuzschule für Fotografie Ludwig Rauch kuratiert und betreut. 17 seiner Studentinnen und Studenten stellen sich in dieser Ausstellung im Kunstquartier Bethanien dem Thema. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausstellung repräsentieren sich jeweils mit einer in sich geschlossenen thematischen Arbeit im künstlerischen Bereich der Fotografie. 7.2. bis 17.2.2019
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„Vom Kopf zum Bild und zurück“
Ausstellung Berlin . Die Ausstellung „Vom Kopf zum Bild und zurück“ wird von dem Fotografen und Dozenten an der Ostkreuzschule für Fotografie Ludwig Rauch kuratiert und betreut. 17 seiner Studentinnen und Studenten stellen sich in dieser Ausstellung im Kunstquartier Bethanien dem Thema. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausstellung repräsentieren sich jeweils mit einer in sich geschlossenen thematischen Arbeit im künstlerischen Bereich der Fotografie. 7.2. bis 17.2.2019

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Foto Nadja Rentzsch
Eine der vielen phantasievollen Aufnahmen aus ihrer Arbeit "Lieber Löwenzahn"

 

Als Dozent an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin betreut Ludwig Rauch nicht nur seit Jahren die Abschlussklassen, sondern leitet zusätzlich ein Seminar. In diesem Seminar liegt der Akzent woanders als beim freien Lehrprogramm. In ihm begegnen sich unterschiedliche, bereits genauer formulierte künstlerische Positionen, um Reflexionen über Möglichkeiten und Grenzen

Alles ist möglich, Kunst und Design gehen ineinander über. Lückenlos herrscht zudem der Kunstmarkt über die öffentliche Wahrnehmung der Kunstproduktion, ohne seine Kriterien offenzulegen. 

Wie macht man Bilder und wann ist ein Bild gut? Ist Schönheit gut oder liegt die Wahrheit im Unperfekten?  In welchem Moment steigert sich eine Situation zu ihrem Höhepunkt oder war der Moment davor, als der Ausgang noch offen schien, geeigneter? Soll ich Spannung aufbauen, Geheimnisse erzeugen oder den Moment der Spannungsentladung abwarten?

 

 

 

 

 

 

Bild Ausstellung Vom Kop zum Bild und zurück_print

 

Foto: Moritz Hebel-Haug

 

Das sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Ausstellung:

 Sabine Dobinsky, Gabriella Falana, Tamara Granatkina, Lale Inez, Diana Juneck, Stephanie Matter, Diana Kornelius, Nadja Rentzsch, San Dra, Eva Grillhösl, Jessica Wolfelsperger, Henryk Boeck, Rainer Enke, Moritz Hebel-Haug, Ruslan Hrushchak, Martin Tscholl, Henning Willner

 

Studio 1 im Kunstquartier Bethanien in Berlin Kreuzberg

 

 

02.02.2019 - 27.04.2019
Fotoausstellung Berlin – „Women on View Die Ästhetik des Begehrens in der Werbung“ ist das Thema der Ausstellung in den Räumen der Chaussee 36. Die Gruppenausstellung Women on View zeigt die Erotisierend des weiblichen Körpers in der Werbefotografie mit den Werken von namhaften wie Horst P. Horst, Erwin Blumenfeld, Helmut Newton, Peter Lindbergh, Herb Ritts, Irving Penn und Jeanloup Sieff.
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Women on View
Fotoausstellung Berlin – „Women on View Die Ästhetik des Begehrens in der Werbung“ ist das Thema der Ausstellung in den Räumen der Chaussee 36. Die Gruppenausstellung Women on View zeigt die Erotisierend des weiblichen Körpers in der Werbefotografie mit den Werken von namhaften wie Horst P. Horst, Erwin Blumenfeld, Helmut Newton, Peter Lindbergh, Herb Ritts, Irving Penn und Jeanloup Sieff.

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Hervé Plumet: Campaign for AUDI 2003, courtesy und ©  the artist

 

Die Abbildung des unbekleideten, idealen Menschen unterliegt in der westlichen Kunst einer langen Tradition. Doch erst die Moderne löste Nacktheit aus ihrem religiösen oder allegorischen Kontext heraus und zeigte sie offen und natürlich, auch in Verbindung mit Eros. Heute gehören nackte Körper, vor allem von Frauen, zur medialen Dauerware, sind aus der Werbebranche nicht wegzudenken.

 

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Ellen von Unwerth: Happy Socks Campaign, Los Angeles, 2015 courtesy the artist

 

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Guy Bourdin, French Vogue, Jnauar 1980, The Guy Bourdin Estate, 2018,
courrtesy Louis Alexander Gallery and Chaussee 36

 

Von Anfang an inszenierte die Werbeindustrie den weiblichen Körper zur besseren Vermarktung von Produkten, während sie männliche Nacktheit noch bis ins späte 20. Jahrhundert kaum beachtet ließ. Modelle verkörpern demnach das Idealbild westlicher, weiblicher Schönheit. Und doch widersetzten sie sich über Jahrzehnte hinweg einem einheitlichen Kanon, was auf die charakteristische Entwicklung der Präsentation von Frauenfiguren zurückzuführen ist. Besonders in Bildern der Mode- und Werbefotografie kannLifestyles konstatiert werden.

Die Gruppenausstellung Women on Viewthematisiert die Erotisierung des weiblichen Körpers in der Werbefotografie – angefangen bei der frühen Produktreklame der 1940er Jahre, über die Ära der Hyper-Erotisierung der Frau in den 1990er Jahren hin zu zeitgenössischen Positionen in der Werbefotografie. Präsentiert werden legendäre Plakate und Fotografien von namhaften Künstlern wie Horst P. Horst, Erwin Blumenfeld, Helmut Newton, Peter Lindbergh, Herb Ritts, Irving Penn undJeanloup Sieff, um nur einige zu nennen. Einerseits zeigt die Ausstellung verschiedene Darstellungsweisen der Frau in der Werbung auf. Andererseits hinterfragt sie die wechselseitigen Einflüsse der modischen und kommerziellen Fotografie bei der Schaffung ästhetischer Standards.

 

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Franco Rubartelli, Veruschka, Safari dress by Yves Saint Laurent, 1968,
courtesy Ira Stehmann Fine Art

 

Darüber hinaus verweist die Ausstellung auf den soziokulturellen Einfluss von Werbung. Diese ist ein Spiegelbild gesellschaftlicher Einstellungen und beeinflusst als Ab- und Vorbild gängige Rollenbilder und Vorstellungen von Schönheit. In unserer gegenwärtig mediendominierten Welt wird die Verbreitung von genormten Attraktivitätsvorstellungen und Schönheitsidealen zunehmend begünstigt. So führte die Nutzung einer Bildsprache, in der weibliche Modelle signifikant aufreizend und provokativ gezeigt wurden, in der Vergangenheit zu einer zunehmenden Sexualisierung in der Öffentlichkeit. Ist die Darstellung von Frauen heute immer noch ein Zeugnis der Begierde in unserem gesellschaftlichen Streben nach den Idealen menschlicher Vollkommenheit? Oder ist diese Form des Begehrens bereits im Wandel begriffen?

Anlässlich der Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation (dt.-engl.) mit einem Vorwort des Kurators der Helmut Newton Stiftung Matthias Harder, Texten der Soziologin Esther Loubradou sowie zahlreichen Abbildungen von historischen Werbefotografien.

 

Chaussee 36, Chausseestraße 36, Berlin

01.02.2019 - 12.05.2019
Fotoausstellung Berlin . Das Deutschen Historischen Museum zeigt die Ausstellung „Das exotische Land. Fotoreportagen von Stefan Moses“. Anhand von 250 Fotografien sowie Zeitschriften und Büchern zeichnet die Ausstellung Moses‘ Weg vom umtriebigen Fotoreporter zu einem der wichtigsten Porträtfotografen und Chronisten der Bundesrepublik nach. 1. Februar bis 12. Mai 2019
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Stefan Moses – Das exotische Land
Fotoausstellung Berlin . Das Deutschen Historischen Museum zeigt die Ausstellung „Das exotische Land. Fotoreportagen von Stefan Moses“. Anhand von 250 Fotografien sowie Zeitschriften und Büchern zeichnet die Ausstellung Moses‘ Weg vom umtriebigen Fotoreporter zu einem der wichtigsten Porträtfotografen und Chronisten der Bundesrepublik nach. 1. Februar bis 12. Mai 2019

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Frauen unter Trockenhauben im Friseursalon
Stefan Moses, undatiert
© Elsa Bechteler-Moses

 

 

Stefan Moses (1928-2018) zählt zu den großen Fotografen der Bundesrepublik. Seine Aufnahmen von Angehörigen verschiedenster Berufsgruppen – stets im Freien vor einem grauen Tuch entstanden – machten ihn Anfang der 1960er Jahre zu einem der gefragtesten Porträtfotografen Deutschlands. Weniger bekannt ist dagegen sein Frühwerk: Fotoreportagen, für die Moses seit 1950, meist im Auftrag illustrierter Zeitschriften des Münchner Kindler-Verlages, durch Deutschland, Europa und Übersee reiste. 1960 wechselte Moses zur führenden deutschen Illustrierten „Stern“, die für ihre aufwendigen Fotoreportagen die besten Fotografen Deutschlands engagierte. Stefan Moses reiste für das Magazin unter anderem nach Israel, Großbritannien und Chile. Immer wieder aber berichtete er mit großem soziologischem Gespür und einer unverkennbaren fotografischen Handschrift auch aus dem „exotischen“ Land Deutschland – einem Land, das sich nach Terror und Krieg mit Wiederaufbau und Wirtschaftswunder neu erfinden wollte.

 

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Rollmopspackerin
Stefan Moses, 1962, 1964
© Elsa Bechteler-Moses

 

Anlässlich seines ersten Todestags am 3. Februar 2019 zeigt die Ausstellung erstmals frühe und heute weitgehend unbekannte Fotoreportagen und Bildessays aus dem Nachlass Moses‘ neben einer Auswahl aus seinen berühmten Porträtserien „Deutsche“ und „Emigranten“ aus der Sammlung des Deutschen Historischen Museums. Politische Momentaufnahmen, gesellschaftliche Beobachtungen und humorvolle Alltagsimpressionen verdichten sich dabei zu einem Porträt der jüngeren deutschen und internationalen Zeitgeschichte. Gemeinsam ist ihnen Moses‘ ironisch-distanzierter, aber nie denunzierender Blick auf die Menschen und die gesellschaftlichen Verhältnisse. Deutschland und die Deutschen blieben dabei bis zuletzt sein Lebensthema. „Für mich ist Deutschland genau so exotisch wie Afghanistan oder Paraguay, überall unerforschte Gebiete“, begründete Stefan Moses einmal seine Jahrzehnte andauernden fotografischen Erkundungen.

 

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Schaulustige warten auf den Ausritt der Queen
Stefan Moses, 1962
© Elsa Bechteler-Moses

 

Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, Berlin

 

 

20.01.2019 - 31.03.2019
Fotoausstellung Erfurt . „Food for Your Eyes“ in der Kunsthalle Erfurt stellt vor wie internationale Food-Fotografie heute aussieht. Die Ausstellung ist aus dem von Foodfotografen Günter Beer ins Leben gerufene und organisierte „Food Photo Festival“ hervorgegangen. 20. Januar bis 31. März 2019
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Food For your Eyes
Fotoausstellung Erfurt . „Food for Your Eyes“ in der Kunsthalle Erfurt stellt vor wie internationale Food-Fotografie heute aussieht. Die Ausstellung ist aus dem von Foodfotografen Günter Beer ins Leben gerufene und organisierte „Food Photo Festival“ hervorgegangen. 20. Januar bis 31. März 2019

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Michael Crichton & Leigh MacMillan, Breakfast in America, © Michael Crichton

 

Längst ist die Modefotografie keine rein angewandt-kommerzielle Angelegenheit mehr. Künstler wie Jürgen Teller haben dem Genre eine unerwartet künstlerische Note verliehen, indem er die Standards verließ und höchst ungewöhnliche Perspektiven auf Models und Mode entwarf. 
Ähnliches gilt auch für einen anderen Bereich der angewandten Fotografie: das Fotografieren von Speisen und deren Zutaten für die Werbung, für Kochbücher etc. Auch hier hat die Zahl der Fotografen und Fotografinnen zugenommen, die sich an künstlerischen Bildlösungen orientieren und auf unerwartete Ansichten von Lebensmitteln und ihrer Verarbeitung setzen.

 

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Carmen Troesser, The Thaw, ©Carmen Troesser , Food Photo Festival Award 2017

 

Weltweit das einzige seiner Art ist das „Food Photo Festival“ in Vejle, Dänemark. Das von dem deutschen Foodfotografen Günter Beer ins Leben gerufene und organisierte „Food Photo Festival“ mit Vorträgen, Kursen und Ausstellungen  ist Treffpunkt  der besten Foodfotografen und Foodstylisten, Artdirektoren, Kochbuchautoren, Foodjournalisten sowie von interessierten Besuchern aus aller Welt.

 

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Sylvan Müller, Meat the green, Butcher 4, © Sylvan Müller

 

Zur internationalen „Food Photo Festival Biennale“ 2017 begrüßte Veranstalter und Kurator Günter Beer über 200 der besten Foodfotografen aus 26 Ländern zu Austausch und Werkschau. Von Pop-Art über klassische Foodfotografie bis hin zu Kurzfilmen reichte das Spektrum.

Zwei Preise wurden auf dem Festival vergeben: Carmen Troesser (USA) wurde mit dem Preis "Foodphoto 2017" ausgezeichnet. Der Preis "Food Feature" wurde dem Film "Hungry" von Maisie Crow (USA) zugesprochen.

 

Aus den Präsentationen dieser Biennale ist die Ausstellung „FOOD FOR YOUR EYES“ hervorgegangen. Kuratiert von Günter Beer umfasst die opulente Schau  fotografische Abzüge von 18 Fotografen sowie eine Multimediaarbeit.

 

Kunsthalle Erfurt, im Haus zum Roten Ochsen, Fischmarkt 7, Erfurt

 

19.01.2019 - 10.02.2019
Fotoausstellung Altdorf/ Schweiz. Die Jubiläums-Wanderausstellung „10 Jahre Fotografieren macht Schule 2007 -2017“ macht Station in der Säulenhalle des Dätwyler Areals im schweizerischen Altdorf. Vom 19. Januar bis 10. Februar 2019
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10 Jahre Fotografieren macht Schule
Fotoausstellung Altdorf/ Schweiz. Die Jubiläums-Wanderausstellung „10 Jahre Fotografieren macht Schule 2007 -2017“ macht Station in der Säulenhalle des Dätwyler Areals im schweizerischen Altdorf. Vom 19. Januar bis 10. Februar 2019

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Maja-Bieger-Jubilaeumsausstellung-10-Jahren-Fotografieren-macht-Schule
Verein-Pro-FomaSchu

 

Als erstes Projekt des noch jungen, gemeinnützigen Vereins Pro FomaSchu werden 153 Fotografien und 34 Buchzitaten von 52 Mitwirkenden in der Säulenhalle  des Dätwyler Areals Altdorf gezeigt.

 

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Foto-Judith-Eicher-Jubilaeumsausstellung-10-Jahren-Fotografieren-macht-Schule
Verein-Pro-FomaSchu

 

Die Fotografien stellen eine eigentliche Werkschau besonders gelungener Resultate von mehr als 20 Aufgabenstellungen des Lehrmittels „Fotografieren macht Schule“ (Schulverlag Bern, 2006) dar. Sie sind allesamt mit digitalen Fotokameras entstanden und sollen die Besuchenden einladen, sich mit den Gestaltungsmitteln und der Bildsprache der Fotografie zu befassen. Kinder und Jugendliche sowie Lehrpersonen, Eltern und weitere an der Fotografie interessierte Menschen sollen von den Exponaten der Gruppenausstellung  inspiriert und für eigene spielerische Aktivitäten mit dem Fotoapparat animiert werden.

 

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Foto-Josef-Faessler-Jubilaeumsausstellung-10-Jahren-Fotografieren-macht-Schule-Verein
Pro-FomaSchu

 

Als Ergänzung werden fünf historische Fotografien aus dem Nachlass von Carl und Karl Gisler gezeigt, die vom Staatsarchiv Uri zur Verfügung gestellt wurden.

In Ergänzung zur Ausstellung werden für angehende und amtierende Lehrkräfte Weiterbildungen im Bereich der Mediendidaktik angeboten. Für Schulklassen aller drei Zyklen nach Lernplan 21 werden didaktische Unterrichtseinheiten  mit sinnvollen Aufgabenstellungen  im Umgang mit den Fotografien der Ausstellung unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

 

Säulenhalle im Dätwyler Areal, Dätwylerstraße 25, Altdorf

Weitere Infos:

https://www.daetwyler-stiftung.ch/service/news/news-details/artikel/freie-bueromietflaechen-als-ausstellungsort-51/

16.01.2019 - 14.03.2019
Fotoausstellung . Eine spannende Ausstellung erwartet die Besucher des Willy-Brandt-Hauses vom 16. Januar bis 14. März 2019 mit „bau1haus – Die Moderne der Welt“ Eine fotografische Reise von Jean Monitor. Einhundert Jahre nach Gründung des Bauhaus, der wohl populärsten und gleichzeitig umstrittensten Kunstschule in Weimar, werden die Spuren der architektonischen Moderne weltweit gezeigt.
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bau1haus – Die Moderne in der Welt
Fotoausstellung . Eine spannende Ausstellung erwartet die Besucher des Willy-Brandt-Hauses vom 16. Januar bis 14. März 2019 mit „bau1haus – Die Moderne der Welt“ Eine fotografische Reise von Jean Monitor. Einhundert Jahre nach Gründung des Bauhaus, der wohl populärsten und gleichzeitig umstrittensten Kunstschule in Weimar, werden die Spuren der architektonischen Moderne weltweit gezeigt.

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© Jean Molitor, Dänemark, Kopenhagen, Tankstelle Skovshoved, Arne Jacobsen, 1936

 

Das moderne Leben bricht sich nach 1918 Bahn. Bedürfnisse der Menschen nach Licht und Luft, nach Wohn- und Stadthygiene, der Einsatz neuer Materialien wie Beton, Stahl und Glas sowie innovative Entwurfsprinzipien wie Funktionalität ("Form folgt der Funktion") und organische Tendenzen im Bauen, führen zur klassischen Moderne in der Architektur, der Einsatz historischer Formen wird abgelehnt. Der Fotograf Jean Molitor ist seit 2009 in Europa, Afrika, Asien, Amerika und dem Nahen Osten unterwegs. Auf der ganzen Welt findet er die Erben des Bauhaus – sei es in Berlin oder Casablanca, Stuttgart oder Havanna, St. Petersburg oder Guatemala Stadt, Wien oder Bukavu im Kongo.

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© Jean Molitor, Marokko, Casablanca, Wohnhaus Salomon Benajal, Joseph und Elias Suraqui, 1931

 

Ganze Generationen sind mit der sachlich-nüchternen und funktionalen Bauhaus-Architektur konfrontiert und sozialisiert worden. Wegbereiter, Wegbegleiter und Erben der Moderne vereint eine Architektursprache, die mit dem Begriff Bauhaus allgemein verständlich wird. Für das Kunstprojekt bau1haus ist die Ästhetik der Bauten zentrales Element einer epochemachenden Bewegung in Architektur, Kunst und Design, die aus dem Jugendstil in die Moderne führt.

Der Berliner Fotograf Jean Molitor studierte künstlerische Fotografie an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Arno Fischer. Seit 1994 ist er freischaffender Fotograf für Magazine, Zeitungen und Industrie. 2009 startete er sein Projekt bau1hauswww.bau1haus.de

Katalog von Hatje Cantz zur Ausstellung: 
bau1haus – die moderne in der welt / modernism around the globe
Fotografien Jean Molitor, Texte Dr. Kaija Voss, 40 Euro

Fachbuch vom bebra Verlag: 
Bauhaus – Eine fotografische Weltreise / A photographic journey around the world
Fotografien Jean Molitor, Texte Dr. Kaija Voss, 46 Euro

 

 

Nicht vergessen, der Eintritt zur Ausstellung ist  frei, aber ein Ausweis erforderlich.

Willy-Brandt-Haus, Stresemannstraße 28, Berlin

13.01.2019 - 03.03.2019
Ausstellung Amsterdam . Am 12. Januar startet Foam eine neue Pop-Up-Location: Foam Next Door. In einem ehemaligen Büroraum in der Keizersgracht 617 - zwei Türen vom Museum entfernt - zeigt Foam die brandneue Ausstellung Foam Talent 2019 mit Werken einer neuen Generation bildender Künstler. 13. Januar - 3. März 2019
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Foam Next Door - Talent 2019
Ausstellung Amsterdam . Am 12. Januar startet Foam eine neue Pop-Up-Location: Foam Next Door. In einem ehemaligen Büroraum in der Keizersgracht 617 - zwei Türen vom Museum entfernt - zeigt Foam die brandneue Ausstellung Foam Talent 2019 mit Werken einer neuen Generation bildender Künstler. 13. Januar - 3. März 2019

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Kaelyn and the girls, from the series Frères d’une île pas très proche, 2018 © Durimel

 

Die Arbeit von zwanzig herausragenden jungen Künstler, die im Rahmen des jährlichen Foam Talent Call ausgewählt wurden, wurde erstmals im Foam Magazine # 52, Talent Issue, vorgestellt. Nach der Präsentation bei Foam Next Door wird die Foam Talent-Ausstellung nach New York, London und Frankfurt reisen.

Die 20 ausgewählten Fotografen geben Einblick in die heutige Position der zeitgenössischen Fotografie. Diese aufstrebenden Fotografen überschreiten mit Leichtigkeit die Grenzen des fotografischen Mediums. Objektinstallationen, bei denen die Erfahrung des Werkes ebenso wichtig ist wie der ästhetische Wert, sind ebenso leicht zu finden wie klassische zweidimensionale Fotografien, während Archivmaterial zusammen mit der vielschichtigen Langzeitforschung weiterhin eine wichtige Rolle spielt.

 

Foam, Keizersgracht 617, Amsterdam

12.01.2019 - 27.03.2019
Fotoausstellung Köln . Die Ausstellung "Strange Encounters" (merkwürdige Begegnungen) zeigt skurrile und humorvolle Beobachtungen, die der bekannte deutsche Reportagefotograf Thomas Hoepker auf seinen Reisen machen konnte. 12. Januar bis 27. März 2019
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Thomas Hoepker - Strange Encounters
Fotoausstellung Köln . Die Ausstellung "Strange Encounters" (merkwürdige Begegnungen) zeigt skurrile und humorvolle Beobachtungen, die der bekannte deutsche Reportagefotograf Thomas Hoepker auf seinen Reisen machen konnte. 12. Januar bis 27. März 2019

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Bild Thomas Hoepker

 

Thomas Hoepker (*1936, München) gilt als einer der bekanntesten Reportagefotografen der Welt. Anfangs als Fotoreporter und Korrespondent für den “stern” unterwegs, fotografierte er weltweit und machte unter anderem Bilder, die von zeitgeschichtlicher Bedeutung sind. Später wurde er Art Director beim stern, Executive Editor bei GEO und Präsident von Magnum Photos. Damit etablierte sich Hoepker in einigen der wichtigsten Positionen der internationalen Fotoszene. Buchprojekte, Filmproduktionen und unzählige Ausstellungen in den wichtigsten Museen und Galerien der Welt folgten.

 

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Bild Thomas Hoepker

 

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Bild Thomas Hoepker

 

"Als Fotojournalist, arbeitend für Zeitungen und Magazine, ist man oft mit den eher schlechten Situationen konfrontiert. Aber schon bald entdeckte ich, dass dort auch lustige oder merkwürdige Begegnungen zu finden sind, die es wert sind fotografiert zu werden," So Thomas Hoepker.

 

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Bild Thomas Hoepker

 

Neben "Strange Encounters" zeigt die in focus Galerie, Köln die berühmtesten Fotografien aus Thomas Hoepkers langer Karriere.

 

In focus Galerie, Hauptstraße 114, Köln

 

 

12.01.2019 - 24.02.2019
Fotoausstellung Rostock . In einer umfassenden Einzelausstellung, die zuerst in der Kunsthalle Rostock und anschließend in der Berliner Galerie Semjon Contemporary zu sehen ist, präsentiert die Schauspielerin Kaja Flint ihre klassisch in schwarz-weiß gestalteten, ungewöhnlichen Porträtaufnahmen. 12. Januar bis 24. Februar 0219
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Katja Flint – Eins
Fotoausstellung Rostock . In einer umfassenden Einzelausstellung, die zuerst in der Kunsthalle Rostock und anschließend in der Berliner Galerie Semjon Contemporary zu sehen ist, präsentiert die Schauspielerin Kaja Flint ihre klassisch in schwarz-weiß gestalteten, ungewöhnlichen Porträtaufnahmen. 12. Januar bis 24. Februar 0219

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Katja Flint, Mike, 2017 copyright Katja Flint

 

 

Seit über 30 Jahren formt und verkörpert Katja Flint als Schauspielerin menschliche Emotionen und Charakteristika. Nun wagt sie einen Perspektivwechsel, indem sie das Menschsein mit fotografischen Mitteln untersucht. Die Porträts erinnern an die ent- bzw. verrückte Mimik eines Francis Bacon oder an Samuel Becketts „Not I“ (1973), ohne ihren eigenen Standpunkt zu verlassen.

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Katja Flint, Hitchcock Jenny, 2018 copyright Katja Flint

 

„Die ungewöhnlichen Fotografien von Katja Flint sind eine Spielart des Porträts. Normalerweise setzen Künstler im Porträt auf Realismus oder eine Transformation im menschlichen Ausdruck, etwa auf Rollenspiele, und nicht auf Gefühle. In ihrem Hauptjob als Schauspielerin schlüpft Katja Flint immer wieder in neue Rollen und verkörpert andere Charaktere. Wenn sie allerdings selbst mit ihrer Kamera im heimischen Fotostudio den Part der Regisseurin, Beleuchterin und Ausstatterin übernimmt, ist sie an den unterschiedlichen Charaktereigenschaften eines Menschen, vor allem an echten menschlichen Emotionen interessiert. Kurze Regieanweisungen stehen am Anfang jeder Fotositzung, etwa: „Stell dir vor, du bist ein Tier, das bedroht wird.“ Alternativ gibt Flint dem ausgewählten Gegenüber einen Begriff von einer ziemlich langen, von ihr selbst zusammengestellten Liste zur Inspiration an die Hand, wie zum Beispiel Verwirrung, Verlorenheit, Staunen, Leichtigkeit, Transzendenz, Erwachen, Stolz, Lust, Neid oder Scham.

 

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Katja Flint, Angry Young Man, 2017 copyright Katja Flint

 

Flints selbst formuliertes künstlerisches Ziel ist es, in der Fotografie einen malerischen Effekt zu erzielen und gleichzeitig ins Innere des Menschen zu schauen. Das geschieht diskret und vorsichtig, mit großem Einfühlungsvermögen, nie aufdringlich oder gar desavouierend. Katja Flints Fotografien wirken authentisch, mitunter so intensiv, dass sie verstören, und durch den schwarzen Bildraum und das exponierte Gesicht gleichzeitig auch theatralisch und so könnten wir, gleichsam zur eigenen Beruhigung, darin nur die Darstellung einer Emotion sehen.

Die höchst sensible und empathische Kunst Katja Flints öffnet uns die Augen, unter anderem für uns selbst. Die mal subtilen, mal brachialen Aufnahmen menschlicher Emotionen, diese statischen und stillen Bilder, sind großes Kino. Sie entführt uns mit ihren düsteren und intensiven Menschenschilderungen in eine tragtraumhafte, ja kinematographische Parallelwelt. Möglich ist das wohl nur im Medium Fotografie und so schließt sich hier der Kreis medial in geradezu idealer Weise.“ Dr. Matthias Harder, Kurator der Helmut Newton Stiftung

 

Ab 30. März bis 4. Mai 2019 wird die Ausstellung in der Galerie Semjon Contemporary Berlin, Schröderstr. 1, Berlin, zu sehen sein.

Anlässlich der beiden Ausstellungen erscheint im Januar 2019 eine Monografie im DISTANZ Verlag.

