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Fotoausstellungen

01.12.2018 - 19.05.2019
Fotoausstellung Berlin . Mit „Saul Leiter. David Lynch. Helmut Newton: Nudes“ wird es das erste Mal in der Geschichte der Helmut Newton Stiftung eine Ausstellung geben, die sich ausschließlich dem Genre Akt widmet. 1. Dezember 2018 bis 19. Mai 2019
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Nudes
Fotoausstellung Berlin . Mit „Saul Leiter. David Lynch. Helmut Newton: Nudes“ wird es das erste Mal in der Geschichte der Helmut Newton Stiftung eine Ausstellung geben, die sich ausschließlich dem Genre Akt widmet. 1. Dezember 2018 bis 19. Mai 2019

Saul Leiter Foundation, courtesy Howard Greenberg Gallery

 

Der nackte Körper gehört zur Kunst seit der berühmten Venus von Willendorf, die vor etwa 30.000 Jahren von einem unbekannten Künstler auf dem Gebiet des heutigen Österreich geschaffen wurde, und auch in der Fotografie, dem ältesten der neuen Medien, erscheint das Aktbild bereits in der Pionierzeit, also ab 1839. Seitdem hat sich eine ganz besondere Kombination von Exhibitionismus und Voyeurismus vor den Kameralinsen Tausender von Fotografen entwickelt, bis hin zur heutigen, schier unendlichen digitalen Distribution visualisierter Entblößungen. Die drei hier vorgestellten Fotografen gehören hingegen zu den einfühlsamsten und prägendsten Aktfotografen des ausgehenden 20. Jahrhunderts.

Saul Leiter hat parallel zu seiner Modefotografie für Harper’s Bazaar und seinen Farbabstraktionen, die seit den 1950er- Jahren in den Straßen New Yorks entstanden, auch Akt im Studio inszeniert. Diese stillen und intimen Schwarz-Weiß- Aufnahmen, die Leiter in der eigenen Dunkelkammer entwickelte, blieben zu seinen Lebzeiten gewissermaßen unter Verschluss; nur wenige Freunde kannten sie. Die weiblichen Modelle waren Freundinnen oder Geliebte des Künstlers, der sie in seiner New Yorker Wohnung porträtierte.
Nach seinem Tod im Jahr 2013 werden die unterschiedlichen Aspekte seines Werkes von der Direktorin der Saul Leiter Foundation, Margit Erb, aufgearbeitet, publiziert und teilweise auch neu editiert. So entstand vor kurzem im Steidl-Verlag eine Publikation zu dieser Aktserie unter dem Titel „In My Room“, in der New Yorker Howard Greenberg Gallery eine Ausstellung mit Neuvergrößerungen ausgewählter Akt-Motive – und nun in der Helmut Newton Stiftung erstmals überhaupt eine Präsentation mit über 200 Vintage oder Late Prints, die eine Hälfte gerahmt an der Wand, die andere als Bildschnipsel, von Leiter selbst fragmentiert, in einer Ausstellungsvitrine.

 

 David Lync Untitled Lodz, 2000, copyright David Lynch


Eine ähnliche Bildstimmung begegnet uns bei den Aktaufnahmen von David Lynch, die ein knappes halbes Jahrhundert später, vor allem in Lodz und Los Angeles, entstanden sind; die meisten in Schwarz-Weiß, einige wenige in Farbe. Es sind abstrakte Körperbilder, häufig vollformatige Details, die wir erst auf den zweiten Blick mit einem menschlichen Körper in Verbindung bringen. Lynch wählte während des Arbeitsprozesses ungewöhnliche Perspektiven und anschließend für die 25 Motive im externen Fotolabor ein großes Bildformat, das die weiblichen Modelle meist überlebensgroß erscheinen lässt; sie sind erstmals und exklusiv für die Berliner Ausstellung zusammengestellt und vergrößert worden.

 

Helmut Newton, Bergstrom over Paris, Paris 1976 copyright Helmut Newton Estate 

 

Helmut Newton hat mit seiner Aktfotografie in den 1970er-Jahren begonnen, diesseits und jenseits der Modebildproduktion, und bis zu seinem Lebensende 2004 auch in diesem Genre gearbeitet. Seine Serie „Naked and Dressed“, die den Übergang vom Mode- zum Aktbild in seinem Werk markiert, und die „Big Nudes“ machten ihn Anfang der 1980er-Jahre weltberühmt und inspirierten zahlreiche Kollegen und bildende Künstler zu Nachahmungen oder Neu-Interpretationen. Die jetzige Präsentation vereint etwa 80 solcher Ikonen aus manchen seiner bekannten Ausstellungen und Projekte wie „Helmut Newton’s Illustrated: Pictures from an Exhibition“, „White Women“, „Sleepless Nights“, „Big Nudes“, „Sex and Landscapes“, „Work“ oder „Us and Them“ sowie etwa 40 bislang ungezeigte Werke aus dem Stiftungsarchiv, darunter zahlreiche Original-Polaroids. Helmut Newton schuf ein unvergleichliches Werk voll subtiler Verführung und zeitloser Eleganz – auch und besonders im Akt-Genre: Darunter finden sich Porträts nackter Menschen an Swimmingpools, raffinierte Aufnahmen unbekleideter Schaufensterpuppen und andere modebasierte Aktbilder, halbnackte Modelle mit orthopädischen Stützprothesen oder provokante Inszenierungen sexueller Obsessionen in weiblicher Besetzung, die in unserer Rezeption vielen Imaginations- und Assoziationsmöglichkeiten Platz lassen.


Helmut Newton Stiftung, Museum für Fotografie, Jebenstraße 2, Berlin

28.11.2018 - 07.03.2019
Fotoausstellung Wien . Im Rahmen des Alfred Fried Photography Awards werden seit zwei Jahren auch Jugendliche bis zum Alter von 14 Jahren aufgerufen, das Thema Frieden in einem Foto sichtbar zu machen. Das "Children Peace Image of the Year 2018" wurde "Daydreaming" von Kaja Tasevska aus Mazedonien. Zu der Ausstellung der Bilder lädt das Naturhistorische Museum Wien und die Edition Lammerhuber ein. 28.11.2018 bis 7.3.2019
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Peace- Die weltbesten Jugendfotos zum Thema Frieden
Fotoausstellung Wien . Im Rahmen des Alfred Fried Photography Awards werden seit zwei Jahren auch Jugendliche bis zum Alter von 14 Jahren aufgerufen, das Thema Frieden in einem Foto sichtbar zu machen. Das "Children Peace Image of the Year 2018" wurde "Daydreaming" von Kaja Tasevska aus Mazedonien. Zu der Ausstellung der Bilder lädt das Naturhistorische Museum Wien und die Edition Lammerhuber ein. 28.11.2018 bis 7.3.2019


 

Foto Kaja Tasevska



Wie einfühlsam und gekonnt auch Kinder ein fotografisches Thema umsetzen können, zeigt die Ausstellung „Peace“ im Naturhistorische Museum Wien. 2018 wurden 847 Fotos eingereicht. Eine Auswahl von 57 Arbeiten wird im Saal 50 des NHM Wien gezeigt.

Alfred Fried, der Namensgeber für den Preis, war ein österreichischer Pazifist und Schriftsteller, dem 1911 der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Der Award wird vom Österreichischen Parlament, UNESCO, IPI, der Photographischen Gesellschaft, der Edition Lammerhuber und World Press Photo vergeben und setzt ein starkes Zeichen für den Frieden. Eine international besetzte Jury wählt aus dem Kreis der nominierten Bilder das Kinder-Friedensbild des Jahres 2018.

 

 

 



Begleitend zur Ausstellung „Krieg – Auf den Spuren einer Evolution“ wurde der Saal 50 mit der Foto-Ausstellung „Peace“ als Friedenswerkstatt eingerichtet.
Für Erwachsene finden hier folgende Workshops zum Thema Frieden statt: Begegnung mit Text und Sprache Moderation: Erwin Urmann (Schriftsteller) & Iris Ott (Ausstellung & Bildung, NHM Wien) Mittwoch, 5. Dezember 2018, 18.00–20.30 Uhr Bertha von Suttner revisited Samstag, 19. Jänner 2019, 14.00–17.00 Uhr Friedenswerkstatt: Peace – Eine unterschätzte Größe Sonntag, 3. März 2019, 14.00–17.00 Uhr Der Nachkrieg
Näherer Information und Anmeldung:
www.nhm-wien.ac.at/Fuehrungen/anmeldung


Naturhistorischen Museum Wien, Maria-Theresia-Platz, Wien



23.11.2018 - 19.01.2019
Ausstellung Salzburg . Eva Maria Ocherbauer baut ihre fotografischen Bildwelten aus Formen der Natur wie auch aus Gebrauchs- (und Verbrauchs-)gegenständen der Konsumwelt. Die Ausstellung "One Fine Day Soon" im Salzburger Fotohof thematisiert die komplexen Beziehungen zwischen der menschlichen Gesellschaft und Welt der Natur. 23. November 2018 bis 19. Januar 2019
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Eva Maria Ocherbauer – One Fine Day Soon
Ausstellung Salzburg . Eva Maria Ocherbauer baut ihre fotografischen Bildwelten aus Formen der Natur wie auch aus Gebrauchs- (und Verbrauchs-)gegenständen der Konsumwelt. Die Ausstellung "One Fine Day Soon" im Salzburger Fotohof thematisiert die komplexen Beziehungen zwischen der menschlichen Gesellschaft und Welt der Natur. 23. November 2018 bis 19. Januar 2019

   
Eva Maria Ocherbauer
aus The Horn of Plenty, 2018



Das viereckige Foto wird häufig aufgelöst und in die Umrisse des jeweiligen Gegenstandes übersetzt oder ins Dreidimensionale erweitert. So mutieren beispielsweise Kunststoffteile an einem Strand zu monumentalen Objekten, die in ihrer ästhetischen Präsenz Fragen nach dem Verhältnis von Bild und Wirklichkeit stellen. Für Ocherbauer ist die Fotografie auch ein Mittel, ganz banale Dinge des alltäglichen Lebens zu transformieren und im Bild überraschend schön aber auch fremd erscheinen zu lassen. Die Dinge werden zu Ikonen ihrer selbst und stellen Fragen nach den Möglichkeiten des Mediums Fotografie aber auch nach den ausfransenden Enden der menschlichen Zivilisation.

Eva Maria Ocherbauer
aus Intercourse with Woods (mit Jelili Atiku)

 

Aufgebaut als dramatische Inszenierung wird die Galerie zur Bühne, dem gezeigten Bildmaterial werden diverse Rollen zugewiesen. Kunststoffreste übernehmen die Schlüsselpositionen, Jelili Atiku agiert als Darsteller und ein Spinnennetz hält buchstäblich alle Fäden in der Hand. Dieses Netz bestimmt auch die Farbgebung der Ausstellung und verbindet damit die einzelnen Elemente die primär einem assoziativ angelegtem Verständnis zugeordnet sind. Darüber hinaus gibt es noch den Chor, Bilder die das Gegenständliche betonen, die eine präzise Untersuchung der hier zum Thema gemachten Transformationen erlauben
onehenge auf. In der Ausstellung wird auf die kreisförmige Struktur eingegangen, die Bilder werden im Sinne der Steinblöcke aufgebaut und beziehen auch der historischen Anlage entnommene Positionen. Von einer Kultstätte über eine religiöse Tempelanlage, einen zentralen Begräbnisort bis zum astronomischen Observatorium, viel wird Stonehenge nachgesagt und all das kann auch mit ONE FINE DAY SOON in Verbindung gebracht werden. Das Ritual als solches, Kreisläufe, Transformationen und kosmische Ordnungen bilden die Grundlage dieser Ausstellung.

 

Eva Maria Ocherbauer
Knochenkreis 3 aus The Horn of Plenty, 2018



Inhaltlich geht es um Verhaltensweisen und den damit in Zusammenhang stehenden Kontrollverlust. Gezeigt werden Teile von Kunststoffen die am Elegushi Beach in Lagos ihren temporären Platz gefunden haben, wie sie langsam vom Sand zersetzt ins Meer gelangen und damit natürlichen Prozessen ausgesetzt sämtlichen menschlichen Einflüssen entzogen sind. Dem wird als eine Art Allegorie ein Verschmelzen von Mensch und Natur anhand von inszenierten Bildern entgegengesetzt. Auch hier sehen wir eine elementare Unterwerfung an bestehende Gesetzmäßigkeiten. Alle Fotografien wurden bildnerischen Manipulationen unterzogen und entziehen sich damit sogenannter realer Darstellung.

Eva Maria Ocherbauer, *1959 in Graz; lebt und arbeitet in Berlin.

Fotohof, Inge-Morath-Platz, Salzburg

18.11.2018
Fotoausstellung Salzburg . Wer war Josef Pausch? Diese Frage stellt die Salzburger Leica Galerie in ihrer Ausstellung auf Schloss Arenberg. In Amerika und Japan wohlbekannt, ist der Künstler Josef Tausch im deutschsprachigen Raum weitgehend unbekannt. Zu sehen sind noch nie veröffentlichte Werke aus seinem umfangreichen Repertoire. 18. November bis Frühjahr 2019
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Josef Pausch – Sichtbares und Unsichtbares
Fotoausstellung Salzburg . Wer war Josef Pausch? Diese Frage stellt die Salzburger Leica Galerie in ihrer Ausstellung auf Schloss Arenberg. In Amerika und Japan wohlbekannt, ist der Künstler Josef Tausch im deutschsprachigen Raum weitgehend unbekannt. Zu sehen sind noch nie veröffentlichte Werke aus seinem umfangreichen Repertoire. 18. November bis Frühjahr 2019

 

 

Ein Oberösterreicher aus Micheldorf, geboren 1948, zu früh gestorben 2010 in Linz - Josef Pausch. Er lebte unter anderem in Mexiko und Amerika, seine Werke hängen u.a. im Museo de Arte Moderne in Mexico City, im Museum of Art in Santa Fe, in der Bibliotheque Nationale in Paris, im Metropolitan Museum in Tokyo.
Er war Assistent von John Coplan, dem Gründer des Magazins „Artforum“. Er arbeitete mit Horst P. Horst, einer der bedeutendsten Modefotografen des 20. Jahrhunderts, der für seine Portraits für die Modezeitschrift Vogue gefeiert wurde. Er arbeitete mit Robert Avedon, einer der ersten amerikanischen Fotokünstler, der Haute Couture nicht im Studio fotografierte sondern in alltäglichen Situationen inszenierte. Seine eigene Begabung und die Inspiration durch die großen Vorbilder verliehen Pausch ein grandioses Auge, das immer wie ein Objektiv funktionierte. Er sah den Alltag als Ansammlung von Bildern, Collagen, Inszenierungen. 
Was wie Manie wirken mochte, war ein Aufgehen in Kunst...

 

 

Sein Werk wurde hierzulande jedoch kaum wahrgenommen. Dazu war es zu umfangreich, zu weitreichend, zu unzeitig. Das Geniale hat es oft schwer in der Rezeption, weil es keine Sprache für etwas gibt, was in die Zukunft weist. Das Auge von Pausch hat durch die Kamera in die Zukunft geblickt und in den 80er Jahren Fotostile und Welten geschaffen, die sich jetzt langsam dem Zeitgeist erschließen. Jetzt wo andere Fotografen dort angekommen sind, wo Pausch vor dreißig Jahren war, wird sein Werk zugänglich.
Im Rahmen seiner ersten fotografischen Einzelausstellung im Jahr 1983 in Salzburg wurde ihm „optische Intelligenz“ bescheinigt, seine Fotografien „weisen in gleichem Maße landschaftliche wie architektonische Komponenten auf und darüber hinaus auch eine deutliche Affinität zu Kunstformen der Avantgarde wie der Land-, Concept- und Minimal Art. Es ist eine leise Poesie des Sachlichen, die uns hier begegnet...


 


Schloss Arenberg, Arenbergstraße 10, Salzburg

 

 

17.11.2018 - 03.03.2019
Fotoausstellung Hamburg . In einer umfassenden Ausstellung zeigt das Haus der Photographie in den Deichtorhallen den deutschen Fotografen Michael Wolf (*1954). Vorgestellt werden elf Werkserien und eine riesige Wandinstallation. 17. November 2018 bis 3. März 2019
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Michael Wolf – Life in Cities
Fotoausstellung Hamburg . In einer umfassenden Ausstellung zeigt das Haus der Photographie in den Deichtorhallen den deutschen Fotografen Michael Wolf (*1954). Vorgestellt werden elf Werkserien und eine riesige Wandinstallation. 17. November 2018 bis 3. März 2019

 

 

Michael Wolf, Einzelbild der Wandinstallation The Real Toy Story, China, 2004
Digital C-print mounted on forex
Approx. 125 x 100 cm
© Michael Wolf 2018
Copyright: © Michael Wolf 2018

 

Die Ausstellung Michael Wolf – Life in Citiezeigt Werke von Wolfs Anfängen als Dokumentarfotograf bis hin zu den jüngsten, bisher unveröffentlichten Arbeiten. Michael Wolfs Werke reflektieren die Lebensbedingungen in Metropolen wie Hongkong, Tokio, Chicago und Paris und greifen Themen wie Bevölkerungsverdichtung, Massenkonsum, Privatsphäre und Voyeurismus auf.
 
Nach einem Studium bei Otto Steinert begann Wolf seine berufliche Karriere als Fotojournalist und arbeitete für renommierte Magazine wie GEO. Im Jahr 1994 zog er nach Hongkong, wo er acht Jahre als Vertragsfotograf für das Stern-Magazin arbeitete. 2003 wechselte Michael Wolf das Metier und wurde ein autonomer visueller Künstler. Dennoch bleibt seine Arbeit in der Tradition sozial engagierter Dokumentarfotografie verwurzelt. Sein Kernthema ist das Leben der Menschen in den großen, sich ständig verändernden Metropolen der heutigen Welt. Der zweimalige World Press Photo Award-Gewinner stellte u.a. auf der Venedig Biennale für Architektur aus und ist in der Sammlung des Metropolitan Museum of Art in New York vertreten.
 

Michael Wolf, Architecture of Density, Hong Kong, 2003-2014
Digital C-print mounted on dibond; wooden frame, no glass
180 x 269 cm
© Michael Wolf 2018

 


Das Herzstück der Ausstellung ist Wolfs beeindruckende Wandinstallation The Real Toy Story (2000–2018), die in den Deichtorhallen mit 23 × 4,5 Meter ihre bisher umfangreichste Größe erlangt. Über 20.000 Billigspielzeuge »Made in China« bilden den Rahmen für Porträtfotos von Arbeiterinnen und Arbeitern in chinesischen Spielzeugfabriken. Die schüchternen und manchmal resignierten Gesichter der einzelnen Personen stehen in scharfem Gegensatz zur überwältigenden Anzahl heiter-bunter Spielzeuge aus der industriellen Massenproduktion.

 

Michael Wolf, Tokyo Compression, Tokyo, 2010-2013
Pigment print on Hahnemühle paper, wooden frame, museum glass
110,5 x 88,5 cm (frame size)
© Michael Wolf 2018
Copyright: © Michael Wolf

 


 
Michael Wolfs Studium der visuellen Eigenheiten des modernen Stadtlebens begann in Hongkong. Die Stadt ist seit 1994 sein Zuhause und wurde der Hauptgegenstand seiner Forschung und das Thema vieler seiner Serien. In der Serie 100 × 100 (2006) porträtiert er hundert Bewohner eines Wohnkomplexes in der chinesischen Metropole, die auf knapp neun Quadratmetern leben. Wolfs Hochhaus-Ansichten in Architecture of Density (2003–2014), die weder Himmel noch Erde zeigen, ähneln endlosen Abstraktionen und entdecken die Schönheit der in der monotonen, brutalen Architektur der Wohnkomplexe. Michael Wolfs Serie Tokyo Compression mit Passagieren, die gegen die Fenster der überfüllten U-Bahn in Tokio gepresst sind, zeigt ebenso eindrücklich die räumliche Enge in einer Mega-Stadt.

 

 Michael Wolf, The Transparent City, Chicago, 2006
Digital C-print, wooden frame, perspex or museum glass
156 x 123 cm
© Michael Wolf 2018
Copyright: © Michael Wolf 2018


 
Die von Wim van Sinderen kuratierte Ausstellung ist eine Produktion des Museums für Fotografie in Den Haag und wurde im Sommer 2017 während des großen Fotofestivals Les Rencontres de la photographie in Arles erstmalig gezeigt. Begleitet wird die Ausstellung von dem englischsprachigen Buch Michael Wolf Works bei Peperoni Books mit Texten von Marc Feustel, Jan-Philipp Sendker, Wim van Sindern und Michael Wolf.

 

Bis 14. November 2018 sind am Hamburger Jungfernstieg Bilder aus der Serie Tokyo Compression von Michael Wolf zu sehen. Der Verein lebendiger Jungfernstieg e.V., die Deichtorhallen Hamburg und die Wall Gmbh präsentieren gemeinsam auf dem Hamburger Jungfernstieg das siebente Mal kostenlos Kunst im öffentlichen Raum. Die Outdoor-Ausstellung ist der Auftakt zur Ausstellung im Haus der Photographie.

 

Begleitet wird die Ausstellung von dem englischsprachigen Buch Michael Wolf Works mit Texten von Marc Feustel, Jan-Philipp Sendker, Wim van Sindern und Michael Wolf. Peperoni Books. 296 Seiten, ca. 400 Abbildungen, 24,5 x 30 cm, gebunden. Preis 50 Euro

 

 

16.11.2018 - 06.01.2019
Fotoausstellung Berlin . Er ist einer der großen Politiker Deutschlands gewesen, was nicht einmal seine Gegner anzweifelten. Am 23. Dezember dieses Jahres wäre der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt, der vor drei Jahren starb, 100 Jahre geworden. In Erinnerung an ihn zeigt der Freundeskreis Willy- Brandt-Haus e.V. eine Fotodokumentation zu seinem Leben. 16. November 2018 bis 6. Januar 2019
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Helmut Schmidt: Hanseat – Staatsmann – Weltbürger
Fotoausstellung Berlin . Er ist einer der großen Politiker Deutschlands gewesen, was nicht einmal seine Gegner anzweifelten. Am 23. Dezember dieses Jahres wäre der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt, der vor drei Jahren starb, 100 Jahre geworden. In Erinnerung an ihn zeigt der Freundeskreis Willy- Brandt-Haus e.V. eine Fotodokumentation zu seinem Leben. 16. November 2018 bis 6. Januar 2019

 

Im Kanzler-Sonderzug fordert Helmut Schmidt die ihn begleitenden Journalisten zum Schachspiel heraus. Wahlkampfreise 13.09.1980 © J.H. Darchinger Fotoarchiv, Friedrich-Ebert-Stiftung 

 

Die Ausstellung wurde 2014 vom Magazin DER SPIEGEL in Auftrag gegeben; Konzeption, Fotoauswahl und Begleittexte stammen von der Journalistin Christiane Breustedt. Für die Präsentation im Willy-Brandt-Haus wurde die Ausstellung von Gisela Kayser überarbeitet. Die Fotografien aus neun Jahrzehnten seines Lebens sind mit zahlreichen Zitaten von Helmut Schmidt und seiner Ehefrau Loki ergänzt und kommentiert, so dass der Betrachter einen Eindruck von der Weltsicht des Hanseaten erhält.

 

Wahlabend. Schmidt, Wehner und Brandt verfolgen die Auszählung am Fernseher. Bonn, 19. 11.1972
© J.H. Darchinger Fotoarchiv, Friedrich-Ebert-Stiftung

 

Die Ausstellung wurde 2014 vom Magazin DER SPIEGEL in Auftrag gegeben; Konzeption, Fotoauswahl und Begleittexte stammen von der Journalistin Christiane Breustedt. Für die Präsentation im Willy-Brandt-Haus wurde die Ausstellung von Gisela Kayser überarbeitet.

 

Bonn, 23. Dezember 1978 © J.H. Darchinger Fotoarchiv, Friedrich-Ebert-Stiftung

 

 

Willy-Brandt-Haus, Stresemannstraße 28, Berlin

 

15.11.2018 - 19.01.2019
Ausstellung Hamburg . In der Galerie für Fotografie Persiehl & Heine kann man in der Ausstellung „Flying Houses“ die Fotomontagen von Laurent Chéhère bewundern, die er wie ein Puzzle aus Hunderten von Elementen zusammengesetzt hat. 15. November bis 19. Januar 2019
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Laurent Chéhère – Flying Houses
Ausstellung Hamburg . In der Galerie für Fotografie Persiehl & Heine kann man in der Ausstellung „Flying Houses“ die Fotomontagen von Laurent Chéhère bewundern, die er wie ein Puzzle aus Hunderten von Elementen zusammengesetzt hat. 15. November bis 19. Januar 2019

 

Laurent Chéhère The Great Illusion, 2012

 

Flying Houses" sind eine surreale und poetische Vision des alten Paris. Wohnen, Architektur und Geschichte, Kino, Popkultur und Straßenkunst – Laurent Chéhère kreiert diverse Themen, sinnvolle aber auch sinnfreie. Für ihn hat die Stadt zwei Seiten: "Ich rede von Paris, das dich träumen lässt, und von Paris, das dich nicht träumen lässt."

 

 

Laurent Chéhère: Pink, 2017 

 

Seine schwebenden Häuser sind inspiriert von armen und kosmopolitischen Vierteln. An jeder Straßenecke dieses heutigen Babels beflügeln ihn Gerüche, Parfums, eine Würze oder ein Akzent. Auf den ersten Blick erscheinen die "Flying Houses" unbeschwert und verträumt, bei genauerem Hinsehen offenbaren Details eine komplexere Geschichte: "In gewisser Weise versuche ich, Schwierigkeiten und Sorgen einer verarmten Gesellschaft aufzuzeigen. Diese Häuser sind Zeugen einer zeitgenössischen Realität. Aus ihrem städtischen Kontext gelöst und von der Anonymität der Straße befreit, erzählen die Gebäude eine Geschichte über Leben, Träume und Hoffnungen ihrer Bewohner", erklärt Laurent Chéhère. 

 

Laurent Chéhère



Die Fotomontagen sind wie ein Puzzle aus Hunderten von Elementen zusammengesetzt. Die großen Formate der Bilder erlauben dem Betrachter verborgene Komponenten dieser genauen Rekonstruktionen zu entdecken, eine doppelte Deutung entsteht – von Weitem und von Nahem betrachtet. Die Distanz bietet einen anderen Blickwinkel und der Künstler warnt vor Vorurteilen.