Kunsthalle Rostock, Hamburger Str. 40, Rostock

11.01.2019 - 31.03.2019
Fotoausstellung Berlin . Das Haus am Kleistpark zeigt die Werkserie „Die zweite Heimat“ von Peter Bialobrzeski, einem der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart, dessen Arbeiten schon vielfach ausgezeichnet wurden. “Die zweite Heimat“ ist die Fortsetzung seines Projekts „Heimat“, das erstmals 2005 publiziert wurde. 11.1. bis 31.3.2019
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Peter Bialobrezeski – Die zweite Heimat
Fotoausstellung Berlin . Das Haus am Kleistpark zeigt die Werkserie „Die zweite Heimat“ von Peter Bialobrzeski, einem der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart, dessen Arbeiten schon vielfach ausgezeichnet wurden. “Die zweite Heimat“ ist die Fortsetzung seines Projekts „Heimat“, das erstmals 2005 publiziert wurde. 11.1. bis 31.3.2019

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Peter Bialobrzeski - Bochum 2012

 

Für Die zweite Heimat reiste Peter Bialobrzeski von 2011 bis 2016 mit seiner Kamera durch Deutschland. Mit seinen Fotografien versucht der Künstler, die soziale Oberfläche des Landes zu beschreiben, das ihm seit mehr als 50 Jahren eine Heimat bietet. In seinem Blick wird die Straße zum Resonanzraum. Ihn interessiert die Frage: Wie sieht das Land aus, in dem ich lebe, wenn ich es im Bild festhalte? Wie sieht die Gegenwart aus, wenn sie als Vergangenheit betrachtet wird?

Bialobrzeski fotografiert den vom Menschen geprägten Außenraum: Stadt, Land, Architektur. Menschen kommen vor, wenn sie dem Bild eine weitere Dimension verleihen. Der Künstler richtet seinen Blick auf häufig übersehene Objekte, die vordergründig keine Bedeutung zu haben scheinen und erst dann ihr Wesen zeigen, wenn sie wahrgenommen und in einen Kontext gebracht werden.

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Peter Bialobrzeski - Bei Wismar 2012

 

Man kann die Bilder von Peter Bialobrzeski auch als von außen gesehene Fragmente verstehen, als Anmerkungen. Die entstandenen Fotografien sprechen für sich selbst. Sie legen künstlerisch Zeugnis ab und erlauben, auch in soziologischen, dokumentarischen und damit historischen Zusammenhängen verstanden zu werden.

Peter Bialobrzeski (geb. 1961) ist einer der bekanntesten und international erfolgreichsten deutschen Fotografen der Gegenwart. Er lehrt seit 2002 als Professor für Fotografie an der Hochschule für Künste in Bremen. Seine Arbeit wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie. Der Künstler stellt weltweit aus, seine Fotografien befinden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen. Nach dem erfolgreichen Auftakt des Projektes im Haus der Photographie – Deichtorhallen Hamburg ist die Ausstellung nun auch in Berlin zu sehen. Das gleichnamige Buch erschien bei hartmann books.

 

Haus am Kleistpark, Grunewaldstraße 6-7, Berlin-Schöneberg

 

10.01.2019 - 03.03.2019
Ausstellung Zürich . Von Januar bis März stellt die Züricher Photobastei das Thema Punk in den Mittelpunkt ihrer Ausstellungen. Raw Power konzentriert sich auf die Metropolen London, New York, Berlin, Moskau und Zürich sowie auf die Länder China und Indonesien. Die Ausstellungen zeigen beispielhaft, wie unterschiedlich und doch konsequent Punk die bildende Kunst, den Blick der jungen Menschen und die Chiffren der Revolte in verschiedenen kulturellen Räumen und gesellschaftspolitischen Milieus beeinflusst hat - seit den 70er Jahren und bis heute. 10.1. bis 3.3.2019
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Punk
Ausstellung Zürich . Von Januar bis März stellt die Züricher Photobastei das Thema Punk in den Mittelpunkt ihrer Ausstellungen. Raw Power konzentriert sich auf die Metropolen London, New York, Berlin, Moskau und Zürich sowie auf die Länder China und Indonesien. Die Ausstellungen zeigen beispielhaft, wie unterschiedlich und doch konsequent Punk die bildende Kunst, den Blick der jungen Menschen und die Chiffren der Revolte in verschiedenen kulturellen Räumen und gesellschaftspolitischen Milieus beeinflusst hat - seit den 70er Jahren und bis heute. 10.1. bis 3.3.2019

Jonny Rosza

Bild:  Jonny Rosza: Leigh Bowery & Trojan, 1983

 

Punk Art - The Revolt Against Innocent

Erst langsam kristallisiert sich die tiefgehende Bedeutung und die weitreichende ästhetische Beeinflussung heraus, mit der die kulturellen und avantgardistischen Strömungen unserer Zeit auf die epochale Revolution durch die Dekade des Punks reagieren. Mehr noch als der musikalische Impuls trägt sich die Attitude, die Ästhetik und Formensprache jener Jahre durch Photographie, Mode und Design als Impuls einer ständig variierenden Entwicklung weiter. 

Keine Bewegung hat eine solche Freiheit an Äusserungsformen, eine so unbändige und zweckfreie Gestaltungslust hervorgebracht wie Punk. Dabei ist es durchaus interessant die ästhetische Dimension dieser Bewegung nicht als rein britische oder europäische zu sehen, sondern als eine Haltung die zur gleichen Zeit in Europa und Amerika an Fahrt aufnahm und niemals heterogen im Erscheinungsbild war. Das macht ihre Vitalität und den revolutionären Impuls aus und auch die daraus entstandene Vielfalt an kulturellen Äusserungen, die sich soziologisch besehen in den USA anders anfühlt als etwa in England. Vivienne Westwood hatte das immer betont: 'when the term punk surfaced it didn't mean anything. We were doing something and people gave it a name. Maybe it came from America where there was a similar attitude among some of the youth'. 

Über viele Jahre hinweg hat die schweizerische Neumann-Hug Collection paradigmatische Zeugnisse dieser Punk Attitude zusammengetragen, wohlweislich von beiden Kontinenten. Hier zeigt sich vorwiegend in Photographien, aber auch Videos, Textilien, Fanzines und anderen Zeitdokumenten wie vielfältig schöpferisch die Ausdrucksvarianten des Punks erscheinen. Musik und Performance, Typographie und Mode, Film und Photographie spiegeln sich in den Exponaten und genauso wichtig,- ein Zeitgefühl, dass sich bereits vor Jahrzehnten in einer experimentellen und Grenzen austesten Sexualität seinen Weg sucht. Transgender und Queer, die heute salonfähig und fester Bestandteil der Modemagazine sind, haben im Punk eine ernstzunehmende Bühne gefunden um sich provokativ zu entfalten. 

Mit Werken von Vivienne Westwood, Genesis P-Orridge, Jean-Michel Basquiat, Rick Owens, Hedi Slimanes, Banksy, Sven Marquard und vielen anderen

 

 

Iggy Pop

The Godfather of Punk

Iggipop

Bild: Ed Caraeff courtesy Iconicimages, London

 

Der Sänger Iggy Pop gilt als "Godfather of Punk" und wird aufgrund seiner wilden Bühnenshows mit der Band "The Stooges" bekannt. Bei den oft skandalösen Auftritten stellt der Sänger seinen nackten Oberkörper zur Schau, schmiert sich mit Erdnussbutter ein oder verletzt sich mit Glasscherben. Das Debütalbum "The Stooges" erscheint 1969 - zwei weitere, "Fun House" und "Raw Power", folgen. Mit ihrer extremen Musik gelten "The Stooges" als Wegbereiter des Punkrock.
Ed Caraeff und Kevin Cummins haben kaum wie andere Fotografen verstanden, die schiere Energie – the Raw Power – des Künstlers auf Celluloid zu bannen. In Zusammenarbeit mit unserem Partner Iconicimages aus London zeigen wir eine Auswahl von Arbeiten dieser beiden Fotografen – und ein eindringliches Porträt von Iggy Pop!
Ed Caraeff ist Fotograf, Illustrator und Grafikdesigner und hat hauptsächlich in der Musikbranche gearbeitet. Von 1967 bis 1982 leitete, fotografierte und gestaltete er hunderte Plattencover für zahlreiche Künstler, darunter Elton John, Steely Dan, Carly Simon, Three Dog Night, Tom Waits und Dolly Parton. 
Kevin Cummins ist ein britischer Fotograf, der für Fotos von Rockbands und Musikern bekannt ist, darunter Mick Jagger, Ian Curtis, Joy Division, Morrissey, Courtney Love, Patti Smith und David Bowie. Er gilt als einer der meist verehrten Musik- und Porträtfotografen der Welt.

 

Olaf Ballnus

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Die hier zusammengetragen Bilder sind nicht die eines Fotoreporters, der mit festem Auftrag durch die Achtzigerjahre-Republik zog, eine umfassende Fotoserie über die merkwürdige Jugendbewegung namens Punk zu fabrizieren. Vielmehr blicken wir von innen in die Welt eins jungen Mannes aus dem Ruhrgebiet, der sich auf den Weg gemacht hat, auf den Weg machen musste, weil er eben da wo er war nicht reinpasste.

 

Kevin Cummins

So it Goes

The Athermath of Punk

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Der in Manchester geborene Cummins ist weltbekannt für seine legendären Musikerporträts u.a. von Liza Minnelli, Nick Cave, Patti Smith, Philip Glass, Oasis und David Bowie. Diese Bilder sind auf Zeitschriftenumschlägen, in Kunstgalerien, in internationalen Filmen zu sehen und befinden sich unter anderem in den Sammlungen von The National Portrait Gallery und The V&A.
Cummins hat wichtige Momente in der Musikszene seiner Heimatstadt Manchester festgehalten, und diese Bilder haben dazu beigetragen, die Kulturgeschichte der Stadt zu definieren. Sie porträtierten nicht nur Menschen und Orte, sondern schufen eine neue Sichtweise auf Manchester und bleiben eingebettet in das kulturelle Gedächtnis des Nordens. Schlafzimmerwände auf der ganzen Welt wurden und werden mit seinen Arbeiten dekoriert.

 

Eleni Kougionis

Punk auf Indonesisch

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Auf dem Fussboden liegen schnarchende Punks, während draußen der unüberhörbare Gesang des Muezzin durch die Nacht erklingt. Eine riesige Punkszene im Land mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit ist ein Kontrast, der mich stets faszinierte. Durch die städteübergreifende Vernetzung der Szene und der scheinbar grenzenlosen indonesischen Gastfreundschaft habe ich immer ein zu Hause bei Freunden. Eine Reise zwischen Punk Musik, traditionellen Werten, muslimischem Glauben, Alkoholexzessen und dem stetigen Kampf ums Überleben in einem von Armut geprägten Land. Dies unter einer Regierung, die Menschenrechtsverletzungen und Polizeirepression zum Alltag macht.

Der Punk auf dem Inselstaat fand seine Anfänge in den 1980er Jahren. Anfangs nur im Untergrund aktiv, entwickelte sich die Subkultur mit der Zeit zu einer breiteren Jugendbewegung, was eine grosse Provokation gegenüber der indonesischen Gesellschaft bedeutet. So wurden während eines Benefiz Punk-Rock Konzerts auf der Insel Sumatra im Jahre 2011 einige Dutzend Punks wegen Verstössen gegen die Scharia verhaftet und in ein polizeiliches Erziehungscamp gesteckt. Die Subkultur bewegt sich in einem Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlichen Zwängen und dem Drang zur Selbstbestimmung. Aufgrund dessen wuchs eine vielfältige «Do it yourself» - Kultur heran, die vielen Menschen mitunter das Überleben in einem Land ohne finanzielle Sicherheit ermöglicht. In Kollektiv Wohnungen und Häusern entstehen mit Siebdruck hergestellte Band Shirts oder Aufnäher, Musikkassetten werden produziert und verbreitet oder Konzerte und Ausstellungen organisiert.

Die Fotografin Eleni Kougionis, *1988 wohnhaft in Basel, zeigt die Fotoreportage ihrer ersten Reise nach Indonesien aus dem Jahr 2015, welche sie dank dem Förderpreis Globetrotter World Photo umsetzen konnte. Dort tauchte sie mit grosser Unterstützung heimischer Punks in die riesige und vielfältige Szene auf der Insel Java ein. Drei Jahre später begleitete sie ihre Freunde der Basler Hardcore Punk Band Heckler auf deren Süd-ostasien Tournee, wo sie bekannte Menschen und Orte wieder traf. Daraus entstanden der Film «Still Wrecked – Heckler Southeast Asia Tour» und weitere Bilder der Ausstellung.

 

Martina Strul

Chinarchy

 

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Chinarchy ist eine Rückblende auf den chinesischen Untergrund der Jahre 2004-2008. Im Fokus stehen Punks, die sich der hemmungslosen Goldgräberstimmung im eigenen Land komplett verweigern und Copy-CDs von westlichen Bands am Schwarzmarkt wie kostbare Juwelen handeln.

Die Journalistin und Fotografin Martina Strul staunte nicht schlecht, als sie auf ihrer ersten Chinareise 2004 anstatt die erhoffte Kung-Fu-Seligkeit zu finden, im chinesischen Untergrund landete, weil sie sich Hals über Kopf in einen Schanghaier Punk verliebt hatte. Damals hatte die Zürcherin noch keine Ahnung davon, dass sie diese Begegnung in eine tiefschürfende Lebenskrise stürzen könnte und ihr Weltbild von Grund auf zerstören würde. Durch die rosarote Brille hindurch war da anfangs vor allem ein neues Universum an Inspiration und Neugier im Zentrum dieser unfassbaren Liebe zu Superman. Einem ehemaligen Grafiker, der seinen Job an den Nagel hing, um als Punk die Musikwelt zu erobern.

In ihrem Fotobuch SHANGHIGH – LOVE HATE PUNK offenbart Martina Strul ihren persönlichen Blick auf diese Amour Fou. In Wort und Bild zeigt sie den Verlauf einer unmöglichen Liebe, die im Fadenkreuz von gegenseitigem Missverständnis und einer unüberwindbaren Hoffnungslosigkeit keine Überlebenschance hatte. Das Buch erschien 2016 im OFFIZIN Verlag, Zürich und landete auf der Shortlist des Graphic Design Awards Essence. Mit der Ausstellung CHINARCHY in der Photobastei entführt Martina Strul den Betrachter über die Grenzen Schanghais hinaus auf eine abenteuerliche Reise durch den chinesischen Untergrund in Peking, Nanjing und Wuhan. 

Um die chinesische Punkbewegung überhaupt ein wenig verstehen zu können, muss man die Zeitrechnung bis in die 80er-Jahre zurückspulen, als sich in China erste Rock- und Metal-Bands formierten. Spätestens als Cui Jians Song Nothing to my Name zur Protesthymne der Studentenbewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens avancierte, war der Durchbruch des Rock’n’Rolls sogar in China für einen Augenblick massentauglich. Mit der brutalen Niederschlagung des Studentenstreiks in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 1989 begann für den Vater des chinesischen Rock’n’Rolls ein Katz- und Maus-Spiel mit der Regierung. Erst verbot sie die Auftritte des Sängers ganz, später wurden diese zensiert erlaubt. Mit Cui Jian sahen sich Künstler aller Art dahin zurückgedrängt, wo sie herkamen: In die Löcher des chinesischen Untergrunds. 

Erst als Nirvanas Nevermind Anfang der 90er-Jahre den chinesischen Schwarzmarkt erreichte und die tragische Geschichte um den Selbstmord von Kurt Cobain den Nerv der Pekinger Jugendlichen traf, war Punk in China nicht mehr zu bremsen. 1997 etablierte sich der Untergrundclub Scream im Nordwesten der Hauptstadt als Bühne für Sinopunkbands der ersten Stunde. Die vier Bands Brain Failure, 69, A Jerks und Reflector schlossen sich zum Wuliao Contingent zusammen – eine Verschwörung gegen die Langweile – und ebneten mit der Verbreitung des gleichnamigen Samplers den Weg für Punkszenen in anderen Provinzen des Landes. 

 

 

Russian punk. Time of changes...

Perestroika and underground culture in USSR an Russia

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Sergei Borisov's Ausstellung widmet sich dem Untergrund und der Popkultur in Moskau und Sankt Petersburg sei den 1980er Jahren. Sergei Borisov's wurde weltbekannt für seine Bilder, die zu Symbolen der Perestroika wurden. Die Werke des Künstlers wurden schon in verschiedensten Galerien und Museen gezeigt und in den Auktionen unter anderem bei Sothebys Christies angeboten.

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Photobastei, Sihlquai 125, Zürich

 

 

 

03.01.2019 - 01.02.2019
Fotoausstellung Wiesbaden . Die dritte Werkschau bei Klaus Kleinschmidt Fine Photography des Künstlers Max Baur, einem der Wegbereiter der Fotografie im 20. Jahhundert, stellt unter dem Titel 'Im Park von Sanssouci' wunderschöne Schwarzweißarbeiten vor. Zu bewundern sind die Bilder bis zum 1. Februar 2019.
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Max Baur - Im Park von Sanssouci
Fotoausstellung Wiesbaden . Die dritte Werkschau bei Klaus Kleinschmidt Fine Photography des Künstlers Max Baur, einem der Wegbereiter der Fotografie im 20. Jahhundert, stellt unter dem Titel 'Im Park von Sanssouci' wunderschöne Schwarzweißarbeiten vor. Zu bewundern sind die Bilder bis zum 1. Februar 2019.

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Abbildung: Max Baur | Herbsttag in Sanssouci (1945-49) | Vintage Gelatin Silver Print 23,2 x 15,6 cm 
Courtesy KFP

 

Vor 120 Jahren erblickte er das Licht der Welt - sein Licht. Vor 30 Jahren genau starb er und hinterließ uns sein Werk. Max Baur, geboren 1898 in Günzburg an der Donau, ist Wegbereiter der Fotografie im 20. Jahrhundert. Vor dem 1. Weltkrieg absolviert er seine Lehre als Buchhändler. In den 1920er Jahren verdient er seinen Lebensunterhalt mit Jobs. Seine erste Werkstatt gründet er 1928 in Wernigerode. Die Landschaft des Harz inspiriert ihn zu einer staunenden Haltung. Viele frühe Arbeiten zeigen Landschaften. Wenig später entdeckt Max Baur seine Passion für die Architektur. Wahre Ikonen im 'Geist des Bauhaus’ entstehen in dieser Zeit. Im Jahr 1928 eröffnet der Autodidakt, der soviel 'Bauhaus' im Sinn hat, den ersten florierenden Postkarten-Verlag.

Im Jahr 1933 lernt Max Baur den Schriftsteller Hermann Hesse kennen. Dessen Form der Prosa hat es ihm angetan - und jenem: Baurs Poetik luzider Form. Aus Ästheten werden Freunde. Zum Licht drängt Baur fortan: "Licht ist für uns Lichtbildner alles." Er nimmt diese Berufung wörtlich. Im Folgejahr 1934 erwirbt der Fotograf seinen Meistertitel und wird Mitglied der renommierten Gesellschaft Deutscher Lichtbildner. Ein Besuch in Sanssouci wird ihm schließlich zur Erweckung. Im selben Jahr noch verlegt Baur sein Atelier nach Potsdam, wo ihm mit Aufnahmen von dem Park sorglose Elegien gelingen. Bald folgen kühnere Werke von Architekturen.

Privat zieht Max Baur nach Potsdam, wo 1937 sein erster Fotoband erscheint. Im Jahr 1944 desertiert er nach Süddeutschland. Zurück in Potsdam, verläßt er die Stadt mit seiner Familie 1953 abermals, und läßt sich in Aschau im Chiemgau nieder. Dort eröffnet er sein Atelier für Fotografie. Max Baur stirbt 1988 in München. Seine zahlreichen Mappenwerke über Potsdam, deutsche Städte, Landschaften, Kirchen weisen ihn als vollendeten Meister in seinem Metier aus. Heute gilt er als einer der großen Fotografen des 20. Jahrhunderts. Keiner verband Eleganz in der Komposition so gekonnt mit der Wehmut der Klassik der Moderne.

 

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Abbildung: Max Baur | Nebeltag in Sanssouci (1945-49) | Vintage Gelatin Silver Print 23,2 x 15,6 cm 
Courtesy KFP

 

Die Natur war zeitlebens seine Leidenschaft. Max Baur wurde vor allem durch seine Pflanzen- und Landschaftsstudien zu einem großen Fotografen des 20. Jahrhunderts. Er selbst bezeichnete sich lieber als ,Lichtbildner'. Denn Licht war für ihn das wichtige gestalterische Mittel der Fotografie. Zum ersten Sujet geriet ihm die Architektur, in der er das ideale Außenlabor seiner Lichtstudien fand. Potsdam hatte es ihm angetan und das Schloss Sanssouci, wo er viel Zeit verbrachte und die Umgebung als unnahbar-nebulöse Elegie wahrnahm. Er nahm sich dabei stets Zeit, um das Motiv bei idealer Lichtführung perfekt in Szene zu setzen. Diese Liebe zum Detail und die Freude an fließenden Formen finden sich in seinen Fotografien wieder. Seine Werke wirken stoisch und für ein letztes Mal kontemplativ. Sie sind modern und dabei romantisch. Max Baur fand, wie kaum ein anderer, den Blick der Neuen Sachlichkeit. Er gilt gewissermaßen als der 'Erfinder' der Sachaufnahme in der Werbung – und liebte Blumen.

In seinem Schaffen ist Max Baur stark durch die Avantgarde und teils durch das Bauhaus beeinflußt. Mit seiner Fotografie, sonders den Auftragswerken für Werbung und Industrie, etabliert er eine radikal neue Sichtweise - immer in schlichter Eleganz und mit einer Begabung für die Schönheit purer Formen. In seinen Architektur- und Industriebildern nimmt er die formalen Ausdrucksmittel heutiger Bildsprachen voraus. Als Landschafts-Fotograf ist Max Baur bis heute wenigen bekannt - das ist umso erstaunlicher, da seine Bilder in ihrer Strahlkraft ganz mühelos an die großen Namen der amerikanischen Landschafts-Fotografie eines Ansel Adams oder Edward Weston heranreichen. Seine Stillleben künden vom Aufbruch in die Moderne und prägen bis heute die Werbefotografie: neusachliche Formstudien von Alltags-objekten in kühler Stilisierung und seltener Eleganz – zudem betont fokussiert in der Lichtführung und stringent in der Perspektive.

 

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Abbildung: Max Baur, Schmuckkörbchen [Cosmea] (um 1930)
Courtesy KFP

 

Kleinschmidt Fine Photographs zeigte 2014/15 zum Auftakt 'Studien mit der Kamera' – die erste One-Man-Show mit rarer Vintage Qualität. Darin eine Auswahl schönster Veduten von Max Baur. Jene 23 Miniaturen schenkte er Weihnachten 1948 seinem damals jüngsten Lehrling. Die zweite One-Man-Show 2017 trug den Titel 'Lichtbild als Landschaft'. Diese gab Einblick in den Prozeß einer Umwandlung bei Max Baur: aus Licht wird Form, als Form gerinnt Landschaft zum Lichtbild. Die dritte Werkschau nun mit dem gleichermaßen elegischen wie erzählenden Titel 'Im Park von Sanssouci' besticht mit Originalen aus dem Frühwerk von Max Baur, das seltsam zwischen Modernität und Romantik schwankt. Sie zeigt: jedes Lichtspiel trieb immer auch ein Schattenspiel inmitten dieser von allerlei Zäsuren bedrohten 30er Jahre. "Sorglos" im Sinn der Idylle ist damit auch diese Baur-Schau nicht. Wo indes die Schatten länger werden, wie hier an der Potsdamer Friedenskirche, da weicht alsbald auch das Licht. Dämmert es? Die Ausstellung der Originale läuft noch bis 1. Februar 2019.


Kleinschmidt Fine Photographs, Steubenstraße 17, Wiesbaden

19.12.2018 - 06.04.2019
Fotoausstellung Gelsenkirchen . Die vier Fotografen Sarah Blümel, Tom Pflaum, Natalie Richter und Vladimir Wegener zeigen die Spuren einer lebendigen Vergangenheit und thematisieren, wie es nach Ende der Kohlenförderung weitergeht. Über 60 Werke werden in der Ausstellung in der futuristischen Glasarkade im Wissenschaftspark Gelsenkirchen gezeigt. 19. Dezember 2018 bis 6. April 2019
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Schicht im Schacht – Leben ohne Kohle
Fotoausstellung Gelsenkirchen . Die vier Fotografen Sarah Blümel, Tom Pflaum, Natalie Richter und Vladimir Wegener zeigen die Spuren einer lebendigen Vergangenheit und thematisieren, wie es nach Ende der Kohlenförderung weitergeht. Über 60 Werke werden in der Ausstellung in der futuristischen Glasarkade im Wissenschaftspark Gelsenkirchen gezeigt. 19. Dezember 2018 bis 6. April 2019

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copyright Tom Pflaum

 

Die Ausstellung „Schicht im Schacht – Leben ohne Kohle“ beschäftigt sich mit einem aktuellen Thema, das vor allem im Ruhrgebiet die Menschen bewegt. 2018 wird mit der Schließung des Bergwerks Prosper-Haniel in Bottrop das Ende des Steinkohlenbergbaus im Ruhrgebiet begangen. Der Steinkohlenbergbau als einer der wichtigsten Arbeitgeber und Motor des wirtschaftlichen Aufschwungs hat die Region bis heute geprägt. Inzwischen ist die Industriekultur zum Alleinstellungsmerkmal der Region geworden und der Doppelbock der Zeche Zollverein auch zum Wahrzeichen eines nach vorne gerichteten Ruhrgebiets. Doch in jedem Ende liegt ein neuer Anfang. Die Fotostellung richtet nun einen Blick auf die Region und ihre Hinterlassenschaften. Sarah Blümel, Tom Pflaum, Natalie Richter und Vladimir Wegener haben den Abschied von der Kohle mehrere Jahre lang aus sehr unterschiedlichen Perspektiven beobachtet.

 

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copyright Sarah Blümel

 

Mit den Resten des Bergbaus und den Spuren, die dieser hinterlassen hat, befassten sich drei Absolventen der Folkwang Universität der Künste. Sie haben über mehrere Jahren hinweg eine fotografische Bestandsaufnahme lebendiger Bergbauvergangenheit aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet: Sarah Blümel fotografierte den Alltag der ehemaligen Bergarbeitersiedlungen in der Jetztzeit. Vladimir Wegener inszenierte Bergehalden im Prozess der Rekultivierung und Natalie Richter nahm Objekte im Spannungsfeld zwischen Arbeit und Kunst in den Blick. „In der fotografischen Auseinandersetzung geht es vorrangig um die Verbindung zwischen Arbeit, Kultur und Leben“, sagt Peter Liedtke, der die Ausstellung im Wissenschaftspark organisiert. „Gegenstände und Artefakte werden als Teil des Brauchtums und der Verbindung zwischen Mensch, Arbeit und Region thematisiert.

 

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Bergauartefakte - Grubenlampen copyright Natalie Richter

 

Der Blick auf die vom Menschen über industrielle Epochen hinweg veränderte Landschaft stellt die Frage nach dem Verhältnis zwischen Natur und Kultur und die Siedlungen erinnern daran, wie Arbeit und Lebensart nah und eng beieinander lagen.“ Die außergewöhnlichen Fotoarbeiten entstanden in einem Studienprojekt unter Leitung von Prof. Gisela Bullacher mit Unterstützung der RAG Aktiengesellschaft, dessen Ergebnisse in einer Buchreihe im C.H.Beck Verlag veröffentlicht wurden.

 

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copyright Vladimir Wegener

 

Der vierte Fotograf der Ausstellung, Thomas Pflaum, hat über 15 Jahre lang, seit 1993 das „Leben ohne Kohle“ portraitiert. In einem Langzeitprojekt, gefördert durch die VG Bild-Kunst, beobachtet er, wie die Transformation
einer Region nach der Schließung der letzten Zeche weiter geht, und fragt, ob alte Zechen als aufgehübschte Orte für Touristen und die Freizeitgesellschaft
reichen.


Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

 

11.12.2018 - 25.01.2019
Ausstellung Berlin . Im Berliner Abgeordnetenhaus  ist vom 11.Dezember 2018 bis zum 25. Januar 2019 die Ausstellung „Revolution Macht Republik“ zu sehen, deren zentralesThema die Revolutionsgeschichte ist, die das stadtweite Gemeinschaftsprojekt „100 Jahre Revolution–Berlin 1918/19“ insgesamt beleuchtet.
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100 Jahre Revolution – Berlin 1918/19
Ausstellung Berlin . Im Berliner Abgeordnetenhaus  ist vom 11.Dezember 2018 bis zum 25. Januar 2019 die Ausstellung „Revolution Macht Republik“ zu sehen, deren zentralesThema die Revolutionsgeschichte ist, die das stadtweite Gemeinschaftsprojekt „100 Jahre Revolution–Berlin 1918/19“ insgesamt beleuchtet.

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© Kulturprojekte Berlin, Foto:  Alexander Rentsch

„Versammelt Euch!“,„Macht Frieden!“, „Mischt Euch ein!“, „Keine Gewalt!“, „Informiert Euch!“,„Beteiligt alle!“ und„Solidarisiert Euch!“ heißen die Kapitel, an denen die Geschichte der Revolution und die Rolle des Preußischen Abgeordnetenhauses darin gezeigt werden.

 

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© Kulturprojekte Berlin, Foto:  Alexander Rentsch

Die Geschichte des heutigen Sitzes des Berliner Abgeordnetenhauses ist unmittelbar mit der Revolution 1918/19 verknüpft. Viele wichtige Ereignisse fanden dort statt: Die Ablösung der preußischen Monarchie und der Übergang zur Republik, die Weichenstellungen hin zur parlamentarischen Demokratie auf dem Reichskongress der Arbeiter-und Soldatenräte, der hier vom16.bis 21.12.1918 tagte, die Gründung der KPD und das erste auch von Frauen gewählte preußische Parlament. In diesem Gebäude kristallisiert sich die Geschichte der Revolution 1918/19 wie fast nirgendwo sonst in Berlin.

 

Berliner Abgeordnetenhaus, Niederkirchnerstraße 5, Berlin

08.12.2018 - 14.04.2019
Fotoausstellung Jena . Die Ausstellung in der Kunstsammlung Jena zeigt rund 150 Fotografien aus Italien, darunter viele der noch heute beliebten Reiseziele. Ihre Autoren sind einige der bekanntesten damals in Italien tätigen Fotografen, die hier gleichsam ihre Stadt porträtieren: Carlo Naya (Venedig), die Gebrüder Alinari (Florenz) und Giorgio Sommer (Neapel mit Umgebung). 8. Dezember 2018 – 14. April 2019
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Venedig, Florenz, Neapel 1877 - Eine Reise nach Italien
Fotoausstellung Jena . Die Ausstellung in der Kunstsammlung Jena zeigt rund 150 Fotografien aus Italien, darunter viele der noch heute beliebten Reiseziele. Ihre Autoren sind einige der bekanntesten damals in Italien tätigen Fotografen, die hier gleichsam ihre Stadt porträtieren: Carlo Naya (Venedig), die Gebrüder Alinari (Florenz) und Giorgio Sommer (Neapel mit Umgebung). 8. Dezember 2018 – 14. April 2019

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Giorgio Sommer
Neapel, Hafen, um 1865
Albumin-Abzug

 

Die Geschichte der Fotografie hat viele Anfänge. Einer von ihnen liegt in Italien – genauer am Comer See. Dort begann nicht nur eine der klassischen Routen der Grand Tour sondern auch die Fotografie auf Papier. „An einem der ersten Oktobertage des Jahres 1833“, berichtet William Henry Fox Talbot, „beschäftigte ich mich an den lieblichen Ufern des Comer Sees damit, Skizzen anzufertigen, oder, wie ich besser sagen sollte: Ich versuchte sie anzufertigen, leider nur mit dem geringstmöglichen Ergebnis. Danach dachte ich daran, es erneut mit einer Methode zu versuchen, die ich mehrere Jahre zuvor probiert hatte. Diese Methode bestand darin, eine Camera obscura zu nehmen und das Abbild der Gegenstände auf ein Stück durchsichtiges Papier zu projizieren, das auf eine Glasscheibe im Brennpunkt des Instruments gelegt wird. Auf diesem Papier sind die Gegenstände deutlich zu sehen und können mit einem Zeichenstift einigermaßen genau, wenngleich nicht ohne Zeitaufwand und Mühe, auf das Papier durchgepaust werden. Ich hatte diese einfache Methode bei früheren Besuchen in Italien in den Jahren 1823 und 1824 ausprobiert. Das brachte mich dazu, über die unnachahmliche Schönheit jener von der Natur gemalten Bilder nachzudenken, welche die gläserne Linse der Camera obscura in ihrem Brennpunkt auf das Papier projiziert – märchenhafte Bilder; Schöpfungen eines Augenblicks, und dazu bestimmt, ebenso schnell dahinzuschwinden. Während dieser Überlegungen kam mir die Idee, wie reizvoll es sein müßte, könnte man diese über­natürlichen Bilder veranlassen, sich selbst dauerhaft abzudrucken und immerwährend auf dem Papier zu verweilen! Und warum sollte das nicht möglich sein? Fragte ich mich.“

 

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Alphonse Bernoud
Florenz, Medici-Venus in der Tribuna der Uffizien, um 1860
Albumin-Abzug

 

Wie wir wissen, wurde es tatsächlich möglich – nicht zuletzt dank Talbots Erfindung. Italien wird in dieser Erinnerung gleich mehrfach erwähnt, und immer geht es darum, aus Eindrücken dauerhafte Bilder zu machen. War man unterwegs, so war die Mobilität das eine, die imaginäre Dauer das andere. Zurück in der Heimat sollte neben den flüchtigen Erinnerungen auch etwas Dauerhaftes im Reisegepäck sein: Bilder. Italien war schon für Talbot und später auch für viele hunderttausende Reisende aus aller Welt eine touristische Destination und das beliebteste Reiseland des 19. Jahrhunderts überhaupt. Es ist das Land, in dem Zitronen blühen, die Antike in die abendländische Geschichte hineinragt und die Renaissance unübersehbar die Gegenwart prägt. Reisende brachten nicht selten aufwendige Alben mit Originalfotografien mit nach Hause, die in wunderbaren Ansichten die wichtigsten Etappen ihrer „Grand Tour“ versammelten.

Die „Grand Tour“, die begüterte Reisende im 19. Jahrhundert unternahmen, war ein Bildungsparcours, der darauf zielte, aus Ansichten Einsichten zu machen und die Geschichte von der Antike bis in die Gegenwart Revue passieren zu lassen. So wie Dramen einem bestimmten Schema folgen, gilt das auch für Reisen: Auf der Bühne des kulturbeflissenen Besuchers Italiens erscheinen die wichtigsten Etappen der Kulturgeschichte in einer geordneten Folge. Am Ende einer solchen Reise blieben viele Erinnerungen und vielleicht sogar Notizen und Erwerbungen, aber höchst selten eine Fotografie, die man selber angefertigt hätte. Die Reisefotografie im Italien des 19. Jahrhunderts zeigt (und dies nicht nur dort) eine touristisch aufbereitete, systematisch erfasste und geordnete Welt. Nichts ist dort wirklich überraschend – außer die oft berückende Schönheit der Aufnahmen. Die Fotografien zeigen eine aus den Zeitläufen herausgenommene Welt, in der die Zeit längst zum Raum geworden ist. Von der Antike bis zu den Monumenten der zeitgenössischen Baukunst kann man sich auf gebahnten Wegen blätternd und betrachtend fortbewegen und sich dabei gelassen und geruhsam in den Bildern und Erinnerungen verlieren. Am Ende wird man nicht nur sich, sondern auch die Vergangenheit wiederfinden.

 

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Carlo Naya
Venedig – Canal Grande mit Ca’ d’Oro, um 1870/80
kolorierte Albumin-Abzug

 

Die Bilder der Ausstellung werden kommentiert und durch Dokumente und Texte aus der Zeit um 1876/77 ergänzt. Auf diese Weise kann man mit dem Blick des Fotografen durch ein Italien des 19. Jahrhunderts reisen, der ein überzeitlich gültiges Bild zeichnete, was die noch heute andauernde Faszination Reisender an diesem Land verdeutlicht.

Die Ausstellung knüpft an die seit den Tagen Goethes in Deutschland breit verwurzelte Italien-Sehnsucht an und zeigt die Bilder berühmter Ateliers in Kombination mit Texten aus einem frühen Baedecker-Reiseführer aus dem 19. Jahrhundert.

In der Ausstellung kann – neben dem Genuss an den Bildern – Blickwinkeln und Ursachen dieser so tief verwurzelten Sehnsucht nachgespürt werden. Hinzu kommt, dass es sich um historische Dokumente handelt, die nicht nur Veränderungen, sondern auch die sich wandelnde Sicht auf die Zeugnisse der Geschichte beschreiben.

 

Kunstsammlung Jena, Markt 7, Jena

 

07.12.2018 - 10.03.2019
Ausstellung Düsseldorf . Das Staatliche Bauhaus spielt nicht nur eine Schlüsselrolle in der Design- und Kunstgeschichte, sondern auch für die Fotografie des 20. Jahrhunderts. Vom 7. Dezember 2018 bis 10. März 2019 bringt die Ausstellung „Bauhaus und die Fotografie – Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst“ im NRW-Forum Düsseldorf Fotografien des Neuen Sehens in einen Dialog mit zeitgenössischen Künstlern.
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Bauhaus und Fotografie – Zum neuen Sehen in der Gegenwartskunst
Ausstellung Düsseldorf . Das Staatliche Bauhaus spielt nicht nur eine Schlüsselrolle in der Design- und Kunstgeschichte, sondern auch für die Fotografie des 20. Jahrhunderts. Vom 7. Dezember 2018 bis 10. März 2019 bringt die Ausstellung „Bauhaus und die Fotografie – Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst“ im NRW-Forum Düsseldorf Fotografien des Neuen Sehens in einen Dialog mit zeitgenössischen Künstlern.

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Yellow Vlei © Viviane Sassen

 

Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms „100 jahre bauhaus“. Unterstützt wird sie vom Fotodienstleister CEWE, der sich seit 2016 als Hauspartner des NRW-Forum Düsseldorf für die Förderung des Kulturgutes Fotografie einsetzt. 

Wie tragen die Neuerungen durch das Bauhaus auch heute noch zur Weiterentwicklung fotografischer Bildsprachen bei? Welche Rolle spielt die Foto-Avantgarde um 1930 für zeitgenössische Künstler*innen? Die Ausstellung „Bauhaus und die Fotografie  Zum Neuen Sehen in der Gegenwartskunst“ verbindet Arbeiten des Neuen Sehens, wie sie von Bauhäuslern wie László Moholy-Nagy, Lucia Moholy, Marianne Brandt, Erich Consemüller und Walter Peterhans bekannt sind, mit Künstler*innen der Gegenwart wie Antje Hanebeck, Daniel T. Braun, Dominique Teufen, Doug Fogelson, Douglas Gordon, Kris Scholz, Max de Esteban, Stefanie Seufert, Taiyo Onorato & Nico Krebs, Thomas Ruff, Viviane Sassen und Wolfgang Tillmans. Zeitgenössische Fotografien, Skulpturen und Videoinstallationen treten in einen Dialog mit der Sachlichen Fotografie im Jahrzehnt des Bauhauses.

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Antje Hanebeck, Borough, 2008, Textildruck im Spannrahmen, 230 x 230 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018

 

Historischer Bezugspunkt der Ausstellung ist die Werkbundausstellung „Film und Foto“, die 1929/30 unter anderem in Stuttgart, Berlin und Zürich zu sehen war. Der für seine experimentellen Fotoarbeiten bekannte Bauhaus-Künstler Moholy-Nagy kuratierte damals jeweils einen Raum zur Geschichte und zur Zukunft der Fotografie und untersuchte das Neue Sehen in der Fotografie. Die historische Werkschau, die als eine Art Manifest des Bauhaus-Künstlers zu verstehen ist und sich in die damalige Debatte um den Stellenwert der Fotografie in der Kunst einmischte, wird mit über 300 Exponaten virtuell rekonstruiert. Darüber hinaus wird ein Teil der Berliner Station präsentiert. Zusammen mit den fotografischen Arbeiten von zeitgenössischen Künstler*innen ermöglicht die Ausstellung einen Dialog zwischen dem historischen Ereignis und der Gegenwart. Einen Blick nach vorne werfen Studierende des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt und der Fakultät Design der Technischen Hochschule Nürnberg, die ihre eigenen, zukunftsorientierten Entwürfe präsentieren, mit denen sie auch auf elektronische und digitale Medien setzen.

 

Es stellen Studierende aus von Prof. Michael Jostmeier und Prof. Dr. Christoph Schaden, Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, Fakultät Design – Amir Khan Djahanschahi Afschar, Felix Berndt, Markus Eschrich, Eduard Gross, Daniel Höllinger, Heidi Fabiola Hofmann, Tatjana Hofmann, Alexander Hunzek, Remigius Kalisz, Svitlana Khisamutdinova, Thea Leyendecker, Katrin Mader, Thomas Michalczyk, Anastasia Miller, Max Müller, Robert Nixdorf, Philipp Oehler, Julius Rosen, Daria Schreiber, Ludwig Seibt, Benno Sellin, Stefanie Sordon, Marco Steiner, Kerim Turay, Simon Velthuis und Christian Wölfel, Paul Leyendecker und Markus Sauerbeck – sowie Studierende von Prof. Dr. Kris Scholz und Daniel T Braun, Hochschule Darmstadt, Fachbereich Gestaltung, Studienschwerpunkt Fotografie – Christian Himmelspach, Didem Alunbas, Dominik Kramm, Dominik Schmitt, Eda Sarikaya, Jasmin Dories, Mirko Müller und Philipp Rabe.

 

Daniel-T-Braun_AZ_6

Daniel T. Braun AZ Nr. 6, 2016 Fotogramm auf Farbfilm /
C- Print analog, ca. 84 x 120 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

 

Das Staatliche Bauhaus steht für eine industrienahe Gestaltung, aber auch für eine Institution mit viel Konfliktpotential, die bis heute wichtige Impulse für die Kunst und Kultur liefert. Die Bauhäusler verstanden sich als Pioniere eines auf die Zukunft gerichteten Gesellschaftsmodells, in dem das Industrielle als kollektive Leitkultur diente. Die neue avantgardistische Fotografie zeichnete sich unter anderem durch Motive der Industriekultur, extreme Perspektiven, ausschnitthafte Motive, die Beschäftigung mit Oberflächenbeschaffenheit und Materialeigenschaften oder das kameralose Fotografieren aus. Inwieweit ist technische Innovation heute die Richtschnur kultureller Entwicklungen? Welche Rolle spielt die Kunst und ist die Fotografie das adäquate Medium? Die Ausstellung „Bauhaus und die Fotografie“ untersucht, wie die Einflüsse des Bauhaus auch heute noch die Kunst beeinflussen, und erforscht anhand von aktuellen Arbeiten, was ein zeitgenössisches Neues Sehen sein könnte. 

Arbeiten der Serien „Umbra“ von Viviane Sassen und „Blitzlichtskulpturen“ von Dominique Teufen werden in Großformaten auf Kuben öffentlich zugänglich auf unserer Terrasse präsentiert. Die Realisierung der Arbeiten wurde unterstützt von dem Foto- und Online-Druckservice CEWE, der sich seit 2016 als Hauspartner des NRW-Forum Düsseldorf für die Förderung des Kulturgutes Fotografie einsetzt.

Nach der Eröffnung im NRW-Forum Düsseldorf wird die Ausstellung in Berlin und Darmstadt zu sehen sein. Die Ausstellung wird kuratiert von Prof. Dr. Kris Scholz (Hochschule Darmstadt), Prof. Dr. Kai-Uwe Hemken (Kunsthochschule Kassel), Prof. Dr. Christoph Schaden (Technische Hochschule Nürnberg GSO). Zur Ausstellung erscheint ein umfassender zweisprachiger Katalog.

 

07.12.2018 - 16.02.2019
Fotoausstellung Köln . Die Ausstellung Feminine bei Galerie Priska Pasquer widmet sich starken weiblichen Positionen. Im Zentrum steht das Werk von Ulrike Rosenbach, einer der bedeutendsten Pionierinnen der Performance- und Medienkunst. Gegenüber gestellt wird ihr Werk den Arbeiten der jungen Londonerin Angela Brandys. 7.12.2018-16.2.2019
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Feminine: Angela Brandys – Ulrike Rosenbach
Fotoausstellung Köln . Die Ausstellung Feminine bei Galerie Priska Pasquer widmet sich starken weiblichen Positionen. Im Zentrum steht das Werk von Ulrike Rosenbach, einer der bedeutendsten Pionierinnen der Performance- und Medienkunst. Gegenüber gestellt wird ihr Werk den Arbeiten der jungen Londonerin Angela Brandys. 7.12.2018-16.2.2019

Ulrike Rosenbach, Art is A Criminal Action, 1969_2018, Photo linen, 189 x 169.9 cm, ed. of 10, courtesy PRISKA PASQUER, Cologne

Ulrike Rosenbach, Art is A Criminal Action, 1969_2018, Photo linen,
189 x 169.9 cm, ed. of 10, courtesy PRISKA PASQUER, Cologne

 

Seit den 1970er-Jahren hinterfragt Ulrike Rosenbach (geb. 1943), weibliche Typisierungen und Rollenklischees. Ihr experimentelles Werk hat einen enormen Einfluss auf jüngere Künstlergenerationen. FEMININE reflektiert dies und stellt Rosenbachs Werk jeweils Arbeiten einer jüngeren Künstlerin gegenüber. Den Auftakt macht die Londonerin Angela Brandys (geb. 1988); im Februar 2019 folgt FEMININE II mit Arbeiten von JOHANNA REICH (geb. 1977). Die Künstlerinnen sprechen mit ihren eigenwilligen Arbeiten aktuelle und hochsensible Themen an und besetzen auch in der zeitgenössischen Debatte prägnante Positionen.

Die experimentellen Werke von Ulrike Rosenbach wurden auf internationalen Ausstellungen sowie auf der documenta 6 (1977) und der documenta 8 (1987) gezeigt.
2004 erhielt Ulrike Rosenbach den Gabriele Münter Preis, 2012 wurde sie für ihr Lebenswerk mit dem Rheinischen Kunstpreis ausgezeichnet.

 

Angela Brandys, Eggy knees (Strobe), from the Series Impingement, 2017, Fuji duratran mounted in a lightbox, 77.2 x 77.2 cm, Ed. 3 + 1ME, courtesy PRISKA PASQUER, Cologne

Angela Brandys, Eggy knees (Strobe), from the Series Impingement, 2017,
Fuji duratran mounted in a lightbox, 77.2 x 77.2 cm, Ed. 3 + 1ME,
courtesy PRISKA PASQUER, Cologne


Die Arbeiten von Angela Brandys waren bislang nur in Großbritannien zu sehen. PRISKA PASQUER präsentierte sie in diesem Herbst mit großem Erfolg auf der Paris Photo und zeigt sie nun erstmals in Deutschland.

Ulrike Rosenbach(geb. 1943) arbeitet seit 1972 experimentell mit Fotografie und Performance-Video und multimedialer Installation. Ulrike Rosenbach versteht Video nicht als dokumentarisches Instrumentarium, sondern nutzt das Medium innovativ und künstlerisch. In ihren so genannten „Action / Performances“ und „Video- Live-Actions“ arbeitete sie als eine der ersten KünstlerInnen überhaupt mit Video-Live- Kameras. Die Videokamera war für sie das perfekte Medium, um ihre Rolle als weibliche Künstlerin zu definieren, sich als Sujet ihrer eigenen Kunst zu inszenieren und dabei zugleich traditionelle weibliche Darstellungen zu hinterfragen. Ulrike Rosenbachs Themen sind bis heute hoch aktuell und relevant.

In ihrer berühmten Serie „Art is a Criminal Action“ (1969/1970) unternimmt Ulrike Rosenbach einen Frontalangriff auf das Territorium männlicher Selbstdarstellung und Kunstproduktion. Als Vorlage dient ihr Andy Warhols Siebdruck „Double Elvis“ – eine Pop-Ikone mythischer, aggressiver, sexuell aufgeladener Männlichkeit. In einem radikalen Rollentausch verwandelt sich Ulrike Rosenbach in einen weiblichen Elvis und demontiert so Stereotype viriler Selbstbilder ebenso wie gängige Klischees von Weiblichkeit. Priska Pasquer präsentiert diese berühmte Motivgruppe zusammen mit weiteren Fotoarbeiten, Filmstills, Videos, Zeichnungen und Collagen der Künstlerin.

Angela Brandys (geb. 1988) konstruiert skulpturale Szenen. Dabei arbeitet sie entweder direkt mit ihrem Körper oder sie thematisiert dessen Empfindungen. Auf den Bildern agiert die Künstlerin als Protagonistin ihres eigenen Plots und erlebt ihr Unbewusstes neu. Ihre Arbeiten spiegeln die Hybridität einer zunehmend digitalisierten Welt, in der sich Gegensätze nicht mehr ausschließen, sondern oft gleichzeitig präsent sind.

Wie viele Künstler ihrer Generation integriert Angela Brandys die neuen Medien mit größter Selbstverständlichkeit in ihre künstlerische Praxis. Die Bildschirme ihres Computers oder Smartphones dienen ihr als Werkzeug, Bühne oder auch als Rahmen. Oft beleuchten die angeschalteten Displays ihre (Selbst-) Inszenierungen im Studio.

Ihre Aufnahmen fotografiert Angela Brandys vom Bildschirm ab und verwendet sie als Basis für weitere Inszenierungen. Mit dieser Technik verknüpft sie verschiedene Ebenen von Raum und Zeit, wobei sie nicht nur neue analoge Elemente hinzufügt, sondern auch die optischen Effekte der flimmernden und flackernden Bildschirme integriert. Sukzessive überlappen sich dabei physische und virtuelle Welten. Das Ergebnis sind Bilder, deren innere Widersprüchlichkeit fasziniert.

Galerie Priska Pasquer, Albertustraße 18, Köln

 

06.12.2018 - 24.03.2019
Fotoausstellung Wien . Mit Lisette Model, Diane Arbus und Nan Goldin präsentiert WestLicht drei große amerikanische Fotografinnen mit über 100 ihrer Werke, die den Blick auf die menschliche Gesellschaft radikal erweiterten – um das Andere, das Außergewöhnliche, um soziale Randfiguren und exzentrische Persönlichkeiten. 6. Dezember 2018 bis 24. März 2019
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Model Arbus Goldin
Fotoausstellung Wien . Mit Lisette Model, Diane Arbus und Nan Goldin präsentiert WestLicht drei große amerikanische Fotografinnen mit über 100 ihrer Werke, die den Blick auf die menschliche Gesellschaft radikal erweiterten – um das Andere, das Außergewöhnliche, um soziale Randfiguren und exzentrische Persönlichkeiten. 6. Dezember 2018 bis 24. März 2019

 

Lisette Model
Coney Island Bather, New York City 1939
copyright Estate of Lisette Model

 

Die drei Fotografinnen hielten das gesellschaftliche Leben Amerikas, in dem sich als Einwanderungsland bis heute die Welt spiegelt, in unterschiedlichen Phasen des 20. Jahrhunderts fest. Über drei Generationen, angefangen mit der in Wien aufgewachsenen Model, formulierten sie den Dialog zwischen Fotografin und Porträtierten auf eigene Weise jeweils neu und verbanden das Dokumentarische mit dem Subjektiven. Ihre persönliche Sicht auf den Menschen und seine disparaten Lebenswelten, ihr Zugang zum Existentiellen und ihr Einsatz des Mediums Fotografie gingen mit einer Kritik bestehender Normen einher, die kulturelle und ästhetische Konventionen konsequent in Frage stellte. So sind ihre Werke – über 100 von ihnen sind nun im WestLicht zu sehen – einerseits Ausdruck ihrer Zeit und der verschiedenen Milieus, in denen sie sich bewegten, andererseits Hommagen an die Vielfalt des Seins.

 

LISETTE MODEL

 

Lisette Model
Singer at the Metropole Café, New York City 1946
copyright Estate of Lisette Model

 

Die in Wien geborene Lisette Model (1901–1983) richtete ihre Kamera – zunächst in Frankreich, nach ihrer Emigration 1938 in New York – bevorzugt auf Menschen an beiden Enden des sozialen Spektrums. Ob Underdog oder Millionär, das Gespür der Fotografin für Schwächen und besondere Charaktere verdichtet sich in ihren Bildern zu einer entlarvenden Schärfe, die über das Individuum hinaus auf die gesellschaftlichen Verhältnisse verweist. Ihre visuellen Kompositionen und speziell die ungewöhnliche Nahsicht, in der sie Menschen auf der Straße fotografierte, forderten herrschende Sehgewohnheiten heraus und begründeten einen neuen Stil in der Street Photography, der Einflüsse des Surrealismus ebenso erkennen lässt wie einer sozial engagierten Dokumentarfotografie. Models Haltung und Bildsprache haben mehrere Generationen von Fotograf_innen beeinflusst, darunter Diane Arbus, ihre bekannteste Schülerin.

 

DIANE ARBUS

 

 

Während des Studiums bei Lisette Model Ende der 1950er-Jahre eignete sich die New Yorkerin Diane Arbus (1923–1971) jene Techniken an, die ihr Werk letztlich definieren sollten. In der Aufzeichnung menschlicher Makel und Maskeraden deuten ihre Porträts auf die Risse und Ränder von Gesellschaft. Sie inszenieren das Fremde im Vertrauten und das Gewöhnliche im Grotesken. Inzwischen zu Ikonen der Fotografiegeschichte avanciert, führen die Menschenbilder von Arbus beharrlich jene Differenz vor Augen, die sie selbst so treffend als Kluft zwischen Absicht und Wirkung der Dargestellten bezeichnet hat. Dieses komplexe Gefälle von Selbstwahrnehmung, Wunschbild, Performance und Gesamteindruck in haarscharfe Bilder zu meißeln, kann als Kernkompetenz der Künstlerin gelten, die bei aller Empathie und Komplizenschaft mit ihren Sujets die Mittel der Fotografie für demaskierende Effekte nutzte.

 

NAN GOLDIN

 

Nan Goldin
Jimmy Paulette and Tabboo! in the Bathroom
New York City 1991
copyright Nan Goldin

 

So wundert es nicht, dass die Drag Queens um Nan Goldin (*1953) die Transvestitenbilder von Diane Arbus als brutal und unglamourös ablehnten. Auch wenn sich Goldins Werk nicht ohne Arbus und Model denken lässt, unterscheidet es sich wesentlich durch die kompromisslose Insiderposition der Fotografin, die sich selbst und ihre Szene – die New Yorker Subkultur und LGBT-Community der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre – in einem eindringlichen Porträt festhielt, vor Spiegeln, in Bars und Badezimmern, beim Sex und Drogenkonsum, als Teil einer Kultur des Überschwangs und der Angst, der Obsession und Abhängigkeit. Oft ohne ausreichendes Licht und in Bewegung entstanden ihre charakteristischen Schnappschüsse, mit denen Goldin ihren Freundinnen ein intimes Denkmal setzte und eine Bildsprache prägte, die später als Heroin Chic in der Modefotografie popularisiert wurde.

Eine Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung F.C. Gundlach, Hamburg, und der Sammlung Jelitzka, Wien, mit zusätzlichen Leihgaben von: Bank Austria Kunstforum, Wien, Keitelman Gallery, Brüssel, Baudoin Lebon, Paris, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Fotosammlung OstLicht und Sammlung Verbund, Wien

Kuratiert von Gerald A. Matt und Rebekka Reuter

 

Zur Ausstellung ist ein Katalog im Verlag für moderne Kunst erschienen, herausgegeben von Daniel Jelitzka und Gerald A. Matt, Vorwort von Peter Coeln und Roland Jörg, Texte von Astrid Mahler, Franziska Mecklenburg und Rebekka Reuter.