 

Persiehl & Heine, Bergstr. 11, Hamburg

 

10.11.2018 - 30.03.2019
Ausstellung Ulm . Für die Ausstellung "Lichte Momente" ist es dem Stadthaus Ulm gelungen Werke international renommierter Künstler und einer Künstlerin ins Haus zu holen, die Licht als erlebbares, sinnliches erfahrbares Ereignis zeigen. Die zweigeteilte Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen des Stadthauses (Eröffnung des größeren, 1. Teils am 10. November und des kleineren Kabinett-Teils am 14. Dezember) wird Fotografien, Lichtobjekte und Installationen präsentieren.
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Lichte Momente
Ausstellung Ulm . Für die Ausstellung "Lichte Momente" ist es dem Stadthaus Ulm gelungen Werke international renommierter Künstler und einer Künstlerin ins Haus zu holen, die Licht als erlebbares, sinnliches erfahrbares Ereignis zeigen. Die zweigeteilte Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen des Stadthauses (Eröffnung des größeren, 1. Teils am 10. November und des kleineren Kabinett-Teils am 14. Dezember) wird Fotografien, Lichtobjekte und Installationen präsentieren.



Aus der Serie "Paradise Now", 2005-2208 copyright Peter Bialobrzeski



Das Stadthaus Ulm wurde von dem New Yorker Architekten Richard Meier entworfen. Charakteristisch für Richard Meiers Gebäude ist das Wechselspiel von Innen und Außen. Die Räume sind durchdrungen vom Tageslicht. Was liegt also näher, als zum 25-jährigen Bestehen des Stadthauses das Licht in den Mittelpunkt zu rücken?
Der Schwerpunkt  des ersten Ausstellungsteils liegt auf der Fotografie. Mit Peter Bialobrzeski, Julius von Bismarck, Klaus Heider, Jürgen Grözinger, Andrei Loginov und Ralf Peters werden große Persönlichkeiten der Branche und die "Geheim"-Tipps des Stadthauses präsentiert.
 
Peter Bialobrzeski, Hamburger Dokumentarfotograf, hat sich mit überbordend wuchernden Naturfragmenten im künstlichen Licht asiatischer Megacities beschäftigt, deren Schönheit angesichts des Klimawandels hinterfragt werden muss: „Paradise Now“.
Der 2013 verstorbene Maler, Fotograf und Grafiker Klaus Heider stammte aus Göppingen und hat sich zeitlebens künstlerisch mit Licht befasst. Ins Stadthaus kommen fotografische Lichtzeichnungen sowie Aufnahmen aus dem römischen Pantheon, dessen berühmte Kuppel und ihr Lichteinfall durch das „Opaion“  im Kuppelzentrum, die Durch- dringung von Wissenschaft und Kunst, zeitlebens zentrale, sinnlich erlebbare Themen Heiders waren.

 

Talking to Thunder (Palm tree), 2017
Courtesy Julius von Bismarck und alexander levy, Berlin / Sies und Höke, Düsseldorf /
Marlborough Contemporary New York


Dem in Berlin lebenden Julius von Bismarck - ein Meisterschüler Olafur Eliassons - ist es gelungen, in der spannungsgeladenen Atmosphäre  des venezolanischen Dschungels Blitze zu provozieren und z.B. in eine Palme einschlagen zu lassen. So konnte er fast skulpturale Blitz-Momente in Fotografien einfangen: „Talking to thunder“.
Jürgen Grözinger ist dem Stadthauspublikum  als herausragender Musiker und Projektleiter der neuen Musik bekannt. Dass er auch ein begabter Fotograf ist, zeigen seine Arbeiten, die das Leben zwischen Licht und Dunkelheit in Island schildern. An zwei Abenden im Februar und März wird Grözinger seine visuellen Arbeiten durch musikalische Live-Performances erweitern.

 

Winter#5 2016/2017
Foto copyright Ralf Peters
courtesy Bernhard Knaus Fine Art, Frankfurt

 


Ralf Peters Fotografien changieren zwischen Nacht und Tag und führen uns mit virtuosem Balanceakt auf den Grenzen der Gewohnheit unseres Bildgebrauchs an das Limit unseres Sehens. Die Arbeiten seiner Serie „Night/Colours“ zeigen Industriebauten, Brücken oder Bäume, denen er durch eine extreme Beleuchtung geradezu Plastizität verleiht.
Der ebenfalls in Berlin lebende Weißrusse Andrei Loginov  schließlich kreiert scheinbar in Lichtkästen schwebende Skulpturen, im Stadthaus sind es Bienenwaben.  In seiner Serie PROTOTYPES, zu der die "Biosynthese"-Arbeiten gehören, arbeitet Loginov interdisziplinär zwischen Objektkunst und 3D-Fotografie.


Ergänzt werden die Fotografien von Lichtobjekten von Klaus Heider und der Lichtkünstlerin rosalie. Unter anderem wird die kleinere Version des letzten Werks gezeigt, das die 2017 verstorbene Stuttgarter Künstlerin realisieren konnte: eine Licht-Klang- Installation zu Gustav Mahlers 8. Sinfonie, die sie zur Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie schuf.
Der im Luftraum präsentierte Stofftunnel von Domenico Strazzeri ist Lichtinstallation, Bühnenbild und Tanzutensil in einem. Zu festgelegten Zeiten wird der Tunnel durch Mitglieder der Strado Compagnia Danza mit Performances bespielt.


Ein räumlich gesehen kleinerer, zweiter Teil der Ausstellung wird im Dezember im Kabinett eröffnet. Er wartet mit weiteren Highlights der internationalen, aktuellen Kunstszene auf. „Round Rainbow“ heißt eine Installation, die der weltweit gefragte Künstler Ólafur Elíassion im Stadthaus präsentiert.  Sie zaubert einen sich ständig wandelnden Regenbogen und Lichtreflexe ins Innere des Kabinetts. Der Berliner Künstler Ulrich Vogl antwortet mit subtilen Licht-Schatten-Spielen direkt auf die Architektur von Richard Meier. Vogl kreiert fürs Stadthaus ein „Window Ulm“, das sich wandelnde
Schattenspiele auf die Wände zaubert. Ein erstes Fenster dieser Art zeigte Vogl 2010 in Berlin. Inzwischen tourten seine Fenster stets als an den jeweiligen Ort angepasste Variation durch zahlreiche Metropolen. Lichtkinetische Objekte, eine Art Malerei mit Licht, die gleichermaßen mit Farbkraft wie Emotionalität begeistern, von rosalie runden diesen zweiten Ausstellungsteil der Ausstellung ab.
 


Während der Ausstellung werden - an zahlreichen Terminen über die gesamte Laufzeit - Tanz- und Klangperformances zu erleben sein.


09.11.2018 - 03.03.2019
Ausstellung Berlin . Die Ausstellung im Museum für Fotografie zeigt gleichermaßen eine fotografische Bildgeschichte der Revolution in Berlin wie ein Panorama der Unterhaltungskultur dieser Monate. Von Willy Römer sind die meisten Aufnahmen der Revolution in Originalkontaktabzügen überliefert. 9.11.2018 bis 3.3.2019
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Berlin in der Revolution 1918/19
Ausstellung Berlin . Die Ausstellung im Museum für Fotografie zeigt gleichermaßen eine fotografische Bildgeschichte der Revolution in Berlin wie ein Panorama der Unterhaltungskultur dieser Monate. Von Willy Römer sind die meisten Aufnahmen der Revolution in Originalkontaktabzügen überliefert. 9.11.2018 bis 3.3.2019



Willy Römer
Spartakisten hinter Zeitungspapierrollen beim Barrrikadenkampf in der Schützenstraße, 11.1.1919
copyright Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek - Phototthek Willy Romer / Willy Römer

 

Die Revolution im Winter und Frühjahr 1918/19 entschied sich in den Straßen der Reichshauptstadt Berlin. Mit Demonstrationen vor Reichstag und Schloss feierten die Berlinerinnen und Berliner am 9. November 1918 die Abdankung des Kaisers, im Zeitungsviertel wurden im Januar 1919 aus Druckpapierrollen die Barrikaden der Spartakisten gegen die anrückenden Regierungstruppen errichtet, über die Frankfurter Allee zog nach dem Ende der Kämpfe der große Trauerkondukt zum Friedhof in Friedrichsfelde. Mit dabei waren immer die Pressefotografen, die mit ihren großen Plattenkameras die Redner in der Menge, die Soldaten hinter den Maschinengewehren, die Plakatwagen der Parteien für die Wahlen zur Nationalversammlung sowie die zerstörten Häuser und verwüsteten Plätze aufnahmen. Doch gleichzeitig ging der Alltag in der Stadt weiter, besuchten die Menschen die vielen Kinos mit ihrem expandierendem Filmangebot, amüsierten sich in Revuen und Kabaretts, tanzten Two-Step und Foxtrott. Die Ausstellung im Museum für Fotografie zeigt gleichermaßen eine fotografische Bildgeschichte der Revolution in Berlin wie ein Panorama der Unterhaltungskultur dieser Monate.

 

Willy Römer
Möbelwagen als Barrrikaden der Streikenden in der Prenzlauer Straße, Ecke Linienstraße, 7.3. 1919
copyright Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek - Phototthek Willy Romer / Willy Römer

 

 

Willy Römer
Maschinengewehrstand hinter Barrikaden aus Zeitungspapierrollen vor dem Messehaus in der Schützenstraße 11.1.1919
copyright Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek - Phototthek Willy Romer / Willy Römer

 


In den ersten Tagen der Revolution waren die Gebrüder Otto und Georg Haeckel die wichtigsten Pressefotografen. Als erfahrene Kriegsreporter begleiteten sie reaktionsschnell die spontanen Kundgebungen Unter den Linden und vor dem Schloss. Die Fotografen arbeiteten ohne Auftrag und boten Verlagen wie Mosse oder Ullstein ihre Aufnahmen an. Belege von den Kampfhandlungen selbst gibt es nur wenige. Eher stellten die Fotografen in den Kampfpausen Szenen mit Soldaten mit schussbereiten Waffen oder an den Barrikaden nach. Von Willy Römer sind die meisten Aufnahmen der Revolution in Originalkontaktabzügen überliefert. Eine seiner Fotografien entstand sogar unmittelbar vor seiner eigenen Festnahme durch einen Trupp Spartakisten.
In den Kinos berichteten die Wochenschauen deutschlandweit von den Kundgebungen und Demonstrationen in Berlin, brachten Film-Porträts der Minister der neuen Reichsregierung und zeigten als Beweis für die wieder hergestellte Ordnung Alltagsszenen aus den Straßen der Hauptstadt. Gleichzeitig warben sie für die Nationalversammlung. Aufgrund der längeren Produktionsabläufe boten die Spielfilme im Winter 1918/19 noch keinen Reflex auf die Revolution. Doch ermöglichte die Aufhebung der Zensur die Produktion neuer, gewagter Filme, die sich etwa gegen die strafrechtliche Verfolgung Homosexueller richteten.

 

Willy Römer
Einzug der Jägerdivision, Vorbeimarsch der Garde-Jäger vor General Arnold Lequis,
links der Pressefotograf Walter Gircke mit seiner Kamera, 10./11.12.1918

copyright Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek - Phototthek Willy Romer / Willy Römer



Als Reaktion auf das Ende des Krieges und ohne zunächst den Gefahren der Revolutionskämpfe Rechnung zu tragen, herrschte im Winter und Frühjahr 1918/19 in Berlin eine beispiellose Vergnügungssucht. Neben Opernhäusern und Sprechtheatern frequentierten die Berlinerinnen und Berliner die populäreren Operetten- und Revuetheater, die Kinos, aber auch Ballhäuser oder Kaschemmen, um dort zu tanzen. Dabei gab es auch Revuen, die tagesaktuell auf Themen wie die Wohnungsnot und die Streiks reagierten. Die Misere der Kriegsinvaliden war gleichfalls ein Sujet der populären Musik. In dem Lied Bein ist Trumpf aus dem Jahr 1919 wird das Schicksal vieler kriegsversehrter Männer angesprochen: der Tanz mit dem Holzbein oder der Prothese im Getriebe eines sich immer weiter drehenden Weltgefüges.
Eine Ausstellung der Kunstbibliothek, gefördert vom Hauptstadtkulturfonds
Kooperationspartner: bpk-Bildagentur und ullstein bild

Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, Berlin

08.11.2018 - 09.12.2018
Fotoausstellung Hannover . Diet­er Seitz fotografische Arbeit über Kasachstan ist die Geschichte einer Suche, die sich von 2009 bis Ende 2016 hinzog. Doch war dieser Zeitraum für ihn nur die intensive, fotografische Schlussphase einer Auseinandersetzung, die lange zuvor begonnen hatte. Die außergewöhnlichen Bilder werden in der Galerie für Fotografie, GAF, präsentiert 8. November bis 9. Dezember 2018
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Dieter Seitz - The Kazakhstan Project
Fotoausstellung Hannover . Diet­er Seitz fotografische Arbeit über Kasachstan ist die Geschichte einer Suche, die sich von 2009 bis Ende 2016 hinzog. Doch war dieser Zeitraum für ihn nur die intensive, fotografische Schlussphase einer Auseinandersetzung, die lange zuvor begonnen hatte. Die außergewöhnlichen Bilder werden in der Galerie für Fotografie, GAF, präsentiert 8. November bis 9. Dezember 2018

 

Weshalb Kasachstan? Dabei ging es Dieter Seitz zum einen um die Auseinandersetzung mit den dramatischen Umbrüchen der ehemals staatssozialistischen Gesellschaften und der Transformationsforschung der 1990er-Jahre. Zum anderen gab es Begegnungen mit Menschen dieser Länder, die dem Geschehen dort ein Gesicht verliehen hatten. Und nicht zuletzt waren es Romanfiguren wie die des Kirgisen Tschingis Aitmatows, sowie Schauplätze seiner Erzählungen in den Weiten Zentralasiens. Bereits Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts hatte er weitsichtig und couragiert die großen Zivilisationskonflikte der Zeit, wie das spannungsreiche Verhältnis von Tradition und Moderne thematisiert. Vieles davon scheint heute – unter veränderten Vorzeichen – erneut an Aktualität zu gewinnen.

Ziel des Kasachstan-Zyklus von Dieter Seitz ist, die Spuren dieser Entwicklung mit Mitteln künstlerisch-dokumentarischer Fotografie festzuhalten und zu interpretieren. Woran macht sich Identität fest? Worin spiegelt sich die Transformation einer Gesellschaft kulturell wieder?

 

 

 

 

Kasachstan, das nach Fläche neuntgrößte Land der Welt, ist hierzulande ein weißer Fleck auf der Landkarte. Seine Kultur und ihre Entwicklung, sind ganz wesentlich im Zusammenwirken von drei großen kulturellen Strömungen zu begreifen: der traditionell-kasachischen Volkskultur, des Kulturerbes der sowjet-sozialistischen Ära sowie der Kultureinflüsse der westlich-kapitalistischen Moderne. Diese drei Kulturströme mischen sich auf ganz eigentümliche Weise. Immer, wenn man glaubt, die Dominanz der Sowjetära in einer Stadt, an einem Ort noch ganz deutlich zu spüren, dann tauchen daneben auch ganz andere Einflüsse und Symbole auf, kasachische, turkmenische oder die des westlichen Konsum-Kapitalismus.

 

 

Vor dem Hintergrund dieser Koordinaten werden von Dieter Seitz mit subjektivem Blick, Kultur und Alltag Kasachstans vermessen. Es gelingt ihm auf sensible Weise, jenseits der Stereotypen post-sowjetischer Folklore, die kulturelle Topografie einer der größten Transformationsgesellschaften im Herzen Eurasiens nachzuzeichnen.

 

GAF, Seilerstraße 15D, Hannover

 

08.11.2018 - 15.12.2018
Ausstellung Frankfurt . Einen Fotografen der mit seltener Leidenschaft seine Bildideen verwirklicht, der schon in manchen Kriegsgebieten mit seiner Fotografie für den Frieden kämpfte, der vielschichtige Kunstwerke schaffte, stellt die Galerie Peter Sillem in Frankfurt am Main mit Wolf Böwig vor, der unter anderem 1994 Gründungsmitglied von Reporter ohne Grenzen war. 8.11. bis 15.12.2018
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Wolf Böwig – Nah ist das Land, das sie das Leben nennen
Ausstellung Frankfurt . Einen Fotografen der mit seltener Leidenschaft seine Bildideen verwirklicht, der schon in manchen Kriegsgebieten mit seiner Fotografie für den Frieden kämpfte, der vielschichtige Kunstwerke schaffte, stellt die Galerie Peter Sillem in Frankfurt am Main mit Wolf Böwig vor, der unter anderem 1994 Gründungsmitglied von Reporter ohne Grenzen war. 8.11. bis 15.12.2018

Wolf Böwig, aus: Nordostpassage. Doppelseitige Collage, verschiedene Materialien, 2017,
Unikat, ca. 28 x 43 cm,
copyright Wolf Böwig / Galerie Peter Sillem

 

Wolf Böwig, Jahrgang 1964, studierte Mathematik und Philosophie, bevor er sich 1988 professionell der Fotografie zuwandte. Er hat in Osttimor, Burma, Indien, Bangladesh, Sri Lanka, Pakistan, Afghanistan, Tadjikistan, Uzbekistan, Turkmenistan, Äthiopien, Somalia, Ruanda, DR Congo, Guinea Bissau, Sierra Leone, der Elfenbeinküste, Namibia, Südafrika, Kuba und auf dem Balkan für führende europäische Magazine und Zeitungen gearbeitet und über vierzig Kriege und Konflikte fotografisch begleitet.

 

Wolf Böwig, o.T., Jugoslawien 1993,
Fotoprint, 70 x 181 cm,
copyright Wolf Böwig / Galerie Peter Sillem 

 

Die Galerie Peter Sillem präsentiert die Ausstellung „Nah ist das Land, das sie das Leben nennen“. Wolf Böwig zeigt in dieser umfassenden Retrospektive nicht nur ikonisch zu nennende Einzelaufnahmen, sondern auch große, eindrückliche Bildfolgen, die er zuweilen von Hand überschreibt und in denen er seine Bild-Text-Überlagerungen mit Kartenmaterial, Zeitungsausrissen und Objekten von seinen Reisen verbindet. So entstehen einzigartige Kassiber, die in ihrer Materialität Zeugnis ablegen von dem, was Böwig auf seinen Expeditionen an den Rändern unserer Wahrnehmung gesehen, erlebt und recherchiert hat. Wolf Böwigs Fotografien, Leporellos und Collagen sind vielschichtige Kunstwerke, die in ihrem Begriff von „expanded photography“ weit über das Dokumentarische hinausgehen.

 

Wolf Böwig, Matebien, Timor Leste, 2009.
Fotoprint, 73 x 104 cm,
copyright Wolf Böwig / Galerie Peter Sillem 

 

Wolf Böwigs Reportagen wurden vielfach ausgezeichnet, 2007 war er, zusammen mit Pedro Rosa Mendes, für den Pulitzer-Preis nominiert, zuletzt erhielt Böwig 2016 den Kulturpreis der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover. Wolf Böwig arbeitet an drei Langzeitprojekten in Afrika, Asien und Mittel- und Osteuropa.

 

Wolf Böwig, …and dancing with ghosts. Ulkraine 2013.
Fotoprint, 70 x 47 cm,
copyright Wolf Böwig / Galerie Peter Sillem 

 

Seit 1988 arbeitet Wolf Böwig als Fotojournalist mit Schwerpunkt Langzeitdokumentation in Kriegs- und Krisengebieten für du, die Weltwoche, Facts, NZZ, FAZ, Le Monde, Liberation, Internationale, El Pais, The Independent, Guardian, Stern, taz, Le Monde Diplomatique, NYTimes, Lettre International, mare, Visao, private, Publica, LFI, Expresso.

Wolf Böwigs Arbeiten wurden unter anderem schon auf zahlreichen Fotofestivals gezeigt.

 

Preise und Nominierungen

Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung und des Literarischen Colloquiums Berlin 2019
Kulturpreis der Evangelisch Lutherischen Landeskirche Hannover 2016 
Kolga Photo Award, Nominierung 2014 und 2015 
Deutscher Fotobuchpreis, Nominierung 2012 
Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung, Nominierung 2011  
Henri Cartier Bresson Award, Nominierung 2007, 2009 
Henri Nannen Preis, Finalist 2007
Pulitzer Prize (Nominierung, zusammen mit Pedro Rosa Mendes) 2007 
Züricher Journalistenpreis 2007
The Aftermath Project, USA 2007 
Bertha von Suttner Friedens- und Medienpreis, Finalist 2006, 2007 
VG-Bild Stipendium, 2004, 2008, 2012, 2016 
Gabriel Grüner Award, Finalist 2002, 2003, 2008 
Eugene Smith Award, Finalist 2001, 2002 
Oskar Barnak Award - Leica, Finalist 1998, 2000  
NEA Grant USA 1999 UNESCO - World Heritage Award 1997  
Grand Prix du Reportage Humanitaire – CARE International 1996  
International Panorama Award, Linhof 1996 
Euro Press Award, Fuji, 1995, 1996

Projekte

ab 2016 „borders and beyond“ / Illiberale Demokratien: in Zusammenarbeit mit den Universität Köln, Universität Zagreb und der Hannoverschen Landeskirche   

2012 Sewanee - University of the South, USA (reality by merging words, images and drawings), Comic Salon Erlangen (Black.Light Project) 

2011 Schauspiel Hannover (KRIEG, grenzenloser Krieg) Theater Freiburg, (KRIEG, grenzenloser Krieg), Sewanee – University of the South, USA (reporting violence, Black.Light Project) 

2010 Schauspiel Hannover, (reporting violence) 

2009 DFA (Deutsche fotografische Akademie), Hamburg (Kurosafrica)  Darmstädter Tage für Fotografie (Kurosafrica), FFF (Fotografie Forum Frankfurt) (Kurosafrica), taz Symposium, Berlin (african conflicts)

 

 

Gaerie Peter Sillem, Dreieichstraße 2, Frankfurt am Main

 

04.11.2018 - 10.03.2019
Ausstellung Siegen . "Sigmar Polke und die 1970er Jahre" wirft mit mehr als 350 Exponaten einen kaleidoskopischen Blick auf Sigmar Polkes künstlerische Produktion sowie sein Netzwerk in dieser Zeit.Präsentiert wird die Ausstellung vom Museum für Gegenwartskunst. Bis 10.3.2018
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Sigmar Polke und die 1970er Jahre
Ausstellung Siegen . "Sigmar Polke und die 1970er Jahre" wirft mit mehr als 350 Exponaten einen kaleidoskopischen Blick auf Sigmar Polkes künstlerische Produktion sowie sein Netzwerk in dieser Zeit.Präsentiert wird die Ausstellung vom Museum für Gegenwartskunst. Bis 10.3.2018

Sigmar Polke, Gaspelshof/ Mu Nieltam Netorruprup, 1975 Estate of Memphis Schulze 
(c) Estate Sigmar Polke/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018

 

Vor einiger Zeit hat die Sammlung Lambrecht-Schadeberg eine Fotogruppe des Rubenspreisträgers Sigmar Polke (1941-2010) erworben. Die 85 Fotos aus dem Zeitraum 1973-78 stammen aus dem Besitz von Katharina Steffen, einer ehemaligen Partnerin des Künstlers. Sie hatte die Bilder von ihm während ihrer Beziehung erhalten und taucht oftmals auch selbst als Protagonistin auf. Die Fotos geben Anlass für einen kaleidoskopischen Blick auf Polkes künstlerische Produktion sowie sein Netzwerk in jener Zeit.

 

Sigmar Polke, Ohne Titel (Giornico), 1977 Sammlung Lambrecht-Schadeberg/Rubenspreisträger der Stadt Siegen
(c) The Estate of Sigmar Polke/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018



Die Orte des Geschehens: 1. Der Gaspelshof in Willich bei Düsseldorf, einer Künstlerkommune und zugleich Satellit der Düsseldorfer Szene, 2. Zürich, Wohnort Katharina Steffens mit lebendiger Untergrundszene, 3. Bern: Standort der wichtigen Galerie Toni Gerber und des legendären Kurators Harald Szeemann.

Beispielhaft zeigt sich an diesen Orten, wie weit verzweigte Verbindungen zwischen Künstlern aufgebaut und versponnen wurden. Ähnlich wie in der westdeutschen Szene gab es eine starke Aufbruchsstimmung in der Schweiz, allen voran die Aktivitäten der feministischen Künstlerinnen in der Frauenrakete in Zürich. Während in Düsseldorf eine stärkere Künstlerszene bestand, war die Züricher Szene eine heterogene Mischung aus Kulturschaffenden, Freigeistern, Studenten, Rockern etc.

 

Sigmar Polke, Quetta, Pakistan, 1974. Übermalte Fotografie.
Sammlung Lambrecht-Schadeberg/Rubenspreisträger der Stadt Siegen 
© 2018 The Estate of Sigmar Polke / VG Bild-Kunst, Bonn



Die Fotokamera Polkes war bei allen Reisen, Ausstellungseröffnungen, freundschaftlichen Aktivitäten und gemeinsamen Spielen dabei. Das Leben war eine Performance. Und immer ging es ihm wie den anderen Künstlern darum, die künstlerische Produktion und den künstlerischen Habitus neu zu finden.
Die 1970er Jahre bei Polke waren geprägt von der Übertragung der Kritik an bürgerlichen Ordnungen auf die eigene Lebensführung, so dass Kunst, revolutionärer Zeitgeist und Alltag sich gegenseitig durchdrangen.
Ein Katalog erscheint voraussichtlich im März 2019.

 

Ein Katalog erscheint im Frühjahr 2019.