 

WestLicht Schauplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40, Wien

 

06.12.2018 - 10.03.2019
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Mehr als 200 Menschen hat Stefan Enders rund um die Europäische Union porträtiert. Würdigung findet seine Arbeit jetzt in der Ausstellung „Weit weg von Brüssel“ im Frankfurter Museum für Kommunikation, wo auch das gleichnamige Buch, erschienen in der Edition Lammerhuber, präsentiert wird. 6. Dezember 2018 bis 10. März 2019
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Stefan Enders – Weit weg von Brüssel
Fotoausstellung Frankfurt am Main . Mehr als 200 Menschen hat Stefan Enders rund um die Europäische Union porträtiert. Würdigung findet seine Arbeit jetzt in der Ausstellung „Weit weg von Brüssel“ im Frankfurter Museum für Kommunikation, wo auch das gleichnamige Buch, erschienen in der Edition Lammerhuber, präsentiert wird. 6. Dezember 2018 bis 10. März 2019

Enders Flugzeig

 

Niemand ahnte, welche Aktualität dieses Projekt bekommen würde, als Stefan Enders im März 2015 zu seiner Reise aufbrach. Als Fotograf wollte er etwas über die Menschen in der Europäischen Union erzählen. Und zwar nicht dort, wo man alles schon kennt, in den Zentren, sondern in den Rand- und Grenzregionen. Seine siebenmonatige Reise führte ihn 31000 km entlang der gesamten Außengrenze der EU – von Schottland über Portugal, Griechenland und Rumänien bis zum äußersten Nordosten Skandinaviens. Einmal „rund um die Europäische Union“.

Enders Soldat


Mehr als 200 Menschen hat Enders dabei porträtiert. Allen zollt er den gleichen Respekt: dem Fabrikdirektor genauso wie dem Gewerkschaftsboss, der Arbeiterin, den Arbeitslosen bis hin zu den in Europa gestrandeten Flüchtlingen. Die Bilder, begleitet von berührenden Geschichten, rücken Menschen und Lebenswirklichkeiten aus den Grenzgebieten ins Zentrum der EU. Herausgekommen ist eine Hommage an die Menschen dieses Europas, eine poetisch-kritische Auseinandersetzung voll Sympathie und Strahlkraft.

Museum für Kommunikation Frankfurt, Schaumainkai 53, Frankfurt am Main

 

weit_weg_von_bruessel cover bund

 

Zur Ausstellung wird das gleichnamige Buch erschienen in der Edition Lammerhuber, präsentiert.
Stefan Enders – Weit weg von Brüssel
336 Seiten, Deutsch, Text in Englisch als Download
Hardcover Leinen
Preis 78 Euro
Bestellung bei Edition Lammerhuber

 

06.12.2018 - 10.02.2019
Fotoausstellung Berlin . f³ – freiraum für fotografie zeigt #womenphotographer Vol. I mit Werken herausragender Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Die vorgestellten Künstlerinnen sind unter anderem Berenice Abbott, Diane Arbus, Elinor Carucci, Nan Goldin, Germaine Krull, Dorothea Lange, Vivian Maier, Inge Morath, Ruth Orkin, Dayanita Singh. 6. Dezember 2018 bis 10. Februar 2019
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#womenphotographer Vol. I
Fotoausstellung Berlin . f³ – freiraum für fotografie zeigt #womenphotographer Vol. I mit Werken herausragender Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Die vorgestellten Künstlerinnen sind unter anderem Berenice Abbott, Diane Arbus, Elinor Carucci, Nan Goldin, Germaine Krull, Dorothea Lange, Vivian Maier, Inge Morath, Ruth Orkin, Dayanita Singh. 6. Dezember 2018 bis 10. Februar 2019

f3_#womenphotographer_RuthOrkin  f3 #womenphotographer Bild: Ruth Orkin

Frauen eroberten sich im 19. Jahrhundert das neue Medium Fotografie. Als Pionierinnen trugen sie Wesentliches zu seiner Entwicklung und zur Herausbildung neuer fotografischer Sehweisen bei. Die Zyanotypie-Fotogramme von Anna Atkins zählen zu den ersten Fotografien, die als wissenschaftliche Illustrationen veröffentlicht wurden.

 

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f3 #womenphotographer Foto: Berenice Abbott MacDougalStreet NYC


Anders als die traditionellen Disziplinen der Bildenden Kunst wie Bildhauerei und Malerei, war Fotografie von Beginn an als Medium gleichberechtigter. Sie ermöglichte den Frauen ihre Vorstellung eines selbstbestimmten, kreativen Lebens umzusetzen, zu reisen und ihr eigenes Geld zu verdienen. Bertha Wehnert Beckmann gilt als erste Berufsfotografin. Ab 1843 bestritt sie ihren Lebensunterhalt mithilfe der Daguerreotypie – einem frühen fotografischen Verfahren. Sie eröffnete ein Fotoatelier auf dem Broadway, in dem sie Persönlichkeiten aus Politik und Zeitgeschichte porträtierte. Zahlreiche weitere Fotografinnen folgten ihrem Beispiel. Sie experimentierten mit angewandter Fotografie, mit Fotografie als Kunstform, als Mittel zur Dokumentation und zur Selbstdarstellung. Ab den 1920er Jahren brillierten Fotografinnen auch im Fotojournalismus: Gerda Taro, Margaret Bourke-White und Dorothea Lange brachten es, neben zahlreichen anderen, zur Meisterschaft in dem Genre.

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f3 #womenphotographer Foto: Inge Morath

 

Oft thematisieren Fotografinnen die Lebensumstände von Frauen und Kindern, dokumentieren soziale Randgruppen, konzentrieren sich auf das Alltägliche und untersuchen den weiblichen Körper schonungslos mit der Kamera. Wählen sie diese Themen abseits der großen Weltpolitik, da sie ihnen seit jeher von der Gesellschaft zugeschrieben wurden?
Oder nicht vielmehr deshalb, weil sie sich einen intimen Zugang zu ihren Sujets erarbeiten
können, der ihren männlichen Kollegen meist verwehrt bleibt? Oder gibt es sie doch, die spezifisch weibliche Sichweise, den female gaze?

 

f3_#womenphotographer_Nan Goldin_Ballad-of-Sexual-Dependency

f3 #womenphotographer Nan Goldin Ballad of Sexual-Dependency


Die Ausstellung #womenphotographer Vol. I erhebt nicht den Anspruch einen repräsentativen Überblick über die Fotografie von Frauen zu geben. Sie möchte Einblicke in das diverse Schaffen von Fotografinnen eröffnen und Anstoß dazu sein, sich vertiefend mit ihrem Blick auf die Welt zu beschäftigen.

Zu der Ausstellung erscheint ein Katalog, er ist in f³ – freiraum für fotografie erhältlich:
#womenphotographer Vol. I
Herausgeber: artbeau4.com
80 Seiten, 50 Farbfotografien
Preis 20 Euro


f³ – freiraum für fotografie, Waldemarstraße 17, Berlin

 

01.12.2018 - 19.05.2019
Fotoausstellung Berlin . Mit „Saul Leiter. David Lynch. Helmut Newton: Nudes“ wird es das erste Mal in der Geschichte der Helmut Newton Stiftung eine Ausstellung geben, die sich ausschließlich dem Genre Akt widmet. 1. Dezember 2018 bis 19. Mai 2019
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Nudes
Fotoausstellung Berlin . Mit „Saul Leiter. David Lynch. Helmut Newton: Nudes“ wird es das erste Mal in der Geschichte der Helmut Newton Stiftung eine Ausstellung geben, die sich ausschließlich dem Genre Akt widmet. 1. Dezember 2018 bis 19. Mai 2019

Saul Leiter Foundation, courtesy Howard Greenberg Gallery

 

Der nackte Körper gehört zur Kunst seit der berühmten Venus von Willendorf, die vor etwa 30.000 Jahren von einem unbekannten Künstler auf dem Gebiet des heutigen Österreich geschaffen wurde, und auch in der Fotografie, dem ältesten der neuen Medien, erscheint das Aktbild bereits in der Pionierzeit, also ab 1839. Seitdem hat sich eine ganz besondere Kombination von Exhibitionismus und Voyeurismus vor den Kameralinsen Tausender von Fotografen entwickelt, bis hin zur heutigen, schier unendlichen digitalen Distribution visualisierter Entblößungen. Die drei hier vorgestellten Fotografen gehören hingegen zu den einfühlsamsten und prägendsten Aktfotografen des ausgehenden 20. Jahrhunderts.

Saul Leiter hat parallel zu seiner Modefotografie für Harper’s Bazaar und seinen Farbabstraktionen, die seit den 1950er- Jahren in den Straßen New Yorks entstanden, auch Akt im Studio inszeniert. Diese stillen und intimen Schwarz-Weiß- Aufnahmen, die Leiter in der eigenen Dunkelkammer entwickelte, blieben zu seinen Lebzeiten gewissermaßen unter Verschluss; nur wenige Freunde kannten sie. Die weiblichen Modelle waren Freundinnen oder Geliebte des Künstlers, der sie in seiner New Yorker Wohnung porträtierte.
Nach seinem Tod im Jahr 2013 werden die unterschiedlichen Aspekte seines Werkes von der Direktorin der Saul Leiter Foundation, Margit Erb, aufgearbeitet, publiziert und teilweise auch neu editiert. So entstand vor kurzem im Steidl-Verlag eine Publikation zu dieser Aktserie unter dem Titel „In My Room“, in der New Yorker Howard Greenberg Gallery eine Ausstellung mit Neuvergrößerungen ausgewählter Akt-Motive – und nun in der Helmut Newton Stiftung erstmals überhaupt eine Präsentation mit über 200 Vintage oder Late Prints, die eine Hälfte gerahmt an der Wand, die andere als Bildschnipsel, von Leiter selbst fragmentiert, in einer Ausstellungsvitrine.

 

 David Lync Untitled Lodz, 2000, copyright David Lynch


Eine ähnliche Bildstimmung begegnet uns bei den Aktaufnahmen von David Lynch, die ein knappes halbes Jahrhundert später, vor allem in Lodz und Los Angeles, entstanden sind; die meisten in Schwarz-Weiß, einige wenige in Farbe. Es sind abstrakte Körperbilder, häufig vollformatige Details, die wir erst auf den zweiten Blick mit einem menschlichen Körper in Verbindung bringen. Lynch wählte während des Arbeitsprozesses ungewöhnliche Perspektiven und anschließend für die 25 Motive im externen Fotolabor ein großes Bildformat, das die weiblichen Modelle meist überlebensgroß erscheinen lässt; sie sind erstmals und exklusiv für die Berliner Ausstellung zusammengestellt und vergrößert worden.

 

Helmut Newton, Bergstrom over Paris, Paris 1976 copyright Helmut Newton Estate 

 

Helmut Newton hat mit seiner Aktfotografie in den 1970er-Jahren begonnen, diesseits und jenseits der Modebildproduktion, und bis zu seinem Lebensende 2004 auch in diesem Genre gearbeitet. Seine Serie „Naked and Dressed“, die den Übergang vom Mode- zum Aktbild in seinem Werk markiert, und die „Big Nudes“ machten ihn Anfang der 1980er-Jahre weltberühmt und inspirierten zahlreiche Kollegen und bildende Künstler zu Nachahmungen oder Neu-Interpretationen. Die jetzige Präsentation vereint etwa 80 solcher Ikonen aus manchen seiner bekannten Ausstellungen und Projekte wie „Helmut Newton’s Illustrated: Pictures from an Exhibition“, „White Women“, „Sleepless Nights“, „Big Nudes“, „Sex and Landscapes“, „Work“ oder „Us and Them“ sowie etwa 40 bislang ungezeigte Werke aus dem Stiftungsarchiv, darunter zahlreiche Original-Polaroids. Helmut Newton schuf ein unvergleichliches Werk voll subtiler Verführung und zeitloser Eleganz – auch und besonders im Akt-Genre: Darunter finden sich Porträts nackter Menschen an Swimmingpools, raffinierte Aufnahmen unbekleideter Schaufensterpuppen und andere modebasierte Aktbilder, halbnackte Modelle mit orthopädischen Stützprothesen oder provokante Inszenierungen sexueller Obsessionen in weiblicher Besetzung, die in unserer Rezeption vielen Imaginations- und Assoziationsmöglichkeiten Platz lassen.


Helmut Newton Stiftung, Museum für Fotografie, Jebenstraße 2, Berlin

30.11.2018 - 31.03.2019
Fotoausstellung München . Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff aus der DZ BANK Kunstsammlung zeigt de Ausstellung des Münchner Stadtmuseums Die Ausstellung widmet sich der Landschaftsdarstellung in der zeitgenössischen Fotokunst. 30. November 2018 – 31. März 2019
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Land_Scope
Fotoausstellung München . Fotoarbeiten von Roni Horn bis Thomas Ruff aus der DZ BANK Kunstsammlung zeigt de Ausstellung des Münchner Stadtmuseums Die Ausstellung widmet sich der Landschaftsdarstellung in der zeitgenössischen Fotokunst. 30. November 2018 – 31. März 2019

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Naoya Hatakeyama, Blast 5707,
1998/1999, 100,5 x 150 cm, © VG Bild?Kunst, Bonn 2018

 

In einer breiten Übersicht mit Werken aus der DZ BANK Kunstsammlung wird durch verschiedene thematische Schwerpunkte verdeutlicht, dass im fotografischen Naturbild nicht nur die tradierte malerische Gattung adaptiert wird, sondern vielmehr neue Darstellungskonventionen hervorgebracht werden. Mit dem Blick auf Bilder der letzten fünf Jahrzehnte wird der medienspezifischen Erschließung der Welt bis ins digitale Zeitalter nachgegangen. Ob analog oder computerbasiert, den fotografischen Landschaften liegen oft gesellschaftliche Debatten und politische Diskurse zugrunde, die auch in der Ausstellung unter die Lupe genommen werden. Landschaftsdarstellungen sind, als ästhetische Phänomene und Produkte kultureller Konnotation, seit jeher Bedeutungsträger für eine große Vielfalt an Projektionen, Weltentwürfen und Geschichtsschreibungen. Sie dienen Identifikationsprozessen oder sind durch Abstraktionen verfremdet.

Die anhaltenden Debatten um ein neues Erdzeitalter – dem Anthropozän, in dem der Mensch zum wesentlichen Gestalter der Natur und zum Akteur geologischer und atmosphärischer Veränderungen wurde – regen dazu an, künstlerische Aneignungen von Landschaften neu zu betrachten und zu befragen: Was verraten uns die Darstellungen über das Verhältnis von Mensch und Natur? Was repräsentieren Landschaften heute, in unserer globalisierten und digitalisierten Weltordnung? Mit welchen philosophischen, ökologischen und ökonomischen Bedeutungen sind sie aufgeladen? Und wie bestimmen (trans-)historische, (trans-)kulturelle, geopolitische und hegemoniale Ordnungen unsere Wahrnehmung von Natur und Gelände?

 

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Beate Gütschow, LS # 7,
1999, 195,5 x 125 cm, © VG Bild?Kunst, Bonn 2018

 

Der Titel der Ausstellung ist ein Kunstwort, das die programmatische Ausrichtung des Projekts andeutet: LAND__SCOPE leitet sich vom Englischen „landscape“ (Landschaft) ab und setzt den Englischen Begriff „scope“ ein, der unter anderem mit Aussicht, Horizont oder Geltungsbereich übersetzt werden kann und dem altgriechischen „σκοπε ν“ (beschauen), entstammt. Diesen ?Geltungsbereich der Landschaft, in der zeitgenössischen Kunst, in ökologischen und gesellschaftspolitischen Debatten, möchte die Ausstellung aufzeigen und hinterfragen. Sie ist in sieben große Kapitel unterteilt, die die zahlreichen Spektren fotokünstlerischer Landschaftsdarstellung aufnehmen: Im Fokus der Sektion Ideallandschaften stehen die Kompositionsschemata, Darstellungsmodi und Bildtypen tradierter, malerischer Vorbilder von Naturbetrachtung. Die hier versammelten Arbeiten von Beate Gütschow, Stephen Shore und Sascha Weidner adaptieren und unterlaufen die Bedingungen kanonisierter Bildordnungen der westlich geprägten Kunstgeschichte. Sie befragen das Wechselverhältnis ästhetischer und moralischer Diskurse, die in der Gattung der Landschaftsmalerei bis in die Renaissance zurückreichen. Der Bereich Wüstungen mit Arbeiten von Inge Rambow, Walter Niedermayr und Andreas MüllerPohle widmet sich einer großen Bandbreite an Landschaftstransformationen. Von der massentouristischen Eroberung der Alpen bis hin zu postindustriellen Brachflächen werden verschiedene Formen der Naturzerstörung vor Augen geführt. In Anlehnung an Methoden mikrobiologischer Wasseranalyse werden Problematiken der standortbezogenen Verschmutzung unserer Flüsse ins Visier genommen. Das Kapitel Politische Territorien thematisiert historische und gegenwärtige Konflikte anhand ihrer Schauplätze. So verweisen großformatige Tapisserien von Stephan Schenk mit detaillierten Ansichten von natürlichem und scheinbar alltäglichem Gelände auf Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges. Die illegale Besiedlung der Sperrzone um den explodierten Atomreaktor in Tschernobyl in den Arbeiten von Andrej Krementschouk kündet von der Alternativlosigkeit und vom Willen der Menschen, in ihrer Heimat zu bleiben – aller gesundheitlichen Gefährdungen zum Trotz. Die großformatige Thermoaufnahme eines Flüchtlingslagers in der Türkei des Künstlers Richard Mosse – entstanden mittels eines militärischen Kamerasystems, das Wärme noch aus 30 Kilometern Entfernung aufzeichnet – durchkreuzt die Bildordnung einer idealtypischen Weltenlandschaft, indem sie die prekäre Lage ihrer „Bewohner“ impliziert. Unter dem Titel Landschaft als Konzept sind Werke zusammengetragen worden, die sich der Gattung als Folie für medienreflexive, kunsttheoretische und abstrakte Überlegungen annähern und sich diese zu Eigen machen. So legt Klaus Rinke durch die in der Bildfläche wiederholte und gestaffelte Figur seiner selbst in der Landschaft Parameter von Zeit und Raum fest. Claudia Angelmaier, die das Motiv von Albrecht Dürers Lindenbäumen aus verschiedenen Ausstellungskatalogen abfotografiert, verweist auf das diskrepante Verhältnis von Original und Reproduktion. Fragen danach, was wir eigentlich in einem Bild sehen und ob wir unseren Augen trauen können, stellen sich auch bei Fotografien der täuschend echten Natursimulationen von Miniaturmodellen und Dioramen der Künstlerin Sonja Braas oder in Form von Präparaten heimischer Tiere, die von Marc Cellier in nächtlichen Stadtlandschaften inszeniert werden.

 

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Peter Bialobrzeski, Transition 20,
2007, 126 x 152,5 cm, © VG Bild?Kunst, Bonn 2018

 

Dass der Natur selbst bildhafte Strukturen immanent sind oder entlockt werden können, führt das Kapitel Formkräfte der Natur vor Augen: Geländeoberflächen von Gebirgsmassiven lancieren zu abstrakten Bildformationen von Olivo Barbieri. Serielle Langzeitbeobachtungen eines Seestückes von Lucinda Devlin verdeutlichen die enormen Veränderungen auf die Erscheinung eines Ortes, die von Witterung, Tages- und Jahreszeit bestimmt wird. Die Idee, eine Fotografie entstünde mit dem „Zeichenstift der Natur“, wie sie vom Fotopionier Henry Fox Talbot formuliert wurde, wird von einer kameralosen Fotografie des Künstlers Raphael Hefti aufgegriffen; während das Bild Assoziation zu astronomischen Aufnahmen evoziert, wurde das Fotopapier tatsächlich mit Hilfe hochentzündlicher Bärlappsporen belichtet. Die landwirtschaftliche Nutzung und Kleingärtnerei sind das Thema der Sektion Agrarlandschaften, in der Bilder von satten Kohlfeldern Heinrich Riebesehls, Schrebergärten und Grabeland der Künstlerin Simone Nieweg und kunstvolle Heuskulpturen von Claus Bury das über Jahrhunderte geformte und prägende Erscheinungsbild unserer Breitengrade präsentieren. Dies geschieht nicht, ohne einen ironischen Bruch zur nach wie vor anhaltenden Romantisierung des „Landlebens“ zu erzeugen, wie Manfred Willmann uns in seinen Werken zeigt.

 

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Caroline Dlugos, Aus fremden Gärten (Kühe II),
1995, 100 x 129 cm, © VG Bild?Kunst, Bonn 2018

 

Der computerbasierten Bearbeitung und Erzeugung von Naturdarstellungen widmet sich die Sektion Digitale Landschaften. Lagen Werken von Jörg Sasse und Caroline Dlugos aus den 1990er Jahren noch analoge Fotografien zugrunde, die mit ihrer digitalen Nachbearbeitung die zunehmende Instabilität des fotografischen Mediums ankündigten, so werden mittlerweile, wie in den Arbeiten von Dan Holdsworth komplette Landschaften digital konstruiert. Gleichzeitig bietet das Internet zunehmend einen öffentlichen Zugang zu Fotografien professioneller Bildarchive wie der NASA und ermöglicht Künstlern wie Thomas Ruff die Aneignung dieser Bildwelten, unter anderem die dreidimensionale Erfahrung des Planeten Mars im musealen Raum. In der Zusammenschau von über 130 Kunstwerken, die zwischen 1972 und 2018 entstanden sind, zeichnet die Ausstellung den Facettenreichtum der fotografischen Naturdarstellungen bis in die Gegenwart nach, setzt die Weiterentwicklung und nicht selten die Überwindung der Gattung Landschaft mit Hilfe des Lichtbildes ins Relief. Die Ausstellung zeigt Werke u.a. von Lucinda Devlin, William Eggleston, Jochen Gerz, Beate Gütschow, Raphael Hefti, Dan Holdsworth, Carsten Höller, Roni Horn, Axel Hütte, Magdalena Jetelová, Sven Johne, Peter Keetman, Robert Longo, Richard Mosse, Heinrich Riebesehl, Thomas Ruff, Adrian Sauer, Stephen Shore, Hiroshi Sugimoto, Anna Vogel. Das Projekt ist eine Kooperation der DZ BANK Kunstsammlung und des Münchner Stadtmuseums. Zur Ausstellung erscheint eine 160-seitige Publikation im Snoeck Verlag mit Texten von Volker Demuth, Ulrich Pohlmann, Christina Leber, Dietmar Mezler, Erec Gellautz und Katharina Zimmermann.

 

Kuratoren der Ausstellung: Ulrich Pohlmann, Christina Leber, Katharina Zimmermann, Erec Gellautz

 

Stadtmuseum München, Sankt Jakobs-Platz 1, München

30.11.2018 - 26.01.2019
Fotoausstellung Greifswald . In einer Gemeinschaftsausstellung mit der Sparkasse Vorpommern zeigt die Galerei STP "II. Akt Greifswald" mit Bildern von TONO STANO, CLAUDIA OTTO, DIETER KITTEL, FRANK RICHTER und KAI MUELLER 30. November 2018 bis 26. Januar 2019
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II. Akt Greifswald
Fotoausstellung Greifswald . In einer Gemeinschaftsausstellung mit der Sparkasse Vorpommern zeigt die Galerei STP "II. Akt Greifswald" mit Bildern von TONO STANO, CLAUDIA OTTO, DIETER KITTEL, FRANK RICHTER und KAI MUELLER 30. November 2018 bis 26. Januar 2019

STP 02

© Dieter Kittel Bäume aus Stein 2015

Nach dem gelungenen Auftakt im letzten Jahr geht die Ausstellungsreihe zum Thema Aktfotografie in die zweite Runde. An verschiedensten Schauplätzen in Greifswald werden sich erotische Darstellungen des menschlichen Körpers den Betrachtern eröffnen. Viele Orte gilt es dabei zu entdecken: Schaufenster der Innenstadt, der Ausstellungssaal der Sparkasse Vorpommern am Markt und die neuen Räume der Galerie STP.

 

STP 03

© FRANK RICHTER IM FOKUS 2008

STP 01

© TONO STANO waiting for a stroke 1993

Inhaltlich teilt sich die Ausstellung in zwei Bereiche. In der Sparkasse am Markt, sowie in den fünf Ladengeschäften der Innenstadt werden vier regionale Fotografen/innen ihre Interpretationen zum Thema Akt präsentieren.

Galerie STP, Mühlenstraße 20, Greifswald

 

28.11.2018 - 07.03.2019
Fotoausstellung Wien . Im Rahmen des Alfred Fried Photography Awards werden seit zwei Jahren auch Jugendliche bis zum Alter von 14 Jahren aufgerufen, das Thema Frieden in einem Foto sichtbar zu machen. Das "Children Peace Image of the Year 2018" wurde "Daydreaming" von Kaja Tasevska aus Mazedonien. Zu der Ausstellung der Bilder lädt das Naturhistorische Museum Wien und die Edition Lammerhuber ein. 28.11.2018 bis 7.3.2019
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Peace- Die weltbesten Jugendfotos zum Thema Frieden
Fotoausstellung Wien . Im Rahmen des Alfred Fried Photography Awards werden seit zwei Jahren auch Jugendliche bis zum Alter von 14 Jahren aufgerufen, das Thema Frieden in einem Foto sichtbar zu machen. Das "Children Peace Image of the Year 2018" wurde "Daydreaming" von Kaja Tasevska aus Mazedonien. Zu der Ausstellung der Bilder lädt das Naturhistorische Museum Wien und die Edition Lammerhuber ein. 28.11.2018 bis 7.3.2019


 

Foto Kaja Tasevska



Wie einfühlsam und gekonnt auch Kinder ein fotografisches Thema umsetzen können, zeigt die Ausstellung „Peace“ im Naturhistorische Museum Wien. 2018 wurden 847 Fotos eingereicht. Eine Auswahl von 57 Arbeiten wird im Saal 50 des NHM Wien gezeigt.

Alfred Fried, der Namensgeber für den Preis, war ein österreichischer Pazifist und Schriftsteller, dem 1911 der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Der Award wird vom Österreichischen Parlament, UNESCO, IPI, der Photographischen Gesellschaft, der Edition Lammerhuber und World Press Photo vergeben und setzt ein starkes Zeichen für den Frieden. Eine international besetzte Jury wählt aus dem Kreis der nominierten Bilder das Kinder-Friedensbild des Jahres 2018.

 

 

 



Begleitend zur Ausstellung „Krieg – Auf den Spuren einer Evolution“ wurde der Saal 50 mit der Foto-Ausstellung „Peace“ als Friedenswerkstatt eingerichtet.
Für Erwachsene finden hier folgende Workshops zum Thema Frieden statt: Begegnung mit Text und Sprache Moderation: Erwin Urmann (Schriftsteller) & Iris Ott (Ausstellung & Bildung, NHM Wien) Mittwoch, 5. Dezember 2018, 18.00–20.30 Uhr Bertha von Suttner revisited Samstag, 19. Jänner 2019, 14.00–17.00 Uhr Friedenswerkstatt: Peace – Eine unterschätzte Größe Sonntag, 3. März 2019, 14.00–17.00 Uhr Der Nachkrieg
Näherer Information und Anmeldung:
www.nhm-wien.ac.at/Fuehrungen/anmeldung


Naturhistorischen Museum Wien, Maria-Theresia-Platz, Wien



24.11.2018 - 31.03.2019
Fotoausstellung Münster . Bereits zum siebten Mal in Folge zeigt das Westfälische Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster als erstes deutsches Museum und exklusiv in Nordrhein-Westfalen die Ausstellung mit den hundert ausgezeichneten Bildern des „Wildlife Photographer of the Year“ Wettbewerbs. Vom 24. November 2018 bis zum 31. März 2019
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Wildlife Photographer of the Year
Fotoausstellung Münster . Bereits zum siebten Mal in Folge zeigt das Westfälische Pferdemuseum im Allwetterzoo Münster als erstes deutsches Museum und exklusiv in Nordrhein-Westfalen die Ausstellung mit den hundert ausgezeichneten Bildern des „Wildlife Photographer of the Year“ Wettbewerbs. Vom 24. November 2018 bis zum 31. März 2019

Das goldene Paar © Marsel van Oosten - Wildlife Photographer of the Year

„Das goldene Paar“ von Marsel van Oosten, Naturfotograf des Jahres 2018

Der Titel „Wildlife Photographer of the Year“ ist einer der bedeutendsten Auszeichnungen für Naturfotografen. Der Wettbewerb, der jährlich vom renommierten Natural History Museum in London ausgerichtet wird, kürt immer wieder spektakuläre Bilder. Seit seinen Anfängen im Jahr 1964 verfolgt er das Ziel, die Arbeit von Naturfotografen zu fördern, um das öffentliche Interesse für den Tier- und Naturschutz zu stärken. Das Besondere: An dem Wettbewerb kann jeder teilnehmen, Profis und Amateure, gestandene und sehr junge Fotografen.

 

Träumender Leopard © Skye Meaker - Young Wildlife Photographer of the Year

„Träumender Leopard“ von Skye Meaker, Junger Naturfotograf des Jahres 2018

 

Sie sollen den Betrachter an die erstaunliche Pracht, die Dramatik und die Vielfalt des Lebens auf der Welt erinnern und ihm die Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur ins Bewusstsein rufen.