  

Museum für Gegenwartskunst Siegen, Unteres Schloss 1, Siegen

 

 

03.11.2018 - 21.12.2018
Fotoausstellung Köln . Einen Spaziergang durch das Alltagsleben in Paris von 1935 bis 1985 bieten die Bilder der berühmten Fotografen Willy Ronis und Marc Riboud. Die in focus Galerie hat die beiden berühmten Fotografen seit dem Jahr 2000 schon mehrmals ausgestellt. 3. November bis 21.12.2018
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Marc Riboud & Willy Ronis: Frankreich 1935-1985
Fotoausstellung Köln . Einen Spaziergang durch das Alltagsleben in Paris von 1935 bis 1985 bieten die Bilder der berühmten Fotografen Willy Ronis und Marc Riboud. Die in focus Galerie hat die beiden berühmten Fotografen seit dem Jahr 2000 schon mehrmals ausgestellt. 3. November bis 21.12.2018

Willy Ronis Joinville Le Mont 1949 Che Maxe

 

 

Willy Ronis (1910 – 2009), ein Vertreter der französischen Schule des Humanismus, zeigte in seinen Werken das “normale Leben auf der Straße”. Seine Fotografien stellten den Menschen in den Mittelpunkt und zeigten vor allem einfache Arbeiter, Frauen und Kinder, die in seinen Bildern die Straßen und Cafés bevölkerten. Er schuf durch das absichtliche Weglassen künstlicher Lichtquellen authentische Momente zeitloser Anmut des Alltags in Frankreich. Ronis selbst beschrieb seine Art zu fotografieren mit den Worten: „Geduld, Nachdenken, Gelegenheit, Form und Zeit“. Diese Gedanken spiegeln sich in seinen humanistisch geprägten Werken auf das Trefflichste wider.

Wie auch bei Willy Ronis sind die Fotografien von Marc Riboud (1923- 2016) durch eine exzellente Bildkompositionen geprägt. Durch Ribouds ebenfalls sehr feinfühlige Darstellung von Menschen schaffte er es, die Schönheit des Augenblicks festzuhalten. Für ihn bedeutete fotografieren “das Leben in jeder hundertfünfundzwanzigstel Sekunde voll auszukosten.” Während Marc Riboud durch seine vielfältigen Fotoreportagen aus der ganzen Welt berühmt wurde, schuf Ronis den wichtigsten Teil seines Werkes in Frankreich.

Die Ausstellung zeigt wie es den bereits verstorbenen Künstlern in sehr sensibler Weise gelang, die Schönheit des Moments und den französischen Zeitgeist des 20. Jahrhunderts festzuhalten.

 

Das für seine großartigen Fotografieausstellungen renommierte Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen widmete Willy Ronis im Jahr 2004, inspiriert durch die Ausstellung der in focus Galerie, eine großartige Retrospektive. Nun endlich richtet das Suermondt Ludwig Museum noch bis zum 6. Januar 2019 Marc Ribouds erste große Einzelausstellung in einem deutschen Museum aus.

 

In focus Galerie, Hauptstraße 114, Köln

 

02.11.2018 - 09.02.2019
Ausstellung Frankfurt/Main . f/12.2 Projektstipendium stellt im Art Foyer der DZ Bank Kunstsammlung die Werke , die im Rahmen der beiden Projektstipendien von Tatiana Lecomte und Sara-Lena Maierhofer entstanden sind, vor. Außerdem werden Arbeiten von Ketuta Alexi-Meskhishvili, Gwenneth Boelens und Eiko Grimberg aus der Shortlist in der Ausstellung gezeigt. Vom 2. November 2018 bis 9. Februar 2019.
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f/12.2 Projektstipendium
Ausstellung Frankfurt/Main . f/12.2 Projektstipendium stellt im Art Foyer der DZ Bank Kunstsammlung die Werke , die im Rahmen der beiden Projektstipendien von Tatiana Lecomte und Sara-Lena Maierhofer entstanden sind, vor. Außerdem werden Arbeiten von Ketuta Alexi-Meskhishvili, Gwenneth Boelens und Eiko Grimberg aus der Shortlist in der Ausstellung gezeigt. Vom 2. November 2018 bis 9. Februar 2019.

Tatiana Lecomte
Auflösung, 2010
C-Prints, 8-teilig, je 145 x 126 cm
Gesamtmaße: 3,26 x 4,85 m
Installation Camera Austria, Graz 2011
Foto: Steffen Strassnig



Die Projektstipendien der DZ BANK Kunstsammlung werden alle zwei Jahre an internationale Künstler vergeben. Für das Projektstipendium 2018 wurden rund 45 Arbeitsproben und Projektideen eingereicht, in denen sich die Künstlerinnen und Künstler im weitesten Sinne mit fotografischen Techniken und Materialien auseinandersetzen. Mit der einvernehmlichen Entscheidung für Tatiana Lecomte und Sara-Lena Maierhofer als Preisträgerinnen hat die siebenköpfige Jury zwei überzeugende Projektideen gekürt.

 

Tatiana Lecomte
Faksimile des »Stroop-Berichts«
Arbeitsmaterial für Tatiana Lecomte


Analytische Verfahren sind kennzeichnend für die künstlerische Praxis der diesjährigen Projektstipendiatin Tatiana Lecomte (* 1971, Bordeaux, Frankreich), deren herausragendes Werk im Kontext der Konzeptkunst zu sehen ist. In Auseinandersetzung mit gefundenem dokumentarischem Material deckt sie die „Fehlstellen“ des Mediums der Fotografie auf. In ihrer Arbeit „Es gibt keinen Stroop-Bericht mehr“ geht sie der Frage nach, wie man zu einer angemessenen Form der Sichtbarmachung des Unvorstellbaren kommen kann – ohne den Schrecken und das Leid bildlich zu reproduzieren. In ihrer Projektarbeit demontiert die Künstlerin den sogenannten „Stroop-Bericht“, in dem der Generalleutnant der Waffen-SS Jürgen Stroop die Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto 1943 dokumentierte. Einer Strafarbeit gleich, der sich die Künstlerin über Monate hinweg ausgesetzt hat, bringt sie einzelne Wörter dieses Berichtes immer wieder zu Papier und lässt ihn so bis zu seiner „Auflösung“ in einzelne Bestandteile zerfallen.

 

Sara-Lena Maierhofer
Weltkulturen Museum, Frankfurt, 2018
aus der Serie: Kabinette
Fotoemulsion auf Plexiglas
80 x 47 x 4 cm


Eine politische Lesart gibt auch das Werk der zweiten diesjährigen Projektstipendiatin vor, der noch jungen Künstlerin Sara-Lena Maierhofer (* 1982, Freudenstadt im Schwarzwald). Ihre Arbeit „Kabinette“ lässt sich als Untersuchung zu den Wanderungen künstlerischer Formen über die Zeit und Kulturgrenzen hinweg beschreiben. Die Künstlerin hat öffentliche Debatten in Deutschland verfolgt, die Maßnahmen zur Dekolonisierung verhandeln – etwa die inhaltliche Neuausrichtung völkerkundlicher Museen. Sie begegnet diesen Verhandlungen mit den Mitteln der Kunst: Als eine Art der Bestandsaufnahme fungieren zum einen ihre baukastenartigen „Foto-Skulpturen“, die die Grundrisse völkerkundlicher Museen wiedergeben und mit Fotografien von Artefakten aus den jeweiligen Ausstellungshäusern belichtet sind. Zum anderen sind Fotogramme von Schubfächern und Regalen aus den Depots ethnologischer Sammlungen entstanden. Beide Werkformen bilden „Echoräume“, in denen etwas an- und nachklingt. Mit ihnen wird der unbestimmte Status von Archivierungsstätten angesprochen wie auch der Objekte, die in ihnen lagern. Die Formen der Wissensorganisation und Wissensvermittlung in Archiven und Präsentationsorten wie Museen sind noch nicht abgeschlossen.

 


Ketuta Alexi-Meskhishvili
Braids (Light), 2016
aus der Serie: Untitled (Monitors and Braids)
Pigmenttintenstrahldruck
62,4 x 50,6 x 3,5 cm



Der Überschreitung des fotografischen Bildes in den konkreten Raum gilt das Projekt der Künstlerin Ketuta Alexi-Meskhishvili (* 1979, Tiflis, Georgien). Kennzeichnend für ihr Werk ist zum einen die vielschichtige Durchdringung der Fotografie als technisches Medium, zum anderen die kontinuierliche Ausdehnung seiner Grenzen. Das reicht von der Auffassung des Studioraumes als Camera obscura bis hin zu einer Auseinandersetzung mit den neuesten digitalen Technologien. Mit ihrer experimentellen Arbeitsweise befreit die Künstlerin das fotografische Bild aus den Zusammenhängen, in denen wir es üblicherweise wahrnehmen. Auch die Stoffe, die Alexi-Meskhishvili immer wieder als Trägermaterial dienen, auf das sie ihre Motive druckt, verrätseln die Ebenen der Bildwahrnehmung. Aber die Stoffe machen noch mehr: Sie führen die Fotografie klar in die Dreidimensionalität und schließen durch die Art ihrer Darbietung den Raum im Sinne einer installativen Plastik auf.

 


Gwenneth Boelens
Liar’s Cloth (guileless note), Diptychon, 2015
Fotogramm, Opaque-Projektion, chromogener Abzug
2-teilig, je 183 x 235 cm



Auch in der Arbeit von Gwenneth Boelens (* 1980, Soest, Niederlande) gibt es eine Bewegung vom Fotografischen hin zu Skulptur und Installation. Die Materialität ihrer Arbeiten sowie ihre Bezogenheit auf den Körper sind das erste, was man wahrnimmt. Boelens neue Arbeit „Liar’s Cloth“ – ein von westafrikanischen Webtechniken inspirierter Umhang – betritt zugleich den Raum des Performativen: Es heißt, das Kleidungsstück sei dem König vorbehalten gewesen, wenn dieser Hof hielt, „um zweifelhafte Wahrheiten zu widerlegen“. Man kann diese Arbeit als Aufforderung verstehen, sich angesichts des sogenannten post-faktischen Zeitalters zu aktuellen Fragen zu positionieren. Wie lässt sich das sich ständig verwandelnde Gewebe des Umhangs bei Boelens „begreifen“, wie können wir uns zu ihm „verhalten“? Im Umkreisen dieser Frage tut sich ein eminent politisches Moment auf.

 

 

Eiko Grimberg
Como Lissone
aus der Serie: Future Historyaus der Serie: Future History
Pigmenttintenstrahldruck
114 x 85 cm



Dem fotografischen Essay ist das Werk von Eiko Grimberg (* 1971, Karlsruhe) verpflichtet. In seiner Arbeit „Future History“ führt der Künstler durch den Baustil des „Razionalismo“ in Italien. Grimberg stellt sich der Ambivalenz, in welcher der „Razionalismo“ als Projekt der Moderne einerseits und als von faschistischen Ideologien durchsetzte Bewegung andererseits gelesen werden muss. Dahinter steht die Frage, wie Architektur die Zeit, in der sie entsteht, überdauert und wie die Menschen, die in ihr leben, sie sich immer wieder neu aneignen.

Trotz der unterschiedlichen künstlerischen Herangehensweisen macht die Ausstellung deutlich, dass eine Auseinandersetzung mit der Fotografie nicht umhinkommt, sich immer wieder Fragen nach dem Wirklichkeitsbezug zu stellen. Die Frage nach der „Realität im Bild“ bleibt dem Medium der Fotografie eingeschrieben. Sie ist einerseits hinsichtlich des experimentellen Gebrauchs des Mediums in den Bildenden Künsten evident. Andererseits tritt sie in Anbetracht der Digitalisierung, die heute fast alle Bereiche der Gesellschaft durchdringt, mehr denn je in den Vordergrund.

Die Jury
Zu dem Fachgremium, das von Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung, benannt wurde, gehörten Stefanie Böttcher (Künstlerische Leitung, Kunsthalle Mainz), Florian Ebner (Kustos für Fotografie, Centre Pompidou, Paris), Dr. Astrid Ihle (Ausstellungskuratorin, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen), Maren Lübbke-Tidow (Autorin, Kritikerin, Kuratorin, Berlin) sowie Christoph Tannert (Geschäftsführer, Künstlerhaus Bethanien, Berlin).

DZ Bank Kunstsammlung Art Foyer, Platz der Republik, Frankfurt am Main

02.11.2018 - 23.12.2018
Fotoausstellung Zürich . Die Ausstellung in der Photobastei zeigt den Zürcher Künstler Karlheinz Weinberger, alias Jim, wie man ihn noch nie gesehen hat: als Mensch, als Zürcher und als Liebhaber der männlichen Sinnlichkeit. Die Ausstellung geht dabei weit über die Porträts der Halbstarken hinaus, mit welchen er weltberühmt wurde. Präsentiert wird die bisher umfasendste Retrospektive zu dem faszinierenden Lebenswerk von Karlheinz Weinberger, Vom 2. November bis 23. Dezember 2018
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Karlheinz Weinberger oder die Ballade von Jim
Fotoausstellung Zürich . Die Ausstellung in der Photobastei zeigt den Zürcher Künstler Karlheinz Weinberger, alias Jim, wie man ihn noch nie gesehen hat: als Mensch, als Zürcher und als Liebhaber der männlichen Sinnlichkeit. Die Ausstellung geht dabei weit über die Porträts der Halbstarken hinaus, mit welchen er weltberühmt wurde. Präsentiert wird die bisher umfasendste Retrospektive zu dem faszinierenden Lebenswerk von Karlheinz Weinberger, Vom 2. November bis 23. Dezember 2018

 Copyright Karlheinz Weinberger courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris

 

Auf Weinbergers Bildern sind fast ausschliesslich Menschen zu sehen – mehr Männer als Frauen. Die meisten seiner bevorzugten Sujets fallen bereits auf den ersten Blick aus dem gutbürgerlichen Rahmen ihrer Zeit. Karlheinz Weinbergers bekannteste Bilder sind Portraits von Halbstarken. Sein Werk umfasst jedoch bei Weitem nicht nur diese Porträts in ihrer spektakulären Aufmachung, die auch in den späteren Fotografien von Rockern und Tätowierten eine ebenso entscheidende Rolle spielt. Die Ausstellung in Zürich zeigt nun zum ersten Mal sein gesamtes Werk, darunter Schlüsselwerke aus allen Perioden sowie noch unveröffentlichte Werkteile, die einen starken Bezug zu Zürich aufweisen.

 

  Copyright Karlheinz Weinberger courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris


 Copyright Karlheinz Weinberger courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris


Weinbergers lustvolle Männerporträts stechen durch ihre eigenständige Ästhetik hervor. Sie sind bildstarke, freigeistige und selbstbewusste Antworten auf eine grundlegende gesellschaftliche Problemstellung der Nachkriegszeit: Wie (und wo) kann ein schwuler Fotograf in einer noch weitgehend homophoben, auf jeden Fall heteronormativen Gesellschaft, Männer fotografieren, die ihm gefallen? In der legendären, in Zürich beheimateten aber international ausstrahlenden Schwulenorganisation «Der Kreis» machte Weinberger den Hoffotografen, der die diversen Partys, Varieté-Abende und ihre Besucher dokumentierte, was ihn erklärtermassen aber eher mässig interessierte. Mit mehr Enthusiasmus steuerte er, unter dem Pseudonym Jim, für das gleichnamige und an Abonnenten in der ganzen Welt verschickte Magazin des Kreises homoerotische Portraits bei.

 

  Copyright Karlheinz Weinberger courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris

 

 Copyright Karlheinz Weinberger courtesy Galerie Esther Woerdehoff, Paris

 

Die einzigartige Ausstellung zu Karlheinz Weinberger wird von Patrik Schedler konzipiert, der seit dem Jahr 2000 das Werk und später den Nachlass von Karlheinz Weinberger sichert, sichtet und erschliesst. Teil der gezeigten Ausstellungsstücke ist ebenfalls die Sammlung, die am «Les Rencontres de la Photographie d’Arles 2017» das erste Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

 

Karlheinz Weinberger (10. Juni 1921 in Zürich; † 10. Dezember 2006 ebenda) besuchte in Zürich das Literaturgymnasium und begann sich die Fotografie autodidaktisch anzueignen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war er zeitweise als Möbel- und Teppichverkäufer tätig, jedoch auch längere Zeit arbeitslos. Von 1955 bis zur Pensionierung 1986 war er Lagerist bei der Firma Siemens-Albis in Zürich. Karlheinz Weinberger starb 2006. Nur

einmal, nach dem Tod seiner Mutter, ist er von der zweiten in die vierte Etage umgezogen. Die Gewöhnlichkeit seines Angestelltenlebens sprengte Karlheinz Weinberger mithilfe seiner Kamera, die er auf das Ungewöhnliche richtete. Später hat er sich denn auch «Fotograf für das Ungewöhnliche» auf seine Visitenkarte drucken lassen.

 

Photobastei, Sihlquai 125, Zürich

 

01.11.2018 - 03.02.2019
Ausstellung Frankfurt . Der Faszination der Wildnis widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt eine umfassende Themenausstellung die über 100 Werke von rund 35 Künstlern zeigt. Die Ausstellung vereint Gemälde, Fotografien, Grafik, Video-und Soundarbeiten, Skulpturen sowie Installationen. Vom 1. November 2018 bis 3. Februar 2019
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Wildnis
Ausstellung Frankfurt . Der Faszination der Wildnis widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt eine umfassende Themenausstellung die über 100 Werke von rund 35 Künstlern zeigt. Die Ausstellung vereint Gemälde, Fotografien, Grafik, Video-und Soundarbeiten, Skulpturen sowie Installationen. Vom 1. November 2018 bis 3. Februar 2019

Ana Mendieta, Bird Transformation, 1972
Louisuana Museum of Modern Art
© The Estate of Ana Mendieta Collection, LLC. Courtesy Galerie Lelong & Co., New York;
Foto: Poul Buchard / Brøndum & Co.




In Zeiten, in denen die weißen Flecken auf den Landkarten dieser Welt weitgehend verschwunden sind und ein „unberührter Naturzustand“ fast nur noch in Form von ausgewiesenen Reservaten existiert, rückt die Wildnis wieder in den Fokus der Kunst. Die Suche nach letzten freien Plätzen, die Expedition als künstlerisches Medium, Visionen einer posthumanen Welt prägen die Werke vieler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler ebenso wie die Neuverhandlung des Verhältnisses von Mensch und Tier. Unter den Künstlern werden unter anderem Julian Charrière, Ian Cheng, Marcus Coates, Tacita Dean, Mark Dion, Jean Dubuffet, Max Ernst, Camille Henrot, Asger Jorn, Per Kirkeby, Joachim Koester, Ana Mendieta, Georgia O’Keeffe, Gerhard Richter, Henri Rousseau und Carleton E. Watkins präsentiert.

 

Thomas Struth, Paradise 21, Yuquehy/Brazil, 2001,
© Thomas Struth

 

 

 

GUN, Event to Change the Image of Snow, 1970,
documentary photograph of performance art. Photo by Hanaga Mitsutoshi


Mit Wildnis steht ein kulturelles Konzept zur Diskussion, das seit jeher auch als Projektionsfläche für das Andere und das Fremde, für Gegenbilder und Sehnsuchtsfantasien jenseits der Grenzen einer selbsternannten Zivilisation dient. Im heutigen „Zeitalter des Menschen“ erscheint die Utopie eines von Kultur und menschlichem Einfluss fernen Naturzustands überholt. Die Auseinandersetzung mit tradierten Bildern und Fiktionen von Wildnis aber erweist sich als lebendiger denn je.

Die Ausstellung „Wildnis“ wird durch die Dr. Marschner Stiftung und den Verein der Freunde der
Schirn Kunsthalle e. V. gefördert.

Für die Ausstellung konnte die Schirn Leihgaben aus zahlreichen deutschen und internationalen Museen, öffentlichen und privaten Sammlungen gewinnen, u. a. der Fondation Beyeler in Riehen/Basel, der Tate in London, Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk, dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid, Metropolitan Museum of Art in New York, der Fondation Dubuffet in Paris, dem Cobra Museum of Modern Art in Amstelveen, der Pinakothek der Moderne und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München, dem Museum Ludwig in Köln und der ZERO Foundation in Düsseldorf.

 

Carleton E. Watkins, Vernal Fall, Yosemite, 1865-66,
printed ca. 1875, Albumen silver print from glass negative,
Lent by The Metropolitan Museum of Art, Gilman Collection, Purchase,
The Horace W. Goldsmith Foundation Gift, through Joyce and Robert Menschel, 2005



Esther Schlicht, Kuratorin der Ausstellung, erläutert: „Beim Thema Wildnis haben wir es seit jeher auch mit Bildern und Projektionen zu tun, in denen die Ängste und Sehnsüchte einer selbsternannten Zivilisation Ausdruck finden. Dabei geht die Idee der Wildnis an sich mit der künstlerischen Bildproduktion unmittelbar einher. An diesen Gedanken knüpft die Ausstellung an und sucht, wenn sie nach der Wildnis in der Kunst fragt, nicht in erster Linie den ikonografischen Darstellungskonventionen von Wildnis historisch nachzuspüren. Vielmehr ergründet sie – ausgehend von einer Reihe zeitgenössischer Positionen – die in die Romantik zurückreichende Beziehung von Kunst und Wildnis. In einzelnen Themenabschnitten rücken dabei bestimmte Aspekte wie die durch die Romantik vermittelte Ästhetik des Erhabenen, die Erkundung von Wildnis als künstlerischem Erfahrungsraum, die metaphorische Dimension von Wildnis als schöpferischem Prinzip und die Schaffung neuer, artifizieller Wildnis durch die Kunst in den Blick.“

KATALOG Wildnis / Wilderness, herausgegeben von Esther Schlicht. Mit einem Vorwort von Philipp Demandt und Beiträgen von Philippe Descola, Karen Kurczynski, Johanna Laub, Cord Riechelmann, Esther Schlicht und Reiko Tomii sowie Künstlerstatements, zudem historischen und literarischen Textausschnitten; Kerber Verlag, zweisprachige Ausgabe (Deutsch/Englisch), 200
Seiten, 35 Euro (Schirn), 49,95 Euro (Buchhandel)

 

Digitorial "Wildnis", © Schirn Kunsthalle Frankfurt, 2018,
Foto: Norbert Miguletz




DIGITORIAL
Zur Ausstellung bietet die Schirn ein Digitorial® an. Das kostenfreie digitale Vermittlungsangebot ist responsiv und in deutscher sowie englischer Sprache abrufbar unter www.schirn.de/digitorial


Schirn Kunsthalle Frankfurt, Römerberg, Frankfurt am Main





26.10.2018 - 12.01.2019
Fotoausstellung München . In einer Doppelausstellung zeigt die Galerie Immagis unter dem Titel „Power meets Poetry“ Werke der beiden Fotografen Sylvie Blum + Giovanni Gastel in Form einer Hommage an die starke Frau. Die Motive bieten eine reizvolle Gegenüberstellung der unterschiedlichen Inszenierungen der Frau zwischen den 90´er Jahren bis heute. 26. Oktober 2018 bis 12. Januar 2019
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Sylvie Blum + Giovanni Gastel: Power meets Poetry
Fotoausstellung München . In einer Doppelausstellung zeigt die Galerie Immagis unter dem Titel „Power meets Poetry“ Werke der beiden Fotografen Sylvie Blum + Giovanni Gastel in Form einer Hommage an die starke Frau. Die Motive bieten eine reizvolle Gegenüberstellung der unterschiedlichen Inszenierungen der Frau zwischen den 90´er Jahren bis heute. 26. Oktober 2018 bis 12. Januar 2019

Sylvie Blum
Snake Woman,2017
copyright Sylvie Blum
courtesy Immagis Galerie

 

Sylvie Blum (*1967, Österreich) ist ein klassisches Beispiel des angesagten „Model turns photographer“ Rollenwechsels. Als ehemaliges Model, u.a. für Helmut Newton und Jan Saudek, ließ sie sich nach der Hochzeit mit dem renommierten Aktfotografen Günter Blum von diesem in Szene setzen. Das Handwerk selbst erlernte sie im Rahmen einer Ausbildung an der Kunsthochschule Mannheim und wechselte nach Blums Tod hinter die Kamera. Seit Ende der 90er Jahre entsteht so ein Werk, das, inspiriert von Fotografen wie Leni Riefenstahl und Herb Ritts, den weiblichen Körper in hochstilisierten wie aesthetisch arrangierten Posen zeigt.

 

Sylvie Blum
Candy Lips II, 2014
copyright Sylvie Blum
courtesy Immagis Galerie

 

Aber auch ihre Close-ups von leuchtend-geschminkten Mündern, minimalistisch umrissenen Portraits und eingeölten athletischen Körpern spiegeln Blums weiblichen Blick auf das gleichgeschlechtliche Gegenüber wieder. Die Fotografin lebt und arbeitet in Los Angeles und gehört zu der Künstlerriege der dortigen Fahey Klein Gallery.

 

 

Giovanni Gastel
Ford, Parigi, 1992
copyright Giovanni Gastel
courtesy Immagis Galerie

 

Giovanni Gastel (*1955, Italien) gilt als Grand Seigneur der italienischen Modefotografie. Kaum einer hat die Poesie so elegant und träumerisch mit der klassischen Auftragsfotografie verwoben, und ist trotzdem stilistisch flexibel geblieben. In der Ausstellung Power meets Poetry sind seine verzaubernden Engel-Frauen-Gestalten ebenso zu sehen wie seine Schmetterlingsszenerien und frontal-fotografierten Portraits, die für Marken wie Krizia oder Zeitschriften wie der VOGUE Espana entstanden. Trotz der z.T. romantischen Bildsprache weisen seine weiblichen Modelle eine bestimmte Stärke, die durch Haltung und Blick gezeigt werden, auf. Seine eigene Inspiration fusst in der Renaissance Kunst sowie in der Pop Art, während er seiner Liebe zur Poesie nicht nur durch die Fotografie, sondern auch durch eigene Gedichte Form gibt.

 

Giovanni Gastel
Untitled (Angel 38), 2015
copyright Giovanni Gastel
courtesy Immagis Galerie

 

 

Als Honorary President of the Associazione Fotografi Italiani Professionisti wurde Gastel 2002 mit dem Oscar der Modefotografie ausgezeichnet und ist als permanentes Mitglied des Polaroid Museum of Chicago eingetragen.

 

Immagis Fine Art Photography, Blütenstraße 1, München

 

24.10.2018 - 10.02.2019
Ausstellung Hannover . Im Rahmen der Hannah Arendt Tage, die diesjährig das Thema Protest in den Mittelpunkt stellen, zeigt das Sprengel Museum Hannover eine Einzelausstellung des Künstlers Benjamin Bergmann. Der Titel "The Revolution Will Not Be Televised" (Die Revolution wird nicht im Fernsehen übertragen werden) bezieht sich auf einen legendären Song aus den frühen 1970er-Jahren des afroamerikanischen Musikers und Poeten Gil Scott-Heron. 24.10.18 bis 10.2.19
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Benjamin Bergmann: The Revolution Will Not Be Televised
Ausstellung Hannover . Im Rahmen der Hannah Arendt Tage, die diesjährig das Thema Protest in den Mittelpunkt stellen, zeigt das Sprengel Museum Hannover eine Einzelausstellung des Künstlers Benjamin Bergmann. Der Titel "The Revolution Will Not Be Televised" (Die Revolution wird nicht im Fernsehen übertragen werden) bezieht sich auf einen legendären Song aus den frühen 1970er-Jahren des afroamerikanischen Musikers und Poeten Gil Scott-Heron. 24.10.18 bis 10.2.19



Benjamin Bergmann
Revolution Will Not Be Televised, 2018
Studioscheinwerfer, Lichtsteuerung, Stahl, Beton
Maße variabel
Foto: Benjamin Bergmann,
Courtesy Galerie Jochen Hempel, Leipzig, Berlin
© VG Bild-Kunst Bonn, 2018


Der kapitalismuskritische Text des Musikstücks von Gil Scott-Heron fokussiert die durch das Fernsehen geprägte materialistische und konsumorientierte Gesellschaft und ist gleichsam als ein Appell für Freiheit, Wandel und politische Gegenwehr zu verstehen.

Im Zentrum der Ausstellung steht eine Lichtinstallation, die aus fünf, in einzelne Betonfundamente gegossenen Bühnenscheinwerfern besteht. Das Statement „The Revolution Will Not Be Televised“wird hier in Form einer eindringlichen Lichtdramaturgie – übertragen in Morsezeichen – als helle Lichtblitze kontinuierlich an die Wand geschossen und auf diese Weise als stetig wiederkehrende Botschaft inszeniert. Dem gegenüber steht „Der Traum von einer großen Sache“ – ein großformatiges Tableau aus goldenen Spiegeln, bestehend aus Fassadenscheiben des damaligen Palastes der Republik in Berlin, dem ehemaligen Symbol des gescheiterten politischen DDR-Regimes. Der symbolisch aufgeladene Raum bildet auf diese Weise einen Dialog, der sowohl auf die Geschichte der Unterdrückung als auch der Revolte rekurriert und damit die Frage nach heutigen Formen des Protestes und der Gegenwehr stellt.

 

Benjamin Bergmann
Der Traum von einer großen Sache, 2008
Fassadenscheiben vom ehemaligen
Palast der Republik Berlin: Aluminium, Glas, Stahl
Foto: Helmut Claus
Courtesy Galerie Jochen Hempel, Leipzig, Berlin
© VG Bild-Kunst Bonn, 2018


Im Rahmen des Ausstellungsprojektes präsentiert das Sprengel Museum Hannover auch das an die ortsspezifischen Gegebenheiten angepasste Werk „Beben“, das 2006 anlässlich einer Einzelausstellung des Künstlers am Königsplatz in Zusammenarbeit mit dem Lenbachhaus, München, entstand. Als skulpturales Objekt mit dem Titel „Beben, restauriert 2018“ in Form eines großen Klangtrichters auf der Museumsstraße, in unmittelbarer Nähe zum Ausstellungsraum, wird es mit einem akustischen ‚Beben‘ den musealen Raum stündlich erschüttern und die Aufmerksamkeit der Besucher durch diese metaphorisch abstrakte Intervention intensivieren.
Geplant ist eine Publikation, die die Installation der Ausstellung dokumentiert, die einzelnen Arbeiten und Objekte beschreibt und in einem Künstlerinterview inhaltliche Bezüge und die künstlerische Haltung deutlich macht.
Benjamin Bergmann (geb. 1968) lebt und arbeitet in München. Das Credo seiner „gebauten Bilder“, die seit den 2000er-Jahren als Installationen, Objekte, Modelle und Fotografien im öffentlichen und institutionellen Raum in Erscheinung treten, ist ein inhaltliches und ästhetisches Ausloten von Grenzen, die dem Betrachter aufgrund ihrer Eindringlichkeit eine physische und mentale Erfahrung offerieren.

Sprengel Museum, Kurt-Schwitters-Platz, Hannover    


19.10.2018 - 12.01.2019
Fotoausstellung Salzburg . Zum 50. Todestag des Bürgerrechtlers Martin Luther King präsentiert die Leica Galerie Salzburg „Eternity“ mit Fotografien von Benedict J. Fernandez und Ju?rgen Wassmuth. Die Ausstellung läuft vom 19. Oktober bis 12. Januar 2019
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Jürgen Wasmuth / Benedict J. Fernandez – Eternity
Fotoausstellung Salzburg . Zum 50. Todestag des Bürgerrechtlers Martin Luther King präsentiert die Leica Galerie Salzburg „Eternity“ mit Fotografien von Benedict J. Fernandez und Ju?rgen Wassmuth. Die Ausstellung läuft vom 19. Oktober bis 12. Januar 2019


Benedict J. Fernandez- Martin Luther King, Jr At the United Nation April.15 1967



Mitte der sechziger Jahre fotografierte Benedict J. Fernandez in den Straßen von New York und wurde zu einem der bedeutendsten Street-Fotografen seiner Zeit. Fernandez Bilder der Protestaktionen in den USA dienten als fotografisches Tagebuch der Protestbewegung der 1960er Jahre. Die kraftvollen Fotografien des letzten Lebensjahres von Dr. Martin Luther King mit dem Titel „Countdown to Eternity“ fanden Eingang in die Sammlungen vieler internationaler Museen. Seine Fotografien sind außergewöhnliche visuelle Zeugnisse eines engagierten Fotojournalisten, der eine besondere Zeit in der Geschichte festgehalten hat. Ju?rgen Wassmuth zeigt einen Auszug seiner Arbeiten aus dem Projekt „Moments for Eternity“. Er fotografierte Zeitgeschichte (z.B. den Putsch in Moskau, Tschernobyl und Ground Zero), prominente Gesichter sowie Momente mit einem humanistischen Blick auf das Besondere im Alltäglichen.

 

Leica Galerie, Gaisbergstraße 12, Salzburg

17.10.2018 - 27.01.2019
Fotoausstellung München . Wieder steht eine der großartigen Ausstellungen im Münchner Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung an. Diesmal wird in einer umfassenden Retrospektive die Geschichte der legendären Fotografenkooperative Magnum, mit der das Kunstfoyer bereits 12 große Ausstellungen realisiert hat, thematisiert. So manche Legende rankt sich um die berühmte Fotografenagentur, von der nicht jede der Überprüfung standhält. 17. Oktober 2018 bis 27. Januar 2019
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Magnum Manifesto
Fotoausstellung München . Wieder steht eine der großartigen Ausstellungen im Münchner Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung an. Diesmal wird in einer umfassenden Retrospektive die Geschichte der legendären Fotografenkooperative Magnum, mit der das Kunstfoyer bereits 12 große Ausstellungen realisiert hat, thematisiert. So manche Legende rankt sich um die berühmte Fotografenagentur, von der nicht jede der Überprüfung standhält. 17. Oktober 2018 bis 27. Januar 2019

Eine Ausstellung, die man nicht versäumen darf: "Magnum Manifesto" im Kunstfoyer in München

 

So legendär die Erfolgsgeschichte von Magnum ist, so sagenumwoben ist die eigentliche Gründung dieser berühmtesten aller Fotoagenturen. Die Legende will, dass sich fünf Männer – Robert Capa, William Vandivert, Henri Cartier-Bresson, George Rodger und David Seymour – im Frühjahr 1947 bei einem Mittagessen im MoMA um eine Magnumflasche Champagner versammelten und beschlossen, eine eigene, ganz besondere
Fotographen-Kooperative ins Leben zu rufen...

Aber nein es war nicht so, die Gründungsrige war in aller Welt verstreut unterwegs nur Robert Capa und William Vandivert, der schon ein Jahr später wieder austrat, waren als Personen anwesend, und ob es die legendäre Magnum Champagner Flasche zu diesem Anlass je gab, ließ sich nie nachweisen. Robert Capa war es der den anderen Gründungsfotografen per Telegramm den Vollzugvom Start Magnums mitteilte und sie aufforderte 500 Dollar zum Einstieg des Unternehemns zu zahlen.

Auch bei den Gründungsmitgliedern herrschte nicht immer eitel Sonnenschein um das Sein und Tun der Agentur. So bekam Henri Cartier Bresson beim Besuch des New Yorker Büros an der Tür den Namen Magnum liest, anstatt des Namens Magnum Photos. Heute hat die Kooperative Büros in Paris, in New York, in London, in Tokio und in Hamburg.

 

 

Villagers collecting scrap from a crashed spacecraft, Altai Territory, Russia, 2000
© Jonas Bendiksen/Magnum Photos

 

Heute sind es rund 60 Fotografen, die rund um die Welt für Magnum auf einer Basis von 50:50  % arbeiten und nach wie vor die Geschicke der Kooperation alle zusammen entscheiden. Das ging in den vergangenen Jahrzehnt keineswegs nur friedlich vonstatten. Streitpunkte gab es viele unter anderem den zwischen jenen, die sich als Journalisten verstanden wie Robert Capa und denen, die sich mehr als künsterlich tätige Fotografen sahen wie zum Beispiel Henri Cartier-Bresson. Große Diskussionen gab und gibt es auch immer wieder um die Aufnahme von Neumitgliedern. Rund 2000 sind es, die sich in der Gegenwart jedes Jahr um eine Mitgliedschaft bewerben, nur wenige sind zuerst als assoziiertes Mitglieder und später als Vollmitglied aufgenommen worden.

 

Magnum Manifesto feiert den 70. Geburtstag der Agentur mit einer großen Ausstellung und einer Publikation, die nicht nur – aber natürlich auch – die berühmten Bilder zeigt, die das Magnum-Archiv in sieben Jahrzehnten zu einem „unerschöpflichen Reservoir an Erinnerungen“ haben anwachsen lassen.
Unter anderem werden Werke folgender Fotografen zu sehen sein: Christopher Anderson, Jonas Bendiksen, Henri Cartier-Bresson, Cornell and Robert Capa, Chim (David Seymour), Raymond Depardon, Bieke Depoorter, Elliott Erwitt, Martine Franck, Leonard Freed, Paul Fusco, Cristina Garcia Rodero, Burt Glinn, Jim Goldberg, Joseph Koudelka, Sergio Larrain, Susan Meiselas, Wayne Miller, Martin Parr, Marc Riboud, Alessandra Sanguinetti, W. Eugene Smith, Alec Soth, Chris Steele-Perkins, Dennis Stock, Mikhael Subotzky und AlexWebb.

Die Ausstellung wird in Deutschland exklusiv nur im Kunstfoyer München gezeigt, nachdem sie im Sommer 2017 im ICP New York gestartet ist.
Kurator der Ausstellung Magnum Manifesto ist Clément Chéroux. Katalog bei Thames & Hudson, deutsche Ausgabe bei Schirmer/Mosel.




1947-1968
Part I
Menschenrechte und menschliches Unrecht

New York skyline, USA 1959 © Rene Burri/Magnum Photos


In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg fand eine radikale Reorganisation der geopolitischen Szene statt: Dekolonisierung, die Entwicklung der USA und UdSSR zu Supermächten, der Beginn des Kalten Krieges usw. Im Zusammenhang mit dieser turbulenten Umstrukturierung bildete sich eine neue Form von Humanismus heraus, die sich vor allem in einer deutlichen Zunahme internationaler Organisationen wie der NATO, dem IMF (Internationaler Währungsfonds) und den Vereinten Nationen manifestierte. 1948 verabschiedete die UN eine "Universelle Erklärung der Menschenrechte".
Die zwischen 1946 und 1948 – d.h. zeitgleich zur Gründung von Magnum – entworfene Charta verkündete dieselben Werte von Freiheit, Gleichheit und Würde, für die auch die Photographen der Agentur eintraten. So stößt man in den zahlreichen Texten, die sie damals verfassten, immer wieder auf Formulierungen aus der Menschenrechtserklärung. In den 1950er und 60er Jahren ging es ihnen in den meisten ihrer – individuellen wie kollektiven – Projekte darum, für das Konzept der Universalität einzutreten und jeden Versuch, diesem entgegenzuwirken, anzuprangern.



1969-1989
Part II
Ein Inventar der Differenzen

 

Between the Brandenburg Gate and Potsdamer Platz, a young man sits on the wall
between East and West Berlin. West Berlin, Germany, November 11th, 1989
© Raymond Depardon/Magnum Photos

 


Nach den Studentenrevolten des Jahres 1968 standen die 70er Jahre ganz im Zeichen eines unbeschwerten
Hedonismus, der im Konsumdenken und Individualismus der 80er Jahre seinen Höhepunkt erreichte.
In jener Zeit waren die Magnum-Photographen mehr denn je mit corporate-Aufträgen beschäftigt. Gleichzeitig widmeten sie sich aber auch in verstärktem Maße persönlichen Projekten, die nicht selten zu Publikationen führten, bei denen es sich nicht um bloße Zusammenstellungen von Bildern, sondern um eigenständige Autoren-Bücher handelte. Während dieser beiden Jahrzehnte beschäftigten sich die Photographen der Agentur vorrangig mit dem Andersartigen: dem »Fremden«, »Wilden«, »Kranken«, »Verrückten«, dem »Außenseiter«. Ihr Interesse galt vor allem dem, was der französische Historiker Paul Veyne als »Inventar der Differenzen« bezeichnete. Zuvor hatten sie nach dem Ausschau gehalten, was die Menschen, die theoretisch gleich waren, miteinander verband. Auf einmal galt ihr Interesse eher dem, was sie voneinander unterschied. Ihre Faszination für das Andersartige war zwar nach wie vor einem universalistischen Kontext verhaftet, doch entwickelten sie von da an eine weitaus widersprüchlichere Herangehensweise.




1990-2017
Part III
Endzeitgeschichten



Taliban portrait, Kandahar, Afghanistan, 2002
© Collection T. Dworzak/Magnum Photos



Nach dem Fall der Mauer im Jahr 1989 erlebten die 90er Jahre und die erste Dekade des neuen Jahrtausends
den Zusammenbruch des Kommunismus. Getragen von der Entwicklung der digitalen Technologien, trat der Kapitalismus ungehindert seinen Triumphzug über den gesamten Erdball an, und auf einmal war das Thema Globalisierung auf der Tagesordnung. Im Fall von Magnum schlug sie sich in einer »kulturellen« Expansion, mit einer deutlichen Zunahme an Ausstellungen und Büchern, nieder. Die eher »künstlerisch« arbeitenden Photographen, die bis dahin in der Minderheit gewesen waren, erzielten immer größere Erfolge. 1989 veröffentlichte der amerikanische Akademiker Francis Fukuyama »Das Ende der Geschichte?«. Dieser ausgiebig diskutierte Essay läutete die Ära der endings ein.
Während der Modernismus alles durch das Prisma des Neuen gesehen hatte, schien die Postmoderne nichts in Betracht ziehen zu können, ohne zunächst dessen Ende zu verkünden. Im Laufe dieser beiden Jahrzehnte befassten sich zahlreiche Agenturmitglieder in ihrer Photographie mit dem, was im Begriff war zu verschwinden: mit dem Kommunismus, traditionellen Fischfangmethoden, der Concorde bis hin zur Photographie selbst, anlässlich der Schließung der Kodak-Werke, wie sie im kollektiven Projekt »Postcards from America« dokumentiert wird.



Kunstfoyer, Maximilianstraße 53, München




14.10.2018 - 31.12.2018
Fotoausstellung München Riem . Die Bilder kehren an den Ort ihrer Entstehung zurück: Am Renntag des 1. Mai 2018 ist auf der Galopprennbahn in München-Riem eine Fotoreportage von Wolf-Dietrich Nahr entstanden, deren Resultate nun in einer Ausstellung zu sehen sind. Ab 14. Oktober 2018 bis Ende des Jahres.
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Wolf-Dietrich Nahr: Hals und Bein – Faszination Galopprennsport
Fotoausstellung München Riem . Die Bilder kehren an den Ort ihrer Entstehung zurück: Am Renntag des 1. Mai 2018 ist auf der Galopprennbahn in München-Riem eine Fotoreportage von Wolf-Dietrich Nahr entstanden, deren Resultate nun in einer Ausstellung zu sehen sind. Ab 14. Oktober 2018 bis Ende des Jahres.

 

Foto: Wolf-Dietrich Nahr

 

Der Besuch eines Galopprennens in München-Riem ist sicher immer einen Besuch wert: die prickelnde Atmosphäre der spannenden Rennen, der Nervenkitzel bei den Wetten, die vielfältige Gastronomie und Unterhaltung. Jetzt kann man zusätzlich ab Sonntag, 14. November die Ausstellung des Regensburger Journalisten und Fotografen Wolf-Dietrich Nahr in der Clubtribüne in München-Riem bewundern. Die Retrospektive „Hals und Bein – Faszination Galopprennsport“ zeigt 23 großformatige Motive in Schwarz-Weiß. Retrospektive ist wörtlich zu nehmen: Die Aufnahmen sind mit Vintage-Spiegelreflexkameras der 70er auf hochempfindlichen Schwarz-Weiß-Kleinbildfilm aufgenommen worden. Die analoge Technik lässt bei der Umsetzung der stimmungsvollen Rennbahn-Impressionen den ganz besonderen Look des vergangenen Jahrhunderts zu. Begleitend zu der Ausstellung ist mit Motiven der Schau auch ein großformatiger Kalender im Format 50 mal 70 Zentimeter erschienen. Die Reportage mit der alten Technik ist das Genre des Fotografen: Im Frühjahr war in Regensburg die Ausstellung „48 Stunden Venedig“ zu sehen gewesen.

 

 

Galopprennbahn München-Riem, Graf-Lehndorff-Straße 36, Treppenhaus der Clubtribüne, Renntage 14. Oktober, 1. und 11. November 2018, jeweils ab 13 Uhr

 

 

 

12.10.2018 - 11.01.2019
Fotoausstellung Eschborn . Das Phänomen der Serialität und deren unterschiedliche Anwendung in der Fotografie nimmt die Ausstellung „To be continued“ unter die Lupe. Die Deutsche Börse Photography Foundation stellt dazu über 120 Arbeiten von 20 internationalen Künstlern aus der Art Collection Deutsche Börse vor. Bis 11. Januar 2019
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To be continued
Fotoausstellung Eschborn . Das Phänomen der Serialität und deren unterschiedliche Anwendung in der Fotografie nimmt die Ausstellung „To be continued“ unter die Lupe. Die Deutsche Börse Photography Foundation stellt dazu über 120 Arbeiten von 20 internationalen Künstlern aus der Art Collection Deutsche Börse vor. Bis 11. Januar 2019



Mike Mandel, Ohne Titel, aus der Serie "People in Cars, 1970
copyright Mike Mandel, Courtesy of Robret Mann Gallery



„To be continued“ – Fortsetzung folgt. Was aus populären Fernsehserien vertraut ist und auf die Erwartungshaltung und Sehgewohnheiten moderner Mediennutzer anspielt, gilt auch für in der Fotografie genutzte Verfahren. Mehr oder weniger zahlreiche Einzelbilder erfahren in der gemeinsamen Erzählung eines übergeordneten Themas eine inhaltliche und ästhetische Verbindung. Dabei kann der serielle Charakter eines fotografischen Werks zuweilen subtil in Erscheinung treten oder als visueller Rhythmusgeber deutlich vernehmbar sein.

 

Karl-Hugo Schmölz, Körfer, Capitol-Theater,  Dortmund, von Bühne auf Balkon und Eingang,
quer, 1950 copyright Archiv Wim Cox



Die ausgestellten Fotografien erfassen ein breites Spektrum der Beschäftigung mit seriellen Mustern und deren künstlerischer Umsetzung: vom akribischen, jedes Jahr erweiterten Langzeitporträt der vier „Brown Sisters“ von Nicholas Nixon über die menschenleeren Lesesäle und Bibliotheken von Candida Höfer bis hin zu den heute beinahe vergessenen Weltkriegsfriedhöfen in Frankreich und Belgien bei Aymeric Fouquez. Eine besonders konsequente Umsetzung der Serialität kennzeichnet die Werkgruppe „Typologien“ des Künstlerpaares Bernd und Hilla Becher, die sich mit Industriefassaden im Ruhrgebiet auseinandersetzt und zu den Klassikern zeitgenössischer Fotografie gehören.

In anderen gezeigten Werken ergibt sich der serielle Charakter eher aus dem behandelten Thema. So wie bei Julian Röder, der mit seinem Projekt „Summits“ mit einem konzeptionell-dokumentarischen Ansatz die Protestkundgebungen  rund um verschiedene G8-Gipfel in ruhigen, geordneten Standbildern festhält. Gleiches gilt für Beat Streuli: Seine Fotografien aus Fußgängerzonen internationaler Großstädte bewegen sich im Spannungsfeld zwischen öffentlicher Anonymität und intimer Selbstversunkenheit  der gezeigten Menschen.

Die Ausstellung wurde von Sebastian Knoll und Alexandra König kuratiert.

 

Axel Hütte, Kakadu Nationalpark I, Australien, 1999
copyright Axel Hütte



Künstlerliste:
Bernd Becher (1931-2007) und Hilla Becher (1934-2015), Anna Blume (*1937) und Bernhard Blume (*1937), Rineke Dijkstra (*1959), Angela Fensch (*1952), Samuel Fosso (*1962), Aymeric Fouqez (*1974), Göran Gnaudschun (*1971), Jitka Hanzlova (*1958), Candida Höfer (*1944), Axel Hütte (*1951), Mike Mandel (*1950), Nicholas Nixon (*1947), Julian Röder (*1981), Thomas Ruff (*1958), Karl- Hugo Schmölz (*1917), Alfred Seiland (*1952), Beat Streuli (*1957), und Jürgen Teller (*1964).



Unternehmenszentrale  der Deutschen Börse, The Cube, Mergenthalerallee 61, Eschborn

08.10.2018 - 25.11.2018
Fotoausstellung Stuttgart . Die vhs-photogalerie stellt die Bilder von Andreas Teichmann vor, der auf seiner 50 Tage dauernden Wanderung durch Deutschland viele interessante Motive eingefangen hat. 11. Oktober bis 25. November 2018
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Andreas Teichmann – Durch Deutschland
Fotoausstellung Stuttgart . Die vhs-photogalerie stellt die Bilder von Andreas Teichmann vor, der auf seiner 50 Tage dauernden Wanderung durch Deutschland viele interessante Motive eingefangen hat. 11. Oktober bis 25. November 2018





In 50 Tagen ist der Essener Fotograf Andreas Teichmann quer durch Deutschland gewandert. Unterwegs von Aachen nach Zittau hat er seine Begegnungen unmittelbar mit einer Großformatkamera dokumentiert.
„Ich habe mit meinen Aufnahmen einen Rahmen geschaffen, den die jeweiligen Menschen und Orte bespielen konnten“, erläutert Andreas Teichmann die Vorgehensweise. Seine visuellen Entdeckungen spiegeln den langsamen Bewegungsrhythmus des täglichen Gehens. Er nähert sich allem Unbekannten, oft Unerwarteten, auf Augenhöhe. Heimat neu gesehen.

Kuratorin: Bettina Michel (DGPh)

vhs-photogalerie, 3. + 4. OG, Rotebühlplatz 28, Stuttgart



06.10.2018 - 22.12.2018
Fotoausstellung Oelde . Die Leica Galerie NRW zeigt unter dem Titel „Maasai Land“ bislang unveröffentlichte Schwarzweiß-Aufnahmen der größten Landsäugetiere der Erde fotografiert von Lars Beusker. 6. Oktober bis 22. Dezember 2018
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Lars Beusker – Maasai Land
Fotoausstellung Oelde . Die Leica Galerie NRW zeigt unter dem Titel „Maasai Land“ bislang unveröffentlichte Schwarzweiß-Aufnahmen der größten Landsäugetiere der Erde fotografiert von Lars Beusker. 6. Oktober bis 22. Dezember 2018






Aufgenommen aus nächster Nähe, in freier Wildbahn und außerhalb jedes Nationalparks, direkt am Fuße des Kilimandscharo. „Elefanten-Portraits“ nennt der Fotograf und Gallerist, Lars Beusker, seine Arbeiten, weil er durch die kurze Distanz und viel Ruhe stundenlang mit den wilden Tieren verweilte. Wie in einer „Portrait-Sitzung“ konnte er dabei die Verhaltensweise, Gestik und Mimik beobachten und gezielt einfangen. Gleichsam fesseln Beuskers Bilder von Giraffen, Löwen und Gnus.
 

 

 

 

 


Während seiner Reise verbrachte Lars Beusker viel Zeit mit den Maasai. Die Ausstellung präsentiert auch Bilder dieser Volksgruppe – emotional aufgeladen und, gleichsam wie die Aufnahmen der Tiere, in kontraststarken, teilweise großformatigen Barytdrucken.



Leica Galereie NRW, Mies van der Rohe Weg 1

06.10.2018 - 24.11.2018
Fotoausstellung Greifswald . Die Galerie STP, spezialisiert auf osteuropäische Fotografie, zieht in neue Räume und zeigt zum Neubeginn in der Mühlenstraße 20 skurille und humorvolle Bilder des berühmten Reportagefotografen Thomas Hoepker. 6.10. bis 24.11.2018.
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Thomas Hoepker – Strange Encounters
Fotoausstellung Greifswald . Die Galerie STP, spezialisiert auf osteuropäische Fotografie, zieht in neue Räume und zeigt zum Neubeginn in der Mühlenstraße 20 skurille und humorvolle Bilder des berühmten Reportagefotografen Thomas Hoepker. 6.10. bis 24.11.2018.

Thomas Hoepker Hundreds of statues, made of garbage by artist H.A. Schult,
are waiting to be placed along the Chinese Wall





Das Haus in dem die Galerie STP residieren wird, wurde in den 60ger Jahren als Kirchengebäude der Freikirchlichen Brudergemeinde errichtet. Kreuze und hohe Fenster erinnern an die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes als spirituellen Raum. Diese ganz besondere Atmosphäre, in Verbindung mit der modernen Architektur und dem Medium Fotografie, verleiht der Galerie einen spannenden und individuellen Charakter.

Mit dem Raumwechsel soll sich künftig auch das Konzept der Galerie erweitern: Workshops, Vorträge, Druckmöglichkeiten, Präsentationen moderner Fototechniken, eine jährliche Stipendienvergabe. Viele Ideen sind in Planung und verfolgen alle das gleiche Ziel: einen Raum für Fotografie zu schaffen, einen Ort, um sich zu treffen und Fotografie zu erLEBEN.