„Die Gewinner zeigen die Fülle, Schönheit, Unverwüstlichkeit und Verletzlichkeit der Erde“, so der Veranstalter. Zu sehen sind unter anderem fliegende Fische, Blut trinkende Vögel, verkleidete Affen und ein Flamingo, der sich als Botschafter für eine Naturschutzorganisation betätigt.

 

Westfälisches Pferdemuseum Münster GmbH, Sentruper Straße 311, Münster

 

23.11.2018 - 19.01.2019
Ausstellung Salzburg . Eva Maria Ocherbauer baut ihre fotografischen Bildwelten aus Formen der Natur wie auch aus Gebrauchs- (und Verbrauchs-)gegenständen der Konsumwelt. Die Ausstellung "One Fine Day Soon" im Salzburger Fotohof thematisiert die komplexen Beziehungen zwischen der menschlichen Gesellschaft und Welt der Natur. 23. November 2018 bis 19. Januar 2019
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Eva Maria Ocherbauer – One Fine Day Soon
Ausstellung Salzburg . Eva Maria Ocherbauer baut ihre fotografischen Bildwelten aus Formen der Natur wie auch aus Gebrauchs- (und Verbrauchs-)gegenständen der Konsumwelt. Die Ausstellung "One Fine Day Soon" im Salzburger Fotohof thematisiert die komplexen Beziehungen zwischen der menschlichen Gesellschaft und Welt der Natur. 23. November 2018 bis 19. Januar 2019

   
Eva Maria Ocherbauer
aus The Horn of Plenty, 2018



Das viereckige Foto wird häufig aufgelöst und in die Umrisse des jeweiligen Gegenstandes übersetzt oder ins Dreidimensionale erweitert. So mutieren beispielsweise Kunststoffteile an einem Strand zu monumentalen Objekten, die in ihrer ästhetischen Präsenz Fragen nach dem Verhältnis von Bild und Wirklichkeit stellen. Für Ocherbauer ist die Fotografie auch ein Mittel, ganz banale Dinge des alltäglichen Lebens zu transformieren und im Bild überraschend schön aber auch fremd erscheinen zu lassen. Die Dinge werden zu Ikonen ihrer selbst und stellen Fragen nach den Möglichkeiten des Mediums Fotografie aber auch nach den ausfransenden Enden der menschlichen Zivilisation.

Eva Maria Ocherbauer
aus Intercourse with Woods (mit Jelili Atiku)

 

Aufgebaut als dramatische Inszenierung wird die Galerie zur Bühne, dem gezeigten Bildmaterial werden diverse Rollen zugewiesen. Kunststoffreste übernehmen die Schlüsselpositionen, Jelili Atiku agiert als Darsteller und ein Spinnennetz hält buchstäblich alle Fäden in der Hand. Dieses Netz bestimmt auch die Farbgebung der Ausstellung und verbindet damit die einzelnen Elemente die primär einem assoziativ angelegtem Verständnis zugeordnet sind. Darüber hinaus gibt es noch den Chor, Bilder die das Gegenständliche betonen, die eine präzise Untersuchung der hier zum Thema gemachten Transformationen erlauben
onehenge auf. In der Ausstellung wird auf die kreisförmige Struktur eingegangen, die Bilder werden im Sinne der Steinblöcke aufgebaut und beziehen auch der historischen Anlage entnommene Positionen. Von einer Kultstätte über eine religiöse Tempelanlage, einen zentralen Begräbnisort bis zum astronomischen Observatorium, viel wird Stonehenge nachgesagt und all das kann auch mit ONE FINE DAY SOON in Verbindung gebracht werden. Das Ritual als solches, Kreisläufe, Transformationen und kosmische Ordnungen bilden die Grundlage dieser Ausstellung.

 

Eva Maria Ocherbauer
Knochenkreis 3 aus The Horn of Plenty, 2018



Inhaltlich geht es um Verhaltensweisen und den damit in Zusammenhang stehenden Kontrollverlust. Gezeigt werden Teile von Kunststoffen die am Elegushi Beach in Lagos ihren temporären Platz gefunden haben, wie sie langsam vom Sand zersetzt ins Meer gelangen und damit natürlichen Prozessen ausgesetzt sämtlichen menschlichen Einflüssen entzogen sind. Dem wird als eine Art Allegorie ein Verschmelzen von Mensch und Natur anhand von inszenierten Bildern entgegengesetzt. Auch hier sehen wir eine elementare Unterwerfung an bestehende Gesetzmäßigkeiten. Alle Fotografien wurden bildnerischen Manipulationen unterzogen und entziehen sich damit sogenannter realer Darstellung.

Eva Maria Ocherbauer, *1959 in Graz; lebt und arbeitet in Berlin.

Fotohof, Inge-Morath-Platz, Salzburg

21.11.2018 - 02.03.2019
Ausstellung München . Anatomie in Kunst und Wissenschaft vom Barock bis heute ist das Thema der Ausstellung der Münchner Eres Stiftung. Die Ausstellung „Bodyscan“ führt dem Besucher mit mehr als 50 Exponaten einen reichen Schatz anatomischer Darstellungen und Kunstwerke sowohl alter als auch zeitgenössischer Kunst vor Augen. 21.11.2018 bis 2.3.2019
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Bodyscan – Anatomie in Kunst + Wissenschaft
Ausstellung München . Anatomie in Kunst und Wissenschaft vom Barock bis heute ist das Thema der Ausstellung der Münchner Eres Stiftung. Die Ausstellung „Bodyscan“ führt dem Besucher mit mehr als 50 Exponaten einen reichen Schatz anatomischer Darstellungen und Kunstwerke sowohl alter als auch zeitgenössischer Kunst vor Augen. 21.11.2018 bis 2.3.2019

 

BODYSCAN
Raumansicht
Mit Cinematic Rendering / Siemens Healthineers und Arbeiten von Eadweard Muybridge, Peter Kogler
Foto: Thomas Dashuber

  

Die Lehre vom Aufbau des Körpers ist eng mit der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft verbunden. Die genaue Dokumentation des Körpers zu Lehrzwecken entstand meist aus einer engen Zusammenarbeit zwischen bildendem Künstler und Anatom. Während sich die makroskopische Anatomie mit den Dingen beschäftigt, die mit bloßem Auge zu sehen sind, liegt der Schwerpunkt heute auf der Zellbiologie und damit auf molekularer Ebene.

In einem eigens für die Schau entwickelten Vitrinen-Display finden sich exquisite Wunderkammerstücke (Kurator: Georg Laue), gleichwertig arrangiert neben aktuellen Kunst-Positionen, anatomischen Schautafeln, Moulagen, Pappmaché -Modellen und popkulturellen Objekten wie Magazin-Covern oder Science-Fiction-Filmsequenzen (konzeptuelle Beratung: Peter Kogler). Die Besucher werden außerdem die Möglichkeit haben, mit bahnbrechenden bildgebenden Technologien durch den Körper zu reisen (VR-Brille, Cinematic Rendering).

In der aktuellen Kunst wird in Nachfolge der Body-Art der 60er- und 70er-Jahre der menschliche Körper als Sujet neu entdeckt und interpretiert. In einer digital bildgefluteten Welt transformiert sich der menschliche Leib zum immateriellen und virtuellen Wesen. Innovative Technologien der Körperdarstellung führen zu neuen Körperbildern. Computergesteuerte Stiftplotter ermöglichen die Auseinandersetzung und Neuinterpretation historischer anatomischer Kupferstichzeichnungen. Roboterkameras in Verbindung mit Bildbearbeitungsprogrammen z. B. von Google Maps lassen synthetisch anmutende Organe und Körperoberflächen entstehen, die – in Leuchtkästen platziert oder auf dehnbare Folie gedruckt – seltsam artifiziell und transhuman wirken.

 

 

Jean-Antoine Houdon
Écorché, ca. 1765
Privatsammlung | Private Collection
Foto: Thomas Dashuber

 

Franz Xaver Nißl
Acht Anatomische Relieftafeln | Eight Anatomical Relief Plates
Fügen, ca. 1780

Privatbesitz
Courteesy Kunstkammer Georg Laue
München London
Josef Knoll
See you all, 2014
Privaatsammlung 
copyright Josef Knoll
Foto: Thomas Dashuber 

 

»The Next Human« – das umfangreiche Wissenschaftsprogramm zur Ausstellung vermittelt den Besuchern Einblicke in die aktuellen, revolutionierenden Ergebnisse der molekularen Genetik (Kurator: Prof. Dr. Ulrich Blum). Schwerpunkte werden sein: Forschungen zur pluripotenten Stammzelle und zum Genom-Editing (Genschere CRISPR/Cas 9), die biotechnologische Verschmelzung von Mensch und Maschine sowie medizinethische Fragen, die sich aus den gentechnischen Möglichkeiten ergeben.

Die Ausstellung wird ergänzt durch:

Anatomische Lehrmodelle und Bücher
Z. B. ein Augenmodell aus der Werkstatt Louis Auzoux (1888), anatomische Lehrtafeln von JF Gautier d´Agoty oder ein männliches Skelett aus dem Besitz des Berliner Arztes Hans Laehr (um 1900)

Science-Fiction Filmsequenzen
Wie Fantastic Voyage von Richard Fleischer (1966) oder Ghost in the Shell von Rupert Sanders (2017)

und Visualisierungstechniken der Medizin
Wie die molekulare Körperdatensätze mit einer VR-Brille als Virtual Reality Platform sichtbar machen (CeMM – Centre for Molecular Medicine, Wien), das faszinierende 3D-Verfahren Cinematic Rendering (Siemens Healthineers) oder die Videoprojektion von Schnittbildanatomie des The Visible Human Project der U.S. National Library of Medicine.

 

 

Eres Stiftung, Römerstraße 15 München

17.11.2018 - 03.03.2019
Fotoausstellung Hamburg . In einer umfassenden Ausstellung zeigt das Haus der Photographie in den Deichtorhallen den deutschen Fotografen Michael Wolf (*1954). Vorgestellt werden elf Werkserien und eine riesige Wandinstallation. 17. November 2018 bis 3. März 2019
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Michael Wolf – Life in Cities
Fotoausstellung Hamburg . In einer umfassenden Ausstellung zeigt das Haus der Photographie in den Deichtorhallen den deutschen Fotografen Michael Wolf (*1954). Vorgestellt werden elf Werkserien und eine riesige Wandinstallation. 17. November 2018 bis 3. März 2019

 

 

Michael Wolf, Einzelbild der Wandinstallation The Real Toy Story, China, 2004
Digital C-print mounted on forex
Approx. 125 x 100 cm
© Michael Wolf 2018
Copyright: © Michael Wolf 2018

 

Die Ausstellung Michael Wolf – Life in Citiezeigt Werke von Wolfs Anfängen als Dokumentarfotograf bis hin zu den jüngsten, bisher unveröffentlichten Arbeiten. Michael Wolfs Werke reflektieren die Lebensbedingungen in Metropolen wie Hongkong, Tokio, Chicago und Paris und greifen Themen wie Bevölkerungsverdichtung, Massenkonsum, Privatsphäre und Voyeurismus auf.
 
Nach einem Studium bei Otto Steinert begann Wolf seine berufliche Karriere als Fotojournalist und arbeitete für renommierte Magazine wie GEO. Im Jahr 1994 zog er nach Hongkong, wo er acht Jahre als Vertragsfotograf für das Stern-Magazin arbeitete. 2003 wechselte Michael Wolf das Metier und wurde ein autonomer visueller Künstler. Dennoch bleibt seine Arbeit in der Tradition sozial engagierter Dokumentarfotografie verwurzelt. Sein Kernthema ist das Leben der Menschen in den großen, sich ständig verändernden Metropolen der heutigen Welt. Der zweimalige World Press Photo Award-Gewinner stellte u.a. auf der Venedig Biennale für Architektur aus und ist in der Sammlung des Metropolitan Museum of Art in New York vertreten.
 

Michael Wolf, Architecture of Density, Hong Kong, 2003-2014
Digital C-print mounted on dibond; wooden frame, no glass
180 x 269 cm
© Michael Wolf 2018

 


Das Herzstück der Ausstellung ist Wolfs beeindruckende Wandinstallation The Real Toy Story (2000–2018), die in den Deichtorhallen mit 23 × 4,5 Meter ihre bisher umfangreichste Größe erlangt. Über 20.000 Billigspielzeuge »Made in China« bilden den Rahmen für Porträtfotos von Arbeiterinnen und Arbeitern in chinesischen Spielzeugfabriken. Die schüchternen und manchmal resignierten Gesichter der einzelnen Personen stehen in scharfem Gegensatz zur überwältigenden Anzahl heiter-bunter Spielzeuge aus der industriellen Massenproduktion.

 

Michael Wolf, Tokyo Compression, Tokyo, 2010-2013
Pigment print on Hahnemühle paper, wooden frame, museum glass
110,5 x 88,5 cm (frame size)
© Michael Wolf 2018
Copyright: © Michael Wolf

 


 
Michael Wolfs Studium der visuellen Eigenheiten des modernen Stadtlebens begann in Hongkong. Die Stadt ist seit 1994 sein Zuhause und wurde der Hauptgegenstand seiner Forschung und das Thema vieler seiner Serien. In der Serie 100 × 100 (2006) porträtiert er hundert Bewohner eines Wohnkomplexes in der chinesischen Metropole, die auf knapp neun Quadratmetern leben. Wolfs Hochhaus-Ansichten in Architecture of Density (2003–2014), die weder Himmel noch Erde zeigen, ähneln endlosen Abstraktionen und entdecken die Schönheit der in der monotonen, brutalen Architektur der Wohnkomplexe. Michael Wolfs Serie Tokyo Compression mit Passagieren, die gegen die Fenster der überfüllten U-Bahn in Tokio gepresst sind, zeigt ebenso eindrücklich die räumliche Enge in einer Mega-Stadt.

 

 Michael Wolf, The Transparent City, Chicago, 2006
Digital C-print, wooden frame, perspex or museum glass
156 x 123 cm
© Michael Wolf 2018
Copyright: © Michael Wolf 2018


 
Die von Wim van Sinderen kuratierte Ausstellung ist eine Produktion des Museums für Fotografie in Den Haag und wurde im Sommer 2017 während des großen Fotofestivals Les Rencontres de la photographie in Arles erstmalig gezeigt. Begleitet wird die Ausstellung von dem englischsprachigen Buch Michael Wolf Works bei Peperoni Books mit Texten von Marc Feustel, Jan-Philipp Sendker, Wim van Sindern und Michael Wolf.

 

Bis 14. November 2018 sind am Hamburger Jungfernstieg Bilder aus der Serie Tokyo Compression von Michael Wolf zu sehen. Der Verein lebendiger Jungfernstieg e.V., die Deichtorhallen Hamburg und die Wall Gmbh präsentieren gemeinsam auf dem Hamburger Jungfernstieg das siebente Mal kostenlos Kunst im öffentlichen Raum. Die Outdoor-Ausstellung ist der Auftakt zur Ausstellung im Haus der Photographie.

 

Begleitet wird die Ausstellung von dem englischsprachigen Buch Michael Wolf Works mit Texten von Marc Feustel, Jan-Philipp Sendker, Wim van Sindern und Michael Wolf. Peperoni Books. 296 Seiten, ca. 400 Abbildungen, 24,5 x 30 cm, gebunden. Preis 50 Euro

 

 

15.11.2018 - 19.01.2019
Ausstellung Hamburg . In der Galerie für Fotografie Persiehl & Heine kann man in der Ausstellung „Flying Houses“ die Fotomontagen von Laurent Chéhère bewundern, die er wie ein Puzzle aus Hunderten von Elementen zusammengesetzt hat. 15. November bis 19. Januar 2019
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Laurent Chéhère – Flying Houses
Ausstellung Hamburg . In der Galerie für Fotografie Persiehl & Heine kann man in der Ausstellung „Flying Houses“ die Fotomontagen von Laurent Chéhère bewundern, die er wie ein Puzzle aus Hunderten von Elementen zusammengesetzt hat. 15. November bis 19. Januar 2019

 

Laurent Chéhère The Great Illusion, 2012

 

Flying Houses" sind eine surreale und poetische Vision des alten Paris. Wohnen, Architektur und Geschichte, Kino, Popkultur und Straßenkunst – Laurent Chéhère kreiert diverse Themen, sinnvolle aber auch sinnfreie. Für ihn hat die Stadt zwei Seiten: "Ich rede von Paris, das dich träumen lässt, und von Paris, das dich nicht träumen lässt."

 

 

Laurent Chéhère: Pink, 2017 

 

Seine schwebenden Häuser sind inspiriert von armen und kosmopolitischen Vierteln. An jeder Straßenecke dieses heutigen Babels beflügeln ihn Gerüche, Parfums, eine Würze oder ein Akzent. Auf den ersten Blick erscheinen die "Flying Houses" unbeschwert und verträumt, bei genauerem Hinsehen offenbaren Details eine komplexere Geschichte: "In gewisser Weise versuche ich, Schwierigkeiten und Sorgen einer verarmten Gesellschaft aufzuzeigen. Diese Häuser sind Zeugen einer zeitgenössischen Realität. Aus ihrem städtischen Kontext gelöst und von der Anonymität der Straße befreit, erzählen die Gebäude eine Geschichte über Leben, Träume und Hoffnungen ihrer Bewohner", erklärt Laurent Chéhère. 

 

Laurent Chéhère



Die Fotomontagen sind wie ein Puzzle aus Hunderten von Elementen zusammengesetzt. Die großen Formate der Bilder erlauben dem Betrachter verborgene Komponenten dieser genauen Rekonstruktionen zu entdecken, eine doppelte Deutung entsteht – von Weitem und von Nahem betrachtet. Die Distanz bietet einen anderen Blickwinkel und der Künstler warnt vor Vorurteilen.

 

Persiehl & Heine, Bergstr. 11, Hamburg

 

10.11.2018 - 30.03.2019
Ausstellung Ulm . Für die Ausstellung "Lichte Momente" ist es dem Stadthaus Ulm gelungen Werke international renommierter Künstler und einer Künstlerin ins Haus zu holen, die Licht als erlebbares, sinnliches erfahrbares Ereignis zeigen. Die zweigeteilte Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen des Stadthauses (Eröffnung des größeren, 1. Teils am 10. November und des kleineren Kabinett-Teils am 14. Dezember) wird Fotografien, Lichtobjekte und Installationen präsentieren.
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Lichte Momente
Ausstellung Ulm . Für die Ausstellung "Lichte Momente" ist es dem Stadthaus Ulm gelungen Werke international renommierter Künstler und einer Künstlerin ins Haus zu holen, die Licht als erlebbares, sinnliches erfahrbares Ereignis zeigen. Die zweigeteilte Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen des Stadthauses (Eröffnung des größeren, 1. Teils am 10. November und des kleineren Kabinett-Teils am 14. Dezember) wird Fotografien, Lichtobjekte und Installationen präsentieren.



Aus der Serie "Paradise Now", 2005-2208 copyright Peter Bialobrzeski



Das Stadthaus Ulm wurde von dem New Yorker Architekten Richard Meier entworfen. Charakteristisch für Richard Meiers Gebäude ist das Wechselspiel von Innen und Außen. Die Räume sind durchdrungen vom Tageslicht. Was liegt also näher, als zum 25-jährigen Bestehen des Stadthauses das Licht in den Mittelpunkt zu rücken?
Der Schwerpunkt  des ersten Ausstellungsteils liegt auf der Fotografie. Mit Peter Bialobrzeski, Julius von Bismarck, Klaus Heider, Jürgen Grözinger, Andrei Loginov und Ralf Peters werden große Persönlichkeiten der Branche und die "Geheim"-Tipps des Stadthauses präsentiert.
 
Peter Bialobrzeski, Hamburger Dokumentarfotograf, hat sich mit überbordend wuchernden Naturfragmenten im künstlichen Licht asiatischer Megacities beschäftigt, deren Schönheit angesichts des Klimawandels hinterfragt werden muss: „Paradise Now“.
Der 2013 verstorbene Maler, Fotograf und Grafiker Klaus Heider stammte aus Göppingen und hat sich zeitlebens künstlerisch mit Licht befasst. Ins Stadthaus kommen fotografische Lichtzeichnungen sowie Aufnahmen aus dem römischen Pantheon, dessen berühmte Kuppel und ihr Lichteinfall durch das „Opaion“  im Kuppelzentrum, die Durch- dringung von Wissenschaft und Kunst, zeitlebens zentrale, sinnlich erlebbare Themen Heiders waren.

 

Talking to Thunder (Palm tree), 2017
Courtesy Julius von Bismarck und alexander levy, Berlin / Sies und Höke, Düsseldorf /
Marlborough Contemporary New York


Dem in Berlin lebenden Julius von Bismarck - ein Meisterschüler Olafur Eliassons - ist es gelungen, in der spannungsgeladenen Atmosphäre  des venezolanischen Dschungels Blitze zu provozieren und z.B. in eine Palme einschlagen zu lassen. So konnte er fast skulpturale Blitz-Momente in Fotografien einfangen: „Talking to thunder“.
Jürgen Grözinger ist dem Stadthauspublikum  als herausragender Musiker und Projektleiter der neuen Musik bekannt. Dass er auch ein begabter Fotograf ist, zeigen seine Arbeiten, die das Leben zwischen Licht und Dunkelheit in Island schildern. An zwei Abenden im Februar und März wird Grözinger seine visuellen Arbeiten durch musikalische Live-Performances erweitern.

 

Winter#5 2016/2017
Foto copyright Ralf Peters
courtesy Bernhard Knaus Fine Art, Frankfurt

 


Ralf Peters Fotografien changieren zwischen Nacht und Tag und führen uns mit virtuosem Balanceakt auf den Grenzen der Gewohnheit unseres Bildgebrauchs an das Limit unseres Sehens. Die Arbeiten seiner Serie „Night/Colours“ zeigen Industriebauten, Brücken oder Bäume, denen er durch eine extreme Beleuchtung geradezu Plastizität verleiht.
Der ebenfalls in Berlin lebende Weißrusse Andrei Loginov  schließlich kreiert scheinbar in Lichtkästen schwebende Skulpturen, im Stadthaus sind es Bienenwaben.  In seiner Serie PROTOTYPES, zu der die "Biosynthese"-Arbeiten gehören, arbeitet Loginov interdisziplinär zwischen Objektkunst und 3D-Fotografie.


Ergänzt werden die Fotografien von Lichtobjekten von Klaus Heider und der Lichtkünstlerin rosalie. Unter anderem wird die kleinere Version des letzten Werks gezeigt, das die 2017 verstorbene Stuttgarter Künstlerin realisieren konnte: eine Licht-Klang- Installation zu Gustav Mahlers 8. Sinfonie, die sie zur Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie schuf.
Der im Luftraum präsentierte Stofftunnel von Domenico Strazzeri ist Lichtinstallation, Bühnenbild und Tanzutensil in einem. Zu festgelegten Zeiten wird der Tunnel durch Mitglieder der Strado Compagnia Danza mit Performances bespielt.


Ein räumlich gesehen kleinerer, zweiter Teil der Ausstellung wird im Dezember im Kabinett eröffnet. Er wartet mit weiteren Highlights der internationalen, aktuellen Kunstszene auf. „Round Rainbow“ heißt eine Installation, die der weltweit gefragte Künstler Ólafur Elíassion im Stadthaus präsentiert.  Sie zaubert einen sich ständig wandelnden Regenbogen und Lichtreflexe ins Innere des Kabinetts. Der Berliner Künstler Ulrich Vogl antwortet mit subtilen Licht-Schatten-Spielen direkt auf die Architektur von Richard Meier. Vogl kreiert fürs Stadthaus ein „Window Ulm“, das sich wandelnde
Schattenspiele auf die Wände zaubert. Ein erstes Fenster dieser Art zeigte Vogl 2010 in Berlin. Inzwischen tourten seine Fenster stets als an den jeweiligen Ort angepasste Variation durch zahlreiche Metropolen. Lichtkinetische Objekte, eine Art Malerei mit Licht, die gleichermaßen mit Farbkraft wie Emotionalität begeistern, von rosalie runden diesen zweiten Ausstellungsteil der Ausstellung ab.
 


Während der Ausstellung werden - an zahlreichen Terminen über die gesamte Laufzeit - Tanz- und Klangperformances zu erleben sein.


09.11.2018 - 03.03.2019
Ausstellung Berlin . Die Ausstellung im Museum für Fotografie zeigt gleichermaßen eine fotografische Bildgeschichte der Revolution in Berlin wie ein Panorama der Unterhaltungskultur dieser Monate. Von Willy Römer sind die meisten Aufnahmen der Revolution in Originalkontaktabzügen überliefert. 9.11.2018 bis 3.3.2019
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Berlin in der Revolution 1918/19
Ausstellung Berlin . Die Ausstellung im Museum für Fotografie zeigt gleichermaßen eine fotografische Bildgeschichte der Revolution in Berlin wie ein Panorama der Unterhaltungskultur dieser Monate. Von Willy Römer sind die meisten Aufnahmen der Revolution in Originalkontaktabzügen überliefert. 9.11.2018 bis 3.3.2019



Willy Römer
Spartakisten hinter Zeitungspapierrollen beim Barrrikadenkampf in der Schützenstraße, 11.1.1919
copyright Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek - Phototthek Willy Romer / Willy Römer

 

Die Revolution im Winter und Frühjahr 1918/19 entschied sich in den Straßen der Reichshauptstadt Berlin. Mit Demonstrationen vor Reichstag und Schloss feierten die Berlinerinnen und Berliner am 9. November 1918 die Abdankung des Kaisers, im Zeitungsviertel wurden im Januar 1919 aus Druckpapierrollen die Barrikaden der Spartakisten gegen die anrückenden Regierungstruppen errichtet, über die Frankfurter Allee zog nach dem Ende der Kämpfe der große Trauerkondukt zum Friedhof in Friedrichsfelde. Mit dabei waren immer die Pressefotografen, die mit ihren großen Plattenkameras die Redner in der Menge, die Soldaten hinter den Maschinengewehren, die Plakatwagen der Parteien für die Wahlen zur Nationalversammlung sowie die zerstörten Häuser und verwüsteten Plätze aufnahmen. Doch gleichzeitig ging der Alltag in der Stadt weiter, besuchten die Menschen die vielen Kinos mit ihrem expandierendem Filmangebot, amüsierten sich in Revuen und Kabaretts, tanzten Two-Step und Foxtrott. Die Ausstellung im Museum für Fotografie zeigt gleichermaßen eine fotografische Bildgeschichte der Revolution in Berlin wie ein Panorama der Unterhaltungskultur dieser Monate.

 

Willy Römer
Möbelwagen als Barrrikaden der Streikenden in der Prenzlauer Straße, Ecke Linienstraße, 7.3. 1919
copyright Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek - Phototthek Willy Romer / Willy Römer

 

 

Willy Römer
Maschinengewehrstand hinter Barrikaden aus Zeitungspapierrollen vor dem Messehaus in der Schützenstraße 11.1.1919
copyright Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek - Phototthek Willy Romer / Willy Römer

 


In den ersten Tagen der Revolution waren die Gebrüder Otto und Georg Haeckel die wichtigsten Pressefotografen. Als erfahrene Kriegsreporter begleiteten sie reaktionsschnell die spontanen Kundgebungen Unter den Linden und vor dem Schloss. Die Fotografen arbeiteten ohne Auftrag und boten Verlagen wie Mosse oder Ullstein ihre Aufnahmen an. Belege von den Kampfhandlungen selbst gibt es nur wenige. Eher stellten die Fotografen in den Kampfpausen Szenen mit Soldaten mit schussbereiten Waffen oder an den Barrikaden nach. Von Willy Römer sind die meisten Aufnahmen der Revolution in Originalkontaktabzügen überliefert. Eine seiner Fotografien entstand sogar unmittelbar vor seiner eigenen Festnahme durch einen Trupp Spartakisten.
In den Kinos berichteten die Wochenschauen deutschlandweit von den Kundgebungen und Demonstrationen in Berlin, brachten Film-Porträts der Minister der neuen Reichsregierung und zeigten als Beweis für die wieder hergestellte Ordnung Alltagsszenen aus den Straßen der Hauptstadt. Gleichzeitig warben sie für die Nationalversammlung. Aufgrund der längeren Produktionsabläufe boten die Spielfilme im Winter 1918/19 noch keinen Reflex auf die Revolution. Doch ermöglichte die Aufhebung der Zensur die Produktion neuer, gewagter Filme, die sich etwa gegen die strafrechtliche Verfolgung Homosexueller richteten.