 

Thomas Hoepker Forbitten City, Beijing.
A museum guard and his son


Thomas Hoepker A man watches a parade of the German army in Münster


 

Als Premiere wird  Thomas Hoepker (*1936, München) gezeigt. Anfangs als Fotoreporter und Korrespondent für den stern unterwegs, fotografierte er weltweit und machte unter anderem Bilder, die von zeitgeschichtlicher Bedeutung sind. Später wurde er art director beim stern, executive editor bei GEO und Präsident von Magnum Photos. Damit etablierte sich Hoepker in einigen der wichtigsten Positionen der internationalen Fotoszene. Buchprojekte, Filmproduktionen und unzählige Ausstellungen in den wichtigsten Museen und Galerien der Welt folgten.

 

 

Thomas Hoepker Trabi




„Als Fotojournalist, arbeitend für Zeitungen und Magazine, ist man oft mit den eher schlechten Situationen konfrontiert. Aber schon bald entdeckte ich, dass dort auch lustige oder merkwürdige Begegnungen zu finden sind, die es wert sind fotografiert zu werden.“ (T. Hoepker)

Galerie STP, Mühlenstraße 20, Greifswald


06.10.2018 - 06.01.2019
Fotoausstellung Aachen . Einige seiner Bilder sind weltberühmt geworden, wie das des Anstreichers auf dem Eiffelturm in Paris 1953. Das Suermondt-Ludwig Museum präsentiert den großen Fotografen Marc Riboud, der vor zwei Jahren im Alter von 93 verstorben ist, mit Fotografien aus fünf Jahrzehnten. 6.Oktober 2018 bis 6. Januar 2019
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Marc Riboud – Meine Bilder sind Notizen
Fotoausstellung Aachen . Einige seiner Bilder sind weltberühmt geworden, wie das des Anstreichers auf dem Eiffelturm in Paris 1953. Das Suermondt-Ludwig Museum präsentiert den großen Fotografen Marc Riboud, der vor zwei Jahren im Alter von 93 verstorben ist, mit Fotografien aus fünf Jahrzehnten. 6.Oktober 2018 bis 6. Januar 2019

 

 Marc Riboud: Anstreicher auf dem Eiffelturm, 1953

 

Für sein Lebenswerk erhielt Marc Riboud zahlreiche Ehrungen und Preise. Seine Fotografien  waren in bedeutenden Ausstellungen von Paris über New York bis Shanghai und Tokio zu sehen. Erstmals wird dem 2016 in Paris verstorbenen Fotografen nun auch in Deutschland eine umfassende Retrospektive gewidmet. Gezeigt werden im Suermondt-Ludwig Museum 140 Arbeiten von den frühen 1950er Jahren bis 2002, darunter viele bekannte Werke.

Marc Riboud wurde 1923 in Saint-Genis-Laval, in der Nähe von Lyon, geboren. Seine ersten Fotos machte er 1937 bei der Exposition Universelle in Paris mit der kleinen Kodak Vest-Pocket seines Vaters, die dieser ihm zum 14. Geburtstag geschenkt hatte. 1944 schloss sich Riboud im Vercors der Résistance an. Nach einem Ingenieursstudium  an der Ecole centrale de Lyon von 1945 bis 1948 arbeitete er zunächst in einer Fabrik, bevor er entschied, sich ganz der Fotografie zu widmen.

1953 erschien Ribouds Foto eines Anstreichers auf dem Eiffelturm im Life Magazine. Auf diese erste Publikation hin boten Henri Cartier-Bresson und Robert Capa ihm an, der der von ihnen gegründeten Foto-Agentur Magnum beizutreten.

 

Marc Riboud: In der Metro in Moskau, 1960

 

1955 reiste Riboud über den Nahen Osten und Afghanistan nach Indien, wo er sich für ein Jahr aufhielt. Von Kalkutta aus machte er sich 1957 auf den Weg zu einem mehrmonatigen Aufenthalt  in China, dem noch viele weitere  folgen sollten.  Die Reise nach Osten führte ihn schließlich auch nach Japan, wo er das Thema seines ersten Buch fand: Women of Japan.

 

 Marc Riboud: Bei einem Friedensmarsch gegen den Vietnamkrie, 1967

 

Nach einem dreimonatigen Aufenthalt in der Sowjetunion dokumentierte er 1960 die Unabhängigkeits- kriege in Algerien und einigen afrikanischen Ländern südlich der Sahara. 1967 fotografierte Riboud während einer großen Demonstration gegen den Vietnamkrieg in Washington  die junge Jan Rose Kasmir. Diese Aufnahme, oft als Young Girl with a Flower bezeichnet, wurde zu einer Ikone der Friedensbewegung und ist vielleicht die bekannteste Fotografie Marc Ribouds.

Zwischen 1968 und 1969 entstanden nicht nur in Süd- sondern auch in Nordvietnam Bildreportagen, wobei Riboud zu den wenigen Fotografen gehörte, denen die Einreise offiziell gestattet war.

In den 80er und 90er Jahren kehrte Riboud regelmäßig zurück in den Orient und den Fernen Osten, insbesondere nach Angkor und Huang Shan, doch er verfolgte in dieser Zeit ebenso den schnellen und dramatischen Wandel in den Zentren Chinas, jenem Land, das er schon seit Jahrzehnten kannte. Über seine Reisen veröffentlichte Marc Riboud zahlreiche Bildbände.

 

 

05 Marc Riboud: Straße zum Khyber-Pass / Route à la passe de Khyber, 1955

 

Sein Werk wurde mit renommierten Preisen gewürdigt und ist weltweit in Museen und Galerien gezeigt worden. 2011 machte Riboud dem Pariser Musée national d’Art moderne (Centre Georges Pompidou) eine Schenkung von 192 Originalabzügen aus der Zeit zwischen 1953 und 1977.

Am 30. August 2016 starb Marc Riboud mit 93 Jahren in Paris. Sein Bildarchiv wurde dem Musée national des arts asiatiques – Guimet, Paris übergeben. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Archiv Marc Riboud in Paris.Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Botschafterin  der Französischen Republik in Deutschland, I.E. Anne-Marie Descôtes.

 

Zur Ausstellung ist die Publikation des Flammarion Verlages, Paris, erhältlich: Marc Riboud – 60 ans de photographie / 60 Years of Photography, en/fr, 199 S., 189 Abb., Paris 2014. Bestellung unter Tel.: +49 241 47980-30 oder info@suermondt-ludwig-museum.de

Preis im Museumsshop während der Ausstellung: 29,00 € (Buchhandelspreis: 39,90 €)

 

05.10.2018 - 20.01.2019
Fotoausstellung München . Eine Auswahl aus dem vielseitigen Repertoire der Modefotografin Elizaveta Porodina sind in der Kabinettausstellung im Münchner Stadtmuseum vertreten. Kuratiert von der Sammlung Fotografie, werden Bilder und Werkgruppen zu sehen sein, die über die reine, angewandte Praxis der Modefotografie hinausgehen. 5. Oktober 2018 bis 20. Januar 2019
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Elizaveta Porodina – Smoke and Mirrors
Fotoausstellung München . Eine Auswahl aus dem vielseitigen Repertoire der Modefotografin Elizaveta Porodina sind in der Kabinettausstellung im Münchner Stadtmuseum vertreten. Kuratiert von der Sammlung Fotografie, werden Bilder und Werkgruppen zu sehen sein, die über die reine, angewandte Praxis der Modefotografie hinausgehen. 5. Oktober 2018 bis 20. Januar 2019




Die in München lebende Künstlerin Elizaveta Porodina (geb. 1987 in Moskau) hat sich längst als Modefotografin international einen Namen gemacht hat. In ihrer ersten Museumspräsentation zeigt sie neue Bilder, die sich zwischen atmosphärischen Porträts, Mode und Dokumentarfotografie bewegen, stilistisch aber auch vom Surrealismus beeinflusst sind. Ähnlich wie Helmut Newton, der neben lrving Penn und Gordon Parks zu ihren Vorbildern zählt, erzählen ihre Fotografien dank Porodinas filmischer Inszenierungen immer eine Geschichte. Ihr gelingen farbenfrohe Fantasie-Szenerien oder dramatische Schwarzweiß-Motive. Klassische Bildgenres sind ihr nicht wichtig, vielmehr geht es ihr "um die Beziehung zwischen Menschen, um die Vision, diese großartigen Dimensionen sichtbar zu machen, letztendlich geht es nur um Liebe."

 

 


Um malerische Effekte zu erzielen verwendet sie milchige und fettige Glasscheiben oder setzt geschickt Bewegungsunschärfen und Mehrfachbelichtungen ein, um Störeffekte zu erzeugen. Ob Schwarz-
Weiß oder in Farbe, keines ihrer Bilder bietet einen direkten und offenen Zugang zum Dargestellten und so entwickeln sich die Figuren in ihren Bilder zu Projektionsflächen für Narrationen, Fantasien und Selbstreflexionen.
Porodina greift neben surrealistischen Stilelementen, Darstellungsmodi der klassischen  Modefotografie auf, sei es das Licht und die Accessoires eines Edward Steichen oder Techniken der Bildmanipulation und Verfremdungsstrategien, die an Erwin Blumenfeld erinnern. Mit diesen teils dadaistischen Anleihen gelingt es Porodina einen eigenen wiedererkennbaren Stil zu entwickeln, der sich insbesondere durch die intime, träumerische und entrückte Stimmung der Bilder auszeichnet.


Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, München

26.09.2018 - 06.01.2019
Fotoausstellungen Berlin . Im Rahmen der EMOP Berlin, European Month of Photography, zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e. V. zwei interessante Ausstellungen: Die Fotografin Bernice Kolko mit „Frida Kahlo. Die Gesichter Mexikos“ und die faszinierende Geschichte um das fotografische Werk von Vivian Maier in her own hands. Vom 26. September 2018 bis 6. Januar 2019.
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Bernice Kalko – Frida Kahlo & Vivian Maier. In her own hands
Fotoausstellungen Berlin . Im Rahmen der EMOP Berlin, European Month of Photography, zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e. V. zwei interessante Ausstellungen: Die Fotografin Bernice Kolko mit „Frida Kahlo. Die Gesichter Mexikos“ und die faszinierende Geschichte um das fotografische Werk von Vivian Maier in her own hands. Vom 26. September 2018 bis 6. Januar 2019.

© Bernice Kolko/Sammlung Ariel Zuñiga,
Frida Kahlo mit Freunden, Coyoacán, Mexiko, 1954
 

 

„Vor allem möchte ich, dass meine Photographie ein Dokument der Menschlichkeit ist,“ so Bernice Kolko, 1960.  Die Fotografin Bernice Kolko wurde 1905 in Grayevo / Polen geboren, von wo aus sie 1920 in die USA emigrierte und später die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm. Im Herbst 1951 reiste sie zum ersten Mal nach Mexiko und begann, Frauen zu porträtieren. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war die Begleitung der berühmten Malerin Frida Kahlo. Sie lernte Kahlo sogleich nach ihrer Ankunft in Mexiko kennen und verbrachte die folgenden Jahre in ihrem nahen Umfeld. Daraus entstand eine intensive Freundschaft und die Fotografien, die in den Jahren von 1951 bis 1954 entstanden, gehören zu den intimsten Aufnahmen und zeigen Frida Kahlo in ihrem alltäglichen Umfeld: lachend und mit Freundinnen oder Hausangestellten scherzend, aber auch müde und krank im Bett.

 

© Bernice Kolko/Sammlung Ariel Zuñiga,
Frida Kahlo mit Freunden, Coyoacán, Mexiko, 1954
 

 

 

© Bernice Kolko/Sammlung Ariel Zuñiga, Juchitán, Mexiko, 1954 


Außerdem dokumentierte Bernice Kolko in vielen tausend weiteren Aufnahmen die Menschen und die Gesichter Mexikos. Sie reiste durch Südamerika, aber auch durch Asien, den vorderen Orient und die Südsee. Die im Willy-Brandt-Haus gezeigten Arbeiten entstammen der Sammlung von Ariel Zuñiga aus Mexiko. Die Ausstellung wurde kuratiert von Dr. Helga Prignitz Poda.

 

Anlässlich der 25-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Mexiko-Stadt, wird die Ausstellung von der Berliner Senatskanzlei gefördert.

 

Kuratiert wurde die Ausstellung von Dr. Helga Prignitz Poda

 

Vivian Maier. In her own hands

 

 New York, 1952–59
© Estate of Vivian Maier, Courtesy of Maloof Collection
and Howard Greenberg Gallery, NY

 

Die faszinierende Geschichte um das fotografische Werk von Vivian Maier findet eine Fortsetzung. Seit der ersten Ausstellung 2015 im Willy-Brandt-Haus wurde ihr Œuvre weiter erforscht. 2009 schlug die Entdeckung des Werks von Vivian Maier hohe Wellen und begeisterte die Fotoszene und die Öffentlichkeit zugleich. Dabei hat Vivian Maier vermutlich niemandem ihre über 150.000 Aufnahmen je gezeigt und einen Großteil ihres Werkes selbst nie gesehen.

 

 Selbstporträt, 1956
©Estate of Vivian Maier, Courtesy of Maloof Collection
and Howard Greenberg Gallery, NY

 

 Kontaktbogen, Chicago, 1961
© Estate of Vivian Maier, Courtesy of Maloof Collection
and Howard Greenberg Gallery, NY

 

Postum und gleichsam über Nacht wurde Vivian Maier zu einer bedeutenden amerikanischen Foto- grafin des 20. Jahrhunderts. Sie wird in einem Atemzug genannt mit Henri Cartier-Bresson, Robert Frank, Lee Friedlander oder Diane Arbus. Tatsächlich wirken viele ihrer seit den 1950er Jahren in den Straßen von New York und Chicago entstandenen Arbeiten wie unmittelbare Klassiker. Mit ihrem Ge- spür für den Moment und ihren souveränen Kompositionen gebührt Maier einen Sitz im traditionell männlich dominierten Olymp der Street Photography.

 

Alle gezeigten Abzüge stammen aus der Sammlung von John Maloof, Chicago.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Anne Morin, Leiterin von diChroma Photography und Gisela Kayser, Geschäftsführerin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus.

 

 

Willy-Brandt-Haus, Stresemannstraße  28, Berlin

 

 

 

22.09.2018 - 21.12.2018
Fotoausstellung Berlin . Bogdan Dziworski zählt zu den wichtigsten Vertretern des Avantgarde- und Experimentalfilms im polnischen Kino. Die Galerie Hilaneh von Kories stellt das Werk des in Deutschland noch weitgehend unbekannten Filmemachers und Fotografen vor. Vom 22. September bis 21. Dezember 2018.
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Bogdan Dziworski – Glückliche Momente
Fotoausstellung Berlin . Bogdan Dziworski zählt zu den wichtigsten Vertretern des Avantgarde- und Experimentalfilms im polnischen Kino. Die Galerie Hilaneh von Kories stellt das Werk des in Deutschland noch weitgehend unbekannten Filmemachers und Fotografen vor. Vom 22. September bis 21. Dezember 2018.

 

Bogdan Dziwor f5,6-014, Warszawa 1983

 

Gleichwohl Bogdan Dziworski (*1941) in seinem Heimatland zu den renommiertesten Bildgestaltern gehört, ist sein Werk in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Insbesondere seine fotografischen Aufnahmen sind eine Entdeckung. Seit den Sechzigerjahren hat Bogdan Dziworski ein einzigartiges Werk geschaffen, das ihm schon oft den vergleichenden Ehrentitel einbrachte, er sei „der Cartier-Bresson Polens“.

 

 

 Bogdan Dziworski, f 5,6-040, ?ód?, 1965

 

Seine Aufnahmen entstanden ohne Auftrag und werden in dieser Ausstellungsauswahl zum Teil erstmals ausgestellt. Seine kontrastreichen analogen schwarzweißen Bilder geben Einblick in den Lebensalltag in polnischen Städten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Bogdan Dziworski: „Meine Fotografien aus dieser Zeit sind nie inszeniert. Sie sind „erlaufen“. Tag für Tag waren es manchmal acht Stunden, in denen ich fotografierte. Du musst auf diesen einen bestimmten Moment warten, in dem die Realität die Bühne selbst bestimm. Du musst Glück haben. Und ich hatte es.“

 

Bogdan Dziwor f5,6-018, Parzeczew 1961

 

Bogdan Dziworski, f 5,6-118A, ?ód?, 1964

 

Bogdan Dziworski wurde am 8. Dezember 1941 im polnischen ?ód? geboren und studierte an der dortigen Filmhochschule. Als Kameramann, Regisseur und Dokumentarfilmer hat er zahlreiche Filme realisiert, und er war Dekan der Filmhochschule in Katowice. Sein fotografisches Werk geriet ab den 1980er Jahren verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit. Mittlerweile hat er zahlreiche Bildbände veröffentlicht und war an verschiedenen Ausstellungsprojekten beteiligt. 2017 präsentierte die Leica Gallery Warschau die umfassende Retrospektive „f/5.6“ mit begleitendem Katalog.

Die aktuelle Ausstellung fügt sich perfekt in das Programm der Galerie Hilaneh von Kories ein, ist doch die Präsentation von (Neu-)Entdeckungen ganzer fotografischer

Lebenswerke ein wichtiger Teil ihrer Galeriearbeit. So wurden in den letzten Jahren u.a. folgende Fotografen ausgestellt: Herbert Dombrowski, Bill Perlmutter, Wolf Suschitzky und Vivian Maier, die bei ihrer ersten Präsentation in Deutschland 2011 noch eine völlig unbekannte Vertreterin der Street Photography war. Auch das fotografische Werk Bogdan Dziworskis wurde in seiner Vielfältigkeit und Bedeutung bisher nur unzureichend in Deutschland gewürdigt.

 

Galerie Hilaneh von Kories, Beldziger Straße 35, Berlin

22.09.2018 - 17.11.2018
Fotoausstellung Berlin . Die Ausstellung in der CWC Gallery zeigt zum ersten Mal in Deutschland neue Porträts aus Martin Schoellers bekannter Serie „Close Up“. Präsentiert wird eine Auswahl international bekannter Persönlichkeiten wie Barack Obama, Elton John, Cher, Bono, Karlie Kloss, Christian Bale und Bill Gates, aber auch unbekannte und obdachlose Menschen werden gezeigt. Vom 22.9. bis 17.11.2018
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Martin Schoeller – Close
Fotoausstellung Berlin . Die Ausstellung in der CWC Gallery zeigt zum ersten Mal in Deutschland neue Porträts aus Martin Schoellers bekannter Serie „Close Up“. Präsentiert wird eine Auswahl international bekannter Persönlichkeiten wie Barack Obama, Elton John, Cher, Bono, Karlie Kloss, Christian Bale und Bill Gates, aber auch unbekannte und obdachlose Menschen werden gezeigt. Vom 22.9. bis 17.11.2018

 

 Udo Lindenberg, 2012 © Martin Schoeller / Courtesy of CAMERA WORK.

 

Martin Schoeller gelingt es mit seinem künstlerischen Konzept, seine Models – ungeachtet verschiedener sozialer und kultureller Hintergründe – gleichrangig darzustellen. Somit lädt er auf „demokratische Art“ zu einem Vergleich von Porträts ein, für die berühmte Persönlichkeiten wie Angela Merkel, Udo Lindenberg und Adele mit derselben Technik und demselben Licht fotografiert werden wie unbekannte, obdachlose und indigene Personen. Die Ausstellung präsentiert Werke, die seit 2005 entstanden sind. Mit der Serie „Close Up“ begann Martin Schoeller vor mehr als 20 Jahren – im Jahr 2005 fand die erste Ausstellung der Serie in der Galerie CAMERA WORK statt.

 

 

 Bill Gates, 2016 © Martin Schoeller / Courtesy of CAMERA WORK.

 

Rihanna, 2007 © Martin Schoeller / Courtesy of CAMERA WORK.

 

Die Ästhetik der Arbeiten aus der Serie hat einen hohen Wiedererkennungswert. Die Gesichtsausdrücke sind durchweg neutral, ernst und doch entspannt, im Bestreben die Unterschiede der Porträtierten in einem Moment herauszuzeichnen, „der sich intim und nicht gestellt anfühlt“. Die porträtierten Personen akzeptieren die Regeln des Fotokünstlers, die seinen einzigartigen Stil geprägt haben und zu seinem weltweit bekannten Markenzeichen wurden. Das Ergebnis  dieser  Ausdrucksform  ist  eine  verletzliche  und  maskenlose Darstellung,  die  den Betrachter anregt, sich mit den Gesichtern und Persönlichkeiten auseinanderzusetzen und Darstellungsmodi der Selbstinszenierung zu hinterfragen.

 

Bono, 2017 © Martin Schoeller / Courtesy of CAMERA WORK.

 

Martin Schoeller, geboren 1968 in München, zog nachdem er Fotografie am renommierten Lette Verein in Berlin und in Hamburg studierte, Mitte der 1990er Jahre nach New York, wo er seine Karriere begann. Martin Schoeller arbeitet regelmäßig für Zeitschriften wie „National Geographic“, „The New Yorker“ und das „Time Magazine“. Sein erstes Buch „Close Up“ (teNeues) wurde 2005 veröffentlicht, gefolgt von mehreren Monografien, jede repräsentativ für eine andere Facette von Martin Schoellers Werk. Seine Fotografien, die in exklusiven Editionen erhältlich sind, sind auf dem Kunstmarkt äußerst gefragt und werden weltweit in Museen und anderen Kunsteinrichtungen ausgestellt.

 

 

 

Unter dem Titel „Close“ (Steidl Verlag, 75 Euro) wurde dieses Jahr ein neues Fotobuch veröffentlicht.  Die Ausstellung ist Teil des „European Month of Photography“. Martin Schoeller wird in Deutschland exklusiv von der Galerie CAMERA WORK vertreten.

 

CWC Gallery, Auguststraße 11-13, Berlin

22.09.2018 - 10.02.2019
Fotoausstellung Winterthur . Zwei große Fotojournalisten stellt die Fotostiftung Schweiz vor: Den Schweizer Walter Bosshard, der sich ab 1931 auf China konzentrierte, und der weltberühmte Fotograf Robert Capa, der auch zu dieser Zeit in China war. In China entwickelte Robert Capa auch eine freundschaftliche Beziehung und spielerische Rivalität zu Walter Bosshard – beide hatten sie den Ehrgeiz, ihre Geschichten in der renommierten amerikanischen Zeitschrift Life veröffentlicht zu sehen. 22. September 2018 bis 10. Februar 2019.
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Walter Bosshard / Robert Capa – Wettlauf um China
Fotoausstellung Winterthur . Zwei große Fotojournalisten stellt die Fotostiftung Schweiz vor: Den Schweizer Walter Bosshard, der sich ab 1931 auf China konzentrierte, und der weltberühmte Fotograf Robert Capa, der auch zu dieser Zeit in China war. In China entwickelte Robert Capa auch eine freundschaftliche Beziehung und spielerische Rivalität zu Walter Bosshard – beide hatten sie den Ehrgeiz, ihre Geschichten in der renommierten amerikanischen Zeitschrift Life veröffentlicht zu sehen. 22. September 2018 bis 10. Februar 2019.

Foto Walter Bosshard


Walter Bosshard (1892–1975) ist der erste Schweizer Fotojournalist, der mit seinen Reportagen international berühmt wurde. Schon um 1930 erreichten seine Bildberichte ein Millionenpublikum. Ab 1931 konzentrierte sich Bosshard auf China: Fotografierend und schreibend verfolgte  er den verheerenden Krieg mit Japan und den Machtkampf zwischen Nationalisten und Kommunisten, er widmete sich aber auch dem Alltag und dem Leben auf der Strasse. Die Ausstellung der Fotostiftung Schweiz präsentiert neben Klassikern auch viele unbekannte Fotografien, die erst in jüngster Zeit zum Vorschein gekommen sind. Diese werden den China-Bildern des Starreporters Robert Capa gegen- übergestellt – Capa arbeitete an denselben Orten wie sein Freund Walter Bosshard und wetteiferte mit ihm um Auftritte in der Zeitschrift Life.
 
 
 
 
Foto Walter Bosshard


Den Grundstein für seine Karriere legte Walter Bosshard 1927/28 als Fotograf der Deutschen Zentralasien Expedition, die ihn in den Himalaya und die Taklamakan-Wüste führte. Mit Bildern und Texten von dieser Reise etablierte er sich als Fotojournalist. Schon 1930 erhielt er von der Münchner Illustrierten Presse und der damals führenden Berliner Fotografenagentur Dephot einen grossen Auftrag: Während rund acht Monaten konnte er Indien bereisen, um über die Unabhängigkeitsbewegung zu berichten. Dabei gelangen ihm einige sensationelle Gandhi- Porträts, die um die Welt gingen. 1933 verlegte Bosshard seinen Wohnsitz nach Beijing und wurde zu einem der produktivsten und angesehensten Asien-Korrespondenten seiner Zeit. Seine wichtigsten Plattformen waren die Berliner Illustrirte Zeitung und weitere Medien des Ullstein-Verlags, die Münchner Illustrierte Presse und die Zürcher Illustrierte. Später kamen amerikanische und englische Medien wie Life und Picture Post dazu, bevor er schliesslich eine feste Stelle als Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung annahm.
 
 

Krieg im Reich der Mitte
 
 
 
Foto Walter Bosshard
 

Der Beginn von Bosshards regelmässiger Tätigkeit als «Sonderberichterstatter» in China fällt
ins Jahr 1931. Die Eröffnung der ersten chinesischen Nationalversammlung, der Einmarsch der Japaner sowie der Machtkampf zwischen Nationalisten und Kommunisten boten spannenden Stoff für die internationalen Medien. Wie kaum ein anderer Reporter verfolgte Bosshard die weitere Entwicklung des sino-japanischen Kriegs aus der Nähe: Er fotografierte an der Front und leistete engagierte Aufklärungsarbeit, er porträtierte aber auch die wichtigsten Politiker, Generäle und Warlords sowohl auf japanischer als auch auf chinesischer Seite. Er gehörte zu den ersten, die über die 1937 gestartete Grossoffensive der Japaner berichteten, bei der sie nacheinander die grossen Städte Beijing, Tianjin und Shanghai besetzten, um schliesslich am
13. Dezember die Hauptstadt Nanjing zu erobern. Hier richteten sie während rund sieben Wochen eines der grössten und grausamsten Massaker der Geschichte an, bei dem schät- zungsweise über 200'000 Zivilisten umgebracht wurden. Die japanische Invasion löste Migrationsbewegungen aus, welche die soziale, kulturelle und ökonomische Landschaft tiefgreifend veränderten: Zwischen 1937 und 1945 waren gegen 100 Millionen Chinesinnen und Chinesen in ihrem eigenen Land auf der Flucht, die vermutlich bisher höchste Zahl
Vertriebener weltweit.

Alltag und Reisen
 
 
Mit der gekonnten Verbindung von Wort und Bild war Walter Bosshard aber nicht nur ein gefragter Augenzeuge dieses langen Kriegs. Ebenso viel Aufmerksamkeit erlangte er mit Berichten vom chinesischen Alltag und vom Leben in den Strassen. Er war ein grosser Reisender, der nie genug davon bekam, neue und unbekannte Gegenden zu erforschen und auf abenteuerlichen Flussfahrten in die entferntesten Gegenden Chinas zu gelangen. Während Monaten lebte er mit den Nomaden der Inneren Mongolei und erhielt einen tiefen Einblick in ihre reichhaltige Kultur. Das «Achthügelland» gehörte für Bosshard zu den geliebten Rückzugs- gebieten, in denen er sich immer wieder vom hektischen Leben an der Front erholte. Seine Faszination fand ihren Ausdruck in Bildern von einer traumhaften Landschaft, aber auch in ausdrucksstarken Reportagen über die einfache Lebensweise eines naturverbundenen Volks, das durch den Krieg und das Vordringen der Zivilisation dem Untergang geweiht war.

Der Fall von Hankou
 

Ein Schlüsseljahr in Bosshards fotojournalistischer Karriere war das Jahr 1938. Wie andere westliche Korrespondenten hielt er sich in der temporären chinesischen Hauptstadt Hankou auf, die monatelang heftigsten japanischen Bombardierungen ausgeliefert war. Hankou war zweifellos der mediale Hotspot jener Zeit; Nacht für Nacht stiegen die Korrespondenten auf das Dach der lutherischen Mission, um die spektakulären Luftkämpfe zwischen japanischen und chinesischen Fliegern mitzuverfolgen oder Chinas Chancen im verzweifelten Widerstand gegen die vorrückenden Feinde zu diskutieren. Zu den Beobachtern gehörte auch der schon damals berühmte Fotograf Robert Capa, der mit einem Filmteam im Gefolge des bekannten Dokumen- tarfilmers Joris Ivens nach China gekommen war. Er hatte den Job als zweiter Kameramann für Ivens' Film The Four Hundred Million angenommen, weil er sich erhoffte, zwischendurch als Reporter auch eigene Geschichten fotografieren zu können. Besonderes Interesse hatte er am Widerstandskampf der Kommunisten gegen die nationalistische Kuomintang-Regierung. Er sah darin eine fernöstliche Erweiterung der antifaschistischen Bewegung, die er schon im spanischen Bürgerkrieg aus nächster Nähe verfolgt hatte. Allerdings wurde das Filmteam von den Nationalisten so streng überwacht, dass es Capa fast unmöglich war, sich frei zu bewegen. Dennoch gelangen ihm einige erschütternde Reportagen: über die permanenten Luftangriffe, die Angst der Zivilbevölkerung, die chinesischen Flüchtlingsströme oder den täglichen Kampf ums Überleben. In Hankou entwickelte Robert Capa auch eine freundschaftliche Beziehung und spielerische Rivalität zu Walter Bosshard  – beide hatten sie den Ehrgeiz, ihre Geschichten in der renommierten amerikanischen Zeitschrift Life veröffentlicht zu sehen.

 

Foto Robert Capa


Zu Besuch bei Mao



 
1938 wetteiferten die beiden Fotojournalisten um die erste Reportage aus der weit abgelege- nen «Roten Hauptstadt» Yan'an, wo die Kommunisten unter Mao Zedong ihre Kräfte sammelten und sich für den Guerilla-Kampf gegen die Japaner rüsteten. Die westlichen Medien waren begierig auf Neuigkeiten aus Maos Lager, denn zu dieser Zeit war es noch völlig unklar, welche Rolle die kommunistische Bewegung für die Zukunft Chinas spielen sollte. Tatsächlich fand Walter Bosshard im Juli 1938 als erster europäischer Korrespondent den Weg zu Mao – zusammen mit dem befreundeten China-Korrespondenten der Chicago Daily News, Archibald Steele. Neben einem ausführlichen Interview mit dem Vordenker des Neuen China drehte Bosshard auch einen Film mit den vermutlich frühesten Bewegtbildern von Mao und fotogra- fierte den Alltag der Kommunisten, die sich in den Lösshöhlen von Yan'an organisiert hatten. Life publizierte das Resultat in einer teilweise farbigen Reportage, während die Neue Zürcher Zeitung den sensationellen Stoff im Juli und August 1938 in einer sechsteiligen Serie jeweils auf ihrer Frontseite präsentierte. Nach diesem Coup gab sich Robert Capa geschlagen und kehrte frustriert nach Hause zurück.
 

Filme und Bilderzählungen
 
 
 
 
Foto Robert Capa
 
 
Bosshards Yan'an-Film war nur einer von zahlreichen dokumentarischen Filmen, mit denen er die politische Berichterstattung dynamisierte. Dabei blieb er nahe bei seinen fotografischen Reportagen, in denen er seine Themen in gut erzählte Geschichten verpackte. Das Credo der dokumentarischen Fotografie, wonach Eingriffe in die fotografierte Szene oder gestellte Aufnahmen ein Sakrileg sind, hatte im Fotojournalismus der dreissiger Jahre noch nicht dasselbe Gewicht wie in der Nachkriegszeit. So war es auch für Bosshard legitim, für die Vermittlung bestimmter Inhalte aktiv Regie zu führen, um seinem Publikum Einblicke in die
«wahren» Verhältnisse in China zu geben. Ein Paradebeispiel ist etwa seine Bilderzählung «The Life of a Chinese Guerilla», 1938 fotografiert und 1939 in der englischen Picture Post veröffent- licht: Der Bauer Chang lässt sich freiwillig zum Guerilla-Kämpfer ausbilden und wird im Einsatz gegen die Japaner von einem feindlichen Geschoss schwer verletzt. In 17 Bildern werden die komplexen Zusammenhänge um den Abwehrkampf Chinas und die Überwindung des Bürger- kriegs glaubwürdig erläutert. Die visuelle Dramaturgie gipfelt in einer Aufnahme, die den getroffenen Chang im Fall zeigt – ein fernes Echo auf Robert Capas fallenden republikanischen Milizionär.
 
 
Cleverer Netzwerker
 
 
Dank grosser Vertrautheit mit den lokalen Verhältnissen und einem exzellenten Netzwerk konnte sich Bosshard immer wieder Vorteile verschaffen, mit denen er schnell und effizient sein Ziel erreichte. 1937 schrieb Archibald Steele über seinen Schweizer Kollegen: «Jeder, der im Fernen Osten mit Kamera und Notizblock unterwegs ist, weiss um die Probleme, denen die Chronisten ausgesetzt sind. Trotz Zensur, behördlichen Hindernissen und sturen Beamten gelingt es Bosshard, dem für Ullstein arbeitenden Fotojournalisten, sein Handwerk auszuüben, ohne es sich mit den Japanern oder den mandschurischen und chinesischen Behörden zu verderben. Man muss auch Diplomat sein, um dieser Tage als Korrespondent und Künstler mit der Kamera erfolgreich zu sein ... Alle hohen Tiere in Asien kennen Bosshard, Diplomaten, Staatsmänner und Militärs, denn er liebt es, sie in ihrem privaten Umfeld zu porträtieren.»
Und David Walker, Korrespondent der britischen Zeitung Daily Mirror, erinnert sich in seinem Buch Death at My Heels (1942): «Man hätte sich keinen geeigneteren Reisebegleiter wünschen können als Walter Bosshard. Ein Schweizer der besten und zähesten Sorte, der Karawanen durch Tibet und China und weiss der Himmel wohin geführt hatte. Er konnte Dinge aus dem Nichts hervorzaubern  – heissen Kakao, den er scheinbar im Ärmel mit sich trug, oder Biscuits, als ob man sie vom nächsten Baum hätte pflücken können. Nur einen Fehler hatte er: Wenn wir jenen Punkt erreichten, wo Maultiere Angst haben, vorwärts zu gehen, sprang er selbst wie
eine Bergziege weiter und kletterte die steilsten Abhänge hoch. Es war verdammt anstren-
gend.»
 
 


China im Werk von Walter Bosshard
 
 
Das Jahrzehnt, das Walter Bosshard in China verbrachte, war fraglos die wichtigste Phase in seinem fotojournalistischen Schaffen. Es gibt, international gesehen, nur wenige Fotojournalis- ten, welche die schwierige Zeit der japanischen Besetzung Chinas so konstant und in so grosser Intensität verfolgten und abbildeten. Für das Publikum im Westen und in der Schweiz war er während Jahren eine Instanz – jedenfalls bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. «Und weisst du, mein lieber Freund, dass dein Ansehen und die Wertschätzung deiner journalisti- schen Arbeit immer weiter wachsen?», schrieb Zouzou im Sommer 1942 in einem Brief an Bosshard. Zouzou, der Schweizer Öffentlichkeit besser bekannt unter dem Namen Gilberte de Courgenay, freute sich darüber, dass «die Zeitungsverkäufer der NZZ deinen Namen in grossen Lettern auf ihren Hüten oder auf der Brust tragen, um einen Artikel von W.B. anzupreisen, so dass sich die Passanten um die Ausgabe reissen.» Dieser Ruhm verblasste allmählich in der Nachkriegszeit, als sich Bosshard mehr und mehr auf das Schreiben konzentrierte und sich 1953, nach einem Unfall in Korea, ganz aus dem Journalismus zurückzog. Nach seinem Tod 1975 geriet der einstmals berühmte Name ganz in Vergessenheit.

Ausstellung und Buch

Für die Ausstellung der Fotostiftung Schweiz und das parallel dazu erscheinende Buch Walter Bosshard  – China brennt. Bildberichte 1931–1939 wurden das Negativarchiv der Fotostiftung Schweiz wie auch die umfangreichen Bosshard-Bestände im Archiv für Zeitgeschichte (ETH Zürich) neu ausgewertet. Bei weiteren Recherchen sind viele vermisste Bilder zum Vorschein gekommen, die nun zum ersten Mal veröffentlicht werden. In der Ausstellung werden sie den China-Bildern von Robert Capa gegenübergestellt. Es zeigt sich, dass Bosshards Reportagen die Zeit gut überdauert haben. Auch heute noch versetzen sie uns mitten ins dramatische Geschehen im Fernen Osten. Bosshards fotojournalistisches Vermächtnis ist eine einzigartige, packende und anschauliche Quelle, um in jenes chinesische Jahrzehnt einzutauchen, das unsere Welt so folgenschwer verändert hat.

Eine Ausstellung der Fotostiftung Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Archiv für
Zeitgeschichte (ETH Zürich), ullstein bild Berlin und ICP New York. Kurator der Ausstellung: Peter Pfrunder.
Die Fotostiftung Schweiz wird regelmässig unterstützt durch das Bundesamt für Kultur, die
Kantone Zürich, Thurgau und Tessin und die Stadt Winterthur.

Publikation
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Limmat Verlag: Walter Bosshard – China  brennt. Bildberichte 1931–1939. Herausgegeben von Peter Pfrunder, Fotostiftung Schweiz. 290 Seiten, gebunden, etwa 150 Fotografien und Abbildungen.

Sonderveranstaltungen
Sonntag, 23. September, 11.30 Uhr Dialogische Führung: Peter Pfrunder im Gespräch mit Zhang Wei, Hochschuldozentin und Autorin (u.a. Zwischen den Stühlen: Geschichten von Chinesinnen und Chinesen in der Schweiz, 2007, und Eine Mango für Mao, 2018).
Sonntag, 11. November, 11.30 Uhr Dialogische Führung: Peter Pfrunder im Gespräch mit Anton Holzer, Fotohistoriker, Herausgeber der Zeitschrift Fotogeschichte, über die Frühzeit des modernen Fotojournalismus.



Fotostiftung Schweiz, Grüzenstraße 45, Winterthur


21.09.2018 - 18.11.2018
Verschwörungstheorien, Fake News und alternative Fakten haben Konjunktur in Zeiten des Umbruchs, denn Krisenzeiten sind Verschwörungszeiten. Das NRW- Forum Düsseldorf präsentiert „Im Zweifel für den Zweifel: Die große Weltverschwörung“ eine internationale Gruppenausstellung, die die Macht konspirativer Erzählungen sichtbar macht und zu kritischem Zweifeln anregt. vom 21. September bis 18. November 2018
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Im Zweifel für den Zweifel: Die große Weltverschwörung
Verschwörungstheorien, Fake News und alternative Fakten haben Konjunktur in Zeiten des Umbruchs, denn Krisenzeiten sind Verschwörungszeiten. Das NRW- Forum Düsseldorf präsentiert „Im Zweifel für den Zweifel: Die große Weltverschwörung“ eine internationale Gruppenausstellung, die die Macht konspirativer Erzählungen sichtbar macht und zu kritischem Zweifeln anregt. vom 21. September bis 18. November 2018

Felix Kubin, Eye Closed, Foto Marie Losier




Um die Anschläge vom 11. September 2001 in New York oder die Ermordung des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy  im Jahr 1963 kreisen  die bis heute wohl prominentesten Verschwörungstheorien. Den Kampf um die Wahrheit(en) gibt es nicht erst seit dem „postfaktischen Zeitalter“ und Donald Trumps  „alternativen
Fakten“. In Zeiten zunehmender Digitalisierung und Virtualisierung scheinen  die Unsicherheit und die Bereitschaft, konspirativen Ideen zu glauben, jedoch  so groß wie nie zuvor. Wem kann man noch glauben?  Lügen die Bilder und die Medien? Der Zweifel wird größer, genährt durch das Internet, in dem Verschwörungstheoretiker aller Art im Halbdunkel wirken.

Die internationale Gruppenausstellung „Im Zweifel für den Zweifel:  Die große Weltverschwörung“ untersucht mit den Mitteln der Kunst die Macht  von Verschwörungstheorien und setzt ihnen die Sichtbarkeit des Zweifels sowie die Möglichkeit zu kritischem Zweifeln entgegen. Ein falscher Stern, Überwachungstechnologien, Fotofälschungen und forensische Recherchen – in der Ausstellung treffen die Besucher auf verstörende Situationen und nicht-eindeutige Zustände, in denen sie sich selbst orientieren müssen. Unter anderem  mit Arbeiten von Julius von Bismarck, Richard Wilhelmer  & Benjamin Maus, Disnovation.org, Ólafur Elíasson, Forensic Architecture, Juliane Herrmann, IOCOSE, Felix Kubin, Olaf Metzel, Tony Oursler, Trevor  Paglen, Michael Schirner, Andreas  Slominski, Holger Wüst und Steffen Zillig.

Was ist wahr und was ist fake? Wie der französische Philosoph  Michel Foucault in den 1970er Jahren geschrieben hat, hat jede Gesellschaft ihre eigenen Techniken, um festzulegen, was in ihr als wahr und als unwahr gilt. Diese Techniken sind nicht für immer festgeschrieben, sondern  wandelbar und erfordern kritische Überprüfung.
Verschwörungsthearien, Fake News und allternative Fakten blühen immer dann auf, wenn Unsicherheit, Ängste und Zweifel an etablierten Systemen wachsen  und traditionelle Deutungsmuster nicht mehr greifen. Kriege, politische, wirtschaftliche oder ideologische Umwälzungen und humanitäre Katastrophen sind der Boden, auf dem sie wachsen.  Der Rückzug  auf einfache Welterklärungen, wie Verschwörungstheorien sie anbieten, ist eine Strategie der Gegenwehr gegen eine zunehmend  unübersichtliche Realität. Heute fordern Digitalisierung und Virtualisierung unsere Urteilskraft und Orientierungsfähigkeit in einer bisher nicht gekannten Weise. Die „alten Medien“  konkurrieren um die Deutungshoheit mit den sozialen Medien. Wo hört kritisches Zweifeln auf und wo fängt Paranoia an? Wo beginnt  und endet das Recht auf freie Meinungsäußerung? Sicher ist, dass man sich bei der Überprüfung der Plausibilität einer Theorie  vor allem fragen muss, wer einen Nutzen davon hat. Zweifel werden  von denen geschürt, die davon profitieren. Diffuse alltägliche Angstauslöser, Falschmeldungen, Desinformation, Tarngeschichten und Vertuschungen erhalten eine Bedeutung, so verschwommen sie auch sein mögen. Der Zweifel wirkt oft im Verborgenen und gerade  dort, wo die Zusammenhänge undurchschaubar erscheinen,  ist es notwendig sich mit ihnen auseinanderzusetzen, um eine kritische Haltung zu bewahren,  auch gegenüber den eigenen Gefühlen  von Angst und Zweifel.



Ólafur Elíasson: Highlighter, 1999, Installationsansicht Zentrum
für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, 2001
Foto: Franz Wamhof Haubrok Collection, Düsseldorf/Berlin,
Dauerleihgabe Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie




Mit Betreten des NRW-Forums verfolgen Suchscheinwerfer die Besucher auf Schritt und Tritt. „Highlighter“ ist eine Arbeit des dänisch/-isländischen Konzeptkünstlers Ólafur Elíasson, der sich vornehmlich mit physikalischen Phänomenen  in der Natur beschäftigt, und für seine spektakulären Installationen weltweit berühmt ist. Die Arbeit verbindet die verschiedenen Ausstellungsbereiche und erzeugt ein diffuses Gefühl von Paranoia.

Der Musiker, Komponist und Hörspielmacher Felix Kubin versieht die Ausstellung mit verstörenden Klangelementen, die ausgelöst werden, sobald man bestimmte Bereiche betritt. Die Arbeit kreiert eine verstörende Stimmung  und stellt eine Erwartungshaltung her, die, wie Psychologie und Kognitionswissenschaft zeigen, maßgeblich  daran beteiligt ist, was und wie wir wahrnehmen.

Der amerikanischen Künstler Tony Oursler kreiert verwirrende Situationen und verwickelt die Betrachter in kleine Psychodramen. Mit seinen Videoprojektionen und multimedialen Installationen erforscht er die Auswirkungen der Technologie auf den menschlichen Geist und befragt Massenmedien in Beziehung  zu psychologischen und sozialen Störungen. Oursler  beschäftigt sich in seiner Arbeit immer wieder  mit dem Okkulten und der Zauberei  und sagt von sich selbst, dass seine Sammlung von Geisterfotografien zu den besten weltweit gehöre.

 

Julius von Bismarck: Fake Star / Foto: Johanna Landscheidt



Julius von Bismarck, gefeiert für seine raumgreifenden Installationen und Aktionen im Freien, lässt gemeinsam  mit Richard Wilhelmer  und Benjamin Maus einen Fake Star über dem NRW-Forum aufsteigen. Das neue Projekt untersucht auf poetische Weise die Auswirkungen des postfaktischen Zeitalters und unsere kollektive Wahrnehmung der Wahrheit. Der bisher unentdeckte neue Stern, der eigentlich ein Drache  ist, wirft die Frage auf, ob die Behauptung eines Fake Stars automatisch die Wahrheit aller bisher als echt geltenden Sterne  in Frage stellt. Die Lichtinstallation besteht aus einem Drachen, der je nach Windstärke vollautomatisch von einer computergesteuerten Bodenstation aus startet und landet. Er erhebt  sich etwa 100 Meter hoch und trägt eine LED-Leuchte, deren Strom von einem kleinen Propellergenerator gespeist wird - einem "Sternenkraftwerk", das mit erneuerbaren Energien  betrieben wird.

Disnovation.org  ist ein Kollektiv aus Paris, bestehend aus Programmieren und Künstlern, gegründet von der Künstlerin und Designerin Maria Roszkowska zusammen mit dem Künstler  Nicolas Maigret. Das Kollektiv zwischen Kunst, Forschung und Hacking  hat es sich zur Aufgabe gemacht, Situationen zu erschaffen,
die die herrschenden Diskurse  über technologischen Fortschritt hinterfragen. Eigens für die Ausstellung programmieren sie einen Bot, der basierend auf aktuellen Diskussionen im Netz neue Verschwörungstheorien erfindet.

Die Künstlergruppe IOCOSE nutzt Crowdsourcing (Auslagerung von Aufgaben an eine Gruppe von Internetnutzern), um Verschwörungstheorien zu entwickeln. Für die Serie „A crowded Apocalypse“ hat die Gruppe  weltweit Menschen beauftragt, sich mit Plakaten und Pappschildern zu fotografieren, auf denen konspirative Thesen zu lesen sind, von denen jede nahezu bedeutungslos ist. Anders  als bei Verschwörungstheorien eigentlich der Fall, entsteht die konspirative Narration beim Crowdsourcing nicht nur durch das eine Big Picture, sondern  die Masse an Bildern. Die internationalen Künstler Matteo Cremonesi (IT), Filippo Cuttica (UK), Davide Prati (DE) and Paolo Ruffino  (UK) arbeiten seit 2006 als iocose  mit verschiedenen Medien, vor allem mit Websites, Videos und sozialen Netzwerken.

 

Forensic Architecture: 77Sqm 926Min / 77sqm_9:26min_4:
Fluid dynamics simulation of gunpowder residue particles (ammonia) within the front room of the internet cafe.
Image: Forensic Architecture and Dr. Salvador Navarro-Martinez, 2017



Das Kunst- und Rechercheinstitut Forensic Architecture ist dafür bekannt, mit architektonisch-forensischen Mitteln Kunst zu machen. Durch seine detaillierten und kritischen Untersuchungen zeigt Forensic Architecture, wie öffentliche Wahrheit produziert wird - technologisch, architektonisch und ästhetisch - und wie man damit kritisch, investigativ umgehen kann. Für die Arbeit „77qm_9:26“ haben sie zum NSU- Mord in Kassel recherchiert. Die Gruppe  hat das komplette Internetcafé nachgebildet und Ungereimtheiten dokumentiert. Die Arbeit wird seit der Documenta vergangenen Jahres erstmals wieder in Deutschland gezeigt. Forensic Architecture hat seinen Sitz an der Goldsmiths University of London. 2010 von Prof. Eyal Weizman gegründet, besteht die Gruppe heute aus Architekten, Künstlern, Filmemachern, Journalisten, Softwareentwicklern, Wissenschaftlern, Juristen und einem ausgedehnten Netzwerk von Mitarbeitern aus den verschiedensten Bereichen und Disziplinen.

 

Michael Schirner, BYE BYE, WAR70, 2002 – 2011, Digigraphie by Epson



Michael Schirner präsentiert sogenannte Digigraphien. Er manipuliert Bilder aus Archiven  und verändert damit Momente der Weltgeschichte und des kollektiven Gedächtnisses, die bis heute von Verschwörungstheorien umweht sind. Entscheidende Personen  retuschiert er komplett aus den Bildern, wie beispielsweise Uwe Barschel  aus der Badewanne im Hotel in Genf. Dadurch  zwingt er den Betrachter das Abwesende zu imaginieren und je imaginärer etwas  ist, desto intensiver ist die Imagination.

 

Juliane Herrmann: Man Among Men: Mitglied bei „De Vriendschap“ in
Den Haag und „Concord“ in Rotterdam, Niederlande, 2013



Die Dokumentarfotografin und Filmemacherin Juliane Herrmann  öffnet für die Serie “Man among Men” die Türen in eine Welt, die der Öffentlichkeit normalerweise verborgen bleibt: die der Freimaurer. Fünf Jahre lang hat sie Freimaurer weltweit dokumentiert und dabei den Fokus auf die Frage gerichtet, was Menschen heute zu
der geschlossenen Gesellschaft hinzieht. Ihre Antwort: die Suche nach einem Gefühl von Identität und Zugehörigkeit. Neben Interieurs der Logenräume porträtiert sie Mitglieder, rituelle Stillleben sowie die alltäglichen Kulissen des Lebens in den Logen.

 

Holger Wüst: Letzte linke Uni, 2018. Verschiedene Formate.
Installationsansicht Studierendenhaus Campus Bockenheim, Frankfurt am Main



Holger Wüst beschäftigt sich in seinen Werken  mit politischen und gesellschaftlichen Themen, die er in großformatigen Collagen  aus Fotos  dokumentiert. Oft setzt er sich mit geschichtsphilosophischen Fragen und Utopien der Revolution auseinander. Seine neue Arbeit „Ideologiekritische Studien“ ist eine Fotomontage, die
Hörsaalgebäude mit diversen  Diskussions- und Austauschgruppen aus den sozialen Netzwerken verbindet.

Olaf Metzel: NSU, 2013, Foto: Leonie Felle, München Privatsammlung Düsseldorf,
Courtesy Jan Wentrup Galerie Berlin

 


Der Bildhauer  und Objektkünstler Olaf Metzel  gilt mit seinen performativen Skulpturen als streitbar, provokant und immer politisch. Eine große Installation in Form einer Blechskulptur reflektiert das Deutungsmonopol der Medien und deren Bilderwelten.


Trevor Paglen ist ein US-amerikanischer Künstler, dessen Arbeiten sich hauptsächlich mit Militär und Geheimdiensten der USA beschäftigen. Trevor  Paglen widmet sich hochbrisanten aktuellen Themen und erregt damit große Aufmerksamkeit in den Medien. Im NRW-Forum präsentiert er eine Arbeit in Form einer Liste mit den Namen militärischer Organisationen von 2001 bis heute, die als „Top Secret“ klassifiziert sind.


Steffen Zillig präsentiert mit der Arbeit „Geordneter Rückzug“ die Geschichte einer Geheimgesellschaft und deren Plan einer organisierten Flucht von der Erde. Auf 18 Bildern erzählen Comics  im Stil der 1970er Jahre vom Scheitern einst aufklärerischer Ideale und davon, wie die Angst um den Verlust gesellschaftlicher Errungenschaften umschlägt in elitäre Isolation  und verschwörerische Weltflucht.

Die Ausstellung wird kuratiert von Florian Waldvogel  in Zusammenarbeit mit Alain Bieber. Florian Waldvogel  (*1969) war zuletzt Direktor des Kunstvereins Hamburg (2009-2013), wo er unter anderem  Ausstellungen von John Bock oder Tobias Zyloni kuratierte. Zuvor (2006 bis 2008) war er unter Nicolas Schafhausen als Kurator am Witte de With – Center for Contemporary Art in Rotterdam tätig. 2015 wurde  er an der Hochschule für bildende  Künste Hamburg  zur Ausstellungspraxis von Kasper König promoviert, dessen Meisterschüler und Assistent er Ende der 90er  Jahre er an der Staatlichen Hochschule für Bildende  Künste – Städelschule war.