 

Willy Römer
Einzug der Jägerdivision, Vorbeimarsch der Garde-Jäger vor General Arnold Lequis,
links der Pressefotograf Walter Gircke mit seiner Kamera, 10./11.12.1918

copyright Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek - Phototthek Willy Romer / Willy Römer



Als Reaktion auf das Ende des Krieges und ohne zunächst den Gefahren der Revolutionskämpfe Rechnung zu tragen, herrschte im Winter und Frühjahr 1918/19 in Berlin eine beispiellose Vergnügungssucht. Neben Opernhäusern und Sprechtheatern frequentierten die Berlinerinnen und Berliner die populäreren Operetten- und Revuetheater, die Kinos, aber auch Ballhäuser oder Kaschemmen, um dort zu tanzen. Dabei gab es auch Revuen, die tagesaktuell auf Themen wie die Wohnungsnot und die Streiks reagierten. Die Misere der Kriegsinvaliden war gleichfalls ein Sujet der populären Musik. In dem Lied Bein ist Trumpf aus dem Jahr 1919 wird das Schicksal vieler kriegsversehrter Männer angesprochen: der Tanz mit dem Holzbein oder der Prothese im Getriebe eines sich immer weiter drehenden Weltgefüges.
Eine Ausstellung der Kunstbibliothek, gefördert vom Hauptstadtkulturfonds
Kooperationspartner: bpk-Bildagentur und ullstein bild

Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, Berlin

04.11.2018 - 10.03.2019
Ausstellung Siegen . "Sigmar Polke und die 1970er Jahre" wirft mit mehr als 350 Exponaten einen kaleidoskopischen Blick auf Sigmar Polkes künstlerische Produktion sowie sein Netzwerk in dieser Zeit.Präsentiert wird die Ausstellung vom Museum für Gegenwartskunst. Bis 10.3.2018
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Sigmar Polke und die 1970er Jahre
Ausstellung Siegen . "Sigmar Polke und die 1970er Jahre" wirft mit mehr als 350 Exponaten einen kaleidoskopischen Blick auf Sigmar Polkes künstlerische Produktion sowie sein Netzwerk in dieser Zeit.Präsentiert wird die Ausstellung vom Museum für Gegenwartskunst. Bis 10.3.2018

Sigmar Polke, Gaspelshof/ Mu Nieltam Netorruprup, 1975 Estate of Memphis Schulze 
(c) Estate Sigmar Polke/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018

 

Vor einiger Zeit hat die Sammlung Lambrecht-Schadeberg eine Fotogruppe des Rubenspreisträgers Sigmar Polke (1941-2010) erworben. Die 85 Fotos aus dem Zeitraum 1973-78 stammen aus dem Besitz von Katharina Steffen, einer ehemaligen Partnerin des Künstlers. Sie hatte die Bilder von ihm während ihrer Beziehung erhalten und taucht oftmals auch selbst als Protagonistin auf. Die Fotos geben Anlass für einen kaleidoskopischen Blick auf Polkes künstlerische Produktion sowie sein Netzwerk in jener Zeit.

 

Sigmar Polke, Ohne Titel (Giornico), 1977 Sammlung Lambrecht-Schadeberg/Rubenspreisträger der Stadt Siegen
(c) The Estate of Sigmar Polke/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018



Die Orte des Geschehens: 1. Der Gaspelshof in Willich bei Düsseldorf, einer Künstlerkommune und zugleich Satellit der Düsseldorfer Szene, 2. Zürich, Wohnort Katharina Steffens mit lebendiger Untergrundszene, 3. Bern: Standort der wichtigen Galerie Toni Gerber und des legendären Kurators Harald Szeemann.

Beispielhaft zeigt sich an diesen Orten, wie weit verzweigte Verbindungen zwischen Künstlern aufgebaut und versponnen wurden. Ähnlich wie in der westdeutschen Szene gab es eine starke Aufbruchsstimmung in der Schweiz, allen voran die Aktivitäten der feministischen Künstlerinnen in der Frauenrakete in Zürich. Während in Düsseldorf eine stärkere Künstlerszene bestand, war die Züricher Szene eine heterogene Mischung aus Kulturschaffenden, Freigeistern, Studenten, Rockern etc.

 

Sigmar Polke, Quetta, Pakistan, 1974. Übermalte Fotografie.
Sammlung Lambrecht-Schadeberg/Rubenspreisträger der Stadt Siegen 
© 2018 The Estate of Sigmar Polke / VG Bild-Kunst, Bonn



Die Fotokamera Polkes war bei allen Reisen, Ausstellungseröffnungen, freundschaftlichen Aktivitäten und gemeinsamen Spielen dabei. Das Leben war eine Performance. Und immer ging es ihm wie den anderen Künstlern darum, die künstlerische Produktion und den künstlerischen Habitus neu zu finden.
Die 1970er Jahre bei Polke waren geprägt von der Übertragung der Kritik an bürgerlichen Ordnungen auf die eigene Lebensführung, so dass Kunst, revolutionärer Zeitgeist und Alltag sich gegenseitig durchdrangen.
Ein Katalog erscheint voraussichtlich im März 2019.

 

Ein Katalog erscheint im Frühjahr 2019.

  

Museum für Gegenwartskunst Siegen, Unteres Schloss 1, Siegen

 

 

02.11.2018 - 09.02.2019
Ausstellung Frankfurt/Main . f/12.2 Projektstipendium stellt im Art Foyer der DZ Bank Kunstsammlung die Werke , die im Rahmen der beiden Projektstipendien von Tatiana Lecomte und Sara-Lena Maierhofer entstanden sind, vor. Außerdem werden Arbeiten von Ketuta Alexi-Meskhishvili, Gwenneth Boelens und Eiko Grimberg aus der Shortlist in der Ausstellung gezeigt. Vom 2. November 2018 bis 9. Februar 2019.
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f/12.2 Projektstipendium
Ausstellung Frankfurt/Main . f/12.2 Projektstipendium stellt im Art Foyer der DZ Bank Kunstsammlung die Werke , die im Rahmen der beiden Projektstipendien von Tatiana Lecomte und Sara-Lena Maierhofer entstanden sind, vor. Außerdem werden Arbeiten von Ketuta Alexi-Meskhishvili, Gwenneth Boelens und Eiko Grimberg aus der Shortlist in der Ausstellung gezeigt. Vom 2. November 2018 bis 9. Februar 2019.

Tatiana Lecomte
Auflösung, 2010
C-Prints, 8-teilig, je 145 x 126 cm
Gesamtmaße: 3,26 x 4,85 m
Installation Camera Austria, Graz 2011
Foto: Steffen Strassnig



Die Projektstipendien der DZ BANK Kunstsammlung werden alle zwei Jahre an internationale Künstler vergeben. Für das Projektstipendium 2018 wurden rund 45 Arbeitsproben und Projektideen eingereicht, in denen sich die Künstlerinnen und Künstler im weitesten Sinne mit fotografischen Techniken und Materialien auseinandersetzen. Mit der einvernehmlichen Entscheidung für Tatiana Lecomte und Sara-Lena Maierhofer als Preisträgerinnen hat die siebenköpfige Jury zwei überzeugende Projektideen gekürt.

 

Tatiana Lecomte
Faksimile des »Stroop-Berichts«
Arbeitsmaterial für Tatiana Lecomte


Analytische Verfahren sind kennzeichnend für die künstlerische Praxis der diesjährigen Projektstipendiatin Tatiana Lecomte (* 1971, Bordeaux, Frankreich), deren herausragendes Werk im Kontext der Konzeptkunst zu sehen ist. In Auseinandersetzung mit gefundenem dokumentarischem Material deckt sie die „Fehlstellen“ des Mediums der Fotografie auf. In ihrer Arbeit „Es gibt keinen Stroop-Bericht mehr“ geht sie der Frage nach, wie man zu einer angemessenen Form der Sichtbarmachung des Unvorstellbaren kommen kann – ohne den Schrecken und das Leid bildlich zu reproduzieren. In ihrer Projektarbeit demontiert die Künstlerin den sogenannten „Stroop-Bericht“, in dem der Generalleutnant der Waffen-SS Jürgen Stroop die Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto 1943 dokumentierte. Einer Strafarbeit gleich, der sich die Künstlerin über Monate hinweg ausgesetzt hat, bringt sie einzelne Wörter dieses Berichtes immer wieder zu Papier und lässt ihn so bis zu seiner „Auflösung“ in einzelne Bestandteile zerfallen.

 

Sara-Lena Maierhofer
Weltkulturen Museum, Frankfurt, 2018
aus der Serie: Kabinette
Fotoemulsion auf Plexiglas
80 x 47 x 4 cm


Eine politische Lesart gibt auch das Werk der zweiten diesjährigen Projektstipendiatin vor, der noch jungen Künstlerin Sara-Lena Maierhofer (* 1982, Freudenstadt im Schwarzwald). Ihre Arbeit „Kabinette“ lässt sich als Untersuchung zu den Wanderungen künstlerischer Formen über die Zeit und Kulturgrenzen hinweg beschreiben. Die Künstlerin hat öffentliche Debatten in Deutschland verfolgt, die Maßnahmen zur Dekolonisierung verhandeln – etwa die inhaltliche Neuausrichtung völkerkundlicher Museen. Sie begegnet diesen Verhandlungen mit den Mitteln der Kunst: Als eine Art der Bestandsaufnahme fungieren zum einen ihre baukastenartigen „Foto-Skulpturen“, die die Grundrisse völkerkundlicher Museen wiedergeben und mit Fotografien von Artefakten aus den jeweiligen Ausstellungshäusern belichtet sind. Zum anderen sind Fotogramme von Schubfächern und Regalen aus den Depots ethnologischer Sammlungen entstanden. Beide Werkformen bilden „Echoräume“, in denen etwas an- und nachklingt. Mit ihnen wird der unbestimmte Status von Archivierungsstätten angesprochen wie auch der Objekte, die in ihnen lagern. Die Formen der Wissensorganisation und Wissensvermittlung in Archiven und Präsentationsorten wie Museen sind noch nicht abgeschlossen.

 


Ketuta Alexi-Meskhishvili
Braids (Light), 2016
aus der Serie: Untitled (Monitors and Braids)
Pigmenttintenstrahldruck
62,4 x 50,6 x 3,5 cm



Der Überschreitung des fotografischen Bildes in den konkreten Raum gilt das Projekt der Künstlerin Ketuta Alexi-Meskhishvili (* 1979, Tiflis, Georgien). Kennzeichnend für ihr Werk ist zum einen die vielschichtige Durchdringung der Fotografie als technisches Medium, zum anderen die kontinuierliche Ausdehnung seiner Grenzen. Das reicht von der Auffassung des Studioraumes als Camera obscura bis hin zu einer Auseinandersetzung mit den neuesten digitalen Technologien. Mit ihrer experimentellen Arbeitsweise befreit die Künstlerin das fotografische Bild aus den Zusammenhängen, in denen wir es üblicherweise wahrnehmen. Auch die Stoffe, die Alexi-Meskhishvili immer wieder als Trägermaterial dienen, auf das sie ihre Motive druckt, verrätseln die Ebenen der Bildwahrnehmung. Aber die Stoffe machen noch mehr: Sie führen die Fotografie klar in die Dreidimensionalität und schließen durch die Art ihrer Darbietung den Raum im Sinne einer installativen Plastik auf.

 


Gwenneth Boelens
Liar’s Cloth (guileless note), Diptychon, 2015
Fotogramm, Opaque-Projektion, chromogener Abzug
2-teilig, je 183 x 235 cm



Auch in der Arbeit von Gwenneth Boelens (* 1980, Soest, Niederlande) gibt es eine Bewegung vom Fotografischen hin zu Skulptur und Installation. Die Materialität ihrer Arbeiten sowie ihre Bezogenheit auf den Körper sind das erste, was man wahrnimmt. Boelens neue Arbeit „Liar’s Cloth“ – ein von westafrikanischen Webtechniken inspirierter Umhang – betritt zugleich den Raum des Performativen: Es heißt, das Kleidungsstück sei dem König vorbehalten gewesen, wenn dieser Hof hielt, „um zweifelhafte Wahrheiten zu widerlegen“. Man kann diese Arbeit als Aufforderung verstehen, sich angesichts des sogenannten post-faktischen Zeitalters zu aktuellen Fragen zu positionieren. Wie lässt sich das sich ständig verwandelnde Gewebe des Umhangs bei Boelens „begreifen“, wie können wir uns zu ihm „verhalten“? Im Umkreisen dieser Frage tut sich ein eminent politisches Moment auf.

 

 

Eiko Grimberg
Como Lissone
aus der Serie: Future Historyaus der Serie: Future History
Pigmenttintenstrahldruck
114 x 85 cm



Dem fotografischen Essay ist das Werk von Eiko Grimberg (* 1971, Karlsruhe) verpflichtet. In seiner Arbeit „Future History“ führt der Künstler durch den Baustil des „Razionalismo“ in Italien. Grimberg stellt sich der Ambivalenz, in welcher der „Razionalismo“ als Projekt der Moderne einerseits und als von faschistischen Ideologien durchsetzte Bewegung andererseits gelesen werden muss. Dahinter steht die Frage, wie Architektur die Zeit, in der sie entsteht, überdauert und wie die Menschen, die in ihr leben, sie sich immer wieder neu aneignen.

Trotz der unterschiedlichen künstlerischen Herangehensweisen macht die Ausstellung deutlich, dass eine Auseinandersetzung mit der Fotografie nicht umhinkommt, sich immer wieder Fragen nach dem Wirklichkeitsbezug zu stellen. Die Frage nach der „Realität im Bild“ bleibt dem Medium der Fotografie eingeschrieben. Sie ist einerseits hinsichtlich des experimentellen Gebrauchs des Mediums in den Bildenden Künsten evident. Andererseits tritt sie in Anbetracht der Digitalisierung, die heute fast alle Bereiche der Gesellschaft durchdringt, mehr denn je in den Vordergrund.

Die Jury
Zu dem Fachgremium, das von Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung, benannt wurde, gehörten Stefanie Böttcher (Künstlerische Leitung, Kunsthalle Mainz), Florian Ebner (Kustos für Fotografie, Centre Pompidou, Paris), Dr. Astrid Ihle (Ausstellungskuratorin, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen), Maren Lübbke-Tidow (Autorin, Kritikerin, Kuratorin, Berlin) sowie Christoph Tannert (Geschäftsführer, Künstlerhaus Bethanien, Berlin).

DZ Bank Kunstsammlung Art Foyer, Platz der Republik, Frankfurt am Main

01.11.2018 - 03.02.2019
Ausstellung Frankfurt . Der Faszination der Wildnis widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt eine umfassende Themenausstellung die über 100 Werke von rund 35 Künstlern zeigt. Die Ausstellung vereint Gemälde, Fotografien, Grafik, Video-und Soundarbeiten, Skulpturen sowie Installationen. Vom 1. November 2018 bis 3. Februar 2019
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Wildnis
Ausstellung Frankfurt . Der Faszination der Wildnis widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt eine umfassende Themenausstellung die über 100 Werke von rund 35 Künstlern zeigt. Die Ausstellung vereint Gemälde, Fotografien, Grafik, Video-und Soundarbeiten, Skulpturen sowie Installationen. Vom 1. November 2018 bis 3. Februar 2019

Ana Mendieta, Bird Transformation, 1972
Louisuana Museum of Modern Art
© The Estate of Ana Mendieta Collection, LLC. Courtesy Galerie Lelong & Co., New York;
Foto: Poul Buchard / Brøndum & Co.




In Zeiten, in denen die weißen Flecken auf den Landkarten dieser Welt weitgehend verschwunden sind und ein „unberührter Naturzustand“ fast nur noch in Form von ausgewiesenen Reservaten existiert, rückt die Wildnis wieder in den Fokus der Kunst. Die Suche nach letzten freien Plätzen, die Expedition als künstlerisches Medium, Visionen einer posthumanen Welt prägen die Werke vieler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler ebenso wie die Neuverhandlung des Verhältnisses von Mensch und Tier. Unter den Künstlern werden unter anderem Julian Charrière, Ian Cheng, Marcus Coates, Tacita Dean, Mark Dion, Jean Dubuffet, Max Ernst, Camille Henrot, Asger Jorn, Per Kirkeby, Joachim Koester, Ana Mendieta, Georgia O’Keeffe, Gerhard Richter, Henri Rousseau und Carleton E. Watkins präsentiert.

 

Thomas Struth, Paradise 21, Yuquehy/Brazil, 2001,
© Thomas Struth

 

 

 

GUN, Event to Change the Image of Snow, 1970,
documentary photograph of performance art. Photo by Hanaga Mitsutoshi


Mit Wildnis steht ein kulturelles Konzept zur Diskussion, das seit jeher auch als Projektionsfläche für das Andere und das Fremde, für Gegenbilder und Sehnsuchtsfantasien jenseits der Grenzen einer selbsternannten Zivilisation dient. Im heutigen „Zeitalter des Menschen“ erscheint die Utopie eines von Kultur und menschlichem Einfluss fernen Naturzustands überholt. Die Auseinandersetzung mit tradierten Bildern und Fiktionen von Wildnis aber erweist sich als lebendiger denn je.

Die Ausstellung „Wildnis“ wird durch die Dr. Marschner Stiftung und den Verein der Freunde der
Schirn Kunsthalle e. V. gefördert.

Für die Ausstellung konnte die Schirn Leihgaben aus zahlreichen deutschen und internationalen Museen, öffentlichen und privaten Sammlungen gewinnen, u. a. der Fondation Beyeler in Riehen/Basel, der Tate in London, Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk, dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, Metropolitan Museum of Art in New York, der Fondation Dubuffet in Paris, dem Cobra Museum of Modern Art in Amstelveen, der Pinakothek der Moderne und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München, dem Museum Ludwig in Köln und der ZERO Foundation in Düsseldorf.

 

Carleton E. Watkins, Vernal Fall, Yosemite, 1865-66,
printed ca. 1875, Albumen silver print from glass negative,
Lent by The Metropolitan Museum of Art, Gilman Collection, Purchase,
The Horace W. Goldsmith Foundation Gift, through Joyce and Robert Menschel, 2005



Esther Schlicht, Kuratorin der Ausstellung, erläutert: „Beim Thema Wildnis haben wir es seit jeher auch mit Bildern und Projektionen zu tun, in denen die Ängste und Sehnsüchte einer selbsternannten Zivilisation Ausdruck finden. Dabei geht die Idee der Wildnis an sich mit der künstlerischen Bildproduktion unmittelbar einher. An diesen Gedanken knüpft die Ausstellung an und sucht, wenn sie nach der Wildnis in der Kunst fragt, nicht in erster Linie den ikonografischen Darstellungskonventionen von Wildnis historisch nachzuspüren. Vielmehr ergründet sie – ausgehend von einer Reihe zeitgenössischer Positionen – die in die Romantik zurückreichende Beziehung von Kunst und Wildnis. In einzelnen Themenabschnitten rücken dabei bestimmte Aspekte wie die durch die Romantik vermittelte Ästhetik des Erhabenen, die Erkundung von Wildnis als künstlerischem Erfahrungsraum, die metaphorische Dimension von Wildnis als schöpferischem Prinzip und die Schaffung neuer, artifizieller Wildnis durch die Kunst in den Blick.“

KATALOG Wildnis / Wilderness, herausgegeben von Esther Schlicht. Mit einem Vorwort von Philipp Demandt und Beiträgen von Philippe Descola, Karen Kurczynski, Johanna Laub, Cord Riechelmann, Esther Schlicht und Reiko Tomii sowie Künstlerstatements, zudem historischen und literarischen Textausschnitten; Kerber Verlag, zweisprachige Ausgabe (Deutsch/Englisch), 200
Seiten, 35 Euro (Schirn), 49,95 Euro (Buchhandel)

 

Digitorial "Wildnis", © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2018,
Foto: Norbert Miguletz




DIGITORIAL
Zur Ausstellung bietet die Schirn ein Digitorial® an. Das kostenfreie digitale Vermittlungsangebot ist responsiv und in deutscher sowie englischer Sprache abrufbar unter www.schirn.de/digitorial


Schirn Kunsthalle Frankfurt, Römerberg, Frankfurt am Main





24.10.2018 - 10.02.2019
Ausstellung Hannover . Im Rahmen der Hannah Arendt Tage, die diesjährig das Thema Protest in den Mittelpunkt stellen, zeigt das Sprengel Museum Hannover eine Einzelausstellung des Künstlers Benjamin Bergmann. Der Titel "The Revolution Will Not Be Televised" (Die Revolution wird nicht im Fernsehen übertragen werden) bezieht sich auf einen legendären Song aus den frühen 1970er-Jahren des afroamerikanischen Musikers und Poeten Gil Scott-Heron. 24.10.18 bis 10.2.19
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Benjamin Bergmann: The Revolution Will Not Be Televised
Ausstellung Hannover . Im Rahmen der Hannah Arendt Tage, die diesjährig das Thema Protest in den Mittelpunkt stellen, zeigt das Sprengel Museum Hannover eine Einzelausstellung des Künstlers Benjamin Bergmann. Der Titel "The Revolution Will Not Be Televised" (Die Revolution wird nicht im Fernsehen übertragen werden) bezieht sich auf einen legendären Song aus den frühen 1970er-Jahren des afroamerikanischen Musikers und Poeten Gil Scott-Heron. 24.10.18 bis 10.2.19



Benjamin Bergmann
Revolution Will Not Be Televised, 2018
Studioscheinwerfer, Lichtsteuerung, Stahl, Beton
Maße variabel
Foto: Benjamin Bergmann,
Courtesy Galerie Jochen Hempel, Leipzig, Berlin
© VG Bild-Kunst Bonn, 2018


Der kapitalismuskritische Text des Musikstücks von Gil Scott-Heron fokussiert die durch das Fernsehen geprägte materialistische und konsumorientierte Gesellschaft und ist gleichsam als ein Appell für Freiheit, Wandel und politische Gegenwehr zu verstehen.

Im Zentrum der Ausstellung steht eine Lichtinstallation, die aus fünf, in einzelne Betonfundamente gegossenen Bühnenscheinwerfern besteht. Das Statement „The Revolution Will Not Be Televised“wird hier in Form einer eindringlichen Lichtdramaturgie – übertragen in Morsezeichen – als helle Lichtblitze kontinuierlich an die Wand geschossen und auf diese Weise als stetig wiederkehrende Botschaft inszeniert. Dem gegenüber steht „Der Traum von einer großen Sache“ – ein großformatiges Tableau aus goldenen Spiegeln, bestehend aus Fassadenscheiben des damaligen Palastes der Republik in Berlin, dem ehemaligen Symbol des gescheiterten politischen DDR-Regimes. Der symbolisch aufgeladene Raum bildet auf diese Weise einen Dialog, der sowohl auf die Geschichte der Unterdrückung als auch der Revolte rekurriert und damit die Frage nach heutigen Formen des Protestes und der Gegenwehr stellt.

 

Benjamin Bergmann
Der Traum von einer großen Sache, 2008
Fassadenscheiben vom ehemaligen
Palast der Republik Berlin: Aluminium, Glas, Stahl
Foto: Helmut Claus
Courtesy Galerie Jochen Hempel, Leipzig, Berlin
© VG Bild-Kunst Bonn, 2018


Im Rahmen des Ausstellungsprojektes präsentiert das Sprengel Museum Hannover auch das an die ortsspezifischen Gegebenheiten angepasste Werk „Beben“, das 2006 anlässlich einer Einzelausstellung des Künstlers am Königsplatz in Zusammenarbeit mit dem Lenbachhaus, München, entstand. Als skulpturales Objekt mit dem Titel „Beben, restauriert 2018“ in Form eines großen Klangtrichters auf der Museumsstraße, in unmittelbarer Nähe zum Ausstellungsraum, wird es mit einem akustischen ‚Beben‘ den musealen Raum stündlich erschüttern und die Aufmerksamkeit der Besucher durch diese metaphorisch abstrakte Intervention intensivieren.
Geplant ist eine Publikation, die die Installation der Ausstellung dokumentiert, die einzelnen Arbeiten und Objekte beschreibt und in einem Künstlerinterview inhaltliche Bezüge und die künstlerische Haltung deutlich macht.
Benjamin Bergmann (geb. 1968) lebt und arbeitet in München. Das Credo seiner „gebauten Bilder“, die seit den 2000er-Jahren als Installationen, Objekte, Modelle und Fotografien im öffentlichen und institutionellen Raum in Erscheinung treten, ist ein inhaltliches und ästhetisches Ausloten von Grenzen, die dem Betrachter aufgrund ihrer Eindringlichkeit eine physische und mentale Erfahrung offerieren.

Sprengel Museum, Kurt-Schwitters-Platz, Hannover    


17.10.2018 - 27.01.2019
Fotoausstellung München . Wieder steht eine der großartigen Ausstellungen im Münchner Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung an. Diesmal wird in einer umfassenden Retrospektive die Geschichte der legendären Fotografenkooperative Magnum, mit der das Kunstfoyer bereits 12 große Ausstellungen realisiert hat, thematisiert. So manche Legende rankt sich um die berühmte Fotografenagentur, von der nicht jede der Überprüfung standhält. 17. Oktober 2018 bis 27. Januar 2019
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Magnum Manifesto
Fotoausstellung München . Wieder steht eine der großartigen Ausstellungen im Münchner Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung an. Diesmal wird in einer umfassenden Retrospektive die Geschichte der legendären Fotografenkooperative Magnum, mit der das Kunstfoyer bereits 12 große Ausstellungen realisiert hat, thematisiert. So manche Legende rankt sich um die berühmte Fotografenagentur, von der nicht jede der Überprüfung standhält. 17. Oktober 2018 bis 27. Januar 2019

Eine Ausstellung, die man nicht versäumen darf: "Magnum Manifesto" im Kunstfoyer in München

 

So legendär die Erfolgsgeschichte von Magnum ist, so sagenumwoben ist die eigentliche Gründung dieser berühmtesten aller Fotoagenturen. Die Legende will, dass sich fünf Männer – Robert Capa, William Vandivert, Henri Cartier-Bresson, George Rodger und David Seymour – im Frühjahr 1947 bei einem Mittagessen im MoMA um eine Magnumflasche Champagner versammelten und beschlossen, eine eigene, ganz besondere
Fotographen-Kooperative ins Leben zu rufen...

Aber nein es war nicht so, die Gründungsrige war in aller Welt verstreut unterwegs nur Robert Capa und William Vandivert, der schon ein Jahr später wieder austrat, waren als Personen anwesend, und ob es die legendäre Magnum Champagner Flasche zu diesem Anlass je gab, ließ sich nie nachweisen. Robert Capa war es der den anderen Gründungsfotografen per Telegramm den Vollzugvom Start Magnums mitteilte und sie aufforderte 500 Dollar zum Einstieg des Unternehemns zu zahlen.

Auch bei den Gründungsmitgliedern herrschte nicht immer eitel Sonnenschein um das Sein und Tun der Agentur. So bekam Henri Cartier Bresson beim Besuch des New Yorker Büros an der Tür den Namen Magnum liest, anstatt des Namens Magnum Photos. Heute hat die Kooperative Büros in Paris, in New York, in London, in Tokio und in Hamburg.

 

 

Villagers collecting scrap from a crashed spacecraft, Altai Territory, Russia, 2000
© Jonas Bendiksen/Magnum Photos

 

Heute sind es rund 60 Fotografen, die rund um die Welt für Magnum auf einer Basis von 50:50  % arbeiten und nach wie vor die Geschicke der Kooperation alle zusammen entscheiden. Das ging in den vergangenen Jahrzehnt keineswegs nur friedlich vonstatten. Streitpunkte gab es viele unter anderem den zwischen jenen, die sich als Journalisten verstanden wie Robert Capa und denen, die sich mehr als künsterlich tätige Fotografen sahen wie zum Beispiel Henri Cartier-Bresson. Große Diskussionen gab und gibt es auch immer wieder um die Aufnahme von Neumitgliedern. Rund 2000 sind es, die sich in der Gegenwart jedes Jahr um eine Mitgliedschaft bewerben, nur wenige sind zuerst als assoziiertes Mitglieder und später als Vollmitglied aufgenommen worden.

 

Magnum Manifesto feiert den 70. Geburtstag der Agentur mit einer großen Ausstellung und einer Publikation, die nicht nur – aber natürlich auch – die berühmten Bilder zeigt, die das Magnum-Archiv in sieben Jahrzehnten zu einem „unerschöpflichen Reservoir an Erinnerungen“ haben anwachsen lassen.
Unter anderem werden Werke folgender Fotografen zu sehen sein: Christopher Anderson, Jonas Bendiksen, Henri Cartier-Bresson, Cornell and Robert Capa, Chim (David Seymour), Raymond Depardon, Bieke Depoorter, Elliott Erwitt, Martine Franck, Leonard Freed, Paul Fusco, Cristina Garcia Rodero, Burt Glinn, Jim Goldberg, Joseph Koudelka, Sergio Larrain, Susan Meiselas, Wayne Miller, Martin Parr, Marc Riboud, Alessandra Sanguinetti, W. Eugene Smith, Alec Soth, Chris Steele-Perkins, Dennis Stock, Mikhael Subotzky und AlexWebb.

Die Ausstellung wird in Deutschland exklusiv nur im Kunstfoyer München gezeigt, nachdem sie im Sommer 2017 im ICP New York gestartet ist.
Kurator der Ausstellung Magnum Manifesto ist Clément Chéroux. Katalog bei Thames & Hudson, deutsche Ausgabe bei Schirmer/Mosel.




1947-1968
Part I
Menschenrechte und menschliches Unrecht

New York skyline, USA 1959 © Rene Burri/Magnum Photos


In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg fand eine radikale Reorganisation der geopolitischen Szene statt: Dekolonisierung, die Entwicklung der USA und UdSSR zu Supermächten, der Beginn des Kalten Krieges usw. Im Zusammenhang mit dieser turbulenten Umstrukturierung bildete sich eine neue Form von Humanismus heraus, die sich vor allem in einer deutlichen Zunahme internationaler Organisationen wie der NATO, dem IMF (Internationaler Währungsfonds) und den Vereinten Nationen manifestierte. 1948 verabschiedete die UN eine "Universelle Erklärung der Menschenrechte".
Die zwischen 1946 und 1948 – d.h. zeitgleich zur Gründung von Magnum – entworfene Charta verkündete dieselben Werte von Freiheit, Gleichheit und Würde, für die auch die Photographen der Agentur eintraten. So stößt man in den zahlreichen Texten, die sie damals verfassten, immer wieder auf Formulierungen aus der Menschenrechtserklärung. In den 1950er und 60er Jahren ging es ihnen in den meisten ihrer – individuellen wie kollektiven – Projekte darum, für das Konzept der Universalität einzutreten und jeden Versuch, diesem entgegenzuwirken, anzuprangern.



1969-1989
Part II
Ein Inventar der Differenzen

 

Between the Brandenburg Gate and Potsdamer Platz, a young man sits on the wall
between East and West Berlin. West Berlin, Germany, November 11th, 1989
© Raymond Depardon/Magnum Photos

 


Nach den Studentenrevolten des Jahres 1968 standen die 70er Jahre ganz im Zeichen eines unbeschwerten
Hedonismus, der im Konsumdenken und Individualismus der 80er Jahre seinen Höhepunkt erreichte.
In jener Zeit waren die Magnum-Photographen mehr denn je mit corporate-Aufträgen beschäftigt. Gleichzeitig widmeten sie sich aber auch in verstärktem Maße persönlichen Projekten, die nicht selten zu Publikationen führten, bei denen es sich nicht um bloße Zusammenstellungen von Bildern, sondern um eigenständige Autoren-Bücher handelte. Während dieser beiden Jahrzehnte beschäftigten sich die Photographen der Agentur vorrangig mit dem Andersartigen: dem »Fremden«, »Wilden«, »Kranken«, »Verrückten«, dem »Außenseiter«. Ihr Interesse galt vor allem dem, was der französische Historiker Paul Veyne als »Inventar der Differenzen« bezeichnete. Zuvor hatten sie nach dem Ausschau gehalten, was die Menschen, die theoretisch gleich waren, miteinander verband. Auf einmal galt ihr Interesse eher dem, was sie voneinander unterschied. Ihre Faszination für das Andersartige war zwar nach wie vor einem universalistischen Kontext verhaftet, doch entwickelten sie von da an eine weitaus widersprüchlichere Herangehensweise.




1990-2017
Part III
Endzeitgeschichten



Taliban portrait, Kandahar, Afghanistan, 2002
© Collection T. Dworzak/Magnum Photos



Nach dem Fall der Mauer im Jahr 1989 erlebten die 90er Jahre und die erste Dekade des neuen Jahrtausends
den Zusammenbruch des Kommunismus. Getragen von der Entwicklung der digitalen Technologien, trat der Kapitalismus ungehindert seinen Triumphzug über den gesamten Erdball an, und auf einmal war das Thema Globalisierung auf der Tagesordnung. Im Fall von Magnum schlug sie sich in einer »kulturellen« Expansion, mit einer deutlichen Zunahme an Ausstellungen und Büchern, nieder. Die eher »künstlerisch« arbeitenden Photographen, die bis dahin in der Minderheit gewesen waren, erzielten immer größere Erfolge. 1989 veröffentlichte der amerikanische Akademiker Francis Fukuyama »Das Ende der Geschichte?«. Dieser ausgiebig diskutierte Essay läutete die Ära der endings ein.
Während der Modernismus alles durch das Prisma des Neuen gesehen hatte, schien die Postmoderne nichts in Betracht ziehen zu können, ohne zunächst dessen Ende zu verkünden. Im Laufe dieser beiden Jahrzehnte befassten sich zahlreiche Agenturmitglieder in ihrer Photographie mit dem, was im Begriff war zu verschwinden: mit dem Kommunismus, traditionellen Fischfangmethoden, der Concorde bis hin zur Photographie selbst, anlässlich der Schließung der Kodak-Werke, wie sie im kollektiven Projekt »Postcards from America« dokumentiert wird.



Kunstfoyer, Maximilianstraße 53, München




05.10.2018 - 20.01.2019
Fotoausstellung München . Eine Auswahl aus dem vielseitigen Repertoire der Modefotografin Elizaveta Porodina sind in der Kabinettausstellung im Münchner Stadtmuseum vertreten. Kuratiert von der Sammlung Fotografie, werden Bilder und Werkgruppen zu sehen sein, die über die reine, angewandte Praxis der Modefotografie hinausgehen. 5. Oktober 2018 bis 20. Januar 2019
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Elizaveta Porodina – Smoke and Mirrors
Fotoausstellung München . Eine Auswahl aus dem vielseitigen Repertoire der Modefotografin Elizaveta Porodina sind in der Kabinettausstellung im Münchner Stadtmuseum vertreten. Kuratiert von der Sammlung Fotografie, werden Bilder und Werkgruppen zu sehen sein, die über die reine, angewandte Praxis der Modefotografie hinausgehen. 5. Oktober 2018 bis 20. Januar 2019




Die in München lebende Künstlerin Elizaveta Porodina (geb. 1987 in Moskau) hat sich längst als Modefotografin international einen Namen gemacht hat. In ihrer ersten Museumspräsentation zeigt sie neue Bilder, die sich zwischen atmosphärischen Porträts, Mode und Dokumentarfotografie bewegen, stilistisch aber auch vom Surrealismus beeinflusst sind. Ähnlich wie Helmut Newton, der neben lrving Penn und Gordon Parks zu ihren Vorbildern zählt, erzählen ihre Fotografien dank Porodinas filmischer Inszenierungen immer eine Geschichte. Ihr gelingen farbenfrohe Fantasie-Szenerien oder dramatische Schwarzweiß-Motive. Klassische Bildgenres sind ihr nicht wichtig, vielmehr geht es ihr "um die Beziehung zwischen Menschen, um die Vision, diese großartigen Dimensionen sichtbar zu machen, letztendlich geht es nur um Liebe."

 

 


Um malerische Effekte zu erzielen verwendet sie milchige und fettige Glasscheiben oder setzt geschickt Bewegungsunschärfen und Mehrfachbelichtungen ein, um Störeffekte zu erzeugen. Ob Schwarz-
Weiß oder in Farbe, keines ihrer Bilder bietet einen direkten und offenen Zugang zum Dargestellten und so entwickeln sich die Figuren in ihren Bilder zu Projektionsflächen für Narrationen, Fantasien und Selbstreflexionen.
Porodina greift neben surrealistischen Stilelementen, Darstellungsmodi der klassischen  Modefotografie auf, sei es das Licht und die Accessoires eines Edward Steichen oder Techniken der Bildmanipulation und Verfremdungsstrategien, die an Erwin Blumenfeld erinnern. Mit diesen teils dadaistischen Anleihen gelingt es Porodina einen eigenen wiedererkennbaren Stil zu entwickeln, der sich insbesondere durch die intime, träumerische und entrückte Stimmung der Bilder auszeichnet.


Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München

22.09.2018 - 10.02.2019
Fotoausstellung Winterthur . Zwei große Fotojournalisten stellt die Fotostiftung Schweiz vor: Den Schweizer Walter Bosshard, der sich ab 1931 auf China konzentrierte, und der weltberühmte Fotograf Robert Capa, der auch zu dieser Zeit in China war. In China entwickelte Robert Capa auch eine freundschaftliche Beziehung und spielerische Rivalität zu Walter Bosshard – beide hatten sie den Ehrgeiz, ihre Geschichten in der renommierten amerikanischen Zeitschrift Life veröffentlicht zu sehen. 22. September 2018 bis 10. Februar 2019.
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Walter Bosshard / Robert Capa – Wettlauf um China
Fotoausstellung Winterthur . Zwei große Fotojournalisten stellt die Fotostiftung Schweiz vor: Den Schweizer Walter Bosshard, der sich ab 1931 auf China konzentrierte, und der weltberühmte Fotograf Robert Capa, der auch zu dieser Zeit in China war. In China entwickelte Robert Capa auch eine freundschaftliche Beziehung und spielerische Rivalität zu Walter Bosshard – beide hatten sie den Ehrgeiz, ihre Geschichten in der renommierten amerikanischen Zeitschrift Life veröffentlicht zu sehen. 22. September 2018 bis 10. Februar 2019.

Foto Walter Bosshard


Walter Bosshard (1892–1975) ist der erste Schweizer Fotojournalist, der mit seinen Reportagen international berühmt wurde. Schon um 1930 erreichten seine Bildberichte ein Millionenpublikum. Ab 1931 konzentrierte sich Bosshard auf China: Fotografierend und schreibend verfolgte  er den verheerenden Krieg mit Japan und den Machtkampf zwischen Nationalisten und Kommunisten, er widmete sich aber auch dem Alltag und dem Leben auf der Strasse. Die Ausstellung der Fotostiftung Schweiz präsentiert neben Klassikern auch viele unbekannte Fotografien, die erst in jüngster Zeit zum Vorschein gekommen sind. Diese werden den China-Bildern des Starreporters Robert Capa gegen- übergestellt – Capa arbeitete an denselben Orten wie sein Freund Walter Bosshard und wetteiferte mit ihm um Auftritte in der Zeitschrift Life.
 
 
 
 
Foto Walter Bosshard


Den Grundstein für seine Karriere legte Walter Bosshard 1927/28 als Fotograf der Deutschen Zentralasien Expedition, die ihn in den Himalaya und die Taklamakan-Wüste führte. Mit Bildern und Texten von dieser Reise etablierte er sich als Fotojournalist. Schon 1930 erhielt er von der Münchner Illustrierten Presse und der damals führenden Berliner Fotografenagentur Dephot einen grossen Auftrag: Während rund acht Monaten konnte er Indien bereisen, um über die Unabhängigkeitsbewegung zu berichten. Dabei gelangen ihm einige sensationelle Gandhi- Porträts, die um die Welt gingen. 1933 verlegte Bosshard seinen Wohnsitz nach Beijing und wurde zu einem der produktivsten und angesehensten Asien-Korrespondenten seiner Zeit. Seine wichtigsten Plattformen waren die Berliner Illustrirte Zeitung und weitere Medien des Ullstein-Verlags, die Münchner Illustrierte Presse und die Zürcher Illustrierte. Später kamen amerikanische und englische Medien wie Life und Picture Post dazu, bevor er schliesslich eine feste Stelle als Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung annahm.
 
 

Krieg im Reich der Mitte
 
 
 
Foto Walter Bosshard
 

Der Beginn von Bosshards regelmässiger Tätigkeit als «Sonderberichterstatter» in China fällt
ins Jahr 1931. Die Eröffnung der ersten chinesischen Nationalversammlung, der Einmarsch der Japaner sowie der Machtkampf zwischen Nationalisten und Kommunisten boten spannenden Stoff für die internationalen Medien. Wie kaum ein anderer Reporter verfolgte Bosshard die weitere Entwicklung des sino-japanischen Kriegs aus der Nähe: Er fotografierte an der Front und leistete engagierte Aufklärungsarbeit, er porträtierte aber auch die wichtigsten Politiker, Generäle und Warlords sowohl auf japanischer als auch auf chinesischer Seite. Er gehörte zu den ersten, die über die 1937 gestartete Grossoffensive der Japaner berichteten, bei der sie nacheinander die grossen Städte Beijing, Tianjin und Shanghai besetzten, um schliesslich am
13. Dezember die Hauptstadt Nanjing zu erobern. Hier richteten sie während rund sieben Wochen eines der grössten und grausamsten Massaker der Geschichte an, bei dem schät- zungsweise über 200'000 Zivilisten umgebracht wurden. Die japanische Invasion löste Migrationsbewegungen aus, welche die soziale, kulturelle und ökonomische Landschaft tiefgreifend veränderten: Zwischen 1937 und 1945 waren gegen 100 Millionen Chinesinnen und Chinesen in ihrem eigenen Land auf der Flucht, die vermutlich bisher höchste Zahl
Vertriebener weltweit.

Alltag und Reisen
 
 
Mit der gekonnten Verbindung von Wort und Bild war Walter Bosshard aber nicht nur ein gefragter Augenzeuge dieses langen Kriegs. Ebenso viel Aufmerksamkeit erlangte er mit Berichten vom chinesischen Alltag und vom Leben in den Strassen. Er war ein grosser Reisender, der nie genug davon bekam, neue und unbekannte Gegenden zu erforschen und auf abenteuerlichen Flussfahrten in die entferntesten Gegenden Chinas zu gelangen. Während Monaten lebte er mit den Nomaden der Inneren Mongolei und erhielt einen tiefen Einblick in ihre reichhaltige Kultur. Das «Achthügelland» gehörte für Bosshard zu den geliebten Rückzugs- gebieten, in denen er sich immer wieder vom hektischen Leben an der Front erholte. Seine Faszination fand ihren Ausdruck in Bildern von einer traumhaften Landschaft, aber auch in ausdrucksstarken Reportagen über die einfache Lebensweise eines naturverbundenen Volks, das durch den Krieg und das Vordringen der Zivilisation dem Untergang geweiht war.

Der Fall von Hankou
 

Ein Schlüsseljahr in Bosshards fotojournalistischer Karriere war das Jahr 1938. Wie andere westliche Korrespondenten hielt er sich in der temporären chinesischen Hauptstadt Hankou auf, die monatelang heftigsten japanischen Bombardierungen ausgeliefert war. Hankou war zweifellos der mediale Hotspot jener Zeit; Nacht für Nacht stiegen die Korrespondenten auf das Dach der lutherischen Mission, um die spektakulären Luftkämpfe zwischen japanischen und chinesischen Fliegern mitzuverfolgen oder Chinas Chancen im verzweifelten Widerstand gegen die vorrückenden Feinde zu diskutieren. Zu den Beobachtern gehörte auch der schon damals berühmte Fotograf Robert Capa, der mit einem Filmteam im Gefolge des bekannten Dokumen- tarfilmers Joris Ivens nach China gekommen war. Er hatte den Job als zweiter Kameramann für Ivens' Film The Four Hundred Million angenommen, weil er sich erhoffte, zwischendurch als Reporter auch eigene Geschichten fotografieren zu können. Besonderes Interesse hatte er am Widerstandskampf der Kommunisten gegen die nationalistische Kuomintang-Regierung. Er sah darin eine fernöstliche Erweiterung der antifaschistischen Bewegung, die er schon im spanischen Bürgerkrieg aus nächster Nähe verfolgt hatte. Allerdings wurde das Filmteam von den Nationalisten so streng überwacht, dass es Capa fast unmöglich war, sich frei zu bewegen. Dennoch gelangen ihm einige erschütternde Reportagen: über die permanenten Luftangriffe, die Angst der Zivilbevölkerung, die chinesischen Flüchtlingsströme oder den täglichen Kampf ums Überleben. In Hankou entwickelte Robert Capa auch eine freundschaftliche Beziehung und spielerische Rivalität zu Walter Bosshard  – beide hatten sie den Ehrgeiz, ihre Geschichten in der renommierten amerikanischen Zeitschrift Life veröffentlicht zu sehen.

 

Foto Robert Capa


Zu Besuch bei Mao



 
1938 wetteiferten die beiden Fotojournalisten um die erste Reportage aus der weit abgelege- nen «Roten Hauptstadt» Yan'an, wo die Kommunisten unter Mao Zedong ihre Kräfte sammelten und sich für den Guerilla-Kampf gegen die Japaner rüsteten. Die westlichen Medien waren begierig auf Neuigkeiten aus Maos Lager, denn zu dieser Zeit war es noch völlig unklar, welche Rolle die kommunistische Bewegung für die Zukunft Chinas spielen sollte. Tatsächlich fand Walter Bosshard im Juli 1938 als erster europäischer Korrespondent den Weg zu Mao – zusammen mit dem befreundeten China-Korrespondenten der Chicago Daily News, Archibald Steele. Neben einem ausführlichen Interview mit dem Vordenker des Neuen China drehte Bosshard auch einen Film mit den vermutlich frühesten Bewegtbildern von Mao und fotogra- fierte den Alltag der Kommunisten, die sich in den Lösshöhlen von Yan'an organisiert hatten. Life publizierte das Resultat in einer teilweise farbigen Reportage, während die Neue Zürcher Zeitung den sensationellen Stoff im Juli und August 1938 in einer sechsteiligen Serie jeweils auf ihrer Frontseite präsentierte. Nach diesem Coup gab sich Robert Capa geschlagen und kehrte frustriert nach Hause zurück.
 

Filme und Bilderzählungen
 
 
 
 
Foto Robert Capa
 
 
Bosshards Yan'an-Film war nur einer von zahlreichen dokumentarischen Filmen, mit denen er die politische Berichterstattung dynamisierte. Dabei blieb er nahe bei seinen fotografischen Reportagen, in denen er seine Themen in gut erzählte Geschichten verpackte. Das Credo der dokumentarischen Fotografie, wonach Eingriffe in die fotografierte Szene oder gestellte Aufnahmen ein Sakrileg sind, hatte im Fotojournalismus der dreissiger Jahre noch nicht dasselbe Gewicht wie in der Nachkriegszeit. So war es auch für Bosshard legitim, für die Vermittlung bestimmter Inhalte aktiv Regie zu führen, um seinem Publikum Einblicke in die
«wahren» Verhältnisse in China zu geben. Ein Paradebeispiel ist etwa seine Bilderzählung «The Life of a Chinese Guerilla», 1938 fotografiert und 1939 in der englischen Picture Post veröffent- licht: Der Bauer Chang lässt sich freiwillig zum Guerilla-Kämpfer ausbilden und wird im Einsatz gegen die Japaner von einem feindlichen Geschoss schwer verletzt. In 17 Bildern werden die komplexen Zusammenhänge um den Abwehrkampf Chinas und die Überwindung des Bürger- kriegs glaubwürdig erläutert. Die visuelle Dramaturgie gipfelt in einer Aufnahme, die den getroffenen Chang im Fall zeigt – ein fernes Echo auf Robert Capas fallenden republikanischen Milizionär.
 
 
Cleverer Netzwerker
 
 
Dank grosser Vertrautheit mit den lokalen Verhältnissen und einem exzellenten Netzwerk konnte sich Bosshard immer wieder Vorteile verschaffen, mit denen er schnell und effizient sein Ziel erreichte. 1937 schrieb Archibald Steele über seinen Schweizer Kollegen: «Jeder, der im Fernen Osten mit Kamera und Notizblock unterwegs ist, weiss um die Probleme, denen die Chronisten ausgesetzt sind. Trotz Zensur, behördlichen Hindernissen und sturen Beamten gelingt es Bosshard, dem für Ullstein arbeitenden Fotojournalisten, sein Handwerk auszuüben, ohne es sich mit den Japanern oder den mandschurischen und chinesischen Behörden zu verderben. Man muss auch Diplomat sein, um dieser Tage als Korrespondent und Künstler mit der Kamera erfolgreich zu sein ... Alle hohen Tiere in Asien kennen Bosshard, Diplomaten, Staatsmänner und Militärs, denn er liebt es, sie in ihrem privaten Umfeld zu porträtieren.»
Und David Walker, Korrespondent der britischen Zeitung Daily Mirror, erinnert sich in seinem Buch Death at My Heels (1942): «Man hätte sich keinen geeigneteren Reisebegleiter wünschen können als Walter Bosshard. Ein Schweizer der besten und zähesten Sorte, der Karawanen durch Tibet und China und weiss der Himmel wohin geführt hatte. Er konnte Dinge aus dem Nichts hervorzaubern  – heissen Kakao, den er scheinbar im Ärmel mit sich trug, oder Biscuits, als ob man sie vom nächsten Baum hätte pflücken können. Nur einen Fehler hatte er: Wenn wir jenen Punkt erreichten, wo Maultiere Angst haben, vorwärts zu gehen, sprang er selbst wie
eine Bergziege weiter und kletterte die steilsten Abhänge hoch. Es war verdammt anstren-
gend.»
 
 


China im Werk von Walter Bosshard
 
 
Das Jahrzehnt, das Walter Bosshard in China verbrachte, war fraglos die wichtigste Phase in seinem fotojournalistischen Schaffen. Es gibt, international gesehen, nur wenige Fotojournalis- ten, welche die schwierige Zeit der japanischen Besetzung Chinas so konstant und in so grosser Intensität verfolgten und abbildeten. Für das Publikum im Westen und in der Schweiz war er während Jahren eine Instanz – jedenfalls bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. «Und weisst du, mein lieber Freund, dass dein Ansehen und die Wertschätzung deiner journalisti- schen Arbeit immer weiter wachsen?», schrieb Zouzou im Sommer 1942 in einem Brief an Bosshard. Zouzou, der Schweizer Öffentlichkeit besser bekannt unter dem Namen Gilberte de Courgenay, freute sich darüber, dass «die Zeitungsverkäufer der NZZ deinen Namen in grossen Lettern auf ihren Hüten oder auf der Brust tragen, um einen Artikel von W.B. anzupreisen, so dass sich die Passanten um die Ausgabe reissen.» Dieser Ruhm verblasste allmählich in der Nachkriegszeit, als sich Bosshard mehr und mehr auf das Schreiben konzentrierte und sich 1953, nach einem Unfall in Korea, ganz aus dem Journalismus zurückzog. Nach seinem Tod 1975 geriet der einstmals berühmte Name ganz in Vergessenheit.

Ausstellung und Buch

Für die Ausstellung der Fotostiftung Schweiz und das parallel dazu erscheinende Buch Walter Bosshard  – China brennt. Bildberichte 1931–1939 wurden das Negativarchiv der Fotostiftung Schweiz wie auch die umfangreichen Bosshard-Bestände im Archiv für Zeitgeschichte (ETH Zürich) neu ausgewertet. Bei weiteren Recherchen sind viele vermisste Bilder zum Vorschein gekommen, die nun zum ersten Mal veröffentlicht werden. In der Ausstellung werden sie den China-Bildern von Robert Capa gegenübergestellt. Es zeigt sich, dass Bosshards Reportagen die Zeit gut überdauert haben. Auch heute noch versetzen sie uns mitten ins dramatische Geschehen im Fernen Osten. Bosshards fotojournalistisches Vermächtnis ist eine einzigartige, packende und anschauliche Quelle, um in jenes chinesische Jahrzehnt einzutauchen, das unsere Welt so folgenschwer verändert hat.

Eine Ausstellung der Fotostiftung Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Archiv für
Zeitgeschichte (ETH Zürich), ullstein bild Berlin und ICP New York. Kurator der Ausstellung: Peter Pfrunder.
Die Fotostiftung Schweiz wird regelmässig unterstützt durch das Bundesamt für Kultur, die
Kantone Zürich, Thurgau und Tessin und die Stadt Winterthur.

Publikation
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Limmat Verlag: Walter Bosshard – China  brennt. Bildberichte 1931–1939. Herausgegeben von Peter Pfrunder, Fotostiftung Schweiz. 290 Seiten, gebunden, etwa 150 Fotografien und Abbildungen.

Sonderveranstaltungen
Sonntag, 23. September, 11.30 Uhr Dialogische Führung: Peter Pfrunder im Gespräch mit Zhang Wei, Hochschuldozentin und Autorin (u.a. Zwischen den Stühlen: Geschichten von Chinesinnen und Chinesen in der Schweiz, 2007, und Eine Mango für Mao, 2018).
Sonntag, 11. November, 11.30 Uhr Dialogische Führung: Peter Pfrunder im Gespräch mit Anton Holzer, Fotohistoriker, Herausgeber der Zeitschrift Fotogeschichte, über die Frühzeit des modernen Fotojournalismus.



Fotostiftung Schweiz, Grüzenstraße 45, Winterthur


10.09.2018 - 31.01.2019
Ausstellung Wien . Die vierte Ausgabe der Ausstellung „Handmade“ in der AnzenbergerGallery zeigt Arbeiten, die Handwerk, Technik und Fotografie verbinden und sich somit über die Grenzen konventioneller, zweidimensionaler Fotografie hinwegsetzen. Durch unterschiedliche Methoden werden greifbare, stoffliche und handgearbeitete Werke geschaffen, die einen Gegensatz zur heutigen virtuellen und digitalen Fotografie bilden oder diese weiterführen. 10. September 2018 bis 31. Januar 2019
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Handmade IV - more than photography...
Ausstellung Wien . Die vierte Ausgabe der Ausstellung „Handmade“ in der AnzenbergerGallery zeigt Arbeiten, die Handwerk, Technik und Fotografie verbinden und sich somit über die Grenzen konventioneller, zweidimensionaler Fotografie hinwegsetzen. Durch unterschiedliche Methoden werden greifbare, stoffliche und handgearbeitete Werke geschaffen, die einen Gegensatz zur heutigen virtuellen und digitalen Fotografie bilden oder diese weiterführen. 10. September 2018 bis 31. Januar 2019

 Die beteiligten KünstlerInnen in der Ausstellung „Handmade“: Daniel Spoerri, Gabriela Morawetz, Ellen Korth, Regina Anzenberger, Stella Bach, Julia Borissova, Jessa Fairbrother, Rita Maas, Rob Mc Donald, Minyo Szert, Heather F. Wetzel.

Mit zwei von Daniel Spoerris berühmten Assemblagen, den Fallenbildern, in denen er Kameras, Objektive, Filter, Geweihe und einen ausgestopften Vogel miteinbezieht, wird die Fotografie als Abgesang auf das Analoge thematisiert.

 

Bild: Daniel Spoerri

 

Jessa Fairbrother durchsticht und bestickt ihre Fotografien. Ihr Motiv ist immer wieder sie selbst als Portrait oder Akt. Ellen Korth fotografierte für ihre Serie Fabric of Time alte Unterwäsche und Unterröcke, die sie in den Schränken einer Burg in den Niederlanden fand. Gedruckt auf hauchdünnem, japanischem Fotopapier, ist jeder einzelne Print ein Unikat.

 

 

Bild Gabriela Morawetz

 

Gabriela Morawetz stülpt über ihre auf Holz kaschierten runden Fotografien eine Hülle mit bedruckten Konvexglas, und schafft mit Steinen dazwischen noch eine dritte Dimension. Ihr Universum entwickelt sich mit der Zeit des Produzierens und Reproduzierens rätselhafter Installationen, die von Mysterien gefolgt, dem Betrachter die ästhetische Wahrnehmung entlocken, so wie den Wunsch einer Vorahnung entfachen.

 

Regina Anzenberger zeigt mit Native Grounds Instants, die sie mit Zeichnung, Malerei, Text und Fundstücken erweitert. Ihr Thema ist die Wildnis und die Formen der Natur.