Es erscheint ein Katalog im Kettler Verlag mit interdisziplinären Beiträge unter anderem  von Florian Waldvogel, Dr. Margarete Jäger, Günther Jacob, Birte Mühlhoff, Karl Hepfer, Tom Kummer, Bernard  Williams und Textauszügen von Michel Foucault, Umberto Eco und Hannah Arendt. Der Reader belgeitet die Ausstellung mit philosophischen, künstlerischen, sprachwissenschaftlichen, psychologischen und soziologischen Betrachtungen zum Thema

Preis: 32 Euro

NRW Forum, Ehrenhof 2, Düsseldorf



19.09.2018 - 06.01.2019
Fotoausstellung Hannover . Anne Colliers Werke wurden bereits in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Ihre Präsentation im Sprengel Museum Hannover ist die erste museale Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland. Indem die Künstlerin Poster, Plattencover, Fotozeitschriften, Buchseiten und Filmstills abfotografiert, hinterfragt sie die Bedeutung von Bildern, die unseren Alltag prägen und Sehnsüchte illustrieren.19. September 2018 bis 6. Januar 2019
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Anne Collier: Photographic
Fotoausstellung Hannover . Anne Colliers Werke wurden bereits in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Ihre Präsentation im Sprengel Museum Hannover ist die erste museale Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland. Indem die Künstlerin Poster, Plattencover, Fotozeitschriften, Buchseiten und Filmstills abfotografiert, hinterfragt sie die Bedeutung von Bildern, die unseren Alltag prägen und Sehnsüchte illustrieren.19. September 2018 bis 6. Januar 2019

Anne Collier
Positive (California), 2016 Edition of 5 + 2 APs
Courtesy of the artist; Anton Kern Gallery, New York; Galerie Neu, Berlin;
The Modern Institute/Toby Webster Ltd., Glasgow © Anne Collier



Das unschuldige Bild ist eine Illusion – das gilt in besonderem Maße für das allgegenwärtige Medium der Fotografie. An dieser Stelle setzt das künstlerische Interesse der 1970 in Los Angeles geborenen, aktuell in New York lebenden Anne Collier ein. Dabei ist es eine bestimmte Art der Fotografie, die Collier interessiert. Es handelt sich vorwiegend um Bilder, die durch eine sehr emotionale Bildsprache charakterisiert sind: Augen, Wolken, Wellen sowie Fotografien von unverblümtem und romantisiertem Sexismus. Sie nutzt gefundene Materialien, bearbeitet diese und gelangt so zu einer reflektierten Archäologie der Gebrauchsweisen der Fotografie. Die von Collier gesammelten Fotos scheinen dabei wie historisch entrückt. Sie stammen mehrheitlich aus Medien der 1970er- und 1980er-Jahre. Was aber hat sich seitdem grundlegend geändert? Die Künstlerin rekontextualisiert den ursprünglichen Bildzusammenhang und formuliert ihn neu. Indem Collier das Fotografieren an sich thematisiert und bereits Fotografiertes erneut ablichtet, schafft sie Distanz zum Motiv, filtert Emotionen und liefert einen Anlass zur Reflexion des Dargestellten. Ihre überaus analytische Perspektive verzichtet dabei auf Sentimentalität oder Pathos. So ist der Betrachter – ob weiblich oder männlich – selbst gefordert, Position zu beziehen.
 

Anne Collier
Women With Cameras (Anonymous), 2016 (Detail image)
35mm Dias, 35 mm Diaprojektor, Ständer, Sockel
Courtesy of the artist; Anton Kern Gallery, New York; Galerie Neu, Berlin;
The Modern Institute/Toby Webster Ltd., Glasgow © Anne Collier

 

 

Anne Collier
Woman Crying # 18, 2018
Edition of 5 + 2 APs
Courtesy of the artist; Anton Kern Gallery, New York; Galerie Neu, Berlin;
The Modern Institute/Toby Webster Ltd., Glasgow © Anne Collier


Die Ausstellung wurde vom Sprengel Museum Hannover in Kooperation mit dem Fotomuseum Winterthur konzipiert (23. Februar bis 26. Mai 2019).  
Die Ausstellung wird gefördert durch die NORD/LB Kulturstiftung.



Sprengel Museum Hannover / Kurt Schwitters Platz / 30169 Hannover



10.09.2018 - 31.01.2019
Ausstellung Wien . Die vierte Ausgabe der Ausstellung „Handmade“ in der AnzenbergerGallery zeigt Arbeiten, die Handwerk, Technik und Fotografie verbinden und sich somit über die Grenzen konventioneller, zweidimensionaler Fotografie hinwegsetzen. Durch unterschiedliche Methoden werden greifbare, stoffliche und handgearbeitete Werke geschaffen, die einen Gegensatz zur heutigen virtuellen und digitalen Fotografie bilden oder diese weiterführen. 10. September 2018 bis 31. Januar 2019
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Handmade IV - more than photography...
Ausstellung Wien . Die vierte Ausgabe der Ausstellung „Handmade“ in der AnzenbergerGallery zeigt Arbeiten, die Handwerk, Technik und Fotografie verbinden und sich somit über die Grenzen konventioneller, zweidimensionaler Fotografie hinwegsetzen. Durch unterschiedliche Methoden werden greifbare, stoffliche und handgearbeitete Werke geschaffen, die einen Gegensatz zur heutigen virtuellen und digitalen Fotografie bilden oder diese weiterführen. 10. September 2018 bis 31. Januar 2019

 Die beteiligten KünstlerInnen in der Ausstellung „Handmade“: Daniel Spoerri, Gabriela Morawetz, Ellen Korth, Regina Anzenberger, Stella Bach, Julia Borissova, Jessa Fairbrother, Rita Maas, Rob Mc Donald, Minyo Szert, Heather F. Wetzel.

Mit zwei von Daniel Spoerris berühmten Assemblagen, den Fallenbildern, in denen er Kameras, Objektive, Filter, Geweihe und einen ausgestopften Vogel miteinbezieht, wird die Fotografie als Abgesang auf das Analoge thematisiert.

 

Bild: Daniel Spoerri

 

Jessa Fairbrother durchsticht und bestickt ihre Fotografien. Ihr Motiv ist immer wieder sie selbst als Portrait oder Akt. Ellen Korth fotografierte für ihre Serie Fabric of Time alte Unterwäsche und Unterröcke, die sie in den Schränken einer Burg in den Niederlanden fand. Gedruckt auf hauchdünnem, japanischem Fotopapier, ist jeder einzelne Print ein Unikat.

 

 

Bild Gabriela Morawetz

 

Gabriela Morawetz stülpt über ihre auf Holz kaschierten runden Fotografien eine Hülle mit bedruckten Konvexglas, und schafft mit Steinen dazwischen noch eine dritte Dimension. Ihr Universum entwickelt sich mit der Zeit des Produzierens und Reproduzierens rätselhafter Installationen, die von Mysterien gefolgt, dem Betrachter die ästhetische Wahrnehmung entlocken, so wie den Wunsch einer Vorahnung entfachen.

 

Regina Anzenberger zeigt mit Native Grounds Instants, die sie mit Zeichnung, Malerei, Text und Fundstücken erweitert. Ihr Thema ist die Wildnis und die Formen der Natur.

 

 

Bild Regina Anzenberger

 

Die amerikanische Künstlerin Rita Maas hat in den Neunziger Jahren als Food-Fotografin gearbeitet. Als sie in ihrer Garage die alten von der Umwelt veränderten Dias findet, beschließt sie, diese zu neuen Kunstwerken zu erwecken. Auf Büttenpapier gedruckt wirken sie wie bunte Aquarellmalerei. Kaum etwas lässt die ehemalig festgehaltenen Gerichte in ihrer Serie 20th Century Plastics erahnen.

Nach dem Tod des Malers Cy Twombly begab sich sein Freund, der Fotograf Rob McDonald ein letztes Mal in sein Atelier. In seiner Arbeit STUDIO dokumentiert er die Farbreste an den Wänden und übermalt sie dann selbst. Es ist McDonalds erste transformative Fotoarbeit.

Was auf Minyo Szerts Bildern wie Malerei anmutet, ist pure analoge Fotografie. Die Bilder, die er in seinen Performances auch mit seiner Fahrradlampe belichtet, handeln vom Alltag wie der winterlichen Schlittenfahrt, Innenräumen, seinem Hund, und oft von seinem geliebten Fahrrad.

Heather F. Wetzel verbindet den alten fotografischen Nassplattenprozess, den man früher hauptsächlich auf Glasplatten anwendete, mit einem modernen Produkt unserer Konsumgesellschaft. Sie verwendet recycelte Dosendeckel, um darauf Eindrücke aus der Natur- und Pflanzenwelt festzuhalten. Zudem gibt es in der Ausstellung auch einige ganz besondere, handgemachte Foto- und Künstlerbücher am Tisch und an der Wand installiert.

Stella Bachs Buch ‚L’Escuela de Corazon’ (Erziehung des Herzens) ist ein Einzelstück und erzählt in den Grundfarben rot, blau und gelb korrespondierend zu Gefühlen, Reflektionen und Handlungen. Das Buch ist inspiriert von Gustav Flauberts ‚L’education sentimentale’. Ihr Album einer Island Reise vermischt die tatsächlich erlebten Eindrücke mit einer angedeuteten fiktiven Geschichte.

Die russische Fotokünstlerin Julia Borissova wurde für ihr Buch Let me fall again von einem der ersten Ballonfahrer, dem Amerikaner Charles Leroux, inspiriert. Im Alter von 32 Jahren kam er bei einem Fallschirmsprung in Tallinn ums Leben. Das Buch ist mit der Technik der Origami Kunst kombiniert. Die Faltkunst vergleicht die Künstlerin mit der Präzision des Packens eines Fallschirms, damit sich der Schirm öffnet.

 

Anzenberger Gallery, Absberggasse 27, Wien

07.09.2018 - 27.01.2019
Fotoausstellung Köln . Mit über 150 Originalphotographien und zahlreichem Vitrinen-Material zeigt die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur einen repräsentativen Querschnitt durch das Projekt „Menschen des 20. Jahrhunderts“ mit meisterlicher Fotografie von August Sander. 7. September 2018 bis 27. Januar 2019
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August Sander: Meisterwerke – „Menschen des 20. Jahrhunderts“
Fotoausstellung Köln . Mit über 150 Originalphotographien und zahlreichem Vitrinen-Material zeigt die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur einen repräsentativen Querschnitt durch das Projekt „Menschen des 20. Jahrhunderts“ mit meisterlicher Fotografie von August Sander. 7. September 2018 bis 27. Januar 2019

 August Sander: Bürgerkinder, 1925 / Middle-class Children, 1925
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv;
VG Bild-Kunst, 2018

 

Die Bilder aus August Sanders Porträtwerk sind nicht nur für die Geschichte der Photographie fundamental, sie sind für all jene höchst spannende Studienobjekte und Meisterwerke, die ohne Sentimentalität und Vorurteil den Menschen und das Leben lieben, Fragen ans Gestern stellen und Erfahrungen für die Zukunft sammeln; für all jene, die eine Leidenschaft fürs Hinschauen, Entdecken, Phantasieren und Analysieren haben: Wie erscheinen uns die Dargestellten, wie haben sie ihr Leben verbracht, was hat sie erfreut und erschüttert, was hat ihre Gesichter, ihre Hände, ihre Physiognomie gezeichnet? Was teilen sie aus ihrer Welt mit? Wie hat Sander es geschafft, all die unterschiedlichen Menschen zu treffen, anzusprechen, zu positionieren, fürs Bild zu begeistern? Was vermittelt uns das photographische Material heute – in einer Zeit, in der das Entwickeln einer Photographie in der Dunkelkammer kaum mehr praktiziert wird und ein Zauber verloren geht? Was bedeutet Zeit und Handarbeit für die künstlerische Auseinandersetzung? 

 

August Sander: Polizeibeamter. Der Herr Wachtmeister, 1926 / Police Officer, 1925
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv;
VG Bild-Kunst, 2018

 

Zusammenbetrachtet bieten die von August Sander (1876–1964) so sachlich wie würdevoll und individuell abgebildeten Personen einen Kosmos, der Geschichte lebendig werden lässt. Angesichts Sanders Photographien scheint unser Gespür für Ähnlichkeiten, Unterschiede und Vergleichbares herausgefordert. Erinnerungen an Berichte aus der Vergangenheit werden wach, der Wandel einzelner Lebensverhältnisse und Lebensvorstellungen wird plastisch; Berufsbilder, die sich verändert haben, ausgestorben oder ersetzt worden sind, treten vor Augen; die Umstellung gesellschaftlicher Vorgänge oder Ereignisse gewinnen Anschaulichkeit ebenso wie sich modifizierende Bildvorstellungen und künstlerisch ästhetische Ansprüche. 

 

August Sander: Straßenarbeiter im Ruhrgebiet, um 1928 / Workman in the Ruhr Region, c. 1928
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv; VG Bild-Kunst, 2018; Courtesy: Bayerische Staatgemäldesammlungen: Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München /nMunich, Sammlung / Collection Lothar Schirmer

 

Doch abgesehen vom Verweischarakter, von der zeitgeschichtlichen Relevanz und der hohen Inspirationskraft von Sanders Photographien, die von namhaften Autoren wie Walter Benjamin, Alfred Döblin, Golo Mann und Kurt Tucholsky hervorgehoben wurden, zeigen die Bilder sehr konkrete Momente und sind im Einzelnen von bewundernswerter ästhetischer Qualität. Sie stellen Sanders Realitätssinn und sein Auge für spezifisch photographische, dokumentarische Naturtreue und adäquate Bildgestaltung unter Beweis. Dieser Qualität am Originalabzug aus August Sanders Hand nachzuspüren ist etwas besonders Kostbares und kann aufgrund konservatorischer Erfordernisse der sogenannten Vintages in großem Umfang nur selten geleistet werden. 

August Sander selbst hat das Projekt „Menschen des 20. Jahrhunderts“ erstmals 1927 im Kölnischen Kunstverein vorgestellt. Seine Bildauswahl umfasste seinerzeit über 110 Blätter, die mit jetziger Präsentation jedoch weithin nicht identisch ist und auch nur bedingt überliefert ist, abgesehen davon, dass von einzelnen Motiven auch mehrere Abzüge kursier(t)en. Da Sander das Projekt oder – wie er es nannte – sein Kulturwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ zwischen ca. 1925 und 1955, also über drei Jahrzehnte unter Rückgriff auch auf solche Motive erarbeitete, die ab 1892 entstanden waren, war sein Bestand an Originalabzügen und Bildmappen bis zu seinem Lebensende enorm gewachsen. In seinem Archiv bildet er sich gewissermaßen als ein Fundus ab, aus dem der Photograph für Ausstellungen und Publikationen frei schöpfte. Dies war in seiner Zeit ein einzigartig neues Vorgehen. Sanders Bewusstsein über die potenzierte Wirkungsweise von Bildreihen gegenüber Einzelbildern machte ihn ebenso zum Vorreiter der konzeptuellen Photographie wie sein entschiedener Einsatz einer unverfälscht klaren Wiedergabe der einzelnen Motive. Seine Porträts sollten seinen dokumentarischen Ansatz unterstreichen und ohne zusätzlich künstlerische Attitüden, aber nicht ohne eine fein justierte und zurückhaltende Gestaltung auskommen. 

 

 

Das umfangreich angelegte Porträtwerk Sanders zielte darauf, einen Querschnitt der Bevölkerung aufzuzeigen, in dem sich die verschiedenen Berufs- und Gesellschaftstypen, verteilt auch auf die unterschiedlichen Generationen wiederfinden – einen Spiegel der Zeit. Im Titel Sanders ersten dazu 1929 erschienenen Buchs Antlitz der Zeit findet diese Intention ihr Echo. Sowohl dem mittelbar zum Ausdruck kommenden Gesicht der Zeit, als auch den einzelnen Physiognomien galt jahrzehntelang die ungebrochene Aufmerksamkeit des Photographen. 

Um seinem wachsenden Kompendium Form und Gestalt zu geben, hat Sander Mitte der 1920er-Jahre ein Konzept erstellt, in dem er die von ihm in den Fokus genommenen Bildgruppen und -mappen weitgehend benannt hat. Die Gruppen heißen: „Der Bauer“, „Der Handwerker“, „Die Frau“, „Die Stände“, „Die Künstler“, „Die Großstadt“ und „Die letzten Menschen“. Letztere vielleicht irreführende Bezeichnung steht für eine Bildreihe, die sehr respektvoll Menschen am Rande der Gesellschaft zeigt. Sanders damaligem Konzept, das eine Reihenfolge der Gruppen und Mappen vorschlägt, folgt auch die aktuelle Ausstellung unter Hinzuziehung einzelner oder mehrerer repräsentativen Mappenabzüge aus den entsprechenden Bildmappen. 

Zum größten Teil stammen die Photographien aus dem Bestand des 1992 erworbenen August Sander Archivs, das den Grundstein für die weitere Entwicklung der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, bildet. Dazu werden exklusive Leihgaben von Originalen hinzugezogen, so aus der Berlinischen Galerie, Museum für Moderne Kunst, Berlin, dem J. Paul Getty Museum, Los Angeles, dem Museum Ludwig Köln, dem Museum of Modern Art, New York und der Pinakothek der Moderne, München ebenso wie aus wichtigen Privatsammlungen. 

Im Schirmer/Mosel Verlag ist zeitgleich zur Ausstellung in deutscher und englischer Ausgabe das Buch „August Sander – Meisterwerke“ entstanden. Erstmals in der Publikationsgeschichte des Photographen werden darin die Originalabzüge in authentischer Tonalität, außerdem in ursprünglicher Ausschnittwiedergabe abgebildet. Digitale Daten, durch Scannen der Originale gewonnen, wurden vielfach abgestimmt und vierfarbig gedruckt. Der in die Publikation einbezogene Text von Gabriele Conrath-Scholl gibt einen vertieften Einblick in die Entwicklungsgeschichte von „Menschen des 20. Jahrhunderts“ und setzt den Diskurs über das Werk von August Sander fort, das im Münchner Verlagsprogramm seit 1975 mit Herausgabe von Sanders „Rheinlandschaften“ und weiteren zahlreichen Titeln eine zentrale Rolle spielt. 

 

Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, Köln

06.09.2018 - 30.11.2018
Fotoausstellung Hamburg . Die Ausstellung in der Handelskammer Hamburg zeigt die Ausstellung „Foto-Auge Fritz Block – Der Architekt als Fotograf“ mit 125 Schwarzweiß-Abzügen, 40 Farbvergrößerungen , sowie Druckbelegen. Vom 6. September bis 30. November 2018.
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Foto-Auge Fritz Block
Fotoausstellung Hamburg . Die Ausstellung in der Handelskammer Hamburg zeigt die Ausstellung „Foto-Auge Fritz Block – Der Architekt als Fotograf“ mit 125 Schwarzweiß-Abzügen, 40 Farbvergrößerungen , sowie Druckbelegen. Vom 6. September bis 30. November 2018.

 

Die Wiederentdeckung eines lange vergessenen Fotografen ist der Hamburgre Architekt Fritz Blocj (1889 -1955) , der ab 1929 als Fotograf der Neuen Sachlichkeit und des Neuen Sehens hervortrat. Bekannt wurde er ebenso mit lebendigen Fotoreportagen aus Paris und New York. Fritz Block emigrierte wegen seiner jüdischen Herkunft 1938 in die USA, wo er in Los Angles neuartige Farbdias für den fortschrittlichen Kunstunterricht produzierte.

Gleichzeitig zur Ausstellung des facettenreichen, fotografischen Werks von Fritz Block erscheint eine ausstellungsbegleitende Monographie „Foto-Auge Fritz Block. Neue Fotografie – Moderne Farbdias“ im Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich.

02.09.2018 - 20.01.2019
Fotoausstellung Mannheim . Wilhelm Reiß Südamerika-Expedition in historischen Fotografien zeigen die Reiss-Engelhorn-Museen im Forum Internationale Photographie mit der Ausstellung „Abenteuer Anden und Amazonas“. 2. September 2018 bis 20. Januar 2019.
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Wilhelm Reiß - Abenteuer Anden und Amazonas
Fotoausstellung Mannheim . Wilhelm Reiß Südamerika-Expedition in historischen Fotografien zeigen die Reiss-Engelhorn-Museen im Forum Internationale Photographie mit der Ausstellung „Abenteuer Anden und Amazonas“. 2. September 2018 bis 20. Januar 2019.

 

Amazonas Indianer 
Amazonas Indianer (Amava Indios) im Kriegskostüme Brasilien
Alberto Frisch, um 1865 
© Reiss-Engelhorn-Museen

 

Vor 150 Jahren brach der Mannheimer Vulkanologe Wilhelm Reiß (1838-1908) zu einer abenteuerlichen Expedition durch Südamerika auf. Seine achtjährige Reise führte ihn durch Kolumbien, Ecuador, Peru und Brasilien. Er folgte dem Amazonas und er bestieg als erster das rund 5900 Meter hohe Vulkanmassiv des Cotopaxi in Ecuador. 

 

 

Panorama von Lima 
Der Rimac mit Brücke, Stadtteil S.Lazaro, Cerro de S.Cristobal vom Torre de S.Domingo aufgenommen
Anonym, vor 1874 
© Reiss-Engelhorn-Museen 

 

Zum Jubiläum präsentiert das Forum Internationale Photographie der Reiss-Engelhorn- Museen Mannheim einen besonderen Schatz. Erstmals wird eine umfassende Auswahl an historischen Fotografien gezeigt, die Wilhelm Reiß von seinen Reisen mitgebracht hat. Die Sonderausstellung „Abenteuer Anden und Amazonas“ entführt die Besucher nach Südamerika – einem Kontinent, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwar längst keine „terra incognita“ mehr war und dennoch eine fremde Welt darstellte. Die kostbaren Aufnahmen zeigen die großen Städte, die reizvollsten Landschaften und spektakulärsten Naturschauspiele. 

 

 

Rio negro 
Amazonas-Brasilien Anonym, vor 1874 
© Reiss-Engelhorn-Museen

 

Eigentlich wollten Wilhelm Reiß und sein Fachkollege Alphons Stübel (1835-1904) im Januar 1868 in der nordkolumbianischen Hafenstadt Santa Marta nur einen kurzen Zwischenhalt auf ihrer Reise zu den Sandwich-Inseln einlegen. Fasziniert und herausgefordert vom geologischen und naturwissenschaftlichen Überfluss änderten sie jedoch ihre Meinung und reisten acht Jahre lang quer durch Südamerika. Eine Expedition, die sie nicht selten an den Rand ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit brachte. 

 

Fährmannsfamilie Manaós 
Brasilien, Amazonas Fährmannsfamilie Manaós, um 1865 Alberto Frisch

© Reiss-Engelhorn-Museen

 

 

Bei seiner Rückkehr nach Mannheim 1876 hatte Wilhelm Reiß neben Gesteinsproben, zoologischen, ethnografischen und archäologischen Sammlungsstücken sowie schriftlichen Aufzeichnungen umfangreiche Fotokonvolute im Gepäck. Diese Konvolute bilden ein Herzstück der Foto-Sammlung der Reiss-Engelhorn-Museen. Die neue Ausstellung vereint rund 300 Aufnahmen. Es handelt sich hauptsächlich um Albuminabzüge, jene fragilen Papierbilder mit ihrem charakteristischen sepiafarbenen Grundton, die den Betrachter noch heute durch ihre präzise Tiefenschärfe und ihren nuancierten Tonumfang begeistern. Die Bilder stammen von verschiedenen Fotografen und Studios. Teils wurden sie wahrscheinlich im Auftrag der Forscher angefertigt. 

 

Die Auswahl der gezeigten Bildinhalte ist so vielfältig wie die Reiseregion selbst. Imposante Stadtansichten von Bogota oder Lima zeugen von einer rasch fortschreitenden Urbanisierung. Im Gegensatz dazu beeindrucken Landschaftsbilder durch die Üppigkeit und Wildheit der Natur. Zahlreiche Aufnahmen dokumentieren die Zerstörungskraft von Erdbeben – einer latenten Gefahr, die in Südamerika allgegenwärtig ist. Kurz nach ihrer Ankunft erschütterte im August 1868 ein außergewöhnlich schweres Beben Ecuador und Peru. Was für die beiden Forscher eine wissenschaftliche „Chance“ darstellte, die massiven tektonischen Verschiebungen hautnah zu begutachten, war für die einheimische Bevölkerung eine Tragödie. 

Ein weiterer Schwerpunkt der gezeigten Fotografien liegt auf Porträtaufnahmen. Hier dominiert der europäisch-eurozentrische Blickwinkel. Viele Aufnahmen spiegeln den Wunsch der Reisenden, aber auch daheimgebliebener Europäer nach vorzeigbaren „Wilden“ oder exotischen Typen wider. Wilhelm Reiß hat die Porträtbilder seines Konvoluts selbst geordnet und beschriftet. Zu sehen sind unter anderem Darstellungen verschiedener Berufsstände bis hin zu freigelassenen Sklaven und Sklavinnen sowie Porträts von Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft. Einige Porträts, aufgenommen von den beiden renommierten deutschen Fotografen Alberto Frisch und Alberto Henschel, überwinden die reine Typen- Fotografie und zeigen individuelle Züge der Abgelichteten. 

 

Ergänzt werden die ausgestellten Fotografien durch ebenfalls von der Expedition stammende ethnologische Objekte sowie Gemälde des ecuadorianischen Malers Rafael Troya (1845-1920). Auszüge aus den persönlichen Reisebriefen von Wilhelm Reiß, in denen er einfühlsame Schilderungen von den grandiosen Landschaften, ihren Bewohnern, seinen Glücksgefühlen und nicht zuletzt den erlittenen Strapazen gibt, bilden eine weitere Ebene dieser facettenreichen Ausstellung. 