 

 

Bild Regina Anzenberger

 

Die amerikanische Künstlerin Rita Maas hat in den Neunziger Jahren als Food-Fotografin gearbeitet. Als sie in ihrer Garage die alten von der Umwelt veränderten Dias findet, beschließt sie, diese zu neuen Kunstwerken zu erwecken. Auf Büttenpapier gedruckt wirken sie wie bunte Aquarellmalerei. Kaum etwas lässt die ehemalig festgehaltenen Gerichte in ihrer Serie 20th Century Plastics erahnen.

Nach dem Tod des Malers Cy Twombly begab sich sein Freund, der Fotograf Rob McDonald ein letztes Mal in sein Atelier. In seiner Arbeit STUDIO dokumentiert er die Farbreste an den Wänden und übermalt sie dann selbst. Es ist McDonalds erste transformative Fotoarbeit.

Was auf Minyo Szerts Bildern wie Malerei anmutet, ist pure analoge Fotografie. Die Bilder, die er in seinen Performances auch mit seiner Fahrradlampe belichtet, handeln vom Alltag wie der winterlichen Schlittenfahrt, Innenräumen, seinem Hund, und oft von seinem geliebten Fahrrad.

Heather F. Wetzel verbindet den alten fotografischen Nassplattenprozess, den man früher hauptsächlich auf Glasplatten anwendete, mit einem modernen Produkt unserer Konsumgesellschaft. Sie verwendet recycelte Dosendeckel, um darauf Eindrücke aus der Natur- und Pflanzenwelt festzuhalten. Zudem gibt es in der Ausstellung auch einige ganz besondere, handgemachte Foto- und Künstlerbücher am Tisch und an der Wand installiert.

Stella Bachs Buch ‚L’Escuela de Corazon’ (Erziehung des Herzens) ist ein Einzelstück und erzählt in den Grundfarben rot, blau und gelb korrespondierend zu Gefühlen, Reflektionen und Handlungen. Das Buch ist inspiriert von Gustav Flauberts ‚L’education sentimentale’. Ihr Album einer Island Reise vermischt die tatsächlich erlebten Eindrücke mit einer angedeuteten fiktiven Geschichte.

Die russische Fotokünstlerin Julia Borissova wurde für ihr Buch Let me fall again von einem der ersten Ballonfahrer, dem Amerikaner Charles Leroux, inspiriert. Im Alter von 32 Jahren kam er bei einem Fallschirmsprung in Tallinn ums Leben. Das Buch ist mit der Technik der Origami Kunst kombiniert. Die Faltkunst vergleicht die Künstlerin mit der Präzision des Packens eines Fallschirms, damit sich der Schirm öffnet.

 

Anzenberger Gallery, Absberggasse 27, Wien

07.09.2018 - 27.01.2019
Fotoausstellung Köln . Mit über 150 Originalphotographien und zahlreichem Vitrinen-Material zeigt die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur einen repräsentativen Querschnitt durch das Projekt „Menschen des 20. Jahrhunderts“ mit meisterlicher Fotografie von August Sander. 7. September 2018 bis 27. Januar 2019
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August Sander: Meisterwerke – „Menschen des 20. Jahrhunderts“
Fotoausstellung Köln . Mit über 150 Originalphotographien und zahlreichem Vitrinen-Material zeigt die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur einen repräsentativen Querschnitt durch das Projekt „Menschen des 20. Jahrhunderts“ mit meisterlicher Fotografie von August Sander. 7. September 2018 bis 27. Januar 2019

 August Sander: Bürgerkinder, 1925 / Middle-class Children, 1925
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv;
VG Bild-Kunst, 2018

 

Die Bilder aus August Sanders Porträtwerk sind nicht nur für die Geschichte der Photographie fundamental, sie sind für all jene höchst spannende Studienobjekte und Meisterwerke, die ohne Sentimentalität und Vorurteil den Menschen und das Leben lieben, Fragen ans Gestern stellen und Erfahrungen für die Zukunft sammeln; für all jene, die eine Leidenschaft fürs Hinschauen, Entdecken, Phantasieren und Analysieren haben: Wie erscheinen uns die Dargestellten, wie haben sie ihr Leben verbracht, was hat sie erfreut und erschüttert, was hat ihre Gesichter, ihre Hände, ihre Physiognomie gezeichnet? Was teilen sie aus ihrer Welt mit? Wie hat Sander es geschafft, all die unterschiedlichen Menschen zu treffen, anzusprechen, zu positionieren, fürs Bild zu begeistern? Was vermittelt uns das photographische Material heute – in einer Zeit, in der das Entwickeln einer Photographie in der Dunkelkammer kaum mehr praktiziert wird und ein Zauber verloren geht? Was bedeutet Zeit und Handarbeit für die künstlerische Auseinandersetzung? 

 

August Sander: Polizeibeamter. Der Herr Wachtmeister, 1926 / Police Officer, 1925
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv;
VG Bild-Kunst, 2018

 

Zusammenbetrachtet bieten die von August Sander (1876–1964) so sachlich wie würdevoll und individuell abgebildeten Personen einen Kosmos, der Geschichte lebendig werden lässt. Angesichts Sanders Photographien scheint unser Gespür für Ähnlichkeiten, Unterschiede und Vergleichbares herausgefordert. Erinnerungen an Berichte aus der Vergangenheit werden wach, der Wandel einzelner Lebensverhältnisse und Lebensvorstellungen wird plastisch; Berufsbilder, die sich verändert haben, ausgestorben oder ersetzt worden sind, treten vor Augen; die Umstellung gesellschaftlicher Vorgänge oder Ereignisse gewinnen Anschaulichkeit ebenso wie sich modifizierende Bildvorstellungen und künstlerisch ästhetische Ansprüche. 

 

August Sander: Straßenarbeiter im Ruhrgebiet, um 1928 / Workman in the Ruhr Region, c. 1928
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv; VG Bild-Kunst, 2018; Courtesy: Bayerische Staatgemäldesammlungen: Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München /nMunich, Sammlung / Collection Lothar Schirmer

 

Doch abgesehen vom Verweischarakter, von der zeitgeschichtlichen Relevanz und der hohen Inspirationskraft von Sanders Photographien, die von namhaften Autoren wie Walter Benjamin, Alfred Döblin, Golo Mann und Kurt Tucholsky hervorgehoben wurden, zeigen die Bilder sehr konkrete Momente und sind im Einzelnen von bewundernswerter ästhetischer Qualität. Sie stellen Sanders Realitätssinn und sein Auge für spezifisch photographische, dokumentarische Naturtreue und adäquate Bildgestaltung unter Beweis. Dieser Qualität am Originalabzug aus August Sanders Hand nachzuspüren ist etwas besonders Kostbares und kann aufgrund konservatorischer Erfordernisse der sogenannten Vintages in großem Umfang nur selten geleistet werden. 

August Sander selbst hat das Projekt „Menschen des 20. Jahrhunderts“ erstmals 1927 im Kölnischen Kunstverein vorgestellt. Seine Bildauswahl umfasste seinerzeit über 110 Blätter, die mit jetziger Präsentation jedoch weithin nicht identisch ist und auch nur bedingt überliefert ist, abgesehen davon, dass von einzelnen Motiven auch mehrere Abzüge kursier(t)en. Da Sander das Projekt oder – wie er es nannte – sein Kulturwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ zwischen ca. 1925 und 1955, also über drei Jahrzehnte unter Rückgriff auch auf solche Motive erarbeitete, die ab 1892 entstanden waren, war sein Bestand an Originalabzügen und Bildmappen bis zu seinem Lebensende enorm gewachsen. In seinem Archiv bildet er sich gewissermaßen als ein Fundus ab, aus dem der Photograph für Ausstellungen und Publikationen frei schöpfte. Dies war in seiner Zeit ein einzigartig neues Vorgehen. Sanders Bewusstsein über die potenzierte Wirkungsweise von Bildreihen gegenüber Einzelbildern machte ihn ebenso zum Vorreiter der konzeptuellen Photographie wie sein entschiedener Einsatz einer unverfälscht klaren Wiedergabe der einzelnen Motive. Seine Porträts sollten seinen dokumentarischen Ansatz unterstreichen und ohne zusätzlich künstlerische Attitüden, aber nicht ohne eine fein justierte und zurückhaltende Gestaltung auskommen. 

 

 

Das umfangreich angelegte Porträtwerk Sanders zielte darauf, einen Querschnitt der Bevölkerung aufzuzeigen, in dem sich die verschiedenen Berufs- und Gesellschaftstypen, verteilt auch auf die unterschiedlichen Generationen wiederfinden – einen Spiegel der Zeit. Im Titel Sanders ersten dazu 1929 erschienenen Buchs Antlitz der Zeit findet diese Intention ihr Echo. Sowohl dem mittelbar zum Ausdruck kommenden Gesicht der Zeit, als auch den einzelnen Physiognomien galt jahrzehntelang die ungebrochene Aufmerksamkeit des Photographen. 

Um seinem wachsenden Kompendium Form und Gestalt zu geben, hat Sander Mitte der 1920er-Jahre ein Konzept erstellt, in dem er die von ihm in den Fokus genommenen Bildgruppen und -mappen weitgehend benannt hat. Die Gruppen heißen: „Der Bauer“, „Der Handwerker“, „Die Frau“, „Die Stände“, „Die Künstler“, „Die Großstadt“ und „Die letzten Menschen“. Letztere vielleicht irreführende Bezeichnung steht für eine Bildreihe, die sehr respektvoll Menschen am Rande der Gesellschaft zeigt. Sanders damaligem Konzept, das eine Reihenfolge der Gruppen und Mappen vorschlägt, folgt auch die aktuelle Ausstellung unter Hinzuziehung einzelner oder mehrerer repräsentativen Mappenabzüge aus den entsprechenden Bildmappen. 

Zum größten Teil stammen die Photographien aus dem Bestand des 1992 erworbenen August Sander Archivs, das den Grundstein für die weitere Entwicklung der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, bildet. Dazu werden exklusive Leihgaben von Originalen hinzugezogen, so aus der Berlinischen Galerie, Museum für Moderne Kunst, Berlin, dem J. Paul Getty Museum, Los Angeles, dem Museum Ludwig Köln, dem Museum of Modern Art, New York und der Pinakothek der Moderne, München ebenso wie aus wichtigen Privatsammlungen. 

Im Schirmer/Mosel Verlag ist zeitgleich zur Ausstellung in deutscher und englischer Ausgabe das Buch „August Sander – Meisterwerke“ entstanden. Erstmals in der Publikationsgeschichte des Photographen werden darin die Originalabzüge in authentischer Tonalität, außerdem in ursprünglicher Ausschnittwiedergabe abgebildet. Digitale Daten, durch Scannen der Originale gewonnen, wurden vielfach abgestimmt und vierfarbig gedruckt. Der in die Publikation einbezogene Text von Gabriele Conrath-Scholl gibt einen vertieften Einblick in die Entwicklungsgeschichte von „Menschen des 20. Jahrhunderts“ und setzt den Diskurs über das Werk von August Sander fort, das im Münchner Verlagsprogramm seit 1975 mit Herausgabe von Sanders „Rheinlandschaften“ und weiteren zahlreichen Titeln eine zentrale Rolle spielt. 

 

Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, Köln

02.09.2018 - 20.01.2019
Fotoausstellung Mannheim . Wilhelm Reiß Südamerika-Expedition in historischen Fotografien zeigen die Reiss-Engelhorn-Museen im Forum Internationale Photographie mit der Ausstellung „Abenteuer Anden und Amazonas“. 2. September 2018 bis 20. Januar 2019.
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Wilhelm Reiß - Abenteuer Anden und Amazonas
Fotoausstellung Mannheim . Wilhelm Reiß Südamerika-Expedition in historischen Fotografien zeigen die Reiss-Engelhorn-Museen im Forum Internationale Photographie mit der Ausstellung „Abenteuer Anden und Amazonas“. 2. September 2018 bis 20. Januar 2019.

 

Amazonas Indianer 
Amazonas Indianer (Amava Indios) im Kriegskostüme Brasilien
Alberto Frisch, um 1865 
© Reiss-Engelhorn-Museen

 

Vor 150 Jahren brach der Mannheimer Vulkanologe Wilhelm Reiß (1838-1908) zu einer abenteuerlichen Expedition durch Südamerika auf. Seine achtjährige Reise führte ihn durch Kolumbien, Ecuador, Peru und Brasilien. Er folgte dem Amazonas und er bestieg als erster das rund 5900 Meter hohe Vulkanmassiv des Cotopaxi in Ecuador. 

 

 

Panorama von Lima 
Der Rimac mit Brücke, Stadtteil S.Lazaro, Cerro de S.Cristobal vom Torre de S.Domingo aufgenommen
Anonym, vor 1874 
© Reiss-Engelhorn-Museen 

 

Zum Jubiläum präsentiert das Forum Internationale Photographie der Reiss-Engelhorn- Museen Mannheim einen besonderen Schatz. Erstmals wird eine umfassende Auswahl an historischen Fotografien gezeigt, die Wilhelm Reiß von seinen Reisen mitgebracht hat. Die Sonderausstellung „Abenteuer Anden und Amazonas“ entführt die Besucher nach Südamerika – einem Kontinent, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwar längst keine „terra incognita“ mehr war und dennoch eine fremde Welt darstellte. Die kostbaren Aufnahmen zeigen die großen Städte, die reizvollsten Landschaften und spektakulärsten Naturschauspiele. 

 

 

Rio negro 
Amazonas-Brasilien Anonym, vor 1874 
© Reiss-Engelhorn-Museen

 

Eigentlich wollten Wilhelm Reiß und sein Fachkollege Alphons Stübel (1835-1904) im Januar 1868 in der nordkolumbianischen Hafenstadt Santa Marta nur einen kurzen Zwischenhalt auf ihrer Reise zu den Sandwich-Inseln einlegen. Fasziniert und herausgefordert vom geologischen und naturwissenschaftlichen Überfluss änderten sie jedoch ihre Meinung und reisten acht Jahre lang quer durch Südamerika. Eine Expedition, die sie nicht selten an den Rand ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit brachte. 

 

Fährmannsfamilie Manaós 
Brasilien, Amazonas Fährmannsfamilie Manaós, um 1865 Alberto Frisch

© Reiss-Engelhorn-Museen

 

 

Bei seiner Rückkehr nach Mannheim 1876 hatte Wilhelm Reiß neben Gesteinsproben, zoologischen, ethnografischen und archäologischen Sammlungsstücken sowie schriftlichen Aufzeichnungen umfangreiche Fotokonvolute im Gepäck. Diese Konvolute bilden ein Herzstück der Foto-Sammlung der Reiss-Engelhorn-Museen. Die neue Ausstellung vereint rund 300 Aufnahmen. Es handelt sich hauptsächlich um Albuminabzüge, jene fragilen Papierbilder mit ihrem charakteristischen sepiafarbenen Grundton, die den Betrachter noch heute durch ihre präzise Tiefenschärfe und ihren nuancierten Tonumfang begeistern. Die Bilder stammen von verschiedenen Fotografen und Studios. Teils wurden sie wahrscheinlich im Auftrag der Forscher angefertigt. 

 

Die Auswahl der gezeigten Bildinhalte ist so vielfältig wie die Reiseregion selbst. Imposante Stadtansichten von Bogota oder Lima zeugen von einer rasch fortschreitenden Urbanisierung. Im Gegensatz dazu beeindrucken Landschaftsbilder durch die Üppigkeit und Wildheit der Natur. Zahlreiche Aufnahmen dokumentieren die Zerstörungskraft von Erdbeben – einer latenten Gefahr, die in Südamerika allgegenwärtig ist. Kurz nach ihrer Ankunft erschütterte im August 1868 ein außergewöhnlich schweres Beben Ecuador und Peru. Was für die beiden Forscher eine wissenschaftliche „Chance“ darstellte, die massiven tektonischen Verschiebungen hautnah zu begutachten, war für die einheimische Bevölkerung eine Tragödie. 

Ein weiterer Schwerpunkt der gezeigten Fotografien liegt auf Porträtaufnahmen. Hier dominiert der europäisch-eurozentrische Blickwinkel. Viele Aufnahmen spiegeln den Wunsch der Reisenden, aber auch daheimgebliebener Europäer nach vorzeigbaren „Wilden“ oder exotischen Typen wider. Wilhelm Reiß hat die Porträtbilder seines Konvoluts selbst geordnet und beschriftet. Zu sehen sind unter anderem Darstellungen verschiedener Berufsstände bis hin zu freigelassenen Sklaven und Sklavinnen sowie Porträts von Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft. Einige Porträts, aufgenommen von den beiden renommierten deutschen Fotografen Alberto Frisch und Alberto Henschel, überwinden die reine Typen- Fotografie und zeigen individuelle Züge der Abgelichteten. 

 

Ergänzt werden die ausgestellten Fotografien durch ebenfalls von der Expedition stammende ethnologische Objekte sowie Gemälde des ecuadorianischen Malers Rafael Troya (1845-1920). Auszüge aus den persönlichen Reisebriefen von Wilhelm Reiß, in denen er einfühlsame Schilderungen von den grandiosen Landschaften, ihren Bewohnern, seinen Glücksgefühlen und nicht zuletzt den erlittenen Strapazen gibt, bilden eine weitere Ebene dieser facettenreichen Ausstellung. 

 

Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, Museum Zeughaus C5, Forum Internationale Photographie

 

 

Panorama von Lima 

Der Rimac mit Brücke, Stadtteil S.Lazaro, Cerro de S.Cristobal vom Torre de S.Domingo aufgenommen
Anonym, vor 1874 

© Reiss-Engelhorn-Museen 

 

Amazonas Indianer 

Amazonas Indianer (Amava Indios) im Kriegskostüme Brasilien
Alberto Frisch, um 1865 

© Reiss-Engelhorn-Museen 

 

 

Fährmannsfamilie Manaós 

Brasilien, Amazonas Fährmannsfamilie Manaós, um 1865 Alberto Frisch 

© Reiss-Engelhorn-Museen 

 

 

Rio negro 

Amazonas-Brasilien Anonym, vor 1874 

© Reiss-Engelhorn-Museen

 

 

24.08.2018 - 10.02.2019
Fotoausstellung Hannover . In zwei Teilen zeigt die Kestner Gesellschaft das Werk der Berliner Künstlerin Nevin Aladag mit dem Titel „Best Friends“ Teil 1: 24. August bis 4. November 2018 Teil 2: 1. Dezember 2018 bis 10. Februar 2019
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Nevin Aladag – Best Friends
Fotoausstellung Hannover . In zwei Teilen zeigt die Kestner Gesellschaft das Werk der Berliner Künstlerin Nevin Aladag mit dem Titel „Best Friends“ Teil 1: 24. August bis 4. November 2018 Teil 2: 1. Dezember 2018 bis 10. Februar 2019




Die Kestner  Gesellschaft  präsentiert  die Ausstellung  der Berliner  Künstlerin  Nevin Aladag (* 1972 in Van, Türkei)  mit  dem  Titel  "Best  Friends"  in der  Claussen-Halle.  Nevin  Aladag   setzt  sich in ihren Werken  mit  aktuellen  gesellschaftlichen  Fragen  nach der  Selbstbestimmung  von Identität  und  der Hybridisierung  kultureller Räume auseinander.  Auf der documenta 14 wurde ihr Werk einem breiten Publikum  vorgestellt.  Mit  der  Ausstellung  präsentiert  die Kestner  Gesellschaft  ein  experimentelles Format:  In nur einem Raum wird sich die Schau über zwei Laufzeiten  entfalten.  Im ersten Teil d er Ausstellung werden anhand der Fotoserie „Best Friends“ (2012-2015) und der Videoarbeit „Hochparterre [ Mezzanine]“ (2009/ 2010) die   Themen Freundschaft, Nachbarschaft und gesellschaftliches Zusammenleben  verhandelt. Im zweiten Teil, der im Dezember 2018 startet, verändert sich die Ausstellung und wird durch neue Werke ergänzt.

 

 


Schauplatz der Filme, Fotografien, Installationen,  Skulpturen und Performances von Nevin Aladag ist oftmals   der öffentliche Raum, in dem das Spannungsverhältnis zwischen Gemeinschaft und Individualität, zwischen Zugehörigkeit  und Abgrenzung besonders deutlich wird.

„Best  Friends“  zeigt beste Freundinnen und Freunde, deren Verbindung sich durch  Aussehen, Körpersprache und Kleidungsstil ausdrückt. Imitation und Angleichung, ob bewusst oder unbewusst, manifestiert  die Freundschaft  und lässt die Porträtierten zu einer Einheit werden. Für die Entstehung dieser  Fotografien  betreibt  Aladag Feldforschung  etwa in den Straßen  von Los Angeles,  Dortmund oder Berlin. So können die Fotos auch als Porträts der Städte verstanden werden. Erstmals zeigt Nevin Aladag die Bilder auf überlebensgroßen Bannern. Die Abbilder der Freundschaften werden dadurch für die Betrachterinnen und Betrachter auch körperlich erfahrbar gemacht.

Für das Video „Hochparterre [ Mezzanine]“ hat die Künstlerin zahlreiche Interviews mit Anwohnerinnen und Anwohnern der Großen Bergstraße in Hamburg-Altona geführt. Aladag stellte den Menschen Fragen über das Zusammenleben  in dieser diversen Nachbarschaft  und befragte sie auch zu ihrer Meinung über die Entwicklungen  in ihrer Stadt. Einzelne Passagen  der Tonaufzeichnungen wurden zu einer Soundcollage  zusammengefügt.  Im Video werden die verschiedenen  Stimmen von einer einzigen Schauspielerin lippensynchron wiedergegeben. Durch die Diskrepanz zwischen dem Gehörten und dem visuellen Eindruck ihrer Mimik und Gestik werden die Kriterien für die Zuschreibung von Identitäten herausgefordert. Das Video gehört zu einer dreiteiligen Serie, die auch die Hauptstädte Berlin und Wien in den Fokus nimmt.
Nevin Aladag wurde 1972 in Van (Türkei) geboren. Sie studierte von 1993 bis 2000 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Olaf Metzel. Seit 2002 lebt und arbeitet Aladag in Berlin. 2018  gewann  die  Künst lerin  den  Ernst  Rietschel  Preis  für  Skulptur.  Aladag  war  unter  anderen Teilnehmerin  der documenta 14 in Athen und Kassel (2017),  der 57. Biennale von Venedig (2017), der Sharjah Biennale (2013) und der 11. Istanbul Biennale (2009).


Kestner Gesellschaft, Goseriede 11, Hannover

17.07.2018 - 27.01.2019
Fotoausstellung München . Die Pinakothek der Moderne präsentiert im Saal 8 Fotografien aus den 1920-er bis 1940-er Jahren von Aenne Biermann, Florence Henri, Germaine Krull, Man Ray, Albert Renger-Patzsch und Friedrich Seidenstücker aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. 17 Juli 2018 bis 27. Januar 2019
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Stiftung Ann und Jürgen Wilde
Fotoausstellung München . Die Pinakothek der Moderne präsentiert im Saal 8 Fotografien aus den 1920-er bis 1940-er Jahren von Aenne Biermann, Florence Henri, Germaine Krull, Man Ray, Albert Renger-Patzsch und Friedrich Seidenstücker aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. 17 Juli 2018 bis 27. Januar 2019

Germaine Krull, Devant un grand Magasin, um 1929
Silbergelatineabzug, 17,5 x 15,8 cm
Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München

 

Die moderne Fotografie ist aufs engste verbunden mit der Kultur der Großstadt. Im urbanen Umfeld finden Fotografinnen und Fotografen der 1920er Jahre Inspiration für experimentelle Bildgestaltungen und die Visualisierung eines Neuen Sehens, wie es heute als ikonisch für die Avantgardefotografie gilt. Zugleich aber richten zahlreiche Fotografen ihren Blick auf das soziale Gefüge der Großstadt. Als Flaneure und Straßenfotografen dokumentieren sie das alltägliche Leben und das dynamische Treiben der Menschen. Diese Ansichten zeigen die Stadt als kollektiven Lebensraum und entwerfen eine vielschichtige Beschreibung der Menschen und ihrer Lebensbedingungen im urbanen Raum.

 

Friedrich Seidenstücker, im Wedding, Berlin, 1923
Silbergelatineabzug, 18 x 12,9 cm
Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München

 

 

10. Oktober | 28. November 2018 und 16. Januar 2019 | 15.00 Aus erster Hand | Kuratorenführung mit Simone Förster 

31. Oktober und 12. Dezember 2018 | 15.00 Führung mit Katia Marano 

10. November 2018 und 27. Januar 2019 | 15.00 Führung mit Angela Opel

 

Pinakothek der Moderne, Museumsareal, Barerstraße, München

  

 

10.05.2018 - 10.03.2019
Ausstellung Mannheim . Nach dem Erfolg der Mitmach-Ausstellung "Total genial!" bieten die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim auch in diesem Jahr ein Highlight für die ganze Familie an. Die Schau "Einfach tierisch! Spaß mit Dino, Panda & Co." im Museum Weltkulturen ist eine überraschende Safari in die Welt der Tiere.Die Besucher können selbst Teil der Szenerie werden. Mit der eigenen Kamera oder dem Handy kann man die witzigsten Szenen einfangen. 10. Mai 2018 bis 10. März 2019
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Rem Mannheim: "Einfach tierisch eine Safari für die ganze Familie“ ab 10.5.2018
Ausstellung Mannheim . Nach dem Erfolg der Mitmach-Ausstellung "Total genial!" bieten die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim auch in diesem Jahr ein Highlight für die ganze Familie an. Die Schau "Einfach tierisch! Spaß mit Dino, Panda & Co." im Museum Weltkulturen ist eine überraschende Safari in die Welt der Tiere.Die Besucher können selbst Teil der Szenerie werden. Mit der eigenen Kamera oder dem Handy kann man die witzigsten Szenen einfangen. 10. Mai 2018 bis 10. März 2019

  © Tricture by eli - eine lose Idee - GmbH

 

Einen Dinosaurier füttern, mit Tiger und Leoparden auf Tuchfühlung gehen, einen Delfin streicheln, mit Fischen tauchen oder eine Mammutfamilie retten – all das und noch viel mehr erwartet große und kleine Besucher ab 10. Mai 2018 in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen. Die Mitmach-Ausstellung "Einfach tierisch! Spaß mit Dino, Panda & Co." lädt zu einer außergewöhnlichen Safari mit besonderem Foto-Spaß und spielerischer Wissensvermittlung ein.

 

  © Tricture by eli - eine lose Idee - GmbH

 

 

Der Museumsbesuch verwandelt sich in ein Abenteuer: Große fotorealistische Bilder entführen in die Welt der Tiere – von der Zeit der Saurier bis heute, von den Tiefen des Ozeans bis hoch in die Lüfte, von der Savanne Afrikas über den chinesischen Bambuswald bis ins heimische Maisfeld. Die Besucher begegnen vielen unterschiedlichen Tieren. Sie stehen Dino, Panda & Co. jedoch nicht nur Auge in Auge gegenüber, sondern können selbst Teil der Szenerie werden. Welche Pose sie einnehmen, bleibt den Gästen selbst überlassen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Besucher können die Aktion mit ihrer eigenen Kamera oder dem Handy festhalten – ein Gewinn für jedes Familienalbum und Spaßgarantie für Facebook & Co. Die Bilder sind bis zu 6 Meter lang und 3,60 Meter hoch. Sie wurden zweidimensional gemalt, durch trickreiche Gestaltung und mit den Besuchern entsteht beim Fotografieren jedoch ein überraschender 3D-Effekt.  

Gleichzeitig nimmt die Schau Kinder und Erwachsene auf eine interaktive Wissensreise durch die Welt der Tiere mit. Eindrucksvolle Objekte aus dem Naturreich wie beispielsweise der Schädel eines T-Rex oder das Skelett eines großen Flugsauriers bringen den Besuchern die Giganten der Vorzeit nah. An zahlreichen Stationen ist Anfassen ausdrücklich erwünscht. Wie fühlt sich beispielsweise die Haut eines Hais oder der Zahn eines Mammuts an? Spannende Wissensinfos zu den einzelnen Tieren sorgen garantiert für Aha-Erlebnisse. Bei einem Quiz stellen die Gäste ihr neu gewonnenes Wissen unter Beweis.

Die Ausstellung "Einfach tierisch!" ist vom 10. Mai 2018 bis 10. März 2019 im Museum Weltkulturen D5 der Reiss-Engelhorn-Museen zu sehen.

www.rem-mannheim.de

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