 

Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, Museum Zeughaus C5, Forum Internationale Photographie

 

 

Panorama von Lima 

Der Rimac mit Brücke, Stadtteil S.Lazaro, Cerro de S.Cristobal vom Torre de S.Domingo aufgenommen
Anonym, vor 1874 

© Reiss-Engelhorn-Museen 

 

Amazonas Indianer 

Amazonas Indianer (Amava Indios) im Kriegskostüme Brasilien
Alberto Frisch, um 1865 

© Reiss-Engelhorn-Museen 

 

 

Fährmannsfamilie Manaós 

Brasilien, Amazonas Fährmannsfamilie Manaós, um 1865 Alberto Frisch 

© Reiss-Engelhorn-Museen 

 

 

Rio negro 

Amazonas-Brasilien Anonym, vor 1874 

© Reiss-Engelhorn-Museen

 

 

24.08.2018 - 10.02.2019
Fotoausstellung Hannover . In zwei Teilen zeigt die Kestner Gesellschaft das Werk der Berliner Künstlerin Nevin Aladag mit dem Titel „Best Friends“ Teil 1: 24. August bis 4. November 2018 Teil 2: 1. Dezember 2018 bis 10. Februar 2019
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Nevin Aladag – Best Friends
Fotoausstellung Hannover . In zwei Teilen zeigt die Kestner Gesellschaft das Werk der Berliner Künstlerin Nevin Aladag mit dem Titel „Best Friends“ Teil 1: 24. August bis 4. November 2018 Teil 2: 1. Dezember 2018 bis 10. Februar 2019




Die Kestner  Gesellschaft  präsentiert  die Ausstellung  der Berliner  Künstlerin  Nevin Aladag (* 1972 in Van, Türkei)  mit  dem  Titel  "Best  Friends"  in der  Claussen-Halle.  Nevin  Aladag   setzt  sich in ihren Werken  mit  aktuellen  gesellschaftlichen  Fragen  nach der  Selbstbestimmung  von Identität  und  der Hybridisierung  kultureller Räume auseinander.  Auf der documenta 14 wurde ihr Werk einem breiten Publikum  vorgestellt.  Mit  der  Ausstellung  präsentiert  die Kestner  Gesellschaft  ein  experimentelles Format:  In nur einem Raum wird sich die Schau über zwei Laufzeiten  entfalten.  Im ersten Teil d er Ausstellung werden anhand der Fotoserie „Best Friends“ (2012-2015) und der Videoarbeit „Hochparterre [ Mezzanine]“ (2009/ 2010) die   Themen Freundschaft, Nachbarschaft und gesellschaftliches Zusammenleben  verhandelt. Im zweiten Teil, der im Dezember 2018 startet, verändert sich die Ausstellung und wird durch neue Werke ergänzt.

 

 


Schauplatz der Filme, Fotografien, Installationen,  Skulpturen und Performances von Nevin Aladag ist oftmals   der öffentliche Raum, in dem das Spannungsverhältnis zwischen Gemeinschaft und Individualität, zwischen Zugehörigkeit  und Abgrenzung besonders deutlich wird.

„Best  Friends“  zeigt beste Freundinnen und Freunde, deren Verbindung sich durch  Aussehen, Körpersprache und Kleidungsstil ausdrückt. Imitation und Angleichung, ob bewusst oder unbewusst, manifestiert  die Freundschaft  und lässt die Porträtierten zu einer Einheit werden. Für die Entstehung dieser  Fotografien  betreibt  Aladag Feldforschung  etwa in den Straßen  von Los Angeles,  Dortmund oder Berlin. So können die Fotos auch als Porträts der Städte verstanden werden. Erstmals zeigt Nevin Aladag die Bilder auf überlebensgroßen Bannern. Die Abbilder der Freundschaften werden dadurch für die Betrachterinnen und Betrachter auch körperlich erfahrbar gemacht.

Für das Video „Hochparterre [ Mezzanine]“ hat die Künstlerin zahlreiche Interviews mit Anwohnerinnen und Anwohnern der Großen Bergstraße in Hamburg-Altona geführt. Aladag stellte den Menschen Fragen über das Zusammenleben  in dieser diversen Nachbarschaft  und befragte sie auch zu ihrer Meinung über die Entwicklungen  in ihrer Stadt. Einzelne Passagen  der Tonaufzeichnungen wurden zu einer Soundcollage  zusammengefügt.  Im Video werden die verschiedenen  Stimmen von einer einzigen Schauspielerin lippensynchron wiedergegeben. Durch die Diskrepanz zwischen dem Gehörten und dem visuellen Eindruck ihrer Mimik und Gestik werden die Kriterien für die Zuschreibung von Identitäten herausgefordert. Das Video gehört zu einer dreiteiligen Serie, die auch die Hauptstädte Berlin und Wien in den Fokus nimmt.
Nevin Aladag wurde 1972 in Van (Türkei) geboren. Sie studierte von 1993 bis 2000 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München bei Olaf Metzel. Seit 2002 lebt und arbeitet Aladag in Berlin. 2018  gewann  die  Künst lerin  den  Ernst  Rietschel  Preis  für  Skulptur.  Aladag  war  unter  anderen Teilnehmerin  der documenta 14 in Athen und Kassel (2017),  der 57. Biennale von Venedig (2017), der Sharjah Biennale (2013) und der 11. Istanbul Biennale (2009).


Kestner Gesellschaft, Goseriede 11, Hannover

17.08.2018 - 13.01.2019
Ausstellung München . Sicher einer der interessantesten und spannendsten Ausstellungen der Saison zeigt die Münchner Hypo Kunsthalle mit "Lust der Täuschung - Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality". Mit Exponaten aus Malerei, Skulptur, Video, Architektur, Design, Mode und mit Virtual-Reality-Arbeiten bietet die Ausstellung einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Parcours durch visuelle Spielformen von Schein und Illusion. Bis 13. Januar 2019
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Lust der Täuschung - Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality
Ausstellung München . Sicher einer der interessantesten und spannendsten Ausstellungen der Saison zeigt die Münchner Hypo Kunsthalle mit "Lust der Täuschung - Von antiker Kunst bis zur Virtual Reality". Mit Exponaten aus Malerei, Skulptur, Video, Architektur, Design, Mode und mit Virtual-Reality-Arbeiten bietet die Ausstellung einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Parcours durch visuelle Spielformen von Schein und Illusion. Bis 13. Januar 2019

Daniel Crooks
Phantom Ride (Filmstill), 2016
Zweikanal HD-Video/Farbe/Stereo Sound, 16:9
Leihgabe des Künstlers und der Anna Schwartz Gallery, Melbourne © Daniel Crooks

 



Seit jeher spielt die Kunst mit unserer Wahrnehmung und führt uns vor Augen, wie leicht wir zu täuschen sind. Seien es antike Fresken, die räumliche Tiefe simulieren, barocke Kirchenausstattungen, die das Irdische um göttliche Sphären zu erweitern scheinen oder heutige computergenerierte virtuelle Welten, in die man interaktiv eintauchen kann, anstattsie nur zu betrachten.

Die faszinierende Wirkung täuschender Kunst entsteht, indem der Betrachter ihrer Täuschung visuell erliegt, zugleich aber realisiert, dass er es mit einem Trick zu tun haben muss. Und selbst wenn die Konstruktionsweise von Werken wie Hans Peter Reuters Kachelraum (1976) oder James Turrells Elliptical Glass KEPLER 452b (2017) durchschaut ist, kann man sich ihrer Sogwirkung nicht entziehen. 

 

 

Evan Penny
Junges Selbst: Portrait des Künstlers wie er (nicht) war. Variation # 1, 2011
86 x 76 x 59 cm, Silikon/Pigment/Haar/Textil/Aluminium
Privatsammlung, London © Evan Penny

 

Wie steht es um unser Bild von der vermeintlichen Realität? In Zeiten von Photoshop und digitaler Filmanimation führen uns z.B. Evan Pennys abfotografierte hyper-realistische Porträtbüsten (2011) vor Augen, wie leicht wir etwas auf einem Foto Dargestelltes für ‚wahr‘ halten und getäuscht werden können.

Viele visuelle Täuschungen sind heute fester Bestandteil unseres Alltags. Dabei ist die Geschichte von Optik und künstlerischer Täuschung aufs Engste mit der technischen Weiterentwicklung der Medien verbunden: Der illusionistischen Wirkung einer Filmvorführung der Gebrüder Lumière konnten sich 1896 die damaligen Zuschauer – so die berühmte Anekdote – nicht entziehen: Sie meinten, ein Zug würde aus der Leinwand auf
sie zurasen. Beim heutigen kinoerfahrenen Betrachter löst dieser Film keinen vergleichbaren Effekt mehr aus. Einen ähnlich überraschenden Moment kann jedoch in der Ausstellung erleben, wer eine Virtual-Reality-Brille aufsetzt und in Chris Milks Arbeit Evolution of Verse (2015) eintaucht – noch ist das Medium so neu und die Umsetzung so überraschend, dass die Wahrnehmung eindrucksvoll getäuscht wird



Sehen ist glauben
Künstlerische Augentäuschungen wurden schon immer genutzt, um unterschiedlichste Funktionen zu erfüllen. So zeigt die Ausstellung, wie sich unter anderem die Kirche die unmittelbare Überzeugungskraft von Bildern früh zunutze machte: Sie setzte illusionistische Bildwerke ein, um Glaubensinhalte zu vergegenwärtigen. Der überaus realistisch dargestellte Kopf von Johannes dem Täufer des spanischen Bildhauers José de Mora (1642–1724) löst zum Beispiel bis heute zugleich Grauen und Mitgefühl aus und führt das Schicksal des
Heiligen in unmittelbarer physischer Präsenz vor Augen.



Die Erforschung der sichtbaren Welt
In der Renaissance erwuchs ein neues Interesse an der sichtbaren Welt und ihren optischen Phänomenen. Forschungen führten zum Beispiel zur Entdeckung der Regeln der Zentralperspektive, die es möglich machten, zweidimensionalen Bildwerken eine überzeugende Tiefe zu verleihen. Auch erste Anamorphosen entstanden im Rahmen perspektivischer Studien: Ihre Motive lassen sich nur von einem einzigen Standpunkt aus oder mit einem speziell gebogenen Spiegel als Hilfsmittel erschließen. Diese optische Raffinesse begeisterte nicht nur die Wissenschaft, sondern inspirierte auch zur Schaffung beeindruckender Kunstwerke, wie dem für die Ausstellung reproduzierte 1642 entstandene, rund 20 Meter lange Fresko aus dem römischen Kloster Trinità dei Monti.

 

Das klassische Trompe-l’œil
Im 17. Jahrhundert spezialisierten sich zunächst in den Niederlanden, später vor allem in Frankreich, einige Maler auf illusionistische Gemälde, die heute als Trompe-l’œils, ‚Augentäuschungen‘, bekannt sind. Anstatt durch Tiefenwirkung, bestechen diese Werke vor allem dadurch, dass das Dargestellte aus der Bildebene heraus in Richtung der Betrachter zu ragen scheint. Werke von Cornelis Gijsbrechts (1630–1683), Wallerant Vaillant (1623–1677) oder Edwaert Collier (1640–1708) verfehlen auch heute nicht ihre Wirkung: Die Perfektion, mit der diese Meister Objekten wie angepinnten Papieren, gebrochenen Glasscheiben oder
drapierten Stoffen Räumlichkeit und Haptik verliehen, ist immer noch höchst beeindruckend. Künstler wie Gerhard Richter oder Thomas Demand greifen diese Form der Illusion in Werken wie Blattecke (1967) oder Glas (2002) wieder auf.


Kopie, Aneignung und Fälschung
Ein weiteres Kapitel widmet sich speziellen Formen der Täuschung wie der künstlerischen Aneignung, der Kopie und der Fälschung. Den Stil großer Meister nachzuahmen, trug über viele Jahrhunderte zum Ruhm eines Künstlers bei. Auch war es üblich, originalgetreue Kopien von Kunstwerken herzustellen. Als in der Romantik die Idee vom geistigen und künstlerischen Eigentum aufkam und die Fotografi e wenige Zeit später die Reproduktion von Kunstwerken maßgeblich vereinfachte, entstand eine neue Wertschätzung des Originals. Der Akt des Kopierens erschien nun als moralisch verwerflich – und bei trügerischer Absicht sogar als krimineller Akt. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzen sich Künstler immer wieder gezielt mit der Frage um Original und Kopie auseinander.

Mode und Design
Je beiläufiger täuschende Objekte in unseren Alltag eingebunden werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf sie hereinfallen. So genoss man schon in der Tafelkultur des 18. Jahrhunderts das Erstaunen der Gäste, wenn sich der auf dem Tisch platzierte Kohlkopf als Suppenschüssel aus Porzellan erwies. Bis heute werden Objekte in Manufakturen hergestellt, die sich in diese Tradition der ‚Schaugerichte‘ stellen. Im Möbeldesign finden sich besonders viele Beispiele der Materialtäuschung.

 

Toast VR (Richard Eastes, Toni Eastes, Daniel Todorov)
Richie’s Plank Experience, 2017
Virtual Reality/Unity3D/Holzplanke
© Toast VR

 


Raumillusionen
Die Ausstellung schließt mit verblüffenden Raumillusionen, die von altägyptischer und pompejanischer Scheinarchitektur über barocke Deckengemälde und historistische Prunktapeten bis hin zu zeitgenössischen Rauminstallationen reichen. Dabei wird unter anderem deutlich, in welcher Tradition die neue Technik der Virtual Reality steht, die Räume in bisher unbekannter illusionistischer Wirkung (wieder-)entstehen lassen kann: In der seit 2016 entstehenden virtuell begehbaren Rekonstruktion des Kaisersaals der Bamberger
Residenz findet sich der Besucher in der Welt der Fürsten des 18. Jahrhunderts wieder. Laurie Andersons und Hsin-Chien Huangs spektakuläre VR-Installation Chalkroom, die 2017 auf den Filmfestspielen von Venedig als bestes VR-Erlebnis ausgezeichnet wurde, lädt den Besucher hingegen ein, den realen Raum zu verlassen und durch ein faszinierendes imaginäres Universum zu fliegen.




Philipp Messner
Only you can make me Feel this Way (München), 2013
240 x 110 cm, Pigmentdruck/Hahnemühle Papier
Besitz des Künstlers
© Philipp Messner / VG Bild-Kunst, Bonn

 


KATALOG
Im Hirmer Verlag erscheint begleitend zur Ausstellung ein umfangreicher Katalog mit ca. 200 Farb-
abbildungen. Hrsg. v. Roger Diederen und Andreas Beitin. Mit Beiträgen aus den Neurowissenschaften so-
wie der Kunst-, Kultur- und Mediengeschichte von Andreas Beitin, Ute Engel, Marion Kern, Rudolf E. Lang,
Susanna Partsch und Monika Wagner.
ISBN 978-3-7774-3139-0



Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, Theatinerstraße 8, München

17.07.2018 - 27.01.2019
Fotoausstellung München . Die Pinakothek der Moderne präsentiert im Saal 8 Fotografien aus den 1920-er bis 1940-er Jahren von Aenne Biermann, Florence Henri, Germaine Krull, Man Ray, Albert Renger-Patzsch und Friedrich Seidenstücker aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. 17 Juli 2018 bis 27. Januar 2019
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Stiftung Ann und Jürgen Wilde
Fotoausstellung München . Die Pinakothek der Moderne präsentiert im Saal 8 Fotografien aus den 1920-er bis 1940-er Jahren von Aenne Biermann, Florence Henri, Germaine Krull, Man Ray, Albert Renger-Patzsch und Friedrich Seidenstücker aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde. 17 Juli 2018 bis 27. Januar 2019

Germaine Krull, Devant un grand Magasin, um 1929
Silbergelatineabzug, 17,5 x 15,8 cm
Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München

 

Die moderne Fotografie ist aufs engste verbunden mit der Kultur der Großstadt. Im urbanen Umfeld finden Fotografinnen und Fotografen der 1920er Jahre Inspiration für experimentelle Bildgestaltungen und die Visualisierung eines Neuen Sehens, wie es heute als ikonisch für die Avantgardefotografie gilt. Zugleich aber richten zahlreiche Fotografen ihren Blick auf das soziale Gefüge der Großstadt. Als Flaneure und Straßenfotografen dokumentieren sie das alltägliche Leben und das dynamische Treiben der Menschen. Diese Ansichten zeigen die Stadt als kollektiven Lebensraum und entwerfen eine vielschichtige Beschreibung der Menschen und ihrer Lebensbedingungen im urbanen Raum.

 

Friedrich Seidenstücker, im Wedding, Berlin, 1923
Silbergelatineabzug, 18 x 12,9 cm
Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München

 

 

10. Oktober | 28. November 2018 und 16. Januar 2019 | 15.00 Aus erster Hand | Kuratorenführung mit Simone Förster 

31. Oktober und 12. Dezember 2018 | 15.00 Führung mit Katia Marano 

10. November 2018 und 27. Januar 2019 | 15.00 Führung mit Angela Opel

 

Pinakothek der Moderne, Museumsareal, Barerstraße, München

  

 

01.06.2018 - 18.11.2018
Fotoausstellung Berlin . Die Berliner Helmut Newton Stiftung präsentiert die Ausstellung „Between Art & Fashion. Photographs from the Collections of Carla Sozzani / Alice Springs. Portraits mit über 200 Bildern. 1. Juni bis 18. November 2018.
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Between Art & Fashion
Fotoausstellung Berlin . Die Berliner Helmut Newton Stiftung präsentiert die Ausstellung „Between Art & Fashion. Photographs from the Collections of Carla Sozzani / Alice Springs. Portraits mit über 200 Bildern. 1. Juni bis 18. November 2018.

Alice Springs
Helmut Newton, Rue Aubriot, Paris 1976
copyright Alice Springs

 


Vorgestellt wurde die Ausstellung „Between Art & Fashion“ schon in der Pariser Galerie Azzedine Alaïa und in dem Schweizer  Museum of Fine Arts Le Locle (kuratiert von Fabrice Hergott). Jetzt zeigt die Helmut Newton Stiftung „Between Art & Fashion in völlig neuer Zusammenstellung erstmals auch in Deutschland. Aus dem umfangreichen Sammlungsbestand wurden über 200 Fotografien ausgewählt. Thematisch auf den aktuellen Ausstellungsort abgestimmt, werden einige Fotografen mit nur einer Arbeit präsentiert, andere mit einem kleinen Konvolut – eine Auswahl, in der es nicht um Vollständigkeit geht, sondern um Authentizität und Sichtbarmachung, um die Qualität autonomer und repräsentativer Bilder. Innerhalb der Berliner Präsentation ragen vier Kooperationen zwischen Carla Sozzani und Paolo Roversi, Sarah Moon, Bruce Weber und Helmut Newton heraus, jeder wird entsprechend viel Ausstellungsraum eingeräumt, u.a. mit Arbeitsfotos und Kontaktbögen der gemeinsamen Modeshootings.

 

Arthur Elgort
Azzedine Alaia and Naomi Campell, New York City, 1987
copyright Paolo Roversi

 


In June’s Room sind anlässlich des 95. Geburtstages von June Newton alias Alice Springs über 30 teilweise noch nicht gezeigte Porträts zu sehen, die aus dem Stiftungsbestand aus-gewählt wurden – im Kontext der Sozzani-Sammlung sind es vor allem Künstler, Fotografen und Modedesigner. Alice Springs hat seit den 1970er-Jahren ein eigenständiges fotografi-sches Werk geschaffen, das auch immer wieder in der Helmut Newton Stiftung gezeigt wor-den ist. Die Liste der von Alice Springs porträtierten Künstler, Schauspieler und Musiker liest sich wie ein Who’s Who der internationalen Kulturszene aus den vergangenen vierzig Jahren diesseits und jenseits des Atlantiks – von Yves Saint Laurent und Karl Lagerfeld über Billy Wilder und Diana Vreeland bis zu den Hell’s Angels. Auch wenn die meisten der von ihr Porträtierten zum Jetset gehören, macht sie doch grundsätzlich keinen Unterschied zwischen den gesellschaftlichen Schichten. Manche Aufnahmen sind im Auftrag für Zeitschriften zwischen Paris und Los Angeles entstanden, andere aus freiem Antrieb. Möglicherweise hilft ihr, der ausgebildeten Schauspielerin, die tiefe Kenntnis des Schauspiels, gleichzeitig auf und hinter die Fassade des Menschlichen zu schauen. Ihren Blick für und auf die Menschen konzentriert sie meist auf deren Gesichter; zuweilen fasst sie sie im engen Bildausschnitt als Brust- oder Dreiviertelporträt. Nur wenige Studioporträts sind darunter, die Mehrzahl entstand vielmehr – meist bei natürlichem Licht – im öffentlichen Raum sowie vor oder in den Wohnungen der Protagonisten.

 

Peter Lindbergh
Le Touquet, Linda Spierings and Tatjana Patitz, 1987
copyright Peter Lindbergh

 



Carla Sozzani, frühere Chefredakteurin der italienischen Elle und Vogue, hat über viele Jahre Fotografien gesammelt – und seit 1990 in ihrer Mailänder Galerie in enger Verbindung mit zahlreichen international renommierten Fotografen ausgestellt. So zeigte sie auch vier Ausstellungen mit Bildern von Helmut Newton: "Ritratti di donna" (1993), "Impressions, Polaroids" (1996), "Us and them" (1999), zusammen mit seiner Frau June, a.k.a. Alice Springs, und "Yellow Press" (2003). Die persönliche Freundschaft zwischen Carla Sozzani und Helmut Newton mündet 2018 in der Präsentation der vielschichtigen Sozzani-Sammlung in der Helmut Newton Stiftung unter dem Titel Between Art & Fashion.

 

Paolo Roversi
Meg. Alaia Dresse, 1987
copyright Paolo Roversi


Seit der Galeriegründung vor 28 Jahren gab es bei Carla Sozzani Hunderte von Fotografie-Ausstellungen, u. a. von Annie Leibovitz, Sarah Moon, Paolo Roversi, David Bailey, Hiro oder David LaChapelle. Darüber hinaus finden zweimal jährlich Ausstellungen zu Architektur und Design, etwa zum Werk von Carlo Mollino, Verner Panton oder Yayoi Kusama, und schließlich Modepräsentationen, u. a. von Pierre Cardin, André Courrèges oder Paco Rabanne, statt. Manche der ausgestellten Werke gelangen anschließend in Sozzanis Sammlung, die heute annähernd 1000 Werke umfasst und neben Modebildern auch Fotoexperimente von Berenice Abbott und Duane Michals, Akt-Porträts von Francesca Woodman und Daido Moriyama sowie Stillleben von Man Ray und William Klein beinhaltet. So entstand über viele Jahre eine heterogene Sammlung mit Fokus auf klassischer Schwarz-Weiß-Fotografie, die wie ein Blick zurück in eine vergangene Zeit wirkt. Die Galerie Sozzani ist bis heute zentraler Bestandteil des von Carla Sozzani 1991 gegründeten ersten Concept Stores überhaupt: 10 Corso Como, mit Hauptsitz im Zentrum Mailands und inzwischen mit Ablegern in China, Korea und den USA. Die Galerie befindet sich seit 2016 unter dem Dach einer Stiftung.
Helmut Newton Stiftung, Jebenstraße 2, Hamburg


10.05.2018 - 10.03.2019
Ausstellung Mannheim . Nach dem Erfolg der Mitmach-Ausstellung "Total genial!" bieten die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim auch in diesem Jahr ein Highlight für die ganze Familie an. Die Schau "Einfach tierisch! Spaß mit Dino, Panda & Co." im Museum Weltkulturen ist eine überraschende Safari in die Welt der Tiere.Die Besucher können selbst Teil der Szenerie werden. Mit der eigenen Kamera oder dem Handy kann man die witzigsten Szenen einfangen. 10. Mai 2018 bis 10. März 2019
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Rem Mannheim: "Einfach tierisch eine Safari für die ganze Familie“ ab 10.5.2018
Ausstellung Mannheim . Nach dem Erfolg der Mitmach-Ausstellung "Total genial!" bieten die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim auch in diesem Jahr ein Highlight für die ganze Familie an. Die Schau "Einfach tierisch! Spaß mit Dino, Panda & Co." im Museum Weltkulturen ist eine überraschende Safari in die Welt der Tiere.Die Besucher können selbst Teil der Szenerie werden. Mit der eigenen Kamera oder dem Handy kann man die witzigsten Szenen einfangen. 10. Mai 2018 bis 10. März 2019

  © Tricture by eli - eine lose Idee - GmbH

 

Einen Dinosaurier füttern, mit Tiger und Leoparden auf Tuchfühlung gehen, einen Delfin streicheln, mit Fischen tauchen oder eine Mammutfamilie retten – all das und noch viel mehr erwartet große und kleine Besucher ab 10. Mai 2018 in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen. Die Mitmach-Ausstellung "Einfach tierisch! Spaß mit Dino, Panda & Co." lädt zu einer außergewöhnlichen Safari mit besonderem Foto-Spaß und spielerischer Wissensvermittlung ein.

 

  © Tricture by eli - eine lose Idee - GmbH

 

 

Der Museumsbesuch verwandelt sich in ein Abenteuer: Große fotorealistische Bilder entführen in die Welt der Tiere – von der Zeit der Saurier bis heute, von den Tiefen des Ozeans bis hoch in die Lüfte, von der Savanne Afrikas über den chinesischen Bambuswald bis ins heimische Maisfeld. Die Besucher begegnen vielen unterschiedlichen Tieren. Sie stehen Dino, Panda & Co. jedoch nicht nur Auge in Auge gegenüber, sondern können selbst Teil der Szenerie werden. Welche Pose sie einnehmen, bleibt den Gästen selbst überlassen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Besucher können die Aktion mit ihrer eigenen Kamera oder dem Handy festhalten – ein Gewinn für jedes Familienalbum und Spaßgarantie für Facebook & Co. Die Bilder sind bis zu 6 Meter lang und 3,60 Meter hoch. Sie wurden zweidimensional gemalt, durch trickreiche Gestaltung und mit den Besuchern entsteht beim Fotografieren jedoch ein überraschender 3D-Effekt.  

Gleichzeitig nimmt die Schau Kinder und Erwachsene auf eine interaktive Wissensreise durch die Welt der Tiere mit. Eindrucksvolle Objekte aus dem Naturreich wie beispielsweise der Schädel eines T-Rex oder das Skelett eines großen Flugsauriers bringen den Besuchern die Giganten der Vorzeit nah. An zahlreichen Stationen ist Anfassen ausdrücklich erwünscht. Wie fühlt sich beispielsweise die Haut eines Hais oder der Zahn eines Mammuts an? Spannende Wissensinfos zu den einzelnen Tieren sorgen garantiert für Aha-Erlebnisse. Bei einem Quiz stellen die Gäste ihr neu gewonnenes Wissen unter Beweis.

Die Ausstellung "Einfach tierisch!" ist vom 10. Mai 2018 bis 10. März 2019 im Museum Weltkulturen D5 der Reiss-Engelhorn-Museen zu sehen.

www.rem-mannheim.de

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